ElringKlinger Aktie aktuell ElringKlinger: Zurück auf 10 Euro? Warum nicht?

News: Aktuelle Analyse der ElringKlinger Aktie

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ElringKlinger
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Zur ElringKlinger Aktie

Die ElringKlinger-Aktie gehörte zu denen, die im Herbst wie Raketen stiegen, weil Anleger aus den Nachrichten über bereit stehende Impfstoffe schlossen, dass das Wachstum jetzt umgehend durchstarten würde. Doch langsam wird deutlich, dass man da bei vielen Aktien überzogen hat. Die des Automobilindustrie-Zulieferers ElringKlinger ist eine davon.

Die am Dienstag präsentierten, vorläufigen Ergebnisse des Jahres 2020 waren zwar in der Unternehmensmeldung mit optimistischen Formulierungen versehen, besser wurden sie dadurch dennoch nicht. Der Umsatz fiel um 14,4 Prozent, der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) um 55,5 Prozent. Der überproportionale Abstieg des Gewinns fußte vor allem auf der 2020 gegenüber dem Vorjahr (3,5 Prozent) deutlich reduzierten EBIT-Marge von nur noch 1,8 Prozent. Und wie läuft es im neuen Jahr? Dazu äußerte sich ElringKlinger noch nicht, das soll erst im Zuge des offiziellen 2020er-Geschäftsberichts am 30. März kommuniziert werden.

Grundsätzlich lag das Ergebnis im Rahmen der durchschnittlichen Analystenprognosen, das Problem war, dass die Aktie zugleich weit über das durchschnittliche Kursziel der Analysten hinaus geschossen war. Vor allem, wenn man sich diese Kursziele genauer ansieht, denn:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur ElringKlinger Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Von den zehn Analysten-Kurszielen, die seit Herbst für ElringKlinger abgegeben wurden, weichen zwei mit 18 und 30 Euro meilenweit von den übrigen ab. Dadurch liegt das durchschnittliche Kursziel derzeit bei 13 Euro. Die anderen acht Kursziele liegen jedoch nur zwischen 5,10 und 13 Euro, ohne die beiden „Ausreißer“ läge das Ziel daher nur bei 10 Euro. Und dorthin könnte sich die Aktie durchaus auch wieder bewegen, sollte das Topp, das sich seit Ende November nach und nach herausgebildet hat, jetzt vollendet werden.

Sie sehen, dass die Reaktion auf diese vorläufigen 2020er-Zahlen negativ ausfiel (-6,76 Prozent am Dienstag), die Unterstützung in Form der Zwischentiefs vom Dezember bei 12,72/12,88 Euro aber zunächst hielt. Würde dieser Bereich jedoch durchbrochen, wäre der Weg für eine größere Korrektur aus charttechnischer Sicht frei.

Dann würde sich als nächstes Ziel die mittelfristige Auffangzone anbieten, die sich aus der März 2020-Aufwärtstrendlinie, der 200-Tage-Linie sowie den Hochs vom Dezember 2019 und vom Oktober 2020 zusammensetzt und im Bereich 7,80 bis 9,58 Euro wartet. Dass die Mehrheit der Experten mit einem durchschnittlichen Kursziel um 10 Euro also womöglich in Kürze Recht bekommt, wäre im Fall unmittelbar fortgesetzter Abgaben somit durchaus drin.

Chart vom 23.02.2021, Kurs 12,96 Euro, Kürzel ZIL2 | Online Broker LYNX
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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der ElringKlinger Aktie

„Wenn die Wall Street hustet, bekommt der Dax eine Erkältung“, heißt es einer Börsenweisheit zufolge.

Ich würde den Spruch gerne erweitern: „Wenn die Wall Street hustet, bekommt der Dax eine Erkältung und einige Dax-Aktien verlieren das Bewusstsein.“

Exemplarisch

Was meine ich damit? Nehmen wir den heutigen Tag. Die US-Futures sind vorbörslich zwischen 0,4 und 0,8% im Minus.
Dax, MDax und TecDax geben jeweils um über 1% nach.

Die Diskrepanz ist nicht sonderlich hoch, mit der Zeit summieren sich kleine Unterschiede aber unheimlich. Doch darum soll es im Kern nicht gehen.

Viel wichtiger sind die Top-Flop-Listen der einzelnen Indizes aus der Dax-Familie.

Es lohnt sich wirklich, sich diese Listen täglich oder zumindest an schwachen Tagen anzusehen.
Sobald der Dax 1% im Minus notiert findet man nämlich eine ganze Reihe von Aktien die 3, 5 oder 8% nachgeben.

Es trifft immer dieselben

Erstaunlicherweise finden Sie unter den Flops an diesen Tagen immer wieder dieselben Titel.

In der Regel fallen die schwächsten Aktien an solchen Tagen auf zwei Kategorien.

Es sind entweder Zockeraktien, die in den letzten Wochen oder Monaten massive Kursgewinne verbucht haben.
Hier sind viele aktive Händler unterwegs und sobald es zu einer kleinen Korrektur kommt, wird ein Stopp nach dem anderen gerissen.

