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Amazon.com Inc.: Historische Analysen der letzten 6 Monate

Aktien-Portrait und Kursentwicklung: Amazon
Datum

Titel

Analysis

Amazon ist der weltweit führende Online-Versandhändler. Das Unternehmen, das im Jahr 1995 als Online-Buchhandel gegründet wurde, bietet heute in mehr als 150 Ländern eine breit gefächerte Produktpalette, die nahezu alle Konsumgüter abdeckt.

Über die integrierte Verkaufsplattform Marketplace können auch Drittanbieter z.B. Privatpersonen oder gewerbliche Verkäufer neue oder gebrauchte Produkte anbieten.

Ein eigenes Ökosystem

Die Angebote von Amazon gehen aber bekanntermaßen weit über eine Plattform für den Versandhandel hinaus. Amazon will zu einem Vollausstatter für das gesamte Leben werden und steht bei einer ganzen Reihe von Zukunftstechnologien und Wachstumsmärkten an der Spitze.

Die Strategie hatte ich in der letzten Analyse ausführlich beschrieben: Es geht vor allem um Kundenbindung.

Amazon ist ein eigenes Ökosystem geworden und nutzt ein Kunde erst ein Angebot, ist es sehr wahrscheinlich, dass er bald auch weitere Services in Anspruch nimmt. Die Bindung und Verflechtung nimmt weiter zu und am Ende kauft man fast alles bei Amazon.

Hochprofitabel, jawoll

Vor allem der Cloud-Bereich spült Unsummen in die Kassen. Amazon Web Services wächst in einem atemberaubenden Tempo und ist hochprofitabel.
Im zurückliegenden Quartal ist der Umsatz um 48,9% auf 6,11 Mrd. USD gestiegen. Das entspricht etwas mehr als dem Zehntel des Konzernumsatzes.
Das operative Ergebnis lag bei 1,64 Mrd. USD, was etwa der Hälfte des Konzerngewinns entspricht.

Der ausgewiesene Gewinn ist aber ohnehin kein guter Maßstab für die Profitabilität von Amazon. Der operative Cashflow lag in den zurückliegenden Jahren durchweg bei einem Vielfachen. Auch der freie Cashflow hat den vordergründigen Gewinn zuletzt auch mal gerne um den Faktor 10 überstiegen.

Die nächste Wachstumsmaschine ist gefunden

Selbst ohne diese Tatsachen wäre der Gewinn kein guter Maßstab. Das Unternehmen reinvestiert schlichtweg den Großteil der Mittel und das nicht ohne Erfolg. Denn dadurch werden echte Werte geschaffen, von Logistikzentren bis hin zu Alexa, Kindle und eben auch AWS.

Der Umsatz ist in den letzten zehn Jahren nicht ohne Grund von 19,2 auf 177,9 Mrd. USD gestiegen. Was die Kritiker von Amazon dabei übersehen:
Wenn das Unternehmen tatsächlich keinen Gewinn machen würde, wie könnte man in über die Jahre Dutzende Milliarden investieren, ohne ständig Schulden zu machen?

Die wichtigste Entwicklung bei Amazon scheinen die meisten Marktteilnehmer allerdings zu übersehen. Amazon untergräbt inzwischen das Geschäftsmodell von Google, Facebook & Co mit Werbeanzeigen.
Immer mehr Kunden überspringen die Suchmaschinen und führen die Suche nach Artikeln und dem besten Preis direkt bei Amazon durch.
Der Bereich Advertising wächst daher mit atemberaubendem Tempo und ist bereits zu einem riesigen Thema geworden. Im zurückliegenden Quartal ist der Umsatz um 129% auf 2,2 Mrd. USD gestiegen. Der Gewinn im Advertising wird in der Bilanz bisher nicht ausgewiesen, dürfte aber enorm sein. Selbst der Umsatz läuft bisher nur unter „other revenue“.
Das dürfte sich bald ändern, denn Amazon wird in Kürze zum drittgrößten Verkäufer von Online-Werbeanzeigen weltweit aufsteigen – direkt hinter Google und Facebook!

Obwohl auch AWS weiterhin hochprofitabel und mit mehr als 40% p.a. wachsen dürfte, könnte Advertising ab 2021 oder 2022 bereits einen höheren Umsatz und Gewinn, als der Cloud-Bereich erwirtschaften.

Amazon scheint mit normalen Maßstäben nicht messbar zu sein.

Wie kann man Amazon bewerten?

Taucht man jedoch etwas tiefer in die Zahlen ein und vergleicht diese mit dem Kursverlauf über die Jahre, kommt man zu einem erstaunlichen Ergebnis.

Amazon bewegt sich seit mehr als einem Jahrzehnt nahezu durchweg im Gleichklang mit Rohertrag und operativem Cashflow. Durch die entsprechenden Multiplikatoren lässt sich dadurch eine Handelsspanne der Aktie vorhersagen, Ausreißer erfolgen nahezu ausschließlich auf der Oberseite.

Für 2018 lag die prognostizierte Spanne zwischen 1.000 und 1.700 USD. Die Unterseite wurde Anfang des Jahres noch touchiert, bei 1.350 USD hatte ich Amazon noch einmal zum Kauf empfohlen („Amazon: Wo würde ich wieder kaufen?“) und in der letzten Analyse noch die psychologisch bedeutenden 2.000 USD in Aussicht gestellt.

