PayPal Aktie Prognose PayPal: Ready, Set, Go!

News: Aktuelle Analyse der PayPal Aktie

von |
In diesem Artikel

PayPal
ISIN: US70450Y1038
|
Ticker: PYPL --- %

---
USD
---% (1D)
1 W ---
1 M ---
1 J ---
Zur PayPal Aktie
Lassen Sie sich den Artikel vorlesen:

Es kam, wie es kommen musste. Es kam, wie es immer kommt. In der heutigen Ausgabe: PayPal.

Ist das Sentiment erst komplett am Boden und die Erwartungen niedrig genug, können sie nur noch übertroffen werden.
Am Ende eines Crashs herrscht Depression, einem Unternehmen wird nichts mehr zugetraut.
Argumente, die für die Aktie sprechen, werden ignoriert. Stattdessen herrscht Angst, obwohl der Kurs ja bereits massiv eingebrochen ist.

Dasselbe gilt auf der Oberseite. Am Ende einer Rallye steht die totale Begeisterung, oft kommt es zu einem parabolischen Anstieg. Argumente, die gegen eine Aktie sprechen, werden beiseite gewischt und die Bewertung wird ignoriert.

All das ändert sich nicht, da sich die menschliche Natur nicht ändert. Wer an der Börse wirklich Erfolg haben will, muss das verstehen.

Das wird einen zwar nicht davor bewahren, bei Crashs auch mal zu früh einzusteigen, aber das spielt langfristig keine Rolle.
Wer über einen langen Zeitraum (Jahrzehnte) hinweg immer wieder konsequent während Crashs gute Unternehmen kauft, kann damit nicht schlecht fahren.

Deshalb ist es so schwierig

Bei PayPal herrschte bis vor einigen Tagen noch Depression. Im letzten LYNX Webinar am vergangenen Mittwoch hatte ich mich positiv zu PayPal geäußert. Die Ängste und Sorgen, die im Chat in Bezug auf PayPal geäußert wurden, zeigten, wie schlecht die Stimmung war.

Man sollte Ängste ernst nehmen, an der Börse ist Angst allerdings kein guter Ratgeber.
Denn es macht einen großen Unterschied, ob man Argumente gegen ein Unternehmen anführt, nachdem sich der Kurs in kürzester Zeit verdreifacht oder eben gedrittelt hat.

An der Börse ist alles relativ, das macht es so schwierig.

Licht am Horizont

In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass der aktivistische Investor Elliott bei PayPal eingestiegen war und vermutlich den Plan hat, der größte Einzelaktionär zu werden.

Auch das hatten wir vergangenen Mittwoch im Webinar thematisiert. Sinngemäß hatte ich die Haltung vertreten, dass Elliott bei PayPal nicht mehr viel aktiv unternehmen muss, um einen ordentlichen Profit einzufahren.

Die Hauptgründe dafür waren, dass die Prognosen für PayPal zu pessimistisch waren und der Gewinn ab 2023 wieder spürbar steigen dürfte.
Der Einbruch in diesem Jahr ist weitgehend auf die Abwicklung des eBay-Geschäfts zurückzuführen.

Abseits davon konnte man in den letzten Quartalen um rund 15% wachsen.

Ein bisschen mehr Licht

Das die These nicht ganz falsch war, haben die Quartalszahlen am Dienstag gezeigt.

Der Gewinn lag in Q2 mit 0,93 je Aktie weit über den Erwartungen von 0,85 USD. Der Umsatz übertraf mit 6,81 Mrd. die Analystenschätzungen von 6,75 Mrd. USD ebenfalls.

Auf Jahressicht konnte der Umsatz um 9% gesteigert werden, das Ergebnis war allerdings um knapp 20% rückläufig.
Der freie Cashflow konnte hingegen um 22% auf 1,3 Mrd. USD gesteigert werden.

Die Zahl der neuen aktiven Nutzer stieg um 6% und das Zahlungsvolumen um 9%.

All das ist gelungen, obwohl man erheblichen Gegenwind durch eBay und die Wechselkurse verzeichnet hat.
Das Zahlungsvolumen wäre ohne negative Währungseffekte beispielsweise um 13% statt 9% gestiegen. Ohne eBay hätte das Wachstum bei 14% gelegen.

Darüber hinaus will man die Unternehmensstruktur straffen und in diesem Jahr 900 Mio. USD einsparen, im kommenden Jahr sollen es 1,3 Mrd. USD werden.

Einsparungen sind in dem derzeitigen Umfeld sicherlich keine schlechte Idee, wahrscheinlich will man damit aber auch Elliott vorgreifen.

