LPKF Laser Aktie aktuell LPKF Laser: Ein 20 Jahre altes Hoch im Visier?

News: Aktuelle Analyse der LPKF Laser Aktie

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LPKF Laser
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Zur LPKF Laser Aktie

Charttechnik vom Feinsten und immenses Aufwärts-Momentum kennzeichnen den LPKF Laser-Kurs. Was gestern fehlte, waren neue Nachrichten, die hätten unterfüttern können, dass die Aktie des auf Lasertechnik fokussierten Maschinenbauers um auch für diese volatile Aktie ungewöhnliche 9,46 Prozent zulegte. Die Ergebnisse des vierten Quartals könnten hier viel bewegen, zumal es wichtig wäre zu wissen, wie das Unternehmen selbst das angelaufene Jahr 2021 beurteilt. Vor allem, ob die unternehmenseigene Perspektive die optimistischen Gewinnschätzungen der Analysten bestätigen würde. Aber die Bilanz steht, vorbehaltlich der möglichen Vorab-Meldung vorläufiger Zahlen, erst Ende März an. Und die letzten Ergebnisse, die des dritten Quartals 2020, stammen von Ende Oktober und sind damit uralt. Also, was trieb die Trader um, als sie hier gestern derart kräftig zulangten?

Es war vor allem die Charttechnik und wohl auch der Blick in die Kurshistorie. Sie sehen im Chart, dass die Aktie im Dezember die markante Widerstandszone 24,90/26,00 Euro überwand, dann aber oberhalb dieser Zone erst einmal konsolidierte. Was indes deutlich machte, dass der einstige Widerstandsbereich jetzt als Unterstützungszone „funktioniert“. Diese Konsolidierung manifestierte sich als Dreiecksformation. Nachhaltig aus diesem Dreieck nach oben auszubrechen hieße, zugleich die Zwischenhochs vom Dezember und Januar zu überwinden. Das, dürften sich einige Bullen ausgerechnet haben, wird Short investierte Trader zwingen, ihre Leerverkäufe einzudecken, was den Anstieg intensivieren würde. Und würde das gelingen, wäre die letzte charttechnische Hürde vor dem allerletzten Widerstand beseitigt: Dem bisherigen Rekordhoch bei 37 Euro.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur LPKF Laser Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Dass dieses Rekordhoch fast 21 Jahre zurückliegt, im Mai 2000 erreicht wurde, muss nicht heißen, dass es irrelevant wäre, wenn nur genug Trader diese alte Bestmarke erkennen und sie zum Kursziel deklarieren. Und je länger die Bilanz nebst 2021er-Perspektive ausbleibt, desto besser für die Bullen, denn:

Bislang hat man nur die Analystenprognosen, die avisieren, dass LPKF Laser nach einem schwächeren Jahr 2020 im neuen Jahr deutlich an Fahrt aufnehmen wird. Momentan rechnen die Experten im Schnitt mit einem Gewinn von 0,69 Euro pro Aktie, mehr als im gut gelaufenen Jahr 2019 und 130 Prozent über dem Gewinn 2020. Und 2022 soll der Gewinn noch einmal über 60 Prozent steigen. Würde man auf Basis der 2021er-Analystenprognose und des aktuellen Kurses ein Kurs/Gewinn-Verhältnis errechnen, käme man auf ein KGV knapp unter 50 … bei einer derartigen Wachstumsperspektive nicht zu teuer. Anders wäre es, würde das Unternehmen mit seiner eigenen Prognose Wasser in diesen Wein gießen … aber diese Zahlen stehen eben vom Terminplan her noch nicht an, daher ist der Zeitpunkt für diese bullische Attacke geschickt gewählt.

Denkbar ist es, dass der Run an die alte Höchstmarke von 37 Euro gelingt, aber bei derart volatilen Aktien kann es nicht schaden, auch für den Fall gerüstet zu sein, dass den Bullen die Puste ausgeht. Ein Stoppkurs um 29 Euro, der somit greifen würde, wenn die Aktie wieder in dieses gerade überwundene Dreieck zurückfällt, wäre da ein angemessener „Fallschirm“.

