Butterfly

Mit einem Long Butterfly wird auf die Erwartung eingegangen, dass eine Aktie oder ein Index zu dem Zeitpunkt, an dem die Optionen verfallen, innerhalb einer bestimmten Bandbreite notieren. Um auf einen bestimmten Preis des Basiswertes am Verfallsdatum der ­Option zu spekulieren, kann der Butterfly für eine Bewegung nach oben, nach unten oder sogar eine Seitwärtsbewegung ausgerichtet werden. Bei dieser Optionskombination, die aus vier Optionen mit unterschiedlichen Ausübungspreisen und derselben Laufzeit besteht, ist die Investition gering. Das Risiko gegenüber den Options-Griechen ist durch die gleiche Anzahl gekaufter und verkaufter Optionen minimal.

Ein Butterfly in der Theorie

Mit einem Butterfly gehen Sie auf die Erwartung ein, dass der Basiswert Ihrer Optionen am Verfallstag innerhalb einer bestimmten Bandbreite notiert. Um die Transaktion mit einem Gewinn abzuschließen, muss der Kurs des Basiswertes bei dieser Optionskonstruktion innerhalb des durch die gekauften Optionen vorgegebenen Kursrahmens bleiben. Ist dies nicht der Fall, resultiert aus der Position ein Verlust. Diese Konstruktion ist aus vier Optionen aufgebaut, wovon zwei Optionen gekauft und zwei Optionen verkauft werden. Für die Optionskonstruktion bezahlen Sie eine Prämie. Das Risiko der Kombination ist auf die gezahlte Prämie begrenzt. Ein Butterfly kann sowohl aus Calls als auch aus Puts bestehen.

Ein Butterfly in der Theorie

In diesem Beispiel werden die folgenden Transaktionen durchgeführt:

  • KAUF: Put-Option $ 35
  • VERKAUF: 2 Put-Option $ 40
  • KAUF: Put-Option $ 45

Hierfür wird je Option $ 1 an Prämie gezahlt, wodurch der Break-even Preis bei $ 36 und bei $ 44 liegt. Wenn der Kurs des Basiswertes am Verfallstag der Optionen zwischen $ 36 und $ 44 notiert, wird ein Gewinn erzielt. Der Gewinn beträgt hierbei maximal $ 400. Schließt der Preis des Basiswertes unter $ 36 oder über $ 44, dann entsteht ein Verlust. Der Verlust ist auf die von Ihnen bezahlte Optionsprämie in Höhe von $ 100 begrenzt.

Ein praktisches Beispiel: DAX

Am 07. Juli 2015 stand der DAX-Index bei 10.676 Punkten. Nur wenige Wochen zuvor notierte der DAX noch bei über 12.000 Punkten. Um nach solch einer Bewegung auf eine Steigerung über die Kursschwelle von 11.000 Punkten hinaus zu spekulieren, wurde eine Position in einem Butterfly mit den Ausübungspreisen 10.900 – 11.000 – 11.100 eingegangen.

Ein Butterfly besteht aus einem festen Verhältnis. Von den äußeren Optionen wird je eine gekauft, von der inneren Option werden zwei Kontrakte verkauft. Der Abstand zwischen den gekauften und verkauften Optionen ist auf beiden Seiten identisch, sodass das Risiko der Transaktion der Investition entspricht.

Der Butterfly ist wie folgt aufgebaut:

  • KAUF: Call-Option DAX September 10.900
  • VERKAUF: 2 Call-Optionen DAX September 11.000
  • KAUF: Call-Option DAX September 11.100

Die Gesamtinvestition des Butterfly 10.900 – 11.000 – 11.100 wird wie folgt berechnet: Für die Call-Optionen 10.900 und 11.100 werden insgesamt € 740,28 an Prämie gezahlt. Die Call-Option 11.000 wird zweimal verkauft, wodurch die erhaltene Prämie von € 368,64 je Option insgesamt € 737,28 ergibt. Zusammen beträgt die Prämie für die Kombination € 3. Aufgrund des Multiplikators von 5 beträgt die Investition in den Butterfly € 15, zuzüglich Transaktionskosten.

In der nebenstehenden Tabelle sehen Sie die Optionsprämien der Call-Optionen auf den DAX für das Verfalldatum 18. September 2015.

AusübungspreisPrämie Call-Optionen
10.900€ 408,43
10.950€ 388,16
11.000€ 368,64
11.050€ 349,88
11.100€ 331,85

Beispiel: Kauf Long Butterfly DAX à € 3,00

Long Butterfly DAX

Auch wenn es in diesem Beispiel um 40 Optionen geht (20 gekaufte und 20 geschriebene), bleiben die Options-Griechen relativ klein. Die Options-Griechen der gekauften Call-Optionen werden durch die Griechen der verkauften Put-Optionen fast vollständig neutralisiert. Der Ausgangspunkt der Position ist somit neutral.

