LPKF Laser Aktie aktuell LPKF Laser: Die Bullen müssten sofort zurückschlagen!

News: Aktuelle Analyse der LPKF Laser Aktie

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LPKF Laser
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To the LPKF Laser Aktie

Ein Minus von 6,5 Prozent als Reaktion auf die Aufrechterhaltung eines Analysten-Kursziels, das meilenweit über dem aktuellen Niveau der LPKF-Aktie liegt – was war denn hier am Donnerstag los? Das muss man sich genauer ansehen, denn der Teufel liegt im Detail.

Das Bankhaus Hauck & Aufhäuser bestätigte am Donnerstag das Kursziel für die Aktie des Laseranlagen-Spezialisten LPKF Laser von 40 Euro. Andere Nachrichten gab es nicht, trotzdem ging die LPKF-Aktie unter ungewöhnlich hohen Umsätzen kräftig in die Knie, hatte zeitweise sogar noch mehr als die 6,5 Prozent nachgegeben, die es am Ende wurden. Dieses Kursziel liegt, bezogen auf den Schlusskurs der Aktie vom Vortag der Bestätigung dieses 40 Euro-Ziels (24,91 Euro), 60 Prozent höher … und die Anleger verkaufen?

Das kann eigentlich nicht sein. Zumal kein die Aktie beobachtender Experte ein „Verkaufen“-Rating ausweist und auch das durchschnittliche Analysten-Kursziel mit 36 Euro immens weit über dem derzeitigen Kurs der Aktie liegt … nach diesem Minus erst Recht. Da könnte man versucht sein, die Aktie als Schnäppchen zu sehen und zuzugreifen. Aber man sollte besser erst den Grund für dieses scheinbar falsche Kursverhalten erkunden. Es findet sich bei „LIDE“.

The current prices, charts, dividends and key figures for the LPKF Laser share can be found here.

Expertenmeinung: „LIDE“ ist die Abkürzung für „Laser Induced Deep Etching“, eine von LPKF entwickelte, neue Technologie zur Bearbeitung von Glas-Wavern in der Halbleiterindustrie. Anfang Juni hatte LPKF gemeldet, dass ein Chiphersteller, der Anfang 2020 ein erstes LIDE-System geordert hatte, jetzt weitere Anlagen bestellt habe. Die Aktie reagierte an diesem Tag sehr positiv. Eigentlich also alles bestens … aber diese gestrige Bestätigung des Kursziels von Hauck & Aufhäuser hatte ein Haar in der Suppe, denn man spekuliert dort, dass nennenswerte Aufträge für die LIDE-Anlagen erst für die Bilanz 2022 wirksam würden. Dieses „Haar“ muss die Akteure bewogen haben, auf die Verkaufstaste zu drücken, denn andere, neue Informationen gab es nicht. Charttechnisch wird es dadurch auf einmal kritisch, denn:

Noch am Mittwoch stand die LPKF Laser-Aktie kurz davor, die im Februar etablierte Abwärtstrendlinie zu überwinden. Jetzt aber ist sie auf dem Weg an die aus dem vergangenen Frühjahr stammende, mittelfristige Aufwärtstrendlinie. Sollte sie und darüber hinaus das bisherige Jahres-Verlaufstief bei 20,02 Euro gebrochen werden, wäre es das gewesen mit den Ambitionen der Bullen, zumindest vorerst.

Die müssten also sofort zurückschlagen. Und nüchtern betrachtet: Warum auch nicht? Manche Akteure könnten sich überlegen, dass es, will man hier mittelfristig auf den Erfolg des Unternehmens setzen, nicht entscheidend ist, ob die neue LIDE-Technologie noch 2021 einen nennenswerten Beitrag in der Bilanz leisten wird oder erst 2022. Wichtig ist, dass diese Technologie angenommen wird. Und wer daran glaubt – was man natürlich nicht muss – könnte diesen Rücksetzer durchaus als Einstiegsgelegenheit sehen. Wer indes nicht ins fallende Messer greifen will, was man grundsätzlich ja vermeiden sollte, wartet ab, bis die Aktie mit Schlusskursen über 26 Euro doch noch über die Abwärtstrendlinie hinausgekommen ist und dadurch der Beleg geliefert wurde, dass die Bullen hier weiterhin am Ruder stehen.

