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Fielmann Aktie Prognose Fielmann: Das mit Abstand beste Geschäftsjahr der bisherigen Unternehmens­geschichte

News: Aktuelle Analyse der Fielmann Aktie

von

13.02.2026 | 15:49 Uhr
In diesem Artikel
Fielmann
ISIN: DE0005772206
|
Ticker: FIE --- %

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur Fielmann Aktie

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Bei Fielmann läuft seit längerer Zeit immer wieder dasselbe Spiel. Das Unternehmen legt Geschäftszahlen vor, die Aktie springt kurz an und dann klappen wieder die Scheuklappen runter.

So scheint es auch dieses Mal wieder zu laufen. Nach den vorläufigen Zahlen zum Geschäftsjahr 2025 ist die Aktie gestern um etwa 7 % gestiegen. Heute herrscht Katerstimmung und die Aktie gibt wieder nach.

Die realwirtschaftlichen Fortschritte spiegeln sich nach wie vor nicht an der Börse wider. Doch das dürfte nicht ewig so bleiben. Solange das Unternehmen auf Kurs bleibt, sollten irgendwann auch die Kurse folgen.

Die Vermutung liegt nahe, dass die Kursschwäche vor allem auf technische Faktoren zurückzuführen ist. Die meisten Anleger schrecken vor Aktien zurück, die seit Jahren auf der Stelle treten.
Vielleicht übersehen sie dabei etwas.

Erfolgreiche Neuausrichtung

Fielmann ist in eine neue Ära eingetreten, doch bisher scheint das nicht im Geringsten gewürdigt zu werden.

Fielmann fertigt einen Großteil seiner Brillen in eigenen Werken. Das sichert Qualität und drückt die Kosten. Diese Vorteile gibt das Unternehmen direkt an die Kunden weiter. Transparente Preise schaffen Vertrauen. Ergänzt wird das Sortiment durch Markenfassungen, Kontaktlinsen, Pflegeprodukte und in ausgewählten Niederlassungen Hörgeräte.

Dieses Modell geriet zuletzt unter Druck. Onlineanbieter wie Mister Spex oder Brille24 greifen mit aggressiven Preisen an. Fielmann reagierte mit einem harten Effizienzprogramm, das Sparmaßnahmen von 125 Millionen Euro umfassen sollte, und einer Expansion in die USA.

Die beiden Maßnahmen waren hart und gewagt, beide scheinen aufgegangen zu sein.

Die Fortschritte sind sichtbar. Terminbuchungen laufen digital. Online-Sehtests ergänzen den stationären Besuch. Die Brillenanpassung wird technologisch unterstützt. Papier verschwindet, Prozesse werden schlanker. Das senkt Kosten und verbessert das Kundenerlebnis zugleich. Fielmann nähert sich wieder dem Anspruch, Kostenführer zu sein.

Nun überträgt Fielmann sein europäisches System auf den US-Markt. Einheitliche Ladenkonzepte, klare Produktauswahl, digitale Tools vor Ort. Dazu eine App mit Terminbuchung und Online-Sehtest. Viele Wettbewerber bieten das nicht.

Die entscheidende Frage lautet: Wie groß kann das US-Geschäft werden? Gelingt es Fielmann, dort ähnliche Marktanteile zu erreichen wie in Teilen Europas, könnte das Amerika-Geschäft langfristig das europäische übertreffen.

Bisher wird das nicht gewürdigt

Fielmann hat eine strategische Neuausrichtung vollzogen, die längst Früchte trägt. Im Geschäftsjahr 2023 wurde ein Gewinnanstieg um 29 % erzielt. Darauf folgte ein weiterer Anstieg um 15 % und wie wir spätestens seit gestern wissen, hat sich dieser Trend auch 2025 fortgesetzt.

Den vorläufigen Zahlen zufolge konnte der Umsatz um 7 % auf 2,44 Mrd. Euro gesteigert werden.
Gleichzeitig hat sich die EBIT-Marge von 10,6 auf 12,8 % verbessert, wodurch das EBIT um 30 % auf 313 Mio. Euro gesteigert werden konnte.

Das Wachstum wurde von allen Regionen getragen, von einem Plus von 4 % in Deutschland, über 5 – 6 % (organisch) in den USA, der Schweiz und Österreich, bis hin zu 10 – 19 % in Spanien, Polen und Tschechien.

Das Nettoergebnis verbesserte sich um 33 % auf 205 Mio. Euro und erreichte damit den bisher höchsten Wert der Unternehmensgeschichte. Der bisherige Rekord wurde 2019 mit einem Nettoergebnis von 177 Mio. Euro erzielt.

Perspektivisch ergeben sich weitere Möglichkeiten für Wachstum und eine gleichzeitig steigende Profitabilität.
Wie wir gesehen haben, wächst Fielmann in allen Regionen organisch und in den USA organisch und durch die erfolgten Zukäufe.
Im US-Geschäft lag die operative Marge 2025 mit 16,2 % deutlich unter dem Niveau in Europa in Höhe von 24,8 %.

Perspektivisch könnte sich die Lücke jedoch schließen. Tatsächlich ist das bereits geschehen, denn im Jahresverlauf konnte die operative Marge bereits deutlich gesteigert werden. Im Schlussquartal wurden 22,9 % erreicht.
Das spricht dafür, dass die Expansion in den USA bisher planmäßig verläuft.