Mit einer Beteiligung von rund 2% hätte Elliott im Zweifelsfall aber keinerlei Macht, irgendwelche Maßnahmen zu erzwingen.

Nägel mit Köpfen

Ferner wurden Aktienrückkäufe mit einem Volumen von 15 Mrd. USD beschlossen, davon sollen in diesem Jahr 4,0 Mrd. USD anfallen.
Derzeit könnte man damit mehr als jede siebte Aktie einziehen.

Leisten kann man es sich, denn PayPal hat rund 15,6 Mrd. USD an Barmitteln und keine Nettoschulden.

Für das dritte Quartal stellt man, trotz des anhaltenden Gegenwinds durch eBay und Wechselkurse, ein Umsatzwachstum von 10% auf 6,8 Mrd. USD in Aussicht.
Das Ergebnis soll bei 0,94 – 0,96 USD je Aktie liegen, bisher wurden 0,94 USD je Aktie erwartet.

Für das Gesamtjahr stellt man ein Umsatzwachstum von 10% auf 27,85 Mrd. USD, die Prognose für das Ergebnis wurde von 3,81 – 3,93 auf 3,87 – 3,97 USD je Aktie leicht erhöht.

Da die Aktie als Reaktion auf diese Nachrichten um 11,29% auf 99,75 USD gesprungen ist, kommt PayPal jetzt auf eine forward P/E von 25,4.

In den letzten fünf Jahren lag die P/E von PayPal durchschnittlich bei 37,3. In der Zeit vor dem Hype von 2020/21 lag die P/E durchschnittlich bei 32,5.

Chart vom 03.08.2022 - Kurs: 99,75 Kürzel: PYPL - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 03.08.2022 – Kurs: 99,75 Kürzel: PYPL – Wochenkerzen

Es sieht zunehmend nach Boden aus. Mit dem Anstieg über 86,50 USD wurde bereits im Vorfeld der Zahlen ein Kaufsignal ausgelöst.
Das erste Kursziel bei 100 USD wurde durch den nachbörslichen Kurssprung auf 99,75 USD bereits abgearbeitet.

Jetzt wird sich zeigen müssen, ob es zu unmittelbaren Anschlusskäufen und einem Ausbruch über 100 USD kommen wird. In diesem Szenario könnte PayPal zeitnah in Richtung 110 oder 122 USD durchziehen.

Antizyklische Investoren müssen hingegen darauf hoffen, dass es zuvor nochmal zu einer Verschnaufpause und einem Rücksetzer in Richtung 86,50 – 90 USD kommt.

Mehr als 12.000 Investoren & Trader folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants.

Ihre Ordergebühren sind zu hoch? Mein Broker ist LYNX.

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
Tageshoch
Tagestief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Heutigen Chart anzeigen

Alle Börsenblick-Artikel

Nachricht schicken an Tobias Krieg
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Vorherige Analysen der PayPal Aktie

Lassen Sie sich den Artikel vorlesen:

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Bereits im Februar dieses Jahres, als der Zahlungsanbieter schlechte Quartalsergebnisse bekanntgab, hatte ich ein mögliches Kursziel im Bereich von 94/95 USD in Aussicht gestellt. Zu diesem Zeitpunkt notierte die PayPal-Aktie noch bei fast 120 USD.

Mittlerweile hat das Papier diesen Bereich längst erreicht, doch es ging tatsächlich noch tiefer. Nachdem der Boden bei 92.25 USD im April gebrochen wurde, setzten die Bären noch einen drauf und erst knapp oberhalb der Marke von 70 USD konnte sich erneut ein möglicher Boden etablieren. Wird der Kaufdruck dieses Mal reichen, um einen weiteren Kurssturz zu verhindern? Der Trend befindet sich zumindest noch in einer bärischen Gesamtlage.

Expertenmeinung: Zum Ende der vorigen Woche ging es erstmals wieder deutlicher nach oben. Die Aktie ging mit einem Plus von über 5% aus dem Handel und auch das Handelsvolumen war recht hoch. Alles in allem ein überzeugender Tag.

Doch ein einziger Tag macht noch keinen neuen Trend. Um das bärische Treiben zu beenden, bräuchte es Schlusskurse oberhalb der Marke von 90 USD. Dann stünden die Chancen, dass PayPal hier möglicherweise einen Boden gefunden haben könnte, recht gut. Vorerst ist es jedoch lediglich eine technische Gegenreaktion im Abwärtstrend und nicht mehr.

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 24.06.2022 Kurs: 77.68 Kürzel: PYPL | Online Broker LYNX

PayPal ist nach Veröffentlichung der Quartalszahlen mehr als 11% gestiegen. Aber waren die wirklich so gut? Was feiert der Markt?

