Gerresheimer Aktie Prognose Gerresheimer: Starke Bilanz, starker Ausblick – stark genug für die Wende?

News: Aktuelle Analyse der Gerresheimer Aktie

von |
In diesem Artikel

Gerresheimer
ISIN: DE000A0LD6E6
|
Ticker: GXI --- %

---
EUR
---% (1D)
1 W ---
1 M ---
1 J ---
Zur Gerresheimer Aktie

Der Glas- und Kunststoffverpackungshersteller Gerresheimer hat am Donnerstagmorgen nicht nur ein starkes erstes Quartal gemeldet, sondern gleich noch die Gesamtjahresprognose angehoben. Die Anleger reagierten mit Käufen … reicht das schon für die Aufwärtswende?

Das war schon beeindruckend, was Gerresheimer da vorlegen konnte. Der Umsatz stieg in den ersten drei Monaten des Jahres auf 370,8 nach 302,8 Millionen Euro im Vorjahresquartal und übertraf die durchschnittliche Analystenprognose von 350 Millionen damit deutlich. Der Nettogewinn stieg zwar weniger stark, auf 20,9 nach 18,5 Millionen Euro. Aber auch das war mehr als die 19,0 Millionen, die die Experten im Vorfeld angepeilt hatten.

Der unterproportionale Gewinnanstieg basierte auf einer von 17,9 auf 16,6 gefallenen EBITDA-Gewinnmarge. Aber damit war zu rechnen, denn der immense Schub, der von den durch die Corona-Impfkampagne heiß begehrten Impfstoff-Phiolen ausging, lässt nach, zugleich steigen auch für Gerresheimer die Produktionskosten. Aber das im MDAX gelistete Unternehmen konnte in dieser Hinsicht eine gewisse Entwarnung geben:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Gerresheimer Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Auf stark steigende Produktionskosten, die die Gewinne massiv drücken, reagieren die Anleger derzeit sehr negativ, obgleich man sich diese Entwicklung seit Wochen hätte ausmalen können und müssen. Gerresheimer aber meldete, man habe sich bereits im vergangenen Jahr zeitgerecht gegen steigende Energiekosten abgesichert und damit eine gewisse Planungssicherheit. Wie weit diese Absicherung auf der Zeitachse reicht, ist zwar unklar, aber die Rede war von einer „langfristig angelegten Absicherungsstrategie“. Darüber hinaus wurden und werden die höheren Produktionskosten durch „angemessene weitere Erhöhungen der Preise“ kompensiert.

Zugleich bleibt die Nachfrage insgesamt stark. Gerresheimer sprach von einer guten Dynamik, die auch ins noch junge zweite Quartal hinein reiche und hob die Prognose für das Umsatzwachstum von dem bisherigen Avis eines Wachstums im hohen einstelligen Prozentbereich auf ein Wachstum im zweistelligen Prozentbereich an. Hat dieser bullische Ausblick seinen Niederschlag in der charttechnischen Beurteilung der Aktie gefunden?

Die Gerresheimer-Aktie reagierte am Morgen mit einem kräftigen Anstieg von in der Spitze knapp 7,8 Prozent. Dieses starke Plus konnte großenteils ins Handelsende gerettet werden, am Ende lag die Aktie stattliche 5,4 Prozent vorne und belegte damit Platz 1 in der MDAX-Gewinnerliste. Der Haken ist, dass die Gerresheimer-Aktie dadurch nur an die entscheidende Widerstandszone herangelaufen ist, deren Überwinden ein mittelfristig bullisches Signal bedeuten würde. Solange die Aktie nicht wieder unter die Verlaufstiefs dieser Woche und die 20-Tage-Linie fallen würde, hätten die Bären hier zwar nichts zu gewinnen. Aber ob dieser gestrige Kursimpuls die mittelfristige Wende eingeleitet hat, wird sich eben erst herausstellen.

Dazu muss der Kurs durch die Widerstände zwischen 73 und 81 Euro hindurch. Erst darüber wäre die 200-Tage-Linie zurückerobert und der mittelfristige Abwärtstrend bezwungen. Das könnte gelingen, aber dem vorzugreifen wäre in diesem volatilen, von Unsicherheit geprägten Marktumfeld eine gewagte Angelegenheit.

Chart vom 07.04.2022, Kurs 71,20 Euro, Kürzel GXI | Online Broker LYNX
Testen Sie unser kostenloses Demokonto

Ihr Broker passt nicht mehr? Sie suchen einen Broker, der Ihnen eine Plattform, Tools und den Service bietet, den Sie verdienen? Dann sind Sie bereit für LYNX! Und wir sind bereit für Sie. Testen Sie unser Angebot mit unserem kostenlosen Demokonto!

