LPKF Laser Aktie aktuell LPKF Laser: Hält das Sprungtuch?

News: Aktuelle Analyse der LPKF Laser Aktie

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LPKF Laser
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Zur LPKF Laser Aktie

Ein herbes Minus als Reaktion auf die Bilanz 2020 und den Ausblick 2021, das scheint klar bärisch zu sein. Aber bevor man die Aktie fallen lässt, sollte man den heutigen Handel abwarten, denn hier könnte auch eine Chance für die Bullen entstehen!

Die 2020er-Bilanz war nicht vorab mit vorläufigen Zahlen veröffentlicht worden und damit für die Akteure eine Überraschung … die sich als unerfreulich erwies. Mit einem Umsatzminus von 31 Prozent zum Vorjahr, einem um gut zehn Prozent gefallenen Auftragseingang und einer Vorsteuer-Marge, die mit 7,8 Prozent unter den Analystenschätzungen von 8,0 bis 12,0 Prozent lag, konnte man nicht zufrieden sein, Der Nettogewinn fiel dadurch um deutliche 59 Prozent.

Hinzu kam, dass LPKF Laser den Ausblick auf das laufende Jahr aufgrund der aktuellen Gesamtsituation nicht konkreter formulieren konnte als in Form der Erwartung eines deutlichen Wachstums zum Vorjahr und der Fortsetzung dieses Wachstumskurses in den folgenden Jahren. Nicht wenige zogen daraufhin sofort die Reißleine und verkauften. In der Spitze sackte der Kurs am Mittwoch um 12,3 Prozent weg. Am Ende waren es aber „nur“ 4,71 Prozent. Und das bedeutet eine Chance, das Ruder doch noch herumzureißen.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur LPKF Laser Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Denn der Abverkauf wurde nicht im charttechnisch luftleeren Raum abgefangen, sondern dort, wo der Kurs bereits zwei Wochen zuvor nach oben drehte: Im Bereich der wichtigen 200-Tage-Linie (im Chart dick schwarz hervorgehoben). Und dadurch, dass die Verluste großenteils aufgeholt wurden, schloss die LPKF-Aktie zwar nicht in, aber nur unwesentlich unter der Unterstützungszone 24,85/26,00 Euro. Hält dieses Sprungtuch erneut?

Die Chance ist da – und würden sich die Akteure an den Einschätzungen der Analysten orientieren, wäre sie auch durchaus gut. Denn dort sieht man die Perspektive für den Lasertechnologie-Spezialisten allemal positiv. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 34 Euro weit über dem derzeitigen Kurs. Und die Konsens-Gewinnerwartung für 2021 liegt bei den Experten sogar über dem Gewinn des Jahres 2019. Ob es wirklich so kommt, wird sich weisen müssen, dass LPKF selbst sich keine konkrete Prognose zutraut, sollte da Warnung genug sein, aber:

Sollte es gelingen, die Aktie wieder über die jetzt als Widerstand fungierende Zone 24,85/26,00 Euro zu ziehen und damit zugleich die 20-Tage-Linie zurückzuerobern, an der die Aktie im Zuge des Erholungsversuchs der vergangenen Tage nicht vorbeikam, wäre nach oben wieder alles drin. Nur, wenn der Kurs das gestrige tagestief (22,35 Euro) doch noch auf Schlusskursbasis unterschreiten sollte, wäre diese Chance vergeben – dann allerdings wäre ein Test der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie, aktuell bei 18,55 Euro, recht wahrscheinlich.

Chart vom 24.03.2021, Kurs 24,30 Euro, Kürzel LPK | Online Broker LYNX
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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der LPKF Laser Aktie

Optimistische Analysten konnten nicht verhindern, dass ein Ausbruch der LPKF Laser-Aktie im Februar als Bullenfalle endete. Jetzt aber hielt eine äußerst wichtige Unterstützungslinie und die Aktie drehte nach oben. Nehmen die Bullen einen neuen Anlauf?

