Heating Oil: Eine hitzige Situation

Heating Oil, oder in unserer Sprache Heizöl, ist neben dem Gasoline (RB) ein sehr interessanter Energieträger. Beide Commodities werden aus Crude Oil hergestellt und somit haben alle drei Rohstoffe einen ähnlichen Verlauf. Für den besseren Überblick sehen wir uns zuerst einmal den passenden Chart mit Crude Oil (CL) – schwarze Linie -, Heating Oil (HO) – rote Linie – und dem Gasoline (RB) – grüne Linie – an. Achten Sie einfach auf den Verlauf dieser drei Kurse.

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Ich denke, jetzt wird es deutlicher – die drei Märkte verlaufen mit einer hohen Korrelation zueinander. Wenn wir nun das Crude Oil als Basis verwenden, erkennen wir, dass das Gasoline (RB) deutlich volatiler ist als das Heating Oil. Im direkten Vergleich von Heating Oil zu Crude Oil, ist Crude Oil der ruhigere Markt. Wichtig für das Verständnis beim Handel mit Heating Oil ist, dass hier nur der US-Markt und seine Nachfrage einen Einfluss für die Preisentwicklung haben. Natürlich entscheidet auch der Einkaufspreis von Crude Oil, doch danach kommt nur noch der US-Markt für den Weiterverkauf in Betracht. Der Markt für uns und einem „stressarmen“ Trading – wenn es so etwas gibt, ist das Crude Oil. Deswegen betrachten wir zuerst die Kursentwicklung beim Crude Oil und anschließend analysieren wir die zwei anderen Märkte. Der Blick auf den aktuellen Verlauf beim Heating Oil zeigt es uns gut an, es geht in großen Wellen nach oben. Auch sehen wir bei der grafischen Darstellung der CoT-Marktteilnehmer-Positionen schon die stark ausgebauten Werte, doch hier ist es immer besser, genauer hinzusehen. Deswegen die reinen Zahlen aus dem CoT Report.

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CoT Daten zu Heating Oil

Auch diese Zahlen sprechen für einen intakten Aufwärtstrend. Ich kann nichts Bedenkliches erkennen:

HO-CoT-Report

Ein kleiner Einwurf für das Thema „risikoärmeres Trading“ – die Technik dafür nennt sich Spread Trading und wenn wir die CoT Reporte genauer betrachten, dann fällt uns auf, dass die meldepflichtigen Positionen (Reportable Positions) gemeinsam unter der Bezeichnung „Spreading“ zusammen 88.005 Positionen ausmachen. Genau dies ist eine Trading-Technik mit weniger Risiko. Hier werden innerhalb der verschiedenen Liefermonate zwei Trading-Positionen mit zwei Lieferkontrakten aufgebaut. Ein Liefermonat ist Long und der andere Liefermonat ist Short. Es ist die für mich beste Trading-Technik, die wir als private Trader nutzen können. Die Vorteile sind eine geringere Margin, weniger Volatilität und stabilere Trends in Verbindung mit der Saisonalität. Doch risikoarm bedeutet immer noch, dass Risiko vorhanden ist und damit auch, dass das Risiko eines Totalverlustes besteht, genauso wie bei einer Einzelposition. Doch in meinen Augen überwiegen die Vorteile gegenüber der Einzelposition. Sehen wir uns nun den langfristigen Chart auf Monatsbasis an. Haben wir im Heating Oil extreme Positionen oder gibt es hier noch Luft für mehr?

Chart

Monatschart

HO-Chart-Monat

Das ist deutlich! Die Positionen der Trendtreiber haben Extremwerte erreicht. Vergleichbar mit den Jahren 2008, 2009 und 2010. Doch die Insider halten wirklich extreme Positionen. Von Dezember 2016 bis heute sind diese Werte einmalig beim Heating Oil. Ein guter Grund also für uns vorsichtiger im Heating Oil zu agieren. Doch wir erkennen in diesem Chart ebenfalls einen Widerspruch. Sehen Sie sich die Jahre 2007 und 2008 an. Obwohl Rekordbestände bei den Netto-Positionen erreicht wurden, gingen die Preise weiter nach oben. Dies setzte sich ebenfalls von 2010 bis 2011 fort. Was nun? Dafür ist ein Blick auf die technische Verfassung des Marktes notwendig – optimalerweise auf Wochenschlusskursen.

Wochenchart

HO-Chart-Woche

Technisch betrachtet (ich nutze hier den ADX>60) ist das Heating Oil nicht mehr in einem überhitzten Zustand. Die notwendige Korrektur erfolgte in der ersten Januarwoche. Seitdem gehen die Kurse seitwärts und leicht nach unten. Nun kommen der US-Markt und seine Nachfrage für das Heating Oil dazu. Wie bei uns, wird Heizöl im Frühjahr und im Sommer gekauft, denn dann sind die Reserven vom Herbst und Winter aufgebraucht. Höhere Preise sind somit völlig normal für den Endverbraucher. Genau dies sehen wir im US-Markt mit dem Heating Oil. Die Preise steigen tendenziell bis zum Sommer im Gleichklang mit der Nachfrage.

Expertenmeinung: Obwohl wir extreme CoT Positionen im Heating Oil vorfinden, ist der Aufwärtstrend intakt. Die Korrektur ist seit der ersten Januarwoche eingeleitet und sollte langsam ihr Ende finden. Danach spricht vieles dafür, dass wir im Heating Oil höhere Kurse sehen. Nachteil für eine Position ist die erhöhte Volatilität der Einzelposition. Wer das Risiko besser für sich einschätzen möchte, der kann sich das Jahr 2013 einmal ansehen. Hier wurde richtig viel Geld mit einer Long-Position vernichtet.

So, das war es für heute von meiner Seite! Ich wünsche Ihnen ein erfolgreiches Trading!

Mike C. Kock

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in dem besprochenen Wertpapier bzw. Basiswert zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert.

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Mike C. Kock

Mike C. Kock

Trader, Analyst und Autor

Mike C. Kock ist Jahrgang 1965 – Trader, Analyst und Autor. Im Frühjahr 2008 erschien sein Buch „25 Märkte – 100 Chancen“, ein Grundlagenwerk über Rohstoffe und deren erfolgreicher Handel. Er ist seit mehreren Jahren freier Referent für Banken in den Bereichen Derivate, Strukturierte Produkte und Portfoliomanagement. Als ehemaliger Regionalmanager des Berufsverbandes der Technischen Analysten der VTAD e.V. kennt er die Schwächen der TA – sie ist eben keine klare Wissenschaft und jeder Ansatz hat seine Risiken. Langfristiger Gewinn ist nur durch striktes Risiko Management möglich.

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