Cyberpunk 2077: Auf dem Boden der Tatsachen

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CD Projekt
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Zur CD Projekt Aktie

Den Start von Cyberpunkt 2077 als holprig zu bezeichnen, dürfte wohl noch untertrieben sein. Fast ein Jahrzehnt nach der Ankündigung des Spiels und einem regelrechten Hype kam es zum großen Knall. Die Aktie von CD Projekt stürzte ab.

Bringen wir es auf den Punkt: Cyberpunk war eine Enttäuschung und ist weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Dabei ist vollkommen untergegangen, dass es trotzdem ein kommerzieller Erfolg war und ist.
Sollte man jetzt nach der Kursimplosion einsteigen?

Mama mia…

Veröffentliche Gameplay-Videos waren wohl geschönt und die Menge der Bugs machte Cyberpunk für viele unspielbar.
Der Playstation-Konzern Sony verbannte das Spiel sogar von der eigenen Plattform.

Ob die überarbeitete Version noch in diesem Jahr erscheinen kann, ist derzeit noch unklar. Gleiches gilt für Witcher 3 – und viel mehr hat CD Projekt nun mal nicht im Portfolio.

Anleger hatten also allen Grund zur schlechten Laune und dementsprechend ist der Abverkauf auch nachvollziehbar.
Das wichtigste, was man aus der ganzen Geschichte allerdings lernen kann, ist, wie gefährlich Aktien sind, die „priced for perfection“ sind.

Genau das war bei CD Projekt vor der Veröffentlichung von Cyberpunk 2077 der Fall. Selbst eine kleine Enttäuschung hätte zu einem Kurssturz führen können.
Das Debakel hat dann zu einer Implosion geführt.

180-Grad-Drehung

Auf dem aktuellen Niveau ist die Lage umgekehrt. Ich hatte es vor einigen Monaten bereits in einer Analyse geschrieben:
Cyberpunk 2077: Abverkauf vollkommen übertrieben?

Seitdem arbeitet die Aktie an einem Boden und könnte ihn jetzt gefunden haben.
Der mediale Hype um die Aktie von CD Projekt hat ein schmerzhaftes Ende gefunden. Aus der damaligen Euphorie ist Ernüchterung oder Depression geworden.

Das Sentiment hat sich um 180 Grad gedreht. Für uns Grund genug, die Lage neu zu sondieren. Womöglich haben wir es mit einer handfesten Gelegenheit zu tun.

Moment mal

Denn eine Sache scheinen die Anleger bei all der schlechten Publicity zu vergessen. Cyberpunk 2077 ist trotzdem ein kommerzieller Erfolg.

Im letzten Geschäftsjahr hat sich der Umsatz von CD Projekt dadurch von 84,0 auf 421 Mio. Euro verfünffacht.
Das Ergebnis ist dadurch von 0,42 auf 2,62 Euro je Aktie geschossen

Im den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres konnte man ebenfalls ordentliche Einnahme verbuchen.
Der Umsatz lag bei 103,5 Mio. Euro.

Wiedergutmachung: Updates, Erweiterungen, Streamer, Modder

Eine überarbeitete Version, die gerade in der Mache ist, könnte einen weiteren Schub auslösen und endlich auch das Playstation-Geschäft ermöglichen.

Um das zu erreichen, unternimmt CD Projekt alles, was in seiner Macht steht. Im Zuge der Recherche wurde relativ schnell klar, dass man dabei vieles richtig macht.

CD Projekt hat massiv Personal aufgestockt, inzwischen viele Fehler behoben und arbeitet an einer neuen Version des Spiels sowie einer Erweiterung.

Darüber hinaus scheint man die Schelte der Community ernst zu nehmen und geht auf sie zu.
Man hat zahlreiche Streamer mit an Bord geholt, in das Spiel eingebaut oder ihnen Rollen als Synchronsprecher gegeben.

Die meisten Pluspunkte in der Szene hat man aber wohl damit gesammelt, dass man eine ganze Reihe namhafter „Modder“ fest angestellt hat.
Sogenannte Modder erweitern und modifizieren bestehende Spiele nach ihrem Willen. Manch ein Spiel wurde erst durch eine Fan-Mod zu einem großen Erfolg.

Vielleicht kann CD Projekt Cyberpunk nochmal Leben einhauchen. Gelingen kann das nur, wenn man die Community einbindet und genug Streamer überzeugt. Die Maßnahmen des Unternehmens zeigen also in die richtige Richtung.

