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Sartorius VZ Aktie Prognose Sartorius Vz.: Konnte man wirklich mehr erwarten?

News: Aktuelle Analyse der Sartorius VZ Aktie

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen der Sartorius VZ Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 17.03.2026 um 21:47 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Sartorius hielt gestern einen Kapitalmarkttag ab und veröffentlichte bei dieser Gelegenheit neue, mittelfristige Ziele. Das Resultat war ein Kursanstieg von knapp acht Prozent. Den Anlegern gefiel offenbar, was sie zu lesen bekamen … aber hält dieser Optimismus auch vor?

Das Labor- und Medizintechnikunternehmen Sartorius „schärft“ seine Strategie, wie man es in der Pressemitteilung zum Kapitalmarkttag formulierte. Man plant, seine führende Position in Wachstumsmärkten auszubauen. Und man hat sich zum Ziel gesetzt, beim Wachstum nachhaltig ein bis zwei Prozent stärker zu wachsen als der Markt. Das klingt gut, aber Formulierungen wie „Plan“ und „Ziel“ beinhalten letzten Endes das Risiko, dass Pläne über den Haufen geworfen und Ziele verfehlt werden können, wenn das Umfeld nicht mitspielt.

Zwar betont Sartorius, dass man selbst Hand angelegt hat und weiter anlegen wird, um das, was innerhalb des Konzerns für die Stärkung der Profitabilität machbar ist, auch umzusetzen. Aber trotz alledem muss die Nachfrage passen und der Euro nicht weiter so stark sein, dass er die Gewinne bei Umsätzen außerhalb der Eurozone deutlich unter Druck setzt. Beides hat Sartorius nicht in der Hand. Daher hätte man nicht unbedingt verdutzt sein müssen, hätten die Marktteilnehmer diese Unsicherheitsfaktoren in den Vordergrund gestellt und gestern nicht zugegriffen. Immerhin hofft die Branche seit Jahren darauf, dass die Nachfrage endlich Fahrt aufnimmt und dadurch Umsatz und Marge durchstarten. Bislang vergebens.

Und so ganz kurzfristig sieht das auch Sartorius nicht. Was die operative Marge angeht, rechnen die Analysten im laufenden Jahr nur mit einer kleinen Steigerung gegenüber den 29,7 Prozent, die 2025 erzielt wurden. Und beim Umsatzwachstum geht es 2026 vermutlich erst einmal um einen mittleren, einstelligen Prozentsatz.

Ab 2027 soll das aber anders werden, so die Ziele des Unternehmens. Zwischen acht und elf Prozent soll der Umsatz dann mittelfristig steigen, immer ein, zwei Prozent mehr als der entsprechende Markt. Und bei der operativen Marge plant Sartorius, diese jährlich um 0,50 bis 0,75 Prozent zu steigern. Was hieße: Kein rasantes Wachstum, aber ein konstantes. Falls das wirtschaftliche Umfeld mitspielt und sich Pläne und Ziele auch so umsetzen lassen.

Expertenmeinung: Das klingt trotzdem optimistisch, keine Frage. Aber da geht es andererseits nicht um Größenordnungen, die die bisherigen Erwartungen der Analysten und, vermutlich, auch der Anleger auf den Kopf stellen würden. Und dafür wirkt ein Kurssprung um fast acht Prozent schon eher ambitioniert. Was sich indes relativiert, wenn man sich das Chartbild ansieht.

Sartorius Vorzugsaktie: Chart vom 17.03.2026, Kurs 225,60 Euro, Kürzel: SRT3 | Online Broker LYNX
Sartorius Vorzugsaktie: Chart vom 17.03.2026, Kurs 225,60 Euro, Kürzel: SRT3 | Quelle: TWS

Denn trotz dieses Anstiegs hat sich die Aktie bislang nur in den Bereich der nächstliegenden Widerstandszone aus 20-Tage- und 200-Tage-Linie vorgearbeitet. Weitere Charthürden warten bei 240 und 245 Euro, bevor der Januar-Abwärtstrend überboten wäre. Und die Dimension dieses Anstiegs kann durchaus durch einige ihre Leerverkäufe eindeckende Short-Seller intensiviert worden sein, denen diese neuen Ziele gut genug erschienen, um die Aktie erst einmal von ihrer Short-Liste zu streichen.