Doch viel interessanter dürfte wohl die erwartete Handelsspanne im kommenden Jahr sein. Diese liegt bei 1.320 bis 2.250 USD. Käufe in der unteren Hälfte haben sich in der Vergangenheit als erfolgreich und besonders Renditestark herausgestellt. Für 2019 wären also bereits Kurse unter 1.785 USD aussichtsreich.

Charttechnik und Setups

Erfreulicherweise ist die Aktie durch den jüngsten Rücksetzer wieder in diese Zone eingetaucht, wenn auch nur minimal.
Unterhalb von 1.760 USD besteht nun aber die Chance auf weitere Verluste in Richtung 1.700 und darunter in den Bereich zwischen 1.600 und 1.630 USD. Hier würden sich antizyklische Käufe anbieten.

Für langfristige Investoren gilt wie immer: Je tiefer desto besser. Fällt die Aktie unter 1.600 USD, wären sogar Kursverluste bis 1.500 und 1.350 USD denkbar. Hier wäre das Chance-Risiko-Verhältnis äußerst attraktiv.

Gelingt hingegen eine direkte Rückkehr über 1.760 USD, haben die Bären ihre Chance vertan. Sollte sich der Markt stabilisieren oder der gerade bekannt gewordene Cloud-Großauftrag durch Symantec und SAP die Aktie beflügeln, wäre das durchaus möglich.

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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Und wieder hat es die Aktie des Online-Versandhändlers Amazon geschafft, den Aufwärtstrend ein weiteres Mal zu bestätigen. Die mögliche Kaufgelegenheit bei Kursschwäche in Richtung des steigenden 50-Tage-Durchschnitts, haben wir in unserer letzten Analyse erörtert. Nahezu punktgenau konnten die Kurse am Indikator wieder die Richtung wechseln und die Bullen griffen erneut bereitwillig zu. Dieses Szenario konnten wir in den letzten Monaten bereits Ende April, als auch Ende Juli beobachten. Der Ausbruch aus der Zwischenkorrektur gelang zur Mitte der Woche und jetzt befindet sich die Aktie auf dem Weg zu neuen Allzeithochs. Die Rallye setzt sich also unvermindert fort.

Expertenmeinung: Wohin könnte die Reise bis Ende des Jahres noch gehen? Bei Betrachtung des längerfristigen Trendkanals nach oben, wäre durchaus noch Potenzial auf bis zu 2.200 USD in diesem Jahr gegeben. Nach unten hin ist darauf zu achten, dass das zuletzt gebildete Pivot-Tief bei 1865 USD nicht mehr gebrochen wird. Dies wäre ein klares Anzeichen für das Ende des intakten Aufwärtstrends. Alles oberhalb dieser Marke sieht äußerst bullisch aus. Viele Gründe also, um unsere bullische Haltung auf die Aktie beizubehalten.

Aussicht: BULLISCH

Amazon Chart vom 27.09.2018 mit Kurs: 2012.98 Kürzel: AMZN

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Im gestrigen Handel musste die Aktie des Online-Versandhändlers Amazon teils mit starken Kursverlusten kämpfen. Dabei verlor der Titel bis zum Handelsende über drei Prozent an Wert und im nachbörslichen Handel wurde sogar die psychologisch wichtige Marke bei 1900 USD nach unten gebrochen. Einige Anleger stellen sich jetzt die Frage, ob dies das Ende der Aufwärtsbewegung darstellen könnte. Immerhin war vorige Woche beim Bounce vom 20-Tage-Durchschnitt ein klares Kaufsignal erkennbar, welches jetzt deutlich negiert wurde. Dennoch ist noch nicht alles entschieden, denn nach wie vor befindet sich der mittelfristige Trendindikator, die 50-Tage-Linie, in einer Steigphase und die Kurse bewegen sich weiterhin oberhalb des gleitenden Durchschnitts. Der Trend bleibt somit vorerst in einer bullischen Gesamtphase.

Expertenmeinung: Auch unsere Aussicht bleibt unverändert bullisch. Zwischenkorrekturen und kleine Verschnaufpausen sind das Salz in der Suppe bei einem intakten Aufwärtstrend und so könnte die jüngste Abwärtsbewegung eine willkommene Kaufgelegenheit darstellen. Dennoch muss abgewartet werden, ob die Käufer hier vermehrt aktiv werden. Wichtig wäre vor allem auch, dass das Pivot-Tief des Monates August bei 1855 USD nicht nach unten gebrochen wird. Alles oberhalb dieser Marke sieht nach wie vor konstruktiv aus. Die kommenden Tage werden äußerst spannend.

Aussicht: BULLISCH

Amazon Chart vom 17.09.2018 Kurs: 1908.03 Kürzel: AMZN

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Punktgenau am Höchststand der Aktie bei knapp 2.050 USD haben wir vor einer möglichen Zwischenkorrektur bei Amazon gewarnt und Anlegern dazu geraten, vorerst Kasse zu machen. Der Chart läuft auch weiterhin derart perfekt nach Regieplan, dass die Aktie den technischen Anweisungen nahezu wie ein Uhrwerk folgt. Zwischenzeitlich haben die Kurse wie erwartet doch deutlich nachgegeben und testen geraden den steigenden 20-Tage-Durchschnitt. Dies ist meist die erste Anspielstation einer Konsolidierungsphase, doch es bleibt abzuwarten, ob es nicht vielleicht doch noch eine Etage tiefer geht. Auch die 50-Tage-Linie könnte hier noch zum Handkuss kommen und als mögliche Unterstützung im Aufwärtstrend getestet werden. Diese befindet sich derzeit bei 1.860 USD – Tendenz steigend.

