Verkaufssignal bei Aixtron. Schlagen die Bären jetzt richtig zu?

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AIXTRON
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Zur AIXTRON Aktie

Aixtron hat eine massive Rallye hinter sich. Die Aktie hat sich binnen weniger Monate nahezu verdreifacht. Langsam scheint den Bullen allerdings die Luft auszugehen.

Chart vom 28.09.2021 Kurs: 22,02 Kürzel: AIXA - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 28.09.2021 Kurs: 22,02 Kürzel: AIXA – Tageskerzen

Seit einigen Tage ist der Abgabedruck bei Aixtron enorm. Fällt die Aktie jetzt unter 22,0, Euro, kommt es zu einem prozyklischen Verkaufssignal mit möglichen Kurszielen bei 21,00 und 20,00 Euro.

Fällt Aixtron unter 19,80 und somit auch unter den Aufwärtstrend, trübt sich das Chartbild nachhaltig ein. In diesem Szenario muss mit Abverkauf gerechnet werden. Mögliche Anlaufstellen liegen bei 18,00 sowie 17,00 und 15,00 Euro.

Wie wahrscheinlich ist ein Abverkauf?

Zuvor könnte es noch zu einer kurzen Erholung in Richtung 23,00 oder 24,00 Euro kommen.
Die Wahrscheinlichkeit ist aber recht hoch, dass es dann wieder abwärts geht und die Unterstützung bei 22,00 Euro dann unterschritten wird.

Den Bullen hilft hingegen nur ein Anstieg über 24,00 Euro. Dann würde sich die Lage wieder spürbar entspannen.

Aixtron ist es klar, Ihnen auch?

Das Unternehmen ist leider ein Branchenverlierer und darüber scheint man sich auch selbst im Klaren zu sein.

Noch vor wenigen Jahren galt Aixtron als Übernahmekandidat. Aber nicht, weil es sich um so ein hervorragendes Unternehmen handelt, sondern weil man sicher war, dass der Anlagebauer alleine nicht überleben würde.

Daher stellte man sich 2016 sogar selbst zum Verkauf und stimmte einem Übernahmepreis von 6,00 Euro zu.
Am Ende scheiterte die Übernahme allerdings.

Wie wahrscheinlich ist es, dass Aixtron heute das vielfache davon Wert ist?
Der Umsatz ist zwischenzeitlich zwar ordentlich gestiegen, doch das Ergebnis stagniert schon wieder seit dreieinhalb Geschäftsjahren.

Ein klarer Aufwärtstrend sieht anders aus.

Jetzt oder nie

Aus fundamentaler Sicht ist die Lage also eher durchwachsen.
Umsatz und Gewinn sind heute niedriger als vor zehn Jahren, auch wenn es zuletzt zu einer Belebung gekommen ist.

Das große Wachstum findet bei der Konkurrenz statt. Eigentlich müsste Aixtron in Anbetracht des weltweiten Chip-Mangels in Aufträgen ersticken.
Tatsächlich läuft es auch gut. Auftragseingang und Auslastung sind hoch.

Allerdings könnte das Umfeld auch kaum besser sein. Es wäre gut möglich, dass diese zyklische Branche gerade ihr Hoch erreicht hat.

Für das kommende Jahr wird jedenfalls kein steigender Gewinn mehr erwartet. Darf man den Prognosen Glauben schenken, könnte das Ergebnis danach sogar wieder sinken.
Trotzdem liegt das KGVe aktuell bei über 30.

Um das zu rechtfertigen, muss Aixtron das gelingen, woran man in der Vergangenheit immer gescheitert ist:
Nachhaltig und dauerhaft steigende Umsätze und anhaltende Profitabilität.

Es wäre möglich, dass das gelingt.
Es muss aber auch gelingen, sonst wird die Aktie dasselbe Schicksal ereilen, wie bei den letzten fulminanten Rallyes, als die Hoffnungen nicht minder groß waren.

Chart vom 28.09.2021 Kurs: 22,02 Kürzel: AIXA - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 28.09.2021 Kurs: 22,02 Kürzel: AIXA – Wochenkerzen

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Noch vor wenigen Jahren galt Aixtron als Übernahmekandidat, weil man sicher war, dass der Anlagebauer alleine nicht überleben würde. Heute ist die Aktie ein Star – und die Super-Hausse wird von beeindruckenden Bilanzzahlen begleitet. Aber ohne Risiko ist sie dennoch nicht.

