Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.
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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der Start ins neue Börsenjahr verlief für einige Schwergewichte alles andere als ideal. Titel wie Apple oder Microsoft gerieten in den ersten Handelstagen spürbar unter Druck. Die Alphabet-Aktie hingegen zeigte sich bislang deutlich robuster.
Das Papier konnte die Ende Dezember zurückeroberte 20-Tage-Linie verteidigen und wird aktuell sehr konsequent von diesem gleitenden Durchschnitt nach oben begleitet. Der Abstand zum bisherigen Allzeithoch ist inzwischen überschaubar, und die Serie höherer Hochs sowie höherer Tiefs ist weiterhin intakt. Damit scheinen derzeit die Käufer die Oberhand zu haben. Solange das letzte markante Tief von Mitte Dezember nicht unterschritten wird, bleibt das übergeordnete Bild weiterhin eher bullisch.
Expertenmeinung: Technisch präsentiert sich Alphabet in einer sehr stabilen Struktur. Die 20-Tage-Linie fungiert als kurzfristiger Leitfaden und dient als dynamische Unterstützung. Ein Ausbruch über das bisherige Allzeithoch könnte als positives technisches Signal gewertet werden und die Aufwärtsdynamik stützen. Kurzfristige Rücksetzer sind zwar jederzeit möglich, würden das positive Gesamtbild jedoch erst dann stärker infrage stellen, wenn das Dezember-Tief unterschritten wird. Bis dahin bleibt der Trend insgesamt weiter aufwärtsgerichtet.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 08.01.2026 um 7:54 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
Vorherige Analysen der Alphabet Aktie
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 03.12.2025 um 16:17 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Die Vorherrschaft von Nvidia scheint gebrochen und OpenAI zündet „Code-Red“. Wohl nie zuvor war der Wettkampf um technologischen Vorsprung so intensiv wie im KI-Zeitalter.
Wahrscheinlichkeit nahe null
Im KI-Bereich ist derzeit so viel in Bewegung, dass es kaum mehr möglich ist, auf dem Laufenden zu bleiben. Die Entwicklungen überschlagen sich.
Beginnen wir mit dem CEO von IBM, einer der prominentesten Persönlichkeiten der Branche. Arvind Krishna schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass die derzeit zur Verfügung stehenden Technologien zu einer echten künstlichen Intelligenz (AGI) führen, als extrem gering ein, nämlich auf nur null bis ein Prozent.
Darüber hinaus widerspricht er der These, dass es eine KI-Blase gibt, warnt jedoch davor, dass ein Teil des Kapitals zur Finanzierung des KI-Wachstums gefährdet sein könnte. Er zieht dabei Parallelen zur Konsolidierung im Glasfaserbereich, wo letztlich nur wenige Akteure signifikante Gewinne erzielen konnten.
Ich stimme Krishna in diesem Punkt zu. Es ist aus meiner Sicht äußerst wahrscheinlich, dass die meisten KI-Start-ups in Flammen aufgehen werden und sich am Ende wenige Akteure den größten Teil des Kuchens schnappen – mir wäre keine neue Technologie bekannt, bei der das nicht der Fall war.
Google vs. OpenAI
Beim Rennen um die beste KI scheinen derzeit Google und OpenAI die Nase vorn zu haben.
Die jüngsten Maßnahmen bei OpenAI sind ein deutliches Zeichen für den extrem zugespitzten Wettbewerb im KI-Sektor. CEO Sam Altman rief intern einen „Code Red“ aus und kündigte an, zusätzliche Ressourcen massiv in die Weiterentwicklung von ChatGPT zu leiten.
Dieser Schritt ist eine direkte Reaktion auf die wachsenden Wettbewerbsrisiken, die vor allem von Gemini 3 ausgehen. Die neueste Version der Google-KI gilt als signifikanter Leistungssprung und scheint bei OpenAI eine regelrechte Panik ausgelöst zu haben.
