LEONI Aktie aktuell Leoni: Können die Käufer diesen Rückschlag noch auffangen?

News: Aktuelle Analyse der LEONI Aktie

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LEONI
ISIN: DE0005408884
Ticker: LEO
Währung: EUR

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Zur LEONI Aktie

Die wachsende Hoffnung, dass die US-Strafzölle gegen die europäische Automobilindustrie doch nicht kommen und dass die Sorgen über eine europaweite Rezession übertrieben sein könnten, zog die Aktien vieler Autobauer wieder nach oben. Prozentual gerechnet konnte davon auch der vor allem die Automobilindustrie beliefernde Kabel- und Leitungsspezialist Leoni profitieren: Die Leoni Aktie stieg von Mitte August bis Mitte September in der Spitze um gut 70 Prozent. Aber für viele Aktionäre dürfte das ein schwacher Trost gewesen sein. Anfang 2018 noch bei über 65 Euro notiert, setzte die Leoni-Aktie im Jahrestief 2019 bei 8,08 Euro auf. Da war die Gegenreaktion, die den Kurs im Hoch bis 13,96 Euro führte, nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Anfang November kam es zu einem erneuten Versuch, den Abwärts-Bann zu brechen, aber die Aktie blieb zunächst unterhalb des September-Hochs von 13,98 Euro hängen. Und jetzt könnte es leicht passieren, dass der nächste Abwärtsschub ansteht. Denn am Mittwochmorgen legte Leoni die Ergebnisse des dritten Quartals vor. Und die sorgten dafür, dass die Aktie kräftig unter Druck geriet.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur LEONI Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Das Problem ist, wie bei allen Zulieferern, der massive Margendruck. Der Umsatz ging mit 1,15 Milliarden Euro nur um ca. 4,5 Prozent zurück, aber beim EBIT stand nicht mehr wie im Vorjahresquartal ein Gewinn (+38 Millionen Euro), sondern ein Verlust von 67 Millionen. Leoni hat sich zwar einen Sparkurs verordnet und erwägt, die Kabelsparte zu veräußern, wofür es laut Unternehmen auch Interessenten gibt. Aber erst einmal sieht man für das laufende Quartal weiter nachgebende Umsätze. Die Lage ist grau genug, den Käufern für den Moment den Zugriff in nachgebende Kurse hinein zu vergällen. Jetzt stellt sich die Frage, ob das bärische Lager diese Gelegenheit beim Schopf ergreifen wird.

Sie sehen im Chart, dass der Kurs, nachdem er im Bereich des September-Hochs abgewiesen wurde, am Mittwoch im Tagestief die im August entstandene Aufwärtstrendlinie der Aktie touchierte. Die hielt erst einmal, aber das Minus des Tages blieb dennoch erheblich. Sollte Leoni diese aktuell bei 11 Euro verlaufende Linie und darüber hinaus das letzte Zwischentief bei 10,60 Euro unterbieten, wäre ein Test des bisherigen Jahrestiefs bei 8,08 Euro keine Überraschung. Um sich aus diesem Abwärtssog zu befreien, wären Schlusskurse klar über 14 Euro nötig, über der oberen Begrenzung der Dreiecksformation, die das Kursbild derzeit bestimmt. Das wäre derzeit der für die Trader längere und, solange die Rahmenbedingungen weiter drücken, auch der weniger chancenreiche Weg.

Leoni Aktie: Chart vom 13.11.2019, Kurs 11,65 Euro, Kürzel LEO | LYNX Online Broker

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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der LEONI Aktie

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Zuletzt hatten wir die Aktie des deutschen Industriekonzerns Leoni im Mai dieses Jahres analysiert und dem Titel bärische Aussichten mit auf den Weg gegeben. Das bislang anberaumte Kursziel nach unten wurde längst erreicht und wieder einmal hatten wir rechtzeitig vor möglichen Kursverlusten gewarnt. Aktuell aber scheint sich das Blatt langsam zu wenden. Seit Monaten ist eine Bodenbildungsphase zu beobachten, welche insbesondere durch das höhere Tief im Oktober gegenüber dem Tief vom August klar erkennbar ist. Jetzt müssten die Bullen noch einen Gang höher schalten, um frische neue Hochs zu erreichen. Diesbezüglich müsste die Marke bei 14 EUR gebrochen werden, wo sich schon seit geraumer Zeit ein hartnäckiger Widerstand aufgebaut hat. Der Trend bleibt vorerst auf der neutralen Ebene.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur LEONI Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Steht die Aktie möglicherweise vor der ganz großen Trendwende? Eines ist völlig klar: Sollte das Widerstandsniveau tatsächlich gebrochen werden, könnte ein beträchtliches Momentum ins Kursgeschehen kommen. Ein klares Kaufsignal wäre am Tisch und ein Anstieg in Richtung der psychologisch wichtigen Marke von 20 EUR wäre aus technischer Sicht keine allzu große Überraschung. Dennoch wollen wir noch nicht allzu viel Euphorie versprühen, wenngleich wir aktuell noch eine leicht positive Haltung auf das Wertpapier einnehmen müssen. Grund ist das überaus bärische längerfristige Chartbild. Seit Anfang 2018 befindet sich die Aktie bereits in den Fängen der Bären und da wird eine Trendwende natürlich umso schwieriger.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 12.11.2019 Kurs: 12.69 Kürzel: LEO | LYNX Online-Broker

Die Leoni AG mit Sitz in Nürnberg ist ein weltweit führender Hersteller für Drähte, Kabel, optische Fasern und Bordnetz-Systeme.

