HelloFresh: Die Freude währte nur kurz – wie geht es weiter?

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HelloFresh
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Chartanalyse
Basis 6 Monate neutral
Zur HelloFresh Aktie

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Nachrichten im Zusammenhang mit der neuen Virusvariante Omikron hatten die Börsen zum Ende der vorigen Woche im Allgemeinen stark belastet. Doch es gab auch Aktien wie die Stay-At-Home-Papiere, welche zu diesem Zeitpunkt positiv hervorstechen konnten.

Doch die Freude bei der HelloFresh-Aktie währte nur kurz. Zwar konnte der Widerstand bei 98 EUR locker erreicht werden, doch zahlreiche Anleger nahmen lieber ihre Gewinne vom Tisch und verkauften im großen Stil. Gleichzeitig wurde das Pivot-Tief von Ende November deutlich nach unten gebrochen. Somit geht der mittelfristige Aufwärtstrend wieder in eine neutrale Phase über. Angekommen an der 50-Tage-Linie scheinen sich nun wieder einige Schnäppchenjäger eingefunden zu haben.  

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur HelloFresh Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Unser bullische Haltung auf die Aktie bleibt vorerst erhalten. Die Börsen haben sich dieser Tage enorm volatil gezeigt und somit ist auch der jüngste Abschlag durchaus verständlich. Dennoch ergeben sich im Rahmen der aktuellen Unsicherheit hier und dort gute Kaufgelegenheiten.

Sofern die Kurse der HelloFresh Aktie das aktuelle Niveau rund um die 50-Tage-Linie halten können, wäre ein Einstieg bei Schwäche wohl keine schlechte Idee. Deutlich unter 82 EUR würden die Bullen jedoch das Zepter an die Bären abgeben. Vorerst bleiben wir bullisch auf die Aktie.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 02.12.2021 Kurs: 84.96 Kürzel: HFG | Online Broker LYNX
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Nachdem die HelloFresh-Aktie in Erwartung einer enttäuschenden Bilanz zum dritten Quartal im Vorfeld abverkauft wurde, schoss sie nach den Zahlen senkrecht höher. Und wenn man die Lage genauer betrachtet, wäre auch ein neues Hoch und Kurse über 100 Euro drin.

Die Logik hinter den Kursbewegungen zu erkennen, die bei HelloFresh seit Anfang August entstanden sind, ist ein bisschen kompliziert, denn da spielten mehrere Faktoren zeitgleich mit hinein. Da wäre zunächst einmal die Anfang August angepasste Prognose für das laufende Geschäftsjahr, darüber hinaus aber auch die Käufe und Verkäufe, die unmittelbar mit dem Aufstieg in den DAX zusammenhängen. Wichtig ist dabei:

Der DAX-Aufstieg dürfte für die Rallye im August und den Abstieg im September und Oktober eine große Rolle gespielt haben, aber mittlerweile ist dieser Einflussfaktor vom Tisch. Was relevant bleibt, ist diese angepasste Prognose sowie die Anfang November präsentierte Bilanz des dritten Quartals. Und wenn man sich das einmal genauer ansieht, hätte man durchaus Argumente für höhere Kurse.

Expertenmeinung: Richtig ist, dass der Kochboxen-Lieferant die Perspektive für die Gewinnmarge des laufenden Jahres im August deutlich senkte, von zuvor 10 bis 12 auf 8,25 bis 10,25 Prozent. Das sorgte zwar ganz kurzfristig für Druck auf die Aktie, aber die Rallye im Vorfeld des DAX-Aufstiegs kam ja trotzdem zustande. Und das zu Recht, denn diese gesenkte Margen-Prognose hatte Gründe, die kurzfristig negativ, mittelfristig aber positiv wirken.

