US-T-Bonds (10 Jahre) aktuell US T-Bonds (10 Jahre): Das wird noch ein heißer Ritt!

News: Aktuelle Analyse des US-T-Bonds (10 Jahre) Futures

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US-T-Bonds (10 Jahre)
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Im Vorfeld der US-Notenbankentscheidung stiegen die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen auf neue Jahreshochs und damit in eine gefährliche Region. Nach Fed-Statement und Fed- Pressekonferenz kamen die Renditen zwar zurück. Aber nicht weit genug.

Der Kurs der US T-Bonds mit zehn Jahren Laufzeit blieb auch nach der US-Notenbankentscheidung gedrückt. Die Rendite lag zum Handelsende um 1,64 Prozent, auf einem Niveau also, auf dem diese Anleihen vor Beginn der Corona-Krise rentierten. Angesichts der umfassenden und unverändert laufenden Stützungskäufe der Fed und der Tatsache, dass die Notenbank alles tat, um die Investoren auch und gerade am Aktienmarkt zufriedenzustellen, ist das bemerkenswert.

Im Vorfeld hatte man den Eindruck, große Investoren würden durch diese fortgesetzten, die Renditen hochtreibenden Anleiheverkäufe versuchen, die Notenbank unter Druck zu setzen, indem sie mit diesen brenzlig hohen Renditen dafür sorgen, dass die „Fed“ noch mehr billiges Geld über den Märkten ausschüttet. Aber das tat sie nicht. Wozu auch, angesichts der Projektionen, die man bei der „Fed“ derzeit hat:

Für 2021 avisiert man dort ein Wirtschaftswachstum von 6,5 Prozent, einen Rückgang der Arbeitslosenrate auf 4,5 Prozent und eine Kernraten-Inflation von 2,2 Prozent. Somit also die beste aller Welten für den Aktienmarkt. Eigentlich müsste die Notenbank bei derartigen Wachstumszahlen umgehend zumindest die Anleihekäufe reduzieren. Sie tut es nicht, weil sie die Wirkung dieser billionenschweren Hilfspakete nicht beeinträchtigen will und hofft, die Inflation werde schon von allein wieder zurückgehen. Dass man fürchtet, dass sich die Fed da vertut, zeigen die auch nach dieser Sitzung weiter steigenden Renditen bzw. fallenden Kurse bei den T-Bonds mit zehn Jahren Laufzeit.

Expertenmeinung: Sollten die Anleihekurse weiter fallen, die Renditen weiter zulegen, kann allein das die Erholung ausbremsen, weil sich die Refinanzierung von Krediten für Private und Unternehmen ebenso verteuern wird wie für den Staat. Was für die Wirtschaft in einer Phase wie dieser fatal wäre. Daher ist das Phänomen, dass der Dow Jones gegen eine immer noch wacklige Nasdaq weiter zulegt, weil man unterstellt, dass bei den Anleiheverkäufen freiwerdendes Geld in konservative Aktien fließen müsste, immer von der negativen Wirkung steigender Renditen bedroht wird.

Der Kurs der zehnjährigen T-Bonds ist mittlerweile sogar unter das Zwischentief vom März 2020 gefallen, als die Aktienmärkte ihr Corona-Crash-Tief markiert hatten. Die nächste charttechnische Unterstützung läge im Bereich 129 28/32 US-Dollar, das ist ein Zwischenhoch von Ende Januar 2020. Dieser Kurslevel würde etwa einer T-Bond-Rendite von knapp über 1,8 Prozent entsprechen. Und das wäre, nachdem die Rendite im Sommer 2020 noch um 0,6 Prozent gelegen hatte, in der Tat ein Problem für die US-Wirtschaft und den Aktienmarkt. Denn wenn eine US-Notenbank, die den Investoren die rosigsten Prognosen unterbreitet und zugleich verspricht, die Kreise des Wachstums nicht zu stören, nicht imstande ist, die steigenden Renditen zu stoppen – was dann?