LPKF Laser-Aktie: Chart vom 01.07.2021, Kurs 22,96 Euro, Kürzel LPK | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der LPKF Laser Aktie

LPKF hat einen Großauftrag an Land gezogen. Anleger feiern, die Aktie legt um knapp 6% zu. Startet jetzt die nächste Rallye oder ist das nur ein Strohfeuer?

Das kennen wir doch irgendwoher

Im Dezember vergangenen Jahres hatte man ebenfalls einen Großauftrag erhalten, damals mit einem Volumen von rund 10 Mio. Euro. Der Rahmenvertrag mit dem Kunden hatte sogar einen Wert von 28 Mio. Euro.

Für LPKF ist das alles andere als eine Kleinigkeit, zuletzt erwirtschaftete man schließlich „nur“ einen Umsatz on 96 Mio. Euro.

Wie in der damaligen Analyse antizipiert, kam es anschließend noch zu einer kleinen Rallye – direkt bis zum genannten Kursziel bei 33 Euro.
Mit der Aussage, dass der Anstieg nicht nachhaltig sein dürfte, lagen wir ebenfalls richtig. LPKF rutschte kürzlich bis auf 20 Euro.
Solar-Großauftrag: LPKF bricht aus

Warum die kritische Haltung?

Nun dürfte sich der eine oder andere Anleger fragen, warum ich gegenüber LPKF so skeptisch bin.

Wie immer hat das sehr naheliegende Gründe – zumindest aus meiner Sicht. Die Aktie ist ein langfristiger Underperformer, vervielfacht sich aber alle paar Jahre, nur um dann wieder abzustürzen.

Ich habe die berechtigte Sorge, dass das auch jetzt wieder passieren könnte, denn das Geschäft läuft trotz Meldungen zu Großaufträgen bestenfalls mittelprächtig.

Ziemlich mau

In den letzten zehn Jahren ist der Umsatz lediglich von 91 auf 96 Mio. Euro gestiegen, allerdings unter großen Schwankungen.
Ein erstes Hoch wurde 2013 mit 130 Mio. Euro erreicht, dann ging es bis auf 87 Mio. Euro abwärts, dann wieder aufwärts und so weiter.

Eine stetig positive Entwicklung sieht anders aus und für mich als Investor, der die Wahl zwischen tausenden von börsennotierten Unternehmen hat, wäre die Sache an diesem Punkt bereits erledigt.
Es dürfte nicht schwer sein, Unternehmen mit einer besseren Geschäftsentwicklung zu finden.

Darüber hinaus sind die Margen niedrig, der Cashflow schwach, immer wieder hat man Verlustjahre und das Ergebnis ist übergeordnet rückläufig.
Im betrachteten Zeitraum ist es von 0,90 auf 0,22 Euro je Aktie gesunken.

Die Entwicklung des Gewinns ist über die Jahre hinweg noch deutlich schwächer als die des Umsatzes.

Im Verhältnis dazu

Darüber hinaus sollte man sich auch Gedanken über die Verhältnismäßigkeiten machen.

Zum Beispiel die heutige Reaktion auf den Folgeauftrag für LIDE-Systeme mit einem Wert von 5-8 Mio. Euro.

Das entspricht am oberen Ende weniger als 1,5% des Börsenwerts von LPKF. Die Aktie steigt als Reaktion darauf aber um 6%.

Was mich aber wirklich stutzig macht, ist die grundlegende Bewertung des Unternehmens.
Bei der schwachen Umsatz- und Gewinnentwicklung würde man vermuten, dass das KUV vielleicht bei 1-2 liegt und das KGV maximal bei dem zwanzigfachen des besten Ergebnisses der 3 letzten Jahre.

Selbst das würde ich persönlich nicht zahlen und damit würde man sich die Lage aus meiner Sicht bereits schönrechnen.
Das Problem ist aber, dass diese Rechnung auf Basis des KGV einem Kurs von 10,80 Euro entsprechen würde.

Chart vom 01.06.2021 Kurs: 24,60 Kürzel: LPK - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 01.06.2021 Kurs: 24,60 Kürzel: LPK – Wochenkerzen

Kann die Rallye jetzt dennoch weitergehen? Aber natürlich. Viele Anleger stellen diese Überlegungen gar nicht an.
Genau das ist der Grund, warum selbst mittelprächtige Aktien zwischenzeitlich massiv ansteigen, nur um dann wieder zu kollabieren.