HelloFresh zieht Investitionen in Produktionskapazitäten und Technologie vor, um im kommenden Jahr einer deutlich höheren Nachfrage begegnen zu können. Was also heute den Gewinn schmälert, ist ab 2022 die Basis für umso bessere Margen. Und der gesenkten Margen-Prognose standen ja auch entsprechend höhere Umsatzerwartungen entgegen, wegen denen HelloFresh so reagierte. Bis Juli hatte das Unternehmen für 2021 noch einen Umsatzanstieg zwischen 35 und 45 Prozent avisiert. Diese Prognose wurde im Zuge der Margen-Korrektur auf 45 bis 55 Prozent nach oben genommen. Und mit der Bilanz des dritten Quartals wurde die Perspektive erneut, jetzt auf 57 bis 62 Prozent, angehoben. Wenn man jeweils die obere Zahl bei Umsatz- und Margenprognose annimmt, hieße das:

Der Gewinn pro Aktie würde aufgrund dieser spürbar höheren Umsätze nur etwa fünf Prozent unter dem liegen, was man vor diesen Korrekturen, also bis Ende Juli, hätte erwarten können. Aber da diese vorgezogenen Investitionen sich zeitnah auszahlen sollten, könnte man dafür für das Jahr 2022 mit einem höheren Gewinn rechnen als bis zum Sommer angenommen. Dass die Kasse so richtig klingelt, wurde also nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben.

Wenn sich die Marktteilnehmer diese Perspektive zu Eigen machen würden, wäre es allemal möglich, dass die Aktie das bisherige Hoch von 97,40 Euro überwindet und mit dem Break über die „magische Marke“ von 100 Euro Anschlusskäufe kommen. Da muss nicht sofort gelingen. Aber solange die HelloFresh-Aktie nicht die charttechnische Schlüsselzone zwischen 76 und 78 Euro bricht, bleibt die Aktie aus charttechnischer Sicht bullisch und der Weg nach oben frei.

Chart vom 17.11.2021, Kurs 90,34 Euro, Kürzel HFG | Online Broker LYNX

Erst wollten sie alle haben, dann auf einmal niemand. Die Aktie des Kochboxen-Lieferanten HelloFresh hat seit Ende August kein Bein auf den Boden gebracht. Heute steht das Ergebnis des dritten Quartals an. Das wird den Kurs massiv bewegen – aber in welche Richtung?

Zwei Aspekte dürften heute entscheiden, ob die HelloFresh-Aktie die Kurve nach oben kriegt oder nicht. Zum einen stellt sich die Frage, ob der „Fluch der DAX-Aufnahme“ mittlerweile erledigt ist. Denn es kann gut sein, dass die Aktie nach zumindest teilweise negativen Nachrichten, die Anfang August kamen, deswegen nicht weiter fiel, sondern im Gegenteil ihre Korrektur beendete, weil klar wurde, dass HelloFresh in den DAX, aufsteigen würde. Wer da in Erwartung vorgekauft hatte, dass die Aktie daraufhin ab dem 20. September, dem Tag des DAX-Aufstiegs, kräftig zulegen würde, sah sich enttäuscht. Möglich also, dass das mit entscheidend dafür war, dass HelloFresh in den vergangenen Wochen so viel an Boden verlor.

Der andere Aspekt ist eben diese vermeintliche schlechte Nachricht von Anfang August. Da hatte HelloFresh zwar die Umsatzprognose deutlich angehoben, die Prognose für die EBITDA-Marge aber deutlich von zuvor 10 bis 12 auf nur noch 8,25 bis 10,25 Prozent gesenkt. Das bedeutete, dass man die Hoffnung, der Kochboxen-Lieferant werden 2021 die starken Gewinne des Jahres 2020 toppen, vergessen konnte. Aber wie gesagt, diese Meldung war nur auf den ersten Blick negativ, denn:

Expertenmeinung: HelloFresh begründete die Senkung der Margenprognose mit einem schneller als vorgesehenen Ausbau der Produktionskapazität. Was zunächst zwar mehr Kosten verursacht. Aber wenn das Umsatzwachstum auch 2022 solide bliebe, hätte man dann auch die Kapazitäten, um die steigende Nachfrage zu befriedigen, der Gewinn würde 2022 also umso höher ausfallen. Warum also dieser markante Druck auf die Aktie, die vor allem in der vergangenen Woche heftig abverkauft wurde und dabei die 200-Tage-Linie durchschlug, eine Linie, die sogar im Zuge des „Corona-Crashs“ im Februar/März 2020 gehalten hatte?

