Sartorius VZ Aktie Prognose Sartorius Vz.: Chance vertan, jetzt wird die Rechnung präsentiert

News: Aktuelle Analyse der Sartorius VZ Aktie

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Sartorius VZ
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Bis Mitte vergangener Woche hätte das eine tadellose Bodenbildung sein können, was die Sartorius Vorzugsaktie da zeigte. Doch am Ende der Woche war diese Chance dahin. Die Bullen haben ihren Matchball vergeben, jetzt ist die Gegenseite am Zug. Kursziel?

Der Chart macht schnell klar, wo das Kursziel aus rein charttechnischer Sicht jetzt liegen würde: auf Höhe des Tiefs vom Herbst 2023 bei 215,30 Euro. Und das wäre weit genug entfernt, um dem bärischen Lager die Motivation zu liefern, das auch auszuloten. Denn nachdem zum Ende der Vorwoche die Chance auf eine Bodenbildung mit anschließender Aufwärts-Trendwende durch den Bruch der Unterstützungslinie bei 264,90 Euro in sich zusammenfiel, ist klar: Die Bullen können hier momentan nichts bewegen. Und rein technisch orientierte Trader sind ohnehin nie auf eine Seite fixiert und dürften jetzt einfach die Seite wechseln.

Sartorius Vz.: Chart vom 24.05.2024, Kurs 253,00 Euro, Kürzel: SRT3 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Sartorius Vz.: Chart vom 24.05.2024, Kurs 253,00 Euro, Kürzel: SRT3 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Man könnte zwar einwenden, dass die Sartorius-Aktie dann aber unterbewertet wäre, so dass fundamental orientierte Anleger schon auf höherem Level die Hand aufhalten und die Aktie stabilisieren könnten … womöglich sogar umgehend, trotz des bärischen Signals dieses Ausbruchs nach unten. Aber damit stünde man auf wackligem Boden, denn:

Expertenmeinung: Ob die Aktie jetzt oder sogar auf Höhe des Tiefs vom letzten Herbst wirklich unterbewertet wäre, ist etwas, das man nicht sicher einschätzen könnte. Schließlich basieren die Gewinnschätzungen der Analysten für das laufende Jahr bislang nur auf dem Ergebnis des ersten Quartals … und da hatte Sartorius die Erwartungen verfehlt. Sicherlich wird sich die Gemengelage für den Medizin- und Labortechnikspezialisten wieder aufhellen. Aber wann und von welchem Umsatz- und Gewinnlevel auch das dann passieren wird, ist eben unsicher.

Daher muss es auch nicht zwingend helfen, dass das durchschnittliche Kursziel der Analysten mit derzeit 324 Euro ein gutes Stück über dem momentanen Kurs liegt. Als die Aktie im vergangenen Herbst bei 215,30 Euro aufsetzte, lag es nur unwesentlich niedriger, aufgefangen hatte das die Aktie nicht. So gesehen wäre der Versuch, in dieses nach dem Ausbruch aus der Bodenbildungsspanne wieder scharfe, fallende Messer hineinzugreifen, zumindest als „verwegen“ einzustufen!

Quellenangaben: Analysten-Kursziele:
https://finance.yahoo.com/quote/SRT3.DE/analysis

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Vorherige Analysen der Sartorius VZ Aktie

Nachdem Sartorius ein bei Umsatz und Gewinn gleichermaßen unter den Analystenprognosen ausgefallenes Ergebnis des ersten Quartals meldete, brach die Aktie ein, bildete dann aber schnell einen Boden. Aber wenn der halten soll, müssen die Käufer sofort zurückkommen!

Sicher, die Zahlen, die das Labor- und Medizintechnikunternehmen im April vorgelegt hatte, waren alles, nur nicht ermutigend. Aber man kommunizierte auch Ansätze einer Stabilisierung und die Hoffnung auf Besserung im zweiten Halbjahr.