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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen des US-T-Bonds (10 Jahre) Futures

Die Rendite der US-Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit ist von 1,0 Prozent Ende Januar auf jetzt 1,47 Prozent nach oben geschossen. Das ist ein noch größerer Sprung als der zwischenzeitig teilweise korrigierte Anstieg von Anfang Januar. Und Notenbank und Investoren werden nervös, auch am Aktienmarkt. Denn man sieht zwar, was passiert. Aber man weiß nicht genau, warum.

Gestern meldete die CME, die Chicago Mercantile Exchange, dass der Umsatz in den Futures auf US-Staatsanleihen (T-Bonds oder Treasury-Bonds) mit den Laufzeiten 10 und 30 Jahre ein Rekordvolumen erreicht hatte. Für den gestrigen Donnerstag liegen noch keine Zahlen vor, aber man darf vermuten, dass der Rekord des Dienstags da überboten wurde, denn die Kurse dieser T-Bonds fielen so stark wie zuletzt im Zuge der Corona-Panik im März 2020.

Mitglieder der US-Notenbank bemühten sich umgehend, die nervösen Investoren zu beruhigen: Esther George ebenso wie Jim Bullard betonten, dass die fallenden Bond-Kurse und die dadurch steigenden Bond-Renditen ein Signal von Optimismus seien. Das kann man zwar so sehen. Aber es muss nicht stimmen.

Expertenmeinung: Denn es ist zwar richtig, dass ein Renditeanstieg am Anleihemarkt (den wir übrigens in Deutschland parallel dazu auch sehen) bedeuten kann, dass die Anleger mit bald wieder höheren Leit- und Kapitalmarktzinsen rechnen, weil das Wachstum so stark ist, dass die Notenbank die Phase des billigen Geldes beenden wird. Aber welche Grundlage hätte ein solcher Optimismus angesichts der hüben wie drüben eher durchwachsenden Konjunkturdaten und der großen Probleme, denen eine Aufwärtswende der Wirtschaft auch außerhalb der Corona-Problematik gegenübersteht? Und wieso sehen wir bereits seit Anfang Januar solche Abgaben und damit steigende Bond-Renditen? Und weshalb beschleunigen sich die Verkäufe immer mehr?

Die US-Notenbank weiß es nicht, die Investoren ebenso wenig. Und das macht nervös. Denn es gäbe auch Gründe für diese Verkäufe am Bond-Markt, die man keineswegs als positiv werten könnte. Eine Möglichkeit wäre, dass das Ausbleiben ausreichend großer Konjunkturprogramme dazu geführt hat, dass Unternehmen und Privatinvestoren immer mehr finanzielle Löcher stopfen und deswegen Anleihebestände verkaufen müssen. Eine andere wäre, dass viel der durch Bond-Verkäufe freiwerdenden Summen in den Aktienmarkt fließt. Denn es fällt auf, dass sich der Anstieg der Bond-Renditen, sprich der Abstieg der Kurse, in dem Moment beschleunigte, in dem die US-Indizes Ende Januar nach ihrem kurzen Rücksetzer dynamisch nach oben drehten.

Das könnte man zwar aus Sicht der Trader am Aktienmarkt positiv werten. Aber die Sache hat, wie auch in der Analyse zum Dow Jones angesprochen, potenzielle Haken. Zum einen stellt sich die Frage, ob da dann jetzt noch allzu viel Geld vom Bond-Markt nachkommen wird, nachdem die US T-Bonds mit zehn Jahren Laufzeit, deren Chart Sie hier sehen, in einer Unterstützungszone aus dem vergangenen Jahr aufgesetzt haben. Zum anderen bedeuten diese damit steigenden Renditen, dass die Refinanzierung für Unternehmen, Privatleute, letztlich aber auch für den Staat teurer wird. Und da macht ein halbes Prozent Renditeanstieg, den wir bei den zehnjährigen T-Bonds binnen vier Wochen gesehen haben, allerhand aus. Genug, um die große Wende zurück zu kräftigem Wachstum, die die Akteure am Aktienmarkt seit Monaten vorfeiern, empfindlich zu bremsen.

