Adidas: Es ist dramatisch. Aussitzen oder Reißleine ziehen?

von |
In diesem Artikel

adidas
ISIN: DE000A1EWWW0
|
Ticker: ADS --- %

---
EUR
---% (1D)
1 W ---
1 M ---
1 J ---
Zur adidas Aktie

Bis vor kurzem war die Welt für die Aktionäre von adidas noch in Ordnung. Anfang August markierte die Aktie ein neues Allzeithoch, ist seitdem aber komplett abgestürzt.
Je nachdem wie man es betrachtet, wurden Monate oder Jahre an Kursgewinnen ausgelöscht.

Jetzt steht die Aktie vor einer Richtungsentscheidung. Adidas notiert unmittelbar am mehrjährigen Aufwärtstrend.
Fällt die Aktie darunter, droht ein Abverkauf in Richtung 258 oder 250 Euro.

Unter 250 Euro trübt sich das Chartbild weiter ein.

Chart vom 29.09.2021 Kurs: 271 Kürzel: ADS - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 29.09.2021 Kurs: 271 Kürzel: ADS – Wochenkerzen

Es gibt aber auch Grund zur Hoffnung. Aus technischer Sicht stehen die Chancen gut, dass zwischen 250 und 270 Euro ein Boden ausgebildet wird.

Chart vom 29.09.2021 Kurs: 271 Kürzel: ADS - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 29.09.2021 Kurs: 271 Kürzel: ADS – Tageskerzen

Darauf kommt es an

Für Investoren ist allerdings viel wichtiger, wie es perspektivisch aussieht. Ob die Aktie zwischenzeitlich noch auf 250 Euro fällt, spielt keine Rolle, wenn die adidas in einigen Jahren bei 500 Euro steht.

Und das hängt vor allem davon ab, wie sich das Geschäft entwickelt.

Im letzten Quartal verzeichnete adidas dank der Rückkehr des Sports auf die große internationale Bühne ein Umsatzwachstum von 55% auf 5,08 Mrd. Euro.

Gleichzeitig hat sich die operative Marge auf 10,7% verbessert und man erzielte einen Gewinn von 387 Mio. Euro, was einem Ergebnis von 1,93 Euro je Aktie entspricht.

Je nachdem welche Kennzahl man betrachtet, ist man an das Vorkrisen-Niveau herangerückt, oder hat es bereits überschritten.

Verkauf von Reebok

Vor einigen Wochen hat man bekannt gegeben, dass man Reebok für 2,1 Mrd. Euro an Authentic Brands veräußern wird.
Ein Schritt in diese Richtung hatte sich bereits seit geraumer Zeit angebahnt, denn die Entwicklung der Tochter ließ stets zu wünschen übrig.

Da adidas ohnehin eine saubere Bilanz und keine größeren Schulden hat, dürfte ein bedeutender Teil der Mittel in Aktienrückkäufe fließen.

Der Verkaufspreis von Reebok entspricht immerhin 4% des Börsenwerts. Hinzu kommen weitere Barmittel, die nahezu einem Zehntel des Börsenwerts entsprechen.

Da man kürzlich die Prognose erhöht hat und in diesem Jahr einen Gewinn von 1,4 – 1,5 Mrd. Euro erwartet, war es nur eine Frage der Zeit, bis adidas wieder Aktienrückkäufe beschließen wird.

Genau das geschah dann auch. Bis Ende des Jahres sollen für 550 Mio. Euro eigene Papiere erworben werden. Das ist etwas mehr als ein Prozent aller Aktien.
Im kommenden Jahr kann man wohl noch deutlich mehr erwarten.

Wie sieht die Prognose aus?

Dass ich von adidas grundlegend viel halte, können Sie in dieser ausführlichen Analyse nachlesen:
Adidas: Würde ich jetzt zugreifen?

Mitten im Corona-Crash hatte ich mich bei einem Kurs von 168 Euro positiv zur Aktie geäußert.

Und kürzlich hatte ich am damaligen Allzeithoch bei 314 Euro noch gewarnt:
Adidas am Allzeithoch: Ausbruch oder Ende der Fahnenstange?

Der Preis ist eben heiß.
Wie sieht es jetzt aus, nachdem adidas die erhoffte Korrektur vollzogen hat?