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
Tageshoch
Tagestief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Heutigen Chart anzeigen

Alle Börsenblick-Artikel

Nachricht schicken an Ronald Gehrt
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Vorherige Analysen der Gerresheimer Aktie

Gerresheimer kann mit einem starken Ausblick bei den Anlegern punkten. Wenn man jetzt auch liefern kann, sieht es gut aus. Oder hat die Aktie womöglich schon zu viel vorweggenommen?

Grundsolide, das steht außer Frage

Gerresheimer ist ein Hersteller von Arzneimittelverpackungen und andere Verpackungen aus Spezialglas und Kunststoffen für die Pharma-, Kosmetik- und Lebensmittelindustrie.

Das Geschäft ist dementsprechend wenig konjunkturanfällig, allerdings wächst die Branche auch nicht sonderlich schnell.
Wir werden sehen, ob sich Gerresheimer in diesem Umfeld abheben kann.

Aktuell durchläuft der Konzern eine Neuausrichtung. Nach den eigenen Worten will man ein „innovativer Lösungsanbieter für Biotech, Pharma und Beauty“ sein.

Wie sind die Zahlen ausgefallen?

Gerresheimer ist im dritten Quartal etwas stärker gewachsen als erwartet. Der Umsatz konnte um 9,4% auf 382 Mio. Euro gesteigert werden.

Das Unternehmen verzeichne eine anhaltend hohe Nachfrage nach Produkten wie Glasampullen, Spritzen und pharmazeutischen Kunststoffverpackungen.
Auf der anderen Seite seien allerdings auch die Kosten deutlich gestiegen.

Daher hinkte der Gewinn etwas hinterher und legte „nur“ um 5,2% zu.

Im ersten Halbjahr verzeichnete man zwar ein langsameres Wachstum, konnte den Gewinn aber stärker steigern.
Die Prognose trägt diesem Umstand Rechnung.

Das wäre eine deutliche Verbesserung

Gerresheimer stellt für das laufende Geschäftsjahr nun einen Umsatz am oberen Ende der bisherigen Prognose in Aussicht, aber auch eine Marge am unteren Ende der Prognose.
In Summe soll das Ergebnis um 10% steigen.

Wichtiger ist aber der mittelfristige Ausblick. Demnach will man in den kommenden Jahren ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich und eine Verbesserung des bereinigten Ergebnisses je Aktie um mindestens 10 Prozent pro Jahr erreichen.

Kann Gerresheimer abliefern, wäre das im Vergleich zur jüngeren Vergangenheit eine deutliche Verbesserung.
In diesem Szenario würde das Unternehmen wieder eine ordentliche Bewertung verdienen. Ein KGV von 20 wäre durchaus denkbar. In den letzten fünf Jahren lag das KGC durchschnittlich bei 17,9.

In dieser Zeit lief es allerdings auch nicht annähern so gut. Von konstanten Gewinnsteigerungen um 10% per annum gab es keine Spur.

Ist da was zu holen?

Das eigentliche Problem ist aber, dass die positive Entwicklung schon weitgehend vorweggenommen wurde. Aktuell kommt Gerresheimer auf ein KGV von 27,9 und ein KGVe von 25,3.

Teurer war das Unternehmen selten. In den letzten zehn Jahren lag das KGV per Ende Dezember nur zweimal über 25.

Geneigte Schnäppchenjäger wird man damit nicht anlocken können. Darüber hinaus muss Gerresheimer erst noch beweisen müssen, dass man die Prognosen auch erfüllen kann.

Daran kann man durchaus auch Zweifel haben. Inflationsbereinigt stagniert der Umsatz bereits seit mehr als sechs Geschäftsjahren.
Das Ergebnis dürfte in diesem Jahr noch immer unter dem Niveau von 2015 liegen.

Und selbst bei 10% Gewinnsteigerungen pro Jahr, dürfte es bis 2024 dauern, bis man das Rekordergebnis aus 2018 endlich übertreffen wird.
Die Aktie notiert aber heute schon über dem damaligen Niveau. Die Hoffnungen, dass Gerresheimer ein Krisengewinner sein könnte, scheinen sich zunehmend zu zerschlagen.

Summa summarum: Wirklich einladend ist das Chance-Risiko-Verhältnis nicht. Vorerst scheinen Anleger die Quartalszahlen und den Ausblick aber positiv aufzunehmen.
Gerresheimer notiert aktuell 5,34% im Plus bei 82,85 Euro.

Chart vom 12.10.2021 Kurs: 82,85 Kürzel: GXI - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 12.10.2021 Kurs: 82,85 Kürzel: GXI – Wochenkerzen

Aus technischer Sicht ist die Lage bei diesem Underperformer nicht optimal. Die beiden oberen Aufwärtstrends wurden durchbrochen.
Aus Sicht der Bullen muss dringend eine Rückkehr über 83,00 Euro gelingen. Dann würde sich die Lage vorerst entspannen und weitere Kursgewinne in Richtung 88 und 92 Euro ermöglichen.
Zwischen 92 und 95 Euro wird es allerdings zunehmend schwierig. Derzeit erscheint es unwahrscheinlich, dass es höher geht.