Hier bei den zehnjährigen T-Bonds noch auf weiter fallende Kurse zu setzen, wäre angesichts der markttechnisch überverkauften Lage und der unklaren Motivation hinter diesem Kursabstieg riskant. Diesen Abstieg der Bond-Kurse und die dadurch steigenden Renditen als Aktienmarkt-Anleger jetzt engmaschig im Blick zu behalten, wäre hingegen unbedingt zu empfehlen.

Vor drei Wochen hatte die Rendite der US-Staatsanleihen (Treasury Bonds oder kurz T-Bonds) mit zehn Jahren Laufzeit mit 0,51 Prozent noch ein Rekordtief markiert, das hauchdünn unter dem Renditetief vom März lag. Damals kauften die Marktteilnehmer Anleihen in blanker Panik. Diesmal, bei zugleich immer höher steigenden US-Aktienindizes, weitaus bewusster. War es der Test dieses März-Tiefs der Rendite der US T-Bonds, das im US T-Bond-Future bedeutete, dass das Kurs-Hoch getestet wurde (je tiefer die Rendite, desto höher steigt der Kurs der umlaufenden Anleihen, die hier über den Future nachgebildet werden), der dazu führte, dass jetzt Verkäufe einsetzen? Ist damit die Long-Seite im Future ausgereizt, der Weg für fallende Kurse und somit für wieder höhere Anleiherenditen frei?

Es ist fraglich. Diese Abgaben, die die Rendite der dem Future zugrundeliegenden US T-Bonds mit zehn Jahren Laufzeit am Donnerstag bis 0,75 Prozent nach oben trug, wirken eher wie Gewinnmitnahmen, weniger wie eine echte Trendwende. Denn das, was die US-Notenbank in Person von Jerome Powell am Donnerstag verkündete, deutet nicht nur an, dass die US-Leitzinsen lange Zeit bei null bleiben werden. Diese Aushöhlung der Inflations-Zielzone würde auch negative Leitzinsen denkbar machen, somit noch niedrigere Renditen bei den US-Anleihen. Und vor allem würde die US-Notenbank eine solche Maßnahme nicht vornehmen, wenn sie nicht fürchten würde, dass es nötig werden könnte, die Zinspolitik von solchen zuvor ehernen Regeln zu lösen.

Expertenmeinung: Es gäbe also keine Argumente, ausgerechnet jetzt auf eine nachhaltige Wende der Zinsen nach oben und damit auf einen größeren Abstieg des T-Bond-Futures zu setzen, im Gegenteil. Wahrscheinlicher ist, dass dieser Anstieg der Renditen das Ergebnis von zwei Faktoren ist. Zum einen, dass Anfang des Monats der Versuch, das bisherige Kurshoch zu überwinden (i.e. das Renditetief von 0,52 Prozent zu unterschreiten) scheiterte. Zum anderen, dass mit dieser Aufweichung des Inflationsziels vorerst nichts Neues seitens der US-Notenbank zu erwarten ist. Natürlich könnte es auch zu negativen Leitzinsen kommen, was dann auch ein entsprechend bullisches Signal für die Anleihen und den T-Bond Future auslösen würde. Aber dazu müsste die Erholung der US-Wirtschaft sich nicht nur verlangsamen, wie das derzeit der Fall ist, sie müsste scheitern, die Lage schlimmer werden. Kurzfristig ist das nicht zu erwarten, daher sind Gewinnmitnahmen im Future nachvollziehbar.

Für eine echte Abwärtstrendwende im Future müsste sich die Gesamtsituation deutlich zum Besseren wandeln, d.h. es müsste mehr kommen als diese zuletzt schon ermüdende Gegenreaktion auf den Konjunktureinbruch. Nur eine nachhaltige, glaubwürdige Rückkehr zum Status Quo in Sachen US-Wirtschaftsleistung könnte einen deutlicheren Anstieg der Renditen und damit einen größeren Abwärtsschub des T-Bond Future fundamental unterfüttern. Aus aktueller Sicht wäre daher ein Test der Supportzone 136 28/32 zu 137 6/32 US-Dollar und damit der unteren Begrenzung der seit Ende März geltenden Seitwärtsrange möglich. Aber das wäre dann bereits ein Level, der, sollte er glaubwürdig verteidigt werden, wieder zum Einstieg auf der Long-Seite einladen würde.

