XAUUSD aktuell Gold: Der Knoten ist geplatzt – ist jetzt das Rekordhoch fällig?

Aktuelle Gold Analyse des London Gold Spot

Der Chart auf Monatsbasis zeigt, wie wichtig der gestrige Kursanstieg für das bullische Lager war: Der Goldpreis hat sich aufgemacht, die Widerstandszone 1.791/1.803 US-Dollar zu durchbrechen, die letzte Hürde vor dem bisherigen, im zweiten Halbjahr 2011 markierten Rekordhoch von 1.921 US-Dollar pro Feinunze. Damit ist nicht alleine die Chance gestiegen, dass Gold diesen alten Rekord wiedersieht. Es ist damit auch wahrscheinlicher geworden, dass der Kurs neue Rekorde markiert. Man sollte sich aber hüten, das bereits als sicher, als ausgemachte Sache, anzusehen.

Beeindruckend ist dennoch, dass man sich im Lager der Gold-Bullen von der Aktienmarkt-Rallye der letzten fast vier Monate nicht hat irritieren lassen. Bei Gold wird weiter konsequent darauf gesetzt, dass es zu einem erneuten Exodus aus dem Aktienmarkt kommen wird, weil man sich dort sehr weit von der keineswegs für Aktien positiven Realität entfernt hat. Und auf eine Zukunft setzt, die immer unwahrscheinlicher wird, nämlich die rasante und vollständige Erholung der Weltwirtschaft.

Dass die „Gold Bugs“ ausgeharrt und sogar konsequent zugekauft haben, zeigt eine ungewöhnlich hohe Überzeugung, die indes am Anleihemarkt, wo die Renditen weiter im Bereich ihrer Frühjahrs-Tiefs verharren, ebenso vorherrscht. Und auch, wenn nie sicher absehbar ist, wann sich die Schere zwischen Aktienmarkt und Rahmenbedingungen schließt: Dass sie sich zu Ungunsten des Aktienmarkts schließen wird, ist in der Tat die weit wahrscheinlichere Variante. Dann könnte geschehen, worauf man am Goldmarkt setzt:

Eine erneute, panische Fluchtwelle aus dem Aktienmarkt sucht nach „sicheren Häfen“ und landet bei Edelmetallen und Anleihen. Dass Gold dann einen Kapitalzufluss sieht, der reicht, um das alte Allzeithoch und darüber hinaus auch noch die magische Marke von 2.000 US-Dollar zu überwinden, ist in der Tat nichts, das utopisch klingen würde.

Gold Chart auf Monatsbasis vom 08.07.2020, Kurs 1.809,08 US-Dollar, Kürzel XAUUSD | Online Broker LYNX

Doch noch ist die Zone 1.791/1.803 US-Dollar erst knapp überboten, signifikant ist das noch nicht. Daher ist eine Absicherung laufender Long-Positionen für den Fall zwingend, dass die Gold-Bullen zurückgedrängt werden, beispielsweise im Fall einer die kritischen Rahmenbedingungen weiterhin komplett ausblenden Aktienmarkt-Rallye. Hierzu bietet das kurzfristige Chartbild aber auch eine günstige Orientierung:

Sie sehen im Chart auf Tagesbasis, dass Gold Ende Juni aus einer über zwei Monate währenden Seitwärtsrange nach oben ausgebrochen war. Deren obere Begrenzung bildet zusammen mit der März-Aufwärtstrendlinie und der 20-Tage-Linie im Bereich zwischen 1.747 und 1.761 US-Dollar eine markante Auffangzone. Sollte dieser Bereich auf Schlusskursbasis und mit Closings unter 1.735 US-Dollar auch deutlich unterboten werden, wäre das ein Signal, dass der Traum neuer Rekordhochs kurz vor dem Ziel doch noch platzen könnte. Sollte Gold jetzt aber kurzfristig weiter zulegen, wäre kurz- wie mittelfristig nach oben noch einiges möglich.