Chart vom 02.09.2021 Kurs: 40,90 Kürzel: 7CD - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 02.09.2021 Kurs: 40,90 Kürzel: 7CD – Tageskerzen

Aus technischer Sicht ist die Situation ebenfalls interessant. CD Projekt hat über Monate hinweg einen Boden ausgebildet und zeigt zuletzt wieder Stärke.

Kann der heutige Anstieg über 40 Euro per Tagesschluss bestätigt werden, kommt es zu einem Kaufsignal mit einem Kursziel beim 45 Euro.

Darüber wäre die Bodenbildung formal abgeschlossen, was Kursgewinne in Richtung 50 – 52 Euro und mehr einleiten könnte.

Aus Sicht der Bullen sollte die Aktie allerdings nicht unter 35 Euro fallen.

Mehr als 12.000 Investoren & Trader folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants.

Stabilität in stürmischen Zeiten. Bei LYNX selbstverständlich.

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Die Aktie von CD Projekt hat einen massiven Absturz hinter sich. Ist die Bewertung von „priced for perfection“ zum Gegenteil umgeschlagen? Sollte man jetzt einsteigen? Wir zeigen Ihnen in dieser Analyse, wie die Prognose aussieht.

Priced for perfection

Cyberpunk 2077 war das gehypteste Spiel des vergangenen Jahres. Die Erwartungen waren riesig, der Entwickler CD Projekt (CDPR) konnte auf Milliarden-Einnahmen hoffen.

Leider sind genau diese Situationen an der Börse oft brandgefährlich. Die Aktie von CDPR war „priced for perfection“

Das bedeutet, dass eine geradezu perfekte Zukunft im Aktienkurs steckte. Wenn das bereits die Erwartungshaltung ist, was ist dann noch an Upside vorhanden?
In der Regel sehr wenig.

Auf der anderen Seite drohen allerdings enorme Risiken, denn selten läuft alles perfekt.

Genau davor hatte ich auf Guidants mehrfach gewarnt.

Scheuklappen

Das haben wir bei Cyberpunkt 2077 eindrucksvoll erlebt. Im Endeffekt endete der Release des Spiels in einem totalen Fiasko.

Technische Probleme, Abstürze, Grafik weit unter den Erwartungen. Am Ende wurde das Spiel sogar von Sony aus dem Playstation-Store geworfen.
Playstation-Nutzer können Cyberpunkt nicht kaufen, selbst wenn sie wollen.

Dass es so schlimm kommen würde, konnte niemand ahnen. Aber auch schon vor dem Release zeichneten sich Probleme ab.

Mehrfach musste der Release-Termin verschoben werden und man wusste, dass die Grafik in den Gaming-Videos und Vorab-Gameplays geschönt war.

Wer sich ernsthaft mit dem Spiel und dem Unternehmen beschäftigt hatte, musste schon Scheuklappen aufgehabt haben, um das nicht zu sehen.

Was für ein Abverkauf

Ich denke an diesem Beispiel kann man auf mehreren Ebenen sehr viel lernen. Wer an der Börse langfristig Geld verdienen will, sollte eben nicht ständig dem nächsten großen Ding nachjagen.

Es geht vielmehr darum, konstant und mit wenig Risiko sein Kapital zu vermehren.

Um das zu erreichen, muss man vor allem teure Fehler vermeiden.

Wie geht es jetzt weiter?

Am Vortag hat CD Projekt die Zahlen für 2020 vorgelegt. Cyberpunk hat zwar rund 300 Mio. Euro in die Kassen gespült und der Gewinn hat sich von 0,40 auf 2,52 Euro je Aktie vervielfacht.

Damit ist man aber weit hinter den Erwartungen und dem Erfolg von Witcher zurückgeblieben.
Eigentlich sollte das Ergebnis in diesem und im kommenden Jahr jeweils über 5,00 Euro je Aktie liegen.

Im abgeschlossenen Geschäftsjahr wurde es nur die Hälfte und für 2021 erwartet man inzwischen nur noch 1,75 Euro je Aktie.

Auf dieser Basis liegt das KGVe derzeit bei 21,4 und das bei unsicherer Zukunft.

Schnell handeln

CDPR muss Cyberpunk unbedingt wieder auf die Playstation bekommen.

