Brenntag Aktie mit klarem Kaufsignal

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Brenntag
ISIN: DE000A1DAHH0
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Chartanalyse
Basis 6 Monate neutral
Zur Brenntag Aktie

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Morgen wird der Weltmarktführer in der Distribution von Chemikalien und Inhaltsstoffen seine Ergebnisse zum abgelaufenen Quartal präsentieren. Analysten gehen mehrheitlich von einem Gewinn je Aktie in Höhe von 1.15 EUR aus. Im Vorjahr lag dieser noch bei 0.76 EUR. Auch der Umsatz soll kräftig wachsen und sich auf stolze 3.38 Milliarden EUR belaufen. Dies würde einen Zuwachs von +17% bedeuten.

Bereits vor den Zahlen sprang die Brenntag-Aktie deutlich nach oben, nachdem JP Morgan Chase das Kursziel auf 105 EUR anhob. Aus technischer Sicht gab es im gestrigen Handel ein klares Kaufsignal. So konnte nicht nur die Seitwärtsbewegung der letzten Wochen geknackt werden, auch die gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 wurden erstmals seit Mitte September wieder klar zurückerobert.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Brenntag Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Die bärische Trendphase ist somit vorüber und die Ampeln stehen wieder mehrheitlich auf Grün. Nun muss nur noch das Unternehmen selbst überzeugen. Aus technischer Sicht ist es jetzt immens wichtig, dass das Niveau bei 83 EUR gehalten werden kann. Alles oberhalb dieser Ebene gehört den Bullen.

Ein Fehlausbruch wiederum könnte das erzeugte Kaufsignal schnell negieren. Der nächste logische Schritt wäre der Test des zuletzt gebildeten Allzeithochs bei rund 87 EUR. Danach wird sich zeigen, ob das neue Kursziel von JP Morgan Chase auch wirklich ins Spiel kommt.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 02.11.2021 Kurs: 84.80 Kürzel: BNR | Online Broker LYNX
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Der im MDAX notierte Chemikalienhändler Brenntag ist eine Aktie der leisen Töne. Sie ist nun einmal weniger spektakulär als Aktien wie HelloFresh oder VARTA, das ist schon der Branche geschuldet. Aber in einem ist die Brenntag-Aktie sehr wohl spannend: in Sachen Performance.

Sie sehen es im Chart: Die Brenntag-Aktie steigt wie ein Strich. Sie ist im Vergleich zum MDAX, gerechnet vom letzten Kurs 2020, momentan doppelt so stark gelaufen. Was beileibe nicht auf viele Aktien im MDAX zutrifft, sie steht damit auf Platz 11 in der Performance-Hitliste der 60 MDAX-Titel. Und bemerkenswert ist: In diesem Fall trifft dieses geflügelte Wort, „wie ein Strich“ zu steigen, in der Tat zu: Der Kurs läuft außerordentlich konstant und stetig höher. Die Frage ist jetzt: Ist da nicht zwangsläufig irgendwann mal Schluss? Sollte man also diesen schönen Gewinn auch mal mitnehmen …. oder womöglich im Gegenteil noch einsteigen?

Expertenmeinung: Ein Vorteil solcher „stillen Stars“ ist, dass sie keine kurzfristigen, hochspekulativen Trader anlocken und daher deutlich weniger unwägbar sind als Aktien wie, um bei den o.a. Beispielen zu bleiben, HelloFresh oder VARTA. Nur bedeutet das nicht, dass der Kurs immer weiter so zulegen würde. Denn „billig“ ist die Brenntag-Aktie jetzt, relativ zur Bewertung der letzten sechs, sieben Jahre, nicht mehr. Derzeit rechnen die Analysten damit, dass der Gewinn pro Aktie im laufenden Jahr in der Region zwischen zehn und zwölf Prozent zulegen wird. Daraus errechnet sich ein Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp 26. Und das ist im langjährigen Vergleich eher hoch.

Diese Bewertung wäre zwar in Relation zum Gewinnwachstum noch in Ordnung. Aber man muss sehen, dass eine Korrektur, welche die Aktie auf ein KGV um 20 zurückführt, was dem langjährigen Mittel in etwa entsprechen würde, bei gleichbleibendem Gewinn eine Korrektur von gut 20 Prozent bedeuten würde. Die nicht kommen muss, aber jederzeit kommen kann. Zugleich bedeutet dieser bereits relativ stattliche Bewertungslevel, dass die Luft nach oben zumindest ein wenig dünner wird. Wie geht man damit um?

