Sartorius VZ Aktie Prognose Sartorius: Guter Ansatz, aber die Bullen müssten sofort nachsetzen

News: Aktuelle Analyse der Sartorius VZ Aktie

von |
In diesem Artikel

Sartorius VZ
ISIN: DE0007165631
|
Ticker: SRT3 --- %

---
EUR
---% (1D)
1 W ---
1 M ---
1 J ---
Zur Sartorius VZ Aktie

Ein kräftiges Plus am vergangenen Freitag und Anschlusskäufe heute: Die Sartorius-Aktie hätte die Chance, endlich aus ihrem scheinbar endlosen Abwärtstaumel zu entkommen. Aber noch sind die entscheidenden Hürden nicht überwunden. Das wird jetzt also spannend!

Es war keine gewaltige Heraufstufung, aber in einem Abwärtstrend greifen die verbliebenen Bullen ja nach jedem Strohhalm: Die UBS stufte die Aktie des Medizintechnikunternehmens Sartorius von „Halten“ auf „Kaufen“ hoch und nahm das Kursziel immerhin um zehn Euro, von 400 auf 410 Euro, nach oben. Das folgte einem kräftigen Kursgewinn vom Freitag, als die Aktie mit einem Zugewinn von 7,42 Prozent endlich auch mal wieder oben in der DAX-Gewinnerliste auftauchte. Und eigentlich könnte es das Signal zum Aufbruch sein, denn:

Die Ende April vorgelegten Quartalsergebnisse waren ja tadellos. Umsatz und Gewinn waren in den ersten drei Monaten 2022 gegenüber dem Vorjahresquartal erheblich gestiegen. Und die Prognose wurde bestätigt, die mit einem Umsatzanstieg zwischen 15 und 19 Prozent und einer EBITDA-Marge von ca. 34 Prozent (2021: 27,4 Prozent) deutliche Gewinnsteigerungen avisiert. Während die Aktie zuletzt wie auf Schienen fiel. Was bedeutet:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Sartorius VZ Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Die zuvor massiv überbewertete Aktie, die 2021 zeitweise ein Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) weit über 100 erreichte, wäre, wenn die Gewinnerwartungen so auch eintreffen, mit einem KGV von derzeit 40 nicht nur fair, sondern günstig bewertet. Da fragt man sich schon: Worauf warten die Anleger, um hier zuzugreifen?

Aber es ist beileibe kein neues Phänomen, dass viele eine Aktie, bei der sie auf der Long-Seite auf die Nase gefallen sind, erst einmal nicht mehr anfassen mögen. Vor allem dann nicht, wenn eine Abwärtsbewegung so lange anhält, so weit führt und man dadurch mit Zukäufen in fallende Kurse hinein Verlust gemacht hat. Das müsste erst einmal eine klare Aufwärtswende her. Die „in Arbeit“ sein könnte. Aber da bleibt eben, noch, das Wort „könnte“.

Da die unternehmenseigene Gewinnprognose im Zuge der Bilanz-Vorlage seitens Sartorius unterfüttert wurde, indem man betonte, dass man erwartet, die höheren Kosten an die Kunden weitergeben zu können und in Sachen Energieversorgung imstande sei, auch schwierigere Situationen zu meistern, darf man zwar vermuten, dass der Knoten hier über kurz oder lang platzt. Aber es wäre riskant, da bereits auf Verdacht zuzugreifen, solange das Chartbild kein grünes Licht liefert. Denn bereits im März wäre die Überbewegung schon abgebaut gewesen, trotzdem wurde eine Erholung abverkauft und vergangene Woche mit 303,55 Euro ein neues Jahrestief markiert.

Worauf es jetzt ankommt, ist der Kreuzwiderstand im Bereich 345/360 Euro, bestehend aus den Tiefs vom März, der 20-Tage-Linie sowie der zu Jahresbeginn etablierten Abwärtstrendlinie. Über diese Zone muss die Aktie auf Schlusskursbasis hinaus, dann wäre die Chance da, eine größere Gegenbewegung zu schaffen und aus ihr dann im Idealfall eine Aufwärtswende zu kreieren. Da der Kurs am Montag in dieser Zone erst einmal auf Abgaben traf und dann zwar im Plus, aber klar unter Tageshoch schloss, bedeutet das für das bullische Lager: Jetzt müsste sofort nachgesetzt werden … denn wenn da jetzt kein Ausbruch nach oben erfolgt, dürften die Short-Seller sofort wieder aktiv werden.