Was zwar auffällig viele Unternehmen so sehen … und noch ist das eben nichts weiter als eine Hoffnung. Eine, die man für das zweite Halbjahr 2023 auch schon hatte. Und da wurde nichts daraus. Aber bei anderen Unternehmen sorgten solche Aussagen dafür, dass die Enttäuschung milder ausfiel oder ganz entfiel. Eigentlich könnten die Bullen die Aktie jetzt also durchaus im Auge haben und versuchen, das Ruder herumzureißen. Wobei …

… bis zum Mittwochabend sah es ja auch danach aus. Die Sartorius Vorzugsaktie hatte schon drei Tage nach dem Abriss im Zuge der Quartalsergebnisse eine erste Gegenbewegung gesehen, die dann in eine Seitwärtsbewegung überging. Die allerdings ebenso eine Bodenbildung wie eine Konsolidierung vor einem weiteren Abwärtsimpuls sein könnte. Das bleibt so lange offen, bis die entscheidenden Ankerpunkte der Handelsspanne in die eine oder andere Richtung überkreuzt werden. Bis Mittwoch hätte man eher auf die Oberseite gewettet. Aber am Donnerstag sackte der Kurs plötzlich ohne neue Nachrichten durch und näherte sich dadurch dem bisherigen Jahres-Verlaufstief von 264,90 Euro. Es wird also eng für die Bullen.

Sollte die Aktie dort nach unten ausbrechen, hätte das bärische Lager den Vorteil, dass bis hinunter zum 2023er-Tief bei 215,30 Euro keine nennenswerte Supportlinie warten würde, die Käufer dazu einladen könnte, die Hand aufzuhalten. Aber was ist mit der Bewertung und den Analysten – hätten die Bären da nicht Gegenwind? So dramatisch schlecht war das Quartalsergebnis ja auch wieder nicht … oder?

Expertenmeinung: Das zwar nicht, aber die Bewertung über das Kurs/Gewinn-Verhältnis läge auf Basis der 2024er-Gewinnschätzung zwischen 60 und 80, je nach Schätzungen, und damit viel zu hoch. Sie wäre dann nicht zu hoch, wenn das Unternehmen 2025 mit dem Gewinn massiv durchstarten würde. Aber das kann man eben auch anzweifeln. Und das tun auch einige Analysten. Die Kursziele liegen da, je nach Einschätzung des Experten hinsichtlich der Zukunft, zwischen bärischen 210 und bullischen 412 Euro. Was bedeutet: Da wäre für Bullen und Bären gleichermaßen etwas dabei. Es muss und wird also die Charttechnik entscheiden. Das Handicap der Bullen dabei ist:

Sartorius Vorzugsaktie: Chart vom 16.05.2024, Kurs 277,60 Euro, Kürzel: SRT3 | Online Broker LYNX
Sartorius Vorzugsaktie: Chart vom 16.05.2024, Kurs 277,60 Euro, Kürzel: SRT3 | Quelle: TWS

Auf der Oberseite würde ein Ausbruch aus der über die letzten vier Wochen etablierten Handelsspanne nicht für ein Kaufsignal reichen, denn das obere Ende der Range läge mit 305 Euro inmitten der bis 2022 zurückreichenden, jetzt als Widerstand fungierenden Zone 293 zu 311 Euro. Und knapp darüber, im Chart dick schwarz markiert, wartet auch noch bei 319 Euro die 200-Tage-Linie. Bevor nicht auch diese Linie überboten ist, wäre der Weg nach oben äußerst steinig. Die Bären hätten also gerade einen Matchball. Ob sie ihn verwandeln oder nicht, dürfte sich kurzfristig entscheiden, denn ein Chartbild wie dieses lassen die Trader nie lange im Raum stehen. Das sollte man im Auge behalten!

Quellen:
Ergebnis 1. Quartal 2024, 18.04.2024: https://www.sartorius.com/en/company-de/newsroom-de/corporate-news-de/2024-geschaeftszahlen-erstes-quartal-sartorius-ag-1549624#clickedSearchResult=search-result-1549624&clickedSearchResultOffset=169

Wäre man auf der Suche nach etwas, das perfekt zu dem Begriff „Fehlstart“ passen würde, wäre man bei Sartorius richtig: Umsatz und Gewinn lagen im 1. Quartal nicht nur unter dem Vorjahr, sondern auch unter den Prognosen. Aber musste die Aktie deswegen so einbrechen?

