Vossloh erwartet dank Klimapolitik mehr Umsatz und Gewinn

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Vossloh
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Zur Vossloh Aktie

Bricht die Vossloh-Aktie jetzt aus? Die Prognose des Vorstands lässt Anleger hoffen.

Nach den Worten von Vorstandschef Schuster ist die Erreichung von Klimaschutzzielen ohne eine zunehmende Verlagerung von Verkehr auf die Schiene schlicht nicht realistisch.

Könnte Vossloh zu den großen Profiteuren der Klimapolitik gehören?

Da sind wir wieder

Vossloh deckt ein breites Angebotsspektrum im Bereich Schienenverkehr ab. Darunter Weichensysteme, Betonschwellen, Schienenbefestigungssysteme sowie dazugehörige Dienstleistungen.

Zuletzt hatte ich im August vor der Vossloh-Aktie gewarnt. Anschließend hat das Papier rund ein Drittel an Wert verloren.

Seitdem sind einige Monate vergangen und der Kurs hat sich wieder erholt. Grund genug, um die Lage neu zu sondieren.

Same procedure as every day

Im Endeffekt könnte ich jetzt einen halben Absatz aus der Analyse zu Ceconomy vom Vortag wiederholen. („Das ist der Unterschied“)

Kurz zusammengefasst geht es um die Diskrepanz zwischen dem, was Unternehmen in Aussicht stellen und dem, was dann in der Realität passiert.

Es liegt auf der Hand, dass Unternehmen bemüht sind, ein positives Bild der Zukunft zu zeichnen und eine aussichtsreiche Perspektive aufzuzeigen.

In knapp zehn Jahren als Analyst habe ich jedoch die Erfahrung gemacht, dass sich die Mehrheit der rosigen Prognosen in Luft auflöst.

Das gilt in noch viel größerem Ausmaß, wenn sie ungefähr so aussehen: „Bisher lief es nicht gut, aber in der Zukunft wird alles besser.“

Das müssen Sie wissen

Bei Vossloh fällt die Sache sehr eindeutig aus. Wir haben es mit einem Unternehmen im Rückwärtsgang zu tun.

Die Einnahmen sind seit mehr als zehn Jahren rückläufig. Teilweise musste man sogar Tochtergesellschaften verkaufen, um den Rest am Laufen zu halten.
Dadurch ist der Umsatz seit der Finanzkrise von 1,35 Mrd. auf 916 Mio. Euro gesunken.

Darüber hinaus hat man Probleme mit der Profitabilität. Die Margen sind niedrig und kumuliert hat man in der letzten Dekade kein Geld verdient.
Lesen Sie sich den vorherigen Satz besser nochmal durch. Mehr muss man über das Unternehmen nicht wissen.

Im Vorjahr hat man beispielsweise einen Verlust eingefahren, der den Gewinn der sechs vorherigen Jahre übersteigt. (selbst das ist eine sehr freundliche Darstellung, da man dabei zwei weitere Verlustjahre ignorieren muss)

Da Geld aber nicht vom Himmel fällt, hat man mehrfach Kapitalerhöhungen durchgeführt.
Die Verschuldung ist ebenfalls stark gestiegen, im letzten Geschäftsjahr von 264 auf 348 Mio. Euro.
Bei der niedrigen Profitabilität von Vossloh ist das ein echtes Problem.

All diese Faktoren machen die Aktie zu einem klaren Underperformer. „Bisher lief es also nicht gut.“

Profiteuren der Klimapolitik

„Aber in der Zukunft wird alles besser.“  Gestern gab man auf dem virtuellen Capital Markets Day bekannt, dass man sich einen deutlichen Geschäftsausbau und steigende Gewinne vornimmt.

„Die Erreichung von Klimaschutzzielen ohne eine zunehmende Verlagerung von Verkehr auf die Schiene ist schlicht nicht realistisch“, sagte Konzernchef Oliver Schuster.

Damit mag der Vossloh-Chef vielleicht recht haben. Das ist aber kein neues Phänomen und war auch in der Vergangenheit der Fall. Geholfen hat es nicht.

Ich würde sogar behaupten, dass der Schienenverkehr zu den Verlierern der kommenden Mobilität gehören wird.

Es mag gut sein, dass in Zukunft mehr Waren mit Zügen transportiert werden. Beim Personenverkehr sieht das aber ganz anders aus.
Viele Menschen, die vor der Wahl zwischen Zug und autonomem Auto stehen, werden sich gegen die Bahn entscheiden.

Oder eben nicht

Im Endeffekt ist der Konzern auf der Investorenveranstaltung auch direkt wieder zurückgerudert.

Mittelfristig peile man zwar ein Umsatzwachstum von 4-5% pro Jahr an. Das gelte aber nicht für das laufende und auch nicht für das kommende Geschäftsjahr.

Es wäre fast ein bisschen witzig, wenn es nicht so traurig wäre. Schauen wir uns mal an, was das bedeutet.

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres ist der Umsatz um 7% auf 617,7 Mio. Euro gesunken.
Das Konzernergebnis ist von +9,1 Mio. auf -85,4 Mio. Euro implodiert. (Der Verlust ist übrigens höher als der Umsatzrückgang.)

Das entspricht einem Fehlbetrag von -5,30 Euro je Aktie.

Was bedeutet es also, wenn der Konzern davon ausgeht, dass man 2021 weniger als 4-5% wächst und anschließend um 4-5% per annum?
Die Antwort: Vossloh wird den Umsatz aus 2019 wohl erst 2022 wieder erreichen.

Genau das hat der Vorstand offenherzig verkündet, nur eben sehr gut verpackt.

