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Viel ist von der Super-Hausse des Silbers nicht übriggeblieben. Und momentan sieht es nicht so aus, als hätte das bullische Lager Willen und Kapitalkraft, um das Ruder herumzureißen. Aber unverhofft kommt auch hier oft. Welche Marken sind hier auf beiden Seiten jetzt wichtig?
Nach dem Kurseinbruch als Folge der extrem heiß gelaufenen Hausse im Vorfeld gab es immer mal wieder Versuche, den Silberpreis mit Hauruck-Aktionen wieder in Fahrt zu bringen. Aber ob auf der Ober- oder auf der Unterseite, man kam nicht weit … und die Ausschläge wurden alleine dadurch kleiner. Ohne gute Chancen auf Erfolg nimmt die Zahl derer, die sich an einen solchen Ausbruchsversuch heranwagen, eben ab.
Zuletzt gab es einen Versuch, Silber nach unten in Fahrt zu bringen. Dieser Versuch gelang erst einmal auch nicht, Silber verteidigte das März-Tief bei 61,02 US-Dollar. Allerdings fällt auf, dass man sich derzeit schwertut, den Kurs wieder in die „stabile Seitenlage“ zurückzubefördern, als die man die gleitenden Durchschnitte der letzten 10, 20, 50 und 100 Handelstage ansehen könnte, denn in diesen Bereich kehrte der Kurs regelmäßig zurück. Könnten sich die Short-Seller womöglich jetzt doch noch durchsetzen, haben die Bullen nicht mehr die Kraft, dagegenzuhalten?
Expertenmeinung: Wenn man sich die aktuelle Gesamtsituation ansieht, hätten die Bären jetzt zumindest eine größere Chance als in den Wochen und Monaten zuvor. Zum einen sieht es momentan so aus, als könnte es in Sachen Iran am Verhandlungstisch weitergehen und die Versorgung mit Rohöl wieder ins Gleichgewicht kommen. Zum anderen hielt die US-Notenbank am Mittwoch die Füße still und sah trotz erhöhter Inflationsraten von einer Zinsanhebung ab. Die Argumente für Silber als „sicheren Hafen“ sind also auf dem Rückzug.
Aber was ist mit Silber als Spekulationsobjekt? Immerhin ging es bei der Hausse im Herbst und Winter weniger um langfristige Absicherungen von Kapital in einem scheinbar „sicheren“ Asset als um reine Spekulation? Das ist zwar richtig, aber momentan ist dieses Spekulationskapital weitergewandert und tummelt sich im Bereich der Halbleiter-Aktien.
Damit stehen die Bullen hier in der Tat mit dem Rücken zur Wand. Aber die Lage um den Iran und damit auch der Rückgang des Ölpreises sind eine fragile Angelegenheit. Und dass die Spekulation sich nicht, wenn sie vom Halbleiter-Sektor aus weiterwandert, wieder den Edelmetallen zuwendet, ist nicht ausgeschlossen. Daher wäre es zwar riskant, sich vor einem klar bullischen Signal auf der Long-Seite zu bewegen, aber solange die Bullen nicht wirklich besiegt sind, wären Short-Trades nicht minder gewagt. Wo lägen die Marken, die vermutlich als taugliche Signale für einen neuen Impuls auf der Ober- und Unterseite dienen könnten?
Auf der Oberseite müsste der Kurs die über ihm liegenden, gleitenden Durchschnittslinien und die beiden Abwärtstrendlinien mit Startpunkt Januar und März überwinden. Dazu bräuchte er aktuell Schlusskurse über 81 US-Dollar. Das nächste charttechnische Kursziel läge dann bei 89,38 US-Dollar.

Auf der Unterseite wäre es ein markant bärisches Signal, wenn Silber dieses März-Tief bei 61,02 US-Dollar doch noch durchbrechen würde. Die nächste Supportlinie von Bedeutung würde dann bei 54,49 US-Dollar warten. Solange sich der Kurs innerhalb dieser Range zwischen 61 und 81 US-Dollar bewegt, ist offen, wie die Reise weitergeht. Das ist eine breite Spanne, aber bei den derzeit unberechenbaren Kursen ist dieser Bereich auch für kurzfristige Trader ein unsicheres Terrain!
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 17.06.2026 um 22:41 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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