Wenn eine Aktie auf einmal im Fokus der breiteren Anlegerschaft auftaucht, dann meist deswegen, weil sie auf einmal untypisch stark steigt oder fällt. In ersterem Fall zieht eine solche Aktie immer mehr Marktteilnehmer an, die bei diesem Run dabei sein wollen. Brandgefährlich, wenn die Hausse vor allem auf einer Art „Mode-Effekt“ basiert und dadurch eine völlig überzogene Bewertung entsteht. Doch wenn ein solcher Kursanstieg von beeindruckenden, die Erwartungen der Experten übertreffenden Umsatz- und Gewinnzuwächsen begleitet wird, sehen die meisten eine solche Rallye als gut abgesichert an. Doch das ist nur bis zu einem gewissen Grad richtig.

Denn zwei Faktoren sollten zur Vorsicht mahnen, wenn man sie vorfindet. Zum einen ist ein höheres Risiko gegeben, wenn der Aktienkurs weit schneller steigt als die Gewinne bzw. die unternehmenseigenen Prognosen. Zum anderen wird es gefährlicher, wenn es sich um einen sehr konjunktursensiblen Titel handelt, denn dann muss man davon ausgehen, dass es sich nur um eine „Hausse auf Zeit“ handelt. Treffen diese Faktoren auf Aixtron zu?

Tageschart vom 30.08.2021, Kurs 26,06 Euro, Kürzel AIXA | Online Broker LYNX

Expertenmeinung: Der eine ja, der andere nicht. Positiv ist, dass Aixtron momentan eine derart gute Phase hat, dass die voraussichtlichen Gewinne für das laufende Jahr tatsächlich mit der Hausse des Aktienkurses mithalten können. Aixtron hatte bereits Anfang Juni die Prognosen angehoben. Mit der Ende Juli vorgelegten Bilanz zum zweiten Quartal wurde die Erwartung für den Auftragseingang zum zweiten Mal angehoben, der Ausblick hinsichtlich Umsatz und EBIT-Marge (prozentualer Gewinnanteil vom Umsatz vor Steuern und Zinsen) blieb der alte. Wenn jeweils das obere Ende der Prognosen erreicht würde, käme Aixtron auf einen Gewinn um die 90 Cent pro Aktie. Daraus würde sich ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von 29 ergeben, das würde grundsätzlich passen.

Aber wer heute einsteigt, will ja nicht, dass die Aktie ihren Level hält. Wer jetzt kauft, setzt darauf, dass der Kurs noch deutlich weiter zulegt. Und da stellt sich die Frage, ob solche Zuwächse beim Unternehmensgewinn auch 2022 und 2023 erreichbar sind. Antwort: Das kann man nicht abschätzen, Aixtron selbst nicht, die Analysten daher auch nicht. Denn Aixtron fertigt Produktionsanlagen für die Halbleiterindustrie. Damit ist man Zulieferer einer sehr konjunkturempfindlichen Branche. Die heute, bedingt durch die derzeitige Chip-Knappheit, produziert, was irgend geht. Aber was, wenn diese Knappheit vorbei ist?

Immerhin geht es um Investitionen der Chiphersteller. Wer heute massiv auf den Ausbau der Produktionskapazität setzt und bei Aixtron Anlagen bestellt, bestellt womöglich in ein, zwei Jahren nicht gleich die nächsten. Davon abgesehen, dass diese Hausse, die neben der aktuell grandiosen Entwicklung weiteres Wachstum vorwegnimmt, nicht einkalkuliert, dass das Wachstum womöglich nach diesem derzeitigen, corona-bedingten Sprung verssiegen könnte.

Die heutige Lage rechtfertigt also den aktuellen Kurslevel, aber was darüber hinaus ginge, wäre ein Vorgriff auf eine rosige Zukunft, die in der rosig werden könnte … aber eben nicht muss. Daher wäre es zwar möglich, dass die Aixtron-Aktie das langfristige charttechnische Ziel in Form des Hochs des Jahres 2011 bei 34,08 Euro ansteuert, aber darauf verlassen sollte man sich besser nicht. Mit jedem Euro, den Aixtron weiter zulegt, steigt das Risiko nach unten. Also wäre es zwar allemal opportun, hier am Ball zu bleiben. Neu einzusteigen, ohne dafür eine Korrektur abzuwarten, wäre aber eher riskant. Und es würde sich unbedingt anbieten, bestehende Long-trades konsequent mit einem Stoppkurs abzusichern, wofür sich momentan ein Level um 22 Euro, knapp unterhalb der im Mai etablierten Aufwärtstrendlinie, anbieten würde.

