Eigentlich lief alles nach Plan für die Bullen im Euro. Ein Plus von fast 200 Pips im Hauptwährungspaar seit Ende September kann sich sehen lassen. Der Angriff auf die psychologisch wichtige Marke von 1,2000 war voll am Laufen. Doch dann wirbelte US-Präsident Trump am Dienstagabend mit einem Tweet die Börsen durcheinander. Was genau passiert ist und wie Sie von der Situation profitieren könnten, erfahren Sie in dieser Analyse des EUR/USD.

Rückblick: Euro-Erholung läuft

Der Start in die aktuelle Handelswoche dürfte den Euro-Bullen gefallen haben. Denn der Preis im Dezember Kontrakt des Euro FX Futures kletterte, wie schon in der Vorwoche, weiter nach oben.

Nachdem bereits in der ersten Handelsstunde das bisherige Wochentief bei 1,1725 markiert wurde, trieben Käufer den Kurs bis Dienstagmittag um 100 Pips auf 1,1825. Dabei wurde das Vorwochenhoch im ersten Anlauf genommen. Über der Marke von 1,1800 hatten es die Bullen aber dann schwer das Aufwärts-Momentum zu halten. Schließlich mussten die insgesamt 200 Pips Kursanstieg seit dem Tief von letzter Woche auch erstmal „verdaut“ werden. Doch dann machte US-Präsident Trump den Euro-Bullen einen Strich durch die Rechnung. Was war passiert?

Nachdem Trump die Gespräche mit den Demokraten über ein weiteres Konjunkturpaket aus heiterem Himmel abgebrochen hatte, stieg bei den Anlegern wieder die Besorgnis. Ohne neue billionenschwere Konjunkturpakete schwindet die Hoffnung auf einen schnellen Wirtschaftsaufschwung. Die Aktienmärkte rutschten daraufhin ins Minus und der USD als sicherer Hafen wurde gesucht.

Das Ergebnis: Der Euro FX Future verlor über 75 Pips und gab damit fast die gesamten Wochengewinne wieder ab.

Die Frage ist jetzt, kann der Euro sich im Bereich 1,1750 stabilisieren und weiter ansteigen, oder geht es im EUR/USD weiter bergab?

Um die Lage besser einschätzen zu können, zoomen wir ein wenig heraus und schauen uns an, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große Chartbild einfügt.

Überblick: Trend, CoT-Daten und Saisonales Muster signalisieren fallende Kurse

Der oben abgebildete Monatschart zeigt einen immer noch von tieferen Hochs und tieferen Tiefs geprägten Kursverlauf. Daran ändert auch der 12 Prozent Kursanstieg der letzten Monate nichts. Übergeordnet ist der Trend im EUR/USD weiter abwärtsgerichtet. Der Tiefpunkt dieses Trends liegt bisher bei 1.0340 aus dem Jahr 2017.

Zwar konnte der Kurs im selben Jahr die zweieinhalb Jahre lange Seitwärtskonsolidierung nach oben verlassen, jedoch waren die Widerstände an den psychologisch wichtigen Marken 1,20 und 1,25 zu groß, um eine Trendwende herbei zu führen. So kennt der Euro zum USD seit dem Hoch Anfang 2018 bei 1,2555 nur eine Richtung – abwärts.

Das ehemalige Ausbruchslevel bei 1,1500 (im Chart oben grün markiert) konnte zwar nach oben durchbrochen werden. Jedoch beißen sich die Euro-Bullen an der Marke von 1,2000 schon seit Wochen die Zähne aus. Ein Rückfall auf das ehemalige Ausbruchslevel von 1,1500 ist deshalb wahrscheinlicher. Gerade wenn man sich den dynamischen 12 Prozent Kursanstieg seit März 2020 vor Augen führt.

