Gerresheimer Aktie aktuell Gerresheimer: Best Case-Szenario bereits eingepreist?

News: Aktuelle Analyse der Gerresheimer Aktie

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Gerresheimer
ISIN: DE000A0LD6E6
Ticker: GXI
Währung: EUR

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Zur Gerresheimer Aktie

Nachdem bis Mitte März im Zuge der Panik alles querbeet verkauft wurde, kam es in den darauffolgenden Wochen zu einer ebenso wenig differenzierten Gegenreaktion. Danach aber begannen die meisten Marktteilnehmer genauer hinzusehen. Man machte sich auf die Suche nach Unternehmen, die entweder von dem Lockdown und der Pandemie an sich nicht beeinträchtig würden oder, noch besser, davon womöglich profitieren könnten. Zu den Unternehmen der zweiten Gruppe gehört auch der Verpackungsmittelspezialist Gerresheimer, denn dessen Schwerpunkt liegt im Pharma- und Medizinsektor. Und einigen fiel es schon auf, bevor Gerresheimer selbst Anfang Juli meldete: Sobald ein Impfstoff gefunden wäre, würde man Milliarden an Ampullen dafür brauchen. Und ein Drittel des Weltmarkts für Injektionsfläschchen entfällt auf Gerresheimer.

Dass die Aktie auch in Phasen stabil höher lief, in denen der Benchmark-Index MDAX seitwärts unterwegs war, basierte auf der Erwartung der Marktteilnehmer, dass Gerresheimer durch diesen Umstand deutlich mehr Umsatz und Gewinn erzielen werde. Aber wie stark würde der Umsatz dadurch anziehen? Diese Frage ist derzeit noch offen und birgt auf dem derzeitigen Kursniveau ein Risiko, zumal Gerresheimer seine Prognose trotz der erwarteten Umsatz-Zugewinne durch den Mehrbedarf an Injektionsfläschchen noch nicht angehoben hat. Wieso?

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Expertenmeinung: Zum einen dürfte das daran liegen, dass man noch nicht absehen kann, ob dieses Mehr an Glasampullen noch in diesem Geschäftsjahr abgesetzt wird, das bei Gerresheimer vom Kalenderjahr abweichend am 30.11. enden wird. Zum anderen entstehen dadurch auch Kosten. Im Zuge der Meldung zum Mehrbedarf an Injektionsfläschchen teilte Gerresheimer Anfang Juli mit, dass man in weitere Maschinen investiert habe, um die Kapazitäten auszubauen und bereits jetzt auf vollen Touren produziert. Ein gewisses Risiko ist da schon dabei, wenn man im Vorfeld einer erhofften Entwicklung agiert. Und das gilt für die Anleger erst recht, wenn sie die Aktie bereits im Vorfeld in luftige Höhen heben. Denn das zur Monatsmitte markierte Hoch von 100,80 Euro ist zugleich auch ein Allzeithoch. Und damit wird die Aktie jetzt von der Bewertung her erst einmal nur „teurer“.

Die Bilanz des zweiten Quartals kam hier bereits am 14. Juli, da die Quartale hier um einen Monat nach vorne versetzt sind, d.h. das zweite Quartal endete Ende Mai. Der Umsatz blieb da zum Vorjahresquartal stabil, doch der Gewinn lag zwar über der Prognose, aber zugleich 16 Prozent unter dem zweiten Quartal 2019, was durch eine deutlich unter Druck geratene, von 28,2 auf 23,2 Prozent gesunkene Gewinnmarge auf EBITDA-Basis verursacht wurde. Die Geschäftsjahresprognose rechnet mit einer insgesamt zum Vorjahr gehaltenen Marge um 21 Prozent bei einem Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich. Das wurde am 14. Juli bestätigt, d.h. das Unternehmen selbst sieht die Bäume derzeit nicht in den Himmel wachsen, die Aktie preist genau das aber ein. So gesehen wäre es allemal einen Gedanken wert, auf diesem Niveau ein paar Gewinne mitzunehmen. Denn ein Rücksetzer in die Zone 74,50/80,25 Euro, die über Jahre hinweg das obere Ende der Handelsspanne bedeutete, wäre in dieser Konstellation eine Möglichkeit, die man auf jeden Fall einkalkulieren müsste.