Aus meiner Sicht ist die Aktie daher kein Investment-Case.

Gelingt ein Anstieg über 25 USD, kommt es trotz alledem zu einem Kaufsignal und womöglich steuert die Aktie dann wieder die Kursziele bei 27,50 sowie 30 oder sogar 33 Euro an.

Jeder hat seine Aufgabe

Um das Bild zu vervollständigen, muss man allerdings auch sagen, dass das Unternehmen mittelfristig ein „starkes Umsatz- und Ergebniswachstum“ in Aussicht stellt.

Meinetwegen. Es ist die Aufgabe des Vorstands und der IR-Abteilung ein möglichst positives Bild des Unternehmens und der Perspektive zu zeichnen.
Mein Job ist es allerdings das kritisch zu hinterfragen.

Und die Erfahrung hat gelehrt, dass Versprechungen in der Art „bisher lief es mittelprächtig, aber in Zukunft wird alles super“ eher selten erfüllt werden.

Das erste Quartal 2021 lässt jedenfalls wenig hoffen.
Der Umsatz lag mit 16,3 Mio. Euro unter dem ohnehin schon schwachen Vorjahresniveau von 19,5 Mio. Euro
Der Nettoverlust weitete sich von -1,77 auf -3,03 Mio. Euro aus.

Der Markt verschätzt sich

Für das laufende Geschäftsjahr stellt LPKF einen Umsatz von 110-120 Mio. Euro in Aussicht. Das sind 20-30 Mio. Euro weniger als 2019.
Die EBIT-Marge soll zwischen 10 und 13% liegen.

Umsatz und Marge wären demnach niedriger als 2019 und dementsprechend müsste das Ergebnis auch deutlich unter dem damaligen Niveau liegen.

Derzeit liegt die Konsensschätzung aber bei einem Ergebnis von 0,59 Euro je Aktie, nach damals 0,54 Euro je Aktie.

Das passt nicht zusammen.

Eigentlich…

Einzig positiv ist der relativ robuste Auftragseingang. Um die hochgesteckten Ziele oder auch nur den Umsatz von 2019 wieder zu erreichen, bräuchte man aber viel mehr.

Im aktuellen Umfeld sollten die Aufträge eigentlich nur so herein flattern, schließlich haben wir es mit einer weltweiten Chip-Knappheit zu tun und die Branche investiert Unsummen in den Ausbau der Kapazitäten.

Eigentlich müsste es bei LPKF blendend laufen. Tatsächlich ist das bei Branchengrößen (auch wenn nicht 1:1 vergleichbar) wie ASML oder Applied Materials auch der Fall. Beide Unternehmen haben 2020 Rekorde gefeiert und sind auf dem besten Weg, die nächsten zu erreichen.

LPKF Laser legte am Freitag vorläufige Quartalsergebnisse vor und wagte eine Prognose für 2021. Dass die LPKF-Aktie daraufhin kräftig um 5,95 Prozent abrutschte, wundert nicht. Und es könnte noch mehr Druck nachkommen.

Der Laser-Spezialist LPKF Laser war 2020 kräftig unter die Räder gekommen. Der Umsatz fiel um 31 Prozent, der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) um 61 Prozent. Das wusste man im Großen und Ganzen auch schon im vergangenen Herbst, als die Aktie plötzlich rasant davonzog. Aber man setzte auf eine markante Belebung des Geschäfts im Jahr 2021, der Blick zurück erschien da unnütz.

Doch bereits in der zweiten Februarhälfte, Wochen, bevor die 2020er-Bilanz vorgelegt wurde, begann die Aktie zu korrigieren. Kein Wunder, nachdem sich der Aktienkurs, gerechnet vom März-Tief 2020, zuvor glatt verdreifacht hatte. Dabei wurde zwar die Unterstützungszone 24,85/26,00 Euro durchbrochen, aber die entscheidende Lebensader der Bullen, die im Chart dick schwarz hervorgehobene 200-Tage-Linie, hielt stand. Das gelang zweimal, Anfang und Ende März. Aber am Freitag brach sie dann doch, wenngleich bislang nur knapp. Und das wundert nicht.