Brutal: Von 65 auf unter 10 Euro

Seit Anfang 2018 schreibe ich für LYNX und versuche jeden Tag neue Chancen für Sie zu finden. Doch Problem und Verluste zu vermeiden, ist mindestens genauso wichtig.

Charlie Munger soll sinngemäß gesagt haben: „Wir sind nicht so reich geworden, weil wir immer die besten Investments gefunden haben, sondern weil wir die schlechtesten vermieden haben.

Daher hatte ich immer wieder vor Automobilzulieferern und auch ganz explizit vor Leoni gewarnt. Zuletzt bei einem Kurs von 15,48 Euro: Leoni: Es ist alarmierend, aber auch schon zu Kursen von 35 Euro und mehr.

Seit der letzten Analyse ist die Aktie von 15,48 auf aktuell 9,50 Euro eingebrochen, ein Minus von 38%. Grund genug, um die Lage neu zu überprüfen.

Es bröckelt und knirscht

Dass das Geschäft bei Leoni derzeit nicht rund läuft, ist keine Neuigkeit. Im Endeffekt ist das bereits seit Jahren der Fall.

Seit 2011 ist der Umsatz zwar von 3,70 auf 5,10 Mrd. Euro gestiegen, der Gewinn allerdings von 4,99 auf 2,31 Euro je Aktie gesunken.
Der freie Cahflow ist seit 2014 negativ, real verdient das Unternehmen also kein Geld mehr.

Ich wiederhole es geradezu Mantra-artig: Passen der gemeldete Gewinn und der freie Cashflow nicht zusammen, ist das ein eindeutiges Warnzeichen.
Jeder, der diesen „Kniff“ kennt, hätte sich die Misere leicht ersparen können.

Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres war der Umsatz um 5% auf 1,26 Mrd. Euro rückläufig. Das Ergebnis ist von +1,34 auf -4,03 Euro je Aktie eingebrochen.

Ich hatte es bereits in der letzten Analyse geschrieben: Aus meiner Sicht erscheint es unwahrscheinlich, dass man im laufenden Geschäftsjahr noch einen Gewinn erzielen kann.
Ich bleibe dabei.

Aufspaltung?

Leoni scheint die Probleme ebenfalls erkannt zu haben und plant massive Einsparungen.

Kürzlich gab das Unternehmen sogar bekannt, dass man eine Aufspaltung plant. Demnach soll der Bereich Wire & Cable Solutions (WCS) verkauft oder eigenständig an die Börse gebracht werden.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr entfielen auf WCS 38% des Konzernumsatzes und 44% des Gewinns. Ein Verkauf wäre also keine Kleinigkeit.
Gläubiger, Banken und Branchenkenner scheinen mit den Aufspaltungsplänen aber zu hadern, denn das Segment ist profitabler als die verbleibenden Unternehmensteile.

Ob dadurch also langfristig ein Mehrwert für die Aktionäre geschaffen werden kann, ist mehr als fragwürdig.

Sanierung oder sogar Insolvenz?

Medienberichten zufolge hat das Unternehmen jetzt auch noch den bekannten Sanierer Hans-Joachim Ziems mit an Bord geholt.
Dass als Berater und nicht als Vorstand berufen wurde, deutet darauf hin, dass es zwar ernstzunehmende, aber keine existenzbedrohenden Probleme gibt.

Blickt man allerdings in den Jahresabschluss (Seite 64), erkennt man, dass die Nettoverschuldung im letzten Geschäftsjahr von 406 auf 613 Mio. Euro gestiegen ist.
Am Ende des ersten Quartals lag die Nettoverschuldung dann bereits bei 1,09 Mrd. Euro.

Ich hatte das in der letzten Analyse als „alarmierend“ bezeichnet. Die negative Entwicklung darf sich keinesfalls in dieser Geschwindigkeit fortsetzen.
Bereits jetzt fallen enorme Summen für Zinsen an, gleichzeitig ist der Investitionsdruck hoch und die Rendite auf das eingesetzte Kapital rückläufig.

Zuletzt lagen die Kapitalkosten bei 5,29% und der Return on Capital (ROCE) nur noch bei 8,3%.

Aktuell besteht wohl keine akute Insolvenzgefahr, doch dass man diese Frage überhaupt diskutieren muss, zeigt, wie groß die Probleme sind.

Chancen und Risiken

Kann Leoni einer Insolvenz entgehen, überwiegen die Chancen auf dem aktuellen Niveau.
Es wäre durchaus möglich, dass die Aktie mittelfristig wieder bei 20-30 Euro oder höher notiert.
Verlieren könnte man im Falle einer Insolvenz aber „nur“ noch 9,50 Euro.

Ob das ein ausreichendes Kaufargument darstellt, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Relativ gesehen ist die Aktie jedenfalls niedrig bewertet, KUV und KBV sind sogar niedriger als zu den Tiefstkursen der Finanzkrise.

Doch auch das wird nur helfen, wenn man mittelfristig wieder Geld verdient.

Charttechnik

Leoni ist ein fallendes Messer und bevor sich Stabilisierungstendenzen abzeichnen, sollte man wohl nicht zuschlagen.

Es wäre durchaus möglich, dass die relevanten Tiefs aus der Finanzkrise bei 8,50 und 6,25 Euro noch angesteuert werden.

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Chart vom 12.08.2019 Kurs: 9,50 Kürzel: LEO - Tageskerzen | LYNX Online BrokerChart vom 12.08.2019 Kurs: 9,50 Kürzel: LEO - Wochenkerzen | LYNX Online Broker