Westwing Group AG Aktie Prognose Westwing Group: Einer Wende vorgreifen? Lieber nicht, denn …

News: Aktuelle Analyse der Westwing Group AG Aktie

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Westwing Group AG
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Zur Westwing Group AG Aktie

Das Online-Einrichtungshaus Westwing Group legte am Montagabend nach Handelsende seinen 2022er-Ausblick vor und schob am Dienstagmorgen die Ergebnisse des Jahres 2021 nach. Dass die Aktie darauf trotz der vorherigen Baisse kaum reagierte, hat seine Gründe.

Die am Dienstagmorgen vorgelegten 2021er-Zahlen waren wie eine Siegesmeldung formuliert. Aber dass der Online-Händler beim Umsatz den Vergleich zum Vorjahr lieferte (+21 Prozent), beim Gewinn und der EBITDA-Marge aber nicht, hatte schon seine Gründe. Letztere waren nämlich gesunken. Die Westwing Group schaffte 2021 vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) einen Gewinn von 40 Millionen Euro, 2020 waren es aber 50 Millionen gewesen. Dass das EBITDA trotz gestiegenen Umsatzes zurückging, lag an der von 9,5 auf 7,7 Prozent gesunkenen EBITDA-Marge.

Nicht gut, aber das wäre kein allzu großes Problem für die Anleger gewesen, wenn der 202er-Ausblick den Optimismus hätte wiederbeleben können. Konnte er aber nicht. Mit einer Spanne zwischen 460 und 540 Millionen Euro sieht die Westwing Group dem Umsatz 2022 in einer Range zwischen -12 und +3 Prozent zum Vorjahr. Und beim EBITDA liegt die Prognosespanne zwischen -9 und +16 Millionen Euro. Vorausgesetzt, das fügte man noch hinzu, dass sich die Lage im Verlauf des Jahres nicht weiter verschlechtern werde.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Westwing Group AG Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Damit haben wir jetzt ein Szenario, vor dem ich bereits im Januar 2021 bei der ersten Analyse der Aktie gewarnt hatte, als ich damals schrieb: „Es ist fraglich, ob die 2020er-Ergebnisse wirklich wiederholt werden können, erst recht, ob sie nachhaltig ausbaubar sind.“ Das Problem war:

Die Corona-Phase hatte zwar einen Boom im Bereich „Home & Living“ ausgelöst. Aber eine Flut an Anschaffungen wird eben normalerweise von einer Ebbe abgelöst. Wer sich 2020 neue Möbel und/oder Accessoires gönnte, tut das 2021 nicht gleich schon wieder. Und wenn man die immens gestiegenen Umsätze im Bereich Möbel und Heimwerker ansieht, die 2020 erzielt wurden, war klar, dass das so eher nicht weitergehen würde. Hinzu kamen dann noch die Materialengpässe, die explodierten Erzeugerpreise, die kräftige Teuerung für die Verbraucher und jetzt auch noch die Verunsicherung durch den Ukraine-Konflikt. Es ist also kein Wunder, dass Umsatz und Gewinn bei der Westwing Group den Rückwärtsgang einlegen.

Dass die Marktteilnehmer das längst ahnten, zeigt der ebenso weitreichende wie hartnäckige Abwärtstrend, der die Westwing-Aktie zwischen dem Rekordhoch vom Mai 2021 und dem Tief des Dienstags um sagenhafte 78 Prozent drückte. Aber daraus abzuleiten, dass die Aufwärtswende kurz bevor steht und dieser durch Käufe vorzugreifen, ist nicht ratsam. Denn das hätte man auch schon bei 30 oder 20 Euro unterstellen können und wäre damit auf dem Bauch gelandet. Und dass die Aktie als Reaktion auf 2021er-Ergebnis und 2022er-Ausblick keinen nennenswerten Boden gutmachte, zeigt, dass ein „es hätte schlimmer kommen können“-Effekt ausblieb.

Interessant würde es aus Trading-Sicht dann, wenn es gelingen sollte, in die obere Hälfte des breiten, mittelfristigen Abwärtstrendkanals vorzudringen. Die Westwing-Aktie hatte sich seit dem Herbst in der unteren Hälfte des Trendkanals festgesetzt, dadurch entstand in der Mitte des Kanals eine weitere Abwärtstrendlinie. Die liegt derzeit bei 15,75 Euro. Würden wir einen Schlusskurs klar über dieser Hürde sehen, wäre zumindest aus Trading-Aspekten eine Chance gegeben, die die Aktie an die obere Begrenzung des eigentlichen Abwärtstrendkanals bei momentan 22 Euro führen könnte. Aber auch das wäre, wie gesagt, nur eine Trading-Chance für risikofreudige Akteure. Um hier auf mittel- und langfristiger Ebene ein gutes Chance/Risiko-Verhältnis zu erreichen, müssten die Rahmenbedingungen sich deutlich verbessern … und damit rechnet die Westwing Group selbst laut 2022er-Ausblick im Augenblick ebenso wenig wie die Mehrheit der Anleger.

Westwing Group-Aktie: Chart vom 29.03.2022, Kurs 13,49 Euro, Kürzel WEW | Online Broker LYNX

 

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