Einen möglichen Umkehrpunkt bei 1,2000 signalisiert uns auch ein Bearish-Engulfing-Pattern im Monatschart (vgl. Chart oben). Dieses Kerzenmuster entsteht, wenn nach einer Aufwärtsbewegung eine lange rote Kerze nach einer grünen Kerze auftritt und diese mit ihrem Kerzenkörper komplett „verschlingt“.

Bei einem Bearish-Engulfing-Pattern geht den Bullen sozusagen die Luft aus und die Bären reißen das Ruder an sich. Ein nachlassender Kaufdruck geht nahtlos in einen sich verstärkenden Verkaufsdruck über.

Short-Position der Insider immer noch auf historischem Rekordniveau

Welche Positionen genau die meldepflichtigen Händlergruppen im Futures-Handel halten, zeigt uns der CoT-Report. CoT steht für Commitment of Traders. Dieser Report wird jeden Freitag um 21:30 Uhr (MEZ) von der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) in den USA veröffentlicht. Im CoT-Report werden dabei die Bestände veröffentlicht, die am Dienstagabend nach Handelsschluss exisitieren.

Die Daten vom letzten CoT-Report zeigen eine Netto-Short-Positionierung der kommerziellen Händler bzw. Hedger von -235.636 Kontrakten. Dabei sind kommerzielle Händler u.a. große Konzerne, die sich gegen zukünftige Währungsschwankungen am Terminmarkt absichern. Sie handeln im großen Stil in Fremdwährungen und können damit die zukünftige Preisentwicklung, also Angebot und Nachfrage, ganz gut einschätzen. Daher lohnt es sich die Positionierung dieser „Insider“ besonders genau zu verfolgen.

Im Chart oben sehen Sie unter dem Kursverlauf den Bereich, in dem die Positionierung der unterschiedlichen Händlergruppen dargestellt ist. Der Verlauf der kommerziellen Händler ist rot. Der blaue Verlauf zeigt auf, wie sich im Vergleich dazu die Positionierung der großen Spekulanten entwickelt hat.

Aktuell können Sie die historisch große Netto-Short-Positionierung der kommerziellen Händler erkennen. Aber das ist noch nicht alles! Wenn Sie jetzt einen Blick in die Vergangenheit werfen und sich anschauen, was bei einer relativ großen Netto-Short-Positionierung der Hedger mit dem Kurs passiert ist, erkennen Sie…

dass eine relativ große Short-Positionierung der kommerziellen Händler mit einer hohen Trefferquote einen Umkehrpunkt signalisiert hat (vgl. gelbe Markierungen).

Neben dem Short Signal der CoT-Daten, deuten auch die saisonalen Daten auf fallende Kurse im Euro hin.

Das Saisonale Muster im Euro

Ein Blick auf den Chart oben macht klar…

Die Wahrscheinlichkeit für fallende Kurse im Euro ist derzeit deutlich höher als für steigende Kurse. Wenn wir uns den durchschnittlichen Kursverlauf der letzten 10 Jahre in der Grafik oben näher anschauen dann sehen wir, dass statistisch gesehen vom 12. Oktober bis 26. November eher mit fallenden Kursen im EUR/USD gerechnet werden kann.

Wo könnte man also am besten einen Short-Trade im Euro eröffnen?

Denn eins ist klar…

Solange der übergeordnete Abwärtstrend intakt ist, sind eine Trendfortsetzung und damit eine weitere Bewegungswelle nach unten wahrscheinlicher. Neben den CoT-Daten signalisieren uns auch die saisonalen Daten der letzten Jahre fallende Kurse. Aus Chance-Risiko Gesichtspunkten ist es deshalb sinnvoller Kursstärke zu verkaufen, als Kursschwäche zu kaufen.

Ausblick: Test des Widerstands könnte nächste Abwärtswelle einleiten

Wenn wir anhand eines Tagescharts weiter in das aktuelle Marktgeschehen hineinzoomen, dann sehen wir, dass der Preis des Euro-Futures im September nach unten aus der grau eingezeichneten Distributionszone ausgebrochen ist. Nachdem die Kurse über zwei Monate zwischen 1,1750 und 1,2000 hin und her gependelt sind, hat die Bestätigung eines untergeordneten Abwärtstrends zu einem Ausbruch geführt. Der Kurs marschierte daraufhin recht zügig in Richtung der Marke von 1,1600.