Gold Chart auf Tagesbasis vom 08.07.2020, Kurs 1.809,08 US-Dollar, Kürzel XAUUSD | Online Broker LYNX

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Vorherige Analysen des London Gold Spot

Es ist schon beeindruckend, wie eisern die Trader im Gold auf der Long-Seite agieren, obwohl sie seit Wochen mit einem stur steigenden Aktienmarkt konfrontiert werden, der suggeriert, dass die Wende zum Besseren längst vollzogen ist und somit ein Investment in einen „sicheren Hafen“ wie Gold blockiertes Kapital wäre. Das zeigt, dass man außerhalb des Aktienmarkts wieder einmal den deutlich rationaleren Blick auf die Lage hat. Denn nicht nur Gold, auch Anleihen bleiben auf ihren hohen Levels und unterstreichen so, dass diejenigen, die sich die Entwicklung der Corona-Pandemie und der Konjunkturdaten genauer ansehen, keinen Schritt weit von ihrer Erwartung abweichen. Konkret von der Erwartung, dass die Aktien-Hausse auf Sand gebaut ist und nicht wenige, die dort schon wieder bis zur Halskrause Long sind, über kurz oder lang in Gold flüchten werden.

Ob die Gold-Bullen am Ende Recht behalten, wird sich weisen. Ob Gold aber auch dann, wenn der Aktienmarkt wieder in die Knie gehen sollte, einfach weiter zulegt, hängt aber für den Moment auch von einem anderen Aspekt ab, nämlich, ob die jetzt laufenden Gewinnmitnahmen aufgefangen und charttechnische Verkaufssignale verhindert werden können. Denn für solche Gewinnmitnahmen gibt es ein Argument, das mit Corona nichts zu tun hat, sondern mit der Vergangenheit:

Expertenmeinung: Der Kurs ist zwar vergangene Woche aus seiner wochenlangen Handelsspanne nach oben ausgebrochen, stößt jetzt jedoch auf eine alte, nichtsdestotrotz aber markante Widerstandszone. Unser ganz langfristiger Chart auf Monatsbasis zeigt, dass es nach dem Rekordhoch des Jahres 2011 eine volatile Seitwärtsbewegung gab, deren obere Wendemarken im Bereich 1.791 bis 1.803 US-Dollar liegen. Diese Zone ist zwar schon viele Jahre alt, kann aber dennoch das Geschehen aktiv beeinflussen, weil damals viele bei den Aufwärtsschüben darauf gesetzt hatten, dass Gold das vorherige Rekordhoch und womöglich auch noch die 2.000 US-Dollar-Marke überwinden wird. Doch die Abgaben derer, die jetzt ihren Einstandskurs endlich wiedersehen und erleichtert aussteigen, dürften sich nicht ewig hinziehen. Die Bullen werden versuchen, das auszusitzen. Was hieße:

Solange Gold nicht kurzfristig deutlicher nachgibt, wobei man da als kritische Marke das Juni-Verlaufstief bei 1.670 US-Dollar sehen könnte, stehen die Chancen gut, dass diese Abgaben an der Widerstandszone 1.791/1.803 US-Dollar bald abgearbeitet sind und das Edelmetall dann das mögliche Kursziel 1.800 US-Dollar in eine Etappe auf dem Weg zum bisherigen Rekordhoch von 1.921 US-Dollar verwandelt. Welches den Anstieg, sollte sich die o.a. Erwartung erfüllen, dass es eine zweite Fluchtwelle vom Aktienmarkt in die „sicheren Häfen“ geben wird, keineswegs dauerhaft aufhalten müsste.

Gold Chart vom 29.06.2020, Kurs 1.768,80 US-Dollar, Kürzel XAUUSD | Online Broker LYNX

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Der Aktienmarkt sackt für viele überraschend und dramatisch weg, angeblich wegen düsterer Perspektiven der US-Notenbank und wieder steigender Corona-Infektionszahlen in den USA. Genau das Szenario also, auf das bärische Anleger gewartet haben: Die Rückkehr der Optimisten von Wolke 7 zurück zur Realität, verbunden mit massiven Verkäufen am Aktienmarkt in Europa und den USA, die den bullischen Anlegern das Blut gefrieren lassen dürften. Dementsprechend schlägt jetzt die Stunde der „sicheren Häfen“, d.h. der Anleihen und der Edelmetalle. Aber der Goldpreis in unserem Chart ist nicht der vom Mittwoch, als bei den Aktien noch alles in Ordnung zu sein schien, sondern vom Donnerstag. Wir sehen:

Gold stieg nur kurz und wenig über den Vortages-Schlusskurs. Am Mittwoch hatte das Edelmetall noch etwa 23 US-Dollar zugelegt, während der Aktienmarkt auf vorgenannte Aspekte nur moderat negativ reagierte. Gestern hingegen sackten die Kurse bei Dow Jones, DAX & Co. haltlos weg … und Gold schaltete in den Rückwärtsgang. Was läuft da schief für die Gold-Bullen?