Das durchschnittliche Analysten-Kursziel für die Aktie des Lasertechnologie-Unternehmens LPKF liegt derzeit bei 34 Euro. Als der Kurs im Februar über das Ende Dezember markierte 2020er-Jahreshoch von 31 Euro sprang, sah es so aus, als würde man dieses Ziel erreichen, womöglich sogar mit dem Schwung des Ausbruchs überbieten. Aber auf diesen charttechnischen Befreiungsschlag folgten keine Anschlusskäufe, sondern Gewinnmitnahmen. Die Käufer zogen sich umgehend zurück, nachdem ihnen derart der Wind aus den Segeln genommen wurde, der Kurs rutschte sogar durch die wichtige Unterstützungszone 24,85/26,00 Euro.

Doch als die LPKF-Aktie die wichtige 200-Tage-Linie, im Chart dick schwarz hervorgehoben, bei aktuell 22,90 Euro touchierte, zeigten sich die Käufer wieder. Der Kurs federte von dort aus nach oben und versucht sich gerade daran, die Zone 24,85/26,00 Euro sowie die 20-Tage-Linie, die knapp darüber bei aktuell 27,20 Euro verläuft, zurückzuerobern. Gelingt das, wäre der Weg für einen neuen Anlauf nach oben frei. Wie stehen die Chancen?

Expertenmeinung: Ginge es alleine nach der Chart- und Markttechnik, stünden sie hervorragend. Die Aktie hatte zuvor sauber „auskorrigiert“, so dass der hier unten im Chart mit abgebildete Stochastik-Oszillator aus der überverkauften Zone heraus ein bullisches Signal generiert hat. Zugleich ist kaum eine Supportlinie besser geeignet, um Basis eines neuen Aufwärtsimpulses zu werden als die 200-Tage-Linie. Aber:

Es geht vielleicht ganz kurzfristig vor allem um charttechnische Aspekte. Aber was bei LPKF Laser fehlt, ist eine Orientierung, ob das seitens der Analysten erwartete Durchstarten der Unternehmensgewinne tatsächlich stattfindet. Da LPKF keine Vorab-Ergebnisse für das vierte Quartal oder das Gesamtjahr 2020 vorgelegt hat, wird erst am 24. März, also Mitte kommender Woche, klar, wie sich die Perspektiven hinsichtlich des deutlichen Gewinnsprungs, den die Experten für 2021 erwarten, darstellen.

Damit wird dieser Termin zum Dreh- und Angelpunkt, was die Chancen für die Aktie angeht. Auch, wenn LPKF Laser die jetzt umkämpfte Widerstandszone mit einem Schlusskurs über der 20-Tage-Linie nach oben verlassen sollte, wäre das daher ein Ausbruch „auf Bewährung“, dem man nur folgen sollte, wenn man sich für den Fall einer die Bullen nicht zufriedenstellenden Bilanz mit konsequenten Stoppkursen nach unten absichert.

Chart vom 12.03.2021, Kurs 26,40 Euro, Kürzel LPK | Online Broker LYNX

Charttechnik vom Feinsten und immenses Aufwärts-Momentum kennzeichnen den LPKF Laser-Kurs. Was gestern fehlte, waren neue Nachrichten, die hätten unterfüttern können, dass die Aktie des auf Lasertechnik fokussierten Maschinenbauers um auch für diese volatile Aktie ungewöhnliche 9,46 Prozent zulegte. Die Ergebnisse des vierten Quartals könnten hier viel bewegen, zumal es wichtig wäre zu wissen, wie das Unternehmen selbst das angelaufene Jahr 2021 beurteilt. Vor allem, ob die unternehmenseigene Perspektive die optimistischen Gewinnschätzungen der Analysten bestätigen würde. Aber die Bilanz steht, vorbehaltlich der möglichen Vorab-Meldung vorläufiger Zahlen, erst Ende März an. Und die letzten Ergebnisse, die des dritten Quartals 2020, stammen von Ende Oktober und sind damit uralt. Also, was trieb die Trader um, als sie hier gestern derart kräftig zulangten?