Expertenmeinung: Der Umsatz des ersten Quartals lag unter dem des ersten Quartals 2020, auch der Verlust fiel größer aus. Das war aber nur die erste kalte Dusche. Darüber hinaus war die Prognose, die LPKF Laser für das Gesamtjahr vorlegte, deutlich zu schwach, um die Rallye vom Herbst zu unterfüttern. Denn das Unternehmen sieht für 2021 einen Umsatz in der Region zwischen 110 und 120 Millionen Euro, die EBIT-Marge soll zwischen 10 und 13 Prozent liegen. Das sind mehr Umsatz als die 96 Millionen 2020 und eine höhere Marge (2020 8,1 Prozent), aber:

Mit 2020 sollte man diese Perspektive nicht vergleichen. Und diejenigen, die am Freitag daraufhin ausstiegen, dürften das auch nicht getan, sondern sich angesehen haben, wie es vor dem „Corona-Jahr“ ausgesehen hatte. Und wenn man die aktuelle Prognose mit 2019 vergleicht, sieht das alles andere als beeindruckend aus: 2019 hatte der Umsatz 140 Millionen Euro erreicht, die EBIT-Marge hatte bei 13,9 Prozent gelegen.

2019 lag die Handelsspanne der Aktie zwischen 5,34 und 18,30 Euro. Auch, wenn man da nur die obere Hälfte der damaligen Kursspanne als Referenz sähe, weil die Aktie ab Sommer 2019 kräftig zulegte, als man erkannte, dass 2019 ein gutes Jahr würde: Die LPKF Laser-Aktie notiert auch nach den Abgaben als unmittelbare Reaktion auf diese 2021er-Prognose deutlich über dem Höchstkurs 2019. Über dem Höchstkurs eines Jahres also, das hinsichtlich Umsatz und Gewinn weit besser gewesen war. Daher wäre es keine Überraschung, dass der Bruch der am Freitag verloren gegebenen 200-Tage-Linie weitere Abgaben auslöst, die, zumindest als erstes Kursziel, die mittelfristige Aufwärtstrendlinie bei derzeit 19,20 Euro ansteuern würden.

Chart vom 23.04.2021, Kurs 23,08 Euro, Kürzel LPK | Online Broker LYNX

Ein herbes Minus als Reaktion auf die Bilanz 2020 und den Ausblick 2021, das scheint klar bärisch zu sein. Aber bevor man die Aktie fallen lässt, sollte man den heutigen Handel abwarten, denn hier könnte auch eine Chance für die Bullen entstehen!

Die 2020er-Bilanz war nicht vorab mit vorläufigen Zahlen veröffentlicht worden und damit für die Akteure eine Überraschung … die sich als unerfreulich erwies. Mit einem Umsatzminus von 31 Prozent zum Vorjahr, einem um gut zehn Prozent gefallenen Auftragseingang und einer Vorsteuer-Marge, die mit 7,8 Prozent unter den Analystenschätzungen von 8,0 bis 12,0 Prozent lag, konnte man nicht zufrieden sein, Der Nettogewinn fiel dadurch um deutliche 59 Prozent.

Hinzu kam, dass LPKF Laser den Ausblick auf das laufende Jahr aufgrund der aktuellen Gesamtsituation nicht konkreter formulieren konnte als in Form der Erwartung eines deutlichen Wachstums zum Vorjahr und der Fortsetzung dieses Wachstumskurses in den folgenden Jahren. Nicht wenige zogen daraufhin sofort die Reißleine und verkauften. In der Spitze sackte der Kurs am Mittwoch um 12,3 Prozent weg. Am Ende waren es aber „nur“ 4,71 Prozent. Und das bedeutet eine Chance, das Ruder doch noch herumzureißen.

Expertenmeinung: Denn der Abverkauf wurde nicht im charttechnisch luftleeren Raum abgefangen, sondern dort, wo der Kurs bereits zwei Wochen zuvor nach oben drehte: Im Bereich der wichtigen 200-Tage-Linie (im Chart dick schwarz hervorgehoben). Und dadurch, dass die Verluste großenteils aufgeholt wurden, schloss die LPKF-Aktie zwar nicht in, aber nur unwesentlich unter der Unterstützungszone 24,85/26,00 Euro. Hält dieses Sprungtuch erneut?

