Der Kursverlauf im Öl gleicht derzeit einer Achterbahnfahrt. Erst elf Dollar runter, dann neun Dollar hoch. Bewegungen, die das Herz eines jeden Traders höherschlagen lassen. In dieser Handelswoche rauschte der Preis für das schwarze Gold erneut fast neun Prozent in die Tiefe! Warnzeichen oder Kaufchance? Eine Antwort erhalten Sie anhand einer attraktiven Trade-Idee in dieser ÖL-Analyse.

Rückblick: Die Bären sind wieder am Drücker

Der Ölpreis ist derzeit ein Paradies für aktive Anleger. Kursbewegungen von über 14 Prozent in wenigen Tagen liefern Tradern genau das was sie brauchen – Bewegung.

So hat der Ölpreis seit dem Jahreshoch bei 76,07 USD zunächst in der Spitze elf USD oder 14,54 Prozent verloren. Im Anschluss ging es innerhalb weniger Tage wieder von 65 USD auf 74 USD nach oben. Jedoch konnten auf diesem Preisniveau nicht genügend neue Käufer gefunden werden. Im Gegenteil…

Die Verkäufer übernahmen diese Woche wieder das Ruder. Das hohe Angebot trieb den Ölpreis in den letzten Handelstagen wieder deutlich unter die runde Marke von 70 USD. Am Donnerstag musste für einen Öl-Kontrakt mit Laufzeit September 2021 (Kürzel: CLU1) am Terminmarkt sogar nur noch 67,61 USD bezahlt werden. Also fast neun Prozent günstiger als noch vor einer Woche (vgl. Chart unten).

Chart vom 05.08.2021 Kurs 68,18 Kürzel: CLU1 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Aktuell kann sich der Ölpreis im Bereich von 68 USD stabilisieren.

Jetzt fragt man sich…

war das schon das Ende der Korrektur, oder müssen die Bullen vor einem weiteren Kursrutsch Angst haben?

Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, zoomen wir erst ein wenig heraus und schauen, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große fundamentale und technische Bild einfügt.

Überblick: Nur eine Korrektur im Aufwärtstrend

Chart vom 05.08.2021 Kurs: 68,14 Kürzel: CL∞ Wochenkerzen | Online Broker LYNX

Übergeordneter Aufwärtstrend scheitert an Widerstand

Mit dem neuen Jahreshoch bei knapp unter 77 USD, hat WTI Crude Oil den seit April letzten Jahres laufenden Aufwärtstrend fortgeführt. (vgl. Chart oben). Verdeutlicht wird das einerseits durch eine Abfolge von höheren Hochs und höheren Tiefs auf der Kurs-Achse. Andererseits notiert der aktuelle Kurs derzeit über dem einfachen gleitenden Durchschnitt (SMA) der letzten 200 Handelstage. Wobei sowohl der 50er SMA (blaue Linie im Chart oben), wie auch der 200er SMA (rote Linie im Chart oben) durch die Korrektur nur noch leicht ansteigen.

Trotz der Korrektur ist die technische Großwetterlage im ÖL weiter bullisch zu bewerten.

Ändern würde sich das erst, wenn wir im Chart einen Schlusskurs auf Wochenbasis unter der Marke von 57,25 USD bekämen. Dann wäre der Aufwärtstrend gebrochen.

Bis dahin ist es aus Chance-Risiko-Gesichtspunkten wieder sinnvoller Kursschwäche zu kaufen, als Kursstärke zu verkaufen.

Jetzt stellt sich die Frage: Passt das technische Bild auch zu den fundamentalen Rahmenbedingungen?

Enttäuschende Konjunkturdaten schüren die Angst vor einer schwächeren Öl-Nachfrage

Überraschend schwache Konjunkturdaten entfachen am Markt neue Wachstumssorgen. Denn der US-Einkaufsmanagerindex fiel für das verarbeitende Gewerbe im Juli 2021 auf 59,5 Punkte. Erwartet worden waren 60,9 Punkte. Das ist der schwächste Wert seit sechs Monaten und signalisiert, dass der „Wachstums-Peak“ erstmal erreicht sein könnte.