Sony stellt daran aber Bedingungen und man hat scheinbar nicht die Manpower, um all die Bugs und Probleme zu beseitigen.

Man muss dafür wohl einen Entwickler übernehmen, das kostet und schmälert dementsprechend den Gewinn, den man mit dem Projekt erzielen kann.

Der CEO hat sich bereits dahin gehend geäußert, dass man einen Zukauf anstrebt.

Kann man den Hype nochmal entflammen?

Das größte Problem ist allerdings, dass man den Hype um das Spiel nicht nutzen konnte.

Selbst wenn man technisch die Kurve bekommt, der Hype ist weg und es wird sehr schwer ihn wieder zu entfachen.

Hierzu bräuchte man die Streamer, sie sind der Taktgeber der Branche, Ihnen hören die jungen Gamer zu.
Sie spielen, was ihre Vorbilder Ihnen in den Streams zeigen.

Das haben die Erfolge von Fortnite oder Warzone eindrucksvoll gezeigt.

Ohne das wird man die Verkaufszahlen kaum mehr ankurbeln können. Allem Anschein waren der Absatz im ersten Quartal 2021 sehr schwach und die Spielerzahlen sogar rückläufig.

Genau das Gegenteil

In Summe hört sich das alles andere als gut an. Vielleicht ist die Lage derzeit aber genau umgekehrt, als zu Zeiten des Hypes.

Vielleicht ist die aktuelle Situation genau das Gegenteil von „priced for perfection“.

Denn allem Anschein nach läuft Cyberpunk auf der Playstation 5 relativ gut. Immer mehr Fans fordern, dass das Spiel nun endlich für diese Konsole freigegeben wird.

Kommt es zu einer entsprechenden Entscheidung durch Sony, könnte die Aktie von CD Projekt plötzlich zu neuem Leben erwarten.

Immer mehr Fans fordern genau das und auf den großen Gaming-Portalen scheint man dieselbe Meinung zu vertreten.
Eine Freigabe wäre darüber hinaus auch im Eigeninteresse von Sony, schließlich verdient man an allen Verkäufen mit.

Darüber hinaus hat CDPR ein „umfangreiches technisches Upgrade“ der Konsolenversion für die neue Xbox und PS5 angekündigt.
Das könnte dann endlich der Durchbruch sein.

Chart vom 23.04.2021 Kurs: 37,56 Kürzel: 7CD - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 23.04.2021 Kurs: 37,56 Kürzel: 7CD – Tageskerzen

Aus technischer Sicht sieht es vorerst aber noch schlecht aus. Bisher deutet wenig auf einen Boden hin.

Über 40 Euro würde sich die Lage entspannen.

Um einen belastbaren Boden auszubilden, müsste sich die Aktie einige Zeit über dieser Marke halten, keine tieferen Tiefs ausbilden und bestenfalls über 45 Euro und den Abwärtstrend ausbrechen.

Erst dann ergeben sich nennenswert positive Signale.

Der Chart bezieht sich auf die Notierung in Euro mit dem Tickersymbol. Kunden von LYNX können die Aktie aber selbstverständlich auch an der Heimatbörse mit dem Ticker CDR handeln.

Cyberpunk 2077 ist wohl das gehypteste Spiel des Jahres. Nach Monaten des Wartens ist das Rollenspiel endlich auf dem Markt, doch die Aktie des Entwicklers CD Projekt Red stürzt ab.

Ist Cyberpunk ein Flop?

Dass der polnische Entwickler Probleme mit Cyberpunk hatte, war schon längere Zeit bekannt. Das Release-Datum musste mehrfach verschoben werden.

Wahrscheinlich wäre noch mehr Zeit nötig gewesen, bis man wirklich bereits gewesen wäre. Wahrscheinlich wollte man sich das Weihnachtsgeschäft aber nicht entgehen lassen.

Auf der Playstation und Xbox scheint es jetzt eine ganze Reihe von technischen Probleme und Bugs zu geben.

In hektischen Situationen ist Cyberpunk teilweise kaum spielbar, die Frameraten (Zahl der Bilder pro Sekunde) gehen in die Knie. Wenn es ganz schlecht läuft, kommt es zum Komplettabsturz.

Für Spieler ist das natürlich mehr als ärgerlich. Eigentlich möchte man ja Spaß haben und sich nicht ärgern.