Sartorius-Aktie: Chart vom 16.05.2022, Kurs 342,40 Euro, Kürzel SRT3 | Online Broker LYNX
Von fallenden Kursen profitieren

An der Börse geht es nicht immer nur aufwärts, oft gibt es auch Phasen mit fallenden Kursen und hoher Volatilität. Um auch auf eine negative Marktentwicklung zu spekulieren, können Sie mit einem Depot über LYNX Wertpapiere nicht nur kaufen, sondern auch short gehen. Jetzt informieren: Leerverkauf

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
Tageshoch
Tagestief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Heutigen Chart anzeigen

Alle Börsenblick-Artikel

Nachricht schicken an Ronald Gehrt
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Vorherige Analysen der Sartorius VZ Aktie

Die Sartorius Vorzugsaktie startete extrem schwach in die verkürzte Handelswoche, doch dann begannen die Trader zu kaufen. Das passierte über einer zentralen Unterstützungszone und bietet die Chance auf eine Aufwärtswende … wenn morgen nichts schiefgeht!

Denn morgen steht die Bilanz des ersten Quartals an. Die Zahlen müssen passen, damit die Trader den „Hammer“, den die Aktie am Dienstag ausgebildet hat, als Basis einer Aufwärtswende ansehen. Und nicht nur der Blick auf das erste Quartal ist entscheidend, sondern auch der Blick voraus. Wird das Labor- und Medizintechnikunternehmen die solide 2022er-Prognose beibehalten? Wenn ja, könnte es mit dem dramatischen Abgabedruck, den Sartorius Vz. seit Jahresanfang sah, vorbei sein.

Aus charttechnischer Sicht haben die Käufe in den schwachen Handelsstart hinein schon viel bewegt. Die Aktie sackte zum Handelsstart haltlos durch die aus dem ersten Halbjahr 2021 stammende Unterstützungszone 378/387 Euro, die Ende März zurückerobert wurde. Damit war der Weg an das bisherige Jahrestief bei 345,70 Euro frei, wo sich der Kurs im März tagelang aufhielt. Es hätte nicht viel gefehlt, um diesen Bereich am Dienstag zu erreichen und womöglich zu durchschlagen. Die Bären hätten freie Bahn gehabt. Dass es in dieser Situation gelang, die Kurve zu kriegen und wieder Tuchfühlung zum Bereich 378/387 Euro herzustellen, ist eine perfekte Vorlage für eine positive Reaktion auf die morgen erwarteten Bilanzdaten.

Expertenmeinung: Es ist zwar gut möglich, dass da einige äußerst „nickelig“ reagieren, wenn auch nur das Geringste bei diesem Zahlenwerk nicht optimal aussieht. Aber es ist die Frage, ob nicht diejenigen überwiegen, die erkennen, dass hier immerhin Wachstum avisiert wird. Und dass es eigentlich egal wäre, ob man die bisherige 2022er-Prognose von 15 – 19 Prozent Umsatzwachstum bei einer gegenüber 2021 stabilen, operativen EBITDA-Gewinnmarge von 34 Prozent einen Tick nach unten nehmen würde. Schließlich ist diese Aktie seit Jahresanfang um in der Spitze knapp 43 Prozent gefallen, während andere DAX-Aktien mit weitaus düsterer Gewinnperspektive deutlich besser gelaufen sind.

Gerade jetzt, nachdem Ende der Vorwoche die Abrechnung der Aktien-Optionen an der Terminbörse über die Bühne ging und die Bären damit auf der Short-Seite bei Sartorius fette Beute machen konnten, wäre es keine große Überraschung, wenn diese sich jetzt unter den besser gelaufenen Aktien neue Ziele suchen und Sartorius den Bullen überlassen würden. Aber wie gesagt: Diesen Bilanztermin am Donnerstag muss die Sartorius Vorzugsaktie erst einmal gut überstehen, dann könnte aus dem gestrigen Hoffnungsschimmer mehr werden.

Aus charttechnischer Sicht wäre ein Anstieg über die jetzt wieder knapp erreichte Zone 378/387 Euro schon mal ein guter Anfang. Aber erst nach Schlusskursen über dem März-Verlaufshoch bei 425,50 Euro stünde die Sache durch ein dann vollendetes Doppeltief wirklich auf stabilen Beinen. Wir dürfen auf morgen gespannt sein!