Das war unstrittig nicht das, was man als Investor gerne hätte, was der Medizin- und Labortechnikspezialist Sartorius am Donnerstagmorgen vorlegte. Der Umsatz war gegenüber dem ersten Quartal 2023 um 9,3 Prozent auf 819,6 Millionen Euro gefallen, die Analysten-Prognose sah im Schnitt 859 Millionen. Das ist für sich genommen schon eine Hausnummer, wiegt aber umso schwerer, als der Umsatz dieses Vergleichszeitraums bereits um nominal 11,9 Prozent unter dem des ersten Quartals 2022 gelegen hatte.

Der operative Gewinn, gerechnet als ein um Sonderfaktoren bereinigtes EBITDA (vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen), lag bei 234 Millionen (Prognose 240 Millionen, Vorjahr 272 Millionen), die EBITDA-Gewinnmarge fand sich bei 28,6 Prozent (1. Quartal 2023: 30,1 Prozent, 1. Quartal 2022: 34,1 Prozent) wieder.

Dabei hatten viele gedacht, dass das, was das Unternehmen vor einem Jahr in der Bilanz des ersten Quartals 2023 noch als „Nachfragenormalisierung“ bezeichnete, endlich vorbei sei. Letztes Jahr hoffte man darauf, dass die Nachfrage und mit ihr die Preise im so entscheidenden Markt China im zweiten Halbjahr 2023 anziehen werden. Die Zahlen zeigen, nicht nur bei Sartorius, sondern auch in anderen Unternehmen und Branchen: Das passierte nicht. Jetzt hofft man auf das zweite Halbjahr dieses Jahres. Man kann nur hoffen, dass das nicht endet wie das Warten auf Godot. Aber rechtfertigte dieses Zahlenwerk ernstlich einen derartigen Kursrutsch, wie wir ihn gestern gesehen haben?

Expertenmeinung: Rein von den Zahlen und Aussagen her eher nicht. Denn neben dem fraglos ernüchternden Blick zurück warf Sartorius auch einen nach vorne … und der hätte den Optimismus, zumindest auf kleinerer Flamme, allemal erhalten können. Denn man sprach von einer belebten Nachfrage, sieht diese im zweiten Halbjahr dann auch und gerade in China und hielt an der bisherigen Jahresprognose, die einen moderaten bis ordentlichen Anstieg bei Umsatz und EBITDA-Marge avisiert, fest. Unterfüttert wurde diese Erwartung, die Jahresziele weiterhin erreichen zu können, von einem Auftragseingang, der im ersten Quartal immerhin acht Prozent über dem des ersten Quartals 2023 lag.

Zwingend nachvollziehbar ist dieser Abriss der Aktie also nicht … wenn man sich nur auf die Bilanz und die darum herum getroffenen Aussagen reduziert. Aber es gibt ja auch noch die Charttechnik. Und da ließe sich durchaus eine Erklärung für die Dimension dieser Kursverluste finden: der Domino-Effekt.

Sartorius Vz.: Chart vom 18.04.2024, Kurs 278,90 Euro, Kürzel: SRT3 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Sartorius Vz.: Chart vom 18.04.2024, Kurs 278,90 Euro, Kürzel: SRT3 | Quelle: TWS

Wir sehen im Chart, dass die Ende Oktober 2023 etablierte Aufwärtstrendlinie bereits zu Monatsbeginn gebrochen wurde. Das dürfte viele bullische Akteure, die zuvor hofften, die Aktie würde die Widerstandszone 368/383 Euro bezwingen, vorsichtig gestimmt haben. Da nimmt dann natürlich die Zahl an sicherheitshalber unter wichtige Chartmarken gelegten Stop Loss-Verkaufsorders zu. Und die griffen heute … und das eine nach der anderen: ein Effekt wie bei umfallenden Dominosteinen.

