AUMANN Aktie aktuell Aumann: Des einen Leid ist des anderen Freud

Aktuelle Analyse der AUMANN Aktie

In diesem Artikel

AUMANN
ISIN: DE000A2DAM03
Ticker: AAG
Währung: EUR

---
---% (1D)
1W ---
1M ---
1Y ---
AAG --- %
Zur AUMANN Aktie

Dass die klassische Automobilindustrie wider Erwarten der meisten Investoren beim großen Konjunkturpaket leer ausgehen soll, dafür die Elektromobilität aber umso stärker gefördert werden soll, war für Aktionäre der im DAX notierten Mitglieder der Automobilindustrie am Donnerstagmorgen eine unschöne Überraschung. Aber umso größer war die Freude bei Unternehmen wie Aumann, die von dieser Entwicklung profitieren. Aumann ist ein Spezial-Maschinenbauer, der mit Anlagen zur Fertigung von Elektromotoren einen wachsenden Anteil seiner Produktpalette auf die Elektromobilität ausgerichtet hat.

Die ersten positiven Nachrichten kamen für die Aumann-Aktie bereits Ende Mai in Form der Bilanz des ersten Quartals. Denn dort musste man zwar wie befürchtet einen deutlichen Umsatzeinbruch im Bereich des klassischen Maschinenbaues vermelden, die Sparte der E-Mobilität konnte trotz „Lockdown“ aber zulegen und erreichte einen Umsatz, der knapp zwölf Prozent über dem Vorjahresquartal lag. Dadurch erreichte dieses Segment 62 Prozent des Gesamtumsatzes in den ersten drei Monaten. Und mit diesen „good news“ der gezielten E-Mobilitäts-Förderung im Rücken setzten die Anleger am Donnerstag darauf, dass sich diese Entwicklung fortsetzt und der wachsende Anteil der E-Mobilität an Aumanns Umsatz imstande sein wird, zeitweilige Einbußen im klassischen Maschinenbau auszugleichen.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur AUMANN Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Die Aktie legte mit dem Rückenwind dieser guten Nachrichten am Donnerstag um 5,36 Prozent zu. Aber nicht die Größenordnung des Anstiegs ist da bedeutsam, sondern wo sich dieser Anstieg abspielte. Denn aus charttechnischer Sicht ist damit ein Knoten geplatzt, indem ein äußerst wichtiger Kreuzwiderstand bezwungen wurde, der sich aus der oberen Begrenzung eines im März etablierten Aufwärtstrendkanals und der 200-Tage-Linie zusammensetzt. Diese Hürde lag bei 12,65/12,70 Euro und wurde durch die Käufe als Reaktion auf das Stimulus-Paket der Bundesregierung übersprungen.

Ob die Akte jetzt umgehend massiv durchstartet ist offen, immerhin ist die aktuelle Perspektive zwar aufgehellt, aber das bedeutet nicht, dass die Gewinne bei Aumann sofort durch die Decke gehen würden. Aus rein charttechnischer Sicht wäre der Weg nach oben aber durch diesen Ausbruch erst einmal frei: Die nächsten, nennenswerten Charthürden würden erst in der Zone 16,00/16,45 Euro warten. Aber ob es schnell aufwärts geht oder eher langsam, einen großen Vorteil hatte dieser Donnerstag für die Bullen auf jeden Fall: Mit dem Break über diesen Kreuzwiderstand ließe sich ein Stop Loss Long jetzt deutlich nachziehen, auf einen Level knapp unterhalb dieses jetzt zur Unterstützung verwandelten „Ex-Widerstands“.

Aumann Aktie Chart vom 04.06.2020, Kurs 13,36 Euro, Kürzel AAG | Online Broker LYNX

Sie möchten täglich vor Börsenstart unsere Chartanalysen per E-Mail erhalten? Dann abonnieren Sie hier unseren Börsennewsletter mit aktuellen Börsennews.

 

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
Tageshoch
Tagestief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Displaying today's chart

Vorherige Analysen der AUMANN Aktie

Aumann ist ein Maschinenbauer und Zulieferer der Automobilindustrie mit Fokus auf Anstriebsstränge für Elektrofahrzeuge.

Der effiziente Markt

Es gibt zahlreiche Beispiele, die die Efficient Market hypothesis (EMH) widerlegen. Dennoch wird dieser Unsinn weiterhin an den Universitäten gelehrt.
Grundlegend ist das traurig, für Investoren jedoch ein Glücksfall. Je mehr Geld in passive Investments fließt, desto besser für Stockpicker.

Warum erzähle ich Ihnen das? Schaut man sich den Kursverlauf von Aumann an, muss man zwingend zu dem Schluss kommen, dass der Markt mindestens an einem Punkt ineffizient war. Wie könnte eine Aktie sonst in so einem kurzem Zeitraum von 95 auf 12 Euro fallen?
Ich würde behaupten beide Extreme sind Übertreibungen.

Ehrgeizige Ziele

Das Unternehmen hat ehrgeizige Ziele und will nach eigenem Bekunden der Weltmarktführer für Spezialmaschinen und Produktionslinien im Bereich E-Mobility werden.