Chart vom 19.04.2022, Kurs 374,80 Euro, Kürzel SRT3 | Online Broker LYNX

Wenn man rational an die Sache herangehen würde: gar nicht. Die Labor- und Medizintechnik-Branche hat selbst in einem inflationären Umfeld mit wankendem Wirtschaftswachstum eine positive Perspektive. Auch, wenn das Wachstum in einer schwierigen Wirtschaftsentwicklung gebremst würde, ist hier mit deutlich weniger Druck zu rechnen als in konjunktursensiblen Branchen wie Automobil, Maschinenbau, Bau oder Konsumgüter. Und während Sartorius in seinem Ausblick auf 2022 ein Gewinnwachstum im Bereich von 15 bis 18 Prozent durchblicken ließ, nachdem der Gewinn bereits 2020 und 2021 kräftig zugelegt hatte, müsste den Anlegern klar sein, dass manch anderes DAX-Unternehmen 2022 weniger verdienen wird als im Vorjahr.

Zwar hatte die im DAX notierte Sartorius Vorzugsaktie zwischen Frühjahr 2020 und Herbst 2021 derart stark zugelegt, dass zeitweise ein irrational hohes Kurs/Gewinn-Verhältnis erreicht wurde, die Aktie also massiv überbewertet war. Und richtig ist auch, dass das fast niemanden interessiert, solange die Hausse noch intakt ist, aber dann auf einmal jeder an einer bereits viel niedrigeren Bewertung herummäkelt, kaum dass die Aktie fällt. Aber wenn man sich überlegt, dass der Kurs vom Rekordhoch bei 631,60 Euro in der Spitze um 45 Prozent gefallen ist, während zu erwarten ist, dass der Gewinn pro Aktie 2022 weiter zulegt, verringert sich das Kurs/Gewinn-Verhältnis rasant und von beiden Seiten: niedrigerer Kurs, höherer Gewinn. Und da stiegen Akteure am Freitag aus, als wäre diese Aktie das letzte, das man haben müsste?

Expertenmeinung: Das dürfte daran liegen, dass viele derzeit sehr kurzfristig und emotional agieren und dann auch auf einzelne Nachrichten mehr reagieren, als sie es normalerweise täten. Und in dieser Hinsicht hatte die Sartorius Vorzugsaktie das Pech, dass die jüngsten Kursziel- und Einstufungs-Anpassungen ausgerechnet am unteren Ende der Kursziel-Spanne, die derzeit zwischen 400 und 665 Euro liegt, lagen. So senkte die DZ Bank vergangenen Dienstag ihr Kursziel von 484,90 auf 421,90 Euro. Und am Freitag stufte die UBS Sartorius zwar von „Verkaufen“ auf „Halten“ hoch, blieb aber beim vorbestehenden Kursziel von nur 400 Euro. Zwar gab es keine neuen Nachrichten vom Unternehmen, die fürchten ließen, dass da noch mehr Kursziel-Senkungen folgen müssten, aber diese beiden niedrigen Zielmarken sind eben keine Motivation, ausgerechnet jetzt einzusteigen. Zumal die Charttechnik zum Wochenschluss auch nicht dazu einlud:

Chart vom 08.04.2022, Kurs 387,20 Euro, Kürzel SRT3 | Online Broker LYNX

Es gelang im März zwar, die Supportzone 381/387 Euro zurückzuerobern, aber dann kam die Aktie einfach nicht weiter voran. Sie fiel wieder zurück und trat in den vergangenen Tagen nur auf der Stelle – damit war sie anfällig für „bad news“, und seien es auch nur relativ niedrige, neue Kursziele/Einstufungen. Aber mit dieser grundsätzlich positiven Gewinnperspektive im Rücken ist die Chance gut, dass eine größere Aufwärtsbewegung dadurch nur aufgeschoben und nicht aufgehoben ist. Erst, wenn die Sartorius-Aktie nicht nur wieder die jetzt erneut getestete Zone 381/387 Euro, sondern auch das bisherige Jahres-Verlaufstief bei 346 Euro unterbieten würde, müsste man davon ausgehen, dass sich die Basis einer Aufwärtswende noch ein gutes Stück nach unten und auf der Zeitachse nach hinten verlagert.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Bis zum Beginn des neuen Jahres konnte sich die Aktie des deutschen Pharma- und Laborzulieferers positiv in Szene setzen. Die Sartorius-Aktie bestach bis zu diesem Zeitpunkt durch nachhaltige Kursanstiege, welche lediglich im Oktober 2021 in Gefahr waren.

Das erste Schwächesignal entstand im Dezember durch den Fehlausbruch über die Marke von 600 USD. Die Bullen waren nicht mehr bereit noch mehr für das Wertpapier zu bezahlen und so setzten erste heftigere Gewinnmitnahmen ein. Auch der erneute Versuch diese Marke mit Jahresbeginn zu brechen, scheiterte. Danach waren die Bären am Drücker. Zuerst wurde die mehrmonatige Aufwärtstrendlinie nach unten gebrochen und somit kam das Pivot-Tief von Oktober abermals ins Spiel. Doch der Verkaufsdruck war zu hoch und mittlerweile wurde auch dieser Boden gebrochen.