Monatschart vom 30.08.2021, Kurs 26,06 Euro, Kürzel AIXA | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Das deutsche Elektrotechnikgunternehmen sorgte im Juni für Furore und die Aixtron-Aktie schoss, wie von der Tarantel gestochen, deutlich nach oben. Nun stehen die Quartalsergebnisse an und Anleger blicken gespannt auf die neuesten Daten.

Grundsätzlich ist der Konzern für den 5G Boom im Mobilfunkbereich oder auch für die Verbreitung von Elektroautos gut aufgestellt. Die Auftragsbücher sind voll und das Unternehmen profitiert vom globalen Digitalisierungstrend. Bereits im Juni hatte das Unternehmen seine Prognosen angehoben und der Erfolgslauf dürfte wohl weitergehen. Aus technischer Sicht haben wir vorige Woche einen kalkulierten Pullback zurück zur Marke von 20 EUR gesehen. Über diese Trendlinie gelang im Juni der entscheidende Ausbruch nach oben. Der Widerstand wurde mittlerweile zu einer wichtigen Unterstützung im Chart und konnte zuletzt erfolgreich gehalten werden.

Chart vom 28.07.2021 Kurs: 21.09 Kürzel: AIXA | Online Broker LYNX

Expertenmeinung: Solange die Aixtron Aktie die Marke bei 20 EUR nicht nach unten durchbricht, ist mit einer Fortsetzung der längerfristigen Aufwärtsbewegung zu rechnen. In der Aktie steckt noch Potenzial und neue Hochs wären aus aktueller Sicht wohl keine allzu große Überraschung. Der nächste Widerstand befindet sich bei 23.56 EUR, was gleichzeitig auch das Pivot-Hoch von Juni markiert. Ein Breakout nach oben könnte die Kurse schnell in den Bereich von 25 bis 26 EUR bringen. Aktuell ein starker Chart, welchen wir mit bullischen Aussichten untermauern.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 28.07.2021 Kurs: 21.09 Kürzel: AIXA | Online Broker LYNX

Mit der deutlichen Anhebung der 2021er-Prognose sorgte Aixtron Anfang Juni für ein Kursfeuerwerk. Danach ging die Aktie in eine kurzfristige Seitwärtsbewegung über, aber gestern machte der Kurs Anstalten, diese nach oben zu verlassen. Geht diese Rallye weiter?

27 Prozent Kursgewinn in nur zwei Handelstagen, das war die Reaktion auf die Anhebung der Umsatz- und Margenprognose des für die Halbleiterindustrie produzierenden Anlagenbauers Aixtron. Und dass die Aktie daraufhin einen Riesensatz machte, war durchaus nachvollziehbar, denn wenn bei Umsatz und Marge jeweils das neue, obere Ende der erwarteten Spanne erreicht würde, hieße das, dass die bisherige Prognose um fast 50 Prozent übertroffen wird.

Selbst auf dem noch etwas über dem Level der ersten Reaktion liegenden Kurs der Aktie vom Wochenstart würde bei den jetzt avisierten Gewinnen „nur“ ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von 38 herauskommen. Vorher war die Aktie teurer bewertet, weil der Kurssprung trotz seiner beeindruckenden Größenordnung kleiner ausfiel als die jetzt erhoffte Gewinnsteigerung im EBITDA (Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen). So gesehen wäre da ja noch Luft nach oben, der jetzt angedeutete Ausbruch aus der Flaggen-Formation die Basis eines erneuten, starken Impulses … oder?

Expertenmeinung: Das kann so kommen, aber zu viel erwarten sollte man da vielleicht besser nicht. Richtig ist, dass nahezu alle die Aktie überwachenden Analysten nach dieser Prognose-Anhebung ihre Kursziele nach oben angepasst haben, aber da ging es immer nur um ein, zwei, auch mal um drei Euro. Aktuell läge das durchschnittliche Kursziel, errechnet nur aus den nach der Meldung angepassten Kurszielen, bei 26,50 Euro und damit nicht mehr allzu weit über dem aktuellen Level der Aktie.

Das dürfte vor allem darauf basieren, dass man zwar einen weit stärker als gedachten Gewinn für 2021 einplant, die Analysten aber beim Blick über 2021 hinaus Vorsicht walten lassen, weil Aixtron als Zulieferunternehmen der immens konjunktursensiblen Halleiterindustrie zwar von der momentan Chipknappheit mit profitiert, diese aber ja nicht für die Ewigkeit fortbesteht. Sind die Kapazitäten bei den Chipherstellern erst einmal ausgebaut, könnten – müssen nicht – die Aufträge für Aixtrons Anlagen deutlich zurückgehen.