Chart vom 16.02.2021, Kurs 32,40 Euro, Kürzel LPK | Online Broker LYNX
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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der LPKF Laser Aktie

Man kann es beim besten Willen nicht übersehen: Bei LPKF Laser zeichnet sich ein Doppeltopp ab. Noch ist es allerdings nur ein „potenzielles“ Doppeltopp. D.h. noch könnte die Käuferseite die Gefahr bannen, indem sie die Aktie umgehend zurück in den Ende Oktober etablierten Aufwärtstrend und über die 20-Tage-Linie zieht, was Kurse über 28,50, idealerweise über 29 Euro erfordern würde. Dann wäre die Chance da, dass das Ganze als volatile Seitwärts-Konsolidierung durchgeht und ein Ausbruch nach oben den alten Schwung wiederbringt. Die Frage ist nur, ob sich genug Käufer finden, die dazu aktiv beitragen. Denn der Gedanke, dass diese Aktie erst einmal „oben“ wäre, drängt sich durchaus auf.

Sie sehen im Chart, dass sich der Aktienkurs zwischen Ende Oktober und Ende Dezember glatt verdoppelt hat. Die daraufhin einsetzenden Gewinnmitnahmen wurden zweimal, Anfang und Mitte Januar, genau dort abgefangen, wo sie abgefangen werden mussten, um die Aktie im Aufwärtstrend zu halten: am oberen Ende der Unterstützungszone 24,85/26,00 Euro. Am Donnerstag wurde diese Zone einem dritten Test unterzogen – und hielt erneut. Aber wie gesagt: Erst, wenn sich der Kurs wirklich nach oben absetzt, der erfolgreichen Defensive auch die Offensive folgt, wäre das Risiko vom Tisch, dass dieses potenzielle Doppeltopp vollendet wird. Und selbst dann stünde die Frage im Raum, ob ein erneuter Anstieg in Richtung des Dezember-Hochs nicht erneut Verkäufe auslösen würde, denn:

Expertenmeinung: Diese Hausse der LPKF Laser-Aktie lebt momentan von der Hoffnung. 2020 wird das Unternehmen, wenngleich die Zahlen zum vierten Quartal noch ausstehen, klar weniger verdient haben als 2019. Trotzdem notiert die Aktie auf einem 20-Jahres-Hoch, auf dem höchsten Stand seit dem Platzen der Internetblase im Jahr 2000. Der Grund: Die Investoren setzen darauf, dass der Laser-Spezialist in diesem Jahr die alte Gewinndynamik wiederfindet. Darauf, dass sich die Serie steigender Gewinne der Jahre 2017 bis 2019 fortsetzen und das 2019er-Ergebnis sogar überbieten wird und der Gewinnanstieg 2022 weitergeht. Alleine, was fehlt, sind die Fakten, schließlich liegen noch nicht einmal die Ergebnisse des vierten Quartals 2020 auf dem Tisch.

Was wir hier sehen, ist also eine Hoffnungsblase, bei der sich erst herausstellt, ob der Begriff „Blase“ unangebracht ist, wenn das 2020er-Ergebnis nebst Ausblick auf das laufende Jahr vorliegen. Und das dürfte zumindest bis März dauern. Die Bullen hätten somit einen Zeitvorteil: Bis dahin ließe sich nicht beweisen, dass ihre Erwartungen überzogen sind. Aber letzten Endes können die Investoren die bislang vorliegenden Daten lesen und wissen daher, dass sie hier eine große Hypothek auf eine schnell positiv werdende Zukunft aufgenommen haben.

Daher muss sich eben erst herausstellen, ob genug Käufer bereit sind, auf diesem so hohen Kursniveau ihre Positionen auszubauen und der Aktie so zu helfen, die Kurve nach oben zu kriegen. Dass der Kurs zuletzt knapp unter dem Dezember-Hoch abdrehte und der unten im Chart eingeblendete RSI-Indikator eine Toppbildung vorzeichnet, könnte so manchen Trader vorsichtig stimmen. Sollte LPKF Laser diese nunmehr dreimal binnen weniger Wochen gehaltene Zone 24,85/26,00 Euro durchbrechen, könnte das dann vollendete Topp schnell Anschlussverkäufe auslösen, deren erstes Kursziel die bei knapp 22 Euro verlaufende 200-Tage-Linie wäre. Einen Stoppkurs unter diese Supportzone zu legen, würde sich anbieten.