Expertenmeinung: Auch der Versuch die Ebene rund um die Marke von 483 EUR zurückzuerobern scheiterte. Seit Anfang Februar befindet sich die Aktie im freien Fall und der nächste Boden ist noch ein ganzes Stück weit entfernt.

Wir blicken hier auf das Tief von Juni des vorigen Jahres, welches bei 378 EUR gebildet wurde. Hier dürften die Bullen wieder aktiv werden, doch bis zu diesem Niveau sollte das fallende Messer wohl lieber nicht aufgefangen werden. Vorerst bleibe ich hier bei einer bärischen Bewertung, bis der Chart gegenteilige Signale liefert.

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 17.02.2022 Kurs: 411.90 Kürzel: SRT3 | Online Broker LYNX

Die Sartorius-Aktie war im Herbst 2021 völlig überbewertet. Solange der Aufwärtstrend hielt, kümmerte das kaum jemanden. Aber jetzt ist der Trend gebrochen … und die Aktie schon fast „billig“. Trotzdem sollte man nicht einfach sofort die Hand aufhalten, sondern …

… abwarten, bis das Chartbild eine Aufwärtswende ausweist. Denn auch jetzt interessiert viele die Bewertung wenig: Die kurzfristigen Trader wollen hier durch Leerverkäufe auf der Short-Seite etwas verdienen. Erst, wenn dieser Trading-Aspekt nicht mehr im Vordergrund steht, sprich die echten Investoren wieder das Ruder übernehmen und/oder wenn das Chartbild Short-Trades nicht mehr hergibt, hätte man hier eine Grundlage, bei der die Chancen die Risiken ausreichend deutlich überwiegen.

„Billig“ ist dabei zwar, was die Bewertung angeht, ein wenig hoch gegriffen. Aber die Ende Januar vorgelegten Zahlen für 2021, vor allem aber der Ausblick auf 2022, konnten sich sehen lassen. Denn der Laborausrüster hatte nicht nur 2021 einen Tick mehr verdient als die Analysten erwartet hatten … und das, nachdem Sartorius die Gewinnprognose 2021 gleich zweimal angehoben hatte. Nein, man avisierte für 2022 auch noch ein Umsatzplus zwischen 14 und 18 Prozent bei einer gegenüber 2021 gleichbleibend hohe EBITDA-Gewinnmarge von 34 Prozent, so dass der Umsatzanstieg voll auf den EBITDA-Gewinn durchschlagen würde.

Damit wäre für das laufende Jahr ein Gewinnanstieg möglich, der das Ende 2020 sogar absurde 100 betragende Kurs/Gewinn-Verhältnis der Aktie auf unter 45 drückt. Nicht gerade ein Schnäppchen zwar, aber diesem derzeitigen Wachstum allemal angemessen. Aber wie gesagt: Solange das Trading den Kurs dominiert, hält das die Bären nicht davon ab, weiter auf die Aktie zu drücken … der Chart liefert den Beleg dafür.

 

Expertenmeinung: Denn als Reaktion auf die vorgenannten Zahlen hatte die Aktie am 27. Januar zwar unmittelbar nachgegeben, die Verluste aber noch am selben Tag aufgeholt und in den Tagen danach kräftig zugelegt. Doch dann war in der Widerstandszone 484/502 Euro Schluss. Die Aktie fuhr sich dort fest und wurde daraufhin sofort nach unten abgewiesen. Und das so intensiv, dass am gestrigen Montag mit 401,30 Euro der tiefste Level seit beinahe acht Monaten erreicht wurde. Damit wird klar:

Momentan zählen die Perspektiven des Unternehmens weniger als die reine Charttechnik. Die Trader dominieren das Geschehen – und sie sind mit Masse Short. Somit muss man einkalkulieren, dass die Sartorius Vorzugsaktie auch die dadurch in Schlagdistanz geratene Supportzone 378/387 Euro testet und im Extremfall sogar bricht. Besser wäre es daher abzuwarten, bis sich die Anzeichen verdichten, dass der Druck der Leerverkäufer ein Ende hat. Das könnte sich durch eine eindrucksvolle Verteidigung dieser jetzt nahe gekommenen Unterstützungszone manifestieren. Aber bis dahin bliebe die Rückeroberung genau der Zone ein Signal für eine Wende, in der die Aktie gerade erst gescheitert ist:

Der Widerstandsbereich 484/502 Euro sowie die knapp darüber verlaufende 200-Tage-Linie bei 508 Euro. Gut möglich, dass sich in den kommenden Wochen auch auf tieferem Niveau eine klare Wende zeigt, aber bis dahin täte man besser daran, die Aktie in der Watchlist zu belassen.

