XAUUSD Prognose Gold: Diese Hürde müssen die Bullen jetzt schnell nehmen!

News: Aktuelle Gold Analyse des London Gold Spot

von |
In diesem Artikel

London Gold Spot
ISIN: XC0009655157
|
Ticker: XAUUSD
|
Währung: USD
Lassen Sie sich den Artikel vorlesen:

Die Logik dahinter ist zwar nicht zwingend, aber der Goldpreis ist trotzdem recht eng an die Bewegungen des US-Dollars gekoppelt. Der starke Abwärtsschub des Dollars der letzten Tage zog Gold deutlich höher. Aber jetzt ist eine Hürde erreicht, an der die Bullen scheitern könnten.

Kaum begann der US-Dollar vor allem zum Euro am 4. November kräftig nachzugeben, zog der Goldpreis an. Diese enge Korrelation wird, egal, wo man hinschaut, einfach akzeptiert, aber wirklich triftige Gründe gibt es nicht, wieso Gold nachgeben müsste, wenn der US-Dollar steigt und umgekehrt zulegen sollte, weil der Greenback unter Druck kommt. Aber da auch viele Handelsprogramme, die auf kurzfristiger Ebene mit hohen Umsätzen agieren, diese Korrelation befolgen, muss man an und für sich nicht versuchen, hier einen tieferen Sinn zu finden, sondern sollte es einfach zur Kenntnis nehmen und sich auf die charttechnische Gemengelage beim Gold an sich konzentrieren.

Und die zeigt derzeit, dass das bullische Lager, das seit März permanent in der Defensive war, obwohl steigende Zinsen und fallende Aktien in einem Umfeld mit bärischen wirtschaftlichen Perspektiven und hoher Inflation eigentlich ein ideales Umfeld für Gold wären, endlich ein paar wichtige Punkte machen konnte:

Expertenmeinung: Basis der jüngsten Rallye ist ein Dreifach-Tief im Bereich 1.615/1.617 US-Dollar, dessen höchstes Zwischenhoch bei 1.730 US-Dollar mit dem Rückenwind der US-Inflationsdaten vom vergangenen Donnerstag mit Schwung überboten wurde. Jetzt ist das Edelmetall bereits an die nächste Widerstandszone herangelaufen. Und die ist von einem massiveren Kaliber, denn diese zwischen 1.780 und 1.808 US-Dollar gelegene Zone wird zusätzlich durch die 200-Tage-Linie verstärkt. Sollte der Ausbruch über diesen Bereich gelingen, würde das weitere Aufwärtspotenzial in die Region 1.877/1.895 US-Dollar eröffnen.

Aber würde das, was den US-Dollar zuletzt geschwächt und die Aktienmärkte getrieben hat, nicht gegen Gold sprechen? Wenn viele Anleger jetzt darauf setzen, dass die Inflation im Griff ist, die Notenbanken ihre Zinserhöhungen umgehend reduzieren und bald ganz einstellen, wäre ein „sicherer Hafen“ wie Gold doch nicht mehr vonnöten?

Das ist richtig, würde sich Gold noch innerhalb dieser Logik bewegen und wie eine Alternative zu Aktien in unsicheren Zeiten gehandelt werden. Aber hier dominiert seit Jahren kurzfristiges Trading, das vor allem auf der Chart- und Markttechnik basiert. Daher würde man mit einer konsequenten Umsetzung weiterer bullischer Signale besser fahren, als wollte man einer grundsätzlich nachvollziehbaren, aber nicht erst seit Frühjahr 2022 außer Kraft gesetzten Logik folgen. Zumal die Bullen den Vorteil hätten, dass diese „Logik“ ja in Wahrheit durchaus für sie spräche, denn so sehr sich das viele auch wünschen:

Viele, u.a. auch die Notenbanken, betonen, dass diese jüngsten US-Daten nicht bedeuten, dass Inflation und Rezession vom Tisch wären. Gold könnte also auf beiden Ebenen, charttechnisch wie fundamental, in den nächsten Monaten Rückenwind sehen.