Zuerst wurde bereits zu Handelsbeginn die im Chart dick schwarz markierte 200-Tage-Linie „gerissen“. Das sorgte für ausgelöste Stop Loss-Orders, die die Aktie weiter drückten … und zwar in die Supportzone 293/311 Euro. Da fehlte schon nach der Eröffnung mit einer großen Abwärtskurslücke nicht viel Druck, um auch die zu unterbieten und dadurch weitere Stop Loss-Verkaufsorders auszulösen. Und die Sache dürfte zusätzlich durch den Umstand intensiviert worden sein, dass das alles unmittelbar vor der heutigen Options-Abrechnung an der Terminbörse passierte. Das lässt vermuten, dass sich einige Akteure dort in großer Eile durch Short-Positionen absichern mussten, auch das erhöht den Druck.

Fazit: Wären Zeitpunkt und Chartkonstellation andere gewesen, wäre die Aktie vermutlich deutlich weniger stark in die Knie gegangen. Da wir jetzt aber ein markant bärisches Signal im Chart sehen und vorerst keine Supportlinien von Bedeutung in der Nähe sind, wäre es dennoch verwegen, hier einfach die Hand aufzuhalten. Die Sartorius Vorzugsaktie sollte zumindest über der jetzt wieder als Widerstand fungierenden Zone 293 zu 311 Euro schließen, bevor man Käufe erwägen könnte.

Quellenangaben: Ergebnis 1. Quartal 2024, 18.04.2024:
https://www.sartorius.com/en/company-de/newsroom-de/corporate-news-de/2024-geschaeftszahlen-erstes-quartal-sartorius-ag-1549624#clickedSearchResult=search-result-1549624&clickedSearchResultOffset=169

Zu Beginn des 2. Quartals wurden einige Branchen kräftig gekauft … aber die Medizintechnik gehörte nicht dazu. Dadurch hat die Sartorius Vorzugsaktie genau da abgedreht, wo sie aus Sicht des bärischen Lagers abdrehen sollte: Die kommenden Wochen werden also spannend!

Die Medizintechnikbranche ist grundsätzlich ein Wachstumsmarkt. Die Unternehmen dieses Bereichs wie Sartorius hatten in den vergangenen Jahren dynamische Umsatz- und Gewinnsteigerungen vorzuweisen, entsprechend groß war das Interesse von Investoren ebenso wie von kurzfristigen Tradern, hier dabei zu sein. Zunächst nahezu einheitlich auf der Hausse-Seite und dann, als der Boom vorbei war und die Nachfrageschwäche einsetzte, im bärischen Lager. Der Umstand, dass die Sartorius Vorzugsaktie so sehr im Fokus von Tradern stand, steigerte dabei ihre Volatilität. Und Aktien, bei denen in kurzer Zeit mehr Bewegung zu erhoffen ist als bei anderen, ziehen umso mehr Trader an. Die Folge: Übertreibungen in beide Richtungen.

Zunächst verlängerte man die Wachstumsphase mit dem Lineal in die Zukunft, was dazu führte, dass die Aktie derart weit stieg, dass die Bewertung selbst bei einem Eintreffen der, wie sich dann herausstellte, zu optimistischen Gewinnerwartungen absurd teuer bewertet gewesen wäre. Dann aber, als die Hausse-Träume platzten, übertrieben es die Trader wiederum nach unten. Auch, wenn das Jahr 2023 deutliche Einbußen beim Unternehmensgewinn brachte, war ein Absturz des Kurses auf 215 Euro im vergangenen Herbst überzogen. Es kam, was kommen musste:

Leerverkäufer deckten ihre Positionen mit großem Gewinn ein, was die Aktie nach oben zog. Trader sprangen auf den Zug auf, ruckzuck war die Goldgräberstimmung zurück und trieb den Kurs der Vorzugsaktie binnen fünf Monaten um sagenhafte 78 Prozent nach oben … bis er dann Ende März an einer markanten Widerstandszone stoppte und nach unten drehte. Sind also jetzt die Bären wieder am Zug und die nächste Übertreibung, diesmal wieder nach unten, zu erwarten?

