Zu früh gefreut! Der Angriff auf das Rekordhoch von Gold bei 2.089,2 USD hat sich am Montag plötzlich in Luft aufgelöst. Innerhalb weniger Stunden stürzte das gelbe Edelmetall über 6 Prozent ab. Die Hintergründe des Kursrutsches und wie Sie davon profitieren könnten, erfahren Sie in dieser Gold-Analyse.

Rückblick: -6 Prozent in 6 Stunden

Für die Gold-Bullen lief letzte Woche noch alles nach Plan. Im Sog der „Biden-Rallye“ an den Aktienmärkten, konnte auch der Goldpreis über die Oktober-Hochs bei 1.940 USD pro Feinunze springen. Am Ende der vergangenen Woche markierte der Preis im Terminkontrakt mit Laufzeit Dezember 2020 bei 1.961,8 USD sogar eine neues Siebenwochenhoch (vgl. Chart unten). Damit war der Weg für einen Angriff auf das Rekordhoch bei 2.089,2 USD eigentlich frei. Doch dann kam der Blitz-Absturz…

Und das ausgerechnet, nachdem der Goldpreis am Montagmorgen noch bis 1.966,1 USD weiter ansteigen konnte. Am Mittag stürzte der Gold-Future dann innerhalb von sechs Stunden auf 1.848 USD ab. Das war ein Verlust von über sechs Prozent oder 118 USD.

Was war da los – warum der Mini-Crash?

Impfstoff gegen Covid-19

Das Tübinger Unternehmen BioNTech und der US-Pharmakonzern Pfizer haben am Montag bekannt gegeben, einen vielversprechenden Impfstoff gegen COVID 19 entwickelt zu haben. Damit kann das Risiko an COVID 19 zu erkranken um 90 Prozent reduziert werden. Die Nachricht hat zu einem Kursfeuerwerk an den internationalen Börsen geführt. Gold als „sicherer Hafen“ war nicht mehr gefragt.

Renditen für US-Staatsanleihen schossen nach oben

Der wichtigste Grund für den Gold-Absturz, sind die höheren Zinsen auf die US-Staatsanleihen. Bei einer Rendite von knapp unter einem Prozent bei den 10-jährigen US-Staatsanleihen und einer gleichzeitigen Kern-Inflationsrate von 1,6 Prozent im Oktober 2020, ist die Realverzinsung weiterhin negativ. Anlagen wie Edelmetalle, die ja keine Zinsen abwerfen, sind dann generell eine interessante Anlage-Alternative.

Wenn aber jetzt die Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen plötzlich von 0,797 auf 0,971 Prozent, also um über 21 Prozent innerhalb weniger Stunden nach oben springen, dann sinkt die Attraktivität Gold im Depot zu haben. So könnten sich viele Anleger im Rahmen eines Risk-On Sentiments entschieden haben, ihre Goldposition zu reduzieren.

Zwar konnte sich der Goldpreis im Verlauf der aktuellen Handelswoche etwas stabilisieren, doch reicht das schon für weitere Kursanstiege?

Um die Lage besser einschätzen zu können, zoomen wir ein wenig heraus und schauen uns an, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große Chartbild einfügt.

Überblick: Korrektur nach Rekordhoch

Ein Blick auf den Monatschart oben zeigt: Der Goldpreis hat das bisherige Rekordhoch aus dem Jahr 2011 im ersten Anlauf überwunden. Wenn solch markante Chartmarken im ersten Versuch genommen werden, dann ist das schon sehr bullisch.

Zudem hat auch der Aufwärtstrend, in Form von höheren Hochs und höheren Tiefs, im Chart oben grün markiert, nochmal an Dynamik gewonnen. Der Abstand der Hochs weitet sich aus. Die Kurse steigen exponentiell an.

Seit August befindet sich der Goldpreis nach dem neuen Rekordhoch bei 2.089,2 USD in einer gesunden Konsolidierung. Diese Korrektur in einem intakten Aufwärtstrend könnte sich noch bis auf das ehemalige Widerstandsniveau bei 1.800 USD ausweiten. Von dort könnte dann ein weiterer Angriff der Bullen folgen.

Damit ist klar…

Solange der übergeordnete Aufwärtstrend intakt ist, sind eine Trendfortsetzung und damit eine weitere Bewegungswelle nach oben wahrscheinlicher. Aus Chance-Risiko Gesichtspunkten ist es deshalb sinnvoller Kursschwäche zu kaufen, als Kursstärke zu verkaufen.

Denn an den fundamentalen Rahmenbedingungen hat sich nichts geändert. Ein übergeordnet schwächerer USD, die weltweite Liquiditätsflut der Notenbanken und die explodierenden Schuldenniveaus, aufgrund der milliardenschweren Konjunkturpakete der Regierungen, dürften die Anleger weiter in die Edelmetalle treiben.

Jetzt stellt sich die Frage: Wo ist ein gutes Einstiegsniveau mit einem attraktiven Chance-Risiko Verhältnis für einen Long-Trade?

Ausblick: Test dieser Unterstützung wahrscheinlich

Wenn wir anhand eines Tagescharts des Gold-Futures weiter in das aktuelle Marktgeschehen hineinzoomen, dann sehen wir, dass der Kurs derzeit bei 1.874 USD notiert. Also deutlich unter dem Rekordhoch von 2.089,2 USD. Bevor dieses erneut erreicht werden kann, müssen zunächst die technischen Widerstände im Bereich von 1.975 bis 2.000 USD und danach bei 2.025 USD aus dem Weg geräumt werden.