(Zitat bei 314 Euro: Für Investoren ist die aktuelle Situation bei adidas also eher schwierig. Die Aktie sollte vor einem Einstieg besser eine größere Korrektur vollziehen.)

Adidas gibt uns klare Hinweise (Link). Bis 2025 soll sich der E-Commerce-Umsatz auf 8-9 Mrd. Euro verdoppeln und der Direktvertrieb soll bis dahin die Hälfte aller Umsätze ausmachen.

Der Konzernumsatz soll jährlich um 8-10% steigen und die operative Marge soll 12-15% erreichen.
In Summe entspräche das einem Gewinnwachstum von 16-18% pro Jahr.

Darüber hinaus sollen in diesem Zeitraum 8-9 Mrd. Euro an die Aktionäre ausgeschüttet werden.
Kann diese Prognose erfüllt werden, sollte adidas in den kommenden Jahren ein klarer Outperformer sein.

Mehr als 12.000 Investoren & Trader folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants.

Handeln wie die Profis? Mein Broker ist LYNX.

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
Tageshoch
Tagestief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Heutigen Chart anzeigen


Nachricht schicken an Tobias Krieg
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Seit unserer letzten Analyse auf den deutschen Sportartikelhersteller im Juni dieses Jahres hat sich einiges getan. Zum damaligen Zeitpunkt sah die Gesamtlage noch vielversprechend aus und es bildete sich eine bullische Konsolidierung über der 50-Tage-Linie.

Nach dem Ausbruch nach oben konnten neue Hochs erreicht werden. Den Schlusspunkt setzte in Folge der finale Schub im August, wobei unser ursprünglich anberaumtes Kursziel längst erreicht werden konnte.

Danach schlitterten die Kurse unter die 50-Tage-Linie und immer mehr Anleger warfen das Handtuch und trennten sich von ihren Positionen. Das tiefere Tief von Mitte August legte den Grundstein zur Korrektur und der Aufwärtstrend war gebrochen. Mittlerweile befindet sich die adidas-Aktie bereits in einer bärischen Trendphase.

Expertenmeinung: Nachdem die Kurse vorige Woche die Marke bei 284.80 EUR nach unten gebrochen haben, stellt sich die Frage nach den nächsten möglichen Support-Ebenen. Interessant ist hier vor allem die noch offene Kurslücke von März, welche bei 275.45 EUR aufgerissen wurde.

Diese nächste Zielmarke der Bären könnte in den kommenden Tagen bereits erreicht werden und sollte im Normalfall zumindest für eine technische Gegenreaktion nach oben sorgen. Sollte auch diese Unterstützung gebrochen werden, wäre das noch das Schließen der Lücke bei rund 260 EUR ein Thema. Vorerst stehen die Ampeln bei adidas noch auf Rot.

Aussicht: BÄRISCH

adidas Aktie: Chart vom 17.09.2021 Kurs: 282.35 Kürzel: ADS | Online Broker LYNX

Es gab keine Vorab-Zahlen bei adidas. Erst am Donnerstag werden die Trader erfahren, wie es seit April gelaufen ist und was der Sportartikel-Riese für die kommenden Monate erwartet. Angesichts des Chartbilds wird klar: Da werden Entscheidungen fallen. Sekt oder Selters?

Fast ein Jahr lang hing die adidas-Aktie in der Seitwärtsspanne zwischen 252 und 307 Euro fest. Das mochte für Daytrader praktisch sein, aber nicht für Investoren, die langsam dachten, diese Aktie würde nie mehr aus ihrem Käfig herauskommen. Umso größer war die Freude, als adidas Ende Juni den Deckel dieser Kursspanne wegsprengte. Allein, die Freude währte nicht lange, denn der Versuch, sich im Schwung der Rallye auch noch über das bis dahin geltende Verlaufshoch vom Januar 2020 bei 317,45 Euro nach oben abzusetzen, ging schief.