In den ersten Handelstagen im Oktober haben Käufer den Kurs wieder in die oben eingezeichnete Zone geführt. In dieser wartet aber im Bereich von 1,1900 ein möglicher Widerstand. Hier könnte, wie einige Male im August und September, eine neue Bewegungswelle nach unten starten (vgl. Chart oben).

Sollte der Preis nochmal den im Chart oben skizzierten Widerstand im Bereich 1,1900 anlaufen, könnte zudem ein harmonisches Kursmuster vervollständigt werden. Diese Kursmuster signalisieren uns mögliche Umkehrpunkte im Chart und werden von mir gerne als Einstiegssignal genutzt.

Einblick: Steigen Sie mit dem statistischen Vorteil eines Harmonischen Kursmusters in den Abwärtstrend im EUR/USD ein

Ein Harmonisches Preismuster könnte den Start einer weiteren Bewegungswelle im übergeordneten Abwärtstrend signalisieren (vgl. Chart unten).

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig, bis sich Trading-Chancen am Markt ergeben, die mir einen geprüften statistischen Vorteil liefern. Basierend auf über 1.000 Echtgeld-Trades weiß ich, dass ich mit den Harmonischen Preismustern über eine große Anzahl von Trades in ca. 56 Prozent der Fälle zu den Gewinnern gehöre. Gepaart mit einem Chance-Risiko-Verhältnis wie in diesem Fall von 2,78 zu 1, liefern diese Kennzahlen mir genau diesen handfesten statistischen Gewinnvorteil.

Die Preis-Zone im Chart des Euro-Futures für einen möglichen Widerstand befindet sich mitten in der letzten Distributionszone. Spätestens von dort aus könnten Verkäufer den Kurs wieder in Richtung Süden bewegen. Die Stopp-Loss Order kann deshalb über diese Zone auf 1,1963 gelegt werden. Damit wird auch die aktuelle Volatilität in dem Währungspaar berücksichtigt.

Der Einstieg kann aufgrund des Harmonischen Musters bei 1,1890 erfolgen.

In dieser möglichen Umkehrzone haben wir einen statistischen Gewinnvorteil für eine Preisbewegung in Richtung eines möglichen Gewinnziels bei 1,1687. Wenn Sie auf eine größere Korrektur spekulieren möchten, dann könnte ein weiteres Gewinnziel im Bereich von 1,1500 liegen.

Sobald nach unserem Einstieg das Kurslevel von 1,1780 erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Damit wird das Restrisiko auf null reduziert.

Fazit:

Die aktuelle EUR/USD-Analyse zeigt: Übergeordnet ist der Trend im Euro immer noch abwärtsgerichtet.

Ein Einstieg in diesen Abwärtstrend könnte bei 1,1890 erfolgen.

Falls es im EUR/USD von dort weg zu einer neuen Bewegungswelle nach unten kommt, könnten Sie von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 2,78 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen.

Risiken für die Trade-Idee bestehen in erster Linie in einem weiter schwachen USD. Weiteres „Geld drucken“ in Form von neuen US-Konjunkturpaketen, könnte den USD wieder unter Druck bringen. Der EUR/USD würde dann entsprechend ansteigen.

Die vorgestellte Trade-Idee können Sie mit unterschiedlichen Finanzinstrumenten umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellungen können Sie z.B. den Dezember Kontrakt des Euro-FX-Future (Symbol: 6EZ0) oder den kleineren E-mini Euro-FX-Future (Symbol: M6EZ0) dafür einsetzen. Alternativ können Sie das Währungspaar auch mit dem Kürzel EUR.USD handeln und Ihre Positionsgröße optimal anpassen.

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Andreas Fink, Futures-Händler | LYNX Börsenexperten
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