Drägerwerk: Prognoseanhebung – was wäre jetzt drin für die Aktie?

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Draegerwerk
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Man war sich sicher, dass Umsatz und Gewinn bei Drägerwerk mit dem Abflauen der Corona-Pandemie im Jahr 2021 wieder deutlich sinken würde. Doch am Montag nach Handelsende hob Drägerwerk seine Prognose deutlich an. Ist der Weg für die Aktie jetzt nach oben frei?

Das waren ohne Wenn und Aber gute Nachrichten. Drägerwerk, das Traditionsunternehmen aus dem TecDAX, das Schutzausrüstungen, Beatmungsgeräte und andere Produkte für den Bereich Medizin- und Sicherheitstechnik herstellt, hob seine 2021er-Prognose deutlich an, weil der Bedarf an Produkten, die für die Behandlung von COVID19-Patienten geeignet ist, länger hoch bleibt als zuvor vermutet.

Konkret sieht Drägerwerk jetzt einen Umsatz, der nur zwei bis sechs Prozent unter dem des Rekordjahres 2020 liegt (vorherige Prognose -7 bis -11 Prozent) und zugleich eine höhere Gewinnmarge auf EBIT-Basis (d.h. vor Steuern und Zinsen) bei acht bis elf Prozent (zuvor fünf bis acht Prozent). Damit könnte es gelingen, einen Gewinn einzufahren, der weniger als zehn Prozent unter dem des Jahres 2020 liegt, während die Analysten zuvor mit einem Gewinnrückgang von bis zu 25 Prozent rechneten. Die Aktie reagierte am Dienstag mit einem Plus von 4,57 Prozent. Ist das nicht ein bisschen mager?

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Expertenmeinung: Ja, vor allem, wenn man eines bedenkt: Die Bewertung der Aktie ist viel niedriger als in den Vorjahren. Nimmt man ein Gewinnminus von zehn Prozent für 2021 zum Vorjahr an, läge das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) aktuell bei knapp neun. In den Jahren zuvor war ein KGV zwischen 20 und 40 normal. Anders formuliert: Würde Drägerwerk diese vorherigen Bewertungslevels erreichen wollen, müsste sich die Aktie im Kurs verdoppeln, im Extremfall vervierfachen. So gesehen ist die Reaktion in der Tat dünn. Aber es ist nicht überraschend, dass die Akteure verhalten bleiben, denn:

Es ist letztlich dasselbe Denken, das man umsetzt, wenn man eine Aktie wegen der Corona-Krise trotz Gewinneinbruch nicht verkauft, sondern kauft, weil man sich sagt, dass diese Delle im Gewinn ja nur vorübergehend ist. Umgekehrt sagen sich die Anleger hier: Ja, es ist gut, dass Drägerwerk länger als gedacht von dieser Lage profitiert, aber das ist trotzdem eine Sondersituation, die über kurz oder lang endet. Und fiele der Gewinn wieder auf frühere Levels zurück, wäre auch keine günstige Bewertung mehr gegeben.

Ob Drägerwerks Gewinn wirklich auf den Level früherer Jahre zurückfällt, ist zwar offen, aber diese Skepsis hat etwas für sich und wird den Auftrieb daher bremsen. Zwar könnte der Kurs nach einer tadellosen, monatelangen Bodenbildung mit dem Schwung dieser „good news“ den Widerstandsbereich 78,20/78,55 Euro auch signifikant überwinden (über den die Aktie am Dienstag nur knapp hinauskam) und dann weiter bis in den Bereich des Sommer-Hochs 2020 bei 89,10 Euro laufen. Aber ein Kursniveau, das nennenswert darüber hinausgeht, wäre momentan eher eine Überraschung.

Chart vom 22.06.2021, Kurs 78,90 Euro, Kürzel DRW3 | Online Broker LYNX

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Drägerwerk wurde 2020 zuerst zum Corona-Gewinner befördert, dann aber schnell zu einer Aktie unter „ferner liefen“ degradiert – zumindest bis jetzt. Denn das Chartbild böte jetzt eine perfekte Basis für eine Aufwärtswende.