Sie sehen in diesem Chart auf Wochenbasis, dass die Aktie zwar mehrere Wochen lang immer mal wieder über diese alte Hürde lief, einen neuen Verlaufsrekord bei 324,10 Euro erzielte und einige wenige Tage auch über 317,45 Euro schloss. Aber auf Wochenschlusskursbasis blieb der adidas-Kurs immer darunter. Auf der anderen Seite hielt die jetzt als Support fungierende, obere Begrenzung dieser vorherigen Seitwärtsspanne bei 307 Euro. Das macht klar:

adidas-Aktie: Chart vom 02.08.2021, Kurs 317,70 Euro, Kürzel ADS | Online Broker LYNX

Der Ausbruch muss und wird kommen, denn in einer so engen Spanne wird eine DAX-Aktie wie adidas nicht bleiben. Die Frage ist, in welche Richtung es gehen wird. Ist die Tatsache, dass der nachhaltige Befreiungsschlag bislang misslang, ein schlechtes Omen?

Expertenmeinung:

Eher nicht. Denn dass es adidas aus dieser Range 252/307 Euro geschafft hatte, basierte auf „geliehenen“ Impulsen, die nur bedingt mit dem Wohl und Wehe des Unternehmens selbst zu tun haben. Es war Ende Juni die Kombination aus starken Quartalszahlen des Konkurrenten Nike und der Ankündigung eines Aktienrückkauf-Programms bei adidas, welche die Bullen in Marsch setzte. Aber ein Rückkaufprogramm im Volumen von 550 Millionen Euro ist keine Basis für einen nachhaltigen Trendimpuls. Und mit den geliehenen Flügeln starker Zahlen der Konkurrenz fliegt es sich nicht weit. Was auf den Tisch muss, ist ein Argument, das den Tradern deutlich macht, dass ein nachhaltiger Anstieg auch fundamental unterfüttert ist. Die Chance dafür kommt übermorgen, da stehen die Quartalsergebnisse von adidas an.

Wenn diese Ergebnisse „sitzen“, wenn der Ausblick die Marktteilnehmer überzeugt, idealerweise positiv überrascht, wäre eine taugliche Basis vorhanden, um auch dieses alte Rekord-Verlaufshoch vom Januar 2020 signifikant zu bezwingen. Aber natürlich kann das auch andersherum laufen: Sollten die Investoren von diesem Zahlenwerk nicht beeindruckt sein, dürften viele angesichts des vorherigen Hin und Her auf Rekordniveaus und der auf Wochenbasis überkauften Markttechnik mit Verkäufen schnell bei der Hand sein.

Im Schnitt erwarten die Analysten einen Umsatz um 4,9 Milliarden Euro und einen Gewinn pro Aktie bei etwa 1,55 Euro. Aber es wird darüber hinaus auf die Gewinnmarge ankommen, die Entwicklung in den einzelnen Regionen und vor allem auf den Ausblick, den adidas in Bezug auf das Gesamtjahr geben wird. Sollte die Aktie daraufhin kippen und dabei klar unter 307 Euro schließen, sollte man vorsichtig werden. Geht die Reaktion aufwärts, müsste es gelingen, das Verlaufshoch bei 324,10 Euro zu überwinden, damit der Daumen hier nach oben geht.

Adidas ist einer der weltweit führenden Sportartikelhersteller mit der gleichnamigen Kernmarke sowie Reebook. Mit über 60.000 Mitarbeitern produziert das Unternehmen in über 160 Ländern mehr als 850 Mio. Produkte pro Jahr.

Es gibt nur sehr wenige Marken auf dem Niveau von adidas. Die Artikel des Unternehmens sind regelrecht omnipräsent.
Schauen Sie sich in Ihrem Alltag, beim Einkaufen oder dem Spielplatz nur um.

Adidas wird von allen Altersgruppen getragen. Das gibt es nicht sehr oft und es ist einer der Gründe, warum der deutsche Sportartikelhersteller ein langfristiger Outperformer ist.

Eine Scheibe abschneiden

Könnte auch nur ein Teil der Dax-Aktien ähnliche Zahlen vorweisen, wie die Herzogenauracher, würde der Index im internationalen Vergleich deutlich besser dastehen.

In den letzten neun Jahren vor Corona hat Adidas den Umsatz von 13,34 auf 23,64 Mrd. Euro gesteigert.
Gleichzeitig hat sich die Profitabilität durch gesunkene Produktionspreise und den Direktvertrieb maßgeblich erhöht.

Durch Buybacks zusätzlich befeuert, legte das Ergebnis zwischenzeitlich von 2,93 auf 10,00 Euro je Aktie zu.

