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Am Donnerstagmorgen legte Sartorius das Ergebnis des ersten Quartals vor. Die Aktie, die im Vorfeld auffallend kräftig angezogen hatte, verlor neun Prozent und gab dadurch das Gros der zwischenzeitig kräftigen Gewinne des Aprils ab. Hatten sich die Bullen verrechnet?
Das wäre der Fall, wenn man mit grandiosen, positiven Überraschungen gerechnet hätte. Aber für solche großen Erwartungen gab es eigentlich keinen Anlass. Es war klar, dass die Branche nur langsam Fahrt aufnehmen kann. Der für die Labor- und Medizintechnik wichtige Markt in China würde nicht schlagartig durchstarten, zugleich bleibt die Planungsunsicherheit, vor allem ausgelöst durch die unstete US-Politik und ihre weltwirtschaftlichen Folgen, hoch. Die Prognosen der Experten einigermaßen zu erfüllen und ein „Kurs halten“ in Bezug auf die eigenen, für das Jahr 2026 gesteckten Ziele, das war es, was man sich für diese Quartalsbilanz hätte erhoffen dürften, mehr nicht.
Und allzu viel weniger lieferte Sartorius auch nicht ab. Der Umsatzanstieg fiel zwar mit nominal 1,8 Prozent mager aus, um ungünstige Wechselkurseffekte bereinigt wären es aber immerhin 7,5 Prozent gewesen. Das um Sonderfaktoren bereinigte EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) lag zwar mit einem Anstieg zum Vorjahresquartal von 1,6 Prozent auf 267,3 Millionen Euro unter der durchschnittlichen Analysten-Prognose, dito die EBITDA-Gewinnmarge von 29,7 Prozent, die 0,1 Prozent unter dem Vergleichszeitraum 2025 blieb. Aber konnte das nach diesem neuerlichen Stress für die Weltwirtschaft durch den Iran-Krieg wirklich überraschen? Eigentlich nicht, zumal:
Sartorius hielt am vorbestehenden 2026er-Ausblick fest, der durch dieses insgesamt nicht beeindruckende Quartal nicht ins Wanken geriet. Weiterhin peilt man ein währungsbereinigtes Umsatzplus zwischen fünf und neun Prozent und eine EBITDA-Marge von knapp über 30 Prozent an. Warum fiel die Aktie also so drastisch?
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Expertenmeinung: Eine Erklärung wäre, dass man mit ehemaligen Highflyern, die über die Jahre hinweg ihre starken Gewinne wieder verlieren, eher ungnädig umgeht. Wer hier bis 2021 während der Super-Hausse der Aktie einstieg und nicht rechtzeitig verkaufte, als die Charttechnik das indizierte, dürfte hier erst einmal keine Lust mehr haben, einzusteigen. Was auch die Bären wissen: Ex-Börsenstars sind dankbare „Opfer“ für die Short-Seite. Und auch, wenn es nicht gerade rational unterfüttert war, der Chart deutet durchaus an, dass einige im Vorfeld der Bilanz vorgekauft und wohl wirklich auf eine positive Überraschung gesetzt haben.

Dies zusammengenommen kann einen solchen Abverkauf durchaus begründen, zumal die Aktie dadurch ja nur wieder auf „Los“ zurückgesetzt wurde, indem das Plus der vorangegangenen anderthalb Wochen eliminiert wurde, aber kein neues Tief entstand. Aber was bedeutet das jetzt? Muss man aus diesem Chartbild ableiten, dass man sich hier besser von „Hoffnungskäufen“ fernhalten sollte?
Das wäre in der Tat momentan eine verwegene Idee, allerdings sind Hoffnungskäufe das immer. Momentan ist die Ausgangslage knifflig. Wie es mit der Weltwirtschaft weitergeht, ist aktuell völlig offen. Und in Bezug auf Sartorius selbst sind die Analysten mit einem derzeitigen, durchschnittlichen Kursziel von 263 Euro zwar einigermaßen optimistisch, aber so manches höher gelegene Experten-Kursziel dürfte mit mehr Wachstum kalkulieren, als es Sartorius vorweisen kann, denn die Bewertung über das Kurs-/Gewinn-Verhältnis auf Basis der 2026er-Gewinnerwartung der Analysten liegt mit 41 zu hoch im Vergleich zu dem in diesem Jahr avisierten Mini-Wachstum.
Unter dem Strich wäre die Sartorius Vorzugsaktie womöglich für so manches Depot eine interessante, mittel- und langfristige Position. Aber hier und jetzt gäbe es keine tauglichen Argumente, es mit dem Einstieg eilig zu haben. Besser zunächst noch beobachten und neutral bleiben.
Quellenangaben: Ergebnis des 1. Quartals 2026, 23.04.2026:
https://www.sartorius.com/download/1817654/q1-2026-download-earnings-report-sag-de-data.pdf
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/SRT3.DE/analyst-insights/
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