Expertenmeinung: Möglich ist es. Denn auch, wenn Sartorius für 2024 einen Ausblick vorlegte, der eine Besserung der Lage avisiert: Viel ist es eben nicht, was man da erwartet. Der Umsatz soll im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich steigen, zugleich soll die operative Gewinnmarge in den Bereich von „etwas über 30 Prozent“ zurückkehren, nach 28,3 Prozent im Vorjahr. Das klingt ganz ordentlich, aber wer zurückblickt, sieht: 2022 war diese Marge mit 33,9 Prozent noch ein deutliches Stück besser gewesen. Daher hatten auch die Analysten zuletzt keine wirklich entscheidend neue Lage gesehen, das durchschnittliche Kursziel der Experten liegt derzeit bei 347 Euro … und der Chart zeigt: Vor knapp drei Wochen noch hatte Sartorius bereits deutlich höher notiert.

Sartorius Vz.: Chart vom 10.04.2024, Kurs 340,00 Euro, Kürzel: SRT3 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Sartorius Vz.: Chart vom 10.04.2024, Kurs 340,00 Euro, Kürzel: SRT3 | Quelle: TWS

Da der Kurs dabei genau am oberen Ende der Widerstandszone 369 zu 383 Euro hängen geblieben war, dort abdrehte und bereits die Oktober-Aufwärtstrendlinie und die Supportlinie bei 350 Euro gebrochen hat, ist es durchaus drin, dass das bärische Lager jetzt Zulauf erhält. Man versucht, die nächsten, potenziellen Supportlinien „abzuarbeiten“.

Das wäre als unmittelbar nächster Support die 200-Tage-Linie bei derzeit 323 Euro, darunter ginge es um die bis ins Frühjahr 2022 zurückreichende, massive Unterstützungszone zwischen 293 und 311 Euro. Die könnte halten. Und täte sie es, würde sich im langfristigen Chartbild sogar die Chance auf eine immens große, umgekehrte Schulter-Kopf-Schulter-Aufwärtstrendwende ergeben. Aber „könnte“ ist nichts, woraufhin man beherzt einsteigen sollte:

Hier wäre es unbedingt ratsam, erst dann wieder über Long-Trades nachzudenken, wenn die Aktie Widerstände zurückerobert und damit erkennbar wird, dass das Bären-Lager Sartorius aus seinen Fängen lässt. Kurzfristig hätte die Short-Seite hier auf jeden Fall erst einmal die besseren Karten.

Quellenangaben: Geschäftsbericht 2023, 14.02.2024:
https://www.sartorius.com/download/1519362/20240216-sag-pm-geschaeftsbericht-2023-de-data.pdf
Analysten-Kursziele: https://finance.yahoo.com/quote/SRT3.DE/analysis

Die Aktie des Medizin- und Labortechnikspezialisten Sartorius war 2019 – 2021 ein Liebling des bullischen Lagers, sah dann bis Herbst 2023 einen dramatischen Abstieg, bis Jahresende eine dynamische Erholung – und jetzt passiert gar nichts. Das kann nicht so bleiben … oder?

Es ist zwar nicht die Regel, dass aus einer Aktie, die jahrelang eine beeindruckende Dynamik in beide Richtungen zeigte und von immens vielen Tradern gehandelt wurde, in eine deutlich kleinere Handelsspanne übergeht und damit im Vergleich zu früher beinahe wie in einem Dornröschenschlaf daherkommt, aber es kommt vor. Und auch, wenn das Chartbild die Chance für einen Befreiungsschlag in beide Richtungen bietet: Man sollte hier doch besser abwarten, ob es wirklich dazu kommt, statt im Vorfeld spekulativ auf einen Ausbruch zu setzen.