Einem internen Memo zufolge, über das The Information berichtete, sollen mehrere Initiativen verschoben oder eingestellt worden sein. Darunter auch der bislang geplante Einstieg in werbefinanzierte Produkte, der bisher öffentlich nicht bestätigt war.
Altman hat Presseberichten zufolge eine vollständige Konzentration auf die Kerntechnologie eingeleitet.
Die Maßnahmen bei OpenAI zeigen, dass der Kampf um die technologische Spitze in die nächste Runde geht. Für OpenAI könnten die Fortschritte von Google existenzbedrohend sein.
OpenAI schreibt tiefrote Zahlen und benötigt daher unbedingt Fremdkapital. Wird das Unternehmen technologisch überholt oder gar abgehängt, wird die Kapitalbeschaffung jedoch schwierig. Schließt sich der Geldhahn, gehen schlichtweg die Lichter aus.
Die technologische Führerschaft ist für OpenAI existenziell, um die hohe Bewertung des Unternehmens zu rechtfertigen und die notwendigen Mittel für die Entwicklung von ChatGPT zu sichern.
Google und Amazon brechen das Nvidia-Monopol
Doch es findet nicht nur ein Wettlauf um die beste KI statt, sondern auch ein Kampf um die Hardware.
Die Infrastruktur ist das Schlachtfeld, auf dem die nächste Phase des KI-Wettlaufs ausgetragen wird, und hier vollzieht sich aktuell ein Paradigmenwechsel, der Nvidias jahrzehntelange Dominanz infrage stellt.
Mit der Einführung von Gemini 3 hat Google einen Meilenstein gesetzt: Das Modell läuft nun vollständig auf den hauseigenen Tensor Processing Units (TPUs). Aus Nutzersicht wird Gemini 3 bereits als ebenbürtig oder sogar überlegen gegenüber dem aktuellen Marktführer ChatGPT wahrgenommen und bietet zudem eine höhere Geschwindigkeit.
Mit der vollständigen Verlagerung auf die eigene TPU-Infrastruktur durch Google wurde das Monopol von Nvidia gebrochen.
Darüber hinaus unterscheiden sich Google und Nvidia auch in ihrer Herangehensweise beim Thema KI. Google nimmt bewusst einen leichten Effizienzverlust in Kauf, um die Systemstabilität und Zuverlässigkeit der Architektur zu maximieren. Dies ist besonders vorteilhaft für die Verarbeitung langer Kontexte und für agentische Modelle, die auf eine fehlerfreie, langwierige Operation angewiesen sind.
Besonders spannend daran ist aus meiner Sicht, dass Google inzwischen als der KI-Gewinner schlechthin betrachtet wird. Ich hatte in früheren Analysen bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass Google aus meiner Sicht ein KI-Gewinner ist – doch der Markt schien das damals noch vollkommen anders zu sehen.
Die Hybrid-Strategie von AWS
Amazon ist inzwischen der dritte eigenständige Akteur im Kampf um die Hardware. Denn das Unternehmen hat ebenfalls eine komplett eigenständige Infrastruktur entwickelt – jedoch mit einem Kniff.
Amazons Strategie im Hardware-Bereich ist besonders bemerkenswert, da sie auf Interoperabilität setzt. Derzeit arbeitet Amazon Web Services (AWS) bereits an den Trainium4-Chips, die in Zukunft wohl einen integralen Bestandteil der AWS-KI-Infrastruktur bilden werden und Nvidias NVLink Fusion Racks nutzen.
Die Integration von NVLink Fusion in die Trainium-Architektur ist ein pragmatisches Zugeständnis an das etablierte CUDA-Ökosystem von Nvidia und ermöglicht hybride Systemarchitekturen, in denen die Amazon-Hardware nahtlos mit Nvidia-GPUs kommunizieren kann.
AI Factories
AWS hat außerdem das neue Konzept der „AI Factories“ vorgestellt. Bei diesem Ansatz wird AWS KI-Infrastruktur, die sowohl Nvidia- als auch Trainium-Komponenten umfasst, direkt vor Ort in den Rechenzentren der Kunden bereitgestellt.