Expertenmeinung: Das Problem lässt sich mit „Löcher stopfen“ umschreiben. Große Akteure haben meist breit gestreute Portfolios. In dem Moment, in dem der Aktienmarkt derart massiv unter die Räder kommt, geraten dort die Margins, die für Derviate-Positionen hinterlegten Sicherheitsleistungen, auf der Long-Seite unter Druck. Es gilt, diese Sicherheitsleistungen aufzufüllen – und zwar sofort. Andernfalls muss man umgehend verkaufen oder aber die Position wird von der jeweiligen Terminbörse liquidiert. Wer nicht aussteigen will, aber nicht genügend Barreserven hat, um die Margins aufzufüllen, muss Geld besorgen. Wo? Meist passiert das dort, wo man noch gut aussteigen kann, ohne Verlust zu machen – derzeit zum Beispiel bei Gold.

Das heißt, große Akteure verkaufen Gold-Positionen, um mit dem erlösten Geld ihre notleidenden Long-Margins am Aktienmarkt aufzufüllen. Ob sich das noch intensiviert, so dass Gold sogar die wichtige Supportzone 1.661/1.670 US-Dollar bricht oder aber diese Abgaben schnell aufhören und dem Kurs so den Weg nach oben freigeben, muss sich erst erweisen. Klar ist: Noch befindet sich der Goldpreis damit in einer breiten Seitwärtsspanne, die durchaus auch die Basis einer Toppbildung sein kann. Long zu bleiben, hat zwar in diesem Umfeld grundsätzlich die bessere Perspektive, aber es wäre zu überlegen, sich konsequent unter dieser Unterstützungszone 1.661/1.670 US-Dollar mit einem Stoppkurs gegen den „Fall der Fälle“ abzusichern.

Gold Chart vom 11.06.2020, Kurs 1.729,30 US-Dollar, Kürzel XAUUSD | Online Broker LYNX

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Zweimal war es zuletzt gelungen, die untere Begrenzung der Dreiecksformation, aus der Gold Mitte Mai nach oben ausgebrochen war, zu verteidigen. Das hätte eine ideale Basis für einen neuen Aufwärtsimpuls sein können. Aber der blieb aus. Der Druck, der durch die immer rasanter ablaufende Rallye der Aktienindizes in den USA und Europa auf die Gold-Bullen ausgeübt wurde, wurde am Freitag zu stark. Genau an dem Punkt, an dem die beiden Begrenzungslinien dieser Dreiecksformation zusammenlaufen, brach der Goldpreis deutlich ein. Aber ist damit schon alles verloren, der Weg für die Short-Seite frei?

Es ist zwar mit dem kräftigen Abschlag von über 30 US-Dollar am Freitag einiges angebrannt, aber noch hätten die Bullen eine letzte Chance. Denn der Kurs setzte im Bereich der beiden Zwischentiefs auf, die die untere Begrenzung dieser Dreiecksformation definiert hatten. Diese beiden kurzfristigen Wendemarken liegen bei 1.661 und 1.670 US-Dollar. Die obere dieser beiden Linien touchierte Gold im Handelsverlauf und hielt sie zunächst. Das Minus blieb zwar trotzdem deutlich, aber immerhin gelang es, sich ein wenig vom Tagestief abzusetzen. Doch wenn das bullische Lager seine Chance nutzen will, muss das sehr zügig passieren, denn:

Expertenmeinung: Denkt man sich im Chart dieses Dreieck weg, sieht man eine typische Toppbildung. Dadurch ist es für kurzfristige Trader jetzt natürlich verlockend, auf die Short-Seite zu wechseln, zumal zum einen der Versuch, sich nach oben abzusetzen, fehlschlug, was zeigt, dass die bullische Seite derzeit ihre Probleme hat. Und weil zum anderen der Weg nach unten frei wäre, wenn die jetzt erst einmal gehaltene Auffangzone bricht. Unterhalb dieser Zone 1.661/1.670 US-Dollar wäre die nächste Unterstützungslinie von Bedeutung erst wieder die 200-Tage-Linie bei 1.570 US-Dollar.

