Wacker Chemie – Aktienkurs hat sich jüngst nicht so wacker geschlagen

Fundamentalbetrachtung Wacker Chemie AG

Die Wacker Chemie AG ist nach eigenen Angaben ein global operierender Chemiekonzern. Im Jahr 2017 erwirtschaftete das Unternehmen mit rund 13.800 Beschäftigten an weltweit 23 Produktionsstätten, 21 technischen Kompetenzzentren und 50 Vertriebsbüros einen Gesamtumsatz von rund 4,9 Mrd. EUR. Das Unternehmen untergliedert sich in die Bereiche Wacker Silicones, Wacker Polymers, Wacker Biosolutions und Wacker Polysilicon.

Das Produktportfolio umfasst unter anderem Öle, Dichtstoffe, Lackharze, Dispersionspulver, Kieselsäure, Pharmaproteine und Siliciumwafer. Die Kunden gehören überwiegend der chemischen Grundstoffindustrie, der Elektronikindustrie, der Konsumgüter-, Nahrungs-, Pharma-, Textil- und Solarindustrie, aber auch den Industriezweigen der Biotechnologie, des Maschinenbaus und der Medizintechnik an. Der Konzern wurde 1914 gegründet. Heute wird er von Rudolf Staudigl geleitet und hat seinen Sitz in München.

Chemiegeschäft gewachsen – Konzernkerndaten überzeugen – Nettofinanzschulden halbiert

Durch die Entkonsolidierung von Siltronic ist der Anteil des Chemiegeschäfts am Gesamtumsatz von 63 Prozent auf 74 Prozent im Jahr 2017 angewachsen und betrug im ersten Quartal 2018 sogar 79 Prozent. Der Konzernumsatz stieg von 2016 auf 2017 um 6 Prozent. Das EBITDA zog von 2016 auf 2017 um 6 Prozent an, das EBIT im Vergleichszeitraum um 26 Prozent. Die Nettofinanzschulden haben sich von 2016 auf 2017 von 993 Mio. EUR auf 454 Mio. EUR reduziert – und damit mehr als halbiert.

Die Wacker Chemie AG expandierte weiter, sie startete eine Produktionsanlage für Spezialsilikone in Südkorea und installierte einen Reaktor zur Herstellung von Dispersionen am Standort Burghausen. Als i-Tüpfelchen gilt zudem die Vermögens- und Finanzlage des Konzerns. Allerdings könnten die erhöhten Rohölpreise und Schwankungen am Devisenmarkt für die folgenden Quartale zumindest als herausfordernd bezeichnet werden.

Details zur Wacker Chemie Aktie

Der Börsengang Wacker Chemie AG fand am 10. April 2006 statt, die Aktien sind in den MDAX einbezogen. Das Grundkapital wird mit 260.763.000 EUR angegeben, das mit insgesamt 52.152.600 Inhaberaktien verbrieft ist. Die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH ist mit 50,00 Prozent der stabile Anker in der Aktionärsstruktur. Der Streubesitz liegt bei 31,41 Prozent.

Die größten institutionellen Aktionäre sind die Blue Elephant Holding GmbH mit 10 Prozent, die Allianz Global Investors GmbH mit 2,96 Prozent, die BlackRock Inc. mit 2,95 Prozent und The Capital Group Companies Inc. mit 2,68 Prozent. In den letzten fünf Jahren konnte die Aktie rund 47 Prozent an Wert zulegen, während der MDAX im Vergleichszeitraum eine Performance von rund 78 Prozent aufwies. Die Wertpapiere sind somit ein deutlicher Underperformer. Der Markt bewertet den Konzern zum Zeitpunkt dieser Analyse mit 5,61 Mrd. EUR. Die Aktien kosteten in den letzten 52 Wochen 176,80 EUR im Hoch und 106,00 EUR im Tief.

Aktuelle Analysen Wacker Chemie

Die Analysten von Baader Bank, Bankhaus Lampe, Berenberg, Citigroup, Commerzbank, Credit Suisse, Deutsche Bank, DZ Bank, Hauck & Aufhäuser, HSBC, Independent Research, JPMorgan, Kepler Cheuvreux, LBBW, Morgan Stanley, NordLB, Société Générale, UBS und Warburg Research haben seit Jahresbeginn Analysen zur Aktie von Wacker Chemie angefertigt.

Von den 19 Analysen mit einer Kurszielangabe liegt das höchste Kursziel bei 175,00 EUR (Baader Bank vom 22. August 2018) und das niedrigste Kursziel bei 106,00 EUR (Credit Suisse vom 27. Juli 2018). Das Durchschnittskursziel liegt bei 143,92 EUR. Die Aktie ging zum Zeitpunkt dieser Analyse mit einem Schlusskurs von 107,55 EUR aus dem Xetra-Handel.

