30 Jahre DAX – wissen Sie wirklich alles über diesen Index?

Das waren noch Zeiten, als man mit dem DAX Unternehmen wie Hoechst, die Metallgesellschaft, die VEBA, die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank, die Deutsche Babcock, die Dresdner Bank oder Degussa in Verbindung brachte. Die sind heute alle in anderen Unternehmen aufgegangen. Und so hat man irgendwie, wenn man wie ich kurz nach der Geburt des DAX erstmals in Aktien investierte, das Gefühl: Den DAX, den hat es schon immer gegeben. Aber das täuscht: Am 1. Juli hat er „erst“ seinen 30. Geburtstag gefeiert.

Wissenswertes über den DAX

Trotzdem, das ist lang genug, um alles über diesen Index zu wissen, könnte man denken. Aber wissen wirklich alle genau, was dieser Index darstellt? Wer weiß. Lassen Sie uns ein wenig durch diese 30 Jahre wandern … und noch ein bisschen weiter zurückgehen.

Bevor es losging: Die Jahre vor der Geburt des DAX

In den Jahrzehnten vor der Einführung des DAX am 1. Juli 1988 gab es zwei Indizes, an denen sich die Marktteilnehmer orientierten: den Index der Börsen-Zeitung (BZ-Index) und den Index der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, den FAZ-Index. Wenn man sich den seit den Fünfzigerjahren so ansieht, beschleicht einen der Eindruck, dass der DAX die deutsche Börse erst richtig in Schwung versetzt hat. Denn in den Sechziger- und Siebzigerjahren wirkten die Schwankungen im Vergleich zu der Phase nach der „Wende“ Ende 1982 sehr trist. Aber …

… das liegt auch an der linearen Skalierung. Verändert man die in eine logarithmische Darstellung, bei der jedes Prozent Wertveränderung im Chart gleich viel Raum auf der y-Achse erhält, wie wir das im folgenden Chart getan haben, wird deutlich: So langweilig war es dann bisweilen doch nicht. Die Hausse der Wirtschaftswunder-Jahre zwischen 1958 und 1961 war gewaltig. Die Ölkrise der Siebziger drückte heftig. Die Hausse nach der „Wende“ (Wechsel zur CDU/CSU-Regierung durch das Misstrauensvotum gegen Helmut Schmidt 1982) war gigantisch. Und für den Crash 1987 konnten sicherlich viele etwas, aber der DAX nicht. Denn der war damals noch nicht offiziell dabei.

Die Trailing Stop-Order: Gewinne sichern, Verluste begrenzen.

Die Trailing-Stop Verkaufsorder ist eine abgewandelte Stop-Order. Hierbei wird der Stop-Preis in einem festgelegten Folgeabstand (Trailing-Wert) an den Kurs gekoppelt. Wenn dieser Wert steigt und somit der Abstand größer als der Trailing-Wert ist, wird der Stop-Preis nach oben angepasst.

Eine große Familie – Die DAX Indizes

Der DAX wurde zwar am 1.7.1988 offiziell eingeführt, die Berechnungsbasis aber war der 21.12.1987. Den Stand der damals im DAX enthaltenen Aktien indizierte man auf einen Index-Stand von 1.000 Punkten. Im folgenden Chart sehen wir den DAX über seine gesamte Laufzeit. Dass die Berechnung ausgerechnet Ende 1987 begann, hat übrigens viel dazu beigetragen, dass der DAX sich in den Jahren seiner Existenz zum über zwölffachen des Anfangswertes aufschwingen konnte, denn da begann gerade die Erholung vom Crash des Oktobers 1987. Hätte man ihn auf den Stand vom 1.10.1987 indiziert, sähe diese scheinbar so grandiose Performance weit weniger beeindruckend aus.

Der DAX, der Index der 30 höchstkapitalisierten und liquidesten börsennotierten deutschen Unternehmen, blieb nicht allzu lange alleine. Die DAX-Familie wurde seit den Neunzigerjahren stetig erweitert. Die wichtigsten Indizes der DAX-Familie sind:

  • DAX 30: Die 30 größten und liquidesten Unternehmen.
  • MDAX: Die 50 größten und liquidesten Unternehmen nach den 30 des DAX.
  • TecDAX: Die 30 größten deutschen Unternehmen aus dem Technologiesektor, die nicht im DAX oder im MDAX notiert sind.
  • CDAX: Der „Composite“-DAX, der alle in Frankfurt gehandelten deutschen Aktien umfasst.
  • SDAX: Ein Index mit 50 sogenannten „Small Caps“, kleineren Unternehmen, die von der Größenordnung her den Aktien im MDAX nachfolgen.
  • DIVDAX: Die 15 Aktien des DAX mit der höchsten Dividende.