Gold: Chart vom 15.11.2022, Kurs 1.772,20 US-Dollar, Kürzel XAUUSD | Online Broker LYNX
Firmendepot für Kapitalgesellschaften

Sie möchten ein Depot für Ihre GmbH, AG oder UG eröffnen und Betriebsvermögen in Wertpapieren anlegen? Informieren Sie sich jetzt über unser Wertpapierdepot für Geschäftskunden: Mehr zum Firmendepot über LYNX

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
T-Hoch
T-Tief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Heutigen Chart anzeigen

Alle Börsenblick-Artikel

Nachricht schicken an Ronald Gehrt
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Vorherige Analysen des London Gold Spot

Lassen Sie sich den Artikel vorlesen:

Wenn Anleger Angst um ihr Geld bekommen, ist Gold oft eine gesuchte Alternative. Vor allem, wenn die Renditen am Anleihemarkt noch steigen, so dass man dort Kursverluste erleidet, wenn man dort einsteigt, bevor die Zinserhöhungen vorbei sind. Aber diesmal läuft es anders.

Auch interessant



Die Argumente, mit denen Analysten zu erklären versuchen, warum der Goldpreis, der bei einer Kombination aus Rezessionsrisiken und Inflation in früheren Phasen zulegen konnte, diesmal fällt, sind allesamt nicht logisch. Weder ist es zwingend, dass ein steigender US-Dollar für fallende Goldnotierungen sorgen muss noch ließe sich glaubhaft machen, warum Gold erst steigen sollte, wenn die Notenbanken ihre Zinserhöhungen beenden. Aber nüchtern betrachtet gibt es auch keinen zwingenden Grund dafür, dass Gold steigen muss, wenn die Weltwirtschaft im Krisenmodus ist. Denn Gold hat keinen „fairen Wert“, man kann nicht bestimmen, wo der Kurs richtigerweise liegen müsste, wenn X oder Y passiert.

Das gilt umso mehr, wenn das Trading und damit die Spekulation den Goldpreis mehr beeinflusst als die Veränderung der physischen Nachfrage. Das ist mittlerweile der Fall, denn diejenigen, die nach dem Motto „müsste doch eigentlich steigen“ auf der Long-Seite antreten, dürften mit jeder Bestätigung, dass der Trend in die andere Richtung weist, weniger werden und den Gold-Bären damit den Weg freigeben. Und das könnte durchaus dazu führen, dass sich die Bewegung nach unten noch deutlich intensiviert, denn dort, wo sich der Kurs hätte stabilisieren müssen, um eine Chance auf eine Aufwärtswende zu haben, ist er jetzt nach unten abgewiesen worden.

Expertenmeinung: Es geht dabei um die Supportzone zwischen 1.661 und 1.689 US-Dollar. Hätte die gehalten, wäre das eine gute Basis gewesen, den im März etablierten Abwärtstrendkanal zu sprengen und sich nach oben abzusetzen. Dieser Versuch wurde zwar unternommen, aber Sie sehen es in unserem Chart auf Wochenbasis: er scheiterte.

Dadurch ist der Goldpreis durch diese Zone 1.661/1.689 US-Dollar durchgerutscht und droht jetzt das bisherige Jahres-Verlaufstief bei 1.615 US-Dollar zu unterschreiten. Das gäbe zunächst einmal den Weg an die untere Begrenzung des Abwärtstrendkanals frei, die derzeit bei 1.525 US-Dollar verläuft. Aber diese Linie fällt ja sukzessiv. Und schon im Dezember würde diese Linie die Unterstützungszone 1.407/1.451 US-Dollar erreichen, die sich aus den Tiefs vom Dezember 2019 und März 2020 zusammensetzt. Und bedenkt man, dass Gold auch damals, im März 2020, in einem Krisen-Szenario kräftig abverkauft wurde, sollte man einen solchen Abstieg, der den Kurs womöglich sogar noch vor dem Jahresende in die Region 1.450 US-Dollar führt, nicht ausschließen.

Gold: Chart vom 19.10.2022, Kurs 1.628,15 US-Dollar, Kürzel XAUUSD | Online Broker LYNX
Lassen Sie sich den Artikel vorlesen:

Ein riesiges Doppeltopp war eigentlich schon vollendet und der Weg nach unten frei, als Gold vergangenen Mittwoch einen Turnaround nach oben schaffte und seither kräftig zulegt. Doch die erste Nagelprobe für die Bullen steht bereits an. Und sollte die misslingen, wird es knifflig.