Zuerst hatten die Anleger die Drägerwerk-Aktie gar nicht auf dem Schirm, obwohl sie im TecDAX notiert. Drägerwerk ist ein Traditionsunternehmen, das seit Ende des 19. Jahrhunderts Atemgeräte und andere Instrumente aus dem Bereich Sicherheits- und Medizintechnik herstellt. Erst als Drägerwerk durch große Bestellungen von Beatmungsgeräten Mitte März 2020 seine Prognose anhob, reagierten die Akteure – dann aber umso heftiger. Die Aktie schoss binnen zwei Handelstagen um in der Spitze 93 Prozent nach oben, fiel zurück, erreichte zwei Wochen später ein Allzeithoch von 109,50 Euro … und dann endete die kurze Karriere der Aktie als „Corona-Gewinner“. Der Grund:

Ob Beatmungsgeräte oder Schutzmasken, man erkannte, dass die markant gestiegene Nachfrage nicht von Dauer sein würde, so dass der Sprung bei Umsatz und Gewinn schon 2021 zum Teil korrigiert würde, die Gewinne womöglich sogar bald wieder auf frühere Levels zurückfallen würden. Und diese Erwartung bestätigte sich in Form des Ausblicks auf 2021, den Drägerwerk am 13. Januar präsentierte: 

Expertenmeinung: Zwar gab es 2020, wie vorauszusehen, einen soliden Anstieg des Umsatzes um knapp 23 Prozent und ein Plus beim Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) von fast 500 Prozent auf 396,6 Millionen Euro. Aber für das laufende Jahr sieht Drägerwerk einen Umsatzrückgang zwischen sieben und elf Prozent und einen Rückgang der EBIT-Marge von 11,6 auf fünf bis acht Prozent. Das klingt in der Tat ernüchternd, aber dass die Aktie daraufhin nicht haltlos abrutschte, sondern die Unterstützungszone 58,40/61,05 Euro nach einem ersten erfolgreichen Test im Dezember erneut verteidigte, zeigt, dass einige Marktteilnehmer genauer gerechnet hatten. 

Chart vom 13.04.2021, Kurs 70,75 Euro, Kürzel DRW3 | Online Broker LYNX

Denn der avisierte Umsatzrückgang würde im schlechtesten Fall bedeuten, dass der Umsatz 2021 immer noch neun Prozent über dem des Prä-Corona-Jahres 2019 liegen würde. Und eine EBIT-Marge zwischen fünf und acht Prozent läge immer noch klar über der des Jahres 2019 von 2,4 Prozent. Was hieße: Würde die Prognose eintreffen, läge das EBIT 2021 im schlechtesten Fall um 150 Millionen, im besten Fall um 250 Millionen Euro … nach 66,6 Millionen Euro im Jahr 2019. Schaut man sich dann an, dass die Aktie 2019 angesichts der damaligen Gewinnerwartung zwischen 40 und 60 Euro notierte und der Gewinn 2021 zwischen 120 und 300 Prozent höher liegen könnte als damals, wundert es nicht, dass die Käuferseite die Unterstützungszone 58,40/61,05 Euro verteidigte.

Dadurch hat sich eine solide, breit angelegte Bodenbildung etabliert. Die Nackenlinie dieser Bodenbildung, mit deren Überwinden die Wende aus charttechnischer Sicht als gelungen anzusehen wäre, liegt bei 72,20 Euro und damit in Reichweite. Als Kursziel einer solchen Aufwärtswende würden sich die Zwischenhochs vom Frühjahr und Sommer 2020 im Bereich 88/89 Euro anbieten. Diese Hürde um 72,20 im Auge zu behalten, sollte daher lohnen.

