Kapitalmaßnahmen und Dividenden

Als Investor ist es wichtig, die Bedeutung und Auswirkungen von Kapitalmaßnahmen auf Aktien in Ihrem Portfolio zu kennen. Daher haben wir in diesem Artikel die wichtigsten Kapitalmaßnahmen für Sie zusammengestellt.

Kapitalmaßnahmen bedeuten für die Aktiengesellschaft eine Veränderung der Eigenkapitalstruktur, wodurch sich auch eine Änderung der Stimmrechtsanteile für den Aktionär ergeben kann. In der Regel werden Kapitalmaßnahmen vom Vorstand oder vom Verwaltungsrat empfohlen und über diese durch die Aktionäre auf der Hauptversammlung abgestimmt. Die Gestaltung von Kapitalmaßnahmen kann sehr vielfältig sein und es gehört zu den Pflichten eines Aktionärs, sich über diese selbstständig in Kenntnis zu setzen.

Die Dividende ist der auf eine Aktie entfallende Anteil an der Gewinnausschüttung einer Aktiengesellschaft. Der Ausschüttungsbetrag entspricht nicht dem Reingewinn, da dieser vor der Auszahlung durch Zuführungen zu Rücklagen reduziert werden kann. Über die Dividendenhöhe und ihre Auszahlung entscheidet die Hauptversammlung. Während in England und den Vereinigten Staaten die Dividende auch quartalsweise ausgezahlt wird, wird sie in Deutschland regulär jährlich ausbezahlt.

Verbindliche und detaillierte Informationen zu der jeweiligen Kapitalmaßnahme und Dividendenzahlung sind immer auf der jeweiligen Unternehmenswebseite unter dem Bereich Investor Relations zu finden.

Zusätzlich erhalten Sie Benachrichtigungen über das Corporate Action Tool in der Kontoverwaltung. Dieses Tool fasst für Sie die wichtigsten Eckdaten der Kapitalmaßnahme zusammen und bietet Ihnen ebenfalls die Möglichkeit eine Entscheidung ,bezüglich Ihrer Bezugsrechte abzugeben.

In der folgenden Auflistung erklären wir Ihnen zunächst die Hintergründe und Folgen der jeweiligen Kapitalmaßnahme:

Durch die Ausgabe von neuen (jungen) Aktien wird eine Erhöhung des Eigenkapitals erreicht. Hierbei erhalten Sie Bezugsrechte zum Erwerb junger Aktien, wodurch Sie Ihre prozentuale Beteiligung halten können. Diese Bezugsrechte sind ebenfalls für einen vorgegebenen Zeitraum handelbar, Altaktionäre können ihre Bezugsrechte also veräußern oder auch weitere erwerben und damit ihre Beteiligung am Unternehmen erweitern. Bei einer Kapitalerhöhung, die durch eine Umwandlung von Rücklagen in Grundkapital erfolgt, erhalten die Altaktionäre sogenannte Berechtigungsaktien. Inhaber von Derivaten sind grundsätzlich nicht bezugsberechtigt.

Als Kapitalschnitt wird die nominelle Herabsetzung des Kapitals einer Aktiengesellschaft, bei gleichzeitiger effektiver Kapitalerhöhung bezeichnet. Dies erfolgt in der Regel dann, wenn die Gesellschaft gravierende Verluste erlitten hat, durch die das Grundkapital zu weiten Teilen aufgezehrt wird. Dabei wird das Grundkapital zunächst um den Bilanzverlust verringert, soweit dieser das Grundkapital nicht übersteigt, wodurch die Verlusthistorie des Unternehmens beseitigt wird. Um diesem dann einen Neustart zu ermöglichen, wird dann das Kapital erhöht.

Bei einem Aktienrückkauf kann das Unternehmen nach Beschluss auf der Hauptversammlung die Aktien entweder am freien Markt zurückzuerwerben oder das Unternehmen fordert seine Aktionäre auf, Zeichnungsangebote abzugeben, also einen Preis anzugeben, zu dem sie ihre Aktien zu verkaufen bereit wären.