Die Chance ist da – und würden sich die Akteure an den Einschätzungen der Analysten orientieren, wäre sie auch durchaus gut. Denn dort sieht man die Perspektive für den Lasertechnologie-Spezialisten allemal positiv. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 34 Euro weit über dem derzeitigen Kurs. Und die Konsens-Gewinnerwartung für 2021 liegt bei den Experten sogar über dem Gewinn des Jahres 2019. Ob es wirklich so kommt, wird sich weisen müssen, dass LPKF selbst sich keine konkrete Prognose zutraut, sollte da Warnung genug sein, aber:

Sollte es gelingen, die Aktie wieder über die jetzt als Widerstand fungierende Zone 24,85/26,00 Euro zu ziehen und damit zugleich die 20-Tage-Linie zurückzuerobern, an der die Aktie im Zuge des Erholungsversuchs der vergangenen Tage nicht vorbeikam, wäre nach oben wieder alles drin. Nur, wenn der Kurs das gestrige tagestief (22,35 Euro) doch noch auf Schlusskursbasis unterschreiten sollte, wäre diese Chance vergeben – dann allerdings wäre ein Test der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie, aktuell bei 18,55 Euro, recht wahrscheinlich.

Chart vom 24.03.2021, Kurs 24,30 Euro, Kürzel LPK | Online Broker LYNX

Optimistische Analysten konnten nicht verhindern, dass ein Ausbruch der LPKF Laser-Aktie im Februar als Bullenfalle endete. Jetzt aber hielt eine äußerst wichtige Unterstützungslinie und die Aktie drehte nach oben. Nehmen die Bullen einen neuen Anlauf?

Das durchschnittliche Analysten-Kursziel für die Aktie des Lasertechnologie-Unternehmens LPKF liegt derzeit bei 34 Euro. Als der Kurs im Februar über das Ende Dezember markierte 2020er-Jahreshoch von 31 Euro sprang, sah es so aus, als würde man dieses Ziel erreichen, womöglich sogar mit dem Schwung des Ausbruchs überbieten. Aber auf diesen charttechnischen Befreiungsschlag folgten keine Anschlusskäufe, sondern Gewinnmitnahmen. Die Käufer zogen sich umgehend zurück, nachdem ihnen derart der Wind aus den Segeln genommen wurde, der Kurs rutschte sogar durch die wichtige Unterstützungszone 24,85/26,00 Euro.

Doch als die LPKF-Aktie die wichtige 200-Tage-Linie, im Chart dick schwarz hervorgehoben, bei aktuell 22,90 Euro touchierte, zeigten sich die Käufer wieder. Der Kurs federte von dort aus nach oben und versucht sich gerade daran, die Zone 24,85/26,00 Euro sowie die 20-Tage-Linie, die knapp darüber bei aktuell 27,20 Euro verläuft, zurückzuerobern. Gelingt das, wäre der Weg für einen neuen Anlauf nach oben frei. Wie stehen die Chancen?

Expertenmeinung: Ginge es alleine nach der Chart- und Markttechnik, stünden sie hervorragend. Die Aktie hatte zuvor sauber „auskorrigiert“, so dass der hier unten im Chart mit abgebildete Stochastik-Oszillator aus der überverkauften Zone heraus ein bullisches Signal generiert hat. Zugleich ist kaum eine Supportlinie besser geeignet, um Basis eines neuen Aufwärtsimpulses zu werden als die 200-Tage-Linie. Aber:

Es geht vielleicht ganz kurzfristig vor allem um charttechnische Aspekte. Aber was bei LPKF Laser fehlt, ist eine Orientierung, ob das seitens der Analysten erwartete Durchstarten der Unternehmensgewinne tatsächlich stattfindet. Da LPKF keine Vorab-Ergebnisse für das vierte Quartal oder das Gesamtjahr 2020 vorgelegt hat, wird erst am 24. März, also Mitte kommender Woche, klar, wie sich die Perspektiven hinsichtlich des deutlichen Gewinnsprungs, den die Experten für 2021 erwarten, darstellen.

Damit wird dieser Termin zum Dreh- und Angelpunkt, was die Chancen für die Aktie angeht. Auch, wenn LPKF Laser die jetzt umkämpfte Widerstandszone mit einem Schlusskurs über der 20-Tage-Linie nach oben verlassen sollte, wäre das daher ein Ausbruch „auf Bewährung“, dem man nur folgen sollte, wenn man sich für den Fall einer die Bullen nicht zufriedenstellenden Bilanz mit konsequenten Stoppkursen nach unten absichert.