Zuerst zog der Goldpreis an, die Aktienmärkte fielen weiter. Das wirkte, als sei ausgerechnet jetzt, nach einem derart langen Abstieg der Aktien und einem massiv bärischen Signal beim Goldpreis selbst, den Investoren in den Sinn gekommen, diesen angeblich „sicheren Hafen“ Gold gezielt anzulaufen. Doch ist das wirklich so? Müsste Gold dann nicht jetzt fallen, nachdem die Aktienmärkte pünktlich zu Beginn des vierten Quartals wie entfesselt steigen, weil mehr und mehr Trader dadurch den Eindruck gewinnen, dass Gold jetzt nicht mehr vonnöten ist?

Würde Gold ausschließlich als Alternative zu Aktien und als eine Art Sidekick des Anleihemarkts in Sachen Defensive angesehen, dann ja. Aber nur ein „sicherer Hafen“ war Gold für die Investoren nie. Und dass dieser Aspekt zumindest eine dominante Rolle spielte, ist lange her. Seither sehen vor allem die kurzfristigen Trader, die immer das kurz- und oft auch das mittelfristige Bild beherrschen, Gold als ein Asset von vielen an. Der Sicherheitsaspekt schert diese Akteure wenig bis gar nicht. Und auch, wenn viele private Anleger sich ein wenig Gold nicht nur ins Depot, sondern auch ins Schließfach legen, wird der Kurs am Markt eben doch weniger von der physischen Nachfrage als vielmehr vom Trading am Futures- und am Spotmarkt bewegt. Was bedeutet:

Expertenmeinung: Wer bei Gold aktiv tradet oder sich das gerade zu tun überlegt, täte besser daran, seine Entscheidungen von den Rahmenbedingungen abzukoppeln. Sicher, die bislang nicht im Griff befindliche Inflation und dazu noch eine Rezession, das wäre normalerweise ein Umfeld, in dem sich Gold prächtig nach oben entwickeln müsste. Aber unser Chart auf Wochenbasis zeigt ja, was einem ein solches „müsste“ auf der Long-Seite eingebrockt hätte. Aber kommt Gold wenigstens jetzt ins Laufen?

Eine solche markante Bärenfalle, wie wir sie hier sehen, nachdem das Edelmetall zunächst die super-massive Supportzone zwischen 1.661 und 1.689 US-Dollar durchbrochen und damit ein riesiges Doppeltopp vollendet hatte, nur, um kurz darauf wieder über diese Zone hinauszulaufen, wäre grundsätzlich eine ganz hervorragende Basis für eine größere Rallye. Ein Teil der bärischen Trader wurde auf dem falschen Fuß erwischt und deckt jetzt in Windeseile seine Short-Positionen ein, dass alleine wirkt kurstreibend. Und:

Da sich die Rahmenbedingungen in den vergangenen zwei Wochen nicht so verändert haben, dass es für diesen abrupten, jetzt ja sogar mit dem Aktienmarkt parallel laufenden Run einen zwingenden Auslöser gegeben hätte, kann man die Vermutung hegen, dass diese Bärenfalle mit Vorbedacht von großen Akteuren am Terminmarkt erzeugt wurde. Denn mit den dadurch ausgelösten Verkäufen entstand eine ideale Basis, um eigene, große Short-Positionen in diesen Abgabedruck hinein zu idealen Kursen loszuschlagen und im Gegenzug auf Long zu drehen. Da könnte also nach oben weiterhin etwas gehen, aber:

Wo die Zielzone derer liegt, die als erste auf Long gedreht haben, kann man nicht wissen, daher muss man hier konsequent entlang der Charttechnik agieren. Was hieße: Gold müsste unbedingt zügig die jetzt erreichte obere Begrenzung des mittelfristigen Abwärtstrendkanals bezwingen, dann erst wäre diese erste Nagelprobe für das Bullen-Lager bestanden und das nächste Kursziel im Bereich 1.787/1.808 US-Dollar realistisch. Das kann so kommen, aber dazu sollten jetzt keine nennenswerten Gewinnmitnahmen aufkommen, die das hohe Aufwärts-Momentum ausbremsen!