Denn aus Sartorius‘ faszinierender Wachstumsstory ist aktuell ein „einerseits, andererseits“ geworden, das nicht nur die Trader zurückhaltend werden lässt, auch die Analysten sehen hier, zumindest aktuell, nicht umwerfend viel Spielraum. Seit Sartorius Ende Januar seine 2023er-Ergebnisse nebst Ausblick vorlegte, lagen die neuen Analysten-Kursziele in einer Range zwischen 290 und 365 Euro, mehrheitlich votierten die Experten dabei mit „Halten“. Und das durchschnittliche Kursziel aller in den vergangenen sechs Monaten neu vergebenen Kursziele liegt bei 331 Euro. Genau dort also, wo die Aktie gerade notiert.

Expertenmeinung: Basis dieser „Lähmungserscheinungen“ ist, dass das 2023er-Ergebnis zwar weniger schlecht ausfiel als von vielen im Vorfeld befürchtet, schlecht war es aber trotzdem. Und der Ausblick auf das angelaufene Jahr 2024 avisiert zwar ein wenig Besserung, aber eben nicht so viel, dass das als Argument für einen Befreiungsschlag der Aktie nach oben dienen müsste. Zu gut, um massiv abzurutschen, zu schlecht für einen neuen Hausse-Impuls: Das muss nicht so bleiben, aber bei einer solchen Gemengelage täte man besser daran abzuwarten, bis sich das seitens des Chartbilds auch tatsächlich geändert hat, zumal:

Die Aktie bewegt sich gerade ziemlich genau in der Mitte der Handelsspanne der letzten fünf Jahre. Das ist die Zone, in der sich der Kurs in dieser Zeit auch am längsten aufhielt, so dass wir hier eine ganze Phalanx an potenziellen Unterstützungen und Wendemarken sehen, aus der die Sartorius Vorzugsaktie erst mal heraus muss, um Momentum aufbauen zu können. Der Chart zeigt, was dazu gelingen muss:

Sartorius Vorzugsaktie: Chart vom 19.02.2024, Kurs 331,6 Euro, Kürzel: SRT3 | Online Broker LYNX
Sartorius Vorzugsaktie: Chart vom 19.02.2024, Kurs 331,6 Euro, Kürzel: SRT3 | Quelle: TWS

Für ein bullisches Signal braucht es einen Break über 382,60 Euro, das Sommerhoch 2023. Erst dann wäre die jetzt über dem Kurs wartende Widerstandszone wirklich bezwungen und der Weg aus charttechnischer Sicht erst einmal frei. Ein bärisches Signal wäre gegeben, wenn die Aktie die bis ins Frühjahr 2022 zurückreichende Supportzone 291 zu 311 Euro unterbieten würde, in diesem Fall wäre der Weg für einen Test des 2023er-Tiefs bei 215,30 Euro geebnet.

Dass die derzeitige Handelsspanne keine für die Ewigkeit ist, ist sicher unstrittig. Aber die Ausbruchsrichtung bleibt bislang offen … und man sollte sich nicht von der früheren Dynamik der Sartorius-Aktie täuschen lassen: Auch eine Aktie wie diese kann eine Zeitlang zum Dornröschen werden!

Quellen:
Ergebnis 2023, 26.01.2024: https://www.sartorius.com/download/1511660/prelim-fy-2023-download-press-release-sag-de-data.pdf

Das Medizin- und Labortechnikunternehmen Sartorius legte am Freitag vorläufige Ergebnisse für 2023 und eine Zielsetzung für 2024 vor. Das führte zu einem kräftigen Kursanstieg. Aber es führte noch nicht zu einem klar bullischen Signal. Kommt das noch … oder kommt es nicht?

