So handeln Sie die Volatilität erfolgreich mit Optionen | Online Broker LYNX

In unserem Artikel „Werden Sie mithilfe der Volatilität zum Profi-Trader“ haben wir Ihnen erklärt, wie wichtig die Volatilität im Börsenhandel und ganz besonders im Optionshandel ist. Die Volatilität ist für den unerfahrenen Trader ein Synonym für „Angst“. Für den erfahrenen Anleger ist sie vor allem eine wichtige mathematische Kennzahl, die in Trade-Entscheidungen mitberücksichtigt werden sollte und die Gewinnchancen kreiert.

In diesem Artikel gehen wir einen Schritt weiter und erklären Ihnen, wie Sie die Volatilität selbst handeln können.

„Was ist nochmal die (implizite) Volatilität?“ Unsere Erklärung

Die implizite Volatilität ist einfach die erwartete Schwankungsintensität von Aktienkursen bzw. das Ausmaß von Preisänderungen. Ob es sich um eine Aktie, einen Index, Ihr Haus oder einen Liter Benzin handelt, Volatilität finden Sie überall. Wenn zum Beispiel bei einer Tankstelle ein Liter Benzin an einem Tag 1,90 Euro kostet, am nächsten Tag 1,92 Euro und am nächsten Tag 1,89 Euro, und bei einer anderen Tankstelle der Liter Benzin über diese drei Tage zwischen 1,80 Euro und 2,05 Euro schwankt, ist der Liter Benzin an der 2. Tankstelle volatiler als an der ersten. Gleiches gilt für zwei Aktien. Eine Aktie mit stark variierenden Kursschwankungen ist volatiler als eine Aktie mit geringeren Schwankungen.

Die Volatilität wird in Prozent ausgedrückt, um die Vergleichbarkeit zwischen 2 Werten sicherzustellen. Eine Aktie, die 10 Euro kostet und sich um 1 Euro nach oben und unten bewegt, schwankt um 10%, während eine Aktie, die 1.000 Euro kostet und sich um 1 Euro nach oben und unten bewegt, nur um 0,1% schwankt. Obwohl sich beide Aktien um 1 Euro bewegen, ist die 10-Euro Aktie deutlich volatiler.

Die Volatilität ist also nicht besonders schwer zu verstehen: Es handelt sich lediglich um eine Metrik, die die Kursänderungen einer Aktie oder eines beliebigen Basiswertes angibt.

Für Optionshändler ist das Verständnis von Volatilität ein Schlüssel zum Erfolg. Wenn alle anderen Parameter gleich sind, ist der Wert einer Option höher, wenn die Volatilität höher ist, und niedriger, wenn die Volatilität niedriger ist. Dies kann Anlegern helfen, die passende Optionen-Strategie zu wählen. Credit Spreads und leerverkaufte Optionen sind zum Beispiel geeignet, wenn die Volatilität hoch ist, und Debit Spreads und gekaufte Optionen kommen in Betracht, wenn die Volatilität niedriger ist.

Die Volatilität einer Aktie kann „rückwärts“ ermittelt werden (historische Volatilität), wenn vergangene Aktienkurse zur Berechnung der Schwankungen verwendet werden. Die Volatilität einer Aktie kann zukunftsgerichtet sein (implizite Volatilität), wenn Optionspreise verwendet werden, um abzuschätzen, wie stark sich diese Aktie in Zukunft nach oben oder unten bewegen könnte. Im Optionshandel allgemein und in diesem Artikel interessieren wir uns ausschließlich für die implizite Volatilität.

Der VIX Index: Die Referenz zur Messung der Markt-Volatilität

Der „CBOE Volatility Index“ (VIX) ist einer der beliebtesten und bekanntesten Maßstäbe für die Volatilität. Der Index wird als Metrik für die Volatilität des ganzen Marktes verwendet. Der VIX wird aus den Optionspreisen des S&P 500 Index (US Ticker: SPX) berechnet. Dabei werden Optionen mit einer durchschnittlichen Laufzeit von 30 Tagen in die Kalkulation einbezogen.

Im Wesentlichen ist der VIX ein Durchschnitt von Preisen von SPX Calls und Puts.

Wenn die Preise für SPX Optionen aufgrund der Handelsaktivität und der Markterwartungen hinsichtlich potenzieller Preisänderungen im SPX nach oben und unten gedrückt werden, bewegt sich der VIX dementsprechend. Es sind also die Optionen auf den S&P 500, die den VIX bestimmen.

Der VIX Index selbst lässt sich allerdings nicht direkt handeln. Mit Optionen auf den VIX oder auf Derivate vom VIX können Sie aber trotzdem die Volatilität problemlos handeln.

