JPMorgan Chase Aktie Prognose JP Morgan übertrifft Erwartungen: Einsteigen, oder ist die Rallye in Gefahr?

News: Aktuelle Analyse der JPMorgan Chase Aktie

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JPMorgan Chase
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JP Morgan hat wieder starke Quartalszahlen vorgelegt und die Erwartungen übertroffen. Dank der Zinsen sprudeln die Gewinne. Jetzt einsteigen?

Allzeithoch erreicht. Wie geht es jetzt weiter?

Seit den letzten beiden Analysen zu JP Morgan ist einige Zeit vergangen, doch es war ein lohnendes Geschäft. Bei der initialen Analyse lag der Kurs bei 108 USD und das Szenario der letzten Analyse ist ebenfalls aufgegangen:
JP Morgan bricht aus. Kursziel Allzeithoch?

Seitdem hat JP Morgan zweimal überzeugende Zahlen vorgelegt und am vergangenen Freitag, nach den Zahlen zum vierten Quartal, ein neues Allzeithoch markiert.
Sollte man die Gewinne jetzt eintüten, oder setzt sich die Rallye fort?

JP Morgan Aktie: Chart vom 16.01.2024, Kurs: 169,05 - Kürzel: JPM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
JP Morgan Aktie: Chart vom 16.01.2024, Kurs: 169,05 – Kürzel: JPM | Quelle: TWS

Aus technischer Sicht hat JP Morgan ein ernstzunehmendes Warnsignal gesendet, denn nachdem die Aktie ein neues Allzeithoch erreicht hatte, kam unmittelbar Verkaufsdruck auf.

Man muss kein charttechnischer Profi sein, um das Problem zu erkennen. Die letzte Wochencandle ist eindeutig bärisch und könnte der Beginn einer Schwächephase sein.
Es wäre keine Überraschung, wenn es jetzt zu einem Rücksetzer in Richtung 159 USD kommt.

Wird diese Unterstützung durchbrochen, muss mit einer Ausdehnung er Korrektur bis 150 oder 144 USD gerechnet werden.

Aus Sicht der Bullen würde es nur helfen, wenn auf die Kehrtwende der vergangenen Woche unmittelbar die nächste Kehrtwende folgt. JP Morgan müsste also möglichst schnell wieder über 173 USD ausbrechen.
In diesem Szenario würden sich extrapolierte Kursziele bei 185 und 190 USD ergeben.

Bullen in Bedrängnis?

Aus technischer Sicht ist ein bärisches Szenario deutlich wahrscheinlicher, doch wie sieht es aus fundamentaler Sicht aus?

JP Morgan profitiert, wie alle Banken, von den gestiegenen Zinsen. Die Aussicht darauf, dass sie wieder sinken könnten, ist daher alles andere als hilfreich.

An der Börse werden Banken und Versicherer geradezu reflexartig gekauft, wenn die Zinsen steigen. Doch umgekehrt gilt leider dasselbe.
Für die US-Großbank sind das schlechte Vorzeichen.

Das dürfte auch einer der Hauptgründe sein, warum die Quartalszahlen nur kurz für Freude gesorgt haben. Schauen wir uns die Sache im Detail an.

Der Gewinn lag in Q4 mit 3,04 je Aktie über den Erwartungen von 3,00 USD. Die Erträge übertrafen mit 39,9 Mrd. die Analystenschätzungen von 39,2 Mrd. USD ebenfalls.

Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 12%, jedoch einem Rückgang des Gewinns um 15%.
Um Sondereffekte bereinigt wäre der Gewinn jedoch um 30% auf 3,97 USD je Aktie gestiegen.

Je nachdem, welche Zahl man sich rauspickt, ist das Bild besser oder schlechter. Doch selbst dem letzten Bullen dürfte klar sein, dass die Lage nicht eindeutig positiv ist und bereinigte Kennzahlen immer mit Vorsicht zu genießen sind.

Schaut man sich den Quartalsbericht im Detail an, findet man noch mehr Futter für die Bären (Link).
Der Umsatz lag im vierten Quartal unter dem des Vorquartals und gleichzeitig sind die Kosten deutlich gestiegen, selbst wenn man die Kosten, um die durch die FDIC verhängten Sonderabgaben bereinigt.

