Qudian Aktie aktuell Qudian: Vervielfachung oder Game over?

News: Aktuelle Analyse der Qudian Aktie

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Qudian
ISIN: US7477981069
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Ticker: QD --- %

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Zur Qudian Aktie

Qudian ist einer der führenden Anbieter von Mikrokrediten in China.

Das müssen Sie wissen

Bevor wir zur aktuellen Situation kommen, würde ich Ihnen dringend empfehlen, die eingehende Analyse zu Qudian zu lesen. Vor allem die Abschnitte „Äpfel und Birnen“ sowie „Vollkommener Wandel.

Was ist seitdem geschehen?

Einige Tage nach der Analyse, am 25. November 2019, hat der Vorstand wie angekündigt einen weiteren Conference Call durchgeführt. Hier finden Sie die Mitschrift.
Das Fazit war aus meiner Sicht positiv und hat mich in meiner Haltung bestärkt.

Der Markt hat den Call ebenfalls gut aufgenommen. Nach der letzten Analyse legte die Aktie, die ich direkt am Tief besprochen hatte, von 4,10 auf 5,20 USD zu. Es wären also ein Plus von mehr als 25% möglich gewesen.
Eine Möglichkeit zu Gewinnmitnahmen hatte ich auf Guidants kommuniziert.

Bekenntnis

Im Dezember konnte man gute Nachrichten bieten. Guosheng Investment sei optimistisch und von der langfristigen Perspektive des Unternehmens überzeugt, daher wolle man für mindestens ein Jahr keine Aktien verkaufen. Der Großaktionär hält rund 5% der Anteile.
Offensichtlich wollte man ein Signal senden, geholfen hat es leider nicht.

Nicht nur ein Tiefschlag

Im vierten Quartal wurde das regulatorische Umfeld weiter gestrafft, einschließlich Datenschutz und der Behandlung säumiger Kreditnehmer.
Diese Maßnahmen der Regierung haben zu einer steigenden Quote an Zahlungsverzügen geführt und die Finanzierung von Krediten erschwert.

Qudian sah sich daher dazu gezwungen, deutlich striktere Voraussetzungen für die Vergabe von Krediten umzusetzen. Dass das dem Geschäft nicht gerade zuträglich ist, sollte klar sein.

Daher musste Qudian den Ausblick für 2019 kappen, eine neue Prognose wurde nicht vorgelegt.
Das hat bei Anlegern natürlich zu extremer Verunsicherung geführt, die Aktie stürzte ab.
Zusätzlich belastet das Cronovirus derzeit alle chinesischen Aktien. Inwieweit das das reale Geschäft von QD beeinflussen wird, ist derzeit aber unabsehbar. Bisher dürften die Auswirkungen minimal sein.

Dennoch ist guter Rat jetzt teuer. Glücklicherweise gibt es auch Lichtblicke. Qudian hat Aktienrückkäufe mit einem Volumen von 500 Mio. USD beschlossen. Derzeit würde das für mehr als 50% aller ausstehenden Aktien reichen.
Dass das nicht nur Lippenbekenntnisse sind, zeigt die Vergangenheit. Im vergangenen Jahr hat man zwischen August und November fast ein Zehntel der eigenen Aktien zurückgekauft.

Was der Markt nicht versteht

Die strengere Regulierung bringt natürlich Probleme mit sich, in der Vergangenheit hat sich Qudian aber als erstaunlich anpassungsfähig erwiesen.
P2P-Kredite werden in China zeitnah verboten. Die Regierung hat eine Übergangsfrist von 2 Jahren beschlossen. Das hat quasi über Nacht dazu geführt, dass rund zwei Drittel aller Konkurrenten von Qudian weggefallen sind. Nahezu 800 Firmen.

Ich bin bereits in der letzten Analyse ausführlich darauf eingegangen. Qudian ist es binnen Monaten gelungen, das gesamte Geschäftsmodell umzustellen.
Man tritt selbst nicht mehr als Kreditgeber und Vermittler zwischen Privatpersonen auf, sondern nur noch zwischen Banken und Kreditnehmern.

Für ein Unternehmen mit einem Jahresumssatz von mehr als 1,0 Mrd. USD ist das eine Herkulesaufgabe. Umso beeindruckender ist es, dass das nicht nur gelungen ist, sondern man gleichzeitig auch noch den Gewinn steigern konnte.