Es hat schon Tradition, dass die meisten Akteure am Aktienmarkt Warnsignale anderer Assetklassen wie die der Edelmetalle und des Anleihemarkts ignorieren. Das ist alleine deshalb bemerkenswert, weil diese Warnsignale sich in der Börsengeschichte in der großen Mehrzahl der Fälle als richtig erwiesen haben. Am Edelmetallmarkt und bei den Anleihen ist die Zahl der erfahrenen und tendenziell vorsichtigeren Marktteilnehmer deutlich höher. Diese Bereiche wirken komplizierter, langweiliger und werden daher von Leuten, die glauben, an der Börse ließe sich ohne Aufwand, Wissen und Risiko leicht großes Geld machen, gemieden. Gold greift aktuell nach dem Rekordhoch, Silber ist zum Leben erwacht. Und die Anleihen? In den USA geht es da ebenfalls um Rekordhochs bei den Kursen, im Gegenzug um Rekordtiefs bei den Renditen. Der hier abgebildete Kursverlauf des derzeitigen „Frontmonats“ September des T-Bond-Futures für zehnjährige Laufzeiten zeigt, dass sich der Kurs Stück für Stück dem bisherigen Rekordhoch von 140 3/32 Dollar annähert. Dieses Hoch wurde am 9. März erreicht, dem Tag mit der gigantischen Abwärts-Kurslücke an den Aktienmärkten. Die standen da kurz vor dem Ende eines panischen Ausverkaufs, heute spekuliert man bei DAX und Dow über das Überwinden der „Prä-Corona“-Rekordhochs … während diese US-Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit wieder nahe dem Panik-Tief der Renditen, d.h. dem Rekordhoch der Kurse notieren. Wie geht das zusammen? Expertenmeinung: Gar nicht. Eine Seite liegt komplett falsch. Das kann lange so weitergehen, irgendwann aber wird es schiefgehen, sich die Schere zwischen dem Anleihe- und dem Aktienmarkt schließen. Dazu hört man bisweilen das Argument, es würde sich doch beides gar nicht widersprechen. Der Anleihemarkt preist mit diesen so äußerst hoch gestiegenen Kursen ein, dass die US-Notenbank die Leitzinsen womöglich in negatives Terrain drücken muss, weil die Wirtschaft sonst nicht wieder anzieht. Dies aber würde billigere Kredite bedeuten und das sei gut für die Unternehmen und damit für den Aktienmarkt. Allerdings hat diese Argumentation einen Haken. Wenn die US-Notenbank die Zinsen weiter senken muss, die blitzartige Senkung auf null also nicht geholfen hat, zeigt das, wie tief der Karren im Dreck steckt. Und das ist eben nicht gut für die Unternehmen und den Aktienmarkt. Und nichts würde garantieren, dass sich das mit negativen Leitzinsen ändern würde, die Erfahrung haben wir in Europa ja schon gemacht. Noch können sich die weniger beschlagenen Akteure am Aktienmarkt damit beruhigen, dass die Quartalsbilanzen und Konjunkturdaten trotz der in den USA nicht unter Kontrolle gebrachten Pandemie viel besser als erwartet seien. Was zwar nur daran liegt, dass die Analysten im Vorfeld gezielt tiefe Prognosen abgaben. Und auch so sind diese scheinbar starken Daten bei genauem Hinsehen nur eine Gegenreaktion auf den Lockdown, indizieren noch keine Rückkehr zum Wachstum. Aber man kennt es ja: Was man nicht sehen will, ist eben auch nicht da. Doch sollte der T-Bond-Future dieser wichtigen 10-Jahre-Laufzeit das bisherige Rekordhoch überbieten und damit tatsächlich langsam negative US-Leitzinsen einpreisen, wäre das nicht nur ein bullisches Signal für die Bond-Trader. Es wäre auch etwas, das man am Aktienmarkt womöglich nicht mehr übersehen kann. Und dass es so kommt, sich diese Super-Hausse der US-Staatsanleihen fortsetzt, ist in der derzeitigen Gemengelage recht wahrscheinlich. US T-Bonds Chart vom 24.07.2020, Kurs 139 19/32 US-Dollar, Kürzel ZN | Online Broker LYNX      