Expertenmeinung: Wir bleiben zwar weiterhin bullisch auf die Aktie, sehen aber kurzfristig gesehen noch keinen Grund, hier aktiv zu werden. Erste Kaufsignale würden sich bilden, wenn die Kurse über das Hoch der letzten beiden Tag gehen und darüber schließen würden. Dann wäre die Korrektur wohl mit hoher Wahrscheinlichkeit abgeschlossen. Denkbar ist aber auch ein kurzfristiger Ausflug in Richtung der Zone zwischen 1.860 und 1.900 USD, wo sich der 50-Tage-Durchschnitt in den kommenden Tagen einfinden wird. Danach würde ein Einstieg umso interessanter werden.

Aussicht: BULLISCH

20180911-amazon-diese-korrektur-war-perfekt-getimt-warten-sie-noch-mit-zukaeufen

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Mit dem gestrigen Kursanstieg der Aktie des Online-Versandhändlers Amazon hat das Unternehmen erstmals in dessen Geschichte eine Marktkapitalisierung von mehr als einer Billion US-Dollar erreicht. Interessant ist vor allem die Tatsache, dass der Technologiekonzern Apple vor rund fünf Wochen ebenfalls diese magische Marke brechen konnte. Das Vertrauen der Anleger in den Konzern ist weiterhin hoch und mittlerweile ist Amazon kein reiner Versandhändler mehr. Das Unternehmen ist in vielen Bereichen breit aufgestellt und dies macht ein Investment in die Aktie, wie einige Analysten meinen, nachhaltig interessant. Weiterhin befindet sich das Papier in einem soliden und starken Aufwärtstrend. Unsere Kursziele aus den letzten Analysen wurden auch schon längst erreicht.

Expertenmeinung: Wir bleiben zwar mittelfristig bullisch auf die Aktie, doch kurzfristig raten wir einige Gewinne ins Trockene zu bringen und Kasse zu machen. Der Grund ist vor allem der überaus hohe Abstand der Kurse zur 50-Tage-Linie. Dies macht die Aktie aktuell anfällig für scharfe Zwischenkorrekturen. Ein kurzfristiger Rückschlag auf bis zu 1.900 USD würde uns daher nicht wundern. Danach könnten jedoch neue Einstiege wieder überaus interessant werden.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 04.09.2018 mit Kurs: 2039.51 Kürzel: AMZN

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: In unserer letzten Analyse auf den Online-Versandhändler Amazon haben wir die Bullenflagge knapp unter der Marke von 1900 USD in Augenschein genommen. Der Ausbruch aus selbiger Formation bescherte der Aktie im Laufe der vorigen Woche wieder frische Kaufsignale und unser Kursziel in Richtung der psychologisch wichtigen Marke bei 2000 USD wurde nunmehr nahezu erreicht. Hier läuft weiterhin alles nach Regieplan und die Bullen haben der Zepter fest in der Hand. Die wichtigen gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 zeigen seit Monaten bereits nachhaltig nach oben und unterstreichen die positiven Tendenzen. Weiterhin befindet sich das Papier in einem Aufwärtstrend.

Expertenmeinung: Schritt für Schritt kämpft sich die Aktie immer weiter ihren Weg nach oben. Der Anstieg sieht überhaupt nicht überhitzt aus und das, obwohl die Kurse seit April bereits mehr als 40 Prozent an Wert zulegen konnten.  Weiterhin zeigt sich, dass ein einmal begonnener Trend nicht so rasch beendet wird und die gute alte Börsenweisheit „The trend is your friend“ zeigt wieder einmal ihre Wirkung. Wer die Bullenflagge Mitte August für Einstiege genutzt hat, könnte in aktuellen Bereich erste Gewinne mitnehmen. Für Neueinstiege ist der Kurs in den letzten Tagen schon etwas zu weit gelaufen. Hier muss auf eine erneute Zwischenkonsolidierung gewartet werden.

Aussicht: BULLISCH

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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Seit April haben wir die Aktie des Versandhändlers Amazon immer wieder mit positiven Aussichten begleitet und die Bullen haben uns niemals enttäuscht. Im mittelfristigen Chartbild ist weiterhin eine konstante Entwicklung von höheren Hochs und höheren Tiefs erkennbar. Jede kleinere Zwischenkorrektur wurde von den Bullen bereitwillig für Zukäufe genutzt und damit bleibt der Aufwärtstrend der letzten Monate auch weiterhin erhalten. Die jüngst veröffentlichten Quartalsergebnisse haben zwischenzeitlich zu leichten Gewinnmitnahmen geführt, doch auch dieser Abschlag wurde bereitwillig für Einstiege genutzt.