Chart vom 28.01.2021, Kurs 27,80 Euro, Kürzel LPK | Online Broker LYNX

Besser konnte es für die Bullen nicht laufen. Erst hat die Aktie des Laseranlagen-Spezialisten LPKF Laser die Widerstandszone 24,85/26,00 Euro kurz getestet, dann leicht zurückgesetzt, auf Höhe der nächstliegenden Unterstützung in Form der 20-Tage-Linie nach oben gedreht und diese Hürde dann am Dienstag mit Schwung genommen. Zuvor war LPKF kurz über diesen Widerstandsbereich gelaufen und erst einmal gestoppt worden, doch mit dem gestrigen Riesensatz von 10,2 Prozent war die Sache charttechnisch in trockenen Tüchern.

Damit hat diese seit 1999 börsennotierte Aktie den höchsten Stand seit August 2000 erreicht. Und die Bullen haben sich dadurch ein solide wirkendes Sprungtuch erarbeitet, denn die Zone 24,85/26,00 Euro dient jetzt als Supportzone. Und die wird in Kürze noch durch den doppelten Leitstrahl dieser Anfang November begonnenen Rallye in Form der steilen, kurzfristigen Aufwärtstrendlinie und der 20-Tage-Linie verstärkt. Was soll da noch schiefgehen?

Expertenmeinung: Solange der Optimismus der bullischen Akteure hoch bleibt, kann das gutgehen. Wenn dieser indes ins Wanken geriete, kann da allerhand schiefgehen. Diese so massiv wirkende Supportzone ist keine absolute Versicherung gegen einen Schwenk des Kurses nach unten. Denn ob dieser Ausbruch nach oben fundamental gerechtfertigt ist, darüber ließe es sich zumindest streiten.

LPKF Laser vermeldete vergangene Woche die Aufstockung eines Großauftrags, aber ob dieser insgesamt 28 Millionen Euro (20 Prozent des Umsatzes des Jahres 2019, das ist schon eine Hausnummer) umfassende Auftrag bereits 2021 voll in die Bücher kommt, ist offen. Und das jetzt endende Jahr 2020 war kein Grund für einen Ausbruch nach oben: Umsatz und Gewinn werden gegenüber 2019 spürbar niedriger liegen. Für 2021 schätzen die Analysten im Schnitt einen Gewinn von 0,65 Euro pro Aktie, damit würde der 2020 unterbrochene Gewinnanstieg fortgesetzt, der nach mehreren Verlustjahren 2017 mit der Rückkehr in die schwarzen Zahlen begonnen hatte. Das ist eine gute Perspektive, keine Frage. Aber nimmt man diesen 2021er-Gewinn (der ja nur eine Prognose ist) von 0,65 Euro pro Aktie und setzt ihn mit dem gestrigen Schlusskurs von 28,10 Euro in Relation, würde sich ein Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 43 errechnen. Zum Ende der Jahre 2018 und 2019 lag das KGV der Aktie bei 17 bzw. 29. Ein KGV von 43, das wäre nur dann gerechtfertigt, wenn sich sicher absehen ließe, dass nicht nur 2021, sondern auch 2022 ein kräftiges Gewinnwachstum erreicht wird. Doch so weit kann man nicht voraussehen, erst recht nicht in einem instabilen wirtschaftlichen Umfeld wie momentan.

Rücksetzer sollte man daher einkalkulieren und den Gedanken, jetzt noch auf diesen dahin rasenden Hausse-Zug aufzuspringen, in dessen Verlauf sich der Kurs in weniger als zwei Monaten fast verdoppelt hat, zumindest mit einem großen Fragezeichen versehen. Zudem wäre für diejenigen, die bereits investiert sind, eine konsequente Absicherung sinnvoll, die momentan knapp unter der aktuell bei 23,60 Euro verlaufenden Aufwärtstrendlinie sinnvoll platziert wäre.

Chart vom 22.12.2020, Kurs 28,10 Euro, Kürzel LPK | Online Broker LYNX

Heut beginnen wir entgegen meiner Gewohnheiten mit der Charttechnik. LPKF ist aus einer monatelangen Seitwärtsbewegung ausgebrochen und hat dadurch ein massives Kaufsignal ausgelöst.
Extrapolierte Kursziele liegen bei 30 und 33 Euro.

