Die DAX-Indexfamilie: Die wichtigsten deutschen Indizes

Viele ausländische Investoren kennen, was den deutschen Aktienmarkt angeht, nur einen Index: den DAX. Aber es gibt sehr viel mehr Indizes, es gibt sogar eine ganze DAX-„Familie“. Und ein inländischer Anleger sollte die gesamte Palette der deutschen Indizes kennen. Denn da finden sich nicht nur immens spannende Aktien aus der zweiten oder dritten Reihe. Da finden sich bisweilen auch eigene, dynamische Trends, während der Blue Chip-Index DAX müde seitwärts läuft.

Der DAX repräsentiert für ausländische Investoren den deutschen Aktienmarkt an sich. Und er wird oft auch als ein Barometer für den Aktienmarkt Europas insgesamt gesehen, denn mit Deutschlands wirtschaftlich dominanter Rolle in der EU ebenso wie in der Eurozone sagen sich viele: Was bräuchte ich da mehr, um mit dabei zu sein, als den DAX bzw. eine Auswahl der in ihm gelisteten 30 deutschen Blue Chips?

Mag sein, dass das für Anleger in den USA oder Asien auch eine gute Entscheidung ist, denn natürlich bietet der DAX den Vorteil, dass man in Deutschland „mit dabei“ ist und sich nicht in die Details der zahlreichen Aktien und ihrer Indizes einarbeiten muss. Gerade international agierende große Adressen, die zugleich in den USA und Asien investieren, konzentrieren sich auf den Anfang Juli 2018 30 Jahre alt gewordenen „deutschen Leitindex“ DAX, aber:

Ob en gros oder en dé­tail: Die DAX-Familie bietet alle Möglichkeiten

Wer sich besser auskennt, findet eine weitaus spannendere Auswahl oder die Möglichkeit, mit einem der „Cousins“ des DAX den deutschen Gesamtmarkt weit umfassender abzubilden. Denn ja, was die Marktkapitalisierung angeht, hat der DAX, den wir hier im folgenden Chart auf Monatsbasis ab seiner ersten Notierung am 1. Juli 1988 abbilden, die 30 gewichtigsten börsennotierten deutschen Unternehmen unter seinem Dach. Aber das ist ebenso wenig eine repräsentative Abbildung der gesamten deutschen Börsenlandschaft wie beim Dow Jones in Bezug auf das riesige Feld des US-Aktienmarkts.

Da muss man sich den H-DAX oder den C-DAX ansehen. Oder, will man spezielle Bereiche abdecken, den MDAX, den SDAX oder den TecDAX. Oder die DAX-Sector-Indizes, die einzelne Branchen zusammenfassen. Auf all diese Indizes werfen wir einen kurzen Blick. Aber natürlich beginnen wir mit dem „Leitindex“, dem DAX selbst.

DAX

  • Offiziell notiert: seit Juli 1988
  • Enthält die 30 größten deutschen Unternehmen nach Marktkapitalisierung und Umsatz

Der DAX: Seit 30 Jahren Standard in Deutschland

Der DAX wurde im Juli 1988 eingeführt, Berechnungsbasis war der Stand zur Jahreswende 1987/1988, dieser Level wurde mit 1.000 Punkten indiziert. Er löste in der Bedeutung als Standard-Index den FAZ-Index ab. Wichtig ist, wenn man sich die Kursentwicklung über die Jahre betrachtet, dass der DAX so, wie er allgemein veröffentlicht wird, ein Performanceindex ist. Eine ausführliche Betrachtung des DAX und der Problematik eines Performanceindex finden Sie übrigens in unserem Beitrag zum dreißigsten Geburtstag des Index (30 Jahre DAX – wissen Sie wirklich alles über diesen Index?). Wo liegt das Problem?

Performanceindex kontra Kursindex

Der DAX wird allgemein als Performance-Index veröffentlicht. Das bedeutet: In den Index-Kurs fließen neben den reinen Kursen der in ihm enthaltenen Aktien auch noch die von den DAX-Unternehmen ausgezahlten Dividenden mit hinein. Und nicht nur das: Er wird so berechnet, als würden diese Dividenden sofort wieder reinvestiert, indem man mit diesem Geld sofort wieder die entsprechenden Aktien nachkaufen würde. Das ist eine nicht unbedingt realistische Darstellung, die entscheidend zu der grandiosen „Karriere“ des DAX beiträgt, was dessen Performance anbelangt.