Es erscheint aus Sicht des Dienstags-Schlusskurses offen genug, ob diese Reaktion auf die neuen mittelfristigen Ziele Anschlusskäufe hervorbringt, um hier nicht über die Long-Seite nachzudenken, bevor der Chart mit einem Ausbruch über die Abwärtstrendlinie zusätzlich Rückenwind liefert. Genug, um vermuten zu dürfen, dass der Optimismus, der gestern aufgeflackert ist, gekommen ist, um zu bleiben.

Quellen:
Informationen vom Kapitalmarkttag 2026, 17.03.2026:
https://www.sartorius.com/en/company-de/newsroom-de/corporate-news-de/sartorius-schaerft-strategie-mit-fokus-auf-biopharma-und-setzt-neue-mittelfristige-wachstumsziele-1807000#clickedSearchResult=search-result-1807000&clickedSearchResultOffset=373

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 03.02.2026 um 19:55 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Laut der am Dienstag vorgelegten, vorläufigen Ergebnisse hat Sartorius 2025 die eigenen Ziele erreicht und avisiert für 2026 moderates, weiteres Wachstum. Gut, aber kein Grund, einzusteigen, schien es, als die Aktie daraufhin abrutschte. Aber dann kam der Turnaround.

Wer bei dieser 2025er-Bilanz auf eine Gewinndynamik hoffte, wie man sie bei Sartorius sowie der gesamten Medizintechnik-Branche bis 2022 erlebt hatte, wurde mit dem, was das Unternehmen am Dienstagmorgen als vorläufige Zahlen auf den Tisch legte, natürlich enttäuscht. Aber realistisch gesehen hätte das auch niemand ernsthaft erhoffen können, auch nicht in Bezug auf den Ausblick auf das Jahr 2026. Das, was Sartorius da präsentierte, lag „nur“ im Rahmen der eigenen Prognose ebenso wie im Bereich der Analystenschätzungen.

Der Umsatz stieg de facto um 4,7 Prozent, um Währungsnachteile bereinigt wurden daraus 7,6 Prozent. Sartorius selbst hatte um die sieben Prozent Anstieg angepeilt, das passte also. Der operative Gewinn, gerechnet vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), stieg um 11,2 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro. Damit wurde die Zielmarke des Analysten-Konsens genau getroffen. Die um Sonderfaktoren bereinigte EBITDA-Gewinnmarge wurde von 28,0 Prozent im Vorjahr auf 29,7 Prozent verbessert. Damit kam man leicht über das eigene Ziel und die Analysten-Durchschnittsprognose. Nur der Nettogewinn kam leicht unter der Prognose der Analysten herein. Dort wurden im Schnitt 4,83 Euro Gewinn pro Aktie gesehen, es wurden 4,79 Euro.

Was den Blick voraus angeht, kalkuliert der Medizintechnik-Spezialist für 2026 mit einem Umsatzanstieg von vier bis acht Prozent (ohne den Zukauf der Mattek Corp.). Was die EBITDA-Gewinnmarge angeht, will man sich erneut leicht auf etwas über 30 Prozent verbessern.

Das ist alles andere als rasant, was das Wachstum 2025 angeht, ebenso in Bezug auf das, was für 2026 ins Auge gefasst wird. Aber das konnte niemanden überraschen. Ein gutes Argument dafür, die Aktie auf diese Zahlen hin zu verkaufen, war das also nicht. Trotzdem passierte zunächst genau das. Warum?

Expertenmeinung: Ein Argument könnte gewesen sein, dass Sartorius zwar betonte, dass sich die Nachfrage in allen Geschäftsbereichen verbessert hat, aber eine weiterhin auffällige Zurückhaltung bei den Investitionen seitens der Kunden zu beobachten war. Was bedeutet, dass eine Flut an Großaufträgen, wie man sie vor allem nach der Corona-Lockdown-Phase sah, so schnell nicht wiederkommen könnte.