In vielen Fällen sind diese Aktien in dieser Riege auch überbewertet. Das Kursrisiko ist meistens vor allem von kurz- bis mittelfristiger Natur (Monate).

Kategorie 2

Die zweite Kategorie sind Unternehmen mit grundlegenden Problemen, meist mit einer Kombination aus folgenden Eigenschaften:

Kein Wachstum, sinkende Margen, fehlende Profitabilität und hohe Schulden. Schwache Unternehmen eben.
Aktien, mit denen man selbst auf Sicht von zehn oder mehr Jahren kein Geld verdienen konnte.

Sobald der breite Markt nachgibt stehen diese Aktien ganz oben auf den Verkaufszetteln der Anleger.
Weil auch mit diesen Papieren in Wirklichkeit nur gezockt wird und den meisten klar ist (zumindest unterbewusst), dass es sich um schwache Titel handelt.

Bei dieser Kategorie von Aktien sollten Sie sehr vorsichtig sein. Hier sind die Risiken langfristig.
Zum falschen Preis gekauft kann es Jahre oder Jahrzehnte dauern, bis sie je wieder zum Einstandskurs oder gar mit Gewinn verkaufen können.

Ein Tipp

Ich beobachte dieses Phänomen seit Jahren und es ist mir ein Rätsel, warum es in der Börsenliteratur nicht eingehend beschrieben ist.

Es handelt sich dabei um eine der einfachsten Methoden sowohl kurzfristig als auch mittelfristig problematische Aktien zu finden.

Nicht alle Aktien, die an einem schwachen Tag abverkauft werden, sind Problemfälle. Tauchen Werte aber immer wieder am unteren Ende der Liste auf, sollte man vorsichtig werden.

Es ist also gut investierte Zeit an Tagen wie heute einen kurzen Blick die die Top-Flop-Listen von Dax oder auch S&P500 zu werfen.

Hier finden Sie einen Überblick auf der Seite von LYNX:
Überblick über alle wichtigen Aktienkurse von Frankfurt bis zur Wall Street.

Wen trifft es heute?

In der Dax- Familie stehen heute wieder eine ganze Reihe von Aktien unter Druck, die in die zuvor beschriebenen Kategorien fallen.

Die aktiven Trader werden bei Delivery Hero (-4,27%) und Varta (-5,56%) nervös.

In Kategorie 2 haben wir Metro (-7,90%), SMA Solar (-7,97%) sowie ElringKlinger (-3,71%).

Die letzten werden die ersten sein

Da ElringKlinger zuletzt genannt wurde, wird dem Unternehmen der zweifelhafte Ruhm zuteil, uns als Beispiel zu dienen.

Elring ist in einer grundlegend sehr schwierigen Branche tätig. Daher warne ich seit etlichen Jahren von Automobilzulieferern.
Das Geschäft ist kapitalintensiv und im Umbruch. Der Wandel in Richtung Elektromobilität stellt die Branche vor enorme Herausforderungen.

Es müssen Milliarden an Investitionen gestemmt werden und es ist vollkommen unklar, wer als Sieger vom Platz gehen wird.

Darüber hinaus haben Elektroautos nur 200 zentrale Komponenten, bei Verbrennern sind es 1.500.
Die Margen dürften durch die Elektromobilität also branchenweit sinken.

Viele Zulieferer werden die Kapitalkosten für die vorangegangen Investitionen nicht mehr stemmen können und in die Insolvenz schlittern.

Es hat begonnen

All das ist keine Zukunftsmusik. Die Themen belasten die Branche schon seit Längerem.

Bei ElringKlinger ist die Bruttomarge im vergangenen Jahrzehnt von über 30% auf 18,6% gesunken.
Der Umsatz ist zwar weiter gestiegen, der Gewinn ist aber bereits seit 2014 konstant rückläufig.

Man erwirtschaftet operativ kaum mehr etwas, muss aber erhebliche Investitionen stemmen.
Daher musste man auch die Dividende kappen. Das Geld fehlt.

All das macht die Aktie zu einem langfristigen Underperformer und hat dazu geführt, dass man kürzlich sogar das Tief aus der Finanzkrise unterschritten hat.

Wer hier schon einige Monate oder gar Jahre dabei ist, dem nützt selbst die zurückliegende Rallye nicht mehr viel.

Wasserstoff!

Die Freunde von ElringKlinger werden jetzt sicherlich auf das Wasserstoff-JV mit Plastic Omnium verweisen.
Dem würde ich entgegen, dass man mit den Bestrebungen in diese Richtung nicht gerade allein ist.

Darüber hinaus ist es äußerst fraglich, ob diese kleine Sparte, in der weniger als 2% der Belegschaft tätig sind, den ganzen Konzern herumreißen kann.

In über 15 Jahren an der Börse habe ich auch so viele große Ankündigungen gesehen und gelesen, dass ich sie nicht mehr zählen kann. Meist ist wenig geblieben.