Darüber hinaus scheint auch die optische Qualität hinter den Erwartungen zurückzubleiben. Der gehypte Hoffnungsträger kann mit anderen aktuellen Spielen nicht mithalten.
Bei der Grafik wird man also ebenfalls nachbessern müssen.

Warum ist das ein Problem?

Daher ist es kein Wunder, dass die Aktie von CD Projekt Red abgestürzt ist. Denn der Entwickler hat neben Cyberpunk nur noch ein weiteres Pferd im Stall – das Rollenspiel Witcher.

Witcher erfreut sich zwar bis heute großer Beliebtheit, der Umsatz ist aber rückläufig. Die letzte Veröffentlichung der Spielereihe erfolgte 2015.

Seitdem hat man sich vor allem auf Cyberpunk konzentriert. Für CDR geht es um sehr viel.
Tatsächlich erwartete die Börse, dass Cyberpunk Milliarden einspielen würde.

Für das laufende und kommende Geschäftsjahr wurden jeweils rund 450 Mio. Euro Gewinn erwartet – eine Verzehnfachung im Verglich zum Vorjahr.

Würde das gelingen läge das KGV in diesen Jahren bei 15.

Daraus ergeben sich aber zwei äußerst wichtige Fragen: Ist das noch realistisch und wie nachhaltig wäre der Erfolg?

Zwei Fragen, zwei Antworten

Beginnen wir mit dem zweiten Punkt. Bei kleinen Spieleschmieden wie CD Projekt Red ist es ein ganz grundlegendes Problem, dass man von wenigen Titeln abhängig ist.

Das bringt naturgemäß Gefahren mit sich. Man ist eben nicht breit aufgestellt und kann, wie auch in diesem Fall, nur ein großes Entwicklungsprojekt stemmen.

Man hangelt sich also von einem Release zum Nächsten und ein echter Flop sollte besser nicht vorkommen.
Sonst hat man ein echtes Problem.

Das führt uns wiederum zu Cyberpunk 2077. Ist das Spiel ein Schuss in den Ofen? Ich würde sagen „nein“.

Trotzdem ein Erfolg?

Die bisherigen Prognosen dürften zu hoch sein.
CDR könnte mit den inzwischen gedämpften Erwartungen vielleicht trotzdem attraktiver sein als noch vor einigen Tagen, mit hochtrabenden Erwartungen.
Denn die Aktie hat auch fast die Hälfte an Wert verloren.

Was bringt mich zu der Überzeugung, dass Cyberpunk trotzdem gut laufen wird?

Auf der Gaming-Plattform Steam geben 79% der User ein positives Feedback ab. Die Metascore auf dem PC ist mit 90 sehr hoch, die Bewertung der Spieler selbst liegt bei 6,9 von 10.

Auf der Playstation und Xbox liegt die Bewertung bei 2,9 und 3,9. Das ist miserabel.

Bemängelt werden aber nahezu ausschließlich die technischen Probleme des Spiels.
Abseits davon sind die Bewertungen und Meinungen sehr positiv.

Kann man die Bugs beseitigen, vor allem bei den Konsolen, dürfte sich die Bewertungslücke zur PC-Version schließen.

Potenzial zur Oberseite ist aber auf allen Plattformen vorhanden, auch beim PC.
CDR hat das erkannt und sich sogar öffentlich entschuldigt.

Darüber hinaus sollte man die Leidensfähigkeit von Gamern nicht unterschätzen, sie sind derartige Probleme gewöhnt.
Eines der erfolgreichsten Spiele der letzten Jahre, Call of Duty Warzone, ist geradezu berüchtigt für Abstürze und alle auch nur denkbaren Bugs.

Chart

Der folgende Chart bezieht sich auf die Notierung in PLN an der Heimatbörse in Warschau, Tickersymbol CDR.
Kunden von LYNX können die Aktie dort kostengünstig handeln, ebenso über Frankfurt oder in den US-Pinksheets.

CDR ist auf den langfristigen Aufwärtstrend zurückgekommen und dort auf Interesse gestoßen.
Solange die Aktie nicht nachhaltig unter 250 PLN fällt, sind die Bullen im Vorteil. Über 290 PLN käme es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit einem Kursziel bei 330 PLN.

Chart vom 14.12.2020 Kurs: 284 Kürzel: CDR - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 14.12.2020 Kurs: 284 Kürzel: CDR – Tageskerzen