Ein Aktiensplit führt zu einer Veränderung in der Anzahl der auf das Grundkapital einer Aktiengesellschaft ausgegebenen Aktien. Diese Maßnahme dient dem Zweck, aus „schweren“ Aktien „leichte“ zu machen. Wenn es also zu einem Split im Verhältnis 1:2 kommt, besitzt jeder Aktionär ab dem Tag der Umstellung doppelt so viele Aktien wie vorher. Die Börsenkapitalisierung bleibt am Tag der Umstellung gleich, verteilt sich nun aber in diesem Fall auf die doppelte Zahl von Aktien. Der Aktienkurs ändert sich auch entsprechend: Er halbiert sich. Ein Aktiensplit führt nicht zu einer Veränderung des Grundkapitals.

Bei einem Spin-Off gliedert eine bestehende Firma einen Teil des Unternehmens als eigenständige Firma aus. Als Ausgleich für die Abgabe dieses Firmenteils erhalten die alten Aktionäre Aktien des neuen Unternehmens gratis oder zumindest das Recht, diese neuen Aktien zu kaufen. Macht der Aktionär von diesem Recht keinen Gebrauch, kann er das Kaufrecht ebenfalls an der Börse verkaufen (Bezugsrechthandel). In beiden Fällen (Ausgabe von Neu-Aktien oder Verkauf von Bezugsrechten) sollten dem Alt-Aktionär keine finanziellen oder rechtlichen Nachteile entstehen. Spin-Offs bieten Unternehmen die Möglichkeit, durch Umwandlung eines Unternehmensteils in eine Beteiligung, kurzfristig Kapital zu erlangen. Spin-Offs können auch der erste Schritt zu einem kompletten Verkauf eines Unternehmensteils sein.

Bei einem Merger handelt es sich um eine Unternehmensfusion, unter Acquisition versteht man einen Unternehmenskauf. Ziel eines jeden Unternehmers ist es, durch geeignete Maßnahmen die Existenz seines Unternehmens zu sichern und Wachstum zu erreichen. Die Ausgestaltung dieser Kapitalmaßnahmen kann sehr vielfältig sein.

Eine Statutory Consolidation ist eine Fusion durch Neugründung. Diese Kapitalmaßnahme führt zum Zusammenschluss zweier Unternehmen und zur nachfolgenden Gründung eines neuen Unternehmens. Die Ausgestaltung dieser Kapitalmaßnahmen kann sehr vielfältig sein.

Bei einer Bardividende erfolgt eine anteilige Gewinnausschüttung als Gutschrift auf das Kundendepot nach Abzug der Quellensteuer. Über die Höhe der Dividende erfolgt ein Beschluss auf der Hauptversammlung des Unternehmens.

Unter einer Sonderdividende versteht man eine einmalige Gewinnausschüttung aufgrund des Vorhandenseins überschüssiger liquider Mittel oder ungenutzter freier Verschuldungskapazitäten. Die Sonderdividende ist i. d. R. steuerfrei, da es sich um eine Rückzahlung von aus versteuerten Gewinnen erstellten Rücklagen, bzw. in der Vergangenheit vorgenommenen Einlagen handelt.

Von einer Stockdividende spricht man, wenn die Dividendenzahlung nicht in bar als Gutschrift auf das Depot, sondern durch die Ausgabe von kostenlosen Aktien erfolgt.

In der folgenden Tabelle sehen Sie, wie sich die einzelnen Kapitalmaßnahmen auf verschiedene Assetklasen auswirken können:

KapitalmaßnahmeOptionenFuturesZertifikate und Warrants
KapitalerhöhungOptionskontrakte werden hinsichtlich des Basispreises und der Kontraktgröße angepasst, sodass sich im Endeffekt keine Änderung für den Optionsinhaber ergibt.Futures-Kontrakte werden entsprechend angepasst, sodass die Kapitalmaßnahme keine Auswirkungen für den Inhaber des Futures-Kontraktes zur Folge hat.In der Regel findet eine wertneutrale Anpassung statt, dies wird jedoch im Einzelfall in den Zertifikatsbedingungen des Emittenten geregelt.
KapitalschnittOptionskontrakte werden hinsichtlich des Basispreises und der Kontraktgröße angepasst, sodass sich im Endeffekt keine Änderung für den Optionsinhaber ergibt.Futures-Kontrakte werden entsprechend angepasst, sodass die Kapitalmaßnahme keine Auswirkungen für den Inhaber des Futures-Kontraktes zur Folge hat.In der Regel findet eine wertneutrale Anpassung statt, dies wird jedoch im Einzelfall in den Zertifikatsbedingungen des Emittenten geregelt.
AktienrückkaufOptionskontrakte werden hinsichtlich des Basispreises und der Kontraktgröße angepasst, sodass sich im Endeffekt keine Änderung für den Optionsinhaber ergibt.Futures-Kontrakte werden entsprechend angepasst, sodass die Kapitalmaßnahme keine Auswirkungen für den Inhaber des Futures-Kontraktes zur Folge hat.In der Regel findet eine wertneutrale Anpassung statt, dies wird jedoch im Einzelfall in den Zertifikatsbedingungen des Emittenten geregelt.
Aktien-SplitOptionskontrakte werden hinsichtlich des Basispreises und der Kontraktgröße angepasst, sodass sich im Endeffekt keine Änderung für den Optionsinhaber ergibt.Futures-Kontrakte werden entsprechend angepasst, sodass die Kapitalmaßnahme keine Auswirkungen für den Inhaber des Futures-Kontraktes zur Folge hat.In der Regel findet eine wertneutrale Anpassung statt, dies wird jedoch im Einzelfall in den Zertifikatsbedingungen des Emittenten geregelt.
Spin-OffOptionskontrakte werden hinsichtlich des Basispreises und der Kontraktgröße angepasst, sodass sich im Endeffekt keine Änderung für den Optionsinhaber ergibt.Futures-Kontrakte werden entsprechend angepasst, sodass die Kapitalmaßnahme keine Auswirkungen für den Inhaber des Futures-Kontraktes zur Folge hat.In der Regel findet eine wertneutrale Anpassung statt, dies wird jedoch im Einzelfall in den Zertifikatsbedingungen des Emittenten geregelt.
Merger & AcquisitionDie Abwicklung der Optionskontrakte ist abhängig von der Ausgestaltung der Kapitalmaßnahme und muss im Einzelfall geprüft werden.Die Abwicklung der Futures-Kontrakte ist abhängig von der Ausgestaltung der Kapitalmaßnahme und muss im Einzelfall geprüft werden.In der Regel findet eine wertneutrale Anpassung statt, dies wird jedoch im Einzelfall in den Zertifikatsbedingungen des Emittenten geregelt.
Statutory ConsolidationDie Abwicklung der Optionskontrakte ist abhängig von der Ausgestaltung der Kapitalmaßnahme und muss im Einzelfall geprüft werden.Die Abwicklung der Futures-Kontrakte ist abhängig von der Ausgestaltung der Kapitalmaßnahme und muss im Einzelfall geprüft werden.In der Regel findet eine wertneutrale Anpassung statt, dies wird jedoch im Einzelfall in den Zertifikatsbedingungen des Emittenten geregelt.
BardividendeEs erfolgt keine Anpassung der Optionskontrakte.Es erfolgt keine Anpassung der Futures-Kontrakte.Dividenden nutzen die Emittenten häufig, um Zertifikate mit besonderen Eigenschaften wie einem Bonus oder einer überproportionalen Gewinnchance auszustatten. Sie fließen in die Konstruktion dieser Produkte ein und werden nicht an den Inhaber des Zertifikates weitergegeben.
SonderdividendeBei der Ausschüttung von Sonderdividenden werden die Optionskontrakte gemäß den Börsenbedingungen angepasst, sodass sich nach Ausschüttung keine Änderung für den Optionsinhaber ergibt.Die Futures-Kontrakte werden gemäß den Börsenbedingungen angepasst, sodass sich nach Ausschüttung keine Änderung für den Inhaber des Futures-Kontraktes ergibt.Diese sind nicht von vornherein für die Finanzierung von Zertifikaten vorgesehen und könnten daher vom Emittenten an den Anleger weitergegeben werden. Spezielle Regelungen erfolgen in den Zertifikatsbedingungen.
StockdividendeOptionskontrakte werden hinsichtlich des Basispreises und der Kontraktgröße angepasst, sodass sich im Endeffekt keine Änderung für den Optionsinhaber ergibt.Futures-Kontrakte werden entsprechend angepasst, sodass die Kapitalmaßnahme keine Auswirkungen für den Inhaber des Futures-Kontraktes zur Folge hat.In der Regel findet eine wertneutrale Anpassung statt, dies wird jedoch im Einzelfall in den Zertifikatsbedingungen des Emittenten geregelt.

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Silke Puhlemann
Silke Puhlemann
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