Expertenmeinung: Alles in allem bleiben die positiven Tendenzen der Aktie erhalten und ein Ende der Rallye ist nicht in Sicht. Auch die wichtigen gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 bewegen sich konstant in Richtung Norden und es ist anzunehmen, dass sich die Kurse schon bald der psychologisch wichtigen Marke bei 2.000 USD nähern werden. Erst wenn ein altes Pivot-Tief gebrochen werden würde, wäre der Aufwärtstrend vorbei. Dazu müsste die Aktie aktuell unter das Niveau von 1739 USD fallen. Bis dahin ist jedoch noch genügen Platz vorhanden. Wir bleiben weiter bullisch auf Amazon.

Aussicht: BULLISCH

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Amazon ist der weltweit führende Online-Versandhändler. Das Unternehmen, das im Jahr 1995 als Online-Buchhandel gegründet wurde, bietet heute in mehr als 150 Ländern eine breit gefächerte Produktpalette, die nahezu alle Konsumgüter abdeckt.

Über die integrierte Verkaufsplattform Marketplace können auch Drittanbieter z.B. Privatpersonen oder gewerbliche Verkäufer neue oder gebrauchte Produkte anbieten.

Disruptiv ist noch untertrieben

In Wirklichkeit reicht die Strategie von Amazon jedoch viel weiter. Das Unternehmen entwickelt sich konsequent zu einem Vollausstatter für das gesamte Leben. Eine Branche nach der anderen wird disruptiv unter Druck gesetzt und dem Konzern einverleibt.

Amazon steht an der Spitze der Smart-Home-Entwicklungen, das Kindle ist zum Standard geworden, man ist Marktführer im Cloud-Sektor. Prime Video, Musikstreaming, Amazon Basics, Pantry, Alexa, Echo, FireTv – Amazon hat ein Ökosystem für das gesamte Leben geschaffen und alles ist vernetzt.
Die Kundenzufriedenheit ist entscheidend und außerordentlich hoch, nutzt ein Kunde erst einen Service, ist es sehr wahrscheinlich, dass es bald mehrere sind. Auch Produktsuche und der Preisvergleich verlagert sich immer mehr von Google und anderen Plattformen zu Amazon.

Wie sehen die Quartalszahlen aus?

Im Hintergrund ist so viel in Bewegung, selbst die Auflistung der Quartalshighlights in der Pressemitteilung ist mehrere Seiten lang. Bricht man es auf die Zahlen herunter, sieht es wie folgt aus:

Der Umsatz ist auf Jahressicht um 39% auf 52,9 Mrd. USD gestiegen, lag aber unter den Erwartungen von 53,4 Mrd. USD.

Der Gewinn legte von 0,40 auf 5,07 USD je Aktie zu und pulverisierte die Prognosen von 2,50 USD regelrecht.

Fehlende Profitabilität ein Märchen

Doch warum sprudeln die Gewinne plötzlich? Die Bruttomarge von Amazon ist in den zurückliegenden Quartalen von 30 auf 40% gestiegen. Gemeinhin wird dem Versandhändler eine fehlende Profitabilität vorgeworfen, doch nichts könnte weiter von der Realität entfernt sein.

Nehmen wir zum Vergleich einige der größten Einzelhändler der USA. Die Bruttomarge von WalMart liegt bei 25%, Target kommt auf 24% und Costco auf 13%.
Festhalten: In Wirklichkeit hat Amazon seinen Rohertrag im ersten und zweiten Quartal jeweils um einen höheren Dollarbetrag gesteigert, als die fünf größten US-Einzelhändler zusammen.

Diese Mittel wurden in der Vergangenheit aber umgehend reinvestiert. Amazon hat weltweit riesige Logistikzentren und Serverfarmen errichtet. Produkte wie Alexa, Echo, Kindle, FireTv, Prime Video usw wurden aus dem Boden gestampft. Inzwischen hat man in zahlreichen Segmenten die Marktführerschaft erkämpft. Das hat Geld gekostet. Jetzt soll Geld verdient werden.

Das Cloud-Geschäft AWS wächst weiterhin stark. Der Umsatz kletterte um 49% auf 6,1 Mrd. USD. Die hochprofitable Sparte ist inzwischen also für mehr als ein Zehntel der Konzerneinnahmen verantwortlich. Das operative Ergebnis legte stark überproportional um 79% auf 1,64 Mrd. USD zu.

Das hat kaum jemand auf dem Schirm

Zuvor hatte ich auch bereits angesprochen, dass sich die Suche nach Artikeln und den besten Preisen immer stärker von den Suchmaschinen direkt auf die Amazon-Plattform verlagert.
Sind Sie selbst Nutzer, kennen Sie dieses Phänomen vielleicht. Steuern Sie manchmal direkt amazon.de an, um ein Produkt zu suchen und überspringen die Suchmaschinen?

Dementsprechend schalten auch immer mehr Händler Werbung direkt auf der Seite. In der Bilanz läuft Advertising bisher noch unter „other revenue“, doch es ist bereits zu einem riesigen Thema geworden.

In diesem Quartal wurde durch Ads ein Umsatz von 2,2 Mrd. USD erzielt, ein Plus von 129% zum Vorjahr. Die Ergebnisse des Segments werden nicht gesondert ausgewiesen, die Vermutung liegt aber nahe, dass der Bereich ebenfalls hochprofitabel ist.
Man sollte diesen Punkt nicht unterschätzen, denn Unternehmen wie Google und Facebook finanzieren sich fast ausschließlich durch Werbeeinnahmen.

Branchenkenner erwarten, dass Amazon binnen weniger Jahre zum drittgrößten digitalen Anzeigenverkäufer nach Google und Facebook aufsteigen wird.