Auch die am Mittwoch veröffentlichten Arbeitsmarktdaten sorgten für Ernüchterung. Wurden im Juni noch 680.000 neue Arbeitnehmer eingestellt, waren es im Juli nur noch 330.000 neue Jobs. Damit blieb man deutlich unter den vom Markt erwarteten 695.000 neuen Arbeitsplätzen. Die verlangsamte Erholung zeigt, dass der US-Arbeitsmarkt doch nicht so robust ist, wie es viele erwartet haben.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Rohöl-Lagerbestände im Juli angestiegen sind. Der Status Report der EIA (U.S. Energy Information Administration) zeigt statt dem erwarteten Rückgang von 3,102 Millionen Barrel, einen Anstieg von 3,626 Millionen Barrel an Lagerbeständen. Das ist der größte Anstieg seit Anfang Mai.

Ein Grund für den schwachen Ölpreis dürfte die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus sein. Sowohl die USA als auch China erleben derzeit einen Anstieg der Covid-19-Fälle. Die Angst vor Maßnahmen, die die Mobilität einschränken, könnte die Ölnachfrage kurzfristig weiter belasten. Doch das könnte sich schon bald wieder ändern, denn ein Blick auf die Terminkurve im Öl zeigt uns, dass die Öl-Nachfrage derzeit weiterhin hoch ist.

Terminkurve zeigt die große Öl-Nachfrage

Öl-Kontrakte werden an der Terminbörse mit unterschiedlichen Laufzeiten gehandelt. Aufgrund der Lagerkosten kommt es in der Regel zu einem Preisaufschlag bei späteren Lieferterminen. Fehlen diese Preisaufschläge, dann befindet sich die Terminkurve in einer „Backwardation“. Hier muss, im Gegensatz zu den Haltekosten in einem Contango, eine Verfügbarkeitsprämie gezahlt werden. Genau das ist die aktuelle Situation im Öl-Future und verdeutlicht die weiterhin hohe Nachfrage nach dem schwarzen Gold. (vgl. Grafik unten).

 Chart vom 05.08.2021 Terminkurve WTI Crude Oil | Online Broker LYNX

Jetzt stellt sich die Frage: Wo ist ein gutes Einstiegsniveau mit einem attraktiven Chance-Risiko Verhältnis für einen Long-Trade?

Ausblick: Läuft gerade die nächste Korrekturwelle?

Wenn wir anhand eines 4-Stundencharts weiter in das aktuelle Marktgeschehen hineinzoomen, dann sehen wir, dass der Kurs derzeit bei 68,80 USD notiert. Also deutlich unter dem mehrjährigen Hoch bei 76 USD (vgl. Chart unten).

Chart vom 05.08.2021 Kurs: 68,70 Kürzel: CLU1 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Untergeordneter Abwärtstrend gibt den Verkäufern weiterhin Rückenwind

Verantwortlich hierfür war der Kursrutsch der letzten Handelswochen. Dieser deutliche Preisverfall führte mit einem tieferen Verlaufstief zunächst zu einem Trendbruch in einem untergeordneten Aufwärtstrend. Als das neu entstandene Verlaufstief nach einem tieferen Verlaufshoch unterboten wurde, war die Trendumkehr perfekt. Die Folge…

Durch den jetzt bestätigten Abwärtstrend haben Verkaufssignale die Anleger veranlasst ihre Long-Positionen zu schließen oder neue Short-Positionen aufzubauen. Beides führte dazu, dass das Angebot deutlich über der Nachfrage lag. Ein rasanter Kursrutsch (vgl. lange rote Kerzen im Chart) war die logische Konsequenz.

Aufhalten konnte den Preisverfall erst die Preiszone zwischen 65 und 66 USD. War das Preislevel im Mai noch ein hartnäckiger Widerstand, zog es in dieser Woche genügend Käufer an. Diese schafften es nicht nur den Preisverfall zu stoppen, sondern trieben durch Anschlusskäufe den Ölpreis wieder über die 74 USD Marke. Diese rasche Kurserholung war erstmal als bullisches Zeichen zu interpretieren. Was folgte, dürfte den Bullen aber gar nicht gefallen haben…

Denn seitdem rutscht der Ölpreis, fast ohne Gegenwehr, nach unten. In großen Schritten bewegt er sich derzeit in Richtung des letzten Verlaufstiefs bei 65 USD. Sollte der Preisabschlag hier nicht erneut ausreichen, um genügend Käufer in den Markt zu ziehen, könnte der Kurs schnell ich Richtung 61 USD rutschen. Hier könnten Käufer, wie schon im Mai, den Preisverfall aufhalten.