Es kann sein, dass viele Marktteilnehmer in Bezug auf die heutigen Ergebnisse und den mitgelieferten Ausblick auf das laufende Quartal Enttäuschungen fürchten. Immerhin zeigen sich die Verbraucher derzeit verunsichert … und was HelloFresh anbietet, ist kein „must have“, sondern ein Service, bei dem man, will man ein wenig sparen, anfangen würde. Aber:

Wenn eine Aktie bereits im Vorfeld einer Bilanz fällt, viele also von vornherein kein „best case“-Szenario, sondern schwache Zahlen erwarten, besteht allemal die Chance, dass man positiv überrascht wird und diejenigen, die HelloFresh im Vorfeld leer verkauft haben, in fliegender Hast eindecken müssen. Das wird also heute spannend, wobei zwei Chartzonen wichtig sind:

Zum einen die untere Begrenzung der im Chart dick blau markierten „Trompeten-Formation“, d.h. einem nach rechts offenen Dreieck. Sollte eine negative Reaktion auf die Bilanz deren untere Linie bei derzeit 63 Euro touchieren, könnte alleine das Erreichen dieses Kursziels die Bären zum Eindecken bringen und eine Aufwärtsreaktion auslösen. Käme es zu unmittelbaren Käufen, wären die dann wirklich etwas „wert“, wenn es gelingt, die August-Abwärtstrendlinie durch Schlusskurse über 82 Euro zu überwinden. Beides muss keineswegs gleich heute passieren, aber es ist zu vermuten, dass die Reaktion auf die Bilanz die Weichen stellt!

Chart vom 01.11.2021, Kurs 70,22 Euro, Kürzel HFG | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der Erfolg des Herstellers von Kochboxen scheint mit der Corona-Pandemie erst so richtig begonnen zu haben. Seit dem vorigen Jahr hat sich der Kurs der HelloFresh-Aktie mittlerweile mehr als vervierfacht und der Aufwärtstrend war bislang ungebrochen.

Erst in den letzten Wochen scheint etwas Sand im Getriebe aufzutauchen, denn die Aufwärtstrendlinie wurde recht deutlich nach unten verletzt. Die gute Nachricht dabei ist, dass die Bullen weitere Schwäche vorerst verhindert haben und die Kurse sich zumindest wieder stabilisieren konnten. Doch ist die Gefahr damit bereits gebannt?  

Expertenmeinung: Die kommende Handelswoche verspricht viel Spannung, denn hier und jetzt wird sich der weitere Weg der Aktie wohl entscheiden. Sollte das Tief von Anfang Oktober nach unten gebrochen werden, würde der Trend in eine bärische Phase übergehen und eine tiefgreifende Korrektur wäre die logische Folge.

Bildet sich hingegen ein höheres Tief und wird die Marke bei 84 EUR deutlich nach oben verlassen, dann wäre dies wohl ein klares Kaufsignal, welches sich bis in den Dezember hinein auswirken könnte. In Folge könnte auch die magische Marke bei 100 EUR erstmals erreicht werden. Nun heißt es, die kommenden Signale abzuwarten und diese zu nutzen.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 22.10.2021 Kurs: 79.18 Kürzel: HFG | Online Broker LYNX

Vor einem Monat schien es eine klare Sache zu sein, dass die HelloFresh-Aktie die magische 100 Euro-Marke erreichen würde. Gestern dürften viele froh gewesen sein, dass sie wenigstens nicht zu weit unter 80 Euro rutschte. Interessant ist: Dadurch hielt eine wichtige Unterstützungszone!

Schon Wochen vor dem DAX-Aufstieg begann die Aktie des Kochboxen-Lieferanten HelloFresh abzubröckeln, in den letzten Tagen wurde sie geradezu „Fallobst“. Wie so oft belebte die Aufnahme in einen höher einzuordnenden Index den Kurs nicht. Aber dass die HelloFresh-Aktie derart kräftig nachgab, lässt sich nicht alleine damit erklären, dass viele, die im Vorfeld auf einen Kurssprung nach dem DAX-Aufstieg gewettet hatten, eben diesen Kurssprung nicht sahen, nervös wurden und eilig verkauften. Was könnte dahinter stecken? Die Perspektive der Umsatz- und Gewinnentwicklung?