Es war vor allem die Charttechnik und wohl auch der Blick in die Kurshistorie. Sie sehen im Chart, dass die Aktie im Dezember die markante Widerstandszone 24,90/26,00 Euro überwand, dann aber oberhalb dieser Zone erst einmal konsolidierte. Was indes deutlich machte, dass der einstige Widerstandsbereich jetzt als Unterstützungszone „funktioniert“. Diese Konsolidierung manifestierte sich als Dreiecksformation. Nachhaltig aus diesem Dreieck nach oben auszubrechen hieße, zugleich die Zwischenhochs vom Dezember und Januar zu überwinden. Das, dürften sich einige Bullen ausgerechnet haben, wird Short investierte Trader zwingen, ihre Leerverkäufe einzudecken, was den Anstieg intensivieren würde. Und würde das gelingen, wäre die letzte charttechnische Hürde vor dem allerletzten Widerstand beseitigt: Dem bisherigen Rekordhoch bei 37 Euro.

Expertenmeinung: Dass dieses Rekordhoch fast 21 Jahre zurückliegt, im Mai 2000 erreicht wurde, muss nicht heißen, dass es irrelevant wäre, wenn nur genug Trader diese alte Bestmarke erkennen und sie zum Kursziel deklarieren. Und je länger die Bilanz nebst 2021er-Perspektive ausbleibt, desto besser für die Bullen, denn:

Bislang hat man nur die Analystenprognosen, die avisieren, dass LPKF Laser nach einem schwächeren Jahr 2020 im neuen Jahr deutlich an Fahrt aufnehmen wird. Momentan rechnen die Experten im Schnitt mit einem Gewinn von 0,69 Euro pro Aktie, mehr als im gut gelaufenen Jahr 2019 und 130 Prozent über dem Gewinn 2020. Und 2022 soll der Gewinn noch einmal über 60 Prozent steigen. Würde man auf Basis der 2021er-Analystenprognose und des aktuellen Kurses ein Kurs/Gewinn-Verhältnis errechnen, käme man auf ein KGV knapp unter 50 … bei einer derartigen Wachstumsperspektive nicht zu teuer. Anders wäre es, würde das Unternehmen mit seiner eigenen Prognose Wasser in diesen Wein gießen … aber diese Zahlen stehen eben vom Terminplan her noch nicht an, daher ist der Zeitpunkt für diese bullische Attacke geschickt gewählt.

Denkbar ist es, dass der Run an die alte Höchstmarke von 37 Euro gelingt, aber bei derart volatilen Aktien kann es nicht schaden, auch für den Fall gerüstet zu sein, dass den Bullen die Puste ausgeht. Ein Stoppkurs um 29 Euro, der somit greifen würde, wenn die Aktie wieder in dieses gerade überwundene Dreieck zurückfällt, wäre da ein angemessener „Fallschirm“.

Chart vom 16.02.2021, Kurs 32,40 Euro, Kürzel LPK | Online Broker LYNX

Man kann es beim besten Willen nicht übersehen: Bei LPKF Laser zeichnet sich ein Doppeltopp ab. Noch ist es allerdings nur ein „potenzielles“ Doppeltopp. D.h. noch könnte die Käuferseite die Gefahr bannen, indem sie die Aktie umgehend zurück in den Ende Oktober etablierten Aufwärtstrend und über die 20-Tage-Linie zieht, was Kurse über 28,50, idealerweise über 29 Euro erfordern würde. Dann wäre die Chance da, dass das Ganze als volatile Seitwärts-Konsolidierung durchgeht und ein Ausbruch nach oben den alten Schwung wiederbringt. Die Frage ist nur, ob sich genug Käufer finden, die dazu aktiv beitragen. Denn der Gedanke, dass diese Aktie erst einmal „oben“ wäre, drängt sich durchaus auf.

