Brenntag Aktie aktuell Brenntag: Jetzt sollte man über Gewinnmitnahmen nachdenken

News: Aktuelle Analyse der Brenntag Aktie

von |
In diesem Artikel

Brenntag
ISIN: DE000A1DAHH0
|
Ticker: BNR --- %

---
EUR
---% (1D)
1 W ---
1 M ---
1 J ---
Zur Brenntag Aktie

Ein Plus von 4,57 Prozent katapultierte die Aktie des Chemikalien-Händlers Brenntag am Mittwoch auf ein neues Rekordhoch. Auslöser war die 2020er-Bilanz sowie die Perspektive für 2021. Doch wer glaubt, dass diese Zahlen überraschend stark waren, irrt.

Der Umsatz lag mit -7,9 Prozent marginal höher als von den Analysten im Schnitt prognostiziert, der operative Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) mit 1,06 Milliarden Euro um sechs Prozent über Vorjahr und um drei Prozent über der Prognose. Für 2021 prognostiziert Brenntag einen Anstieg des operativen EBITDA um zwei bis zwölf Prozent. Im Schnitt hatten die Experten da einen Gewinnanstieg um zehn Prozent erwartet. Das ist solide. Aber ist das auch stark genug für neue Rekordhochs?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Brenntag Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Würde man einen Gewinnzuwachs von zehn Prozent annehmen, läge das Kurs/Gewinn-Verhältnis der Aktie jetzt für 2021 bei 20. Das ist angemessen. Aber es ist eben auch nicht mehr günstig, d.h. es stellt sich die Frage, wie viel Spielraum nach oben in den kommenden Monaten noch drin wäre; vor allem, wenn sich in den kommenden Monaten herausstellen sollte, dass der Gewinnzuwachs doch eher am unteren Ende der breiten, von Brenntag angegebenen Prognose-Spanne liegen sollte. Auch einen anderen Aspekt sollte man beachten:

Vor dem allgemeinen Ausverkauf wegen der Corona-Krise hatte Brenntag im Februar 2020 bei knapp 51 Euro notiert, das war der höchste Stand seit Sommer 2018 gewesen. Im Zuge des Corona-Crashs brach der Kurs auf ein Tief von 28,68 Euro ein – und notiert jetzt knapp 40 Prozent über dem Level vor dem Corona-Crash. Und das, obwohl man davor von einem moderaten Wachstum ausging, jetzt aber nur gut behauptete Gewinne zu Buche stehen. Dass das weit mehr ist, als man es vor einem Jahr dachte, ist zwar richtig. Aber niemand hatte im Vorfeld der Corona-Krise mit einem Kurs von über 70 Euro gerechnet, die Aktie dümpelte zuvor monatelang zwischen 47 und 50 Euro seitwärts.

Dieses Rekordniveau wäre daher wohl ohne den vorherigen Kurseinbruch nicht erreicht worden. Und dass der Gewinneinbruch ausblieb, ist ja kein Argument, warum die Aktie jetzt 40 Prozent höher notiert als zu dem Zeitpunkt, als Corona noch nicht am Aktienmarkt angekommen war. Daher wäre der Gedanke, jetzt auch einmal an Gewinnmitnahmen zu denken, naheliegend. 

Sie möchten an der Börse handeln?

Nutzen Sie für Ihre Börsengeschäfte ein Depot über den Online-Broker LYNX. Alles aus einer Hand: Aktien kaufen, Optionen handeln, Futures traden oder in ETFs investieren.

Informieren Sie sich hier über den Online-Broker LYNX.

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
Tageshoch
Tagestief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Heutigen Chart anzeigen


Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
Nachricht schicken an Ronald Gehrt
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Vorherige Analysen der Brenntag Aktie

Brenntag ist der Weltmarktführer im Bereich Chemiehandel. Die Produktpalette umfasst mehr als 10.000 Industrie- und Spezialchemikalien.

An der Spitze

Heute steht Brenntag mit einem Plus von 5% an der Spitze des MDax. Der Konzern hat nach eigenem Bekunden ein weitreichendes Transformationsprogramm beschlossen, wodurch die Profitabilität gesteigert werden soll.

Ab 2023 soll das EBITDA durch die Restrukturierung um 220 Mio. Euro pro Jahr steigen. Das wäre eine erhebliche Verbesserung und würde einem Plus von rund 40% entsprechen.

Kein Wunder also, dass das bei den Anlegern gut ankommt. Ob man diese hochgesteckten Ziele erreichen kann, wird sich aber erst noch zeigen müssen.

Sicher sind aber die damit einhergehenden Restrukturierungskosten, die sich auf 370 Mio. Euro belaufen dürften. Es wird also eine ganze Zeit dauern, bis sich die Transformation amortisiert – selbst im Erfolgsfall.

Zwischenzeitlich werden 1.300 der 17.500 Stellen wegfallen und 100 Standorte geschlossen.

Der richtige Zeitpunkt

Die anfallenden Einmalkosten dürften das Ergebnis in den kommenden beiden Geschäftsjahren belasten.
Deutliche steigende Gewinne sollte man in diesem Zeitraum also nicht erwarten.

Daraus ergibt sich unweigerlich die Frage, ob man sich mit dem Kauf der Aktie daher nicht Zeit lassen sollte.

Da das Programm bis 2023 laufen soll, wäre es womöglich besser die Lage im Jahr 2022 zu sondieren, bevor die Effekte dann 2023 auch wirklich zutage treten.

Man könnte dann einsteigen, wenn sich bereits gezeigt hat, dass die beschlossenen Maßnahmen auch erfolgreich sind.

Bewertung und Ausblick

Grundsätzlich sollte ein Unternehmen aber auch ohne Restrukturierung attraktiv sein. Bei Brenntag ist das Bild überwiegend positiv.

Es handelt sich um einen Weltmarktführer mit einer entsprechend starken Stellung und langjährigen Kundenbeziehungen.

Der Umsatz konnte in den letzten zehn Jahren von 7,65 auf 12,82 Mrd. Euro gesteigert werden. Die Margen sind stabil aber branchentypisch niedrig.
Das Ergebnis kletterte im selben Zeitraum von 0,98 auf 3,02 Euro je Aktie.

Brenntag kommt somit auf ein KGV von 18,8. Das ist bei den gegebenen Charakteristiken vertretbar, das Unternehmen war aber auch schon deutlich günstiger zu haben.
Konservative Anleger sollten ein KGV von 15 oder weniger bezahlen.

Das gilt vor allem in dem derzeitigen Umfeld. Die wirtschaftliche Unsicherheit ist außerordentlich groß.

Brenntag bleibt davon nicht vollkommen verschont, auch wenn man das Ergebnis bisher trotz sinkender Umsätze stabil halten konnte.

Chart

Brenntag notiert heute noch auf dem Niveau von 2015, seit dem Corona-Crash im März hat die Aktie jedoch relative Stärke gezeigt.

Solange das Papier über 54,30 Euro notiert, sind die Bullen im Vorteil. Über 57,50 Euro käme es zu einem prozyklischen Kaufsignal.
Das Kursziel ist mit 59-60 Euro allerdings nicht weit entfernt.
Darüber wäre Platz bis 65 Euro.

Fällt Brenntag hingegen unter 54 Euro, muss mit einer Rückkehr in die Range gerechnet werden. Die ersten Unterstützungen lägen dann bei 50 und 47,50 Euro.

Chart vom 27.10.2020 Kurs: 57,02 Kürzel: BNR – Wochenkerzen
Chart vom 27.10.2020 Kurs: 57,02 Kürzel: BNR – Tageskerzen