Chart vom 27.07.2020, Kurs 95,40 Euro, Kürzel GXI | Online Broker LYNX

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Vorherige Analysen der Gerresheimer Aktie

Ein Minus von 7,2 Prozent beförderte die Aktie des Gerresheimer-Konzerns am Dienstag an die Spitze der MDAX-Verliererliste. Man darf sich allerdings fragen, ob das nicht ein deutlich zu großer Schluck aus der Pulle war. Denn die diese Abgaben auslösende Nachricht war zweifellos nicht gut, aber sie kam auch nicht gerade einem Beinbruch gleich.

Das Unternehmen, das vor allem Verpackungs- und Systemlösungen anbietet, hatte im Sommer 2018 das Schweizer Unternehmen Sensile Medical gekauft, das sogenannte Mikropumpen entwickelt und herstellt. Diese sind unter anderem im Bereich der Medizintechnik anzusiedeln.

Das war bislang nicht gerade eine Domäne von Gerresheimer, aber die Finger nach einem solchen Wachstumsmarkt auszustrecken, erscheint schlüssig. Jetzt wurde am Dienstag von Gerresheimer gemeldet, dass der französische Pharmariese Sanofi einen an Sensile Medical vergebenen Auftrag zur Entwicklung von Mikropumpen zur Insulinversorgung storniert habe. Nicht gut, sicher. Aber damit war die Meldung noch nicht beendet.

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Expertenmeinung: Gerresheimer meldete zugleich, dass Sensile Medical einen Vertrag zur Entwicklung einer Mikropumpe mit einer anderen Zielausrichtung mit dem Schweizer Unternehmen SQ Innovation abgeschlossen habe und weitere Projekte mit Pharmakunden existieren, die Gerresheimer optimistisch hinsichtlich des Zukunftspotenzials der Mikropumpen sein lassen.

Darüber hinaus hat ein stornierter Entwicklungsauftrag bei Sensile Medical eher nicht das Potenzial, dem Gesamtunternehmen eine bilanzielle Delle zuzufügen, die einem Abschlag von 7,2 Prozent in der Aktie entsprechen würde. Der Grund, warum die Aktie so stark reagierte, dürfte über das Ignorieren der positiven Aspekte der Unternehmensmeldung hinaus in der charttechnischen Situation gelegen haben, denn:

Der Chart zeigt, dass die Aktie seit dem Frühjahr in einer breiten Seitwärtsspanne unterwegs ist. Deren obere Begrenzung bei 74,80 Euro wurde Anfang November angegangen, konnte aber nicht überboten werden. Seither lief die Aktie unterhalb dieser Hürde seitwärts. Das dürfte einige Akteure bereits in Bereitschaft versetzt haben auszusteigen, sollte sich abzeichnen, dass Gerresheimer nach unten abdreht.

Diese Meldung in Kombination mit der relativen Marktenge der Aktie hat daher zu einem schnellen Rutsch geführt, zumal dabei die 20-Tage-Linei fiel, unter der so mancher einen Stop Loss gelegt haben dürfte. Aber zum Handelsende lief der Kurs wieder in den Bereich der aktuell um 67,50 Euro verlaufenden, zeitweise schon deutlicher unterbotenen 200-Tage-Linie zurück. Ein Indiz, dass die ersten gegen Abend erkannten, dass dieser Abschlag recht überzogen wirkt. Zwar könnte die Aktie nach dem Motto „kleine Ursache, große Wirkung“ trotzdem weiter nachgeben. Aber erst, wenn Gerresheimer diese mehrmonatige Handelsspanne mit Schlusskursen unterhalb von 61,50 Euro nach unten verlassen hätte, wäre der Weg zurück nach oben wirklich erst einmal zugestellt.

Chart vom 19.11.2019, Kurs 67,00 Euro, Kürzel GXI | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

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