Die Ende Juli vorgelegten Bilanzdaten wurden äußerst negativ aufgenommen, die adidas-Aktie sackte durch, der seit April bestehende Aufwärtstrend war dahin. Einige aber hielten in den Kurseinbruch hinein die Hand auf. Aktuell scheint es, als sei das keine gute Idee gewesen.
Der Sportartikelhersteller meldete für das zweite Quartal zwar ordentlich gestiegene Umsätze und hob daraufhin auch den Umsatzausblick für das Gesamtjahr an. Aber der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) blieb trotz der positiven Überraschung hinter den Prognosen zurück, daher ließ man bei adidas den Ausblick für 2026 in diesem Bereich auch unverändert. Höhere Marketingkosten führten zu einer gedrückten Marge … und das am Markt angeführte Argument, dass höhere Umsätze, die durch höheren Kapitaleinsatz erzielt werden, unter dem Strich eben nichts bringen, ist nicht von der Hand zu weisen.
Allerdings dürften sich diejenigen, die am 30. Juli in die als Reaktion auf das Zahlenwerk kräftig eingebrochenen Kurse hinein gekauft hatten, gesagt haben: Der höhere Umsatz wird bleiben, die höheren Aufwendungen im Marketing aber auf Dauer nicht. Zumal der Gewinn pro Aktie bereits seit dem schwachen Jahr 2023 wieder zulegt … und dass es auch 2026 zu einem höheren Gewinn pro Aktie kommen wird als im Vorjahr, steht auch nach der Quartalsbilanz bislang nicht in Zweifel. Und während man vor zwei Jahren in Bezug auf die Bewertung eine Augenbraue heben musste, ist die jetzt ein Aspekt, der den Bullen in die Karten spielen müsste.
Denn auf Basis der derzeitigen, durchschnittlichen Gewinnschätzung der Analysten kommt die Aktie aktuell auf ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 17. So günstig war sie seit vielen Jahren nicht mehr. Und das zugleich mit der Perspektive, dass sich der Gewinn in den kommenden Jahren weiter steigern lässt … zumindest, wenn die Analysten Recht behalten.
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Expertenmeinung: Doch das Chartbild spiegelt den aufgrund dieser Aspekte durchaus zu vertretenden Optimismus der Experten nicht wider. Während 22 der 30 eine Einschätzung abgebenden Analysten für „Kaufen“ plädieren und das Kursziel mit momentan 202 Euro sehr weit über dem aktuellen Kurs liegt, hat die Aktie nach den Käufen derer, die in die negative Reaktion auf die Bilanzzahlen eingestiegen sind, wieder abgedreht und rutscht auf das Tief des Bilanztages zu. Aber hat denn ein solcher, erneuter Abwärtsimpuls eine taugliche Argumentation im Rücken?
Zumindest nichts, das zwingend wäre. Natürlich kann man argumentieren, dass das Konsumumfeld rund um den Globus schwierig ist und adidas womöglich eher über kurz als über lang mehr rabattieren muss, was dann auf die Margen drückt. Das wären zwar nur Vermutungen. Aber wenn das Chartbild solchen Spekulationen entspricht, werden sie durchaus von vielen übernommen, denn an der Börse pflegen die Kurse öfter die Nachrichten zu beeinflussen als umgekehrt. Was hieße:
Das bärische Lager hat hier derzeit die klar besseren Karten. Vor allem, weil die Gegenbewegung nach der Bilanz eingangs zwar gut aussah, immerhin gelang am Bilanztag ein bullischer „Hammer“ im Candlestick-Chart, zugleich wurde dadurch die 200-Tage-Linie auf Schlusskursbasis gehalten. Aber dann drehte die Aktie dort ab, wo sie für eine Aufwärtswende hätte weiterlaufen müssen:
Bereits am Zwischentief vom 24. Juli bei 166,65 Euro war Schluss mit dem Aufwärtsimpuls. Dadurch drehte adidas noch unterhalb der 20-Tage-Linie ab und hat mittlerweile auch die 200-Tage-Linie wieder unterschritten. Da ist jetzt wieder Abwärts-Momentum im Kurs, so dass es fraglich ist, ob das Tagestief des Bilanztags bei 147,00 Euro die Verkäufer aufhalten würde.
Die adidas-Aktie müsste mit Schlusskursen über 168 Euro das letzte Zwischenhoch überwinden und dadurch 200-Tage- und 20-Tage-Linie zurückerobern, um das bullische Signal zu erzeugen, das die Gegenreaktion nach den Quartalszahlen nicht generieren konnte. Solange das nicht gelingt, bliebe der Weg nach unten der leichtere.
Quellenangaben:
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/ADS.DE/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 18.08.2026 um 20:42 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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