Ich verneige mich vor den Kommunikationsfähigkeiten des Vorstands.
Er hat eine Katastrophenmeldung so gut verpackt, dass die Börse sie feiert.

Chart

Statt zu rechnen, sind Anleger auf die schönen Worte des Vorstands hereingefallen. Es wäre sogar möglich, dass dadurch endlich der Ausbruch aus dem langjährigen Abwärtstrend gelingt.

Derzeit sieht es sogar danach aus. Über 42 Euro käme es zu einem weiteren Kaufsignal. Aus technischer Sicht wäre dann der Weg in Richtung 45 oder sogar 50 Euro offen.

Unter 39,50 Euro kehrt die Aktie hingegen wieder in den Abwärtstrend zurück. Dann haben die Bullen ihre Chance vertan und es drohen erneute Verluste in Richtung 35 und 30 Euro.

Chart vom 16.12.2020 Kurs: 42,05 Kürzel: VOS - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 16.12.2020 Kurs: 42,05 Kürzel: VOS – Wochenkerzen

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Vossloh deckt ein breites Angebotsspektrum im Bereich Schienenverkehr ab. Darunter Weichensysteme, Betonschwellen, Schienenbefestigungssysteme sowie dazugehörige Dienstleistungen.

Auf der Abschussliste

Die letzte Analyse zu Vossloh liegt schon einige Zeit zurück, es war Ende 2018. Am Tag der Veröffentlichung notierte der SDax 2,8% im Minus, aber Vossloh 5,5% im Plus.
Man hatte einen Großauftrag aus China erhalten. Das war zwar erfreulich, änderte aber an der ganz grundlegenden Situation bei Vossloh überhaupt nichts.

Ich habe damals gewarnt. Die geschäftliche Entwicklung des Konzerns ist bestenfalls mittelprächtig, die Aktie ist ein Underperformer.
Tatsächlich war der Kurs seitdem nie nennenswert höher, man hätte aber auch knapp 50% Verlust einfahren können.

In den letzten Wochen hat die Aktie allerdings eine massive Rallye hingelegt, gestern stand das Papier hingegen auf der Abschussliste und gab um 4,5% nach.

Warum erzähle ich Ihnen das? Einfach um zu zeigen, wie kurzfristig an der Börse oft gedacht wird und welche schwerwiegenden Konsequenzen das für Ihr Depot, Ihre Ersparnisse haben kann.

Schrottaktien und Hypes gehören zu den Themen, mit denen Privatanleger am meisten Geld verlieren.

Das müssen Sie Wissen

Mir entzieht es sich, warum man sich als Anleger überhaupt mit Vossloh beschäftigen sollte. Sparen Sie sich die Zeit und die Kopfschmerzen.

Das Problem ist, dass sich die meisten Börsianer im Blindflug befinden. Sie verlassen sich auf Börsenbriefe, blicken nur auf das KGV oder nur den Chart.
Das große Bild und die Geschäftszahlen schaut sich kaum jemand an, dabei wäre das das Wichtigste.

Das betrifft übrigens auch den allergrößten Teil aller Berichterstattung zum Thema Börse. Komplett oberflächlich, Mehrwert null. Die wirklich wichtigen Themen werden erst gar nicht angesprochen.

Stattdessen veröffentlicht man den zwanzigsten Artikel zu Marihuana-Aktien (oder Lithium, oder Wasserstoff, oder…), weil es gerade am meisten Klicks und Aufmerksamkeit bringt.

Ich hatte damals zum Beispiel auch eindringlich vor Marihuana-Aktien gewarnt. Das Ende der Geschichte haben wir alle erlebt, ein Blick auf die Kurse genügt.
Welcher Schaden hier bei Privatanlegern angerichtet wurde und wird, möchte ich mir gar nicht ausmalen.

Jetzt lehnen Sie sich bitte kurz zurück und denken darüber nach, welche Hype-Themen derzeit das Geschehen beherrschen. Sie wissen was zu tun ist.

Wie läuft es aktuell?

Kommen wir zurück zu Vossloh. Ein Hype-Thema ist die Eisenbahn nicht, wenn man den Kursverlauf der letzten Wochen betrachtet könnte man es aber meinen.

Schaut man sich das Zahlenwerk aber nüchtern an, sieht es eher bedenklich aus. Warum kaufen Anleger solche Aktien, sie haben doch die freie Auswahl?

Es dürfte schließlich kein Problem sein, etwas besseres als das zu finden:

Ein seit mehr als zehn Jahren rückläufiger Umsatz, schwache Margen, immer wieder extreme Verlustjahre, schwacher Cashflow und eine steigende Aktienzahl.

Kein Wunder, dass die Aktie in Underperformer ist. Sie wird es auch bleiben.

Dass es aktuell nicht läuft, ist nur noch eine Randnotiz. Im ersten Halbjahr ist der Auftragseingang und der Umsatz eingebrochen. Profitabel war man ohnehin nicht, wie auch im Vorjahr.

Stabilität in stürmischen Zeiten. Bei LYNX selbstverständlich.

Chart

Vossloh bewegt sich in einem langfristigen Abwärtstrend. Den Bullen hilft nur ein Ausbruch aus dem Trendkanal.

In den letzten Wochen ist die Aktie aber mehrfach im Widerstandsbereich bei 40-42 Euro gescheitert.
Unter 37,50 Euro kommt es zu einem Verkaufssignal. Mögliche Kursziele liegen bei 35 sowie 32 Euro.
Der Trendkanal würde sogar Raum bis unter 20 Euro bieten.

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Chart vom 13.08.2020 Kurs: 38,90 Kürzel: VOS - Wochenkerzen