Auch diese Aktie folgt nur Zahlen

Amazon ist meiner Ansicht nach eines der besten Unternehmen weltweit. Ich habe diese Haltung bereits in mehreren Artikeln und Webinaren zum Ausdruck gebracht. Dennoch gilt auch hier: Keine Aktie ist unendlich viel Wert.

Im letzten Artikel stellte ich daher die Frage: „Wo würde ich wieder kaufen?“

Die Antwort lautete wie folgt: „Im Zuge des jüngsten Rücksetzers, wurde bereits […] die erste Kaufzone bei 1.430 USD erreicht. […] würde ich gerne zwischen 1.300 und 1.350 USD weiter aufstocken.“

Die Aktie von Amazon hat nach der Analyse exakt bis 1.350 USD zurückgesetzt und kannte anschließend nur noch eine Richtung. Aktuell notiert der Wert bei 1.880 USD.

Doch wie bin ich zu diesem Schluss gekommen?

Da Amazon kaum einen Gewinn meldet, sondern nahezu alle Mittel reinvestiert, muss die Bewertung im Verhältnis zu anderen Faktoren erfolgen. Taucht man etwas in die Zahlen ein und vergleicht diese mit dem Aktienkurs, kommt man zu einem erstaunlichen Ergebnis.

Amazon bewegt sich seit mehr als einem Jahrzehnt im Gleichklang mit dem Rohertrag und dem operativen Cashflow. Auf Basis dieser Zahlen ergab sich für dieses Jahr eine „normale“ Handelsspanne von 1.000 bis 1.700 USD.
In diesem Bewertungskorridor bewegt sich die Aktie historisch. Große Ausreiser sind eher selten und erfolgen fast ausschließlich zur Oberseite. Ein Kauf in der unteren Hälfte der Spanne hat sich als erfolgreiche Strategie erwiesen. Wie auch Anfang dieses Jahres.

Aktuelle Bewertung

Seit der letzten Analyse wurden Zahlen für das erste und zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres vorgelegt. Diese lagen über den Erwartungen und dementsprechend ändert sich das Ergebnis der zuvor angestellten Rechnung. Das obere Ende der nach meinen Modellen „normalen“ Handelsspanne liegt inzwischen bei 1.785 USD.

Vielleicht ist an dieser Stelle aber auch ein Ausblick für 2019 angebracht. Können alle Prognosen erfüllt werden, liegt die „normale“ Handelsspanne zwischen 1.350 und 2.250 USD.

Um einen Kauf aus fundamentaler Sicht zu begründen, muss man also schon auf die Zahlen für das nächste Jahr zurückgreifen. Das Chance-Risiko-Verhältnis ist aktuell also nicht unbedingt optimal.

Charttechnischer Ausblick

Die Aktie ist übergeordnet klar bullisch und der Weg des geringsten Widerstands scheint weiterhin aufwärtsgerichtet zu sein.
Oberhalb von 1.850 USD kommt es zu einem Kaufsignal mit einem möglichen Kursziel nahe der psychologisch bedeutenden Marke bei 2.000 USD.

Grundsätzlich würde der Aktie aber auch eine Korrektur guttun. Unterhalb von 1.800 USD wäre Platz bis 1.750 USD und darunter bis zum Unterstützungsband zwischen 1.600 und 1.650 USD. Hier könnte man durchaus wieder über strategische Zukäufe nachdenken.

20180727-amazon-das-hat-kaum-jemand-auf-dem-schirm

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Heute nach Börsenschluss ist es wieder so weit. Der Online-Versandhändler Amazon wird seine Ergebnisse zum abgelaufenen Quartal präsentieren. Ein äußerst wichtiger Tag für den weiteren Kursverlauf, zumal der Konzern auch einen Ausblick für die zweite Jahreshälfte präsentieren wird. Erwartet wird ein Gewinn je Aktie in der Höhe von 2.49 USD bei einem Umsatz von 53,46 Mrd. USD. Die Flüsterschätzungen liegen jedoch schon deutlich höher. Es wird insgeheim gemunkelt, dass der Konzern einen Gewinn je Aktie von 2.67 USD präsentiert. Alles darunter wäre wohl eine Enttäuschung für die Marktteilnehmer und somit ist die Latte derzeit hoch angelegt. Es bleibt abzuwarten, ob Amazon erneut den Erwartungen gerecht werden kann.

Expertenmeinung: Wir bleiben zwar weiterhin bullisch auf die Aktie, mahnen aber im Vorfeld zur Vorsicht. Anhand der Kursreaktionen von Netflix oder auch Facebook ist erkennbar, dass enttäuschende Quartalsergebnisse zu einem herben Abschlag nach unten führen können. Amazon hat in den letzten Monaten bereits ordentlich Gas gegeben und im aktuellen Kursverlauf stecken bereits jede Menge positiver Erwartungen. Es wird also äußerst schwer werden, diese noch zu toppen. Selbst wenn wir morgen ein Gap nach oben sehen sollten, gehen wir kurzfristig eher davon aus, dass dieses in erster Linie zu Gewinnmitnahmen führen dürfte. Danach erst könnte sich der Weg  möglicherweise fortsetzen.