Sie sehen im Chart, dass sich der Aktienkurs zwischen Ende Oktober und Ende Dezember glatt verdoppelt hat. Die daraufhin einsetzenden Gewinnmitnahmen wurden zweimal, Anfang und Mitte Januar, genau dort abgefangen, wo sie abgefangen werden mussten, um die Aktie im Aufwärtstrend zu halten: am oberen Ende der Unterstützungszone 24,85/26,00 Euro. Am Donnerstag wurde diese Zone einem dritten Test unterzogen – und hielt erneut. Aber wie gesagt: Erst, wenn sich der Kurs wirklich nach oben absetzt, der erfolgreichen Defensive auch die Offensive folgt, wäre das Risiko vom Tisch, dass dieses potenzielle Doppeltopp vollendet wird. Und selbst dann stünde die Frage im Raum, ob ein erneuter Anstieg in Richtung des Dezember-Hochs nicht erneut Verkäufe auslösen würde, denn:

Expertenmeinung: Diese Hausse der LPKF Laser-Aktie lebt momentan von der Hoffnung. 2020 wird das Unternehmen, wenngleich die Zahlen zum vierten Quartal noch ausstehen, klar weniger verdient haben als 2019. Trotzdem notiert die Aktie auf einem 20-Jahres-Hoch, auf dem höchsten Stand seit dem Platzen der Internetblase im Jahr 2000. Der Grund: Die Investoren setzen darauf, dass der Laser-Spezialist in diesem Jahr die alte Gewinndynamik wiederfindet. Darauf, dass sich die Serie steigender Gewinne der Jahre 2017 bis 2019 fortsetzen und das 2019er-Ergebnis sogar überbieten wird und der Gewinnanstieg 2022 weitergeht. Alleine, was fehlt, sind die Fakten, schließlich liegen noch nicht einmal die Ergebnisse des vierten Quartals 2020 auf dem Tisch.

Was wir hier sehen, ist also eine Hoffnungsblase, bei der sich erst herausstellt, ob der Begriff „Blase“ unangebracht ist, wenn das 2020er-Ergebnis nebst Ausblick auf das laufende Jahr vorliegen. Und das dürfte zumindest bis März dauern. Die Bullen hätten somit einen Zeitvorteil: Bis dahin ließe sich nicht beweisen, dass ihre Erwartungen überzogen sind. Aber letzten Endes können die Investoren die bislang vorliegenden Daten lesen und wissen daher, dass sie hier eine große Hypothek auf eine schnell positiv werdende Zukunft aufgenommen haben.

Daher muss sich eben erst herausstellen, ob genug Käufer bereit sind, auf diesem so hohen Kursniveau ihre Positionen auszubauen und der Aktie so zu helfen, die Kurve nach oben zu kriegen. Dass der Kurs zuletzt knapp unter dem Dezember-Hoch abdrehte und der unten im Chart eingeblendete RSI-Indikator eine Toppbildung vorzeichnet, könnte so manchen Trader vorsichtig stimmen. Sollte LPKF Laser diese nunmehr dreimal binnen weniger Wochen gehaltene Zone 24,85/26,00 Euro durchbrechen, könnte das dann vollendete Topp schnell Anschlussverkäufe auslösen, deren erstes Kursziel die bei knapp 22 Euro verlaufende 200-Tage-Linie wäre. Einen Stoppkurs unter diese Supportzone zu legen, würde sich anbieten.

Chart vom 28.01.2021, Kurs 27,80 Euro, Kürzel LPK | Online Broker LYNX

Besser konnte es für die Bullen nicht laufen. Erst hat die Aktie des Laseranlagen-Spezialisten LPKF Laser die Widerstandszone 24,85/26,00 Euro kurz getestet, dann leicht zurückgesetzt, auf Höhe der nächstliegenden Unterstützung in Form der 20-Tage-Linie nach oben gedreht und diese Hürde dann am Dienstag mit Schwung genommen. Zuvor war LPKF kurz über diesen Widerstandsbereich gelaufen und erst einmal gestoppt worden, doch mit dem gestrigen Riesensatz von 10,2 Prozent war die Sache charttechnisch in trockenen Tüchern.

Damit hat diese seit 1999 börsennotierte Aktie den höchsten Stand seit August 2000 erreicht. Und die Bullen haben sich dadurch ein solide wirkendes Sprungtuch erarbeitet, denn die Zone 24,85/26,00 Euro dient jetzt als Supportzone. Und die wird in Kürze noch durch den doppelten Leitstrahl dieser Anfang November begonnenen Rallye in Form der steilen, kurzfristigen Aufwärtstrendlinie und der 20-Tage-Linie verstärkt. Was soll da noch schiefgehen?

