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US-T-Bonds (10 Jahre) Prognose US T-Bonds 10y: Worte wie Donnerhall

News: Aktuelle Analyse des US-T-Bonds (10 Jahre) Futures

In diesem Artikel
US-T-Bonds (10 Jahre)
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Ticker: ZN
|
Währung: USD
|
Börse: --
Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

US-Notenbankchef Warsh hielt beim Notenbanker-Treffen in Jackson Hole eine Rede, in der er klarmachte, dass die „Fed“ die Leitzinsen anheben müsse, sollte die Inflation nicht zügig in die Zielzone zurückkehren. Die Anleihekurse sackten durch – wie stellt sich die Lage jetzt dar?

Die Antwort lässt sich auf ein Wort reduzieren: kritisch. Zumindest für diejenigen, die sich bei weiter steigenden Anleihezinsen in den USA Sorgen machen müssten. Denn die Rendite für die US-Staatsanleihen (T-Bonds) mit zehn Jahren Laufzeit stieg als Reaktion auf Kevin Warshs Aussagen am Freitagabend zum Handelsende auf 4,728 Prozent. Damit klopft sie erneut an die seit Ende Juli belagerte Marke von 4,75 Prozent, die von nicht wenigen als „marktkritisch“ angesehen wird. Der Kurs dieser „Zehnjährigen“, den Sie in unserem Chart abgebildet sehen, rutschte folgerichtig wieder nahe an das bisherige Jahrestief heran.

Zwar geht es hier weit weniger um die reine Charttechnik, als man das bei anderen Assets gewohnt ist. Aber dass sich die zehnjährigen T-Bonds in einem nahezu perfekten Abwärtstrend bewegen, macht es dennoch noch schwieriger, hier eine Wende zum Besseren, sprich zu steigenden Kursen und vice versa fallenden Renditen, hinzubekommen. Wir sehen, dass der Kurs des hier gezeigten Futures auf diese zehnjährige Laufzeit präzise entlang der 50-Tage- und 100-Tage-Linie nach unten geführt wird, wobei er im August gleich zweimal genau an der 50-Tage-Linie nach unten abgewiesen wurde. Ginge es alleine um das Chartbild, wäre man versucht zu sagen: Das schreit förmlich nach einem Ausbruch nach unten.

US-Staatsanleihen, Laufzeit 10 Jahre: Chart vom 28.08.2026, Kurs 108 2/32 US-Dollar, Kürzel: ZN | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
US-Staatsanleihen, Laufzeit 10 Jahre: Chart vom 28.08.2026, Kurs 108 2/32 US-Dollar, Kürzel: ZN | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Zwar geht es bei den Zinsen nie alleine um die Charttechnik, aber das Problem derer, die sich im Fall von Renditen über 4,75 Prozent bzw. Kursen unter 108 US-Dollar Sorgen machen müssten, ist: Eigentlich spricht nicht gerade wenig dafür, dass dieser Support bricht und sich die Anleiherendite in Richtung von fünf Prozent in Marsch setzt.

Die Tendenz zu einer Leitzinserhöhung wurde bereits anhand der drei Gegenstimmen zur Entscheidung, den Leitzins in der letzten Notenbanksitzung unverändert zu lassen, erkennbar. Aber so klar, wie „Fed“-Chef Warsh sich am Freitag in Jackson Hole ausdrückte, hatte man das noch nicht gehört, zumal ja immer noch viele hofften, Warsh, der ja von Donald Trump ausgewählt wurde, werde dessen Dauer-Forderung nach niedrigen Zinsen nachkommen oder zumindest den Leitzins nicht anheben, auch, wenn die Inflation ein gutes Stück über dem Ziel von zwei Prozent liegt. Es scheint, man hat sich geirrt.

Der Grund, warum weiter anziehende Anleiherenditen bzw. dadurch fallende Kurse „marktkritisch“ sind, verteilt sich auf vier Aspekte.