Milliardengewinne, aber fehlende Wachstumsimpulse

Die Assets under Management sind im vergangenen Jahr um 24% gestiegen, doch das ist nur auf den ersten Blick positiv. Da der S&P 500 in etwa dieselbe Performance erzielt hat, bedeutet das, dass die Mittelzuflüsse gegen Null tendiert haben.

Noch schlechter sieht es im klassischen Bankengeschäft (Consumer & Community Banking CCB) aus. Das Kreditvolumen wäre ohne die Übernahme von First Republic nur um 4% gestiegen, die Einlagen der Kunden stagnierten sogar.

Das Transaktionsvolumen im Kreditkartengeschäft legte nur um 7% zu. Das ist erstaunlich, wenn man bedenkt, dass die Wachstumsraten bei Visa und Mastercard deutlich höher waren.

Im Asset & Wealth Management (AWM) sieht es auch nicht viel besser aus. Hier sind die Einlagen sogar um 4% gesunken.

Um es auf den Punkt zu bringen:
Das Geschäft läuft nicht schlecht und JP Morgan verdient enorme Summen, optimal ist die aktuelle Entwicklung aber sicherlich nicht. Es fehlen Wachstumsimpulse und sollten die Zinsen bald wieder sinken, könnte der Gewinn sogar rückläufig sein.

Aktuell erwartet man für das Geschäftsjahr 2024 ein stagnierendes Ergebnis von etwa 16 USD je Aktie, obwohl JP Morgan in nennenswertem Umfang Buybacks durchführt.

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Vorherige Analysen der JPMorgan Chase Aktie

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Während die Wall Street am Freitag gehörig unter Druck geriet, konnte die Aktie des US-Finanzkonzerns am Ende des Tages ein leichtes Plus verteidigen. Dennoch dürften die Korken hier wohl nicht knallen, wie es vielleicht auf den ersten Blick scheint.

Die JPMorgan Chase-Aktie notierte während des Handels wesentlich höher und verlor wenig später mehr als 3%. Somit endete der Tag zwar positiv, jedoch mit einem mehr als bitteren Beigeschmack. Zumindest konnte der Abwärtstrend durch das neu gebildete Zwischenhoch vorerst beendet werden.  

Expertenmeinung: Grund für den Kurssprung waren positive Quartalsergebnisse. Der Gewinn lag mit 4.33 USD je Aktie doch deutlich über dem bisherigen Konsens, welcher bei 3.89 USD je Aktie lag. Somit konnte der Konzern ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr um satte +38.8% erreichen. Auch der Umsatz lag mit 39.87 Milliarden USD ebenfalls über den Erwartungen. Alles in allem starke Zahlen, welche aber im Verlauf des Tages nur wenig wertgeschätzt wurden.

Der Abverkauf nach dem Gap nach oben erinnert ein wenig an die Kursbewegung von Anfang Mai. Damals kam es zu einer mehrtägigen Abwärtsbewegung. Dieses Szenario dürfte sich wohl erneut wiederholen.

Aussicht: NEUTRAL

JPMorgan Chase Aktie: 13.10.2023, Kurs: 148.00 USD, Kürzel: JPM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
JPMorgan Chase Aktie: 13.10.2023, Kurs: 148.00 USD, Kürzel: JPM | Quelle: TWS

Quelle:
MSN – Quartalsergebnisse der JPMorgan Chase Aktie – https://www.msn.com/en-us/money/companies/jpm-stock-jpmorgan-wells-fargo-rise-on-double-beats-citi-to-report/ar-AA1i2HEW


Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Vorerst ist es wieder recht ruhig geworden rund um das Thema Bankenkrise. Aktien führender Finanzinstitute haben sich längst erholt und auch die JPMorgan Chase-Aktie zeigt sich seit Mitte April dieses Jahres von ihrer positiven Seite.

Letzten Endes war es der Ausbruch von Anfang Juli über das Niveau bei 144 USD, welcher dazu führte, dass der Titel den Turbo zündete. Doch der Monat August führte wiederum zu Gewinnmitnahmen, welche die Aktie erneut zum Ausbruchsniveau zurückbrachten. Hier haben die Bullen abermals das Zepter übernommen und es fehlt nicht mehr viel, um die so wichtige 50-Tage-Linie zurückzuerobern. Der Trend bleibt vorerst neutral.  