Wenn sie nicht wollen, dann wollen sie eben nicht … so ließe sich beschreiben, was sich derzeit bei der Aktie von Drägerwerk abspielt. Dass die Aktie gerade zehn Euro unter dem niedrigsten Analysten-Kursziel notiert und vom gestrigen Schlusskurs aus 40 Prozent Spielraum bis zum derzeit bei 95 Euro liegenden, durchschnittlichen Kursziel der Experten besteht, scheint die Marktteilnehmer nicht zu stören. Seit fast zwei Monaten bröckelt die Aktie sukzessiv ab und ringt aktuell mit der 200-Tage-Linie. Man folgt seitens der Marktteilnehmer nicht den Analysten, sondern der Charttechnik. Was bedeuten könnte, dass es mit der Aktie erst noch tiefer gehen könnte, bevor man sich mal wieder nach oben orientiert, denn die gerade umkämpfte 200-Tage-Linie ist bedeutsam.

Davon abgesehen, dass viele mittel- und langfristig orientierte Investoren einen signifikanten Bruch dieses gleitenden Durchschnitts zum Anlass nehmen, eine Aktie als bärisch einzustufen und abzustoßen, testet die Drägerwerk-Aktie diese Linie in diesem Jahr schon zum dritten Mal. Im Januar wurde sie problemlos zum Sprungbrett für Käufe, im März war der Kampf um diese Linie heftiger und langwieriger. Dass der Kurs danach senkrecht emporschoss, basierte auf Aspekten, die zwar aktuell erneut eine Rolle spielen, diesmal aber ignoriert werden:

Expertenmeinung: Der gewaltige Kursanstieg zwischen Mitte und Ende März kam zustande, weil sich viele Marktteilnehmer erst da bewusst wurden, dass Drägerwerk als Spezialist für Medizin- und Sicherheitstechnik zu den Profiteuren der sich zuspitzenden Pandemie gehört. Dieser Kurssprung mündete in Gewinnmitnahmen, als man am Markt unterstellte, dass z.B. die Lieferung von 10.000 Beatmungsgeräten an den Bund nur ein Einmaleffekt sein würde, der zwar die diesjährige Bilanz sehr stark aussehen lassen würde, dann aber nichts nachkommen würde. Dass am Donnerstag gemeldet wurde, dass die eigentliche Bestellung des Bundes nicht ansatzweise abgenommen wird und die Lieferung bereits nach wenig mehr als 1.500 Geräten beendet wird, drückte die Aktie zeitweise immens, bevor sie sich mit -3,14 Prozent etwas vom Tagestief absetzen und dadurch die 200-Tage-Linie einigermaßen halten konnte. Aber die Frage steht im Raum, ob alle die Meldung vollständig gelesen hatten.

Denn Drägerwerk erklärte, man werde die Kapazitäten nutzen, um andere Märkte zu beliefern. Und angesichts der derzeitigen Lage der Corona-Pandemie dürfte es da weiterhin reichlich Bedarf geben, weshalb das Unternehmen auch im selben Atemzug die aktuelle 2020er-Prognose eines Umsatzwachstums zwischen 14 und 22 Prozent und einer EBIT-Marge zwischen sieben und elf Prozent bestätigte. Aber:

Solange man mit dem Gedanken, dass diese Perspektive zusammen mit den positiven Analysten-Einschätzungen eigentlich ein Grund für steigende Kurse wäre, allein auf weiter Flur steht, wird das die Akteure nicht hindern, weiter auszusteigen oder die Aktie leer zu verkaufen. Und würde diese momentan bei 68,25 Euro verlaufende 200-Tage-Linie signifikant brechen, würde die nächste, massivere Auffangzone erst im Bereich 58/60 Euro warten. Daher wäre es günstiger, sich Drägerwerk zwar in die Beobachtungsliste zu packen, aber erst aktiv zu werden, wenn mit Schlusskursen über der aktuell um 79,50 Euro verlaufenden mittelfristigen Abwärtstrendlinie ein charttechnischer Befreiungsschlag gelungen ist.