Gold: Chart vom 04.10.2022, Kurs 1.722,45 US-Dollar, Kürzel XAUUSD | Online Broker LYNX
Lassen Sie sich den Artikel vorlesen:

Wer darauf wartet, dass der Goldpreis endlich durchstartet und seine Rolle als „sicherer Hafen“ in einem weltweiten Krisen-Szenario einnimmt, dem dürfte es beim Anblick des folgenden Charts kalt den Rücken herunterlaufen. Denn der zeigt: Es könnte das genaue Gegenteil passieren!

Chart vom 15.09.2022, Kurs 1.668,80 US-Dollar, Kürzel XAUUSD | Online Broker LYNX

Wenn man sich den Verlauf des Goldpreises nur auf kurzfristiger Ebene anschaut, erkennt man einen im März entstandenen Abwärtstrendkanal, dessen Ursprung der fehlgeschlagene Versuch war, das bisherige Allzeithoch des Edelmetalls, im Sommer 2020 bei 2.075 US-Dollar erreicht, zu überwinden. Was man aber nur in einem längerfristigen Chart wie dem hier, der Gold ab 2019 auf Wochenbasis abbildet, erkennt, ist, wo dieser Abwärtstrendkanal hinführen könnte … und was vonnöten ist, damit er dieses Potenzial auch ausreizt.

Hier springt einem unmittelbar ins Auge, dass Gold kurz davor steht, ein riesiges Doppeltopp zu vollenden. Die Nackenlinien-Zone dieser Formation wäre die Zone 1.661 zu 1.689 US-Dollar, der Bereich also, in dem Gold seit April 2020 immer wieder nach oben gedreht hat. Tut das Edelmetall das diesmal nicht, läge das rein rechnerische Kursziel dieses großen Doppeltopps bei 1.247 US-Dollar! Aber kann das überhaupt passieren, in einem Umfeld, in dem die Aktienmärkte wanken und eine weltweite Rezession droht? Was ist denn mit Gold als „save haven“?

Expertenmeinung: Dieses super-bärische Szenario muss sich nicht durchsetzen, aber ausschließen sollte man besser nicht, dass der Kurs weiter nachgibt. Denn dass Gold in einem Krisen-Umfeld steigt, basiert nicht auf logischen Faktoren. Wer sich um sein Geld sorgt, könnte genauso auf Anleihen ausweichen. Die Zinsen werden zwar bei einer drohenden Rezession normalerweise im Eiltempo gesenkt, so dass Anleihen da nicht attraktiv wären. Aber in diesem aktuellen, besonderen Umfeld werden sie ja angehoben und bieten dadurch Renditen bei Anleihen, wie man sie seit vielen Jahren nicht mehr bekommen hatte. Das ist das eine.

Der andere Faktor, der Gold durch diese entscheidende Supportzone 1.661/1.689 US-Dollar drücken könnte, ist das Trading an sich. Trader, die dieses Chartbild sehen, sehen eben auch die Chancen, die sich da auf der Short-Seite auftun, wenn diese Zone erst einmal gebrochen ist. Und große Adressen mit der nötigen Kapitalkraft könnten aktiv darauf hinarbeiten, dass genau das passiert. Daher:

Gold müsste zumindest das August-Hoch bei 1.808 US-Dollar bezwingen, um den Kopf aus dieser Schlinge der Bären zu ziehen. Das ist nicht auszuschließen, aber die Chancen stehen derzeit für das bullische Lager nicht gut. Lukrativer ist und bleibt die Unterseite. Im Fall eines eindeutigen Bruchs der Zone 1.661/1.689 US-Dollar auf Schlusskursbasis wäre die untere Begrenzung des laufenden Abwärtstrendkanals bei 1.580 US-Dollar das nächste Kursziel, darunter würde dann die Unterstützungszone 1.407/1.451 US-Dollar als Zielbereich dienen. Und ob es dann dazu kommt, dass Gold wirklich das rechnerische Ziel des Doppeltopps bei 1.247 US-Dollar ansteuert, dürfte denen, die dann aktiv auf der Short-Seite agieren, angesichts dieser bereits hinreichend lukrativen Kursziele herzlich egal sein.

Lassen Sie sich den Artikel vorlesen:

In den letzten Tagen fallen die Aktienmärkte, aber auch die Kurse am Anleihemarkt. Der Ölpreis rutscht massiv ab, überall fließt also Geld ab, während die Angst zunimmt. Eigentlich ideal für Gold, aber das fällt auch. Wieso profitiert der Goldpreis nicht?