Zum einen bedeuten höhere Renditen bei US-Staatsanleihen, dass die US-Regierung entsprechend mehr Zinsen für die Finanzierung des schnell wachsenden Schuldenbergs bezahlen müsste. Was man dort natürlich höchst ungern sähe.

Darüber hinaus würden höhere Renditen bei Staatsanleihen auch tendenziell zu teureren Privatkrediten führen, bei einem Land, bei dem sehr viel über Kredite läuft, eine potenzielle Wachstumsbremse.

Dazu sehen internationale Investoren das in den fallenden Anleihekursen sichtbare, schwindende Vertrauen in US-Anleihen als früher sicher scheinendes Investment. Das kann dazu führen, dass ausländische, große Adressen solche Anleihen weniger nachfragen.

Und zuletzt können höhere Anleihezinsen den KI- und Halbleiterboom gefährden, denn der läuft großenteils auf Kredit.

Doch das sind Aspekte, die die Notenbank, wenn sie sich an ihre Aufgabenbereiche hält, wenig bis gar nicht zu interessieren haben. Dort geht es um Geldwertstabilität und, als weitere Aufgabe, die die EZB nicht hat, darum, ein wirtschaftliches Umfeld zu generieren, in dem nach Möglichkeit Vollbeschäftigung herrscht … was aber der Inflationsbekämpfung untergeordnet ist. Das weiß man am Markt, daher war die Reaktion recht deutlich … und sollte es Mr. Trump nicht gelingen, die US-Notenbanker doch noch irgendwie seinem Willen zu unterwerfen, könnte das bisherige Jahrestief dieser zehnjährigen US-T-Bonds, nach diesem doch sehr klaren Statement des US-Notenbankchefs zum Thema Inflation, durchaus fallen.

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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 28.08.2026 um 23:08 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

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Vorherige Analysen der US-T-Bonds (10 Jahre) Aktie

21.08.2026
08:28 Uhr

US T-Bonds 10y: Die große Angst vor neuen Rendite-Hochs — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 20.08.2026 um 22:07 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die US-Notenbank hat den Leitzins bislang trotz hoher Inflationsraten nicht erhöht, aber das muss nicht so bleiben. Am US-Anleihemarkt nimmt man höhere Zinsen bereits vorweg. Das US-Finanzministerium versucht, dagegenzuhalten … aber das scheint nicht zu klappen.

Am Mittwoch verkündete US-Finanzminister Bessent überraschend, dass das Volumen für Rückkäufe langlaufender US-Staatsanleihen ab dem 9. September von zwei auf vier Milliarden US-Dollar verdoppelt werde. Rückkäufe in nennenswerter Größenordnung führen im Prinzip dazu, dass die Kurse der Anleihen gestützt und der Anstieg der Anleiherenditen gebremst, gestoppt oder sogar umgekehrt wird. Man kann größere Rückkäufe also als Intervention sehen, um unerwünscht hohe Zinsen zu verhindern. Das kann klappen. Aber es muss nicht. Und in diesem Fall sah es am Donnerstag nicht so aus, als würde es funktionieren.

Die Rendite der US-Staatsanleihen (US-Treasury-Bonds oder kurz T-Bonds) hatte am Dienstag die als riskantes Level angesehene Rendite von 4,75 Prozent erreicht, der Kurs war entsprechend deutlich gefallen, wie unser Chart zeigt, der den Kurs der „Zehnjährigen“ abbildet. Durch Bessents Intervention sackte diese Rendite am Mittwoch als erste Reaktion bis auf 4,63 Prozent durch, der Kurs stieg also wieder ein Stück. Aber Sie sehen es im Chart: Schon gestern, einen Tag später also, fiel der Kurs wieder zurück, die Rendite lief im Tagesverlauf auf bis zu 4,71 Prozent nach oben.

