SUSE: Autsch, das war deutlich!

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Zur SUSE Aktie

Der Open Source-Spezialist und TecDAX-Neuzugang legte am Donnerstagmorgen das Ergebnis des vierten Quartals vor. Die SUSE-Aktie startete daraufhin mit einem beeindruckenden Gap Up von 7,45 Prozent … und schloss am Ende des Tages 1,24 Prozent im Minus.

Das vierte Quartal endete bei SUSE schon am 31.10, denn hier haben wir ein verschobenes Geschäftsjahr. Daher kommen die Ergebnisse nicht gerade früh. Aber eigentlich dürften sich die Anleger auch weniger für das interessiert haben, was jetzt längst passé ist. Umsatz und EBITDA (Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) lagen zwar über den Prognosen. Aber der Spezialist für Software-Lösungen ist gerade erst auf dem Weg, stabil in die schwarzen Zahlen zu gelangen, da interessiert man sich vor allem für den Ausblick auf das am 1.11. angelaufene Geschäftsjahr 2021/2022. Und was SUSE da avisierte, dürfte maßgeblich dafür gewesen sein, dass der anfängliche, beeindruckende Kursanstieg komplett abverkauft wurde.

Denn man geht bislang mehrheitlich von einem eher zügigen Wachstum in den kommenden Jahren aus … und dafür dürfte manch einem das Avis des Unternehmens für 2021/2022 zu dünn gewesen sein. SUSE sieht einen Umsatzanstieg im Bereich zwischen 15 und 20 Prozent, die Analysten hatten zuvor im Schnitt 19 Prozent erwartet. Und die Gewinnmarge auf EBITDA-Basis soll im Bereich um 35 Prozent liegen, da hatte SUSE für das gestern gemeldete vierte Quartal 2020/2021 31 Prozent erreicht.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur SUSE Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Das ist eine Perspektive, die angesichts eines derzeitigen Kurs/Gewinn-Verhältnisses um 50 für die 2021/2022 eingefahrenen Gewinne ein wenig dünn ist. Die meisten Software-Unternehmen weisen Kurs/Gewinn-Verhältnisse zwischen 25 und 35 auf. Würde SUSEs Prognose tendenziell am oberen Ende landen, läge das Kurs/Gewinn-Verhältnis zum Ende des Geschäftsjahres um 37. Das wäre immer noch ein wenig hoch … und es würde voraussetzen, dass die Aktie bis dahin nicht steigt, sonst wäre die Bewertung noch höher. Manch einer, der diese Rechnung aufmachte, könnte daher den Kurssprung genutzt haben, um auszusteigen, zumal:

Die Aktie war im Vorfeld ja nicht mehr bullisch. Erst wurde der Ausbruchsversuch auf neue Rekordhochs zu Jahresbeginn sang- und klanglos abverkauft, dann wurde er auch noch zum Bumerang, indem in der Folge die wichtige charttechnische Unterstützung bei 34 Euro brach. Dass diese Linie am Donnerstagmorgen zunächst zurückerobert wurde und trotzdem keine Anschlusskäufe aufkamen, so dass die Aktie am Handelsende im Minus landete, ist ein Votum, gegen das man sich besser nicht stellen sollte. Kurzfristig bleibt das Chartbild bärisch.

SUSE-Aktie: Chart vom 20.01.2022, Kurs 31,80 Euro, Kürzel SUSE | Online Broker LYNX
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Die SUSE S.A. ist ein Anbieter von Linux-basierten IT-Lösungen. Obwohl das Unternehmen erst im Mai an die Börse ging, wurde es vor einer Woche bereits in den TecDAX aufgenommen. Grund genug, sich SUSE einmal anzusehen.

SUSE ist, was die Eigentumsverhältnisse angeht, sozusagen „weit gereist“. 2003 wurde das Unternehmen vom US-Unternehmen Novell übernommen, das wiederum 2011 von Attachmate übernommen wurde. Attachmate wurde dann 2014 von Micro Focus international übernommen und die verkauften SUSE dann 2018 an die schwedische EQT Partners, die auch nach dem im Mai vollzogenen Börsengang Hauptaktionär ist.

Was die Umsatzentwicklung angeht, ist die zugängliche Historie noch nicht allzu lang, sie reicht bis zum Geschäftsjahr 2018/2019 zurück (das Geschäftsjahr endet bei SUSE jeweils am 31.10.). Damals erzielte SUSE einen Umsatz von 219 Millionen Euro. Im Geschäftsjahr 2019/2020 waren es dann schon 398 Millionen, für das in gut einem Monat endende Geschäftsjahr 2020/2021 peilt das Unternehmen eine erneute, deutliche Steigerung in die Region zwischen 470 und 490 Millionen Euro an. Auf EBITDA-Basis sieht man eine Gewinnmarge von etwa 35 Prozent, das Ganze macht also einen interessanten Eindruck.

Expertenmeinung: Bei Börsen-Neulingen ist indes immer schwer abzuschätzen, wie sich die Perspektive mittelfristig darstellt. SUSE sieht sich hinsichtlich der eigenen Prognosen für 202072021 im Plan, aber wie das am 1.11. startende, neue Geschäftsjahr laufen könnte, dazu werden wir erst in den kommenden Monaten Tendenzen sehen. Auch die Analysten sind, wie oft bei „Neulingen“, eher vorsichtig. Für die zu 30 Euro ausgegebene Aktie sieht man dort im Schnitt derzeit ein Kursziel von 40 Euro … nicht gerade üppig, wenn man sich im Chart ansieht, dass dieses Kursziel, mit dem im Zuge der vergangenen Woche markierten Verlaufshoch 38,87 Euro, schon fast erreicht wurde. Überhaupt ist das Chartbild ein Grund, die Sache erst einmal zu beobachten, statt sofort beherzt zuzugreifen, denn:

Die Aktie hat in ihrer kurzen Historie schon einige, markante Schwankungen gesehen. Direkt nach dem Börsenstart tat sich wenig, es wirkte, als wäre es nötig geworden, den Kurs über die Konsortialbanken stabil zu halten. Dann kam es zu einer kurzen Rallye, die aber wurde komplett abverkauft, SUSE rutschte sogar deutlich unter den Ausgabepreis. Seitdem hat sich zwar ein Aufwärtstrend etabliert, aber:

Die diesem zugrundeliegende Trendlinie verläuft aktuell 31 Euro, während die durch den Anstieg der letzten Wochen markttechnisch überkaufte Aktie gerade beim Versuch, das vorherige, im Juni erreichte Hoch zu überwinden, einen potenziell bärischen „Evening Star“ produziert hat. Sollte es zu einem erfolgreichen Test des Aufwärtstrends kommen, könnte diese Aktie eine interessante Depotbeimischung werden, für den Moment wäre ein Einstieg indes alleine aus chart- und markttechnischen Gesichtspunkten riskant.

SUSE-Aktie: Chart vom 24.09.2021, Kurs 36,82 Euro, Kürzel SUSE | Online Broker LYNX