Das Hauptproblem bei Gold ist, dass man keinen „logischen“ Kurs festmachen kann, den das Edelmetall in einer bestimmten Gesamtsituation haben müsste. Funktioniert es als „sicherer Hafen“, indem genug Marktteilnehmer nicht nur physisches Gold kaufen, sondern auch über den Terminmarkt kräftig auf der Long-Seite agieren, ist nach oben nichts unmöglich. Vor allem dann, wenn sich die Rahmenbedingungen immer weiter verschlechtern. Aber wenn dieser initiale Impuls ausbleibt oder, wie im aktuellen Fall, scheiterte, trauen sich viele Akteure nicht mehr an Gold heran, weil sie anhand des Chartbilds sehen, dass sie da offenbar auf verlorenem Posten stehen würden. Das ist ein Aspekt, der Gold derzeit ausbremst.

Der zweite ist, dass große Adressen immer dann, wenn die Lage ernst, gerne in allen Assetklassen die Barreserven hochfahren, warten, bis sich die Unruhe legt und dann entscheiden, in welche Bereiche man wieder einsteigt, welche man ausspart und wo man Short gehen könnte. Und da richtet man sich oft eng an der Charttechnik und weniger an den Rahmenbedingungen aus. Umso mehr, wenn man sieht, dass Letztere den Kurs zuletzt nicht mehr beeinflusst hatten. Und so kann Gold auch in Phasen wie diesen erstaunlich eng mit statt gegen den Aktienmarkt laufen. Sie sehen das in diesem Chartbild auf Wochenbasis:

Expertenmeinung: Bis Anfang März tat Gold das, was man als Außenstehender erwarten konnte. Der Ukraine-Konflikt schürte Angst und Verunsicherung, die Aktienmärkte fielen rapide, Gold profitierte davon. Aber dann lief die Sache eben schief. Direkt am alten, im Sommer 2020 bei 2.075 US-Dollar erzielten Rekordhoch drehte der Goldpreis scharf ab. Der Versuch, die Sache noch zu Gunsten der Bullen zu drehen, scheiterte Ende April. Und ab diesem Zeitpunkt war der Wurm drin.

Es etablierte sich ein Abwärtstrendkanal, der den Kurs in die massive Unterstützungszone im Bereich 1.670/1.690 US-Dollar drückte. Die hielt, Gold drehte erst einmal wieder nach oben … aber da lief der Goldpreis dann parallel zum Aktienmarkt. Was andeutet, dass große Adressen entschieden hatten, hier genauso wie bei Aktien wieder Geld einzusetzen und vergangene Woche dann bei Gold ebenso wie bei Aktien die gleiche Entscheidung zu treffen: aussteigen. Und das wieder, wenngleich sicherlich nicht ausschließlich, mit Blick auf die Charttechnik.

Denn der Goldpreis war an einen markanten Kreuzwiderstand herangelaufen, bestehend aus der in den Vorwochen herausgebildeten Widerstandszone 1.787/1.805 US-Dollar und der oberen Begrenzung des Abwärtstrendkanals. Genau dort drehte der Kurs nach unten und hat damit wieder die Zone im Visier, die im Juli hielt: den Supportbereich 1.670/1.690 US-Dollar.

Dass diese Zone erneut getestet ist, ist aus aktueller Sicht wahrscheinlich, ob sie halten wird, völlig offen. Sollte es gelingen, das Ruder dort erneut herumzureißen, wäre nach oben nichts unmöglich, vorausgesetzt, es gelänge, diesen Abwärtstrendkanal in einem erneuten Anlauf endlich zu bezwingen. Aber sollte der Goldpreis  deutlicher unter 1.670/1.690 US-Dollar schließen, wäre das ein markant bärisches Signal, das zunächst einmal einen Test der unteren Begrenzung des Trendkanals erwarten ließe, Fortsetzung der Verkäufe dann nicht ausgeschlossen. Denn wie gesagt:

Sobald Gold den Eindruck erweckt, als „sicherer Hafen“ nicht zu funktionieren, ist es schwierig und vom Willen der großen Adressen vor allem am Terminmarkt abhängig, diese Funktion wieder zu aktivieren. Aktuell zumindest wäre Gold als Alternative zu Aktien somit noch keine gute Idee.