Leisten kann man es sich. Das Geschäftsmodell von Adidas ist nicht kapitalintensiv, daher hat man keine Nettoschulden und erhebliche Barmittel. Abzüglich der langfristigen Verpflichtungen hat man rund 2,0 Mrd. Euro auf der hohen Kante.

Aus all diesen Gründen hatte ich mich in der Vergangenheit auch mehrfach positiv zum Unternehmen geäußert.
Auch mitten im Crash, im März 2020:
Adidas: Würde ich jetzt zugreifen?

Damals war die Lage aus meiner Sicht recht eindeutig. Die These war, dass die Pandemie das Geschäft von Adidas nicht dauerhaft schädigen wird.

Gleichzeitig war die Bewertung mit einem KGV von 16,7 niedrig – sowohl im Verhältnis zu der Qualität des Unternehmens als auch im historischen Vergleich.
In den fünf Jahren zuvor lag das KGV immerhin bei durchschnittlich 28,9.

Komplette gedreht

Seitdem hat sich der Kurs nahezu verdoppelt und das Allzeithoch erreicht, das Geschäft ist allerdings noch weit davon entfernt wieder das Vorkrisen-Niveau zu erreichen.

Das Chance-Risiko-Verhältnis hat sich dadurch dramatisch zum schlechten verändert.
Daran ändert der angestrebte Verkauf von Reebok auch nicht viel. Die Tochter könnte Berichten zufolge wohl „nur“ eine Milliarde Euro einbringen.
Ein Drittel von dem, was man 2006 gezahlt hat und im Verhältnis zum Börsenwert von Adidas (61,5 Mrd. Euro) auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Das geht besser

Lassen wir das Corona-Jahr 2020 außen vor. Über die Qualität und Vorzüge des Unternehmens sagen die damaligen Zahlen wenig aus.
Die Erholung in den letzten Monaten fällt dennoch eher enttäuschend aus.

Auch im ersten Quartal 2021 lag der Umsatz mit 5,27 Mrd. noch weit unter dem Niveau von 2019 mit 5,88 Mrd. Euro.

Beim Ergebnis sieht es auch nicht besser aus. Der Gewinn ist auf Zweijahressicht um 18% von 3,17 auf 2,60 Euro je Aktie gesunken.

Um es auf den Punkt zu bringen: Ich hätte mehr erwartet. Jetzt steht Adidas unter Zugzwang und muss in den kommenden Quartalen dringend abliefern.
Sonst lässt sich ein Kurs am Allzeithoch kaum rechtfertigen.

Abschließend vielleicht noch ein Blick auf die unmittelbare Konkurrenz. Bei Nike verläuft die Erholung deutlich dynamischer. Vor wenigen Tagen hat man bis Ende kommenden Jahres einen massiven Umsatzsprung in Aussicht gestellt.

Chart vom 06.07.2021 Kurs: 314,15 Kürzel: ADS - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 06.07.2021 Kurs: 314,15 Kürzel: ADS – Wochenkerzen

Für Investoren ist die aktuelle Situation bei adidas also eher schwierig. Die Aktie sollte vor einem Einstieg besser eine größere Korrektur vollziehen.

Bullische Trader sollten einen Ausbruch über 317 Euro abwarten. Solange das nicht gelingt, droht jederzeit ein Rückfall in Richtung 300.
Darunter wäre der Weg in Richtung 288 und den Aufwärtstrend frei.

Trader, die auf Trends mit starkem Momentum setzen, werden adidas wohl erst nachschlagen müssen, denn für sie ist die Aktie des Sportartikelherstellers seit letztem Spätsommer uninteressant gewesen. Das kann sich jetzt ändern – mit geliehener Stärke von NIKE.

Die adidas-Aktie wurde am Freitag tatsächlich nur deswegen zum Tagessieger im DAX, weil der Hauptkonkurrent NIKE am Vorabend nach US-Handelsende deutlich über den Analysten-Prognosen liegende Gewinne für sein jüngstes Geschäftsquartal meldete und man daraus folgerte: Wenn es bei NIKE stark läuft, muss das bei adidas ebenso sein.