Wo auch immer die Erholung ein Ende finden wird, anschließend dürfte es wieder in Richtung 78,30 Euro abwärts gehen.
Unter 78,00 sowie 76,00 und 74,00 Euro käme es jeweils zu prozyklischen Verkaufssignalen. Werden diese Margen unterschritten, muss mit einer ausgedehnten Korrektur gerechnet werden.

Der Verpackungs-Spezialist Gerresheimer legte am Dienstag die Bilanz des zweiten Quartals vor. Umsatz und Gewinn legten zum Vorjahresquartal zu, die Analystenprognosen wurden getroffen. Doch die Aktie brach um 8,92 Prozent ein – was war da los?

Die Bilanz wies Wachstum aus, zudem zeigte sich das Management optimistisch, dass die derzeit durch Corona besonders hohe Nachfrage nach den „Vials“ genannten Glasampullen für Impfstoffe womöglich kurzfristig mit dem weltweiten impffortschritt etwas zurückgehen, mittelfristig aber weiter hoch bleiben werde. Nimmt man dieses Statement für sich, wäre das kein Grund, um die Aktie zu verkaufen. Aber war den Marktteilnehmern nicht gefallen haben dürfte, was die Größenordnung des Wachstums.

Denn der Umsatz wuchs schon im von Corona geprägten Geschäftsjahr 2019/2020 (Geschäftsjahresende 30.11.) nur einstellig. In diesem zweiten Quartal 2021, das bei Gerresheimer wegen des zum Kalender um einen Monat nach vorn verschobenen Geschäftsjahrs von März bis Mai reichte, wurde ebenfalls nur ein magerer Umsatzanstieg von 3,9 Prozent zum Vorjahresquartal gemeldet. Und das, obwohl die Impfungen mit Beginn dieses laufenden Geschäftsjahres 2020/2021 angelaufen sind. Dass die Analysten sogar einen Tick weniger Umsatz prognostiziert hatten, dürfte diejenigen, die davon ausgingen, dass Gerresheimers Umsatz weit stärker zulegen müsste, nicht trösten.

Auch der Gewinn riss niemanden vom Hocker. Als Nettogewinn gerechnet stand da ein Plus von 8,2 Prozent zu Buche, als EBITDA gerechnet (vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) ging der Gewinn jedoch von 84,2 Millionen im 2. Geschäftsjahresquartal 2019/2020 auf jetzt 81,9 Millionen zurück. Auch da wurde die durchschnittliche Expertenprognose von 81,7 Millionen sogar ein wenig übertroffen. Aber das war unstrittig zu mager für eine Aktie, die unmittelbar vor den Zahlen auf ihr bisheriges, im November 2020 bei 103,70 Euro markiertes Rekordhoch zusteuerte. Und jetzt?

Expertenmeinung: Jetzt stellen sich offenbar einige die Frage, ob das vor den Zahlen angesteuerte Hoch für dieses Wachstumstempo nicht zu teuer sein könnte. Immerhin rechnen die Analysten derzeit mit einem Gewinn pro Aktie, der trotz Corona noch unter dem des Geschäftsjahres 2017/2018 liegt. Und damals lag die Handelsspanne der Aktie zwischen 60 und 80 Euro. Und wenn das Wachstumstempo bei einer Pandemie wie dieser nur so moderat anzieht, wann sollte es sich dann deutlich beschleunigen?

Das könnte auch noch zu Anschlussverkäufen führen, welche die am Dienstagabend noch gehaltene, mittelfristige Aufwärtstrendlinie brechen. Fall die erst einmal halten würde, wäre die Aktie immer noch nicht „billig“ genug, um ein ideales Chance/Risiko-Verhältnis zu bekommen. Aber wenn der Kurs die bis ins Jahr 2015 zurückreichende Unterstützungszone zwischen 74 und 80 Euro testen sollte, würde es für die bullische Seite interessant. Denn dann könnte man die Bewertung der Aktie wieder als gut bezeichnen. Und auch, wenn die Bäume dann aufgrund des moderaten Wachstums der Unternehmensgewinne nicht in den Himmel wachsen würden: Würde Gerresheimer diese Zone 74/80 Euro testen und von dort wieder nach oben hinauslaufen, wäre ein Einstieg durchaus eine Überlegung wert, zumal sich der Stoppkurs dann relativ eng knapp unter diese dann gerade verteidigte Auffangzone legen ließe.

Chart vom 13.07.2021, Kurs 89,35 Euro, Kürzel GXI | Online Broker LYNX