ZEAL Network Aktie aktuell Zeal: Lotto ist ein einträgliches Geschäft

News: Aktuelle Analyse der ZEAL Network Aktie

von |
In diesem Artikel

ZEAL Network
ISIN: DE000ZEAL241
|
Ticker: TIMA --- %

---
EUR
---% (1D)
1W ---
1M ---
1Y ---
Zur ZEAL Network Aktie

Zeal Network betreibt mehrere Lotterieplattformen in Deutschland, Spanien, Italien und Großbritannien. Darunter auch Lotto24.de, Tipp24.com.

Eine einfache Sache

Der Staat nimmt mit Lotterien jedes Jahr Milliarden ein. Das Geschäft ist ziemlich simpel, man zahlt schlichtweg weniger aus, als man einnimmt.
Die Höhe der Gewinne bemisst sich schließlich daran, was zuvor eingezahlt wurde. Ungefähr die Hälfte kassiert der Staat.

Private Anbieter wie Lotto24 kopieren dieses Geschäftsmodell, sind sozusagen Nutznießer davon. Sie Bilden die Lotterie 1:1 ab und sollten theoretisch auf dieselben hohen Margen kommen.

Das Problem ist nur, dass es das Geschäft gehörig verhageln kann, wenn die eigenen Kunden große Jackpots abräumen.
Darüber hinaus sind die Kosten für die Kundengewinnung vergleichsweise hoch.

Werbung usw. verschlangen zuletzt 27,13 Euro je Neukunde. Das muss man erstmal wieder erwirtschaften und die Mitarbeiter wollen auch bezahlt werden.
Daher ist die Profitabilität am Ende auch nicht annähernd so hoch wie beim großen Vorbild. In den letzten Jahren sprang die operative Marge zwischen 13 und 30% hin und her.

Das erklärt auch die hohe Volatilität der Aktie. Zuletzt waren die Bullen wieder am Drücker. Seit dem Vorjahrestief hat sich Zeal nahezu verdreifacht. Zurecht?

Übernahme von Lotto24

Dereinst gehörte Lotto24 zu Zeal, dann spaltete man das Geschäft ab, nur um es am Ende wieder zurückzukaufen.
Dieser Umstand für sich genommen, würde mich als Anleger bereits an der Unternehmensführung zweifeln lassen.

Tatsächlich hat sich der ganze Vorgang als Desaster herausgestellt. Im Jahr 2012 wurde das Spin-Off von Lotto24 vollzogen.
Seitdem sind die Erlöse faktisch versickert.
Für den Rückkauf der ehemaligen Tochter musste man im letzten Jahr dann aber eine gigantische Kapitalerhöhung durchführen.

Die Zahl der ausstehenden Papiere ist von 8,4 auf 22,4 Millionen Stück explodiert.

Kaufen sie heute als Anleger die Zeal-Aktie, bekommen sie also dasselbe Geschäft wie 2011, leider ist ihr Anteil aber nicht mal mehr die Hälfte Wert.
Wenn das das einzige Problem wäre, es wäre schon schlimm genug.

Wie läuft es operativ?

Leider hat man aber auch Probleme mit der Integration von Lotto24 und operativ läuft es alles andere als optimal.

Bisher scheinen Anleger das vollkommen zu ignorieren. Ganz im Gegenteil sogar, die Aktie wird schließlich seit Monaten gekauft und steigt.

Das dürfte maßgeblich darauf zurückzuführen sein, dass sich das Transaktionsvolumen sehr stark entwickelt und auf Jahressicht um 42% gestiegen ist.

Der Haken daran ist nur, dass das vor allem auf den Zukauf zurückzuführen ist und dem eine noch stärker gestiegene Aktienzahl entgegensteht.
Das bedeutet, dass das Transaktionsvolumen je Aktie – und nur das zählt für Anleger – ist sogar gesunken.

Hört sich übel an?

Spätestens jetzt müsste die Laune von Anlegern eigentlich am Boden liegen. Falls das noch nicht der Fall ist, helfen wir ein wenig nach.

Statt zu Synergie-Effekten kommt es bei Zeal leider zum Gegenteil. Wie aus dem letzten Quartalsbericht hervorgeht, erwartet man „Umsatz-Dissynergien“.
Darüber hinaus hat man das Zweitlotteriegeschäft aufgegeben.

Das hat dazu geführt, dass er Umsatz in den ersten neun Monaten um 31% auf 63,9 Mio. Euro eingebrochen ist.
Gleichzeitig sind die Marketing-Ausgaben von 17,9 auf 25,3 Mio. Euro gestiegen.

Im ersten Halbjahr war man nicht mehr profitabel. Im dritten Quartal teilte man das EBIT oder Nettoergebnis gar nicht mehr mit.
Das bereinigte EBITDA brach in den ersten neun Monaten von 28,3 auf 6,9 Mio. Euro ein.

Man muss aber dazu sagen, dass es sich bei so etwas wie dem „bereinigten EBITDA“ ohnehin um eine Frankenstein-Kennzahl handelt.
Im Vorjahr erreichte man beispielsweise ein bereinigtes EBITDA von 29,4 Mio. Euro. Das Nettoergebnis lag am Ende aber nur bei 1,7 Mio. Euro.

Zwei verschiedene Paar Stiefel

Man dürfte aktuell also kaum oder gar kein Geld verdienen. Das passt zum schwachen Gesamtbild. Seit Jahren stagnierende Umsätze, eine tendenziell sinkende Profitabilität und operative Probleme.

Für Anleger stellt die Kapitalerhöhung aber tatsächlich das größte Problem dar. Da die Zahl der ausstehenden Aktien von 8,4 auf 22,4 Millionen Stück in die Höhe geschossen ist, ist der Börsenwert heute höher als jemals zuvor.
Im Umkehrschluss wurden Ihre Anteile ebenso rekordverdächtig devaluiert.

Darüber hinaus ist das Unternehmen mit einem KUV von über 10 auch außerordentlich hoch bewertet. Derartige Preise werden normalerweise nur für schnell wachsende, aufstrebende Unternehmen gezahlt. Davon kann hier keine Rede sein.
Tatsächlich wurde Zeal in der Vergangenheit für ein KUV zwischen 1,1 und 3,7 gehandelt. Von dieser Warte ist das Unternehmen um ein Vielfaches überbewertet.

Chart

Zeal hat eine massive Rallye hinter sich, zeigt aber erste Ermüdungserscheinungen. Langsam scheint den Bullen die Puste auszugehen. Verständlich, denn zwischen 40 und 46 Euro reihen sich die Widerstände geradezu auf.

Fällt die Aktie unter den kurzfristigen Aufwärtstrend, könnte das eine Korrektur einleiten. Mögliche Kursziele liegen bei 36 sowie 34 und 31 Euro.

Chart vom 19.10.2020 Kurs: 40 Kürzel: TIMA - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 19.10.2020 Kurs: 40 Kürzel: TIMA – Wochenkerzen

Mehr als 11.000 Investoren & Trader folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants.

Probleme mit Ihrem Broker? Ich bin bei LYNX.

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
Tageshoch
Tagestief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Heutigen Chart anzeigen


Tobias Krieg, Technischer Analyst | LYNX Börsenexperten
Nachricht schicken an Tobias Krieg
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.