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Aktienanalyse:
Airbus: Haben wir das Tief wirklich gesehen?

Aktuelle Analyse der Airbus Aktie

Am Mittwoch erreichte die Aktie des Aeronautik-Konzerns Airbus mit 47,70 Euro ein Fünf-Jahres-Tief, marginal unterhalb des 2016er-Tiefs, das kurz nach dem EU-Votum in Großbritannien ausgebildet wurde. Am Freitag lag das Tageshoch der Aktie bei 68,10 Euro. Binnen zwei Tagen kam es damit zu einem Anstieg um 42 Prozent. Was indes von unten gerechnet ist. Das reduzierte das Minus von 66 Prozent, welches die Aktie zuvor binnen fünf Wochen von oben gerechnet erlitt, nur geringfügig, wie sie im Wochenchart der Aktie sehen. Arithmetik der Baisse … und trotzdem: Dieser Kurssprung ist kein Pappenstiel. Worauf basiert er und wie tragfähig wäre das?

Wenn man in die Nachrichten zum Unternehmen schaut, findet man da seit Mittwoch nichts Positives, im Gegenteil. Die Produktion in den Werken in Spanien und Frankreich wurde die vergangenen Tage ausgesetzt, JetBlue und Lufthansa teilten mit, dass man mit Airbus über die Verschiebung von Flugzeuglieferungen verhandele und die Analysten überschlugen sich dabei, das Kursziel der Aktie drastisch nach unten zu nehmen. Blieben somit drei mögliche Argumente für einen solchen plötzlichen Sprung des Kurses:

Expertenmeinung: Eindeckungen von Leerverkäufen, Positionsadjustierungen zum am Freitag absolvierten Verfalltermin am Terminmarkt und Käufe aus der Überzeugung heraus, dass dieses 2016er-Tief, das recht präzise verteidigt werden konnte, im Verhältnis zur  Perspektive von Umsatz und Gewinn einen mehr als ausreichenden Abschlag bedeutet. Erstere zwei Argumente sind zum einen höchst kurzlebig und zum anderen nicht mit der Überzeugung, die Aktie müsse jetzt eine Wende nach oben vollziehen, verbunden. Bliebe somit das dritte Argument der „Überzeugungskäufe“ übrig. Die müssten stark genug ausfallen, um den Kurs weiter zu ziehen. Kann man wirklich damit rechnen, dass solche Käufe ausreichen, um ein charttechnisch positives Signal zu generieren? Es ist zumindest fraglich.

Immerhin müsste die Aktie dazu die nächste, wichtige Widerstandslinie in Form der Jahrestiefs 2018 und 2019 bei 77,50/77,80 Euro zurückgewinnen. Da der Kurs am Freitag trotz des gigantisch wirkenden Tagesgewinns von 18,7 Prozent deutlich unter dem Tages-Verlaufshoch schloss, dürfte das nicht einfach werden. Es mag sein, dass einige Käufer darauf setzen, dass die EU dem Konzern unter die Arme greifen wird. Aber das würde ja nicht dazu führen, dass Airbus dadurch doch noch gute Gewinne im laufenden Jahr erzielen könnte. Solche Hilfen wären nötig, um die Struktur des Konzerns zu erhalten und die Arbeitsplätze zu sichern. Was die noch zu Jahresbeginn anvisierten knapp 900 Auslieferungen neuer Flugzeuge angeht, sieht es hingegen düster aus. Das erste Halbjahr könnte nicht nur eine Nullnummer werden, sondern auch Stornierungen bestehender Bestellungen bringen, daher: Unterhalb der vorgenannten Charthürde 77,50/77,80 Euro ist jeder auch noch so beeindruckend wirkende Kurssprung nur eine Gegenbewegung im Abwärtstrend und noch nicht bullisch … und momentan fehlt es auffällig an einem tauglichen Fundament für eine Wende.

Airbus Aktie Chart vom 20.03.2020, Kurs 63,56 Euro, Kürzel AIR | Online Broker LYNX

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