Drägerwerk Aktie: Chart vom 10.09.2020, Kurs 67,80 Euro, Kürzel DRW3 | Online Broker LYNX

Seit Ende März bewegt sich die Aktie des Medizin- und Sicherheitstechnik-Spezialisten Drägerwerk in einem Abwärtstrend. Mitte Juli scheiterte sie an der Widerstandslinie bei 88,40 Euro und bröckelt seither ab, gedrückt von der mittelfristigen Abwärtstrendlinie und zuletzt auch noch von der 20-Tage-Linie, an welcher der Kurs im August mehrfach abgewiesen wurde. Das alles wäre kein Wunder, würde Drägerwerk zu den konjunktursensiblen Branchen gehören, die durch Pandemie und Rezession massiv unter Druck geraten sind. Oder wenn das Unternehmen mit einer schwachen Bilanz zu hoch gehängte Erwartungen enttäuscht hätte. Doch weder noch ist hier der Fall.

Zum Ende des ersten Halbjahres hat Drägerwerk die zuvor einkassierte 2020er-Prognose neu formuliert. Musste man da kleinere Brötchen backen? Ganz im Gegenteil. Die ursprüngliche Prognose, die Anfang März ausgegeben und dann bald darauf zurückgenommen wurde, avisierte ein Wachstum bei Umsatz und EBIT-Gewinnmarge zwischen einem und vier Prozent. Am 14. Juni avisierte die neue 2020er-Prognose ein Umsatzwachstum zwischen 14 und 22 Prozent und eine EBIT-Marge zwischen 7 und 11 Prozent. Das bedeutet nicht, dass der Gewinn ein bisschen besser liegen wird als zu Jahresbeginn gedacht. Nein, das bedeutet, dass der Gewinn ganz erheblich höher liegen wird!

Expertenmeinung: Steigende Umsätze und eine steigende Marge bedeuten einen doppelten Hebel für die Gewinne. 2019 waren als EBIT, d.h. vor Steuern und Zinsen, 66 Millionen Euro hängengeblieben. Auf Basis dieser Umsatz- und Margenprognose liegt die Gewinnspanne, mit der Drägerwerk in etwa rechnet, zwischen 220 und 370 Millionen Euro. Und im Gegensatz zu denen, die die Aktie gerade wie sauer Bier verkaufen, haben die Analysten das sehr wohl registriert. Die Kursziele bewegen sich zwischen 78 und 106 Euro, der Durchschnitt liegt derzeit um 97 Euro. Das heißt, dass die Aktie momentan etwa zehn Prozent unter dem niedrigsten aller Analysten-Kursziele notiert!

Warum kommt ausgerechnet eine Aktie mit der Perspektive auf einen derart hohen Gewinnanstieg nicht ins Laufen? Denkbar wäre, dass viele davon ausgehen, dass der Gewinnanstieg nur ein pandemie-bedingter Einmaleffekt ist, der 2021 bereits verpufft und der Gewinn dann wieder dramatisch sinken würde. Womit die Analysten indes momentan nicht rechnen. Denkbar wäre auch, dass der bereits sechs Wochen andauernde Käuferstreik so viele Anleger entnervt hat, dass sie an einen Ausbruch nach oben einfach nicht mehr glauben. Oder, was aber am wenigsten wahrscheinlich wäre: Einige große Adressen wissen mehr als andere und drücken die Aktie im Vorfeld negativer Nachrichten.

Fazit: Die Aktie wäre eigentlich „billig“, hätte derzeit auf Basis der unternehmenseigenen Gewinnerwartung ein Kurs/Gewinn-Verhältnis unter zehn. Die Experten-Kursziele liegen weit über dem aktuellen Kursniveau. Aber wäre das alleine ein Argument für eine Rallye, wäre die ja längst im Gange. Daher: Drägerwerk sollte man sich auf die Beobachtungsliste setzen. Aber wer ein bisschen vorsichtig agiert, sollte einen charttechnischen Befreiungsschlag abwarten, der bei Schlusskursen über 81,50 Euro gegeben wäre. Denn wenn man mit der Erkenntnis, dass eine Aktie billig ist und Potenzial hat, alleine bleibt, wird sie eben trotzdem nicht steigen.