Aber würde es reichen, diesen Bereich 1.661/1.670 US-Dollar eine Zeitlang zu halten? Eher nicht, es sei denn, die Aktienmärkte würden zeitnah kippen und den Gold-Bullen damit neue Argumente liefern. Um aus eigener Kraft wieder neue Chancen auf der Oberseite zu generieren, muss Gold aus dieser Konstellation heraus so deutlich anziehen, dass die Zone der Toppbildung verlassen wird, was hieße: Das bisherige Jahres-Verlaufshoch von 1.765 US-Dollar müsste überboten werden. Ein Szenario, das natürlich nicht ausgeschlossen werden kann, das aber derzeit den deutlich steinigeren Weg darstellen würde. Das bärische Lager hat, auch, wenn die entscheidenden Marken am Freitag erst einmal gehalten haben, die klar besseren Karten.

Gold Chart vom 05.06.2020, Kurs 1.682,35 US-Dollar, Kürzel XAUUSD | Online Broker LYNX

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Die Aktienmärkte steigen immer weiter, aber die meisten, die im „sicheren Hafen“ Gold auf der Long-Seite investiert sind, lassen sich davon offenbar nicht irritieren. Und grundsätzlich haben sie die Argumente seitens der Rahmenbedingungen ja auch auf ihrer Seite. Dass die Einschränkungen durch die Pandemie in den großen Wirtschaftsregionen mittlerweile deutlich rückläufig sind, mag die Stimmung am Aktienmarkt befeuern. Aber wer derzeit eisern im Gold investiert bleibt, tut das, weil er/sie erkennt, dass man den falschen Mond anheulen würde, wollte man wieder geöffnete Restaurants, Boutiquen oder Freizeitparks mit der Rückkehr des Wirtschaftswachstums gleichsetzen.

Eine durch diese Situation nur noch mehr aufgeblähte Schuldenblase, die wieder zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China, die Unruhen in US-Städten und die bislang verdächtig zurückhaltenden Verbraucher, all das spricht dagegen, dass die schon fast wieder euphorische Stimmung am Aktienmarkt von Dauer sein wird, egal, wie weit die Rallye Dow Jones, DAX & Co. noch führen wird. Am Ende, so rechnen sich die Gold-Bullen aus, werden all diejenigen, die jetzt noch von einem Anstieg der großen Aktienindizes über die alten Rekordhochs träumen, in Windeseile nach sicheren Häfen suchen … und Gold finden.

Expertenmeinung: Grundsätzlich ist diese Denkweise plausibel, dennoch sehen wir beim Gold momentan ein Nervenspiel. Denn solange der Goldpreis nicht weiter anzieht, die Aktienmärkte aber noch zulegen, wäre in Gold investiertes Kapital verlorenes Kapital. Würde es also noch Wochen oder sogar Monate dauern, bis es bei den Aktien zu einem erneuten, kräftigen Abwärtsimpuls käme, kann es gut sein, dass mehr und mehr im Gold Long investierte Akteure aufgeben und ins Lager der Aktien-Bullen überlaufen, alleine, weil dort das Momentum zu finden ist, das Gold vermissen lässt. Noch aber ist der Weg für Gold nach oben offen.

Der Chart zeigt, dass es vergangene Woche gelang, den Ausbruch aus der Dreiecksformation durch einen erfolgreichen Test der unteren Begrenzungslinie des Dreiecks zu bestätigen. Gold setzte auf der unteren Linie auf, schloss aber am selben Tag noch über der oberen Linie. Das bullische Lager hat so bewiesen, dass es imstande ist, Abgabedruck abzufangen.

Doch allzu lange sollte es eben besser nicht dauern, die bisherigen Jahreshochs, am 18. Mai bei 1.765 US-Dollar erzielt, anzugehen. Wenn die Bullen den Schwung der Verteidigung der unteren Begrenzung des Dreiecks nicht in den kommenden ein, zwei Wochen in neue Aufwärtsdynamik umsetzen können, schließt sich das Fenster, das dem Kurs den Weg an die nächste, mittel- und langfristig relevante Widerstandszone um 1.800 US-Dollar öffnen würde. Dann könnten die ersten Bullen von der Fahne gehen. Wichtig wäre dann das vergangene Woche ausgebildete Zwischentief bei 1.693 US-Dollar. Würde der Goldpreis diese kurzfristige Wendemarke brechen, wäre die Dreiecksformation durchschlagen und der Weg nach unten zumindest auf kurzfristiger Ebene frei.