Die Frage ist nur, ob der Anstieg nachhaltig ist.

Der Auslöser

Der Auslöser für den Ausbruch und die starke Kursentwicklung der letzten Tage ist ein Großauftrag.

Demnach hat LPKF erstmals einen Auftrag für die Ausstattung von Produktionsstätten erhalten, die Dünnschicht-Solarmodule auf CIGS-Basis (Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid) produzieren werden.

Der Auftrag hat wohl ein Volumen von rund 10 Mio. Euro, der Rahmenvertrag mit dem Kunden rund 28 Mio. Euro.

Im Vorjahr verzeichnete LPKF einen Umsatz von 140 Mio. Euro. Für die Verhältnisse von LPKF handelt sich also um einen großen Brocken.

Auf der anderen Seite muss man aber auch ganz klar konstatieren, dass ein einzelner Auftrag nur kurzfristig hilft.

Ist das gerechtfertigt?

Vorerst dürfte die Rallye trotzdem weitergehen. Allzu oft geht die Party sehr viel länger, als rational zu begründen wäre.

Anleger hoffen auf Folgeaufträge und darauf, dass man in diesem Bereich weitere Kunden gewinnen kann.
Das muss mit Blick auf die Bewertung von LPKF aber auch gelingen, denn seit dem Vorjahrestief hat sich die Aktie vervielfacht.

Dabei lief es in diesem Jahr eher bescheiden.

Auf dem aktuellen Niveau liegt das KGV immerhin bei 50 und das KGVe knapp unter 100.
In der Vergangenheit wurde das Unternehmen regelmäßig für ein KGV von unter 15 gehandelt.

Eine derartig hohe Bewertung ist ziemlich schwer zu rechtfertigen. Vor allem, wenn man die eher durchwachsene Geschäftsentwicklung von LPKF berücksichtigt.

Man hat seit jeher Probleme mit der Profitabilität und das Ergebnis ist heute niedriger als in den vier Geschäftsjahren von 2010 bis 2013.

Der Umsatz stieg phasenweise, sank dann über Jahre hinweg und erst zuletzt ging es wieder aufwärts. Wirklich überzeugend ist das nicht.

Der große Durchbruch

LPKF hilft also nur ein großer Durchbruch, der Umsatz und Gewinn endlich nachhaltig befeuert.
Es wäre durchaus möglich, dass Lasersysteme für die Solarindustrie diesen Durchbruch bringen könnten.

Um das abzuschätzen, muss man sich mit der Branche auseinandersetzen und grundlegende Fragen beantworten:
Wie groß ist der CIGS-Markt, wie schnell soll er wachsen, wie viele Konkurrenten gibt es und wie hoch sind deren Marktanteile? Wie gut ist LPKF positioniert?

Nur dann lässt sich halbwegs abschätzen, ob LPKF sich in dem Sektor behaupten kann.
Um das zu tun habe ich stellvertretend für Sie mehrere Sektorstudien zu CIGS-Solarmodulen zu Gemüte geführt.

CIGS Markt und die Stellung von LPKF

Das Ergebnis der Recherche ist leider ernüchternd. LPKF taucht in den Studien nicht mal auf. Bisher spielt man keine Rolle.

Im CIGS-Markt werden bereits jetzt erhebliche Umsätze generiert und keiner der führenden Hersteller der Dünnschicht-Solarmodule scheint auf die Technologie von LPKF zurückzugreifen.

Gleiches gilt für Unternehmen wie Manz, die in der Wertschöpfungskette eine Stufe weiter oben stehen. Das Unternehmen kann sogar schlüsselfertige Produktionslinien zur Herstellung von CIGS-Dünnschicht-Solarmodulen liefern.

Führend im Sektor sind zum Beispiel SoloPower, Manz, Hanergy, Stion, Miasole, Solar Frontier, Avancis (CNBM), Global Solar, Siva Power, Solibro, Global Solar, ISET, Flisom HelioVolt und Dow Solar.
Das Unternehmen LPKF aus Garbsen ist also bestenfalls ein Nischenplayer in diesem Markt und benötigt einen echten Gamechanger um das zu ändern.

Für die freudig kaufenden Anleger hoffe ich, dass sich die Lasertechnologie von LPKF als das herausstellt.
Man wird sich CIGS-Markt gegen eine Vielzahl von Konkurrenten durchsetzen müssen, um nachhaltig steigende Umsätze zu generieren.