Ein weiterer Punkt, den man hier auch nach dem immensen Abstieg der Aktie von ihrem 2021 bei 631,60 Euro markierten Rekordhoch anbringen könnte, ist die Bewertung: Die Sartorius Vorzugsaktie war damals, 2021, mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von bis zu 125 absurd überbewertet, aber sie ist heute trotz des erheblich tieferen Kursniveaus mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von derzeit um die 40 für die durchschnittliche 2026er-Gewinnschätzung der Analysten immer noch nicht „billig“. Ein solches KGV um 40 wäre fair, wenn man für die kommenden zwei, drei Jahre ein jährliches Wachstum beim Unternehmensgewinn von um die 20 Prozent erwarten könnte. Wer da am Dienstagmorgen ausstieg, zweifelt daran. Aber der Chart zeigt: Andere sahen das unübersehbar positiver.

Sartorius Vorzugsaktie: Chart vom 03.02.2026, Kurs 252,90 Euro, Kürzel: SRT3 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Sartorius Vz.: Chart vom 03.02.2026, Kurs 252,90 Euro, Kürzel: SRT3 | Quelle: TWS

Die Aktie drehte knapp über der wichtigen 200-Tage-Linie und der August-Aufwärtstrendlinie nach oben und entwickelte bis zum Handelsende eine beeindruckende Dynamik. Damit ist zwar noch kein erneutes, kurzfristig bullisches Signal entstanden, aber der Aufwärtstrend der vergangenen Monate hielt den Verkäufen der Skeptiker stand. Das ist schon mal gut.

Um nach dieser erfolgreichen Defensiv-Aktion mit gelungenem Ausfall den Weg für weitere Kursgewinne freizubekommen, müsste die Aktie das letzte Zwischenhoch bei 267,70 Euro überbieten, dann wäre das nächste Kursziel schon das 2025er-Verlaufshoch bei 292. Dass das kurzfristig erreicht wird, ist alles andere als eine ausgemachte Sache, auch nach diesem beeindruckenden Aufwärts-Turnaround nicht. Aber dass da einige am Markt unterwegs sind, die den Willen haben, genau das zu schaffen, wurde gestern klar erkennbar.

Quellenangaben: Vorläufiges Ergebnis des Geschäftsjahres 2025:
https://www.sartorius.com/en/company-de/newsroom-de/corporate-news-de/vorlaeufige-geschaeftszahlen-geschaeftsjahr-2025-sartorius-ag-1793938#clickedSearchResult=search-result-1793938&clickedSearchResultOffset=271

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bullisch
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Bullisch
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der deutsche Pharma- und Laborzulieferer zeigt sich derzeit in einer technisch gefestigten Verfassung. Nach einer längeren Konsolidierungsphase hat die Sartorius-Aktie zuletzt wieder an Dynamik gewonnen. Der Bruch der Widerstandszone bei rund 226 EUR lieferte ein technisches Kaufsignal.

Aktuell steht mit dem Mai-Hoch bei knapp unter 240 EUR die nächste charttechnische Hürde im Fokus. Sollte ein Ausbruch darüber gelingen, könnte dies den Weg für eine mögliche Jahresendrallye ebnen. Der Trend scheint aufwärtsgerichtet zu bleiben – höhere Hochs und höhere Tiefs bestätigen die bullische Struktur. Zudem zeigt die Aktie im Vergleich zum DAX zuletzt Relative Stärke, was auf zunehmendes institutionelles Interesse hindeuten könnte.

Expertenmeinung: Entscheidend ist nun, ob der Bereich um 240 EUR nachhaltig überwunden werden kann. Ein Ausbruch darüber würde weiteres Aufwärtspotenzial freisetzen – das nächste Ziel läge dann beim Jahreshoch um 292 EUR.

Auf der Unterseite dient derzeit die 20-Tage-Linie als Unterstützung. Erst ein Rückfall unter 222 EUR würde das kurzfristig positive Bild deutlich eintrüben. Solange sich die Aktie über dieser Marke hält, bleibt der Trend intakt.

Aussicht: BULLISCH

Sartorius Aktie: Chart vom 21.10.2025, Kurs: 239.10 EUR, Kürzel: SRT | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Sartorius Aktie: Chart vom 21.10.2025, Kurs: 239.10 EUR, Kürzel: SRT | Quelle: TWS
Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der Medizintechnik-Spezialist Sartorius legte am Donnerstag sein Ergebnis für die ersten neun Monate vor, die Aktie reagierte mit einem Anstieg um 7,63 Prozent. Das ist gut, aber es ist noch kein Durchbruch. Weder bei der Bilanz noch bei der Aktie. Zumindest noch nicht.