Darüber hinaus gibt es derzeit einige Anzeichen, die für einen Test der Unterstützung im Bereich von 1.800 USD sprechen.

Das Saisonale Muster im Gold

Ein Blick auf den Chart oben macht klar…

Die Wahrscheinlichkeit für fallende Gold-Kurse ist derzeit höher als für steigende Kurse. Wenn wir uns den durchschnittlichen Kursverlauf der letzten 10 Jahre in der Grafik oben näher anschauen dann sehen wir, dass statistisch gesehen bis Mitte Dezember eher mit fallenden Goldkursen gerechnet werden kann. Auch wenn ein Kurslevel von 1.800 USD derzeit vielleicht noch als weit weg erscheint, könnte es mit dem Rückenwind von Trend und Saisonalität schon bald erreicht sein. Kurz vor Weihnachten könnte dann womöglich eine weitere Gold-Rallye starten.

Diese technischen Warnsignale sollten nicht ignoriert werden

In einer kleineren Trendgröße hat sich ein Abwärtstrend etabliert. Sie erkennen dies an den oben im Chart rot eingezeichneten tieferen Hochs und tieferen Tiefs. Der im Chart grau markierte Fehlausbruch konnte nicht bestätigt werden. Kurzfristig sind daher erstmal weitere Kursverluste wahrscheinlicher. Zumindest bis wir einen Schlusskurs auf Tagesbasis über 1.975 USD sehen.

Zudem befindet sich der Kurs im Gold-Future derzeit auch deutlich unter dem einfachen 50-Tage-Durschnitt. Dieser verläuft aktuell bei 1.911 USD, Tendenz fallend. Diese Tatsache wird von vielen Markteilnehmern ebenfalls als bearish interpretiert.

Entscheidend dürfte die horizontale Unterstützung im Bereich von 1.850 USD sein. Sollte diese nicht halten, könnte ein mögliches Ziel der folgenden Abwärtsbewegung im Bereich 1.800 bis 1.820 USD liegen. Hier befindet sich übergeordnet auch eine wichtige Unterstützung (vgl. Tageschart oben).

Darüber hinaus könnte mit diesem Szenario ein harmonisches Kursmuster vervollständigt werden. Diese Kursmuster signalisieren mögliche Umkehrpunkte im Chart und werden von mir gerne als Einstiegssignal genutzt.

Einblick: Attraktive Trade-Idee mit einem CRV von 3,34 für einen Long-Einstieg im Gold-Future

Eine weitere Korrektur-Welle abwärts und ein Test einer wichtigen Unterstützung im Bereich von 1.800 USD könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Long-Trade in Gold liefern. Damit würden Sie von einer möglichen Aufwärtsbewegung im Gold-Future profitieren (vgl. Chart unten).

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig, bis sich Trading-Chancen am Markt ergeben, die mir einen geprüften statistischen Vorteil liefern. Basierend auf über 1.000 Echtgeld-Trades weiß ich, dass ich mit den Harmonischen Preismustern über eine große Anzahl von Trades in ca. 56 Prozent der Fälle zu den Gewinnern gehöre. Gepaart mit einem Chance-Risiko-Verhältnis wie in diesem Fall von 3,34 zu 1, liefern diese Kennzahlen mir genau diesen handfesten statistischen Gewinnvorteil.

Wie oben erläutert, befindet sich die Preis-Zone im Chart des Gold-Futures für eine mögliche Unterstützung im Bereich 1.800 USD. Spätestens bei 1.790 USD dürfte der 200er SMA Käufer anziehen und damit für Nachfrage sorgen. Knapp darüber, nämlich bei 1.816 USD, würde auch ein harmonisches Kursmuster vervollständigt werden und könnte eine weitere Aufwärts-Bewegung einleiten.

Sollten Sie sich für einen Long-Trade entscheiden, können Sie bei 1.816 USD einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 1.752 USD, also unter dem Verlaufstief von Ende Juni, absichern. Damit berücksichtigen wir auch die aktuelle Volatilität im Gold-Future.

Ein mögliches Gewinnziel wäre bei 2.030 USD. Daraus ergibt sich für die Trade-Idee ein Chance-Risiko-Verhältnis von 3,34.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 1.920 USD erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Das Restrisiko wird damit auf null reduziert.

Fazit der Gold-Analyse:

Die aktuelle Analyse des Gold-Futures zeigt: Eine mögliche Fortsetzung des übergeordneten Aufwärtstrends eröffnet eine attraktive Chance für einen Long-Trade. Ein möglicher Umkehrpunkt im Chart könnte im Bereich von 1.816 USD liegen.

Falls es im Gold-Future von dort weg zu einer weiteren Aufwärtsbewegung kommt, könnten Sie als Leser dieser Analyse von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 3,34 Euro zurück erhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen. Ein aktives Risiko- und Trademanagement sind daher ebenfalls sehr wichtig.

Risiken für die Trade-Idee bestehen vor allem darin, dass auch der Goldpreis im Rahmen eines Risk-Off-Sentiments und den damit verbundenen höheren Renditen an den Rentenmärkten weiter unter Druck gerät.

Am einfachsten und vor allem kostengünstigsten können Sie die vorgestellte Trade-Idee mit Futures umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellung können Sie z.B. den Dezember Gold-Future (Symbol: GCZ0) oder den kleineren Micro-Gold-Future (Symbol: MGCZ0) dafür einsetzen. Diese Kontrakte haben derzeit das größte Handelsvolumen.

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Andreas Fink, Futures-Händler | LYNX Börsenexperten
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