Chart vom 12.03.2021, Kurs 26,40 Euro, Kürzel LPK | Online Broker LYNX

Charttechnik vom Feinsten und immenses Aufwärts-Momentum kennzeichnen den LPKF Laser-Kurs. Was gestern fehlte, waren neue Nachrichten, die hätten unterfüttern können, dass die Aktie des auf Lasertechnik fokussierten Maschinenbauers um auch für diese volatile Aktie ungewöhnliche 9,46 Prozent zulegte. Die Ergebnisse des vierten Quartals könnten hier viel bewegen, zumal es wichtig wäre zu wissen, wie das Unternehmen selbst das angelaufene Jahr 2021 beurteilt. Vor allem, ob die unternehmenseigene Perspektive die optimistischen Gewinnschätzungen der Analysten bestätigen würde. Aber die Bilanz steht, vorbehaltlich der möglichen Vorab-Meldung vorläufiger Zahlen, erst Ende März an. Und die letzten Ergebnisse, die des dritten Quartals 2020, stammen von Ende Oktober und sind damit uralt. Also, was trieb die Trader um, als sie hier gestern derart kräftig zulangten?

Es war vor allem die Charttechnik und wohl auch der Blick in die Kurshistorie. Sie sehen im Chart, dass die Aktie im Dezember die markante Widerstandszone 24,90/26,00 Euro überwand, dann aber oberhalb dieser Zone erst einmal konsolidierte. Was indes deutlich machte, dass der einstige Widerstandsbereich jetzt als Unterstützungszone „funktioniert“. Diese Konsolidierung manifestierte sich als Dreiecksformation. Nachhaltig aus diesem Dreieck nach oben auszubrechen hieße, zugleich die Zwischenhochs vom Dezember und Januar zu überwinden. Das, dürften sich einige Bullen ausgerechnet haben, wird Short investierte Trader zwingen, ihre Leerverkäufe einzudecken, was den Anstieg intensivieren würde. Und würde das gelingen, wäre die letzte charttechnische Hürde vor dem allerletzten Widerstand beseitigt: Dem bisherigen Rekordhoch bei 37 Euro.

Expertenmeinung: Dass dieses Rekordhoch fast 21 Jahre zurückliegt, im Mai 2000 erreicht wurde, muss nicht heißen, dass es irrelevant wäre, wenn nur genug Trader diese alte Bestmarke erkennen und sie zum Kursziel deklarieren. Und je länger die Bilanz nebst 2021er-Perspektive ausbleibt, desto besser für die Bullen, denn:

Bislang hat man nur die Analystenprognosen, die avisieren, dass LPKF Laser nach einem schwächeren Jahr 2020 im neuen Jahr deutlich an Fahrt aufnehmen wird. Momentan rechnen die Experten im Schnitt mit einem Gewinn von 0,69 Euro pro Aktie, mehr als im gut gelaufenen Jahr 2019 und 130 Prozent über dem Gewinn 2020. Und 2022 soll der Gewinn noch einmal über 60 Prozent steigen. Würde man auf Basis der 2021er-Analystenprognose und des aktuellen Kurses ein Kurs/Gewinn-Verhältnis errechnen, käme man auf ein KGV knapp unter 50 … bei einer derartigen Wachstumsperspektive nicht zu teuer. Anders wäre es, würde das Unternehmen mit seiner eigenen Prognose Wasser in diesen Wein gießen … aber diese Zahlen stehen eben vom Terminplan her noch nicht an, daher ist der Zeitpunkt für diese bullische Attacke geschickt gewählt.

Denkbar ist es, dass der Run an die alte Höchstmarke von 37 Euro gelingt, aber bei derart volatilen Aktien kann es nicht schaden, auch für den Fall gerüstet zu sein, dass den Bullen die Puste ausgeht. Ein Stoppkurs um 29 Euro, der somit greifen würde, wenn die Aktie wieder in dieses gerade überwundene Dreieck zurückfällt, wäre da ein angemessener „Fallschirm“.

Chart vom 16.02.2021, Kurs 32,40 Euro, Kürzel LPK | Online Broker LYNX