2023 dachten sehr viele Analysten und Anleger, dass die nach dem Post-Corona-Bestell-Boom in ein Loch gefallenen Umsätze schon sehr bald sehr deutlich wieder anziehen würden. Aber man wartete und wartete … und es ging einfach nicht voran. Der wichtige Markt China kam einfach nicht in Fahrt. Und Anfang 2025 kam noch die weltweite Verunsicherung durch Donald Trumps Zollpolitik hinzu. Die Sartorius-Aktie ging zwar bereits im Sommer 2024 in eine Bodenbildung über. Aber die hat sie noch nicht beendet, auch mit dem gestrigen Plus nicht. Und für eine echte, große Aufwärtswende mit mittelfristiger Relevanz waren die vorgelegten Zahlen auch nicht durchschlagend genug.

Sartorius meldete für die ersten drei Quartale einen Umsatzanstieg von 7,5 Prozent, das war aber eine um die Veränderungen der Wechselkurse bereinigte Größe. Rein nominal in Euro ging es um 5,5 Prozent nach oben. Das ist gut, aber es ist nicht der große Ruck, auf den man hier hoffen müsste.

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in den ersten drei Quartalen um 12,8 Prozent, die EBITDA-Gewinnmarge verbesserte sich in diesem Zeitraum von 27,1 auf 29,3 Prozent.

Das war gut genug, um den Gesamtjahres-Ausblick anzupassen, aber nicht gerade nennenswert. Für den Umsatz sieht man bei Sartorius jetzt +7 Prozent, zuvor hatte man +6 Prozent +/- 2 Prozent avisiert. Für die EBITDA-Gewinnmarge lautet die Prognose nunmehr auf knapp über 29,5 Prozent, bislang hatte man 29 bis 30 Prozent angepeilt.

Expertenmeinung: Das ist definitiv alles erfreulich. Aber es ist kein „Game Changer“. Man kann erkennen, dass sich das Geschäft wieder belebt. Aber es ist offen, ob sich die Rahmenbedingungen dergestalt entwickeln, dass diese Belebung nachhaltig sein kann. Und es ist noch nicht abzusehen, ob sich dieses lange erwartete Wachstum beschleunigen könnte oder ob es ein zäher Weg voran sein wird. Und diese Ungewissheit spiegelt sich durchaus im Chartbild wider.

Denn es fällt auf, dass die Aktie am nächstgelegenen Widerstand, dem Mai-Hoch bei 239,40 Euro, Abgabedruck sah. Der Kurs schloss dadurch sogar unterhalb des Eröffnungskurses, weil die Aktie am Morgen als Reaktion auf die Zahlen gleich mit einer Aufwärts-Kurslücke gestartet war. Würde dieser Widerstand bezwungen, wäre grundsätzlich Spielraum bis an die nächste, markante Widerstandszone in der Region 293/304 Euro. Aber dass einigen bereits ein Kurs um 240 Euro als so viel des Guten erschien, dass sie in den Kurssprung hinein verkauften, zeigt, dass man den Ausbruch nach oben noch nicht als ausgemachte Sache einstufen kann.

Sartorius Vorzugsaktie: Chart vom 16.10.2025, Kurs 228,60 Euro, Kürzel: SRT3 | Online Broker LYNX
Sartorius Vorzugsaktie: Chart vom 16.10.2025, Kurs 228,60 Euro, Kürzel: SRT3 | Quelle: TWS

Dass die SartoriusVorzugsaktie jetzt leicht über der übergeordneten, Ende 2021 etablierten Abwärtstrendlinie und zugleich über der 200-Tage-Linie notiert, ist ein leichter Vorteil für die Bullen. Aber es müssten weitere, überzeugende Ergebnisse in den kommenden Quartalen kommen, um genug Anleger davon zu überzeugen, dass es ab jetzt konstant und hinreichend zügig genug wieder aufwärtsgeht, um hier in größerem Umfang investiert sein zu können. Sartorius hat, ebenso wie die Aktie, einen vermutlich noch recht langen Weg zu gehen. Gut ist, dass diese Bilanz den Eindruck vermittelt, dass man immerhin mittlerweile unterwegs ist!

