6 Möglichkeiten, Long zu gehen

Viele Anleger denken, dass die einzige Möglichkeit, „Long“ zu gehen, also auf steigende Kurse zu setzen, nur über den Kauf eines Wertpapiers funktioniert. Sie werden vielleicht überrascht sein, zu erfahren, dass es mindestens 5 andere Strategien gibt, von einer steigenden Aktie zu profitieren.

Wenn Sie in Bezug auf eine bestimmte Aktie „bullisch“ sind, können Sie mithilfe von Optionen andere und oft bessere Wege gehen, als einfach nur die Aktie zu kaufen. Die Möglichkeiten, die wir in diesem Artikel durchgehen, unterscheiden sich durch ihre Gewinnwahrscheinlichkeiten, ihre Kapital-Einsätze, ihr Gewinnpotenzial und ihre Risiken.

Die Grundprinzipien der 6 „Long“ Strategien

Es gibt im Wesentlichen 6 Strategien, mit denen Sie direktional auf die Aufwärtsbewegung eines Wertpapiers setzen können. Wenn Sie zum Beispiel von einer steigenden Aktie profitieren möchten, steht Ihnen die folgende Auswahl an Trades zur Verfügung:

Die StrategieDie Handelslogik
Long AktieSie kaufen einfach die Aktie, ohne Optionen.
Cash Secured PutSie verkaufen eine Put Option, in der Regel aus dem Geld, leer. Wird der Basispreis der Option unterschritten, werden Ihnen je gehandeltem Kontrakt 100 Aktien eingebucht.
Long CallSie kaufen eine Call Option, in der Regel aus dem Geld. Sie erwarten eine schnelle dynamische Aufwärtsbewegung der Aktie und profitieren gehebelt von der Kursentwicklung.
Bull Call SpreadSie kaufen eine Call Option, die entweder im Geld oder aus dem Geld ist, und verkaufen gleichzeitig eine andere Call Option, mit demselben Verfallsdatum aber mit einem höheren Basispreis (weiter aus dem Geld).
Bull Put SpreadSie verkaufen eine Put Option, die aus dem Geld ist, und kaufen gleichzeitig eine andere Put Option, mit demselben Verfallsdatum aber mit einem niedrigeren Basispreis (weiter aus dem Geld).
SynthetischSie kaufen eine Call Option und verkaufen eine Put Option, beide am Geld. Beide Optionen haben dasselbe Verfallsdatum und denselben Basispreis. Eine synthetische Optionen-Kombination weist exakt dasselbe Gewinn/Verlust Profil auf, als wenn Sie 100 Aktien halten würden.

Es ist an dieser Stelle sinnvoll, die Definitionen der Begriffe „aus dem Geld“, „am Geld“ und „im Geld“ in Erinnerung zu rufen:

 PutCall
Aus dem GeldDer Basispreis der Option liegt unter dem aktuellen AktienkursDer Basispreis der Option liegt über dem aktuellen Aktienkurs
Am GeldDer Basispreis der Option entspricht dem aktuellen Aktienkurs
Im GeldDer Basispreis der Option liegt über dem aktuellen AktienkursDer Basispreis der Option liegt unter dem aktuellen Aktienkurs

Neben dem einfachen Kauf der Aktien haben Sie die Möglichkeit, 5 unterschiedliche Optionen-Strategien anzuwenden. Darunter finden Sie 2 einfache Optionen-Trades, mit dem Cash Secured Put und dem Long Call, und 3 Optionen-Kombinationen mit dem Bull Call Spread, dem Bull Put Spread und der „synthetischen“ Kombination.

Diese 6 Strategien sind aber bei weitem nicht identisch. Je nach Anlageziel und Risikofreude kommt möglicherweise nur die eine oder andere Strategie für Sie in Frage. Es ist für den Handelserfolg von großer Bedeutung, die Unterschiede der Strategien zu kennen und zu verstehen.

Die wichtigsten Unterschiede der 6 Strategien

Die Unterschiede lassen sich in 4 Kategorien aufgliedern: Kapitalbedarf, maximaler Gewinn, maximales Verlustrisiko und Gewinnwahrscheinlichkeit.