Eigentlich so, wie man es immer halten sollte: Stark gelaufenen Kursen noch hinterherzulaufen, ist risikobehaftet. Da böte es sich für einen Einstieg an, eine Korrektur abzuwarten. Und erst, wenn aus einer solchen Korrektur mehr würde, indem entscheidende charttechnische Unterstützungen fallen, sollte, wer bereits an Bord ist, erwägen, auszusteigen.

Manchmal sind solche Ankerpunkte schwer zu identifizieren, aber im Fall der Brenntag-Aktie nicht. Es ist genau der „Strich“, an dem der Kurs seit Frühjahr 2020 entlang läuft, auf den man achten müsste: die im März 2020 etablierte Aufwärtstrendlinie. Korrigiert die Aktie an diese aktuell bei 81,50 Euro verlaufende Linie und federt von dort aus wieder nach oben, hätte man eine gute Einstiegbasis mit einem dann eng, knapp unter diese Linie, platzierbaren Stoppkurs-Level. Bricht diese Linie hingegen, kann die Aktie leicht bis zur nächsten, potenziellen Auffanglinie, der bei 73 Euro verlaufenden 200-Tage-Linie, durchgereicht werden. D.h. ein Bruch des Trends wäre hier das Signal zum Ausstieg, bis sich dieser „stille Star“ wieder fängt und seinen Aufwärtstrend wieder aufnimmt.

Chart vom 30.08.2021, Kurs 86,80 Euro, Kürzel BNR | Online Broker LYNX

Ein Plus von 4,57 Prozent katapultierte die Aktie des Chemikalien-Händlers Brenntag am Mittwoch auf ein neues Rekordhoch. Auslöser war die 2020er-Bilanz sowie die Perspektive für 2021. Doch wer glaubt, dass diese Zahlen überraschend stark waren, irrt.

Der Umsatz lag mit -7,9 Prozent marginal höher als von den Analysten im Schnitt prognostiziert, der operative Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) mit 1,06 Milliarden Euro um sechs Prozent über Vorjahr und um drei Prozent über der Prognose. Für 2021 prognostiziert Brenntag einen Anstieg des operativen EBITDA um zwei bis zwölf Prozent. Im Schnitt hatten die Experten da einen Gewinnanstieg um zehn Prozent erwartet. Das ist solide. Aber ist das auch stark genug für neue Rekordhochs?

Expertenmeinung: Würde man einen Gewinnzuwachs von zehn Prozent annehmen, läge das Kurs/Gewinn-Verhältnis der Aktie jetzt für 2021 bei 20. Das ist angemessen. Aber es ist eben auch nicht mehr günstig, d.h. es stellt sich die Frage, wie viel Spielraum nach oben in den kommenden Monaten noch drin wäre; vor allem, wenn sich in den kommenden Monaten herausstellen sollte, dass der Gewinnzuwachs doch eher am unteren Ende der breiten, von Brenntag angegebenen Prognose-Spanne liegen sollte. Auch einen anderen Aspekt sollte man beachten:

Vor dem allgemeinen Ausverkauf wegen der Corona-Krise hatte Brenntag im Februar 2020 bei knapp 51 Euro notiert, das war der höchste Stand seit Sommer 2018 gewesen. Im Zuge des Corona-Crashs brach der Kurs auf ein Tief von 28,68 Euro ein – und notiert jetzt knapp 40 Prozent über dem Level vor dem Corona-Crash. Und das, obwohl man davor von einem moderaten Wachstum ausging, jetzt aber nur gut behauptete Gewinne zu Buche stehen. Dass das weit mehr ist, als man es vor einem Jahr dachte, ist zwar richtig. Aber niemand hatte im Vorfeld der Corona-Krise mit einem Kurs von über 70 Euro gerechnet, die Aktie dümpelte zuvor monatelang zwischen 47 und 50 Euro seitwärts.

Brenntag Aktie: Chart vom 10.03.2021, Kurs 70,50 Euro, Kürzel BNR | Online Broker LYNX

Dieses Rekordniveau wäre daher wohl ohne den vorherigen Kurseinbruch nicht erreicht worden. Und dass der Gewinneinbruch ausblieb, ist ja kein Argument, warum die Aktie jetzt 40 Prozent höher notiert als zu dem Zeitpunkt, als Corona noch nicht am Aktienmarkt angekommen war. Daher wäre der Gedanke, jetzt auch einmal an Gewinnmitnahmen zu denken, naheliegend. 