US T-Bonds 10y: Chart vom 20.08.2026, Kurs 108 6/32 US-Dollar, Kürzel: ZN | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
US T-Bonds 10y: Chart vom 20.08.2026, Kurs 108 6/32 US-Dollar, Kürzel: ZN | Quelle: TWS

Der Effekt ist verpufft, im Gegenteil könnte der Schuss sogar nach hinten losgehen. Denn die Marktteilnehmer scheinen in dieser Maßnahme des US-Finanzministeriums die Bestätigung dafür zu sehen, dass man dort langsam nervös wird. Zu hoch steigende Renditen sind riskant, das will man daher verhindern. Aber wie soll das auf Dauer funktionieren? Der Anleihemarkt ist ein freier Markt, die Akteure „machen“ den Trend. Und wenn eine Mehrheit der Trader der Ansicht ist, dass die Zinsrenditen steigen werden, steigen sie auch, denn so viele Milliarden, wie es bräuchte, um den Markt zu „überstimmen“, kann die Regierung nicht aufbringen. Aber warum ist man überhaupt so nervös, für wen sind hohe Renditen denn riskant?

Expertenmeinung: Zunächst einmal für die US-Regierung selbst. Gerade meldete das US-Finanzministerium, dass die Staatsverschuldung die unglaubliche Marke von 40 Billionen US-Dollar, also von 40.000 Milliarden, überschritten hat. Dieser wachsende Hunger nach Kapital wird über die Ausgabe von Staatsanleihen befriedigt. Und je höher der Zins wird, den man den Investoren bieten muss, damit sie diesem „Groschengrab“ weiter Geld geben, desto extremer fällt der Schuldendienst aus, sprich die Summe, die man an Zinsen zahlen muss. Was dazu führt, dass man noch mehr Anleihen ausgeben muss, um die Zinsen der bereits laufenden Anleihen zahlen zu können. Diesen Kreislauf zu stoppen, wäre natürlich im Interesse des Finanzministeriums … nur klappen müsste es halt.

Zum anderen ist der Bereich, der momentan entscheidend dafür verantwortlich ist, dass die US-Wirtschaft noch Wachstum ausweist, von Krediten abhängig. Die mittlerweile eine Billionensumme erreichenden Investitionen in KI zahlen die großen Konzerne nicht aus der Portokasse. Auch der Produktionsausbau bei den Halbleiterunternehmen und den Ausrüstern wird zum Teil mit Krediten finanziert. Je höher die Renditen am Anleihemarkt steigen, desto teurer wird das. Und es geht hier ja, genauso wie bei der Staatsfinanzierung, oft um längere bis lange Kreditlaufzeiten. Da machen ein Viertelprozent oder ein halbes Prozent Zins mehr oder weniger schon einiges aus, wenn es darum geht, ob und wann man diese Kosten wieder hereinholen könnte.

Das Motiv, den Anstieg der Zinsen und den mit ihm einhergehenden Abstieg der US-Anleihekurse zu stoppen, ist also nachvollziehbar. Aber wie gesagt: Der Markt ist stärker, das hat man bei Interventionen ein ums andere Mal gesehen. Und es scheint, dass es auch diesmal so sein könnte.

Der Chart zeigt, dass sich die Notierung der US-T-Bonds mit Laufzeit zehn Jahre weiter in einem intakten Abwärtstrend bewegt. Solange das so bleibt, indem der Kurs unter der mittelfristigen Abwärtstrendlinie und der 50-Tage-Linie (aktuell bei 109 2/32 US-Dollar) verharrt, hätte eine auf sinkende Renditen und steigende Anleihekurse ausgerichtete Position in dieser Anleihelaufzeit höchst magere Erfolgschancen.

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Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

10.08.2026
08:11 Uhr

US T-Bonds 10y: Divergierende Tendenz zum Aktienmarkt — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 07.08.2026 um 22:16 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Für viele Trader am Aktienmarkt ist der Anleihemarkt eine andere, langweiligere Welt. Doch die Rahmenbedingungen, auf die Aktien und Anleihen reagieren, sind die gleichen. Und wenn sich da, wie derzeit bei den US T-Bonds, Divergenzen auftun, sollte man genau hinsehen.