Die StrategieDer Kapitalbedarf (Margin)Der maximale GewinnDas maximale VerlustrisikoDie Gewinn-Wahrscheinlichkeit
Long 100 AktienHochUnbegrenztHochMittel
Cash Secured PutMittelBegrenzt
(Unbegrenzt bei Ausübung des Puts)
MittelHoch
Long CallGeringUnbegrenztGeringGering
Bull Call SpreadGeringBegrenztGeringMittel
Bull Put SpreadGeringBegrenztGeringHoch
SynthetischHochUnbegrenztHochMittel

Beachten Sie, dass alle Optionen-Strategien hier im Vergleich zum Kauf von 100 Aktien betrachtet werden. 1 Optionen-Kontrakt entspricht in der Regel 100 Aktien und ist auch die kleinste Einheit, die Sie mit Optionen handeln können.

Der Kapitalbedarf ist der Betrag, den Sie bar im Depot halten sollten, um die Position zu handeln. Die Margin-Anforderung ist das Kapital, was vom Broker bei der Eröffnung der Position in Anspruch genommen wird. Diese Zahl kann sich im Laufe des Trades positiv oder negativ verändern, je nachdem wie sich die Aktie entwickelt. Die Margin-Anforderung entspricht nicht dem maximalen Verlustrisiko der Position.

Der maximale Gewinn ist beim Bull Call Spread und Bull Put Spread begrenzt. Bei diesen 2 Strategien vereinnahmen Sie eine Prämie. Diese Prämie entspricht Ihrem maximalen Gewinn.

Beim Cash Secured Put ist der Gewinn anfangs ebenfalls auf die vereinnahmte Prämie begrenzt. Sollte sich die Aktie seitwärts oder aufwärts bewegen, kassieren Sie nicht mehr als die vereinnahmte Prämie ab. Sollte allerdings die Aktie unter den Basispreis der Put Option fallen und wenn Sie die Position vor dem Verfallsdatum der Option nicht schließen oder „rollen“, wird die Put Option ausgeübt und Sie erwerben je Kontrakt 100 Aktien zum Basispreis der Put Option. Ab diesem Zeitpunkt sind Sie Inhaber der Aktien und Ihr Gewinn ist nach oben unbegrenzt.

Beim Cash Secured Put gibt es noch die Besonderheit, dass die Margin anfangs kleiner ist, als die Margin, die für den Kauf von 100 Aktien notwendig wäre. Das liegt an der vereinnahmten Prämie. Sollte aber die Put Option ausgeübt werden, wird die Margin der Position der Margin der 100 Aktien entsprechen.

Beim Kauf der Aktie, beim Long Call und bei der synthetischen Position sind Ihre Gewinne unbegrenzt.

Das maximale Verlustrisiko ist beim Kauf der Aktie und bei der synthetischen Kombination hoch. Geht die Aktie auf Talfahrt, werden diese Strategien am schmerzhaftesten sein. Beim Cash Secured Put ist das maximale Verlustrisiko auch nicht zu vernachlässigen. Es ist aber geringer als mit dem einfachen Kauf der Aktien, da Sie mit dem verkauften Put eine Prämie vereinnahmt haben, die den Verlust minimiert.

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Der Bull Call Spread, der Bull Put Spread und der Long Call weisen ein begrenztes und generell geringeres Verlustrisiko auf als die anderen Strategien.

Die Gewinnwahrscheinlichkeit ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Position beim Verfall der Optionen oder bei der Glattstellung der Aktien einen Gewinn von mindestens 0,01 Euro erzielt. Der Kauf von Aktien führt immer zu einer Gewinnwahrscheinlichkeit von 50%. Es gibt eine 50-prozentige Chance, dass die Aktie über oder unter Ihrem Einstiegskurs notieren wird, wenn Sie sie wieder verkaufen.

Ein Long Call hat eine geringe Gewinnwahrscheinlichkeit, da sich die Aktie schnell und stark aufwärts bewegen muss, um einen Gewinn zu erzielen. Der Bull Call Spread und der Bull Put Spread weisen, je nach Auswahl der Basispreise, eine mittlere bis hohe Gewinnwahrscheinlichkeit auf. Der Cash Secured Put, je nachdem wie tief der Basispreis der Put Option gewählt wurde, hat in der Regel eine relativ hohe Gewinnwahrscheinlichkeit.

Die 6 Strategien anhand eines Beispiels

Wir betrachten als Beispiel die Oracle Aktie (US Ticker: ORCL) und vergleichen die Parameter der 6 möglichen Trades. Diese Zahlen wurden am 8. November 2019 gezogen und haben sich seitdem, je nach Entwicklung der Aktie, verändert. Am 8. November 2019 notierte die Oracle Aktie bei 56,49 US Dollar.