Chart vom 31.08.2020, Kurs 71,00 Euro, Kürzel DRW3 | Online Broker LYNX

Das war eine tadellose Bodenbildung nach einer ausgiebigen Korrektur, welche die Aktie des Medizin- und Sicherheitstechnik-Spezialisten Drägerwerk da gezeigt hat. Und auch, wenn die Bäume bei dieser Aktie, die zwar einerseits von der Corona-Krise tendenziell profitiert, andererseits aber nicht so sehr im Rampenlicht der kurzfristigen Trader steht, nicht einfach in den Himmel wachsen werden, könnte noch einiges an Spielraum verbleiben. Aus aktueller Sicht darf man vermuten, dass die am 13. August erwartete Bilanz des zweiten Quartals sehr erfreulich ausfallen wird. Und sollte sich das momentan am Horizont auftauchende Szenario einer einfach weiter wütenden Pandemie konkretisieren, würden Produkte wie Beatmungsgeräte oder Schutzanzüge, wie sie Drägerwerk liefert, auch in den kommenden Quartalen in größerem Umfang als üblich benötigt werden. Das sah auch der für das Unternehmen zuständige Analyst beim Bankhaus Metzler so und hob sein Kursziel für die Aktie zu Wochenbeginn von 75 auf 90 Euro an. Im Schnitt erwarten die die Aktie beobachtenden Experten, dass Drägerwerk 2020 etwa fünf Euro Gewinn pro Aktie schaffen kann. Daraus würde sich auf dem derzeitigen Kursniveau ein Kurs/Gewinn-Verhältnis um die 16,5 ergeben. Das ist in Relation zu so manchem Profiteur der Krise äußerst günstig, was vor allem daran liegen dürfte, dass manche Trader die Aktie gar nicht im Fokus haben. Auch, wenn man seitens einiger Experten wohl zu Recht davon ausgeht, dass 2021 dann wohl eher wenig bis kein weiterer Gewinnzuwachs zu erwarten wäre, wäre die Aktie allemal noch interessant. Nicht zuletzt, weil das Chartbild überzeugt: Expertenmeinung: Die Aktie hatte im Zuge ihrer breit angelegten Konsolidierung über der markanten Unterstützungszone im Bereich 58,40/61,05 Euro, die zu dieser Zeit auch noch durch die mittlerweile höher gelaufene 200-Tage-Linie verstärkt wurde, einen schönen Boden ausgebildet. Mitte Juni gelang dann der Ausbruch über die April-Abwärtstrendlinie, die man als Leitstrahl der Konsolidierung ansehen durfte. Sehr positiv ist, dass sich die Leerverkäufer, die „Bären“, danach nicht umgehend wieder zurückgemeldet haben. Eine kleine „Verschnaufpause“ mündete zur Halbjahreswende in einen erneuten Kursanstieg, der das vorherige Zwischenhoch vom Juni leichtfüßig übertraf. Auffällig dabei war, dass der Kurs auf Höhe der 20-Tage-Linie eine Unterstützung fand. Dieser gleitende Durchschnitt ebenso wie der Trendfolgeindikator MACD weisen mittlerweile klar aufwärts, was aus rein chart- und markttechnischer Sicht hieße, dass der Weg nach oben erst einmal frei bleibt. Ein Zwischenhoch bei 88,40 Euro könnte die Aktie kurzfristig bremsen, mittelfristig aber haben die Bullen gute Vorarbeit geleistet um die Chance zu wahren, dass der Hoch dieser laufenden Aufwärtsbewegung noch nicht erreicht ist. Drägerwerk Aktie Chart vom 07.07.2020, Kurs 82,00 Euro, Kürzel DRW3 | Online Broker LYNX Sie möchten täglich vor Börsenstart unsere Chartanalysen per E-Mail erhalten? Dann abonnieren Sie hier unseren Börsennewsletter mit aktuellen Börsennews.  