Aber wie alle Indizes der DAX-Familie existiert der DAX auch als reiner Kursindex. Da werden ausschließlich die Kursveränderungen der DAX-Aktien berechnet, die Dividenden bleiben außen vor. Warum man allgemein nicht den Kurs-, sondern den Performanceindex abbildet, zeigt der folgende Chart, der beide Varianten seit 1. Juli 1988 zeigt: Die Performance ist ohne Einbeziehung der Dividenden weitaus geringer.

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MDAX

  • Offiziell notiert seit: Januar 1996
  • Enthält die 50 größten deutschen Aktien nach den 30 Aktien des DAX

Der MDAX: Index der „zweiten Reihe“

Die Plätze 31 bis 80 in Bezug auf die Marktkapitalisierung und den Umsatz börsennotierter deutscher Unternehmen sind im MDAX, dem „Midcap-DAX“ versammelt. Hier finden sich sehr viele stark exportorientierte Unternehmen wie Maschinenbauer und Autozulieferer, in den letzten Jahren ist der MDAX aber auch Heimat für sehr viele Unternehmen der Immobilienbranche geworden.

Der MDAX umfasst viele Unternehmen mit hohen Dividendenausschüttungen, was auch hier eine kräftige Diskrepanz zwischen dem Performance- und dem Kursindex nach sich zieht. Er ist aber in den vergangenen Jahren selbst als Kursindex deutlich besser gelaufen als der DAX als Performanceindex, wie unser Vergleichschart zeigt. Es lohnt sich also, hinter den Vorhang des dominierenden DAX zu schauen!

SDAX

  • Offiziell notiert seit: Juni 1999
  • Enthält die 50 größten deutschen Aktien nach den 30 Aktien des DAX und den 50 des MDAX, d.h. die „Plätze“ 81 bis 130

Der SDAX: Die „Small Caps“ des deutschen Marktes

Eigentlich ist der Begriff „Small Cap-Index“ für den SDAX nicht angemessen, denn die 50 nächstgrößten börsennotierten deutschen Unternehmen nach den 50 des MDAX sind ja keine kleinen Hinterhofwerkstätten, sondern ebenfalls große Unternehmen. Der Begriff wurde wohl gewählt, weil dahinter in Bezug auf die Größen-Differenzierung keine DAX-Indizes mehr folgen. Der folgende Chart seit Einführung des SDAX 1999 zeigt, dass sich die weit verbreitete Aussage, dass sich im SDAX so manche Perle verbirgt, in der Outperformance zum DAX bestätigt.

Die Trailing Stop-Order: Gewinne sichern, Verluste begrenzen.

Die Trailing-Stop Verkaufsorder ist eine abgewandelte Stop-Order. Hierbei wird der Stop-Preis in einem festgelegten Folgeabstand (Trailing-Wert) an den Kurs gekoppelt. Wenn dieser Wert steigt und somit der Abstand größer als der Trailing-Wert ist, wird der Stop-Preis nach oben angepasst.

TecDAX

  • Offiziell notiert seit: März 2003
  • Enthält die 30 wichtigsten deutschen Technologie-Aktien, sofern sie nicht im DAX, MDAX oder SDAX notiert sind

Der TecDAX: Der kleine Bruder des Nasdaq 100

Der TecDAX wurde im März 2003 eingeführt, existierte in einer anderen Form bzw. unter anderem Namen aber schon vorher. Nur wurde sein Vorgänger, der „Nemax“, so sehr mit dem Zusammenbruch des damaligen „Neuen Markts“ in den Jahren zuvor in Verbindung gebracht, dass die Deutsche Börse hier einen Neuanfang vornahm. In ihm sind die 30 größten Aktien aus dem Technologiesektor gelistet, sofern sie nicht im DAX, MDAX oder SDAX notiert sind.

