Das Chartbild des Goldpreises auf Monatsbasis hat Ähnlichkeiten mit dem großer Aktienindizes: Einem sehr schwachen März folgten bislang im April Kursgewinne. Der Unterschied: Bei Gold fallen sie bislang viel kleiner aus. Wo klemmt es hier?

Es klemmt an der klaren Richtungsweisung, will heißen: Man ist sich unsicher, worauf Gold positiv oder negativ reagieren könnte und/oder müsste. Wäre eine Beruhigung der geopolitischen Lage ein Argument für einen fallenden Goldpreis, weil dieser dann als „sicherer Hafen“ nicht mehr benötigt würde? Oder wäre das ein Pluspunkt für das bullische Lager, weil derzeit noch zur Sicherheit in Cash an der Seitenlinie wartendes Kapital dann wieder in die Märkte an sich und damit zugleich auch in die Edelmetalle fließen würde?
Auch umgekehrt ist die Sache nicht eindeutig. Denn der untenstehende Chart auf Tagesbasis zeigt ja: Als der Angriff auf den Iran Anfang März begann, schoss Gold nicht etwa in die Höhe, weil viele Akteure hier ein sicheres Refugium für ihr Risikokapital sahen, sondern fiel und markierte am selben Tag, dem 23. März, das bisherige Tief wie die Aktienindizes in den USA oder Europa. Aber wenn diese Parallelität schon da ist, wieso läuft Gold dann nicht mit der „Hoffnungs-Rallye“ von Dow Jones, DAX & Co. mit?

Expertenmeinung: Weil man eben nicht sicher sein kann, wie lange ein solcher Gleichlauf vorhält und wie man Gold jetzt in Bezug auf positive oder negative Nachrichten der kommenden Tage und Wochen einstufen sollte. Als Asset wie jedes andere, das bei „Good News“ gekauft wird … oder als vermeintlich „sicheren Hafen“, der eine Renaissance erleben würde, sollten sich die Hoffnungen der bullischen Trader am Aktienmarkt nicht erfüllen? Also warten viele ab – und das führte beim Goldpreis seit Anfang des Monats zu einer Art Wassertreten auf eher engem Raum. Was tun?
Immer dann, wenn eine Ausgangslage völlig offen ist und man nicht abschätzen kann, wann und welche Nachrichten einen neuen Trendimpuls initiieren und ob die Akteure dann mehrheitlich logisch oder emotional reagieren, wird die Charttechnik zu einem noch lukrativeren Begleiter als ohnehin schon. Und da finden sich dann durchaus auf der Ober- ebenso wie auf der Unterseite wichtige Schlüsselzonen, bei deren Überkreuzen die Chance auf einen neuen, größeren Trendimpuls recht hoch wäre.
Auf der Oberseite ginge es dabei um zwei Widerstände. Zum einen um die 50-Tage-Linie, bis Anfang März Leitstrahl der Aufwärtsbewegung, unter der Gold derzeit seitwärts läuft. Knapp über dieser momentan bei 4.896 US-Dollar verlaufenden Linie wartet bei 4.996/5.016 US-Dollar ein horizontaler Widerstand. Gelänge es, diese Hürden zu nehmen, wäre der Weg aus rein charttechnischer Sicht erst einmal nach oben wieder frei.
Auf der Unterseite steht die 200-Tage-Linie im Fokus. Präzise auf diesem gleitenden Durchschnitt gelang es, den Abverkauf des Goldpreises am 23. März aufzufangen und die bis jetzt laufende Gegenbewegung nach oben einzuleiten. Fällt diese aktuell bei 4.219 US-Dollar laufende Linie, wäre das ein markant bärisches Signal, das dann umso schwerer wiegen würde, wenn der Kurs im Nachklapp dann auch noch das Verlaufstief dieses Tages bei 4.098,73 US-Dollar brechen sollte.
Innerhalb dieser Zone bewegt sich Gold noch zwischen Baum und Borke. Verlässt das Edelmetall diese Range zwischen 4.098 und 5.016 US-Dollar, wäre diese offene Situation einem klaren Chartsignal gewichen. Zwar ist die Spanne, in der die Sache offenbleibt, so breit, dass sie zu kurzfristigen Aktivitäten verleiten könnte. Aber dass das angesichts der offenen Frage, welchem „Herren“ Gold denn nun in nächster Zeit gehorchen wird, eine gute Idee wäre, ließe sich durchaus bezweifeln.
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