Die im TecDAX gelistete Drägerwerk-Aktie gehört zu den weniger bekannten Aktien in diesem Index. Das mag der Grund gewesen sein, weshalb viele Anleger erst mit Zeitverzögerung bemerkten, dass das Unternehmen ein Spezialist für Medizin- und Sicherheitstechnik ist, das u.a. Schutzanzüge und Beatmungsgeräte vertreibt, die während des bisherigen Höhepunkts der Pandemie stark gefragt waren. Als Mitte März gemeldet wurde, dass Drägerwerk Beatmungsgeräte und Schutzmasken an die Bundesregierung liefern werde, explodierte der Kurs förmlich. Da die Aktie eher markteng ist und alle auf einmal einsteigen oder im Gegenzug den kurzfristigen Gewinn kassieren wollten, waren die folgenden Wochen extrem volatil. Und die Hausse blieb, wenngleich weitreichend, eher kurz, denn: Bald darauf begannen einige zu argwöhnen, dass es sich da um einen womöglich einmaligen Umsatzschub handeln könnte. Drägerwerk meldete zwar für das erste Quartal einen immensen Umsatzanstieg und eine Verbesserung der Ertragslage. Aber wie sich das Gesamtjahr 2020 gestalten könnte, konnte man im Mai, bei der Veröffentlichung der Bilanz zum ersten Vierteljahr, seitens des Unternehmens noch nicht eingrenzen. Eine solche 2020er-Prognose soll erst mit der Vorlage des Halbjahresergebnisses geliefert werden, die derzeit für den 13. August angepeilt ist. Und so verschwand der Hype um die Aktie im Lauf des Aprils so schnell, wie er zuvor kam. Doch am Mittwoch kam wieder Leben in den Kurs. Weshalb? Expertenmeinung: Neue Nachrichten gab es nicht, aber Handlungsbedarf für das bullische Lager. Wollte man die Aktie aus ihrer zweimonatigen Agonie, in welcher sie immer weiter abbröckelte und sich dem Level vor der Kursexplosion im März annäherte, herauslösen, war jetzt ein perfekter Zeitpunkt. Der Kurs war wieder einmal an den doppelten Leitstrahl der Korrektur, bestehend aus der 20-Tage-Linie und der April-Abwärtstrendlinie, herangelaufen. Dort war er Anfang des Monats noch nach unten abgewiesen worden, aber diesmal gelang der Befreiungsschlag … und das mit einem Plus von knapp acht Prozent auch eindeutig. Der Vorteil für das bullische Lager ist, dass sich der Kurs einer breiten, massiven Unterstützungszone genähert hatte und zugleich seitens der Markttechnik sauber „durchkorrigiert“ war. Diese Auffangzone liegt zwischen 58,40 und 61,05 Euro und setzt sich neben der 200-Tage-Linie aus den Zwischenhochs vom Herbst und Winter sowie dem Zwischentief zusammen, das Drägerwerk nach dem ersten Rallye-Schub im März ausgebildet hatte. Das ist ein solider Boden, von dem aus der Kurs jetzt über die vorgenannten Hürden hinaus gelaufen ist. Und angesichts der Möglichkeit, dass die im August zu erwartende Prognose für das laufende Jahr sehr erfreuliche Zahlen ausweisen könnte, wäre ein Anlauf an die nächste charttechnische Hürde bei 88,40 Euro durchaus im Bereich des Möglichen. Drägerwerk Aktie Chart vom 17.06.2020, Kurs 76,10 Euro, Kürzel DRW3 | Online Broker LYNX