Quellen:
Ergebnis des 3. Quartals, 16.10.2025:
https://www.sartorius.com/en/company-de/newsroom-de/corporate-news-de/2025-nine-month-results-sartorius-group-de-1753966#clickedSearchResult=search-result-1753966&clickedSearchResultOffset=373

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
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Am Montag wird die Sartorius-Vorzugsaktie den DAX verlassen und in den MDAX absteigen, im TecDAX wird sie unverändert notiert sein. Im Vorfeld dieses Abstiegs kommt auf einmal Leben in die Aktie … könnte dieser „Umzug“ womöglich helfen, die Wende zu schaffen?

Das Umfeld ist weiterhin ein schwieriges für den Labor- und Medizintechnikspezialisten, keine Frage. Auch wenn die US-Zölle nicht allzu schwer wiegen, ist die Nachfrage insgesamt doch schon deutlich länger mager, als man das nach der Corona-Phase gedacht hatte. Andererseits ist die Aktie auch schon deutlich länger und weiter gefallen, als sich das die meisten Anleger hätten träumen lassen. Und sie ist bei Weitem nicht mehr so teuer bewertet wie 2021/2022. Was auch die Analysten so sehen.

Denn während die Marktteilnehmer weiterhin großenteils einen Bogen um diese seit Sommer 2024 zwar hochvolatile, aber auf mittelfristiger Ebene trotzdem trendlose Aktie machen, ist man bei den Experten einigermaßen optimistisch. 16 Analysten sehen hier eine Kaufgelegenheit, drei raten zu „Halten“, nur einer sagt „Untergewichten“. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 259 Euro. Und die Aktie weit darunter. Könnte der Umzug „in eine kleinere Wohnung“, sprich in den in Bezug auf die Marktkapitalisierung der Index-Unternehmen kleineren MDAX helfen, der Aktie neues Leben einzuhauchen?

Sartorius Vz.: Chart vom 18.09.2025, Kurs 205,90 Euro, Kürzel: SRT3 | Online Broker LYNX
Sartorius Vz.: Chart vom 18.09.2025, Kurs 205,90 Euro, Kürzel: SRT3 | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Eine zwingende Logik hierfür gäbe es zumindest nicht. Zwar wäre Sartorius dann relativ gesehen nicht mehr ein Zwerg unter Riesen, sondern ein Riese unter Zwergen. Aber da der MDAX von internationalen Investoren im Gegensatz zum DAX kaum „gesehen“ wird, wird das der Aktie aus dieser Warte heraus nichts nützen. Eine Aufwärtswende, beginnend mit einem klaren, glaubwürdigen Ausbruch aus der derzeitigen Seitwärtsspanne, müsste da eher aus eigenem Antrieb heraus gelingen, idealerweise begleitet von ermutigenden Zahlen zum bald endenden dritten Quartal.

Dass die Sartorius-Aktie am Donnerstag auffallend zulegte, mag zwar mit Umschichtungen durch Fonds aufgrund des Indexwechsels zu tun gehabt haben, aber wir sehen im Chart, dass sich der Kurs nicht nahe des Tageshochs hat halten können. Überzeugend war das noch nicht. Die Widerstandszone um 200 Euro ist zwar trotzdem überboten und der höchste Schlusskurs seit Mitte Juli erreicht worden. Aber die deutlich wichtigere Charthürde wäre die 200-Tage-Linie, im Chart dick schwarz hervorgehoben. Dort wurde die Aktie im Mai und erneut, sogar ohne unmittelbaren „Kontakt“, im Juli nach unten abgewiesen.

Erst, wenn diese aktuell bei 218,90 Euro verlaufende Linie auch noch überboten wurde, wäre das ein charttechnisches Signal, dem man seine Aufmerksamkeit schenken könnte. Und erst, wenn das auch noch von besseren Zahlen, insbesondere beim Auftragseingang und der Marge, begleitet würde, könnte man diesem Braten wirklich trauen. Für mich weiterhin „nur“ auf der Watchlist … aber dort immerhin weit oben.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.