Angebliche Gewissheiten haben an der Börse eine ziemlich kurze Halbwertszeit. So auch die „Gewissheit“, dass US-Anleger nie und nimmer negative Renditen am Bondmarkt, sprich bei ihren Anleihen, akzeptieren würden. Bislang sind sie auch noch nicht negativ, wenngleich die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen (US Treasury Bonds oder kurz T-Bonds) zuletzt mit +0,51 Prozent am 9. März schon sehr nahe an diese Nulllinie heran rutschte und damit die vorherigen, historischen Tiefs (2016 bei +1,36 Prozent erreicht) deutlich unterbot. Aber die kurzen Laufzeiten am US-Bondmarkt nähern sich negativem Terrain zügig, so rentierten die US T-Bonds mit Laufzeit von zwei Jahren am Dienstag bei +0,21 Prozent. Und das Kippen in negatives Terrain wird dadurch nicht verhindert, dass US-investoren das nicht wünschen. Schließlich sehnte sich bei uns in der Eurozone auch niemand Bundesanleihen mit tief negativen Renditen herbei. Kommt es so, bleibt den Anlegern wenig anderes übrig, als in den sauren Apfel zu beißen. Es sei denn, man würde in Scharen in den Aktienmarkt überlaufen. Nur ist da das Problem: Wenn die Bond-Renditen negativ werden, dann aus Gründen, die für den Aktienmarkt fatal wären und dort größere Verluste fürchten lassen als das, was man bei den US-Bonds dann durch Inflation und negative Renditen einbüßen würde. Kommt es so? Expertenmeinung: Es ist zumindest ein Szenario, das, wenngleich nicht sicher, so doch gut möglich wäre. Denn unser Chart, der den Kursverlauf des US T-Bonds mit zehn Jahren Laufzeit abbildet, zeigt: Nach der ersten, panischen Kaufwelle und den dadurch rapide auf das bisherige Tief von 0,51 Prozent gefallenen Renditen kam es zwar zu einer Beruhigung und Gewinnmitnahmen. Aber seit knapp zwei Wochen wird wieder kräftig zugelangt, der Kurs notiert nur noch wenig unter dem am 9. März bei 140 4/32 US-Dollar markierten Rekordhoch. Warum? Eine direkte Flucht aus dem Aktienmarkt speist diese erneute Bond-Rallye eher nicht. Kurz, nachdem die Käufe bei den T-Bonds wieder begannen, erreichten die US-Aktienindizes ihr vorläufiges Tief und legten eine gewaltige Rallye hin, ohne dass es dadurch zu Abgaben bei den T-Bonds gekommen wäre. Und diese stiegen trotz der Aktien-Rallye einfach weiter. Es scheint, als würde derzeit ablaufen, was oft bei massiven Verwerfungen an den Börsen auftritt: Zunächst verkaufen die großen Adressen alles querbeet, erhöhen dadurch ihre Barreserven und entscheiden dann neu, wo sie gezielt wieder einsteigen. Ein Teil glaubt an den Aktienmarkt, der andere tut genau das nicht und kauft daher T-Bonds. Wer wird Recht bekommen? Die Nachrichtenlage spricht momentan eher für die Bond-Käufer … daher wäre es durchaus denkbar, dass dieses bisherige Rekordhoch von 140 4/32 US-Dollar überboten wird und die Renditen auch bei längeren US T-Bond-Laufzeiten in den kommenden Wochen oder Monaten negativ werden! US T-Bonds Chart vom 31.03.2020, Kurs 138 23/32 US-Dollar, Kürzel ZN | Online Broker LYNX  