Falls das nicht gelingt, hat man glücklicherweise auch noch andere Möglichkeiten. Die LIDE-Technologie hat eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten.

Um die derzeitige Bewertung zu rechtfertigen, muss sich die Geschäftslage von LPKF nachhaltig und dauerhaft verbessern.

Chart vom 22.12.2020 Kurs: 28,65 Kürzel: LPK - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 22.12.2020 Kurs: 28,65 Kürzel: LPK – Wochenkerzen

Ende September hatte LPKF Laser einen Großauftrag aus der Solarbranche im Volumen von mindestens 18 Millionen Euro gemeldet. Eine überaus gute Nachricht für ein Unternehmen, dessen 2019er-Jahresumsatz gerade einmal 140 Millionen Euro betrug. In einer Phase, in der viele Aufträge aufgrund der unsicheren Gesamtsituation aufgeschoben werden, obendrein. Gestern meldete LPKF Laser dann die vorläufigen Ergebnisse des dritten Quartals. Und auch das hätte eigentlich eine gute Nachricht sein müssen. Denn mit einem Umsatz von 25,2 Millionen Euro lag man im Rahmen der eigenen Prognose (24 bis 27 Millionen), mit einem Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) von 4 Millionen Euro sogar darüber (Prognose 1 bis 3 Millionen). Doch dieses Ergebnis quittierten die Anleger mit Verkäufen, die der Aktie ein Minus von 5,66 Prozent einbrachten.

Damit sieht das Chartbild jetzt bärisch aus. Sie sehen im Chart, dass die Aktie bereits Ende vergangener Woche die Nackenlinie einer Toppbildung (im Chart grün) sowie die 200-Tage-Linie (schwarz) im Bereich 20/20,50 Euro durchbrochen hatte. Das hatte in den vergangenen Tagen noch nicht zu Anschlussverkäufen geführt, aber das wurde am Mittwoch nachgeholt. Damit bliebe aus rein charttechnischer Sicht nur noch ein seidener Faden, der die Aktie vor einem weiteren Abstieg retten könnte: Das Zwischentief vom Mai bei 17,70 Euro, das die Basis der leicht aufwärts weisenden Nackenlinie des Topps bildet. Wenn die Aktie dort dreht, wäre noch eine Chance gegeben, dass es gelingt, die Zone 20/21 Euro, d.h. die gerade gebrochenen Supportlinien nebst der bei 21 Euro als weiterer Widerstand fungierenden 20-Tage-Linie, zeitnah zurückzuerobern und damit wieder den Weg nach oben freizugeben.

Expertenmeinung: Die Frage stellt sich: Wieso steht die LPKF-Aktie überhaupt so sehr unter Druck? Die vorläufigen Zahlen waren nicht schlecht, die Ende September erfolgte Meldung über den Großauftrag sollte eigentlich Optimismus verbreiten. Und die Analysten teilen die negative Meinung, die sich im Kursverlauf widerspiegelt, nicht. Da LPKF Laser ein relativ kleines Unternehmen ist, beobachten derzeit zwar nur fünf Experten die Aktie. Von denen haben aber vier eine „Kaufen“-Einstufung, einer plädiert für „Halten“. Und der Kurs ist am Mittwoch sogar unter das niedrigste der Analysten-Kursziele gerutscht, das bei 19 Euro liegt. Und das durchschnittliche Experten-Kursziel liegt mit 31 Euro weit über dem letzten Kurs.

Solche Diskrepanzen zwischen Expertenmeinungen und Kursverlauf beobachtet man vor allem bei relativ marktengen Aktien, LPKF ist kein Einzelfall. Je kleiner der Kreis aktiv agierender Marktteilnehmer ist, desto eher ist eine Abweichung von einer objektiven Einschätzung möglich. Das gilt vor allem dann, wenn eine solche Aktie wie in diesem Fall eine charttechnische Konstellation aufweist, die rein technisch orientierte Trader animiert, auf kurzfristiger Ebene mitzumischen. Manche Aktien können so auch längere Zeit entgegen einer eigentlich besseren Nachrichtenlage laufen, bis irgendwann der Knoten platzt. Aktien wie Nordex oder Dialog Semiconductor sind da bekannte Beispiele der vergangenen Jahre. Daher lohnt es sich sicherlich, die LPKF-Aktie mit Blick auf ihr Aufwärtspotenzial auf die Watchlist zu setzen. Aber solange sie unter 20/21 Euro bärisch einzustufen ist, würde man gegen Windmühlen kämpfen, wollte man einfach darauf wetten, dass dieser seidene Faden bei 17,70 Euro hält.