Diese AI Factories werden den Kunden sicheren Zugriff mit niedriger Latenz auf die notwendigen Rechenressourcen, Datenspeicherung und KI-Dienste ermöglichen. Laut AWS könnten diese AI Factories besonders für Organisationen in stark regulierten Branchen und im öffentlichen Sektor von großem Nutzen sein, da sie eine hohe Kontrolle und Sicherheit gewährleisten.
Dieses Konzept könnte auch eins der größten Probleme von AWS lösen: ausreichend Kapazität bereitzustellen.
Die Rolle von Nvidia im wandelnden Markt
Nvidia behält zwar weiterhin eine dominante Stellung und ist aktuell aggressiv darauf ausgerichtet, die Performance pro Watt ihrer GPUs zu optimieren, nimmt hierfür jedoch eine höhere technische Komplexität in Kauf.
Im Gegensatz zu Google setzt Nvidia auf eine vergleichsweise geringere HBM-Nutzung pro Chip, um eine hohe Rohleistung zu erzielen, was die Entwicklung kleinerer, schnellerer Netzwerke für die Modellparallelisierung begünstigt.
Der Ansatz von Google ist hingegen durch eine massive Nutzung von High-Bandwidth Memory (HBM) geprägt, um den Speicherbedarf für große Modelle zu decken.
Perspektivisch dürfte ein immer größerer Anteil des aktuellen GPU-Marktes durch spezialisierte xPU-Lösungen von Google und Amazon ersetzt werden.
Schätzungen zufolge dürfte der Marktanteil von Nvidia und AMD von derzeit 90 % bis 2028 auf etwa 80 % sinken. Angesichts des rapiden Gesamtwachstums des KI-Marktes stellt dieser relative Rückgang jedoch kein Problem für Nvidias Geschäft dar.
Langfristig jedoch erschließen sich Google und Amazon mit der Entwicklung eigener Chips gigantische Märkte und reduzieren ihre Abhängigkeit von externen Lieferanten.
Ein weiterer wichtiger Trend, der durch die Notwendigkeit massiver KI-Modelle entsteht, ist der steigende Bedarf an Arbeitsspeicher, was wiederum ein großes Wachstumspotenzial für Speicherhersteller wie Micron und SK Hynix bedeutet.
Über den Autor
Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.
Analysemethode
Die Aktienanalysen von TobiasKrieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.
Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Long / Buy
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der IT-Konzern bleibt auf der Überholspur und konnte auch dieses Mal die hohen Erwartungen der Analysten übertreffen. Am Mittwoch nach Börsenschluss präsentierte Alphabet seine Quartalsergebnisse – und diese fielen stark aus. Mit einem Gewinnanstieg von über +35 % gegenüber dem Vorjahr sowie einem Umsatzwachstum von +15,9 % lieferte das Unternehmen überzeugende Zahlen ab und übertraf die Konsensschätzungen klar.
Anleger reagierten positiv, und die Alphabet-Aktie setzte ihren Aufwärtstrend mit neuen Allzeithochs fort. Dennoch zeigt sich eine leichte Ermüdung: Der Schlusskurs lag deutlich unter dem Tageshoch, was darauf hindeutet, dass erste Investoren Gewinne realisiert haben. Zudem hat sich die Aktie inzwischen spürbar von der 50-Tage-Linie entfernt – ein mögliches Signal für eine überkaufte Marktsituation.
Expertenmeinung: Alphabet überzeugt nicht nur charttechnisch, sondern auch fundamental. Das anhaltend starke Wachstum im Werbegeschäft, die zunehmende Profitabilität der Cloud-Sparte und der Fokus auf KI-gestützte Anwendungen stützen die positive Perspektive. Der jüngste Kursanstieg spiegelt das Vertrauen der Anleger in die langfristige Innovationskraft des Unternehmens wider. Dennoch sollten Investoren nach der jüngsten Rallye achtsam bleiben. Ein Rücksetzer in Richtung des 20-Tage-Durchschnitts wäre aktuell nicht überraschend.