Brenntag ist der Weltmarktführer im Bereich Chemiehandel. Die Produktpalette umfasst mehr als 10.000 Industrie- und Spezialchemikalien.

An der Spitze

Heute steht Brenntag mit einem Plus von 5% an der Spitze des MDax. Der Konzern hat nach eigenem Bekunden ein weitreichendes Transformationsprogramm beschlossen, wodurch die Profitabilität gesteigert werden soll.

Ab 2023 soll das EBITDA durch die Restrukturierung um 220 Mio. Euro pro Jahr steigen. Das wäre eine erhebliche Verbesserung und würde einem Plus von rund 40% entsprechen.

Kein Wunder also, dass das bei den Anlegern gut ankommt. Ob man diese hochgesteckten Ziele erreichen kann, wird sich aber erst noch zeigen müssen.

Sicher sind aber die damit einhergehenden Restrukturierungskosten, die sich auf 370 Mio. Euro belaufen dürften. Es wird also eine ganze Zeit dauern, bis sich die Transformation amortisiert – selbst im Erfolgsfall.

Zwischenzeitlich werden 1.300 der 17.500 Stellen wegfallen und 100 Standorte geschlossen.

Der richtige Zeitpunkt

Die anfallenden Einmalkosten dürften das Ergebnis in den kommenden beiden Geschäftsjahren belasten.
Deutliche steigende Gewinne sollte man in diesem Zeitraum also nicht erwarten.

Daraus ergibt sich unweigerlich die Frage, ob man sich mit dem Kauf der Aktie daher nicht Zeit lassen sollte.

Da das Programm bis 2023 laufen soll, wäre es womöglich besser die Lage im Jahr 2022 zu sondieren, bevor die Effekte dann 2023 auch wirklich zutage treten.

Man könnte dann einsteigen, wenn sich bereits gezeigt hat, dass die beschlossenen Maßnahmen auch erfolgreich sind.

Bewertung und Ausblick

Grundsätzlich sollte ein Unternehmen aber auch ohne Restrukturierung attraktiv sein. Bei Brenntag ist das Bild überwiegend positiv.

Es handelt sich um einen Weltmarktführer mit einer entsprechend starken Stellung und langjährigen Kundenbeziehungen.

Der Umsatz konnte in den letzten zehn Jahren von 7,65 auf 12,82 Mrd. Euro gesteigert werden. Die Margen sind stabil aber branchentypisch niedrig.
Das Ergebnis kletterte im selben Zeitraum von 0,98 auf 3,02 Euro je Aktie.

Brenntag kommt somit auf ein KGV von 18,8. Das ist bei den gegebenen Charakteristiken vertretbar, das Unternehmen war aber auch schon deutlich günstiger zu haben.
Konservative Anleger sollten ein KGV von 15 oder weniger bezahlen.

Das gilt vor allem in dem derzeitigen Umfeld. Die wirtschaftliche Unsicherheit ist außerordentlich groß.

Brenntag bleibt davon nicht vollkommen verschont, auch wenn man das Ergebnis bisher trotz sinkender Umsätze stabil halten konnte.

Chart

Brenntag notiert heute noch auf dem Niveau von 2015, seit dem Corona-Crash im März hat die Aktie jedoch relative Stärke gezeigt.

Solange das Papier über 54,30 Euro notiert, sind die Bullen im Vorteil. Über 57,50 Euro käme es zu einem prozyklischen Kaufsignal.
Das Kursziel ist mit 59-60 Euro allerdings nicht weit entfernt.
Darüber wäre Platz bis 65 Euro.

Fällt Brenntag hingegen unter 54 Euro, muss mit einer Rückkehr in die Range gerechnet werden. Die ersten Unterstützungen lägen dann bei 50 und 47,50 Euro.

Chart vom 27.10.2020 Kurs: 57,02 Kürzel: BNR - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 27.10.2020 Kurs: 57,02 Kürzel: BNR – Wochenkerzen
Chart vom 27.10.2020 Kurs: 57,02 Kürzel: BNR - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 27.10.2020 Kurs: 57,02 Kürzel: BNR – Tageskerzen