Wird der Gewinn von Energiekontor in diesem Jahr um 15 % oder sogar um 50 % steigen? Und könnte das erst der Anfang sein?
Milliardenmarkt erneuerbare Energien
Energiekontor gehört zu den bedeutendsten deutschen Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien.
Das Geschäftsmodell von Energiekontor basiert auf drei zentralen Säulen, die das Unternehmen in die Lage versetzen, sowohl kurzfristige als auch langfristige Einnahmen zu erzielen und gleichzeitig von den globalen Trends im Bereich der erneuerbaren Energien zu profitieren.
Diese drei Säulen sind nach den Worten von Energiekontor die Projektierung und der Verkauf von Wind- und Solarparks, die Stromerzeugung in konzerneigenen Anlagen sowie die Betriebsführung und -entwicklung.
Die erste und wichtigste ist die Entwicklung und der Verkauf von Wind- und Solarparks. Energiekontor identifiziert geeignete Standorte, sichert Genehmigungen, plant die Projekte bis zur Baureife und übernimmt anschließend den Bau der Anlagen. Am Ende werden die fertigen Parks an Investoren, Infrastrukturgesellschaften oder Energieversorger verkauft. Dieses Geschäft liefert regelmäßig hohe Einmalerlöse und bildet seit Jahren den Wachstumsmotor des Unternehmens.
Bis heute hat der Konzern rund 170 Wind- und Solarparks mit einer Gesamtleistung von etwa 1,5 Gigawatt realisiert.
Ende März 2026 befanden sich Projekte mit mehr als 650 Megawatt entweder im Bau oder bereits in konkreten Bauvorbereitungen.
Der Eigenbestand wird immer größer
Besonders interessant ist jedoch der Eigenbestand. Energiekontor verkauft nicht sämtliche Projekte weiter, sondern behält einen Teil der Anlagen im eigenen Portfolio.
Neue Projekte werden entwickelt, teilweise verkauft und teilweise dauerhaft gehalten. Die Verkaufserlöse finanzieren wiederum die nächste Projektgeneration.
Dadurch entsteht ein wachsender Bestand eigener Wind- und Solarparks, der kontinuierliche Einnahmen aus der Stromproduktion liefert. Genau diese wiederkehrenden Cashflows machen das Unternehmen unabhängiger vom zyklischen Projektgeschäft. Mittlerweile umfasst der Eigenbestand mehr als 450 Megawatt.
Die dritte Säule ist die Betriebsentwicklung. Der Bereich umfasst die Verwaltung und den Betrieb bestehender Anlagen, aber auch Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und neue Technologien. Dazu zählen beispielsweise Repowering-Projekte, bei denen ältere Windkraftanlagen durch modernere und leistungsfähigere Turbinen ersetzt werden.
Hinzu kommt der Ausbau von Speicherlösungen.
Was folgt auf den Gewinnsprung?
Nachdem der Gewinn im letzten Geschäftsjahr von 1,62 auf 2,94 Euro je Aktie bereits sprunghaft angestiegen ist, ist der Konzern planmäßig in das neue Geschäftsjahr gestartet und dürfte an die Erfolge anknüpfen können.
Im ersten Quartal wurden zusätzliche Financial Closes für deutsche Windprojekte erreicht, laufende Bauprojekte weiter vorangetrieben und neue Anlagen in Betrieb genommen. Parallel arbeitet das Unternehmen an weiteren Projektverkäufen und an der kontinuierlichen Erweiterung der Pipeline in den Kernmärkten.
Vorstandschef Peter Szabo spricht von einer robusten operativen Ausgangsbasis. Daher wurde trotz eines „anspruchsvollen Marktumfelds“ die Prognose bestätigt.
Für 2026 erwartet das Unternehmen ein Konzern-EBT zwischen 40 und 60 Millionen Euro nach 40,5 Millionen Euro im Vorjahr. Noch ambitionierter ist jedoch der Blick nach vorne: Bis 2028 soll das Konzern-EBT auf rund 120 Millionen Euro steigen.
Den Konsensschätzungen zufolge wird das Ergebnis in diesem Jahr um 15 % auf 3,38 Euro je Aktie steigen. Die konzerneigene Prognose entspricht im Mittel einem Anstieg um etwa 25 %.
Raum für positive Überraschungen ist demnach vorhanden.
Sollten die Konsensschätzungen erfüllt werden, entspricht das einem KGVe von 13,4. Im langjährigen Durchschnitt lag das KGV von Energiekontor bei 20.

Die heutigen Quartalszahlen scheinen an der Börse anzukommen. Mit dem Ausbruch über 41 Euro wurde ein Kaufsignal mit einem möglichen Kursziel bei 50 Euro ausgelöst.
Darüber wäre der Weg in Richtung 55 oder 60 Euro frei.
Fällt die Aktie jedoch unter 41 Euro zurück, haben die Bullen ihre Chance vorerst vertan.
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