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
Analysemethode
Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Alphabet legt den nächsten Gewinnsprung hin und hat die Erwartungen übertroffen. Doch was sich unter der Oberfläche abspielt, ist noch weit spannender.
Die Cash-Maschinen laufen heiß
Alphabet muss man nicht großartig vorstellen, das Unternehmen kennt jeder. Daher kommen wir direkt zum Punkt, den Quartalszahlen.
Der Gewinn lag mit 2,31 USD je Aktie weit über den Erwartungen von 2,15 USD. Mit einem Umsatz von 81,7 Mrd. USD hat man die Analystenschätzungen von 79,6 Mrd. USD ebenfalls übertroffen. Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 14 % und einem Gewinnsprung von 22 %.
Das Wachstum erstreckt sich über alle Geschäftsbereiche, abgesehen von Google Network – also alles wie gewohnt.
Der Umsatz im Suchmaschinen-Geschäft konnte von 48,5 auf 54,2 Mrd. USD gesteigert werden. Der Umsatz auf YouTube ist von 8,66 auf 9,80 Mrd. USD gestiegen. Google subscriptions, platforms, and devices verzeichnete einen Anstieg von 9,31 auf 11,20 Mrd. USD und das Cloudgeschäft legte von 10,35 auf 13,62 Mrd. USD zu.
Bemerkenswert ist die Entwicklung des Cloudgeschäfts, denn in diesem Segment wurde die kritische Größe überschritten und die Grenzkosten für zusätzliche Kunden sind verschwindend gering. Das operative Ergebnis ist auf Jahressicht von 1,17 auf 2,83 Mrd. USD gestiegen. Das zeigt, wohin die Reise geht. Die operative Marge in diesem Segment könnte perspektivisch in Richtung 50 % steigen.
Konsensschätzungen? Völlig daneben
In der letzten Analyse hatte ich Folgendes geschrieben: Daher ergeben die derzeitigen Konsensschätzungen aus meiner Sicht wenig Sinn. Derzeit wird erwartet, dass Alphabet den Gewinn in diesem Jahr um 9 % auf 8,80 USD je Aktie steigern wird. Daher bleibe ich bei derselben Einschätzung wie in den vorherigen Analysen: Alphabet wird voraussichtlich um 9-12 % wachsen und den Gewinn überproportional steigern.
Seitdem ist der Kurs von 159,28 auf 193,20 USD gestiegen. Alphabet ist auf dem besten Weg zu einem neuen Allzeithoch.
Darüber hinaus wurden die Konsensschätzungen massiv erhöht. Inzwischen wird erwartet, dass das Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr um 24 % auf 9,96 USD je Aktie klettern wird. Das zeigt, wie wenig verlässlich die Konsensschätzungen sind. Die großen Gewinne an der Börse erzielt man dadurch, dass man eine abweichende Meinung hat und richtig liegt.
Mit dem Anstieg über 190 USD wurde ein Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 200 und 207 USD ausgelöst.
Da die Kursgewinne im gestrigen Handel aber wieder gebröckelt sind, wäre es auch denkbar, dass die Aktie wieder unter 190 USD zurückfällt. In diesem Szenario muss mit erneuten Kursverlusten in Richtung 180 und 167 USD gerechnet werden.
An dieser Stelle könnte dieser Artikel zu Ende sein, denn Alphabet kennt ohnehin jeder. Oder?
In Wirklichkeit steckt in Alphabet sehr viel mehr, als den meisten Menschen und selbst Investoren bewusst ist. Google, YouTube und die Cloud überstrahlen alles, doch dabei wird vieles übersehen.