Expertenmeinung: Solange der Optimismus der bullischen Akteure hoch bleibt, kann das gutgehen. Wenn dieser indes ins Wanken geriete, kann da allerhand schiefgehen. Diese so massiv wirkende Supportzone ist keine absolute Versicherung gegen einen Schwenk des Kurses nach unten. Denn ob dieser Ausbruch nach oben fundamental gerechtfertigt ist, darüber ließe es sich zumindest streiten.

LPKF Laser vermeldete vergangene Woche die Aufstockung eines Großauftrags, aber ob dieser insgesamt 28 Millionen Euro (20 Prozent des Umsatzes des Jahres 2019, das ist schon eine Hausnummer) umfassende Auftrag bereits 2021 voll in die Bücher kommt, ist offen. Und das jetzt endende Jahr 2020 war kein Grund für einen Ausbruch nach oben: Umsatz und Gewinn werden gegenüber 2019 spürbar niedriger liegen. Für 2021 schätzen die Analysten im Schnitt einen Gewinn von 0,65 Euro pro Aktie, damit würde der 2020 unterbrochene Gewinnanstieg fortgesetzt, der nach mehreren Verlustjahren 2017 mit der Rückkehr in die schwarzen Zahlen begonnen hatte. Das ist eine gute Perspektive, keine Frage. Aber nimmt man diesen 2021er-Gewinn (der ja nur eine Prognose ist) von 0,65 Euro pro Aktie und setzt ihn mit dem gestrigen Schlusskurs von 28,10 Euro in Relation, würde sich ein Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 43 errechnen. Zum Ende der Jahre 2018 und 2019 lag das KGV der Aktie bei 17 bzw. 29. Ein KGV von 43, das wäre nur dann gerechtfertigt, wenn sich sicher absehen ließe, dass nicht nur 2021, sondern auch 2022 ein kräftiges Gewinnwachstum erreicht wird. Doch so weit kann man nicht voraussehen, erst recht nicht in einem instabilen wirtschaftlichen Umfeld wie momentan.

Rücksetzer sollte man daher einkalkulieren und den Gedanken, jetzt noch auf diesen dahin rasenden Hausse-Zug aufzuspringen, in dessen Verlauf sich der Kurs in weniger als zwei Monaten fast verdoppelt hat, zumindest mit einem großen Fragezeichen versehen. Zudem wäre für diejenigen, die bereits investiert sind, eine konsequente Absicherung sinnvoll, die momentan knapp unter der aktuell bei 23,60 Euro verlaufenden Aufwärtstrendlinie sinnvoll platziert wäre.

Chart vom 22.12.2020, Kurs 28,10 Euro, Kürzel LPK | Online Broker LYNX

Heut beginnen wir entgegen meiner Gewohnheiten mit der Charttechnik. LPKF ist aus einer monatelangen Seitwärtsbewegung ausgebrochen und hat dadurch ein massives Kaufsignal ausgelöst.
Extrapolierte Kursziele liegen bei 30 und 33 Euro.

Die Frage ist nur, ob der Anstieg nachhaltig ist.

Der Auslöser

Der Auslöser für den Ausbruch und die starke Kursentwicklung der letzten Tage ist ein Großauftrag.

Demnach hat LPKF erstmals einen Auftrag für die Ausstattung von Produktionsstätten erhalten, die Dünnschicht-Solarmodule auf CIGS-Basis (Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid) produzieren werden.

Der Auftrag hat wohl ein Volumen von rund 10 Mio. Euro, der Rahmenvertrag mit dem Kunden rund 28 Mio. Euro.

Im Vorjahr verzeichnete LPKF einen Umsatz von 140 Mio. Euro. Für die Verhältnisse von LPKF handelt sich also um einen großen Brocken.