Fundamentaldaten 2017

Bei der Wacker Chemie AG wird jeweils zum 31.12. gemäß IFRS in Euro (EUR) bilanziert. Der Umsatz für das Geschäftsjahr 2017 lag bei 4,924 Mrd. EUR und das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit bei 335,0 Mio. Das Zinsergebnis wurde mit 30,8 Mio. EUR und das Beteiligungsergebnis mit 43,9 Mio. EUR testiert. Das Jahresergebnis summierte sich auf 884,8 Mio. EUR. Das Ergebnis je Aktie lag bei 17,45 EUR.

Die Anteilseigner erhielten für jede Aktie eine Dividende in Höhe von 2,50 EUR, zudem gab es eine Sonderdividende in Höhe von 2,00 EUR je Aktie. Die Ausschüttungssumme lag somit bei 223,5 Mio. EUR. Die Gesellschaft wies für 2017 liquide Mittel in Höhe von 286,9 Mio. EUR aus. Das wirtschaftliche Eigenkapital lag bei 3,119 Mrd. EUR und das gezeichnete Kapital bei 260,8 Mio. EUR. Die Verbindlichkeiten wurden mit 3,666 Mrd. EUR angegeben. Die Eigenkapitalquote wurde mit 46,4 Prozent ausgewiesen. Die Bilanzsumme lag bei 6,836 Mrd. EUR. Das Unternehmen beschäftigte im Geschäftsjahr 2017 13.811 Mitarbeiter.

Bilanzprognosen für 2018 und 2019

Die Umsätze könnten für das Geschäftsjahr 2018 5,123,6 Mrd. EUR und für 2019 5,360,8 Mrd. EUR betragen. Das EBITDA könnte 2018 bei 1,113,9 Mrd. EUR und 2019 bei 1,1169,7 Mrd. EUR eintreffen. Das EBIT könnte bei 566,3 Mio. EUR beziehungsweise 635,3 Mio. EUR liegen. Das Konzernergebnis könnte sich 2018 bei 374,1 Mio. EUR und 2019 bei 425,2 Mio. EUR einpendeln. Das Ergebnis je Aktie käme gemäß der Schätzung 2018 auf 7,19 EUR und 2019 auf 8,22 EUR.

Die Dividende könnte sich 2018 bei 3,43 EUR und 2019 bei 4,00 EUR befinden. Der Cashflow je Aktie könnte sich 2018 bei 15,31 EUR und 2019 bei 15,68 EUR einpendeln. Das Nettovermögen je Aktie könnte 2018 bei 64,32 EUR und 2019 bei 67,18 EUR liegen. Die Nettoverschuldung könnte sich 2018 auf 477,50 Mio. EUR belaufen und sich 2019 auf 381,25 Mio. EUR deutlich reduzieren.

Termine

Die Wacker Chemie AG wird am 25. Oktober den Zwischenbericht für das dritte Quartal 2018 veröffentlichen. Außerdem präsentiert sich das Unternehmen in den nächsten Wochen auf einer Reihe von Investmentkonferenzen von Goldman/Berenberg, Sanford Bernstein, Baader, Morgan Stanley und der Bank of America Merrill Lynch. Obendrein veranstaltet der Konzern Roadshows in Edinburg, Madrid, Paris und Frankfurt und nimmt am 26. und 27. November am Deutschen Eigenkapitalforum in Frankfurt teil.

Langfristige Chartanalyse der Wacker Chemie Aktie

Die Aktie der Wacker Chemie AG konnte in den letzten drei Handelsjahren – von Anfang 2016 bis Anfang 2018 – einen sauberen Aufwärtstrend verzeichnen. Aus dem Kursbereich von rund 60,00 Euro ging es bis auf gut 175,00 Euro hinauf, was einer prozentualen Entwicklung von knapp 200 Prozent entspricht. Im Februar dieses Jahres bekam der saubere Chartverlauf jedoch einen deutlichen Dämpfer. Der Wert brach binnen kurzer Zeit auf 135,00 Euro ein und fiel bis einschließlich letzten Freitag auf rund 106,00 Euro. Nach einer sauberen Sequenz steigender Hochs und steigender Tiefs hat sich das Blatt jetzt in Richtung fallender Hochs und fallender Tiefs gewendet.

Aus rein charttechnischen Gesichtspunkten stehen die Vorzeichen derzeit weiterhin klar auf Rot. Weitere Bewegungstiefs sind somit durchaus denkbar, wobei die Unterstützungen 104,00 Euro und folgend 95,00 Euro realistisch angelaufen werden könnten. Selbst ein leichtes Ansteigen wäre für die Abwärtsseite grundlegend kein Hindernis, denn erst Kurse oberhalb von 125,00/127,00 Euro gäben erste Anzeichen für die eventuelle Chance auf eine Trendwende. Bedingt durch die charttechnische Konstellation wären somit eher Verkäufe als Käufe mit einem Trendvorteil verbunden.

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