Aixtron-Aktie: Chart vom 28.06.2021, Kurs 23,18 Euro, Kürzel AIXA | Online Broker LYNX

Daher wäre es ratsam, einen Ausbau bestehender Long-Positionen oder gar den Neueinstieg konsequent eng abzusichern, indem man den Stoppkurs (auch für bereits vorhandene Positionen) knapp unter die untere Begrenzung dieser bullischen Flagge legt, die durch ihr Erscheinen eine ideale Möglichkeit aufgetan hat, sich nahe des aktuellen Kurses abzusichern. Denn sollte der Ausbruch nicht nachhaltig sein und diese im Chart blau markierte Flagge durch Schlusskurse unter 21,70 Euro nach unten verlassen werden, läuft hier etwas nicht, wie es soll!

Die Größenordnung, um die Aixtron seinen 2021er Ausblick anhob, war immens. Doch ist die neue Prognose durch das Plus von 26 Prozent, das die Aixtron-Aktie seit der Meldung erzielte, nicht schon im Kurs eingepreist? Sollte man jetzt Gewinne mitnehmen? Wir rechnen nach.

Es war kein wirklich idealer Zeitpunkt, zu dem der für die Halbleiterindustrie produzierende Anlagenbauer Aixtron seine Neueinschätzung für das Gesamtjahr präsentierte: Am Mittwoch nur gut eine halbe Stunde vor Handelsende … das überrumpelte natürlich viele Akteure. Nach Handelsschluss oder vor Handelsbeginn wäre da definitiv sensibler gewesen. So verteilte sich die Reaktion auf zwei Tage: Dier ersten kauften bereits am Mittwoch kurz vor Torschluss, der Rest musste dann am Donnerstag nachziehen.

Alleine am Donnerstag legte die Aixtron-Aktie satte 18,5 Prozent zu, zusammen mit der ersten Reaktion des Vortages summiert sich der Anstieg als Reaktion auf diese deutlich angehobene Perspektive auf 26 Prozent. War diese Neuneinschätzung wirklich so immens … oder haben die Trader da im Eifer des Gefechts überzogen?

Expertenmeinung: Das haben sie grundsätzlich nicht. Aixtron hob seine Umsatzprognose von zuvor ca. 360 Millionen Euro auf 400 bis 440 Millionen an. Zugleich sieht man jetzt die Gewinnmarge vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA-Marge) zwischen 20 und 22 Prozent, zuvor wurden da 18 Prozent erwartet. Die höhere Marge wirkt dabei wie ein Multiplikator, weil dann bei einem steigenden Umsatz auch noch von jedem eingenommenen Euro mehr in der Kasse bleibt. Wenn man unterstellt, dass bei Umsatz und Marge jeweils das obere Ende der jetzt avisierten Spanne erreicht würde, wäre das gegenüber der vorherigen Annahme ein Plus auf EBITDA-Gewinnbasis von 49 Prozent!

So gesehen hätten die Anleger eigentlich erst die Hälfte dieser neuen Perspektive in den Aktienkurs „eingearbeitet“. Könnte man hier also noch zugreifen? Da sollte man besser vorsichtig sein, denn:

Nach dieser neuen Prognose wäre die Aktie nur dann nicht bereits zu teuer, wenn ein ähnliches Wachstum auch in den kommenden Jahren erreicht würde – was aber noch nicht absehbar ist. Denn „billig“ war Aixtron auch vor dieser angehobenen Perspektive nicht mehr, da war bereits eine Menge Spekulation im Kurs drin. Aktuell würde sich auf Basis einer Neueinschätzung der 2021er-Gewinne ein Kurs/Gewinn-Verhältnis um 40 errechnen. Das ist akzeptabel, aber würde die Aktie jetzt noch deutlich weiter zulegen, würde sie dann auch entsprechend „teuer“ sein. Daher wäre es eher gewagt, sich auf die Rechnung einer noch nicht voll eingepreisten Neubewertung der Gewinnerwartung einzulassen und diesem Riesensatz des Aktienkurses noch hinterherzulaufen.

Eher wäre es eine Überlegung wert, dieses Geschenk dankend anzunehmen, indem man einen kleineren Teil bestehender Positionen verkauft, immerhin notiert der Kurs jetzt so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr. Für die verbleibende Position ist dieser Kurssprung insofern ideal, als er es ermöglicht, den Stoppkurs deutlich anzuheben. Denn jetzt sollte die Aixtron-Aktie tunlichst nicht mehr nennenswert unter die durch den Kurssprung überbotene, jetzt als Support fungierende Zone 19,75/20,35 Euro fallen.