Am Aktienmarkt sorgte man sich eine Zeitlang, dass die US-Notenbank aufgrund der ein gutes Stück über dem Zielbereich liegenden Inflation die Leitzinsen anheben könnte. Vor allem, nachdem erkennbar wurde, dass der neue „Fed“-Chef Kevin Warsh kein williger Erfüllungsgehilfe für Donald Trumps ständigen Ruf nach deutlich sinkenden Zinsen sein würde. Doch nachdem seit Beginn des Iran-Kriegs nichts in diese Richtung passierte, nahm die Sorge wieder ab. Keine Bremse für die Unternehmensgewinne in Sicht, sagte man sich. Und am Freitag schlug das Barometer sogar in Richtung Zinssenkungen um, denn:

Die US-Arbeitsmarktdaten für den Juli waren fatal ausgefallen. Zwar reagierte die Arbeitslosenquote nicht, aber das dürfte nur an der gesunkenen Arbeitnehmer-Beteiligungsrate gelegen haben. Denn statt der im Vorfeld für den Juli geschätzten 85.000 neu geschaffenen Jobs meldete das US-Arbeitsministerium einen Stellenverlust von 23.000. Zwar entstand das Minus, weil im Bereich der öffentlichen Hand ganze 53.000 Arbeitsplätze verloren gingen, aber damit kam man im rein privaten Bereich trotzdem nur auf 30.000 neue Jobs … aufgrund der wachsenden US-Bevölkerung mit Abstand zu wenig, um das Beschäftigungsniveau real zu halten.

Das wiederum veranlasste einige am Aktienmarkt, stereotyp zu folgern: Das bedeutet Leitzinssenkungen … Leitzinssenkungen sind bullisch … also muss es aufwärts gehen. Es wurde gekauft … aber was dort manch einer übersehen hat oder übersehen wollte:

Expertenmeinung: Die Reaktion am US-Anleihemarkt passte dazu nicht. Zwar kam die Rendite der US-Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit, der sogenannten T-Bonds (Treasury Bonds), leicht zurück. Aber die Rendite dieser zehnjährigen US-Anleihen lag am Freitagabend mit 4,65 Prozent weiter ziemlich nahe am mehrjährigen Hoch von knapp fünf Prozent aus dem Jahr 2023. Die Kurse der Anleihen, die Sie in unserem Chart sehen, blieben somit gedrückt. Was übersetzt heißt:

US T-Bonds 10y: Chart vom 07.08.2026, Kurs 108 24/32 US-Dollar, Kürzel: ZN | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
US T-Bonds 10y: Chart vom 07.08.2026, Kurs 108 24/32 US-Dollar, Kürzel: ZN | Quelle: TWS

Am US-Anleihemarkt gehen die Akteure derzeit nicht davon aus, dass die Leitzinsen sinken. Das aktuelle Kursniveau deutet eher an, dass man unverändert mit Leitzinsanhebungen rechnet. Was insofern denkbar wäre, als die US-Notenbank nicht zum ersten Mal in einer Zwickmühle zwischen Inflation und wackliger Konjunktur erst einmal die Inflation angehen würde, sprich die Zinsen anhebt. Nun ließe sich fragen, was es denn die Aktienmarkt-Trader interessieren müsste, was man „nebenan“, bei den Bonds, denkt und tut.

Es ist immer klug, dort hinzusehen, weil der US-Anleihemarkt schließlich die gleichen Fakten sieht und „abarbeitet“ wie der Aktienmarkt, bei den Bonds aber tendenziell erfahrene und besonnene, große Investoren das Geschehen dominieren. Was heißt: Hier dominiert meist die Vernunft, am Aktienmarkt meist die Emotionen. Und da sich die Vernunft … wenngleich es oft lange dauert … auch an der Börse meist durchsetzt, sollte man diese Skepsis, mit der man den US-Arbeitsmarktdaten am Anleihemarkt begegnete, nicht einfach vom Tisch wischen.