Das könnte man denken, immerhin hatte HelloFresh zuletzt zwar die Umsatzprognose deutlich von +35 bis +45 auf +45 bis +55 Prozent angehoben, zugleich aber die EBITDA-Marge (Gewinnmarge vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) von zuvor 10 bis 12 auf jetzt 8,25 bis 10,25 Prozent gesenkt. Wenngleich das damit begründet wurde, dass man Investitionen in die Produktionskapazität vorgezogen hat, weil der Umsatz noch schneller steigt als gedacht und der Gewinn, der 2021 damit nicht erreicht wird, nur in die Zukunft verlagert wird, reagierten die Akteure trotzdem enttäuscht. Aber:

Das ist nicht der Grund, wieso die Aktie aktuell unter Druck steht, denn diese Meldung kam Anfang August – und unmittelbar danach endete die im Juli begonnene Korrektur. Der Kurs zog danach an und erreichte ein neues Rekordhoch – und neue Nachrichten vom Unternehmen gibt es nicht, der Grund für den Verkaufsdruck muss also von außen kommen.

Expertenmeinung: Man kann den Marktteilnehmern natürlich nicht in die Köpfe schauen, zudem kann sich ein Kursimpuls egal, ob nach oben oder nach unten, durchaus durch charttechnische Aspekte selbständig machen. Da kann es dann leicht passieren, dass das Gros der Trader gar nicht auf eine veränderte Gesamtsituation, sondern nur auf immer weiter steigende/fallende Kurse reagiert und davon ausgeht, dass die anderen, die da aktiv sind, schon wissen, warum sie kaufen bzw. in diesem Fall aussteigen.

Doch wollte man diese Korrektur der HelloFresh-Aktie logisch herleiten, ließe sich anführen, dass das Risiko, dass das Wachstum in einem „nice to have“-Bereich wie Kochboxen-Lieferungen deutlich nachlassen, sich sogar ins Gegenteil verkehren kann, wenn Inflation und wankendes Wachstum dazu führen, dass immer mehr Verbrauchern das Geld nicht mehr so locker in der Tasche sitzt.

Wäre diese Annahme richtig, würde sich die Befürchtung tatsächlich bestätigen und HelloFresh dadurch im anstehenden vierten Quartal kleinere Brötchen backen müssen, könnte diese Korrektur den Kurs noch deutlich weiter drücken. Aber das dritte Quartal dürfte noch kein oder nicht viel Ungemach gebracht haben. Und bis HelloFresh selbst absehen könnte, ob man die Wachstumserwartung korrigieren müsste, könnten Monate vergehen. Damit ist einem also hier und jetzt nicht geholfen, wenn es um die Frage geht: rein oder raus?

Denn es geht jetzt um entscheidende Supportmarken, nicht in ein paar Wochen und Monaten. Niemand wartet in einer solchen Situation darauf, ob Erwägungen, die einen zuletzt zum Verkauf motiviert haben, auch wirklich eintreffen. Es werden daher eben diese Chartmarken sein, die entscheiden, ob HelloFresh weiter fällt oder jetzt einen Level erreicht hat, der zum Sprungbrett für einen erneuten Aufwärtsimpuls wird.

HelloFresh-Aktie: Chart vom 28.09.2021, Kurs 79,86 Euro, Kürzel HFG | Online Broker LYNX

Die Aktie setzte am Dienstag auf der Unterstützungszone 76/78 Euro auf, die sich aus der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie und Zwischenhochs der Monate Februar und April zusammensetzt. Würde diese Zone nicht halten, wäre das nächste Kursziel die bei knapp 75 Euro verlaufende 200-Tage-Linie, darunter ginge es dann um die untere Begrenzung der im Chart blau markierten „Trompeten-Formation“ bei 65 Euro.

Angesichts der Nähe der grundsätzlich von Tradern viel beachteten 200-Tage-Linie könnte man als gezielt risikofreudiger Trader zwar erwägen, unmittelbar den Einstieg zu versuchen und knapp unter der 200-Tage-Linie einfach einen Stoppkurs zu platzieren. Aber wer weniger Risiko eingehen will, wäre besser beraten abzuwarten, ob aus einer (bislang ja auch nur denkbaren) Reaktion der Bullen auf die erst einmal gehaltene Unterstützungszone mehr wird als eine kurzlebige Gegenbewegung. Dazu müsste die HelloFresh-Aktie die nächstgelegenen, normalerweise vom Bären-Lager verteidigten Widerstände bezwingen. Was in diesem Fall hieße, einen Schlusskurs über 91 Euro und damit über der 20-Tage-Linie zu schaffen, an welcher in der vergangenen Woche der Versuch einer Aufwärtswende abgewiesen wurde.