Chart

Darüber hinaus ist die Lage bei ElringKlinger auch aus technischer Sicht nicht ganz unproblematisch.
Die Aktie ist über Wochen hinweg am Widerstandsbereich bei 16 Euro gescheitert.
Den Bullen hilft nur ein Anstieg über diese Marke.

Fällt die Aktie jedoch nachhaltig unter 14 und 13 Euro, käme es zu prozyklischen Verkaufssignalen mit möglichen Kurszielen zwischen 11 und 9 Euro.

Chart vom 22.02.2021 Kurs: 13,92 Kürzel: ZIL2 - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 22.02.2021 Kurs: 13,92 Kürzel: ZIL2 – Wochenkerzen

Das ist jetzt der Moment, an dem sich für die ElringKlinger-Aktie entscheidet, ob das Ziel der Bullen, nach den Sternen zu greifen, erreicht wird. Nachdem der Kurs im März 2020 bei 3,40 Euro aufgeschlagen war, hätten viele wohl keinen Pfifferling auf die Aktie gegeben. Aber nachdem im November ein leicht hängendes Doppeltief vollendet und im weiteren Verlauf die Widerstandszone 12,71/13,48 Euro bezwungen wurde, schien auf einmal alles möglich. Auch der Anlauf an die Zone 19,64/20,48 Euro. Ein Gedanke, auf den manche Analysten mit einem mitleidigen Lächeln reagieren würden, während andere Experten das nur als Etappe zu weit Höherem sehen. Und genau das macht diese Situation hochspannend.

ElringKlinger ist ein Zulieferer für die Automobilindustrie und damit, was die Gewinne ebenso wie die Kurse angeht, eine „Fahrstuhl-Aktie“: Beides läuft schnell und weit ebenso nach oben wie nach unten. Die Autobauer selbst stellen eine sehr konjunkturabhängige Branche dar. Und deren Zulieferer sind Absatz- und Preisschwankungen noch einmal potenziert ausgesetzt. Was dazu führte, dass der Gewinn bei ElringKlinger im Zuge der beiden schwachen Automobil-Jahre 2018 und 2019 an die Nulllinie herunterschmolz und für 2020 im Vorfeld der noch nicht vorliegenden Zahlen des vierten Quartals mit einem Verlust gerechnet wird. Aber was die Anleger interessiert, ist die Zukunft. Und da gehen die Experten-Meinungen weit auseinander:

Expertenmeinung: Die Spanne der Kursziele reicht von 5 Euro bis 30 Euro. Dabei sind die niedrigen Kursziele keineswegs alt. Die bislang letzten Bilanzdaten kamen Anfang November. Danach erhöhten fünf Analysten ihr Kursziel … auf 5,10, 7, 8, 8,60 und 9,20 Euro: alles weit unter dem derzeitigen Kurs. Und auch das durchschnittliche Experten-Kursziel liegt mit momentan 13 Euro ein gutes Stück unter dem gestrigen Schlusskurs. Die meisten Analysten sehen die Situation eher skeptisch, fürchten, dass die Erholung des Marktumfelds nicht schnell und leicht gelingen wird. Nur bei Hauck & Aufhäuser sieht man die Sache anders, dort wurde das Kursziel Ende November von 12 auf 21 und Mitte Januar auf 30 Euro angehoben. Also?

Also picken sich die Marktteilnehmer diejenige Meinung heraus, die ihre eigene bestätigt. Wissen kann man bislang noch nicht, wie sich die Perspektive darstellt, da selbst der reguläre Veröffentlichungstermin für die Zahlen zum vierten Quartal 2020 erst Ende März ansteht. Was macht man in einer solchen Situation? Man schaut sich die charttechnische Situation an. Und die ist in der Tat interessant:

Die Aktie ringt seit Wochen mit einer „Pfeilspitze“, dem Kreuzungspunkt einer Auf- und einer Abwärtstrendlinie. Beide Linien definieren sich durch Wendemarken aus der Zeit Ende 2016 bis Anfang 2018. Die vier diese Pfeilspitze formenden oberen und unteren Wendepunkte sind wiederum die Basislinien der Unterstützungszone 12,71/13,48 Euro und der Widerstandszone 19,64/20,48 Euro. Seit Wochen klopft die Aktie an diese Pfeilspitze, ohne vorbeizukommen. Damit wird dieser bei 16,40 Euro liegende Punkt zur Entscheidungszone. Sollte ElringKlinger die Spitze auf Wochenschlusskursbasis bezwingen, wäre die Widerstandszone 19,64/20,48 Euro tatsächlich erreichbar. Ob ein solcher Kurslevel fundamental gerechtfertigt wäre, ist zwar mehr als fraglich. Aber solange auf diese Frage keine Antwort kommt, weil das Ergebnis des vierten Quartals nebst Ausblick auf 2021 noch wochenlang aussteht, hätten die Bullen den Vorteil, dass man ihnen nicht beweisen könnte, dass sie zu Unrecht nach den Sternen greifen.

Chart vom 01.02.2021, Kurs 15,34 Euro, Kürzel ZIL2 | Online Broker LYNX