Aussicht: BULLISCH

20180726-kann-amazon-den-erwartungen-gerecht-werden

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Aktie des Online-Versandhändlers Amazon konnte auch in den letzten Wochen die beeindruckende Rallye der letzten Monate fortsetzen. Unsere positiven Erwartungen für die Aktie wurden komplett erfüllt, die Aktie zeigt weiterhin unglaubliche Stärke und die Serie von höheren Hochs und höheren Tiefs setzt sich weiter fort. Auch die wichtigen gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 zeigen seit April nachhaltig nach oben und unterstreichen das vorhandene positive Momentum. Lediglich der Abstand der Kurse zum 50-Tage-Durchschnitt zeigt, dass sich die Aktie mittlerweile in einer leicht überkauften Gesamtsituation befindet. Der Trend bleibt bullisch.

Expertenmeinung: Die gestern nach Börsenschluss von Netflix bekannt gegebenen Zahlen könnten Amazon in den kommenden Tagen etwas belasten. Nachdem sich das Unternehmen mit seinen Dienstleistungen ebenfalls im Online-Streaming-Segment befindet und hier die hohen Wachstumsraten vorerst vorbei sein dürften, könnte dies einige Marktteilnehmer dazu veranlassen, womöglich ein paar Gewinne mitzunehmen. Spannend wird es für Aktionäre dann im Laufe der nächsten Woche. Am 26. Juli wird das Unternehmen seine Ergebnisse zum abgelaufenen Quartal präsentieren.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 16.07.2018 mit Kurs: 1822.49 Kürzel: AMZN

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Erneut waren es positive Quartalsergebnisse, welche die Aktie des Online-Versandhändlers Amazon weiter nach oben beförderten. Nach dem Gap von Ende April konsolidierten die Kurse für einige Wochen, um schlussendlich Ende Mai aus der Formation nach oben auszubrechen. Die Situation glich dem Breakout von Anfang Januar. Seither haben die Bullen das Zepter übernommen und es vergeht nahezu kein Tag, an dem die Aktie kein neues Allzeithoch produzierten kann. Die Frage stellt sich, wohin die Reise noch gehen kann. Derzeit zeigen auch die wichtigen gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 munter weiter nach oben und unterstreichen somit die positive Gesamtsituation im Wertpapier.

Expertenmeinung: Die letzte Kursrallye, welche in Form einer Einbahnstraße verlief, bildete sich im Januar dieses Jahres. Nach dem Kaufsignal konnte Amazon satte 300 USD an Wert zulegen. Wenn wir diese Spanne vom jüngsten Breakout-Punkt bei 1.600 USD hinzuaddieren, wäre ein technisches Kursziel im Bereich von 1.900 USD anzusetzen. Bei der aktuell positiven Stimmung würde es uns nicht wundern, wenn diese Marke im Juli erreicht werden würde. Unsere Aussicht auf die Amazon Aktie bleibt weiterhin bullisch.

Aussicht: BULLISCH

20180621-amazon-mit-kursziel-1-900-usd-da-ist-noch-platz-nach-oben

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der Monat Mai hätte für die Aktionäre des Online-Versandhändlers Amazon kaum spannender laufen können. Nachdem die Kurse durch positive Quartalsergebnisse zuletzt Ende April wieder deutlich an Wert zulegen konnten, zog sich die Seitwärtsbewegung rund um die Marke von 1.600 US-Dollar über mehrere Wochen hin. Die Frage war, ob die neu gebildete Formation nach oben, oder eher nach unten gebrochen werden würde. Die Antwort hierauf haben wir jetzt erhalten. Die Bullen sorgten für frische Kaufsignale und erneut kann der Titel neue Allzeithochs generieren. Die Rallye in der Amazon Aktie geht somit unvermindert weiter und die positiven Tendenzen setzen sich weiter fort.

Expertenmeinung: Wir haben unsere positiven Aussichten auf das Papier zuletzt des Öfteren bekräftigt. Der Ausbruch und vor allem auch die Folgebewegung nach oben kam somit wenig überraschend. Aus technischer Sicht läuft weiterhin alles nach Regieplan und weitere Zugewinne sind somit äußerst wahrscheinlich. Nach unten hin ist jetzt vor allem darauf zu achten, dass die Kurse nicht mehr unter das Niveau von 1.550 US-Dollar fallen. Alles darüber bleibt eindeutig bullischer Natur. Wir bleiben vorerst weiter positiv gestimmt und sehen ein Kursziel im Bereich von 1.700 bis 1.800 US-Dollar in den kommenden Wochen.

Aussicht: BULLISCH

20180506-amazon-der-hoehenflug-geht-unvermindert-weiter

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Seit Bekanntgabe der Quartalsergebnisse hat sich die Aktie des Online-Versandhändlers Amazon kaum bewegt. Die Kurse befinden sich seit Wochen in einer regelrechten Starre und bilden aktuell ein symmetrisches Dreieck. Der Ausbruch aus der Formation steht unmittelbar bevor und dürfte neues Momentum in das Kursgeschehen bringen. Das bisherige Allzeithoch befindet sich bei 1638 US-Dollar und ist die einzig verbliebene Hürde im Chartverlauf der Aktie. Nach unten hin hat sich ein solider Boden im Bereich von 1.550 US-Dollar gebildet. Die wichtigen gleitenden Durchschnitte zeigen aktuell nach oben und signalisieren positives Momentum.