In der Analyse zur HelloFresh-Aktie vom 9.8. hatte ich darauf hingewiesen, dass das, was einige als Reaktion auf eine Prognose-Senkung zum Ausstieg verleitete, eigentlich positiv war. Das sahen nun auch andere so. Aber sollte man nicht langsam an Gewinnmitnahmen denken?

Die HelloFresh-Aktie startete als Reaktion auf eine am Abend des 5. August vorgelegte Korrektur der Jahresprognose mit einer markanten Abwärts-Kurslücke. Der Grund war, dass einige Marktteilnehmer die Senkung der Prognose für die EBITDA-Marge (also das, was vom Umsatz vor Abzug von Steuern, Zinsen und Abschreibungen hängen bleiben wird) auf nur noch 8,25 bis 10,25 Prozent nach zuvor 10,0 bis 12,0 Prozent negativ einstuften.

Was normalerweise auch durchaus richtig gewesen wäre, trotz der zugleich deutlich von +35 bis +45 Prozent auf +45 bis +55 Prozent angehoben 2021er-Umsatzprognose. Aber in diesem Fall basierte die Margen-Reduzierung darauf, dass HelloFresh plant, die Produktionskapazität wegen der großen Nachfrage schneller als ursprünglich angedacht zu erweitern. Und was heute vom Umsatz investiert wird, kann den Gewinn morgen eben umso mehr steigern.

Wer genauer hingesehen hatte, erkannte das. Und so wurde die initial negative Reaktion zügig aufgeholt. Die Aktie stieg schnell wieder an, setzte dann kurz zurück, verteidigte dabei aber vergangene Woche die als kurzfristiger Support wichtige 20-Tage-Linie und stieg als Konsequenz daraus am gestrigen Mittwoch auf das neue Rekordhoch von 92 Euro. Aber wie soll man das jetzt werten? Noch kaufen? Halten? Oder lieber den Gewinn mitnehmen?

Expertenmeinung: So positiv ich die Situation vor zehn Tagen auch gesehen hatte: Da war die Aktie gerade in die „falsche“ Richtung gelaufen. Vom Tagestief des 6. August bei 71,24 Euro bis zum gestrigen Verlaufsrekord bei 92,48 Euro ist die Aktie jetzt aber bereits satte 30 Prozent gelaufen. Das vormalige Verlaufshoch bei 89,10 Euro wurde zwar bislang nur eher knapp überboten. Und ein wenig Luft wäre da womöglich noch. Aber ob da kurzfristig noch wirklich viel mehr drin ist?

Das ist zumindest fraglich, denn auch, wenn der für 2021 gebremste Gewinn durch die intensiven Investitionen in höhere Kapazitäten nachvollziehbar ist, bedeutet das doch, dass sich die Anleger noch etwas länger gedulden müssen, bevor dann (vorausgesetzt, das Wachstum bleibt hoch), ein kräftiger Anstieg des Unternehmensgewinns möglich ist. In der Antwort auf die Frage, ob das starke 2020er-Ergebnis bereits 2022 überboten werden kann, sind sich die Analysten uneins, nicht wenige sehen das erst 2023. Und die Chart- und Markttechnik zeigt derzeit ein Bild, das es zumindest wahrscheinlicher macht, dass die Aktie in der Region 95 bis 100 Euro erst einmal ein Hoch sehen könnte.

HelloFresh Aktie: Chart vom 18.08.2021, Kurs 92,00 Euro, Kürzel HFG | Online Broker LYNX

Denn bei auf Tagesbasis bereits wieder überkaufter Markttechnik (im Chart der Stochastik-Oszillator) hat sich der HelloFresh-Kurs der oberen Begrenzung einer sogenannten „Trompeten-Formation“ angenähert. Das ist ein nach rechts offenes Dreieck, das steigende Volatilität erwarten lässt. Sicher, es ist nicht unmöglich, dass die Aktie diese Formation nach oben verlässt. Aber es ist nicht wahrscheinlich genug, um nicht zumindest zu erwägen, die Gunst der Stunde zu nutzen, um bei einem Teil einer bestehenden Position den Gewinn mitzunehmen.