Gold Chart vom 02.06.2020, Kurs 1.727,22 US-Dollar, Kürzel XAUUSD | Online Broker LYNX

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Zum Start in die neue Woche wurde erst einmal querbeet alles gekauft: Aktien, Rohöl, Gold. Doch dann drehte der Goldpreis nach unten ab und generierte damit aus psychologischer ebenso wie aus charttechnischer Sicht ein Warnsignal, das, würde das bullische Lager jetzt nicht zeitnah dagegenhalten, zumindest den kurzfristigen Aufwärtstrend beenden könnte. Denn von neuen Jahreshochs aus am Ende des Tages ins Minus zu drehen, d.h. einen Intraday-Turnaround zu vollziehen, dürfte die Bären mutig machen. Vor allem, weil es zumindest so scheint, als hätte man am Montag am Aktienmarkt jetzt alle Bedenken hinsichtlich einer nicht nur heftigen, sondern auch langwierigen Rezession über Bord geworfen. Wenn eine Hausse der Aktienindizes vorgaukelt, dass der Himmel wieder voller Geigen hängt, wer wollte dann noch Gold kaufen?

Doch so zwingend, wie sich das im ersten Moment liest, ist diese Argumentation nicht. Erstens, weil Gold nicht in die Knie ging, als man am Aktienmarkt Mitte März zur Aufwärtswende blies. Es lief mit, nicht gegen den Aktienmarkt nach oben. Zweitens, weil die Rallye der Aktienmärkte in den USA und Europa argumentativ auf dünnen Beinchen daher kommt. Immerhin unterfüttert die Faktenlage die Hoffnung auf eine rasante und dynamische Wiederkehr des Wachstums bislang nicht. Und wären wirklich alle davon überzeugt, dass der Aktienmarkt ab jetzt nur noch den Weg nach oben kennt, wäre der Goldpreis am Morgen nicht erst auf neue, mehrjährige Hochs gelaufen. Dennoch, dieser Intraday-Turnaround des Montags steht jetzt erst einmal im Raum. Wird das wirklich der Wendepunkt?

Expertenmeinung: Auffällig ist diese relativ späte Wende des Goldpreises. Das Edelmetall lief im asiatischen Handel deutlich höher und hielt sich im Bereich des neuen Jahres-Verlaufshochs von 1.765,68 US-Dollar, bis um 14 Uhr die ersten US-Akteure ins Geschehen eingriffen. Und es ist nicht selten so, dass große Adressen im Zuge einer gezielt losgetretenen Aktien-Rallye versuchen, das Umfeld „passend“ zu formen. Und wenn der Eindruck entstehen soll, dass die Aktien jetzt endgültig den Schwenk nach oben geschafft haben und die Gefahr eines zweiten Baisse-Schubes vom Tisch ist, passt ein deutlich über dem vorherigen Jahreshoch (1.747,59 US-Dollar) notierender Goldpreis jetzt einmal nicht ins Bild. Ob das Anschlussverkäufe nach sich zieht, dürfte daher sehr vom Aktienmarkt abhängen. Sollten die großen Indizes heute weiter steigen und der Dienstag nicht zum „Turnaround Tuesday“ werden, kann Gold weiter nachgeben. Aber noch sind die Unterstützungen, die aus diesem gestrigen Warnsignal ein echtes Short-Signal machen würden, nicht touchiert worden.

Sie sehen im Chart, dass Gold noch nicht wieder in das Dreieck zurückgekehrt ist, aus dem es am vergangenen Donnerstag nach oben ausgebrochen war. Erst, wenn der Kurs durch diese Formation hindurch nach unten herausrutscht, was per heute mit Schlusskursen unter 1.684 US-Dollar der Fall wäre und dieser Ausbruch mit Schlusskursen unter der Unterstützung bei 1.644 US-Dollar so deutlich wäre, dass eine Bärenfalle unwahrscheinlich würde, hätten wir hier ein klar bärisches Signal. Möglich wäre es, dass es dazu kommt, sicher hingegen ist das noch keineswegs, die Bullen hätten noch alle Zeit, dem aktiv entgegenzuwirken.

Gold Chart vom 18.05.2020, Kurs 1.731,45 US-Dollar, Kürzel XAUUSD | Online Broker LYNX