Dürftig

PayPal ist massiv unter die Räder gekommen, doch die jüngsten Zahlen wurden an der Börse äußerst wohlwollend aufgenommen, dabei waren sie bestenfalls in Ordnung.

Der Gewinn lag mit 0,88 je Aktie im Rahmen der Erwartungen von 0,88 USD. Der Umsatz übertraf mit 6,48 Mrd. die Analystenschätzungen von 6,44 Mrd. USD leicht.

Freudensprünge sollte das nicht auslösen. Das gilt umso mehr, da man für das zweite Quartal nur ein Ergebnis von 0,86 USD je Aktie und einen Umsatz von 6,8 Mrd. in Aussicht stellt.
Bisher war man an der Börse von einem Gewinn von 1,10 USD je Aktie und einem Umsatz von 7,0 Mrd. USD ausgegangen.

Die Prognose für das Umsatzwachstum 2022 wurde von 15-17% auf 11-13% gesenkt.
Beim Gewinn ist man von 4,60 – 4,75 auf 3,81 – 3,93 USD je Aktie zurückgerudert.

Die Richtung muss stimmen

Die Einschätzung der Lage wird auch nicht besser, wenn man das größere Bild betrachtete. Der Umsatz ist auf Jahressicht zwar um 8% gestiegen, das Ergebnis ist allerdings um 28% eingebrochen.

Da hilft es wenig, dass man die Erwartungen übertroffen hat. Man kann und darf sich die Dinge nicht schönreden, auch wenn man von PayPal überzeugt ist und langfristig erhebliches Potenzial sieht.

Der Kurssprung hat meines Erachtens also kaum eine Basis. Vermutlich ist es nur die Erleichterung, dass es nicht noch schlimmer gekommen ist.
Vermutlich hat der Abverkauf so weit geführt, dass selbst die zuvor besprochenen Themen nicht mehr zu weiter sinkenden Kursen führen konnten.

Oder es wurden wie gewohnt nur Überschriften gelesen. „PayPal übertrifft die Prognosen“.

Leere Hände

Ich möchte die Lage aber auch nicht überdramatisieren. PayPal kämpft aktuell eben mit erheblichem Gegenwind, wird die Probleme mittelfristig aber überwinden.

Der Wegfall des eBay -Geschäft ist ein temporärer Belastungsfaktor, der vor allem die Profitabilität belastet. Die Abkehr von PayPal durch eBay ist so gut wie beendet.

Abseits der ehemaligen Muttergesellschaft hat man zuletzt Wachstumsraten von 15% verzeichnet und die Margen auf Konzernebene werden perspektivisch wieder auf das gewohnt hohe Niveau steigen.

Die Zahl der aktiven Nutzer ist auf Jahressicht um 9% auf 429 Millionen gestiegen und die Zahl der Transaktionen um 18%.
PayPal wächst nach wie vor schneller als die E-Commerce-Branche und ist trotz der temporären Probleme hochprofitabel.

Man sollte sich auch vergegenwärtigen, dass PayPal trotz des enormen Gegenwinds in diesem Jahr einen freien Cashflow von mehr als 5,0 Mrd. USD erwirtschaften dürfte und dieses Kapital an die Anleger ausschütten kann.

Denn PayPal hat keine Nettoschulden und 15,1 Mrd. USD auf der hohen Kante. Daher ist es nur folgerichtig, dass man umfassende Aktienrückkäufe durchführt.

Im letzten Quartal hat man für 1,5 Mrd. USD 11 Millionen eigene Aktien eingezogen, das entspricht rund 1% aller Aktien – in nur einem Quartal.
Bei einem P/FCF von 22 kann man das in dieser Form ewig fortführen.

Chart vom 29.04.2022 Kurs: 91,00 Kürzel: PYPL - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 29.04.2022 Kurs: 91,00 Kürzel: PYPL – Wochenkerzen

PayPal hat auf einem sehr interessanten Niveau gedreht, nämlich direkt am mehrjährigen Aufwärtstrend.
Aus technischer Sicht wäre jetzt der Weg in Richtung 100 USD frei. Darüber wäre Raum bis 122 USD.