Expertenmeinung: Die Marke bei 150 USD ist psychologisch gesehen nicht unwichtig. Sollte der Sprung über dieses Niveau und somit auch in Folge über die 50-Tage-Linie gelingen, kann ich mir eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung vorstellen. Daher gebe ich dem Titel vorerst auch positive Aussichten mit auf den Weg.

Auch die Tatsache, dass sich JPMorgan dieser Tage sehr gut gegenüber dem US-Markt behaupten kann, ist ein klares Zeichen Relativer Stärke. Es bleibt abzuwarten, ob die Aktie vielleicht schon diese Woche den Turbo zünden wird.

Aussicht: BULLISCH

JPMorgan Chase Aktie: 18.09.2023, Kurs: 149.12 USD, Kürzel: JPM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
JPMorgan Chase Aktie: 18.09.2023, Kurs: 149.12 USD, Kürzel: JPM | Quelle: TWS

Für JP Morgan waren die Probleme der US-Regionalbanken ein Segen. Die Großbank erwartet einen Rekordgewinn, kann die Aktie auch neue Höchststände erreichen?

Sie hatten wieder recht

Es ist fast auf den Tag genau ein Jahr vergangen, seitdem ich die letzte Analyse zu JP Morgan veröffentlicht habe.
Damals wie heute war das Gesprächsthema Nummer 1 an der Börse die Konjunktur.

Während die meisten Kleinanleger damals verkauften, langten Großinvestoren bei JP Morgan kräftig zu.
Im Juli 2022 schrieben wir:

„ … eine ganze Reihe der von mir beobachteten Großinvestoren haben in den letzten Monaten bei Banken zugeschlagen.
Ganz oben auf den Kurszetteln standen Citigroup, Goldman Sachs und zuletzt auch JP Morgan.
[…]

Dass Banken zu den Profiteuren von steigenden Zinsen gehören dürften, ist keine Neuigkeit.
Das dürfte auch der Grund für das Interesse sein, neben der niedrigen Bewertung und der stattlichen Dividende, die die laufende Korrektur inzwischen bietet.

Den Abwärtstrend bei den Kursen hat das bisher aber noch nicht gestoppt. Das schwierige Börsenumfeld belastet das Investment-Geschäft der Banken und nach den enormen Gewinnsprüngen von 2021 werden vorerst rückläufige Ergebnisse erwartet.

Das scheint derzeit noch zu überwiegen und treibt die Anleger aus dem Sektor. Wie gewohnt nutzen die antizyklischen Großinvestoren solche Gelegenheiten und verhalten sich genau umgekehrt, sie steigen ein.“

Wie gewohnt, wäre man gut beraten gewesen, den Branchengrößen zu folgen. Der Kurs von JP Morgan ist seitdem von 108 auf 153 USD gestiegen.

Krise der US-Regionalbanken: Ein Glücksfall

Bisher ist die Krise ausgeblieben, JP Morgan profitiert weiterhin von den gestiegenen Zinsen und dank der Kursentwicklung an der Börse, läuft auch das Investmentgeschäft wieder besser.

Seit der letzten Analyse hat JP Morgan viermal Quartalszahlen vorgelegt und viermal die Erwartungen übertroffen.
Die Krise der US-Regionalbanken stellt sich für die US-Großbanken als Glücksfall heraus.

Wir hatten kürzlich in einer Analyse zu Morgan Stanley darauf hingewiesen (Link):
„Die Großbanken dürften perspektivisch von den Problemen bei den US-Regionalbanken profitieren, vielleicht in einem viel größeren Umfang als das bisher geahnt wird.“

Auf JP Morgan dürfte das definitiv zutreffen, denn die „Notfall-Rettung“ der First Republic Bank hat zu einem Gewinnsprung geführt.
Die neue Tochter wirft bereits ordentlich Gewinn ab und verzeichnet seit der Übernahme sogar wieder Mittelzuflüsse.

Bankenrettungen sind ein profitables Geschäft

Der Gewinn lag in Q2 mit 4,75 je Aktie weit über den Erwartungen von 3,65 USD. Die Erlöse übertrafen mit 42,4 Mrd. die Analystenschätzungen von 37,2 Mrd. USD ebenfalls deutlich.

Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzsplus um 34 % und einem Gewinnsprung um 72 %.

Zu der guten Entwicklung haben alle Sparten beigetragen. Die Assets under Management kletterten auf Jahressicht um 16 % auf 3.200 Milliarden USD.