Würde man nur die rein prozentuale Veränderung von +9,9 Prozent sehen und nicht das Chartbild dazu, könnte man vermuten, dass das Zahlenwerk von Sartorius für die Anleger eine Offenbarung war. Aber eigentlich läuft es eher unter „es hätte schlimmer kommen können“. Denn der Blick auf 2023 war äußerst ernüchternd, auch, wenn man mit noch Schlimmerem gerechnet hatte:

Der Umsatz fiel von 4,2 Milliarden Euro im Jahr 2022 auf 3,4 Milliarden. Der Auftragseingang lag bei 3,07 nach 4,0 Milliarden. Operativ, gerechnet als EBITDA, verdiente Sartorius 963 Millionen Euro, 2022 waren es noch 1,4 Milliarden gewesen. Die operative Gewinnmarge (EBITDA-Marge) lag bei 28,3 Prozent, 2022 wurden noch stattliche 33,9 Prozent erreicht. Und der um Sonderfaktoren bereinigte Nettogewinn landete bei 339 Millionen Euro nach 655 Millionen im Jahr 2022.

Richtig ist, dass die durchschnittlichen Analystenprognosen für das EBITDA und den Nettogewinn mit 940 und 315 Millionen noch niedriger lagen. Auch bei der EBITDA-Marge hatten die Erwartungen niedriger gelegen. Richtig ist aber auch, dass „ein bisschen weniger schlecht als gedacht“ und „gut“ zwei Paar Schuhe sind. Und eigentlich auch nicht genug für eine tragfähige Aufwärtswende. Andererseits …

Expertenmeinung: … ist der Blick zurück jetzt weniger wichtig als der nach vorne. Aber war das, was Sartorius derzeit für 2024 anpeilt, wirklich gut genug, um die Hürden in Angriff zu nehmen, über welchen man eine mittelfristige Aufwärtswende als gelungen ansehen könnte … oder reicht es womöglich nur, einen weiteren Abstieg zu stoppen?

Für 2024 will Sartorius den Umsatz im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich steigern, zugleich soll die operative Gewinnmarge in den Bereich von „etwas über 30 Prozent“ zurückkehren. Durchstarten sieht anders aus, aber immerhin meldete man für das vierte Quartal 2023 eine Belebung des Geschäfts. Allerdings wies man auch darauf hin, dass die Unsicherheiten aufgrund der globalen politischen und wirtschaftlichen Situation weiter hoch seien. Was heißt:

Es könnte sogar besser laufen, aber eben auch schiefgehen mit der erwarteten Verbesserung. Unter dem Strich kommt da der Eindruck zustande, dass es letztlich davon abhängt, ob genug Marktteilnehmer bereit sind, der Aktie einen „Hoffnung-Bonus“ zuzubilligen. Wie stehen da die Chancen?

Sartorius Vorzugsaktie: Chart vom 26.01.2024, Kurs 331,80 Euro, Kürzel: SRT3 | Online Broker LYNX
Sartorius Vorzugsaktie: Chart vom 26.01.2024, Kurs 331,80 Euro, Kürzel: SRT3 | Quelle: TWS

So, wie sich das Chartbild nach dem Kurssprung des Freitags darstellt, ist die Sache noch in der Schwebe. Gut ist, dass die kräftige Korrektur der gewaltigen Hoffnungs-Rallye vom November und Dezember genau dort abgefangen wurde, wo sie abgefangen werden musste, um kein neues Abwärts-Signal auszulösen: in der Supportzone 293/311 Euro. Aber erst, wenn die Sartorius Vorzugsaktie die markante Widerstandszone zwischen 360 und 383 Euro überwunden hätte, wäre das Chartbild tatsächlich über die kurzfristige Ebene hinaus bullisch. Dazu müsste der Kurs aber erst einmal die jetzt angelaufene, aber zum Handelsende nicht überwundene Zone 329/333 Euro und das Dezember-Hoch bei 350,40 Euro bezwingen.

Bevor das nicht gelungen wäre, kann die Aktie jederzeit wieder abdrehen und dieses Plus des Freitags damit zur Eintagsfliege machen. Und so stark, dass die bullische Variante zwingend wäre, war der Ausblick auf 2024 eben nicht.

Quellen:
Vorläufiges Ergebnis 2023, 26.01.2024: https://www.sartorius.com/download/1511660/prelim-fy-2023-download-press-release-sag-de-data.pdf