Im Zuge des Börsengangs 2017 hat man rückwirkend bis 2013 Zahlen vorgelegt. In diesem Zeitraum hat sich der Umsatz von 103 auf 291 Mio. Euro fast verdreifacht.
Das Ergebnis ist von 0,58 auf 1,19 Euro je Aktie gestiegen.

Während andere Autozulieferer nur mit ihren Problemen beschäftigt waren, hat sich Aumann also gut entwickelt.
Zuletzt stotterte aber selbst bei Aumann der Motor.
Der Auftragseingang war mehrere Quartale infolge rückläufig, was natürlich auch die Margen unter Druck brachte.

Heute und morgen

Die aktuell schwache Entwicklung ändert aber wenig an der Perspektive. Der Marktanteil und die Produktionszahlen von Elektrofahrzeugen dürften weiter steigen.
Alle großen Autobauer planen den Marktgang eines E-Autos nach dem anderen. Und bei der vollautomatischen Massenproduktion ist eine „direkte“ Wickelung von Kupfer im Elektromotor unverzichtbar. Genau in diesem Bereich ist das Unternehmen engagiert.

Aumann stellt Spezialmaschinen für die Wickeltechnologie her. Dadurch können bis zu 50 % der üblichen Kupfermenge und bis zu 20% Platz gespart werden.
Der große Wettbewerbsvorteil von Aumann ist die Verbindung dieser Technologie mit der Fähigkeit komplette Fertigungsstraßen herzustellen.

Der Preis einer Wickelmaschine liegt bei 10-30 Mio. Euro. Daher ist eine gewisse Volatilität beim Auftragseingang nicht überraschend. Im ersten Halbjahr 2019 war er enttäuschend.
Bei einem Jahresumsatz von 291 Mio. Euro bedeutet es auch, dass man bisher nur relativ geringe Stückzahlen absetzt. Elektro ist eben noch kein Massenmarkt.

Am Ende stellt sich wie immer die Frage, wie man so ein Unternehmen bewertet. In den letzten Jahren war das Umsatzwachstum sehr hoch, aktuell tritt man auf der Stelle.
Der Gewinn ist zwar gesunken, doch selbst in dieser problematischen Situation hat man eine ordentliche Marge und ist weiterhin profitabel.

Das KUV liegt bei unter 1, was ich bei dieser Gesamtkonstellation als wenig bezeichnen würde. KGV und KGVe liegen nahe 20.

Weitere Pluspunkte sammelt man mit der Bilanz. Das Unternehmen konnte das Wachstum der vergangenen Jahre finanzieren, ohne einen Schuldenberg anzuhäufen. Die Chancen überwiegen auf dem aktuellen Kursniveau also.

Chart

Aumann hat über Monate hinweg einen Boden ausgebildet und ist heute ausgebrochen.
Zuvor war die Aktie mehrfach am Widerstand bei 16 Euro gescheitert, jetzt geht es mit Schwung darüber.
Mögliche Kursziele liegen bei 18 und 20 Euro. Ferner bei 22 und 25 Euro.

Mehr als 7.100 Trader & Investoren folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants.
Ihre Ordergebühren sind zu hoch? Mein Broker ist LYNX.

Chart vom 02.01.2020 Kurs: 16,80 Kürzel: AAG - Tageskerzen | LYNX Online BrokerChart vom 02.01.2020 Kurs: 16,80 Kürzel: AAG - Tageskerzen | LYNX Online Broker

Viele Anleger wurden vom Abstieg der Aumann-Aktie überrascht. Denn ja, das Unternehmen zählt zu den Zulieferern der Automobilindustrie. Aber Aumann stellt Maschinen her, die Teil der Herstellung von Elektromotoren sind. Gerade weil die Autobauer unter Druck stehen, ging man davon aus, dass massiv in die E-Mobilität investiert werde und dadurch Aumanns Spezialmaschinen laufen würden wie geschnitten Brot. Doch was das Jahr 2019 angeht, lag man da daneben. Richtig ist, dass der Umsatz im Jahr 2018 ebenso wie in den Jahren davor sehr kräftig zulegte. Aber im laufenden Jahr wurde deutlich, dass auch dieser Zulieferer von der schwierigen Gemengelage der Automobilindustrie nicht verschont bleibt.

Da wirkt der kräftige Kursanstieg des Donnerstags als Reaktion auf die am Morgen vorgelegte Bilanz des dritten Quartals wie ein Weckruf. Ein Plus von 9,45 Prozent suggeriert, dass die Investoren wieder zugreifen, die Wende greifbar ist. Aber betrachtet man sich nicht nur das ganz kurzfristige Chartbild, sondern die Entwicklung seit Jahresanfang, wird schnell deutlich: Das kann zwar die Basis einer Wende werden. Aber noch ist die Aktie auch mit einem solch großen Kurssprung nicht aus dem Status einer Bodenbildung herausgekommen. Und der Blick auf das Zahlenwerk macht deutlich, dass man da noch nicht zu viel erwarten sollte, denn:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur AUMANN Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Für den Moment müsste man die Käufe des Donnerstags vor allem in die Rubriken „Short-Eindeckungen“ und „es hätte schlimmer kommen können“ stecken. Umsatz und Gewinn lagen für die ersten neun Monate weiter klar unterhalb der Ergebnisse des Vorjahres. Und die Präzisierung des Ausblicks für das Gesamtjahr lässt nur erkennen, dass sich die Lage offenbar stabilisiert. Was Hoffnung macht ist die Aussage, dass der Auftragseingang im Bereich der E-Mobilität deutlich über dem Vorjahr liegt. Aber wie viel das wert sein wird, ist abhängig davon, ob es gelingt, taugliche Gewinnmargen durchzusetzen. Und das wird sich erst im kommenden Jahr abschätzen lassen.