Ein halbes Dutzend Milliardenmärkte
Ein besonders vielversprechendes Unterfangen ist Isomorphic Labs, eine Tochtergesellschaft, die mit AlphaFold 3 die Vorhersage von Proteinstrukturen revolutioniert. Diese Technologie könnte die Pharmaindustrie nachhaltig verändern, indem sie die Entwicklung neuer Medikamente beschleunigt und kostengünstiger macht.
Kooperationen mit Branchengrößen wie Eli Lilly und Novartis sowie mögliche Einnahmen aus Lizenzvereinbarungen eröffnen finanzielle Perspektiven in einem Markt, der Billionen von US-Dollar umfasst.
Android: Ungenutztes Potenzial
Das Betriebssystem Android wird mittlerweile auf über drei Milliarden Geräten weltweit verwendet. Google könnte durch die Einführung eines Lizenzmodells neue, margenstarke Einnahmequellen erschließen. Ein Blick auf Microsoft zeigt, dass Lizenzgebühren – etwa 25 US-Dollar pro Gerät für Windows – erhebliche Summen generieren können.
Eine ähnliche Strategie für Android könnte den Umsatz spürbar steigern. Zudem könnte eine Ausgliederung dieses Bereichs den gesamten Unternehmenswert deutlich erhöhen.
Waymo: Vorreiter im autonomen Fahren
Im Bereich des autonomen Fahrens hat sich Waymo als Marktführer etabliert, gestützt auf reale Daten und eine hochentwickelte Technologiebasis.
Die Möglichkeiten für Geschäftsmodelle – sei es im Ride-Hailing, im autonomen Transport oder durch Lizenzvergaben – sind enorm. Langfristig könnte dieser Bereich das Potenzial haben, Alphabet in seiner aktuellen Größe zu übertreffen, was die außergewöhnlichen Wachstumsaussichten verdeutlicht.
DeepMind und KI: Innovationen mit Milliardenpotenzial
DeepMind zählt zu den Spitzenreitern in der KI-Forschung, und Alphabet ergänzt diese Expertise mit leistungsstarken, hauseigenen KI-Beschleunigern. Diese spezialisierte Hardware optimiert die Verarbeitung von KI-Algorithmen und stärkt die Wettbewerbsposition.
Angesichts der explosionsartigen Nachfrage nach KI-Lösungen in nahezu allen Industrien sind hier Milliardenumsätze absehbar.
Quantencomputing: Der nächste große Sprung
Im Bereich Quantencomputing hat Alphabet mit dem “Willow”-Prozessor einen Durchbruch erzielt. Erstmals erscheint die praktische Anwendung von Quantencomputern greifbar, was immense Möglichkeiten in Feldern wie Kryptographie, Materialwissenschaften und nahezu jedem anderen Bereich eröffnet.
Mögliches Potenzial? Kaum abschätzbar.
Weitere Chancen: Maps, Workspace und Education
Zusätzliche Monetarisierungsmöglichkeiten ergeben sich in Bereichen wie Google Maps, Google Workspace und dem Bildungssektor.
Besonders bemerkenswert ist die starke Präsenz von Alphabet im US-Bildungsmarkt, wo Chromebooks bei Grund- und weiterführenden Schulen einen Marktanteil von etwa 60 % erreicht haben. Diese Dominanz unterstreicht das Vertrauen in Alphabets Lösungen und bietet eine solide Basis für weiteres Wachstum.
Den meisten Anlegern dürften viele dieser Themen unbekannt sein. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Alphabet in einer Vielzahl von zukunftsweisenden Märkten, die jeweils gigantisches Potenzial haben, exzellent aufgestellt ist.
Über den Autor
Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.
Analysemethode
Die Aktienanalysen von TobiasKrieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Alphabet wurde brutal abgestraft, doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Der Gewinn schießt regelrecht in die Höhe.
800 Milliarden Dollar
Wie viele andere Aktien auch, wurde Alphabet in den letzten Wochen in den Boden gehämmert. Es ist zwar richtig, dass Alphabet unter einer Konjunkturflaute oder Rezession in den USA leiden würde, jedoch nur in einem vergleichsweise geringen Umfang. Von Zöllen wäre man als digitales Unternehmen ohnehin nicht betroffen.