VIX Optionen

Das Verfallsdatum von VIX Optionen liegt in der Regel an einem Mittwoch oder einem Freitag. Der letzte Handelstag ist der Tag unmittelbar davor (also typischerweise der Dienstag). VIX Optionen sind europäischer Art, d.h. sie können nur am Verfallstag ausgeübt werden. Die Ausübung der Optionen erfolgt durch einen sogenannten Barausgleich: Sie erhalten den Index nicht in Ihr Depot gebucht, sondern ein Geldbetrag wird je nach Ergebnis der angewandten Strategie gutgeschrieben oder abgezogen.

Sie können mit VIX Optionen jede beliebige Optionsstrategie wie mit einer ganz normalen Aktie umsetzen. Sie können sogar komplexe Strategien wie einen Butterfly handeln. Ein Beispiel dafür finden Sie in unserem Artikel: Butterfly auf den VIX

Der VVIX

Genauso wie der S&P 500 einen Volatilitätswert aufweist, der durch den VIX gemessen wird, weist der VIX ebenfalls eine Volatilität auf. Denn der VIX schwankt auch! Die Volatilität des VIX wird durch den VVIX gemessen: Der „VIX des VIX“. Der Wert des VVIX kann einem Trader helfen, um seine Optionsstrategie auf den VIX zu bestimmen, genauso wie der VIX eine Entscheidungshilfe für eine Optionsstrategie auf den S&P 500 sein kann.

Volatilitäts-ETFs

Nachdem die Barclays Bank am 14. März 2022 bekannt gab, dass die Veräußerung von weiteren Anteilen des VXX eingestellt wurde, bleiben hauptsächlich 2 ETFs, die den kurzfristigen Verlauf des VIX widerspiegeln, wenn auch nicht ganz akkurat:

  • Der UVXY: Gehebelter ETF (ProShares Ultra VIX Short-Term Futures ETF). Eine Anlage in den UVXY strebt eine tägliche Rendite an, die der 1,5-fachen Wertentwicklung des VIX Index für einen einzelnen Tag entspricht.
  • Der SVXY: Ein ETF (ProShares Short VIX Short-Term Futures ETF), der auf eine fallende Volatilität setzt. Eine Anlage in den SVXY strebt eine tägliche Rendite an, die der Hälfte der umgekehrten Wertentwicklung des VIX Index für einen einzelnen Tag entspricht. Wenn der VIX also steigt, fällt der SVXY, und umgekehrt.

Seit März 2022 sind in der Landschaft der Volatilitäts-Basiswerte zudem zwei weitere ETFs zu finden: der UVIX und der SVIX. Der UVIX soll sich schätzungsweise wie der ehemalige VXX mit einem 2-fachen Hebel entwickeln und demnach gehebelt die kurzfristige Entwicklung des VIX annäherungsweise widerspiegeln. Der SVIX soll 1 zu 1 die umgekehrte Wertentwicklung des VIX abbilden. Der SVIX ist dementsprechend mit dem SVXY vergleichbar, jedoch mit einem größeren Hebel.

Diese Basiswerte lassen sich in Deutschland aufgrund von europäischen Regularien von Privatanlegern nicht direkt handeln. Der Umweg mit Optionen erlaubt Ihnen aber, auf diese Werte mit ausgefeilten Strategien zu spekulieren.

2 einfache Optionsstrategien auf den UVXY

Vor allem der UVXY und der SVXY sind mit Optionen gut handelbar. Mittlerweile finden Sie Optionen auf diese Basiswerte mit Verfallsdaten an jedem Freitag. Beide Werte weisen eine gute Liquidität auf. Das Handelsvolumen ist wichtig: Je höher dieses Volumen, desto besser die Handelbarkeit der Optionen und desto besser die Spanne zwischen Geld- und Briefkurs.

Durch seine besondere mathematische Konstruktion, die von der sogenannten Terminkurve des VIX abhängig ist, tendiert der UVXY dazu, in einem dauerhaften Abwärtstrend gefangen zu sein. In Zeiten hoher Volatilität und wenn die Märkte stark fallen, kann der UVXY jedoch explosionsartige Kurssprünge aufweisen. Der UVXY stieg beispielweise während der Corona-Krise zwischen dem 20. Februar 2020 und dem 18. März 2020 um rund 1.100%! Diese Kurssprünge sind aber in der Regel kurzfristiger Natur und der UVXY nimmt seinen Abwärtstrend, selbst in den schwersten Börsenzeiten, relativ schnell wieder auf.

Ein Anleger, der mit angemessener Investitionsgröße und mit einer Strategie mit begrenztem Risiko auf einen fallenden UVXY setzt, kann ordentlich belohnt werden. Er muss aber in der Lage sein, sporadische Kurssprünge aussitzen zu können, ohne dass sein Depot wegradiert wird. Idealerweise wartet er geduldig, bis der UVXY einen solchen extremen Kurssprung verzeichnet hat, bevor er in einen Trade einsteigt.

Verlauf des UVXY über 2 Jahre

So handeln Sie die Volatilität erfolgreich mit Optionen: Entwicklung UVXY April 2020 bis April 2022 | Online Broker LYNX

Der UVXY tendiert langfristig abwärts, verzeichnet aber sporadische extreme Kurssprünge, wenn die Angst an den Märkten zunimmt.