Aixtron-Aktie: Chart vom 10.06.2021, Kurs 21,74 Euro, Kürzel AIXA | Online Broker LYNX

Es war mit Händen zu greifen, dass es die Trader bei der Aixtron-Aktie übertrieben hatten. Am Ende war es die Bilanz des ersten Quartals, die den Bullen den Garaus machte. Doch seither hat der Kurs kräftig nachgegeben – könnte man langsam an den Einstieg denken?

Es war wohl die zunehmende Chip-Knappheit, die manchen Anleger dazu verleitete, auch bei Aixtron auf eine massive Hausse zu wetten, immerhin ist das Unternehmen ein Maschinen- und Anlagenbauer, der vor allem Fertigungsanlagen für die Halbleiterindustrie produziert. Doch wenn eine Aktie sich im Kurs binnen vier Monaten mehr als verdoppelt, müssen die Ergebnisse grandios sein, um die dadurch weit höhere Bewertung der Aktie zu rechtfertigen.

Es stellte sich am 29. April, als Aixtron die Zahlen für das erste Quartal vorlegte, heraus, dass sie nicht grandios genug waren. Der Auftragseingang war zwar mit 124,4 Millionen über 80 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Aber der Umsatz blieb mit 49,5 Millionen Euro unter den Erwartungen der Analysten, gleiches galt für den Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT), der bei -0,7 Millionen lag, während die Experten im Schnitt +3,7 Millionen erwartet hatten.

Expertenmeinung: Die Aktie wurde daraufhin von vielen Akteuren umgehend über Bord geworfen, der Kurs verlor an diesem 29. April über neun Prozent. Und damit war der Abgabedruck noch nicht vorbei: Die Reaktion auf die Bilanz hatte zunächst noch keine markanteren charttechnischen Konsequenzen, aber die kamen einige Tage später, als die Aktie zunächst in den mittelfristigen Aufwärtstrendkanal zurückfiel, dessen obere Begrenzung im März noch verteidigt werden konnte und der Kurs wenig später auch noch dieses März-Tief unterbot und damit ein großes Doppeltopp vollendete.

Das rechnerische Kursziel dieses Doppeltopps läge um 11 Euro und damit in etwa auf Köhe der unteren Begrenzung des im März 2020 etablierten Aufwärtstrendkanals. Aber wenngleich man nicht ausschließen kann, dass die Aktie tatsächlich derart weit durchgereicht wird, gäbe es Argumente dafür, dass das Abwärtspotenzial langsam begrenzt ist. Denn diese Abgaben lagen eher daran, dass zu viele Akteure hier zu viel riskierten als an der Bilanz selbst. Denn wenngleich die Ergebnisse des ersten Quartals nicht umwerfend waren, der Ausblick auf das gesamte Geschäftsjahr war durchaus beeindruckend:

Die Umsatz-Guidance liegt zwischen 320 und 360 Millionen Euro, das wäre ein sehr ordentliches Plus gegenüber den Vorjahren. Und darüber hinaus hob Aixtron die Prognose für die EBIT-Gewinnmarge von zuvor 16 auf jetzt 18 Prozent an. Das wäre besser als die Marge im „Prä-Corona“-Jahr 2019. Vorher wäre die Aktie zwar auch angesichts dieser guten Perspektive sehr teuer bewertet gewesen, aber auf dem jetzt erreichten, tieferen Level läge das 2021er-Kurs/Gewinn-Verhältnis knapp über 30 – das wäre akzeptabel. Also, kaufen?

Auch, wenn die Chance greifbarer wird, dass sich die Aktie fängt, ist der Kurs bislang doch ein fallendes Messer. Ein Test der 200-Tage-Linie, aktuell bei 13,90 Euro, wäre noch allemal möglich. Daher wäre die bessere Lösung abzuwarten, ob es gelingt, Widerstände zu überbieten. Denn das würde indizieren, dass das Bären-Lager solche Marken entweder nicht mehr aktiv verteidigt oder aber die Bullen einfach stärker sind und damit das Ruder wieder in Händen halten.

Ein solches Signal würde in der derzeitigen Chartkonstellation dann entstehen, wenn die Aixtron-Aktie mit Schlusskursen über 17,20 Euro wieder aus diesem Trendkanal nach oben hinaus laufen und damit zugleich die 20-Tage-Linie zurückerobern würde. Wer vorher zugreifen würde, hätte zwar eine höhere Gewinnchance, aber ein überproportional höheres Risiko.

Aixtron-Aktie: Chart vom 14.05.2021, Kurs 15,50 Euro, Kürzel AIXA | Online Broker LYNX
15. Oktober 2019

Aixtron: Das sieht gut aus