Erst mit Kursen über 74 USD ist die Korrektur vom Tisch. Dann könnte der Ölpreis schnell in Richtung 76 USD marschieren und das Jahreshoch testen.

Diese technische Kaufsignale sollten Sie auf dem Radar haben

Erstens: Trotz der Korrektur steigen der 50-Tage-Durchschnitt (71,34 USD) und der 200-Tage-Durschnitt (58,63 USD) weiter an. Das ist bullisch.

Zweitens befindet sich im Bereich 61 bis 62 USD eine Unterstützungszone. Ein Test könnte Käufern die Chance geben nochmals günstiger zu kaufen. Der daraus entstehende Nachfrageüberhang könnte dann erneut zu steigenden Preisen führen.

Drittens liegt der Point of Control (POC), seit dem November 2020 Verlaufstief, im WTI Crude Oil bei 61,13 USD. Der POC ist das Kursniveau mit dem höchsten gehandelten Volumen an CL-Futures in einem bestimmten Zeitraum. Dieser volumenbasierte Preis könnte als Unterstützung fungieren.

Genau am oberen Rand dieser Unterstützungszone könnte zudem ein harmonisches Kursmuster vervollständigt werden. Diese Kursmuster signalisieren mögliche Umkehrpunkte im Chart und werden von mir gerne als Einstiegssignal genutzt

Einblick: Trade-Idee mit einem CRV von 3,81 für einen Long-Einstieg in den Öl-Future

Ein möglicher Test der oben aufgezeigten Unterstützungszone im Bereich 62 USD könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Long-Trade liefern. Damit könnten Sie von einer weiteren Aufwärtsbewegung im Öl-Future profitieren (vgl. Chart unten).

Chart vom 05.08.2021 Kurs: 68,66 Kürzel: CLU1 Tageskerzen | Online Broker LYNX

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben, ohne blind den Kursen hinterher zu rennen. Basierend auf über 1.000 Echtgeld-Trades weiß ich, dass ich mit den Harmonischen Preismustern über eine große Anzahl von Trades in ca. 56 Prozent der Fälle zu den Gewinnern gehöre. Gepaart mit einem Chance-Risiko-Verhältnis wie in diesem Fall von 3,81 zu 1, liefern diese Kennzahlen mir genau diesen handfesten statistischen Gewinnvorteil.

Sollten Sie sich für einen Long-Trade entscheiden, können Sie bei 62 USD einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 59,10 USD, also unter dem letzten Verlaufstief, absichern. Damit berücksichtigen wir auch die aktuelle Volatilität im ÖL-Future.

Ein mögliches Gewinnziel wäre bei 73,05 USD. Daraus ergibt sich für die Trade-Idee ein Chance-Risiko-Verhältnis von 3,81. Natürlich können Sie bei einem hohen Momentum auch versuchen die Gewinne weiterlaufen zu lassen. Ein weiteres Ziel wäre das letzte Verlaufshoch im Bereich von 76 USD.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 67,40 USD erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Das Restrisiko wird damit auf null reduziert.

Fazit der WTI Crude Oil-Analyse:

Die aktuelle Analyse des Öl-Futures zeigt: Eine mögliche Fortsetzung des übergeordnet laufenden Aufwärtstrends, eröffnet eine attraktive Chance für einen Long-Trade. Ein möglicher Umkehrpunkt im Chart könnte im Bereich von 62 USD liegen.

Falls es im WTI Crude Oil Future zu einer weiteren Aufwärtsbewegung kommt, könnten Sie als Leser dieser Analyse von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 3,81 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen. Ein aktives Risiko- und Trademanagement sind daher ebenfalls sehr wichtig.

Am einfachsten und vor allem kostengünstigsten können Sie die vorgestellte-Trade-Idee mit Futures umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellung können Sie z.B. den CL-Future (Symbol: CLU1), den kleineren QM-Future (Symbol: QMU1) oder den relativ neuen Mikro-Future (Symbol: MCLU1) mit Laufzeit September 2021 dafür einsetzen. Der Kontrakt mit dieser Laufzeit, hat derzeit das größte Handelsvolumen und steht nicht kurz vor der Fälligkeit. Bitte denken Sie daran, falls der Trade länger laufen sollte, den Future rechtzeitig zu rollen.

Alternativ können Sie auch in Öl-Aktien investieren, um von einem steigenden Ölpreis zu profitieren. Hier finden Sie eine spannende Auswahl: Die besten Öl Aktien

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