Was es aber durchaus nicht muss, denn ebenso wäre es möglich, dass NIKE zu Lasten von adidas Marktanteile gewonnen hat. Aber nach einer derart langen Seitwärtsbewegung nutzten die Trader auch eine solche „Krücke“ bereitwillig, um endlich den Befreiungsschlag nach oben zu erreichen. Dass der deutsche GfK-Konsumklimaindex, der am Freitagmorgen auf den Tisch kam, deutlich zulegte und sich dadurch langsam wieder dem Normalniveau nähert, tat ein Übriges, um die Bullen mutig zu machen. Aber so stark das Freitags-Plus auch war: Dieser Ausbruch gelang bislang nur zur Hälfte

Expertenmeinung: Die adidas-Aktie ist zwar seit November 2020 ein ums andere Mal in der Region 300 bis 307 Euro wieder nach unten abgewiesen worden und hat diese Hürde am Freitag endlich überboten. Aber das ist eben nur die erste von zwei Hürden, welche den Kurs von einem echten Befreiungsschlag auf neue Rekordhochs trennen. Denn das eigentliche Verlaufshoch wurde im Januar 2020 bei 317,45 Euro markiert. Und ob die Bullen auch diesen letzten Widerstand herausnehmen werden, muss man erst einmal abwarten.

Adidas-Aktie: Chart vom 25.06.2021, Kurs 311,35 Euro, Kürzel ADS | Online Broker LYNX

Immerhin sind Meldungen über starke Ergebnisse von Branchen-Kollegen zwar grundsätzlich ermutigend, aber doch eine „geliehene Stärke“, die nicht zwingend eine nachhaltig positivere Beurteilung der Aktie nach sich ziehen muss. Daher ist offen, ob diejenigen, die ihre Verkaufsorders für die adidas-Aktie in den Bereich über der vorgelagerten Widerstandszone 300/307 Euro bis hinauf knapp über das Verlaufshoch bei 317,45 Euro gelegt haben, diese jetzt streichen, womöglich sogar zukaufen. Wenn es so kommt, ist dieser „ewige Deckel“ auf dem Kurs in der Tat endlich weg. Aber …

… sollte adidas wieder in diese alte, breite Seitwärtsspanne zurückfallen, indem in den kommenden Tagen Gewinnmitnahmen statt Anschlusskäufe auftauchen, wäre es in jedem Fall zu überlegen, bestehende Long-Positionen zumindest zu reduzieren. Denn wie adidas im Frühjahrsquartal abgeschnitten hat, ob die euphorische Reaktion auf NIKE also berechtigt war oder nicht, das würden wir, vorbehaltlich unplanmäßiger Vorab-Zahlen des Unternehmens, erst Anfang August erfahren. Was hieße: Schafft adidas jetzt den Ausbruch nicht, kann sich das Seitwärts-Geschiebe noch bis dahin weiter hinziehen.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Bereits Mitte Juni hatten wir uns die Aktie des deutschen Sportartikelherstellers genauer angesehen. Wie zu diesem Zeitpunkt, befindet sich die adidas Aktie noch immer in einer Korrektur und mittlerweile ist das Wertpapier auf einem überaus interessanten Niveau angelangt. Dies ist das Pivot-Hoch von Anfang April, welches bereits zu Wochenbeginn zu einer wichtigen Unterstützung im Chart wurde. Des Weiteren befindet sich knapp darüber auch der 50-Tage-Durchschnitt, welcher unterstützend in den Kursverlauf eingreifen konnte. Eines ist völlig klar. Wollen die Bullen die Aktie weiter nach oben treiben, muss dieser Bereich unbedingt gehalten werden. Der Trend bleibt in einer neutralen Kaufphase.  

Expertenmeinung: Eine bessere Chance werden die Bullen in den kommenden Wochen wohl kaum mehr bekommen. Nun ist es an der Zeit, das Zepter in die Hand zu nehmen und für einen ordentlichen Breakout nach oben zu sorgen. Ein klares Kaufsignal würden wir oberhalb des Niveaus von 295 EUR sehen. Wichtig wäre, dass die Kurse auch möglichst über dieser Marke schließen würden, um das Kaufsignal zu unterstützen. Danach könnte die mehrmonatige Trading-Range endlich gebrochen werden und adidas hätte eine gute Chance auf eine nachhaltige Rallye. Jetzt gilt es nur noch abzuwarten, ob der Breakout nach oben tatsächlich gelingen wird.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 22.06.2021 Kurs: 290.70 Kürzel: ADS | Online Broker LYNX