Der DAX selbst bildet also, was die Marktkapitalisierung angeht, die 30 größten Unternehmen Deutschlands ab, repräsentiert aber an sich nur einen sehr kleinen Teil des gesamten deutschen Aktienmarkts. Der FAZ-Index umfasst 100 Aktien, der CDAX hingegen umfasst mehrere Hundert Aktien. Vergleichen wir den DAX einmal seit Anfang 2000 mit dem CDAX, sehen wir:

Der CDAX, also der Gesamtmarkt, konnte den DAX sogar noch schlagen. Und allzu viel schlechter als der Dow Jones, der ebenfalls 30 Aktien, die größten der USA, listet, ist er seit der Jahrtausendwende auch nicht gelaufen, trotz der gewaltigen Hausse, die es in den USA nach Donald Trumps Wahlsieg gab. Ist der DAX also ein Erfolgsmodell? Vorsicht, denn dieser DAX hat ein „dunkles Geheimnis“, das durchaus nicht jedem bekannt ist!

Die große Täuschung

Was nicht viele wissen ist, dass man bei einem Vergleich des DAX mit dem Dow Jones Äpfel mit Birnen vergleicht. Denn der Dow Jones ist ein „Kursindex“. Die Berechnung des Index erfolgt rein anhand der Kursveränderung der in ihm gelisteten 30 Aktien. Wie auch sonst, könnten Sie fragen. Da gibt es sehr wohl eine andere Option, nämlich die des sogenannten „Performanceindex“. Der berechnet zwar auch die Kursveränderungen. Aber er bezieht die Dividendenzahlungen mit ein, rechet die Dividende wie einen Kursgewinn und, und das macht über die Jahre viel aus, rechnet sie so, als würde man die Dividenden sofort reinvestieren. Da ist also ein Zinseszins-Effekt enthalten. Und der DAX, der allgemein als „der“ DAX gilt, ist ein solcher Performanceindex. Sehen Sie sich im nächsten Chart einmal an, wie der Vergleich zwischen Dow Jones und dem DAX Kursindex (der ebenfalls existiert, aber selten gezeigt wird, Sie sehen ja warum) ab der Jahrtausendwende ausfällt:

Da bleibt kein Auge trocken! Und was Sie im Chart auch sehen ist: Die Performance dieses DAX als Kursindex ist seit 2000 bis heute kaum mehr als null! Wenn die Dividenden nicht wären (und die sind in Deutschland ja nach wie vor stattlich, die Dividendenrendite der 30 DAX-Aktien liegt derzeit bei starken 3,28 Prozent, die Dow Jones-Aktien bringen es nur auf 1,9 Prozent) wäre der DAX über fast zwei Jahrzehnte also alles gewesen, nur kein gutes Investment. Hier noch einmal der direkte Vergleich zwischen dem allgemein bekannten DAX Performanceindex und dem DAX Kursindex:

Dieselben Aktien, dieselben Kurse, aber keine Einberechnung der Dividende und schon wird der DAX auch nach 30 Jahren zur Enttäuschung … oder? Nein, nicht unbedingt. Denn wer den DAX über seine 30 Aktien abbildet, hat ja nun einmal de facto auch die Einnahmequelle der Dividenden. Gut, werden die als Einkommen genutzt und nicht reinvestiert, kommt man mit der Performance trotzdem nicht hinterher. Aber:

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Wie man aus dem DAX trotzdem sehr viel herausholen kann

Wenn Sie sich einmal ansehen, wie sich die stärksten Aktien des DAX schlagen, sieht das schon ganz anders aus. Während der DAX Kursindex über den Zeitraum der letzten zwölf Monate leicht im Minus notiert, haben aktuell die DAX Einzelwerte Linde, Vonovia und die deutsche Börse AG sehr wohl ansehnliche Gewinne zu bieten.

Fazit 30 Jahre DAX

Der DAX ist über 30 Jahre unser Begleiter gewesen und wird es wohl auch weiterhin über Jahrzehnte sein. Aber da ist nicht alles Gold, was glänzt, denn als gängige Darstellung in der Performance-Variante bietet er ein positiv verzerrtes Bild. Das mag schon manchen Anleger enttäuscht haben, der den DAX abbildete und dessen Performance einfach nicht erreichen konnte. Aber wenn man versucht, nach entsprechenden charttechnischen Kaufsignalen diejenigen „guten“ DAX-Titel herauszufiltern, die intakte Aufwärtstrends aufweisen, kommt man mit diesem Pool der 30 größten deutschen Blue Chips trotzdem zu einer sehr ansehnlichen Rendite!

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Ronald Gehrt

Ronald Gehrt

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Dabei versteht sich Gehrt als Allrounder, der in der fundamentalen, volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie im Bereich der verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse.

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