Der Umsatz im Bereich Consumer & Community Banking kletterte von 12,6 auf 17,2 Mrd. USD und im Segment Corporate & Investment Bank legte der Umsatz von 12,0 auf 12,5 Mrd. USD zu.
Die Commercial Banking -Sparte steigerte den Umsatz von 2,7 auf 4,0 Mrd. USD und im Investment-Banking verzeichnete man einen Anstieg von 1,38 auf 1,49 Mrd. USD.

Darüber hinaus kletterte der Wert der vergebenen Kredite dank der Übernahme von First Republic um 13 % auf 1.200 Mrd. USD. Ohne den Zukauf hätte man nur ein Plus von 4 % verbucht.

Dadurch ist der Zinsüberschuss deutlich gestiegen, was die Profitabilität zusätzlich befeuert hat.
Dieser Effekt wird nicht verschwinden, sondern sich im Jahresverlauf weiterhin positiv auf das Geschäft auswirken.
Daher wurde die Prognose für den Zinsüberschuss von 84 auf 87 Mrd. USD erneut angehoben. Vor der „Rettung“ der First Republic Bank hatte man noch 77 Mrd. USD erwartet.

Zahlt sich von selbst: Kursziele für JP Morgan

First Republic könnte sich in nur einem Jahr von selbst zahlen. Für die strauchelnde Regionalbank hatte JP Morgan lediglich 10,6 Mrd. USD auf den Tisch gelegt.
Man hat die neue Tochter für eine P/E von 1 geradezu geschenkt bekommen.

Darf man den Prognosen Glauben schenken, wird JP Morgan im laufenden Geschäftsjahr einen Gewinnsprung um 32 % auf 16,00 USD je Aktie hinlegen und ein Rekordergebnis einfahren.
Die forward P/E läge demnach bei 9,6.

Nachdem man im ersten Halbjahr bereits 8,85 USD je Aktie verdient hat, sind die Schätzungen vermutlich zu niedrig, was weiteres Aufwärtspotenzial bieten könnte.

Ferner ergibt sich eine mögliche Bewertungslücke, denn in den letzten fünf Jahren lag die P/E durchschnittlich bei 12,2.
Um wieder dieses Bewertungsniveau zu erreichen, müsste der Aktienkurs von JP Morgan auf 195,20 USD steigen.

JP Morgan Aktie: Chart vom 18.07.2023, Kurs: 153,33 USD - Kürzel: JPM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
JP Morgan Aktie: Chart vom 18.07.2023, Kurs: 153,33 USD – Kürzel: JPM

Aus technischer Sicht sitzen die Bullen fest im Sattel. Mit dem Ausbruch über 144 USD wurden ein Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 157 sowie 167 – 173 USD ausgelöst.

Kann das Allzeithoch überwunden werden, ergeben sich daraus extrapolierte Kursziele bei 190 – 192 USD.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Still und heimlich hat sich die Aktie des US-Finanzkonzerns ihren Weg in Richtung des bisherigen Jahreshochs geebnet. Bereits im April konnte sich die JPMorgan Chase-Aktie entgegen dem allgemeinen Trend des Bankensektors recht stark entwickeln und bewegte sich seither größtenteils seitwärts.

Nun aber scheinen die Bullen endgültig wieder das Zepter in die Hand genommen zu haben. Vorige Woche gelang der Breakout über die Marke von 144 USD und dies begleitet von recht hohem Handelsvolumen. Aus aktueller Sicht scheint dies der Beginn einer größeren Trendwende zu sein. Das Papier befindet sich mittlerweile wieder in einer bullischen Trendphase. 

Expertenmeinung: Auch im längerfristigen Chartbild ist der aktuelle Ausbruch überaus positiv zu sehen. Dies sind entscheidende Kaufsignale, welche die Bewegung der zweiten Jahreshälfte maßgeblich positiv beeinflussen könnten.

olange die Kurse nicht wieder deutlich unter das Niveau von 144 USD zurückfallen, bleibe ich hier bei einer klar bullischen Gesamthaltung. Mögliche Kursziele? Aus aktueller Sicht halte ich einen Anstieg auf bis zu 165 USD durchaus für möglich. Die nächsten Quartalsergebnisse stehen am 14. Juli an und werden die weitere Bewegung ebenfalls mitgestalten.