Gold: Chart vom 22.08.2022, Kurs 1.735,30 US-Dollar, Kürzel XAUUSD | Online Broker LYNX
Lassen Sie sich den Artikel vorlesen:

So mancher Gold-Bulle dürfte mittlerweile verzweifeln: Hohe Inflation, fallende Aktienmärkte: Ein besseres Umfeld für eine Gold-Hausse ist kaum vorstellbar. Alleine, der Goldpreis fällt und fällt. Aber genau jetzt wäre eine Gelegenheit da, das Ruder herumzureißen.

Grundsätzlich gilt Gold zwar als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten. Und viel mehr Krise als derzeit geht ja kaum, wenn man noch ein wenig vorausblickt und erkennt, dass eine effektive Inflationsbekämpfung mit allergrößter Wahrscheinlichkeit nur zum Preis einer Rezession gelingt, die zu vertreiben man derzeit kaum Mittel und Werkzeuge hätte. Aber wenn der Goldpreis nicht anzieht und deswegen die Trader nicht auf den Zug springen, versuchen viele eben, auf der Gegenseite ihre Gewinne zu erzielen … und Gold fällt.

Hätte Gold im März nicht knapp unter dem 2020 bei 2.075 US-Dollar erzielten Rekordhoch nach unten gedreht, sondern wäre nach oben hinausgelaufen, könnte der Kurs meilenweit über diesem bisherigen Allzeithoch notieren und niemand würde sich wundern. So ist es eben anders gekommen. Aber das heißt nicht, dass die Funktion eines „sicheren Hafens“ deswegen dauerhaft dahin sein muss. Es braucht nur eines glaubwürdigen Turnarounds nach oben, dann wäre nach oben nichts unmöglich, dann würden sich all diejenigen auf das Edelmetall stürzen, die das bislang wegen dieses Abwärtstrends nicht tun. Und für einen solchen Turnaround wäre jetzt eine Gelegenheit gegeben.

Expertenmeinung: Sie sehen in unserem Chart auf Wochenbasis, dass sich der Kurs innerhalb seines im März etablierten Abwärtstrendkanals dessen unterer Begrenzung nähert. Und die wiederum liegt derzeit auf einer Höhe mit den wichtigsten unteren Wendepunkten seit Mai 2020 im Bereich zwischen 1.670 und 1.689 US-Dollar. Zugleich bewegt sich der Stochastik-Oszillator als einer der besonders reagiblen markttechnischen Indikatoren sogar auf Wochenbasis nahe der überverkauften Zone. Eine Chance.

Dass Gold am Mittwoch nach den unerwartet hoch ausgefallenen US-Inflationsdaten zunächst wegrutschte, dann aber einen Turnaround in die Gewinnzone schaffte, deutet an, dass das bullische Lager durchaus willens ist, diese Gelegenheit beim Schopf zu ergreifen. Immerhin wäre alleine bis zur oberen Begrenzung des Abwärtstrendkanals, die momentan zusammen mit der 200-Tage-Linie im Bereich von 1.850 US-Dollar verläuft, einiges an Potenzial nach oben. Und gelingt dort der Ausbruch, wäre nach oben nichts mehr ausgeschlossen. Aber:

Noch ist offen, ob das bärische Lager das auch zulässt. Immerhin würde ein Bruch der Supportzone 1.670/1.689 US-Dollar die Chance auf einen schnellen, weitreichenden Selloff bieten, da lässt man sich ungern die Butter vom Brot nehmen. Daher sollte man erst einmal beobachten, ob es gelingt, den „Hammer“, der per Mittwochabend für diese Woche zu Buche stehen würde, auch in den Wochenschluss zu retten. Idealerweise sollte der dann sogar einen grünen „Kopf“ haben, sprich Gold über dem Eröffnungskurs des Montags ins Wochenende gehen. Gelingt das jedoch nicht, bleibt die Sache offen. Und dann sollte man besser damit rechnen, dass das Bären-Lager weiterhin Gegenwehr leisten wird.

Gold: Chart vom 13.07.2022, Kurs 1.735,80 US-Dollar, Kürzel XAUUSD | Online Broker LYNX