Der Kurs ist dennoch von 206 auf 140 USD eingebrochen, wodurch der Börsenwert um sagenhafte 800 Milliarden Dollar gesunken ist. Das entspricht nahezu dem Börsenwert aller DAX-Unternehmen.
Die jüngsten Quartalszahlen haben jedoch eindrucksvoll bewiesen, wie es um Alphabet wirklich steht.
Der Gewinn lag in Q1 mit 2,81 USD je Aktie meilenweit über den Erwartungen von 2,02 USD. Mit einem Umsatz von 76,5 Mrd. USD hat man die Analystenschätzungen von 75,5 Mrd. USD ebenfalls übertroffen. Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 12 % und einem Gewinnsprung um 49 %.
Der Umsatz im Suchmaschinengeschäft kletterte von 46,2 auf 50,7 Mrd. USD und YouTube verbesserte sich von 8,09 auf 8,93 Mrd. USD. Google Network war in gewohnter Manier von 7,41 auf 7,26 Mrd. USD leicht rückläufig. Google Subscriptions, Platforms, and Devices steigerte den Umsatz von 8,74 auf 10,38 Mrd. USD. Das Cloudgeschäft verzeichnete einen Umsatzsprung um 28 % von 9,57 auf 12,26 Mrd. USD.
Die Profitabilität steigt und steigt
Das operative Ergebnis konnte um 20 % auf 30,61 Mrd. USD gesteigert werden. Hinzu kamen Investmentgewinne in Höhe von 11,2 Mrd. USD, was in Summe zu dem gemeldeten Gewinnsprung von 49 % geführt hat. Dabei handelt es sich um einen erfreulichen Einmaleffekt, aber wirklich relevant ist vor allem das operative Ergebnis.
Damit bestätigt sich meine These aus den vorangegangenen Artikeln. Die Konsensschätzungen sind viel zu niedrig und der Markt scheint noch immer nicht zu verstehen, was bei Alphabet wirklich vor sich geht.
Zitat: „Darüber hinaus ist Alphabet im Begriff, von massiven Effizienzsteigerungen durch KI zu profitieren. Der Umsatz ist im letzten Geschäftsjahr von 307,4 auf 350,0 Mrd. USD gestiegen, die Zahl der Mitarbeiter ist mit 183.000 aber nahezu unverändert. Dadurch hat die Profitabilität erheblich zugenommen, die operative Marge ist von 27 % auf 32 % gestiegen und dementsprechend ist auch der Gewinn von 5,80 auf 8,04 USD je Aktie sprunghaft angestiegen.“
Ausblick und Bewertung
Im ersten Quartal hat sich dieser Trend fortgesetzt, die operative Marge liegt inzwischen bei 34 %. Daher ergeben die derzeitigen Konsensschätzungen aus meiner Sicht wenig Sinn.
Derzeit wird erwartet, dass Alphabet den Gewinn in diesem Jahr um 9 % auf 8,80 USD je Aktie steigern wird. Daher bleibe ich bei derselben Einschätzung wie in den vorherigen Analysen: Alphabet wird voraussichtlich um 9-12 % wachsen und den Gewinn überproportional steigern.
Das erste Quartal, in dem ein Wachstum von 12 % und ein operativer Gewinnsprung um 20 % erzielt wurden, sprechen für diese These.
Nehmen wir an, dass das Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr um 15 % steigen wird, dann kommt Alphabet auf eine forward P/E von 17,2. Das ist in Anbetracht aller vorliegenden Informationen wenig. In den letzten 5 Jahren lag die P/E durchschnittlich bei 25.
Gelingt im regulären Handel ein Anstieg über 160 USD, kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 168 und 178 – 180 USD. Darüber wäre der Weg in Richtung 190 und 200 USD frei.
Über den Autor
Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.
Analysemethode
Die Aktienanalysen von TobiasKrieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.