Auf der anderen Seite muss man aber auch ganz klar konstatieren, dass ein einzelner Auftrag nur kurzfristig hilft.

Ist das gerechtfertigt?

Vorerst dürfte die Rallye trotzdem weitergehen. Allzu oft geht die Party sehr viel länger, als rational zu begründen wäre.

Anleger hoffen auf Folgeaufträge und darauf, dass man in diesem Bereich weitere Kunden gewinnen kann.
Das muss mit Blick auf die Bewertung von LPKF aber auch gelingen, denn seit dem Vorjahrestief hat sich die Aktie vervielfacht.

Dabei lief es in diesem Jahr eher bescheiden.

Auf dem aktuellen Niveau liegt das KGV immerhin bei 50 und das KGVe knapp unter 100.
In der Vergangenheit wurde das Unternehmen regelmäßig für ein KGV von unter 15 gehandelt.

Eine derartig hohe Bewertung ist ziemlich schwer zu rechtfertigen. Vor allem, wenn man die eher durchwachsene Geschäftsentwicklung von LPKF berücksichtigt.

Man hat seit jeher Probleme mit der Profitabilität und das Ergebnis ist heute niedriger als in den vier Geschäftsjahren von 2010 bis 2013.

Der Umsatz stieg phasenweise, sank dann über Jahre hinweg und erst zuletzt ging es wieder aufwärts. Wirklich überzeugend ist das nicht.

Der große Durchbruch

LPKF hilft also nur ein großer Durchbruch, der Umsatz und Gewinn endlich nachhaltig befeuert.
Es wäre durchaus möglich, dass Lasersysteme für die Solarindustrie diesen Durchbruch bringen könnten.

Um das abzuschätzen, muss man sich mit der Branche auseinandersetzen und grundlegende Fragen beantworten:
Wie groß ist der CIGS-Markt, wie schnell soll er wachsen, wie viele Konkurrenten gibt es und wie hoch sind deren Marktanteile? Wie gut ist LPKF positioniert?

Nur dann lässt sich halbwegs abschätzen, ob LPKF sich in dem Sektor behaupten kann.
Um das zu tun habe ich stellvertretend für Sie mehrere Sektorstudien zu CIGS-Solarmodulen zu Gemüte geführt.

CIGS Markt und die Stellung von LPKF

Das Ergebnis der Recherche ist leider ernüchternd. LPKF taucht in den Studien nicht mal auf. Bisher spielt man keine Rolle.

Im CIGS-Markt werden bereits jetzt erhebliche Umsätze generiert und keiner der führenden Hersteller der Dünnschicht-Solarmodule scheint auf die Technologie von LPKF zurückzugreifen.

Gleiches gilt für Unternehmen wie Manz, die in der Wertschöpfungskette eine Stufe weiter oben stehen. Das Unternehmen kann sogar schlüsselfertige Produktionslinien zur Herstellung von CIGS-Dünnschicht-Solarmodulen liefern.

Führend im Sektor sind zum Beispiel SoloPower, Manz, Hanergy, Stion, Miasole, Solar Frontier, Avancis (CNBM), Global Solar, Siva Power, Solibro, Global Solar, ISET, Flisom HelioVolt und Dow Solar.
Das Unternehmen LPKF aus Garbsen ist also bestenfalls ein Nischenplayer in diesem Markt und benötigt einen echten Gamechanger um das zu ändern.

Für die freudig kaufenden Anleger hoffe ich, dass sich die Lasertechnologie von LPKF als das herausstellt.
Man wird sich CIGS-Markt gegen eine Vielzahl von Konkurrenten durchsetzen müssen, um nachhaltig steigende Umsätze zu generieren.

Falls das nicht gelingt, hat man glücklicherweise auch noch andere Möglichkeiten. Die LIDE-Technologie hat eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten.

Um die derzeitige Bewertung zu rechtfertigen, muss sich die Geschäftslage von LPKF nachhaltig und dauerhaft verbessern.

Chart vom 22.12.2020 Kurs: 28,65 Kürzel: LPK - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 22.12.2020 Kurs: 28,65 Kürzel: LPK – Wochenkerzen