Marginberechnung

In einem Margin-Depot können Sie Fremdkapital für Ihr eigenes Trading nutzen. Hier erläutern wir Ihnen die grundlegende Funktionsweise des Margin-Trading.

In einem Margin-Depot haben Sie die Möglichkeit, Aktien und andere Assets mit geliehenem Kapital zu kaufen und somit Ihren Einsatz zu hebeln. Neben den verfügbaren Geldbeständen (Cash) werden Ihre beleihbaren Wertpapiere verwendet, um zu bestimmen, ob eine Beleihung möglich ist. Als Sicherheiten gelten hier im Allgemeinen der Gesamtwert aller Aktienpositionen + dem Wert Ihrer Cash-Bestände. Bei jeder Aktienposition, die Sie eröffnen, wird durch das System eine Deckung gefordert (Margin).

Margin Call
Sollte Ihre Position gegen Sie laufen und die hinterlegten Sicherheiten reichen nicht mehr aus, um die geforderte Margin zu erfüllen, können vom System automatisch Positionen glattgestellt werden. Dabei erfolgt keine gesonderte Benachrichtigung. Nähere Informationen dazu finden Sie unter » Automatische Ausgabenbegrenzung.

Hinweis: Die Beleihung von Wertpapieren im Margin-Depot setzt einen Depotwert (Equity inkl Loan Wert, Informationen hierzu unter » Kontofenster) von mindestens USD 2000,- oder den entsprechenden Gegenwert in einer anderen Währung voraus.

Die Deckung der Margin ist der Mindestbetrag an Sicherheiten, der in Ihrem Portfolio vorhanden sein muss, damit:

  • die Transaktion durchgeführt (Initial Margin) bzw.
  • die Position gehalten werden kann (Maintenance Margin).

In der Handelsplattform wird der Wert der Gesamtsicherheiten als Equity inkl Loan Wert angezeigt. Dieser entspricht dem Wert aller Aktienpositionen + dem Wert Ihrer Cash-Bestände.

Um eine neue Position eröffnen zu können, müssen die vorhandenen Gesamtsicherheiten mindestens gleich der geforderten Initial Margin sein.

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Außerdem wird zum Zeitpunkt der Orderübermittlung ein weiteres Kriterium überprüft. Die Hebelung Ihres Depots beim Aufbauen neuer Positionen ist mit einem Cap versehen. Wenn Sie eine Order übermitteln möchten, wird daher das folgende Prüfschema angewendet:

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Fußnoten

1 – Bruttowert der Securities Positionen = Wert aller Long-Positionen in Aktien + Wert aller Short-Positionen in Aktien + Wert aller Long-Positionen in Optionen + Wert aller Short-Positionen in Optionen + Wert aller Funds-Positionen

2 – Netto Liquidationswert = Barbestand + Wert aller Aktienpositionen + Wert aller Optionspositionen + Wert aller Anleihepositionen + Wert der Funds-Positionen

3 – Wie von der Börse angegeben

Nach Positionseröffnung:

Sollten nach der Positionseröffnung die Gesamtsicherheiten die Maintenance Margin unterschreiten, kann es zu Positionsschließungen kommen (siehe » Automatische Ausgabenbegrenzung).

Bei der Betrachtung der Margin-Anforderungen eines Depots ist zu beachten, dass zwei Richtlinien zu dessen Bewertung herangezogen werden.

Zum einen gelten die Regeln der SEC (US Securities and Exchange Commission − US-Börsenaufsicht) bezüglich der Margin-Konten. Diese spiegeln sich im Wert des RegT Margin-Betrags und dem hiermit verbundenen Special Memorandum Account (SMA) wider. Es handelt sich bei diesem Account um ein Unterkonto Ihres RegT Margin-Depots.

Nach den Regulation T-Kriterien gilt für den SMA-Wert, dass dieser am Ende des US-Handelstages nicht negativ sein darf. Der SMA-Wert wird während des Handelstages in Echtzeit berechnet, die Anforderungen der RegT Initial Margin jedoch erst am Ende des Handelstages (21.50 – 22.15 Uhr MEZ) geprüft, um sicherzustellen, dass der SMA-Wert größer oder gleich null ist.

Sie finden den SMA-Wert in der Kontoübersicht Ihrer Handelsplattform (» Kontofenster). Der Wert wird folgendermaßen berechnet:

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Fußnoten

1 – Aus Ein- und Auszahlungen. Die errechnete Bilanz enthält außerdem Veränderungen des Cash-Bestandes, der aus dem Kauf oder Verkauf von Optionen sowie aus Day Trading resultiert. (» Regelungen zum Daytrading)

2 – Initial Margin Anforderungen nach US Regulation T Regeln

3 – Berechnung am Ende des Handelstages nach US Margin Regeln

Hinweis: Sollte der SMA-Wert Ihres Depots am Ende eines Handelstages negativ sein, können Positionen liquidiert werden.

Für den Kauf von Wertpapieren gelten außerdem Initial und Maintenance Margin Anforderungen. Ob eine Transaktion ausgeführt werden kann oder nicht, hängt davon ab, ob die geforderte Sicherheitsleistung durch die Gesamtsicherheiten Ihres Depots (Equity inkl Loan Wert) gedeckt wird.

Die Marginsätze für Aktienpositionen liegen im Allgemeinen bei:

  • 25 – 100% für Long-Positionen
  • 30 – 100% für Short-Positionen

Hinweis: Ein Margin-Satz von 25% gilt ausschließlich im intraday-Handel. Wenn Sie eine Position langfristig halten möchten, sollten Sie die geforderte Übernacht-Margin in Höhe von mindestens 50% beachten.

Ein Marginsatz von 100% gilt für risikobehaftete Papiere. Dies sind oft kleinere Nebenwerte sowie am OTC-Markt gehandelte Werte.

Beim Handel von Optionen und Futures ist in der Regel die Hinterlegung einer separaten Margin erforderlich. Dieser Betrag wird in Ihrem Konto geblockt, um sicherzustellen, dass Sie Ihre Verpflichtungen im Fall einer Optionsausübung oder eines Cash-Ausgleichs erfüllen können.

Die Margin für Eurex-Kontrakte wird anhand eines Risk Based Margining Systems berechnet. Der Vorteil an dieser Art der Berechnung besteht darin, dass Ihr gesamtes Portfolio in die Berechnung des Risikos einfließt. Es wird hierbei eine Korrelation zwischen den Auswirkungen und der Haltedauer Ihrer Positionen berücksichtigt.

Beim FX Trading über LYNX haben Sie die Möglichkeit, Ihren vorhandenen Cash-Bestand um einen Multiplikator von bis zu 40 zu hebeln (Siehe » Währungssaldo ausgleichen). Obwohl in einem Margin-Depot ungebuchte Cash-Beträge (Unsettled Cash) sofort nach Positionsschließung in Ihrem Konto bereitgestellt werden, besteht trotzdem eine Settlement-Frist von bis zu 3 Tagen. Bei häufigem Devisenhandel kann es daher vorkommen, dass die Summe an nicht gebuchten Beständen stark ansteigt. Um den Anstieg nach oben zu begrenzen, gilt folgende Regel beim FX Trading: Die Summe ungebuchter Bestände aus allen FX Trades darf das 250-fache Ihres Depotwertes (Netto Liquidationswert) nicht übersteigen.

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Silke Puhlemann
Silke Puhlemann
Leiterin Neukundenabteilung