Die US T-Bonds mit zehn Jahren Laufzeit verharren in einem klaren Abwärtstrend. Solange diese Abwärtstrendlinie sowie die wichtigsten gleitenden Durchschnitte nicht nach oben durchbrochen wurden, spielt man hier die Karte zumindest potenziell für Aktien positiver Zinssenkungen nicht. Das muss nicht, kann aber dazu führen, dass am Aktienmarkt große Adressen mit erfahrenen Entscheidern, die dieses Warnsignal sehen und verstehen, bei steigenden Kursen eher auf die Verkäuferseite gehen, falls dieser Abwärtstrend bei den Bonds fortbesteht. Es wäre daher sicherlich kein Fehler für Aktienmarkt-Trader, das Geschehen bei den US T-Bonds im Auge zu behalten, statt es als „langweilig“ einzustufen und deshalb zu ignorieren.

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Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

20.04.2026
08:26 Uhr

US T-Bonds 10y: Zurück ans Jahreshoch? Diese Hürden stehen noch im Weg — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 18.04.2026 um 11:35 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Kurse der im März erheblich gedrückten US-Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit (kurz Treasury Bonds oder T-Bonds) ziehen an. Und die aktuellen, geopolitischen News wirken, als könnten die US-Bonds wieder attraktiv werden. Doch zwei Faktoren stehen dem noch im Weg.

US T-Bonds 10y: Chart vom 17.04.2026, Kurs 111 22/32 US-Dollar, Kürzel: ZN | Online Broker LYNX
US T-Bonds 10y: Chart vom 17.04.2026, Kurs 111 22/32 US-Dollar, Kürzel: ZN | Quelle: TWS

Zum einen haben die zehnjährigen T-Bonds zwar, wie der Chart zeigt, nach einem markanten Abwärtsimpuls nach oben gedreht. Aber bislang ist das nur eine Gegenbewegung. Denn noch gab es bei dieser Ende März losgetretenen Aufwärtsbewegung keine wirklich markanten Widerstände zu überwinden. Und erst dort, an wichtigen Charthürden, ließe sich abschätzen, ob das bärische Lager wirklich das Feld geräumt hat oder genau dort, wo es darauf ankommt, wieder aktiv wird.

Diese charttechnisch entscheidende Zone wird von den drei wichtigen gleitenden Durchschnitten der letzten 50, 100 und 200 Handelstage gestellt. Die warten zwischen 111 29/32 und 112 6/32 US-Dollar (in den USA werden US-Anleihekurse immer noch traditionell mit Brüchen hinter dem Komma gerechnet). Würde diese Widerstandszone überboten, wäre der Weg aus charttechnischer Sicht bis an das bisherige Jahreshoch bei 113 29/32 US-Dollar frei. Ein Hoch, das Teil einer bis in den April 2025 zurückgehenden, aus fünf Zwischenhochs bestehenden Widerstandszone ist. Dort drehten die Anleihekurse immer wieder ab, im Gegenzug stiegen die spiegelbildlich laufenden Anleihe-Renditen, weil sich in dieser Zone die Zinssenkungserwartungen der Akteure bislang immer wieder erschöpften. Und das führt zur zweiten Hürde:

Expertenmeinung: Zinssenkungen oder zumindest die Erwartung solcher würden sinkende Renditen am Bond-Markt und damit steigende T-Bond-Kurse bedeuten. Richtig ist, dass die Meldung des Freitags, dass der Iran seinerseits die Passage durch die Straße von Hormus zumindest für die Dauer des Waffenstillstands im Libanon freigibt, dazu führt, dass sich der „Pfropf“ löst und die zahllosen bislang festsitzenden Öltanker passieren können. Das verleitet zu der Idee, dass ein Ende der Angebotsverknappung bei Rohöl den Inflationsdruck wegnimmt und das wiederum bedeuten würde, dass ein wichtiges Argument, das weiteren Leitzinssenkungen der US-Notenbank entgegensteht, vom Tisch käme. Der Haken dabei ist:

Davon abgesehen, dass die Reparaturen der im Zuge der Kampfhandlungen beschädigten Produktions- und Logistikeinrichtungen vermutlich Monate benötigen, ist ja keineswegs sicher, dass die Passage durch diese Meerenge auch weiterhin offen bleibt. Der Waffenstillstand Israel/Libanon soll erst einmal nur für zehn Tage gelten, drei davon sind per Montag bereits um. Und ob der Iran einlenkt und die aktuellen US-Forderungen erfüllt, sodass auch iranisches Öl wieder transportiert werden könnte, war zumindest am Freitagabend zum Handelsende der T-Bonds noch völlig offen.

Zwei Hürden, die einem größeren Aufwärtsimpuls entgegenstehen: Zum einen die Charttechnik mit dieser „Sperre“ zwischen 111 29/32 und 112 6/32 US-Dollar in Form der drei gleitenden Durchschnitte, zum anderen die Realität, die zwar den Hoffnungen auf wieder sinkenden Inflationsdruck und Leitzinssenkungen Nahrung gibt, aber bislang noch keine belastbaren Fakten zu liefern vermag:

Das ist genug, um sich hier erst einmal auf die Beobachterrolle zu beschränken. Die zehnjährigen T-Bonds könnten dieses bullische Signal schaffen. Aber bevor das nicht wirklich der Fall ist, sollte man hier eher die Füße stillhalten.

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

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04.12.2025
08:50 Uhr

US T-Bonds 10y: Am US-Bondmarkt wartet man auf Fakten — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 03.12.2025 um 21:56 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Während man am US-Aktienmarkt längst eine Leitzinssenkung der „Fed“ in der kommenden Woche eingepreist hat, ist man am US-Anleihemarkt vorsichtiger. Das Chartbild bietet zwar die Chance auf einen Ausbruch. Aber es scheint, dass man lieber auf klare Fakten wartet.

Die US-Einkaufsmanager sind dieser Tage nicht gerade optimistisch. Die gestern veröffentlichten ADP-Arbeitsmarktdaten könnten mit ihrem geschätzten Stellenabbau von 32.000 US-Jobs im November ein böses Omen für die morgen (vermutlich) anstehenden offiziellen Daten sein. Und immer mehr US-Notenbanker tendieren zu einer Zinssenkung in der kommenden Woche. Es wäre die dritte Senkung um 0,25 Prozent in Folge nach der relativ langen Pause zuvor.

Da sich die Zinsrenditen am US-Anleihemarkt, vor allem die der US-Staatsanleihen (Treasury Bonds oder kurz T-Bonds), an den Leitzinsen orientieren und fallende Renditen steigende Anleihekurse bedeuten, könnte man denken, dass diese US T-Bonds, hier gezeigt mit der Laufzeit von zehn Jahren, im Bereich neuer Jahreshochs notieren. Schließlich hat der US-Aktienmarkt diese vermutete Reaktion der „Fed“ (Kurzform von Federal Reserve Bank) auch schon eingepreist und sieht sie als Allheilmittel gegen wankendes Wachstum.

Was aber bedeutet, dass man bei den US-Aktien feiert, dass die Feuerwehr vermutlich kommt, aber im Vorfeld keine Träne in Form von Verkäufen wegen des Feuers vergossen hat, das sich mit Blick auf verdächtig schwache Arbeitsmarktdaten unter dem Teppich allgemeinen Optimismus ausbreitet. Das ist ein wenig blauäugig. Und genau das sind die mehrheitlich weitaus erfahreneren Akteure am Anleihemarkt nicht.