Expertenmeinung: Die Vorzeichen stehen gut und die Wahrscheinlichkeit ist recht hoch, dass die Aktie noch im Laufe der Woche das eingezeichnete Dreieck nach oben brechen könnte. Dies würde neue Kaufsignale mit sich bringen. Ein Anstieg in Richtung 1.700 oder gar 1.800 US-Dollar wäre in Folge keine allzu große Überraschung. Dementsprechend belassen wir derzeit unsere Aussichten auf die Aktie auf der positiven Seite. Erst Schlusskurse unter dem Niveau von 1.550 US-Dollar würden das Gesamtbild wieder deutlich eintrüben.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 23.05.2018 mit Kurs: 1601.86 Kürzel: AMZN

Das wirkt seltsam: amazon.com notiert zwar nahe seines bei 1.638 US-Dollar unmittelbar nach der Präsentation der Bilanz des ersten Quartals erzielten Verlaufsrekords. Aber es geht irgendwie nichts voran und nichts zurück. Es wirkt, als wären der Aktie zwar die Käufer ausgegangen, zugleich wolle aber niemand aussteigen. Beides ist kein Wunder. Und beides ist nicht ganz ungefährlich, denn das macht diese Aktie unberechenbar und schwierig zu traden. Es geht derzeit nicht höher, weil offenbar alle Versuche, höher zu laufen, derzeit auf Gewinnmitnahmen treffen. Nicht zu Unrecht, weil amazon.com zwar für das erste Quartal einen weit über den Prognosen liegenden Gewinn ausweisen konnte. Aber da ist amazon.com noch nie berechenbar gewesen. Man wusste vorher: Wenn man die Investitionen nur ein wenig zurückfährt oder einfach ein Quartal zwischen zwei größeren Investitionsphasen erwischt wird, kann der Online-Händler grandiose Gewinne ausweisen. In einem Quartal, indem wiederum viel Geld in die Hand genommen wird, kann es aber auch jederzeit wieder einen Verlust geben. Und amazon.com nimmt da auf irgendwelche Begehrlichkeiten oder Erwartungen der Anleger grundsätzlich keine Rücksicht. So betrachtet erfolgte hier eine Rallye auf ein Ergebnis hin, das sich vielleicht wiederholt, aber eben nur vielleicht.

Expertenmeinung: Und wenn man sich ansieht, dass es gerade einmal ein halbes Jahr her ist, dass diese Aktie um die 1.000 US-Dollar-Marke mäanderte, mag manch einer den Level um 1.600 US-Dollar zu Recht als gutes Niveau für Gewinnmitnahmen sehen. Auf der anderen Seite kommt nicht allzu viel Material auf den Markt, weil die Anleger in den vergangenen Jahren die Erfahrung gemacht haben, dass diese Aktie immer irgendwie einen neuen Schub nach oben macht. Da will man dabei bleiben, solange keine klar negativen Signale im Chart auftauchen. Aber wo wäre das der Fall? Das ist das Problem: Der Kursverlauf ist wenig strukturiert. Unter jeder kurzfristigen Unterstützung wartet bald darauf die nächste. Sogar, wenn die Aktie die November-Aufwärtstrendlinie bei 1.440 US-Dollar durchschlagen würde, würden sich bereits bei 1.415 und 1.353 US-Dollar die nächsten potenziellen Unterstützungen finden. Auch ein Grund, warum sich bärische Trader hier nicht herantrauen. Aber wenn es hier in Zukunft zu Enttäuschungen kommen sollte, kann gerade das dazu führen, dass alle zugleich aus einem zu engen Notausgang hinaus wollen. Daher sollte man, sofern man hier Long ist und bleiben möchte, immer im Hinterkopf behalten, dass gerade hier, bei dieser so „unfallbar“ wirkenden Aktie, ein konsequenter Stop Loss absolut erforderlich ist.

Chart vom 11.05.2018, Kurs 1.602,91 US-Dollar, Kürzel AMZN

Noch sollte man die Bullen hier nicht abschreiben, das sei vorausgeschickt. Richtig ist, dass amazon.com am Donnerstagabend im Rahmen der Bilanz des ersten Quartals moderat über den Prognosen liegende Umsätze meldete, aber einen ganz gewaltig über den Analystenschätzungen liegenden Gewinn pro Aktie. Daraufhin startete die Aktie umgehend im nachbörslichen Handel des Donnerstags durch und hielt das immense Plus bis zum Handelsstart des Freitags durch. Aber eben nur bis dahin. In der Spitze hatte amazon.com 120 US-Dollar Plus zu bieten, einen Anstieg von 7,9 Prozent auf 1.638 US-Dollar und damit auf ein neues Rekordhoch. Am Ende des Handels jedoch blieb davon mit +3,6 Prozent oder knapp 55 US-Dollar nur noch knapp die Hälfte übrig. Eine lange rote Kerze steht damit im Raum. Und dass nicht wenige Marktteilnehmer diesen Luftsprung der Aktie zum Anlass nehmen, hier Kasse zu machen, wundert nicht einmal. Denn die Analysten hatten hier, nachdem sie in vergangenen Quartalen bisweilen dramatisch danebenlagen, offenbar ganz bewusst tiefgestapelt. Immerhin lag deren durchschnittliche Gewinnschätzung von 1,26 US-Dollar pro Aktie sogar deutlich unter dem Gewinn pro Aktie des 1. Quartals 2017 (1,48 US-Dollar), obwohl klar war, dass der Online-Händler seither gewaltig gewachsen war und zu dem höheren Gewinnpotenzial auch noch der Effekt der US-Steuerreform kommen würde. So gesehen waren die 3,27 US-Dollar pro Aktie, die das Unternehmen den Anlegern präsentierte, so beeindruckend gar nicht. Und dann begannen wohl einige zu rechnen:

Expertenmeinung: Selbst, wenn amazon.com diesen Gewinn über das Gesamtjahr durchhalten könnte und damit 13 US-Dollar verdienen würde, würde das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV), gerechnet vom am Freitag erreichten Rekordhoch, bei über 120 liegen. Was man rechtfertigen könnte, wenn sich der Gewinn weiter rapide steigern ließe, sich z.B. in den kommenden drei, vier Jahren vervierfachen würde, so dass man dann mit einem KGV von 30 eine für moderate Gewinnsteigerungen angemessene Bewertung erreichen würde. Aber wird amazon.com wirklich imstande sein, in ein paar Jahren 50 und mehr US-Dollar pro Aktie jährlich zu verdienen? Nicht wenige bezweifelten das offenbar und nahmen umgehend Gewinne mit. Aber wie gesagt: Noch ist die Messe für die Bullen nicht gelesen, auch, wenn diese rote Kerze auf Rekordniveau ernüchternd wirkt. Als die Ergebnisse des vierten Quartals Anfang Februar präsentiert wurden, gab es ebenfalls eine lange rote Kerze, Gewinnmitnahmen als Reaktion auf ein neues Rekordhoch. Dann folgte damals die scharfe Korrektur des Gesamtmarkts, danach aber eine erneute Rallye der Aktie, die sie weit höher trug als auf den Level, den sie als erste Reaktion auf das damalige Ergebnis erreicht hatte. Und immerhin ist es gelungen, das letzte Zwischenhoch, das der Kurs am 19. April bei 1.568 US-Dollar ausgebildet hatte, zu halten. Kritisch würde es erst, wenn amazon.com die am Freitag entstandene Kurslücke komplett schließen, an und unter den Schlusskurs des Donnerstags bei 1.518 US-Dollar fallen würde. Das verheißt einen spannenden Wochenstart!

Chart vom 27.04.2018, Kurs 1.572,62 US-Dollar, Kürzel AMZN

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Wie bereits in unserer letzten Analyse auf den Online-Versandhändler Amazon von Mitte April erwähnt, stellte die Marke bei rund 1460 USD ein wichtiges Niveau im Chart dar. Mit dem Durchbruch im Laufe der Woche konnten die Bullen wieder neue Kaufsignale erzwingen. Diese führten die Kurse um fast 100 USD innerhalb wenigere Tage nach oben. Somit befindet sich die Aktie mittlerweile nur noch knapp unter dem bisherigen Allzeithoch. Die Stimmung bei den Bullen ist gut und die Rückeroberung der gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 war ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Der Trend bleibt vorerst neutral.

Expertenmeinung: Grundsätzlich gehen wir in den kommenden Tagen und Wochen wieder von steigenden Kursnotierungen aus und heben somit unsere Aussicht von neutral auf bullisch an. Dennoch gibt es in der kommenden Woche ein nicht zu unterschätzendes Ereignis, welches das Chartbild drastisch verändern könnte. Am Donnerstag den 26. April nach Börsenschluss wird Amazon seine Quartalsergebnisse präsentieren. Analysten erwarten einen Gewinn in Höhe von 1.25 USD je Aktie. Die Flüsterschätzungen liegen derzeit bei 1.32 USD je Aktie. Der Umsatz soll sagenhafte 50.15 Milliarden USD betragen. Aktionäre sollten sich diesen Termin unbedingt notieren.

Aussicht: BULLISCH

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Aktie des Online-Versandhändlers Amazon hat sich mittlerweile dem Druck der Wall Street gebeugt. Erstmals seit über einem halben Jahr zeigt das Papier nachhaltige Schwäche. So wurden mittlerweile sowohl das Pivot-Tief von März, als auch die beiden wichtigen gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 nach unten gebrochen. Hier konsolidieren die Kurse seit geraumer Zeit in einer Handelsspanne zwischen 1350 und 1460 USD. Interessant wird der bevorstehende Ausbruch aus dieser Konsolidierungsformation. Dieser dürfte ein entsprechendes Kauf- bzw. Verkaufssignal in die entsprechende Richtung mit sich bringen.

Expertenmeinung: Der Aufwärtstrend ist dahin und in welche Richtung die Aktie ausbrechen wird, ist im Vorhinein absolut nicht erkennbar. Fakt ist, dass ein Breakout nach oben wieder frische Kaufsignale mit sich bringen dürfte. Möglicherweise wäre das sogar eine gute Gelegenheit, um sich wieder mit Long-Positionen einzudecken. Anders würde es natürlich aussehen, wenn die Schwäche der Aktie weiter anhalten und die Unterstützung bei 1350 USD nach unten gebrochen werden würde. Das könnte Amazon weiter unter Druck bringen. Wir bleiben vorerst neutral und warten auf weitere Signale. Der Monat April könnte kaum spannender sein.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 09.04.2018 mit Kurs: 1406.08 Kürzel: AMZN

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