Der folgende Chart, der den TecDAX seit seiner Erstnotiz 2003 im Vergleich zum DAX abbildet, zeigt, dass das Misstrauen nach dem „Neuer Markt“-Desaster jahrelang groß war. Erst 2015 zog der TecDAX dem DAX davon, auch mit befeuert durch die Hausse der US-Technologiewerte, die für den TecDAX und seinen Trend meist entscheidender sind als die Tendenz des DAX. Was auch dazu führt, dass der TecDAX durchaus ein Eigenleben führen kann und damit für Trader interessant ist, wenn bei den „Blue Chips“ einmal weniger los ist.

HDAX

  • Offiziell notiert: seit 2003, Nachfolger des DAX 100
  • Enthält die 110 Aktien des DAX, MDAX und TecDAX

Der HDAX: Die „Top 110“

Der HDAX umfasst nicht, wie man vermuten dürfte, 100 Aktien, sondern 110. Und es sind auch nicht die Aktien aus DAX, MDAX und SDAX, sondern er enthält statt den 50 SDAX-Titeln die 30 aus dem TecDAX, wodurch man auf die Zahl von 110 Aktien kommt (30 aus dem DAX, 50 aus dem MDAX, 30 aus dem TecDAX. Damit umfasst er aber nicht so gut den Gesamtmarkt, wie dies ein anderer Index vermag: der CDAX.

CDAX

  • Offiziell notiert seit: September 1993
  • Enthält alle deutschen Aktien aus den rechtlichen Notierungsbereichen General Standard und Prime Standard der Deutschen Börse

Der CDAX: Der Blick auf das „große Ganze“

Wer wirklich einen Composite-Index haben möchte, der den deutschen Gesamtmarkt abbildet, so wie es in den USA z.B. der New York Stock Exchange Composite-Index (kurz NYSE Composite) leistet, sieht sich den CDAX an. In ihm sind alle deutschen Aktien aus den Bereichen Prime Standard und General Standard enthalten. D.h. neben allen Aktien der bereits vorgestellten Indizes der DAX-Familie sind hier zahllose kleinere, nicht indexnotierte Titel dabei, zur Zeit umfasst der CDAX über 400 Aktien.

Allerdings zeigt dieser vorstehende Chart, dass die Sache mit dem „großen Ganzen“ einen gewissen Haken hat. Denn weil die größten Aktien im DAX auch das mit Abstand höchste Gewicht im Index haben, fallen die kleinen Aktien bei der Indexberechnung kaum auf, so dass die Performance, ob nun jeweils als Performance- oder als Kursindex berechnet, wie beides in unserem vorstehenden Chart enthalten, gegenüber dem DAX kaum differiert. Aber da wären ja noch die DAX Sektoren-Indizes:

Die DAXsector-Familie: Präzises Abbild einzelner Branchen

Sehr interessant für Investoren sind die DAXsector-Indizes. Hierbei handelt es sich um indexübergreifende Abbilder einzelner Branchen. So bildet z.B. der DAXsector Automobile alle mit der Autobranche verbundenen Unternehmen bzw. deren Aktien ab, nicht nur die drei Autobauer des DAX nebst Continental. Gleiches gilt für unsere beiden Beispielcharts des DAXsector Einzelhandel und des DAXsector Banken.

Damit bieten sich dem Anleger Möglichkeiten, gezielt einzelne Branchen herauszufiltern, bei denen aktuell ein dynamischer Trend einlädt, mitzuziehen. Das ist bei DAX, MDAX & Co. nicht möglich, denn sie stellen eine bunte Mischung verschiedenster Branchen dar, so dass das, was diese Indizes zeigen, nur die Quersumme zahlreicher, für sich genommen meist dynamischerer Trends ist.

Fazit DAX Indizes

Die Zahl der deutschen Indizes ist immens. Dabei haben wir hier noch nicht einmal „Exoten“ wie z.B. den VDAX new angesprochen, der die Volatilität abbildet oder den ÖkoDAX. Das Bild, das man sich mit dieser Vielfalt an Indizes machen kann, ist breit, wenn man über den Tellerrand des DAX hinausschaut … so breit wie die Palette an Investment- und Trading-Chancen, die sich dem Investor außerhalb der 30 Blue Chips des DAX regelmäßig anbieten!

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Ronald Gehrt

Ronald Gehrt

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Dabei versteht sich Gehrt als Allrounder, der in der fundamentalen, volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie im Bereich der verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse.

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