Während hunderte Konkurrenten schließen mussten, konnte sich Qudian also anpassen. Demnach ist es keine weit hergeholte Annahme, dass das auch zukünftig gelingen wird. Im Vergleich zum Verbot von P2P-Krediten sind die aktuellen Gesetzesänderungen Peanuts.
Im Vergleich zum Verbot des kompletten Geschäftsmodells ist wohl alles eine Kleinigkeit.

Keine Perspektive?

Probleme hat man dennoch, im Gegenzug ist die Bewertung mit einer P/E von 2 extrem niedrig.
Aus meiner Sicht ergeben es nun drei Szenarien.

  1. Die chinesische Regierung schließt den Laden mittelfristig.
  2. Die Regulierung nimmt weiter zu, Profitabilität und Wachstum sinken spürbar.
  3. Die Regulierung hält sich fortan in Grenzen und/oder Qudian kann sich anpassen.

Der Markt scheint Szenario 1 eine recht hohe Eintrittswahrscheinlichkeit zu geben. Da man aber bereits aus dem P2P-Business ausgestiegen ist, halte ich das für unwahrscheinlich.
Szenario 2 wäre zwar unerfreulich, doch selbst dann könnte man mit der Aktie wohl noch Geld verdienen.
Tritt Szenario 3 ein, ergibt sich ein erhebliches Kurspotenzial.

Mir erscheint das Chance-Risiko-Verhältnis aussichtsreich, doch wie immer ist die Zukunft ungewiss. Die Positionsgröße sollte demensprechend gering gewählt werden. Wir sind hier relativ weit weg von den konservativen Investments, die ich sonst propagiere.
Die Aktie ist nur etwas für risikofreudige Anleger, die auch Volatilität aushalten können.

Weitere Möglichkeiten, sich in diesem Sektor zu engagieren, sind LexinFintech, 360 Finance und Yirendai. Vor allem LexinFintech wird eine höhere Qualität an Kreditnehmern zugesprochen.

Charttechnik

Bisher ist allerdings noch kein Boden in Sicht und es besteht kein Grund ins fallende Messer zu greifen. Die Situation unterscheidet sich ganz maßgeblich von der, zum Zeitpunkt der letzten Analyse, als wir genau das getan haben.
Damals hatte sich die Aktie binnen weniger Tage halbiert, notierte direkt an einer Unterstützung und man durfte auf die anstehende Telefonkonferenz hoffen.

Aktuell könnte ein Abpraller an der runden 3,00 USD zu einem Bounce führen. Wirklich positive Signale ergeben sich allerdings erst über 3,50 USD. Zu einem prozyklischen Kaufsignal kommt es über 4,10 USD.

Hartgesottene Antizykliker, die dennoch sofort einsteigen möchten, sollten wohl über Tranchen nachdenken.

Fällt die Aktie unter 3,00 USD, droht eine Ausdehnung der Korrektur in Richtung 2,50 USD.

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Chart vom 27.01.2020 Kurs: 3,10 Kürzel: QD - Tageskerzen | LYNX Online Broker

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Tobias Krieg, Technischer Analyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der Qudian Aktie

Qudian ist einer der führenden Anbieter von Mikrokrediten in China.

Massaker nach den Zahlen

Zuletzt hatten Anleger wenig Freude mit der Aktie. Der Kurs hat sich innerhalb weniger Handelstage nahezu halbiert und das Allzeittief bei 4,00 USD erreicht.

Der Abverkauf hat dramatische Ausmaße angenommen und dementsprechend groß ist das Interesse. Gleiches gilt für das Handelsvolumen. In vier Tagen wurde nahezu die Hälfte aller ausstehenden Aktien umgesetzt.

Doch waren die Quartalszahlen wirklich so schlecht?

Der Gewinn lag mit 0,46 je Aktie unter den Erwartungen von 0,50 USD. Der Umsatz von 362,5 Mio. USD übertraf die Analystenschätzungen von 340 Mio. USD jedoch deutlich.

Darüber hinaus musste man die Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr von 640 Mio. USD auf 570 Mio. USD kappen.
Der Gewinn dürfte im vierten Quartal also sinken.
Einer der Gründe ist die Qualität der Kreditnehmer, beziehungsweise die wirtschaftliche Lage in China. Dadurch ist die Quote der Kredite, die in Zahlungsverzug sind, gestiegen.

Das kam bei den Anlegern natürlich nicht gut an. Eine negative Kursreaktion ist an sich also nachvollziehbar.