Aussicht: BULLISCH

JPMorgan Chase Aktie: 05.07.2023, Kurs: 145.13 USD, Kürzel: JPM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
JPMorgan Chase Aktie: 05.07.2023, Kurs: 145.13 USD, Kürzel: JPM | Quelle: TWS

JPMorgan schloss am Freitag auf neuem Jahreshoch und überwand dabei eine markante Widerstandszone, die die Aktie über Monate mehrfach gestoppt hatte. Aber taugt der Auslöser des Anstiegs für weitere Kursgewinne? Und ist der Kurs nach oben jetzt wirklich frei?

Am Mittwochabend nach US-Handelsende wurde verkündet: Alle 23 getesteten US-Banken haben den regelmäßig von der US-Notenbank durchgeführten „Stresstest“ bestanden. Mit dessen Bestehen könnten diese Banken, unter ihnen JPMorgan Chase, die Dividenden anheben oder Aktien zurückkaufen, sprich weitere anlegerfreundliche Maßnahmen vollziehen. Das trieb die Aktie am Donnerstag und Freitag höher und führte dazu, dass die Widerstandszone 143/144 US-Dollar, in welcher JPMorgan seit Januar mehrfach nach unten abgewiesen wurde, endlich überboten wurde.

Das klingt, als würde man nach diesem bullischen Chartsignal jetzt eine Aktie einsammeln können, bei der man Krisenfestigkeit ebenso bekommt wie die Aussicht auf „Goodies“ in Form von kurstreibenden Aktienrückkäufen oder höheren Dividenden, sprich: Es wirkt, als könne man hier nichts verkehrt machen, wenn man umgehend Long geht. Ist das so?

Expertenmeinung: Der Markt ist derzeit für den Finanzsektor tendenziell eher optimistisch, vor allem in den USA. Dass man da dann kritische Stimmen ignoriert, die seit Einführung dieser „Stresstests“ vor 15 Jahren monieren, dass diese Tests zu leicht zu bestehen und nicht imstande sind, die unweigerlichen Überraschungen einer echten Krisensituation abzubilden, ist daher normal. Aber das ändert nichts daran, dass man die von vielen dadurch unterstellte, absolute „Krisenfestigkeit“ sicherheitshalber mit einem Fragezeichen versehen sollte.

Darüber hinaus stellt man seit Monaten zwar in den Vordergrund, dass die Banken umso rentabler arbeiten können, je höher der Level der Kapitalmarktzinsen steigt, so dass die zunehmende Gewissheit, dass der Leitzins und mit ihm Kredit- und Hypothekenzinsen in den USA noch weiter steigen, eher positiv wirkt. Aber man ignoriert eine normalerweise damit einhergehende, rückläufige Kreditnachfrage und eine steigende Zahl an platzenden Krediten.

Und zuletzt wäre da noch die Charttechnik. Denn ja, JPMorgan ist über eine wichtige Widerstandszone hinaus ausgebrochen. Aber das hat den Kurs erst einmal nur ans untere Ende der nächsten Widerstandszone geführt, wie wir in unserem Chart auf Wochenbasis sehen. Zwischen 145,71 und 151,84 US-Dollar finden wir den Widerstandsbereich aus den unteren Wendepunkten der großen, im Frühjahr 2021 begonnenen und Anfang 2022 abgeschlossenen Toppbildung. Darüber wäre der Weg dann aus charttechnischer Sicht zwar frei, aber:

Angesichts der nicht gerade soliden Argumente, die den Kurs jetzt höher gezogen haben, wäre es für Zukäufe zu überlegen, erst einmal abzuwarten, ob die JPMorgan-Aktie diese Zone auch wirklich bezwingt. Grundsätzlich Long zu sein bleibt währenddessen, das zeigt der Chart ebenso, durchaus opportun. Solange die Aktie die mittelfristige Aufwärtstrendlinie bei derzeit 136,50 US-Dollar nicht brechen sollte, gäbe es hier für das Bären-Lager nichts zu holen.

JPMorgan Aktie: Chart vom 30.06.2023, Kurs: 145,44 US-Dollar, Kürzel: JPM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
JPMorgan Aktie: Chart vom 30.06.2023, Kurs: 145,44 US-Dollar, Kürzel: JPM | Quelle: TWS