Strategie Nr. 1: Der Kauf eines einfachen Puts

Nehmen wir an, ein Anleger möchte 100 Stück UVXY leerverkaufen, um von einem fallenden UVXY zu profitieren. Nehmen wir auch an, dass der UVXY bei 13$ notiert. Der potenzielle Verlust, falls der Anleger falsch liegt und der UVXY steigt, wäre theoretisch unbegrenzt. Würde sich der UVXY beispielsweise auf 26$ verdoppeln, würde der Anleger einen Verlust von 100 x (26$ – 13$) = 1.300$ erleiden. Steigt der UVXY auf 100$, liegt der Verlust bei 8.700$. Ein Szenario, das nicht ideal und sowieso nicht umsetzbar ist, da sich der UVXY in Deutschland von Privatanlegern nicht direkt handeln lässt.

Wenn der Anleger stattdessen einen einfachen Put kauft, der tief im Geld ist, z.B. mit einem Basispreis (Strike) von 42$ und einer Laufzeit von 5 Monaten, würde er ca. 3.120$ bezahlen (Stand April 2022 – Der Put wäre in diesem Beispiel zu 31,20$ zu handeln und kostet mit einer Kontraktgröße von 100 entsprechend 3.120$. Dieser Betrag wäre auch das maximale Verlust-Risiko. Solch ein Put würde sich um ca. 0,70$ verteuern für jeden Dollar, um den sich der UVXY verbilligt. Im Fachjargon spricht man von einem Put mit einem „Delta“ von 0,70. Fällt also der UVXY relativ schnell von 13$ auf 9$, kann sich der Put um 4$ x 0,70 = 2,80$ verteuern. Je Kontrakt entspricht dies einem Gewinn von 280$.

Bleibt der UVXY über 5 Monate konstant bei 13$, würde der Put am Ende der Laufzeit noch 29$ Wert sein (Differenz zwischen dem Basispreis und dem UVXY-Kurs). Der Verlust würde in diesem Fall nur 220$ (3.120$ – 2.900$) betragen.

Je tiefer der Put im Geld ist, desto genauer spiegelt er die Wertentwicklung des UVXY wider. Umso teurer ist aber auch dieser Put.

Strategie Nr. 2: Der Kauf eines Bear Call Spreads

Bear Call Spreads sind Kombinationen von 2 Optionen: Einem gekauften und einem leerverkauften Call. Der gekaufte Call schützt die Position gegen einen steigenden UVXY. Der leerverkaufte Call profitiert von einem fallenden UVXY.

Alle Details zu der Funktionsweise eines Bear Call Spreads finden Sie in diesem Artikel: Optionsstrategie Bear Call Spread: Im Bärenmarkt Profite erzielen

Die Vorteile eines Bear Call Spreads gegenüber dem einfachen Put sind vielfältig:

  • Je nach Wahl der Basispreise ist das maximale Verlust-Risiko viel kleiner als mit dem Put allein.
  • Der UVXY muss nicht unbedingt fallen, um den maximalen Gewinn zu erzielen. Es reicht, wenn er sich seitwärts bewegt oder sogar leicht steigt (bis zum Basispreis des verkauften Calls).
  • Der Verlauf der Zeit ist auf der Seite des Anlegers. Der Zeitwertverfall der Optionen entfaltet Tag für Tag das Gewinnpotenzial des Bear Call Spreads.

Bei einem UVXY Kurs von 13$ würde beispielsweise ein Bear Call Spread mit einem verkauften Call mit Basispreis 19$ und einem gekauften Call mit Basispreis 27$, beide mit derselben Laufzeit von ca. 5 Wochen, eine Prämie von ca. 50$ einbringen. Diese Prämie wäre der maximale Gewinn. Der maximale Verlust wäre auf 750$ begrenzt. Die Rendite des Trades liegt dementsprechend bei 50$ / 750$ = 6,7% in 5 Wochen. Der UVXY darf bis auf 19$ steigen, ohne dass dieser Gewinn geschmälert wird.

Fazit: Zukünftige Optionen-Tradeideen auf den VXX

Versierte Optionshändler wissen, welches Gewinnpotenzial im VIX und seinen Derivaten UVXY und SVXY steckt. Dabei ist es wichtig zu verstehen, wie diese Produkte funktionieren, um einerseits keine potenzielle Gewinnchance zu verpassen und andererseits keine unangemessenen Risiken einzugehen. Wissen gibt Ihnen Kontrolle. Und Kontrolle ist wichtig, wenn Sie mit Basiswerten handeln, die so „wild“ sein können wie die Volatilität.

In zukünftigen Artikeln werden wir Ihnen beispielhafte Optionen-Tradeideen auf den UVXY vorstellen, um Ihnen das Potenzial solcher Strategien aufzuzeigen.

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