Expertenmeinung: Hier pflegt man das Fell der Bären selten zu verkaufen, bevor man sie erlegt hat. Und das führt in der aktuellen Situation dazu, dass die Kurse der zehnjährigen T-Bonds noch nicht im Bereich neuer Jahreshochs notieren. Man hat noch nicht einmal das bisherige Jahreshoch erreicht, das im Zuge panischer Bond-Käufe während des Trump’schen Zoll-Crashs im April bei 113 30/32 US-Dollar markiert wurde (am US-Bondmarkt rechnet man stur aus Tradition noch mit Brüchen nach dem Komma). Was auch aussagt, dass die vorherigen zwei Senkungen um jeweils ein Viertelprozent beim Leitzins eher als eine Art „Angleichung“ an die Realität angesehen wurden und nicht als offensiver Schritt der „Fed“ in Richtung wirklich niedriger Zinsen.

Hinzu kommt, dass man hier, bei den Bond-Tradern, weiß, dass zwar mehrere Mitglieder des FOMC (des Federal Open Market Committee, das über Zinsschritte entscheidet) eine Senkung im Dezember befürworten, aber nicht alle. Und da sich mehrere Ratsmitglieder bedeckt halten, ist nicht sicher, ob eine erneute Senkung überhaupt eine Mehrheit finden würde.

US T-Bonds 10y: Chart vom 03.12.2025, Kurs 113 02/32 US-Dollar, Kürzel: ZN | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
US T-Bonds 10y: Chart vom 03.12.2025, Kurs 113 02/32 US-Dollar, Kürzel: ZN | Quelle: TWS

Also bleibt man zwar sprungbereit, in der Nähe der Widerstandszone 113 26/32 bis 113 30/32 US-Dollar und zugleich in einem mittelfristigen, seit Jahresbeginn laufenden Aufwärtstrend. Aber gerade der Zeitpunkt, an dem dieser Trend sich etablierte, sollte klar machen, dass die Denk- und Handlungsweise am US-Aktienmarkt und bei den Anleihen oft ziemlich verschieden ist. Denn damals, im Januar, lagen die Zinsrenditen hoch und die Kurse niedrig, weil man fürchtete, dass die neue Wirtschaftspolitik der Wieder-Präsidenten für Probleme und vor allem dafür sorgen werde, dass die Inflation nicht – wie ansonsten zu erwarten gewesen wäre – ans Notenbankziel von zwei Prozent zurückkehrt. Und da ist sie auch jetzt noch nicht, daher wäre es für besonders bullische Akteure am Aktienmarkt durchaus ratsam, sich durch regelmäßige Seitenblicke auf die weit vorsichtiger vorgehenden Bond-Trader das Mütchen kühlen zu lassen.

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

11.09.2025
08:16 Uhr

US T-Bonds 10y: Jetzt kommt die Sache in Fahrt! — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Nachdem die US-Erzeugerpreise im Juli stark anzogen, war man im Vorfeld der August-Daten nervös, denn erneut zu hohe Preissteigerungen hätten die Hoffnung auf sinkende Leitzinsen untergraben. Aber es kam anders – die Tür für die US-Bonds nach oben bleibt offen.

Ein Anstieg von 0,9 Prozent bei den Erzeugerpreisen im Juli … dieser von den Experten so nicht vorhergesehene Preissprung ließ fürchten, dass die Folgen der US-Zollpolitik nun doch bei den Unternehmen angekommen sind und steigende Verbraucherpreise eine unausweichliche Folge sein werden. Für den August hatten die Volkswirte einen Anstieg dieser Erzeugerpreise um 0,3 Prozent geschätzt, aber unter der Hand dürfte mancher Akteur am US-Anleihemarkt auch höhere Werte erwartet haben. Und dann die Überraschung: Für den August wurden keine steigenden, sondern fallende Preise gemeldet!