Sartorius Vz: Chart vom 14.02.2022, Kurs 411,10 Euro, Kürzel SRT3 | Online Broker LYNX

Die 2021er-Bilanz nebst Ausblick auf 2022 bescherte der Aktie des Medizintechnik- und Pharmaindustrie-Ausrüsters Sartorius eine wahre Achterbahnfahrt. Doch nach einer Handelsspanne von elf Prozent im Tagesverlauf schloss sie kaum verändert. Wo klemmt es?

Wenn man rückblickend überlegt, dass den meisten Akteuren die Höhe der Bewertung und die Frage, ob sich Sartorius‘ rasantes Gewinnwachstum wirklich in diesem Tempo fortsetzten ließe, noch vor wenigen Wochen völlig egal war und man ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von knapp 100 schulterzuckend hinnahm, mutet es seltsam an, dass die Anleger auf einmal so pingelig sind. Aber das ist normal: Wenn eine Rallye erst einmal hinüber ist, die Kurse kräftig unter Druck stehen, wird lieber zweimal argwöhnisch beäugt, was man zuvor bedenkenlos zu 20 oder 30 Prozent höheren Kursen gekauft hat.

Und genau das war die Ausganssituation für die Sartorius Vorzugsaktie. Eine Toppbildung hatte sich zwar schon im Herbst abgezeichnet, aber erst mit dem Start ins neue Jahr kam der Kues richtig unter die Räder, brach den mittelfristigen Aufwärtstrend, die 200-Tage-Linie und ist derzeit daher auf mittelfristiger Ebene bärisch. Und in einer solchen Situation, eingebettet in einen nervösen Gesamtmarkt, ist gut auf einmal nicht mehr gut genug.

Denn gut waren Bilanz und Ausblick gleichermaßen. Mit einem Umsatz von +47,7 Prozent auf 3,455 Milliarden Euro, einem EBITDA von +69,7 Prozent auf 1,18 Milliarden Euro und einem Nettogewinn von +85 Prozent auf 553 Millionen lagen die Ergebnisse leicht über der durchschnittlichen Analystenerwartung, der Nettogewinn sogar deutlich. Darüber hinaus erwartet Sartorius für 2022 ein Umsatzplus von 14 – 18 Prozent (bisherige durchschnittliche Analystenerwartung +13,5 Prozent) und eine gleichbleibend hohe EBITDA-Gewinnmarge von 34 Prozent, so dass der Umsatzanstieg voll auf den EBITDA-Gewinn durchschlagen würde. Das ist angesichts des gewaltigen Wachstums der Vorjahre aller Ehren wert.

Expertenmeinung: Doch die Aktie spiegelte das nicht wider: Vorbörslich sauste der Kurs zwar bis 467 Euro nach oben, wurde aber zu Beginn des regulären Handels massiv verkauft und erreichte ein Tief bei 416,30 Euro. Diesen Abverkauf aufzuholen, dauerte den ganzen restlichen Handelstag – und am Ende stand ein mageres Plus von 0,81 Prozent zu Buche. Und das, obwohl die Aktie deutlich tiefer notiert als vor einem Monat und dieser 2022er-Ausblick beileibe nichts war, an dem man hätte herum mäkeln müssen.

Aber wenn ein zuvor von vielen als unerschütterlich angesehener Trend erst einmal gebrochen und eine Aktie wie Sartorius derart kräftig gefallen ist, sind die Akteure meist besonders zurückhaltend. Daher ist der Umstand, dass es gelang, die Aktie von ihrem zeitweiligen Minus von sechs Prozent wieder knapp ins Plus zu ziehen, noch keine Indikation dafür, dass der Weg nach oben wieder frei wäre.

Sie sehen im Chart, dass die Aktie zwar am 20.1. mit Schwung von unten an die mittelfristige Widerstandszone zwischen 483 und 509 Euro herangelaufen war, dort aber abgewiesen wurde und gestern auf neue Verlaufstiefs des Abwärtstrends rutschte. Solange diese Zone 483/509 Euro, die an ihrem oberen Ende von der 200-Tage-Linie definiert wird, nicht bezwungen wurde, wäre Sartorius nur ein, wenngleich spannender, Kandidat für die Watchlist!

Sartorius Vz.: Chart vom 27.01.2022, Kurs 446,50 Euro, Kürzel SRT3 | Online Broker LYNX