Fällt die Aktie hingegen unter 82 USD, haben die Bullen ihre Chance vertan.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Es ist allgemein bekannt, dass technisch schwache Aktien, welche sich über einen gewissen Zeitraum schlechter entwickeln als der Gesamtmarkt, summa summarum auch in naher Zukunft eine eher bescheidene Performance abliefern. Anders wiederum sieht es mit Wertpapieren aus, welche relative Stärke gegenüber dem Gesamtmarkt aufweisen. Dies sind meist die Gewinner von morgen. Zu welcher Kategorie die PayPal-Aktie gehört, wird bei einem kurzen Blick auf den Chart recht schnell klar. Seit Monaten befindet sich das Papier unter stetigem Verkaufsdruck und die Bären hatten bislang leichtes Spiel. Auch die zuletzt Anfang Februar veröffentlichten Quartalsergebnisse brachten keine Wende. Über Monate hinweg habe ich vor weiteren Kursverlusten in Richtung Süden gewarnt und wieder einmal zeigt sich: The trend is your friend.

Expertenmeinung: Dieser befindet sich zwar aktuell in einer neutralen Phase, doch mit dem Bruch der Unterstützung bei rund 92 USD könnten die Bären noch einmal richtig Gas geben. Weitere Kursverluste wären in diesem Zusammenhang sehr wahrscheinlich. Ob der Abwärtstrend schon bald endet, wird nun vor allem von den bevorstehenden Quartalsergebnissen abhängen. Am 27. April präsentiert der Konzern seine Ergebnisse zum abgelaufenen Quartal. Danach wird sich zeigen, ob ein fundamentaler Impuls die gesamte Situation noch retten kann. Vorerst aber bleiben wohl eher die Bären am Zug.

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 20.04.2022 Kurs: 96.93 Kürzel: PYPL | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der Online-Zahlungsanbieter gehört neben Netflix zu den gefallenen Sternen an der Wall Street. Die Bären ließen sich hemmungslos an der Aktie aus und die Kurse ratterten über Monate hinweg in den Keller. Wieder einmal sehen wir, dass es so etwas wie sichere Aktien nicht gibt und allein die Tatsache, dass ein Unternehmen allgemein bekannt ist, nicht vor Kursverlusten schützt. Der Konzern hat zuletzt seine Erwartungen für das Gesamtjahr 2022 nach unten revidiert, doch war die Reaktion nach unten zu heftig? Immerhin erwartet man einen Gewinn von 4.60 bis 4.75 USD je Aktie, was einer Steigerung gegenüber 2021 von fast 30% entspricht.
Zumindest aus technischer Sicht gibt es nun wieder positives zu vermelden. Im gestrigen Handel gelang der PayPal-Aktie ein Ausbruch aus einer Bullenflagge – der Anfang von mehr?

Expertenmeinung: Immer wieder versuchten die Bullen in den letzten Monaten eine Trendwende einzuleiten, doch bislang sind die Kurse an der fallenden 50-Tage-Linie gescheitert. Sowohl im Oktober des vorigen Jahres als auch im Januar gelang es PayPal nicht, diese Hürde zu meistern. Nun ist die Aktie abermals am Indikator angekommen. Sollte der Widerstand erneut ungebrochen bleiben, war es das wohl mit dem Anstieg. Sollte der Kaufdruck jedoch steigen, könnten die Kurse zumindest rasch das Gap-Window von Februar und somit die Marke bei 140 USD erreichen. Nicht uninteressant, aber es bleibt zunächst abzuwarten, ob da noch mehr kommt.    

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 29.03.2022 Kurs: 121.18 Kürzel: PYPL | Online Broker LYNX

Die Börse macht es einem selten leicht. Geht es noch tiefer, schaltet der Markt zeitnah in den Rallye-Modus, was macht die Fed, kommt es bald zu einer Rezession? Das sind nur einige der Fragen, mit denen sich Anleger beschäftigen. Sind es die richtigen? Und was bedeutet das für PayPal?

Darauf kommt es wirklich an

Wie zielführend diese Überlegungen sind, steht allerdings in den Sternen. Aus meiner Sicht investiert man die begrenzte Zeit, die man für die Börse hat, in die Auseinandersetzung mit Unternehmen.
Welche Qualitäten und besonderen Eigenschaften, Geschäftsmodelle und Zahlen bringen sie mit? Das sind die wirklich wichtigen Fragen.
Welche Sektoren sind interessant, wo ist das Chance-Risiko-Verhältnis am besten?

Als Autor stehe ich vor genau derselben Herausforderung und versuche jeden Tag abzuwägen, zu welchen Aktien sich eine Analyse am meisten lohnt.
Denn leider sind die Kapazitäten auch hier begrenzt. Das führt dazu, dass man in manchen Phasen sehr viel mehr interessante Werte findet, als man beackern könnte.