Und es bedarf ohnehin charttechnischen Rückendwinds, um die Aktie wieder in ein bullisches Umfeld zu tragen, so dass man sich als Anleger den Blick in die fundamentale Glaskugel sparen könnte und sollte. Entscheidend für eine Wende wäre, dass die Aktie nicht nur den seit Ende September bestehenden „Mikrokosmos“ der Seitwärtsspanne zwischen 11,72 und 13,68 Euro verlässt, wie dies am Donnerstag knapp gelang, sondern auch die eigentliche Bodenbildungs-Spanne nach oben überwindet, die bis 16,44 Euro hinauf reicht. Würde es dann auch noch gelingen, das im Juli entstandene Abwärts-Gap mit Schlusskursen über 17,44 Euro zu schließen, wäre die Wende aus charttechnischer Sicht gelungen. Aber Sie sehen es im Chart: Bis dahin ist es noch ein recht weiter Weg.

Aumann Aktie Chart vom 14.11.2019, Kurs 13,90 Euro, Kürzel AAG | Online Broker LYNX

Von einem Rekordhoch bei 95,48 Euro auf das gestern durch einen Kurseinbruch von 18,54 Prozent verursachtes Rekordtief von 14,50 Euro in weniger als zwei Jahren, das ist ein dramatischer Abstieg. Und dass ausgerechnet bei einem Unternehmen, von dem man dachte, dass ihm die Zukunft gehört. Denn die Aumann AG baut Spezialmaschinen für den Bereich der Elektromobilität.

Ein potenziell riesiger Markt, mag sein. Aber ganz offensichtlich trifft die Schwäche am Automobilmarkt auch den Bereich der Elektrofahrzeuge. Denn Aumann meldete am Dienstagabend nach Handelsende einen enttäuschenden Auftragseingang von nur 85 Millionen Euro im ersten Halbjahr und senkte daraufhin die Gesamtjahresprognose. Die neue Prognose sieht den Umsatz für 2019 zwischen 240 und 260 Millionen Euro (Analystenprognose bisher im Schnitt bei 300 Millionen) und den Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) bei 22 Millionen (Konsensprognose zuvor 29 Millionen).

Vor weniger als zweieinhalb Jahren erst war die Aumann AG an die Börse gegangen, startete damals um 48 Euro. Heute ist, nachdem sich der Kurs zeitweise verdoppelt hatte, gerade noch ein Drittel dieser ersten Kurse übrig. Wie ist das möglich, in einer solchen Branche wie der Elektromobilität?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur AUMANN Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Aumann trifft das Schicksal eines Zulieferbetriebs, der auch noch Investitionsgüter herstellt und keine Mengenverbrauchsgüter. Was übrigens dazu führte, dass ein vergleichbares Unternehmen in einer anderen Branche, der Chipindustrie-Zulieferer Aixtron, gleich mit in die Knie ging. Denn das Problem dieser Unternehmen ist, dass man dort Investitionsgüter für Unternehmen herstellt, die stark konjunkturabhängig sind.

Wenn bei den Autobauern oder den Chipherstellern die Umsätze wackeln oder auch nur die Gewinnmargen unter Druck kommen, werden die Bestellung bzw. der Kauf solcher Maschinen und Anlagen umgehend auf der Zeitachse verschoben, womöglich ganz storniert. Und natürlich wird als erstes versucht, den Preis zu drücken. Daher ist es nicht ungewöhnlich, dass Zulieferer wie Aumann eine Grippe bekommen, wenn die großen Automobilhersteller nur einen leichten Schnupfen kriegen.

Das bedeutet auch, dass eine moderate Erholung der Lage bei der Automobilbranche umgehend zu einer deutlichen Belebung des Auftragseingangs bei Aumann führen könnte. Aber solange es dafür noch keine Hinweise gibt, sollte man vorsichtig sein, denn es wäre nicht das erste Mal, dass Aktien des Maschinenbausektors lange und massive Abwärtstrends erleben würden. Unser Chart auf Wochenbasis, der die Aktie seit ihrem Börsendebüt zeigt, gibt noch keine Indikation für eine mögliche Einstiegschance. Es wäre unbedingt ratsam, nicht ins fallende Messer zu greifen, sondern eine solide Bodenbildung abzuwarten, so „billig“ Aumann nach diesem Abverkauf auch scheint.

Chart vom 11.07.2019, Kurs 14,50 Euro, Kürzel AAG | LYNX Aktienempfehlungen