Äpfel und Birnen

Der Markt übersieht aber einige wichtige Punkte. Sicherlich hat man aktuell mit Problemen zu kämpfen, unter dem Strich sind die Resultate aber mehr als beeindruckend.
Die gekürzte Prognose entspricht auf Jahressicht einem Gewinnsprung von 57%.

Tatsächlich ist es aktuell so, dass Qudian die Nachfrage nicht bewältigen kann. Man leitet mehr Kunden an die Konkurrenz weiter, als man selbst bedient. Das sind die Worte des Vorstands.

Das hat vor allem einen Grund: Die chinesische Regierung ist massiv gegen P2P-Kreditplattformen vorgegangen und dieses Geschäftsmodell verboten. Peer-to-Peer sind Kredite, die direkt von Privatpersonen an Privatpersonen vergeben werden.
Im Reich der Mitte macht man keine halben Sachen. Quasi über Nacht hat man 1.200 Unternehmen einfach geschlossen.
Ein Großteil der Konkurrenz von Qudian wurde ausgelöscht. Es gibt schlimmeres.

Qudian wird zu den Überlebenden gehören, denn das Unternehmen hat schnell reagiert und sein Geschäftsmodell in kürzester Zeit vollkommen umgekrempelt.

Vollkommener Wandel

Bisher ist Qudian als Vermittler zwischen Privatpersonen und auch selbst als Kreditgeber aufgetreten. Das ist nicht mehr der Fall, das Geschäft wurde eingestellt.

Im Normalfall bedeutet das für ein Unternehmen das Aus. Doch Qudian ist es innerhalb weniger Monate gelungen, das Geschäftsmodell komplett zu ändern.
Das Unternehmen hat eine neue Plattform aufgebaut und als Kreditgeber akkreditierte Partner gefunden, um der neuen Rechtslage zu entsprechen.

Qudian vergibt selbst keine Kredite mehr, sondern tritt nur noch als Vermittler zwischen Kreditinstituten und Privatpersonen auf.
Dieses neue Geschäft konnte das Bisherige geradezu in einem Wimpernschlag ersetzen. Es ist wirklich erstaunlich.

Im dritten Quartal ist die Zahl der regulierten Kreditgeber von 4 auf 11 geklettert. Der Umsatz auf der Plattform ist um mehr als 150% gestiegen und Qudian erzielte bereits 90% des Gewinns in diesem neuen Segment.

Das liegt auch daran, dass die durchschnittliche Kreditsumme deutlich gestiegen ist. Die involvierten Banken haben jeweils Daten zu Kreditnehmern und teilen sie über die Plattform. Das hebt Qudian von der Konkurrenz ab und macht die Plattform für weitere Partner/Kreditgeber attraktiv.

Aus meiner Sicht ist es außerdem auch das bessere Geschäft. Da man selbst keine Kredite mehr vergibt, trägt man das Ausfallrisiko nicht mehr.
Die relativen Kosten für Qudian sind ebenfalls gesunken und das Geschäft ist leichter skalierbar.

Das beste Argument für Qudian ist allerdings die Bewertung. Durch den Kurssturz wird das Unternehmen mit einem deutlichen Abschlag zum Nettovermögen gehandelt. Das erscheint übertrieben.

Sicherlich, jetzt erwartet man „nur“ noch einen Jahresgewinn von 570 Mio. USD, statt 640 Mio. USD.
Der Börsenwert liegt allerdings auch nur bei 1,24 Mrd. USD. Es handelt sich also um eine P/E von 2,2.

Der Vorstand scheint ebenfalls Handlungs- und Erklärungsbedarf zu sehen. Für Montag, den 25. November wurde ein weiterer Conference Call angesetzt.

Charttechnik

Die Aktie ist seit jeher hochvolatil. Die Positionsgrößte sollte entsprechend gewählt werden.

Qudian ist an der zentralen Unterstützung bei 4,00 USD angekommen. Kurzfristig ist die Aktie stark oversold. Kurzfristige Trader können also auf eine Gegenbewegung spekulieren. Ein mögliches Kursziel liegt bei 4,75 USD. Darüber wäre der Weg in Richtung 5,50 USD frei.

Für langfristige Investoren könnte ebenfalls die Zeit gekommen sein. Das Chance-Risiko-Verhältnis ist auf diesem Niveau aussichtsreich.

Mehr als 6.400 Trader & Investoren folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants.
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Chart vom 22.11.2019 Kurs: 4,10 Kürzel: QD - Tageskerzen | LYNX Online Broker