In den letzten 2-3 Wochen war das definitiv der Fall und das ist ein gutes Zeichen. Ob es mir leichtfällt, attraktive Aktien zu finden, bei denen Kennzahlen und Bewertung zusammenpassen, ist für mich persönlich der wichtigste Indikator überhaupt.

Sie sollten es ebenso handhaben. Je nach Situation dürfte es jedem schwerer oder leichter fallen, attraktive Investments zu finden. Wenn man viel Mühe aufwenden muss, um attraktive Aktien zu finden, sollte man sehr vorsichtig werden.

So schnell kanns gehen

Es ist nur einige Monate her, da waren so gut wie alle Aktien hoch- oder überbewertet. Der Absturz vieler Wachstumswerte, Tech-Aktien und die allgemeine Korrektur haben hier Abhilfe geschaffen.
War es deshalb leicht, in den Markt einzusteigen? Für viele Anleger sicherlich nicht.

Man musste in das sprichwörtliche fallende Messer fassen, denn wie erwartet kam es zu einer plötzlichen V-Umkehr.
Dass V-Formationen seit einiger Zeit geradezu vorherrschend sind, haben wir in den letzten Wochen wieder und wieder thematisiert.
Das macht es Anlegern nicht gerade einfacher. Wir werden aber wohl damit leben müssen, das gilt umso mehr, solange der Krieg in der Ukraine anhält.

Wie der Konflikt ausgehen wird, mag keiner vorherzusagen. Im Krieg kommt es immer wieder zu vollkommen unvorhersehbaren Überraschungen und Wendungen.

Am einen Tag sieht es so aus, als würde sich die eine Seite wacker schlagen und sich erstaunlich gut halten. Am nächsten Tag fällt womöglich ein strategisch bedeutendes Ziel wie Mariupol und plötzlich hat die andere Seite wieder Aufwind. Ob es einem gefällt, oder nicht.

Ob es überhaupt so kommen und laufen wird, wissen wir nicht.
Sie merken es sicher schon, diese Überlegungen sind höchst hypothetisch.

Wie geht man damit um?

Wie geht man mit der erhöhten Unsicherheit und den schnellen Trendwechseln am besten um?
Man sollte nicht meinen, dass man in diesem Umfeld irgendeine Kursbewegung vorhersehen kann.

Aus meiner Sicht ist es am besten, die ganze Sache auf die grundlegendsten Überlegungen zu reduzieren.
Ist Unternehmen XY herausragend gut und ist die Bewertung aktuell attraktiv.

Wenn man diese Fragen mit ja beantworten kann, spielt es in Wirklichkeit keine Rolle mehr, ob der Kurs vor einigen Tagen noch deutlich niedriger war oder womöglich noch weiter sinken wird.

Wer glaubt, er könne ständig und überall genau das Tief treffen, irrt sich gewaltig.
So funktioniert die Börse nicht.

Zum Glück müssen wir das auch nicht. Je größer der eigene Zeithorizont ist, desto klarer wird das.
Nehmen wir als Beispiel PayPal.

Was für eine Rolle spielt es heute noch, ob man 2016 direkt am Jahrestief von bei 31 USD gekauft hat, oder womöglich erst bei 35 USD.
In dem Moment erscheint uns das unglaublich wichtig, langfristig macht es erstaunlich wenig aus.

Was sich hingegen langfristig wirklich auswirkt, ist die Frage, ob wir Top oder Schrott im Depot haben. Das wichtigste ist also nicht, den besten Einstieg zu finden, sondern die besten Unternehmen.

Eine ausführliche Analyse zu PayPal finden Sie hier:
PayPal: Die schlechteste Aktie der Welt

Dass ich in Bezug auf PayPal optimistisch bin, ist keine Neuigkeit, es ist ein seit Jahren anhaltender Dauerzustand.
Weitere Informationen, zum Beispiel zur Bewertung und den erwarteten Wachstumsraten, entnehmen Sie bitte der verlinkten Analyse.

Chart vom 21.03.2022 Kurs: 117,50 Kürzel: PYPL - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 21.03.2022 Kurs: 117,50 Kürzel: PYPL – Wochenkerzen

Aus technischer Sicht sieht das zunehmend konstruktiv aus. PayPal hat eine plötzliche Kehrtwende vollzogen und ist über die Hochs von Ende Februar und Anfang März ausgebrochen.

Grundsätzlich wäre der Weg in Richtung 122 USD jetzt frei. Darüber hellt sich das Chartbild zunehmend auf und es rücken Kursziele bei 150 USD in den Vordergrund.

Fällt PayPal hingegen wieder unter 112 USD, ist die Zündung vorerst gescheitert. In diesem Szenario wäre ein Rücksetzer in Richtung 100 wahrscheinlich.