LPKF Laser Aktie: Chart vom 21.10.2020, Kurs 18,34 Euro, Kürzel LPK | Online Broker LYNX

Nach zwei sehr schlechten Jahren geht es für LPKF Laser, einen Spezialmaschinenbauer mit Schwerpunkt Lasersysteme, seit 2017 wieder aufwärts. Gewinn und Umsatz legen zu; im Sommer 2019 ist auch die Aktie von jahrelangem Siechtum erlöst worden und tendierte wieder aufwärts, was LPKF Laser unlängst zur Rückkehr in den TecDAX verhalf. Am Montag meldete das Unternehmen, dass es gelungen sei, einen Großauftrag aus der Solarsparte an Land zu ziehen, der ein Volumen von mindestens 18 Millionen Euro habe. Was im ersten Moment nach „Peanuts“ klingt, aber nicht alle börsennotierten Unternehmen sind große Konzerne. LPKF machte 2019 einen Umsatz von gut 140 Millionen Euro – dieser Auftrag ist also alles andere als nebensächlich.

Zumal sich das Unternehmen in bisherigen Jahresverlauf wacker geschlagen hat, aber diese Rezession ging dennoch nicht spurlos an LPKF Laser vorbei. Verzögerte Aufträge führten dazu, dass die Kurzarbeit nach aktueller Planung bis zum Jahresende beibehalten wird und Lagerbestände reduziert werden, um den Sparkurs zu intensivieren. Wenngleich LPKF im ersten Halbjahr trotz des Drucks der wankenden Gesamtwirtschaft profitabel blieb, ist ein Auftrag wie der am Montag gemeldete daher immens hilfreich. Dass die Marktteilnehmer diese Nachricht entsprechend positiv honorierten, war somit nachvollziehbar. Aber reicht das, um dem Aktienkurs über den Tag hinaus neuen Schwung zu verleihen?

Expertenmeinung: Die positive Reaktion auf den Neuauftrag führte zur erneuten Verteidigung mittelfristig entscheidender Unterstützungen, ein Befreiungsschlag wurde daraus aber, zumindest noch, nicht. Sie sehen im Chart, dass der Kurs am Donnerstag und Freitag wie schon im August auf der Kreuzunterstützung aus 200-Tage-Linie und Mai-Aufwärtstrendlinie aufgesetzt hatte. Von dort aus federte die Aktie jetzt nach oben. Aber um die Möglichkeit einer Toppbildung vom Tisch zu bekommen, müsste LPKF Laser über die bisherigen Topps des laufenden Jahres hinaus, die zwischen 24,85 und 26,00 Euro ausgebildet wurden.

Das wäre grundsätzlich natürlich jederzeit möglich, aber wirklich realistisch und mit der Chance auf Nachhaltigkeit versehen wäre ein solcher Befreiungsschlag wohl erst, wenn das Unternehmen im Zuge der in genau einem Monat erwarteten Bilanz zum dritten Quartal einen Ausblick mitliefern würde, der deutlich macht, dass die Krise tatsächlich unmittelbar vor dem Ende stünde und neues, dynamisches Wachstum greifbar wäre. In der derzeitigen Situation wäre diese Aktie keineswegs etwas für Leerverkäufe, dazu müsste diese jetzt erst einmal sauber verteidigte Kreuzunterstützung im Bereich 19,65/20,10 Euro erst klar gebrochen werden. Aber es bleibt dennoch bei diesem Ringen um neue Dynamik. Solange LPKF Laser dieses Ringen nicht durch Schlusskurse über 26,00 Euro gewonnen hat, bleibt die Aktie volatil und eher etwas für kurzfristige, risikofreudige Trader.

LPKF Laser Aktie: Chart vom 28.09.2020, Kurs 22,50 Euro, Kürzel LPK | Online Broker LYNX