Die Erzeugerpreise fielen im August gegenüber Juli in der Gesamt- ebenso wie in der Kernrate (die Nahrungsmittel- und Energiepreise herausrechnet) um 0,1 Prozent. Und nicht nur das, zugleich wurde der Anstieg der Juli-Preise von bislang 0,9 auf 0,7 Prozent nach unten korrigiert. Alles scheinbar also halb so wild … und vor allem: Damit fällt das Damoklesschwert, das über der Wiederaufnahme der Leitzinssenkungen durch die US-Notenbank hing, weg. Es sei denn, die heute anstehenden US-Verbraucherpreise würden das Bild wieder kippen, indem die Steigerungsrate zum Vormonat deutlich über den im Schnitt prognostizierten +0,3 Prozent liegen sollten. Entsprechend wurde auf die gestrigen Erzeugerpreise zwar positiv reagiert, aber mit der gebotenen Vorsicht:

Expertenmeinung: Wir sehen im Kursbild der US-Staatsanleihen (Treasury Bonds oder kurz T-Bonds) mit zehn Jahren Laufzeit, dass die T-Bonds gestern leichte Gewinne auswiesen, vorerst aber noch in der engen Spanne blieben, die sich nach dem Kurssprung als Reaktion auf die erneut schwachen US-Arbeitsmarktdaten letzten Freitag ergab. Dieser Impuls, mit dem man der wegen des wackligen Arbeitsmarkts gestiegenen Chance auf eine Leitzinssenkung in der nächsten US-Notenbanksitzung (kommenden Mittwoch) Rechnung trug, wurde also bislang nur zementiert, aber noch nicht ausgebaut.

US Treasury Bonds Laufzeit 10 Jahre: Tageschart vom 10.09.2025, Kurs 113 19/32 US-Dollar, Kürzel: ZN | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
US Treasury Bonds Laufzeit 10 Jahre: Tageschart vom 10.09.2025, Kurs 113 19/32 US-Dollar, Kürzel: ZN | Quelle: TWS

Das könnte nachgeholt werden, wenn die US-Verbraucherpreisdaten heute weniger als die erwarteten 0,3 Prozent zulegen. Zwar würde die Jahresrate der Teuerung dann trotzdem noch über dem angestrebten Zielbereich um zwei Prozent liegen. Aber der wankende US-Arbeitsmarkt wäre dann Argument genug, um nicht Trumps Forderungen nachzugeben, sondern wirklich ein konjunkturelles Argument zu haben, um den Leitzins jetzt – und ggf. auch noch ein bis zweimal im weiteren Verlauf des Jahres – zu senken.

Die gestern abgehaltene Auktion neuer, zehnjähriger US-Staatsanleihen reflektierte bereits, dass viele am Markt ein Szenario sinkender Zinsen sehen und vorwegzunehmen bereit sind: Diese „Neuen“ wurden zu einer Rendite von im Schnitt 4,03 Prozent verkauft, die vorherige Auktion hatte, bei zugleich geringerer Nachfrage, eine Rendite von 4,25 Prozent gesehen, sprich: Man war bereit, höhere Preise zu zahlen und damit eine niedrigere Rendite zu akzeptieren, die Nachfrage gab das her.

Damit besteht heute die Chance, aus bullischer Sicht Nägel mit Köpfen zu machen und die wichtige Charthürde bei 114 US-Dollar zu überwinden (das Hoch des Monats April). Dann wäre der Weg aus charttechnischer Sicht an die obere Begrenzung der die zehnjährigen T-Bonds seit zwei Jahren in einer Seitwärtsbewegung haltenden Handelsspanne bei 116 US-Dollar frei. Die US-Verbraucherpreisdaten kommen um 14:30 Uhr unserer Zeit – es dürfte spannend werden!

US Treasury Bonds Laufzeit 10 Jahre: Wochenchart vom 10.09.2025, Kurs 113 19/32 US-Dollar, Kürzel: ZN | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
US Treasury Bonds Laufzeit 10 Jahre: Wochenchart vom 10.09.2025, Kurs 113 19/32 US-Dollar, Kürzel: ZN | Quelle: TWS

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Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.