StrategieKapitalbedarf (Margin)Maximaler GewinnMaximales VerlustrisikoGewinnwahrscheinlichkeit
Long 100 Aktien5.123€ (1.280€)Unbegrenzt5,123 €50%
Cash Secured Put4.856€ (1.030€)131 €4,856 €72%
Long Call
(Basispreis 57,50$)
143 €Unbegrenzt143 €31%
Bull Call Spread221 €232 €221 €42%
Bull Put Spread365 €89 €365 €68%
Synthetisch5.128€ (1.143€)Unbegrenzt5,128 €49%

Wünschen Sie sich eine Strategie mit hoher Gewinnwahrscheinlichkeit, würden Sie sich anhand dieser Tabelle möglicherweise für den Cash Secured Put oder den Bull Put Spread entscheiden.

In der Tabelle haben wir für den Cash Secured Put die Put Option mit Basispreis 55$ und Laufzeit 17. Januar 2020 (67 Tage Restlaufzeit) gewählt. Die Option würde eine Prämie von ca. 145$ (umgerechnet 131€) einbringen, was auch dem maximalen Gewinn entspricht.

Bei dem Bull Put Spread würden wir die Put Option mit Basispreis 55$ und Laufzeit 17. Januar 2020 (67 Tage Restlaufzeit) leerverkaufen und gleichzeitig die Put Option mit Basispreis 50$ und selber Laufzeit kaufen. Die vereinnahmte Prämie und der maximale Gewinn würden 98$ (umgerechnet ca. 89€) betragen.

Wollen Sie Ihren Kapitalbedarf und das maximale Verlustrisiko klein halten, kämen beispielsweise die beiden Spreads und der Long Call in Frage. Beim Bull Call Spread würden wir die Call Option mit Basispreis 60$ und Laufzeit 17. Januar 2020 leerverkaufen und gleichzeitig die Call Option mit Basispreis 55$ und selber Laufzeit kaufen. Für diese Kombination würden wir ca. 244$ bezahlen (umgerechnet ca. 221€). Der maximale Gewinn würde 256$ (232€) betragen. Das maximale Verlustrisiko, das bei einem Aktienkurs unter 55$ eintreten würde, würde 244$ betragen.

Mit einer „synthetischen“ Kombination mit Basispreisen von 57,50$ sowohl für die gekaufte Call Option als auch für die verkaufte Put Option, bauen wir eine Position auf, die sich fast identisch wie der Kauf von 100 Aktien verhält. Für diese Position würden wir ebenfalls die Laufzeit vom 17. Januar 2020 in Betracht ziehen.

Steht für Sie nur der maximale Gewinn im Fokus, sind der Kauf der Aktie, der Long Call oder die synthetische Position die möglichen Alternativen. Ein Long Call mit Basispreis 57,50$ und Laufzeit 17. Januar 2020 wäre in dem Fall eine denkbare Handelsmöglichkeit, allerdings mit der kleinsten Gewinnwahrscheinlichkeit.

Fazit: Mehrere Wege führen nach Rom, um eine bullische Strategie umzusetzen

Es gibt dank Optionen viel mehr Möglichkeiten, auf eine steigende Aktie zu setzen, als sie einfach nur zu kaufen. Sie können sich die Strategie heraussuchen, die Ihren Bedürfnissen entspricht.

Wenn Sie eine Strategie suchen, die nur wenig Kapitaleinsatz verlangt und eine hohe Gewinnwahrscheinlichkeit aufweist, ist zum Beispiel der Bull Put Spread ein adäquater Ansatz.

Das Einbeziehen von Optionen in Ihren Handel kann Ihre Erfolgswahrscheinlichkeit erhöhen und gleichzeitig den Kapitaleinsatz und das Verlustrisiko begrenzen. Durch den reduzierten Kapitaleinsatz können Sie mithilfe von Optionen auch mit einem kleinen Depot Aktien handeln, die Ihnen sonst verwehrt geblieben wären.

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Eric Ludwig

Eric Ludwig

Der gebürtige Straßburger Eric Ludwig, Jahrgang 1978, begann nach seinem Ingenieur-Studium eine Karriere in der Luftfahrtindustrie, die ihn zu Management-Positionen führte. Bereits vor 15 Jahren entdeckte er seine Leidenschaft für die Mechanismen der Börse. Er entwickelte eigene Strategien in den Bereichen Rohstoff-Handel, Portfolio-Optimierung und schließlich Optionen. Der Optionen-Handel wurde zu seinem Steckenpferd und erlaubte ihm, eine 2. Karriere als Chefredakteur, Chefanalyst und Referent einzuschlagen. Eric Ludwig handelt heute seine eigenen Strategien immer noch aktiv und erfolgreich an den Märkten.

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