Während man am Aktienmarkt fassungslos zusieht, wie die Hausse der Leichtsinnigen binnen weniger Tage in sich zusammenfällt und der Dow Jones plötzlich wieder auf dem Niveau von Ende Oktober aufschlägt, pflegt man am US-Anleihemarkt seine eigene Panik. Nur ist es hier eine Kaufpanik. Die Rendite der US-Staatsanleihen (T-Bonds oder Treasury-Bonds) mit zehn Jahren Laufzeit hat am Dienstag mit 1,32 Prozent ein Rekordtief erreicht. Die Tiefs der Jahre 2012 und 2016 wurden damit unterboten. Was den Kurs der Anleihen angeht, der mit fallenden Renditen zulegt, wurde das letzte markante Hoch aus dem Herbst mit Schwung überboten. Damals hatte man noch befürchtet, dass es in Sachen Handelskrieg USA/China zu massivem Druck auf die US-Wirtschaft kommen würde. Als sich abzeichnete, dass mit dem Phase I-Deal eine Beruhigung entsteht, kamen die Kurse zurück, die Renditen steigen wieder an. Aber seit Januar ist das Kaufdruck erneut äußerst. Steigende Anleihekurse suggerieren grundsätzlich die Erwartung, dass die entsprechende Notenbank, hier also die „Fed“, die Leitzinsen weiter senken wird. Die Motivation ist dabei in der Regel die Sorge vor einer sich deutlich abschwächenden Konjunktur. Im aktuellen Fall ist das aber nicht die alleinige Basis. Viele völlig überrumpelte Akteure am Aktienmarkt suchen nahezu panisch nach Ausweichmöglichkeiten. Und US-Bonds werden da neben Gold als die sicherste Alternative angesehen. Diese Umschichtungen in den US-Bondmarkt basieren damit zum einen aus der vorherigen Hausse-Blase bei den Aktien, zugleich aber aus der Angst vor einer heftig wegsackenden US-Wirtschaft. Zu Recht? Expertenmeinung: Derzeit ja. Man realisiert momentan zwei höchst problematische Aspekte gleichzeitig. Zum einen wird deutlich, dass China kaum in der Lage sein wird, diesen Phase I-Deal umzusetzen. Und vielen ist klar, dass das selbst ohne die Virus-Epidemie schwer geworden wäre. Nur war dieser Erfolg in den Aktienmärkten eingepreist … jetzt schwant vielen, dass das Wachstum womöglich auch durch diesen Phase I-Deal nicht von seinem unterdurchschnittlichen Niveau loskommen wird. Und nicht erst mit der gestern Abend lancierten Meldung des US-Centers for Disease Control wird den Anlegern klar, dass der Druck auf die US-Wirtschaft auch durch die Virus-Epidemie intensiviert wird. Dort wurde mitgeteilt, dass es keine Frage mehr sei, ob die Virus-Epidemie die Dimension einer Pandemie erreicht, sondern nur wann es soweit ist. Dies in Verbindung mit der durch die langen Jahre niedrigster Zinsen provozierten Überschuldung vieler kleiner und mittlerer US-Unternehmen bringt die US-Notenbank in eine Zwangslage. Sie muss die Leitzinsen schnell senken, auch, wenn die Inflation eigentlich über dem Zielkorridor liegt und deshalb normalerweise sogar Zinserhöhungen erwogen werden müssten. Die Lage ist brenzlig. Und auch, wenn der Aktienmarkt in den USA bereits brutal korrigiert hat: Das muss noch nicht das Ende sein. Was bedeutet: Der Exodus hin zu den US T-Bonds kann allemal weitergehen, noch höhere Kurse, noch niedrigere Renditen erreicht werden. Solange die „Zehnjährigen“ nicht deutlicher unter dem vorherigen, jetzt klar überbotenen Hoch aus dem Herbst 2019 (132 16/32 US-Dollar) schließen, bleiben die US T-Bonds ohne Wenn und Aber bullisch! US T-Bonds 10 y Chart vom 25.02.2020, Kurs 133 6/32 US-Dollar, Kürzel ZN | Online Broker LYNX