Wenn von diesem Long Butterfly zehn Kontrakte gekauft werden, sehen die Options-Griechen wie folgt aus:

DeltaGammaVegaTheta
0,070-10,761,87

Am Verfallstag (18. September 2015) wurde ein Settlement-Preis des DAX-Index von 10.003 Punkten festgestellt. Zu diesem Stand werden die Optionen in Cash abgerechnet. Der Gesamtverlust beträgt € 15. Das bedeutet, dass die gesamte Investition verloren wurde. In der Praxis ist dies keine Ausnahme – es ist außerordentlich schwierig, einige Wochen vor dem Verfall vorherzusagen, wo der Basiswert enden wird. Wenn ein Optionsanleger jedoch auf die korrekte Bandbreite von Kursen spekuliert hat, sind Gewinne von mehreren hundert Prozent möglich. In diesem Beispiel wäre bei einem DAX-Stand von 11.000 Punkten am 18. September ein maximaler Gewinn i.H.v. € 485 erzielt worden. Das Erreichen genau desjenigen Preisniveaus, bei dem Sie den maximalen Gewinn erzielen, kann mit einem ungeübten Dartspieler verglichen werden, der versucht, das Bullseye zu treffen: nicht unmöglich, aber eine Ausnahme.

Ausübungspreis07.Juli18.SeptemberErgebnis
10.900€ 408,43€ 0,00€ -408,43
11.000 (2x)€ 368,64€ 0,00€ 368,64 (€ 737,28)
11.100€ 331,85€ 0,00€ -331,85

Zwei Grundregeln für den Butterfly

Erfolgreiches Handeln mit einem Butterfly erfordert einige Grundregeln. Zunächst ist es wenig ratsam, eine Position mit Optionen einzugehen, die eine Laufzeit von mehr als einem Monat haben. Der Wert eines Butterfly fluktuiert z. B. nur in geringem Maße, wenn die Laufzeit bis zum Verfallsdatum noch drei Monate beträgt. Kurz vor dem Verfall, in der letzten Woche, findet die stärkste Wertveränderung des Butterfly statt. Das hat mit dem Zeitwert zu tun. Dieser wird kleiner, je näher das Verfallsdatum rückt.

Vorteile Butterfly:

  • Sehr begrenztes Risiko gegenüber den Options-Griechen
  • Hervorragendes Risk/Reward Verhältnis
  • Geringe Investition

Nachteil Butterfly:

  • Hohe Transaktionskosten

Zusätzlich ist die Bestimmung des richtigen Risk/Reward Verhältnisses des Butterfly sehr wichtig. Wenn die abgedeckte Bandbreite von Kursen zunimmt, steigt auch die Höhe der Investition an – genau wie die Chance, dass der Kurs am Verfallstag innerhalb dieser Bandbreite notiert. Ein gesundes Verhältnis zwischen der bezahlten Optionsprämie und dem maximalen Gewinn sollte angestrebt werden. Im Allgemeinen kann dies mit einem Verhältnis zwischen dem 5- und 10-fachen erreicht werden. Ist die Differenz zwischen den Ausübungspreisen der Option gering, dann wird schnell ein hohes Verhältnis erreicht. Das Risiko ist immerhin groß und die Belohnung klein. Das Treffen des Bullseye mit einem Dartpfeil ist in diesem Fall fast unmöglich.

Da der Butterfly für die meisten Optionsanleger einen sehr spekulativen Charakter hat, ist es empfehlenswert nur einen sehr geringen Teil des zur Verfügung stehenden Vermögens zu investieren. Ein Butterfly ist daher absolut keine Alternative zu einem Vertical Call Spread oder einem Iron Condor.

Disclaimer

Dieses Handbuch ist nach bestem Wissen und Gewissen formuliert. Eine exakte Korrektheit und Vollständigkeit kann nicht gewährleistet werden. Damit entbindet Sie dieses Handbuch nicht davon, in Zweifelsfragen, insbesondere wenn hierbei wirtschaftliche Einbußen drohen, beispielsweise bei einem Vermögensberater oder Börsenexperten nachzufragen. LYNX führt keine Wertpapierberatung durch. Keine der Formulierungen, Aussagen, Wörter oder Erläuterungen in diesem Handbuch stellt eine Handelsempfehlung seitens LYNX dar.

Datenquellen: Bloomberg; Eine genaue Quellenangabe können Sie bei LYNX erfragen.

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