Dem vorläufigen Jahresbericht zufolge dürfte das Ergebnis 2025 um 33 % auf 2,44 Euro je Aktie gestiegen sein.
Fielman kommt demnach auf ein KGVe von 17,7. In den letzten fünf Jahren lag das KGV durchschnittlich bei 29.

Sollte das Ergebnis 2026 wie erwartet um 11 % auf 2,70 Euro je Aktie steigen, würde das KGV dadurch auf 16 sinken.
Die zunehmende Wachstumsdynamik im vierten Quartal und die Margensteigerungen im US-Geschäft sprechen dafür, dass die Schätzungen zu niedrig sein könnten.

Fielmann Aktie: Chart vom 13.02.2026, Kurs: 43,30 EUR - Kürzel: FIE | Online Broker LYNX
Fielmann Aktie: Chart vom 13.02.2026, Kurs: 43,30 EUR – Kürzel: FIE | Quelle: TWS

Gelingt ein Anstieg über 44 Euro, könnte das eine Erholung in Richtung 47 – 50 Euro einleiten. Darüber käme es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 55 – 58,50 Euro.

Fällt die Aktie hingegen unter 39 Euro, haben die Bullen ihre Chance vorerst vertan.

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 13.02.2026 um 15:29 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

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Vorherige Analysen der Fielmann Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Nach einem starken Kursanstieg befindet sich Fielmann nun in einer Korrekturphase. Gleichzeitig scheint die Expansion in den USA neue Chancen zu eröffnen.

Zweite Chance

An der Börse bekommt man glücklicherweise sehr oft eine zweite Chance. Nach meiner Fielmann-Analyse im Januar (Fielmann: Trendwende geschafft und Potenzial zum Höhenflug?) ist die Aktie von 42,40 auf über 58 Euro gestiegen.

Aktuell ist die Aktie jedoch im Korrektur-Modus und ist dem geneigten Investor auf halbem Weg entgegengekommen. Wer im Januar nicht zugeschlagen hat, könnte jetzt die Gelegenheit nutzen – denn fundamental hat sich die Lage kaum verändert.

Fielmann hat in den vergangenen Quartalen gezeigt, dass die Trendwende keine Eintagsfliege war. Umsatz und Gewinn entwickeln sich weiter positiv – getragen von einer soliden Nachfrage, stabilen Margen und dem Fortschritt beim Effizienzprogramm.

Das „Cost Leadership Program“ zeigt deutliche Wirkung. Die Personalkostenquote sinkt, die Profitabilität steigt, und die Integration der neuen IT-Systeme verläuft planmäßig.

Die Erfolge sind längst sichtbar

Digitalisierung und Automatisierung verändern dabei nicht nur die interne Organisation, sondern auch die Kundenerfahrung. Viele Abläufe, die früher manuell oder papierbasiert waren, laufen heute digital – von der Terminvereinbarung über Online-Sehtests bis hin zur Brillenanpassung.

Fielmann ist auf dem besten Weg, die Kostenvorteile, die das Unternehmen einst so stark gemacht haben, zurückzuerobern und auf den US-Markt zu übertragen.

Die Expansion in den USA ist für Fielmann ein Meilenstein. Der dortige Markt ist stark fragmentiert und von einer schier endlosen Zahl von kleinen Anbietern geprägt. Fielmann hat dort die Möglichkeit, das in Europa bewährte Erfolgsmodell erneut umzusetzen – allerdings in noch größerem Maßstab.

Bisher scheint alles darauf hinzudeuten, dass diese Strategie voll aufgeht. In den letzten beiden Jahren hat das Unternehmen Gewinnsprünge um 29 und 15 % hingelegt.

Fielmann auf Kurs in die Zukunft

Im ersten Halbjahr 2025 legte der Umsatz um 12,3 % zu. Gleichzeitig hat sich die Profitabilität weiter verbessert, wodurch der operative Gewinn (EBT) sogar um 24,1 auf 152 Mio. Euro gesteigert werden konnte.
Besonders erfreulich hat sich das US-Geschäft entwickelt. Nach der Integration von Shopko Optical und SVS Vision wurde die Gewinnschwelle bereits erreicht – ein Jahr früher als anfangs geplant.

Für 2025 stellt Fielmann einen Umsatz von 2,5 Mrd. Euro in Aussicht, nach 2,26 Mrd. Euro im Vorjahr. Darüber hinaus geht das Unternehmen davon aus, dass das gruppenweite Effizienzprogramm zu einer weiteren Steigerung der Profitabilität beitragen wird.
Die EBITDA-Marge soll von 21,7 auf 24,0 % und das EBITDA von 471 auf 580 Mio. Euro steigen.
Beim Gewinn vor Steuern (EBT) soll sich der positive Trend der Vorjahre fortsetzen.

Den Schätzungen zufolge soll das Ergebnis in diesem Jahr um 34 % auf 2,42 Euro je Aktie zulegen. Fielmann kommt demnach auf ein KGVe von 20,6. Im langjährigen Durchschnitt lag das KGV bei 26. Aus dieser Warte ist demnach nennenswertes Potenzial vorhanden.

Fielmann Aktie: Chart vom 07.10.2025, Kurs: 49,90 EUR - Kürzel: FIE | Online Broker LYNX
Fielmann Aktie: Chart vom 07.10.2025, Kurs: 49,90 EUR – Kürzel: FIE | Quelle: TWS

Fielmann ist zum Ausbruchsniveau der letzten Rallye zurückgekommen. Für antizyklische Investoren könnte der Bereich zwischen 50 und 45 Euro interessant sein.

Gelingt hingegen ein Anstieg über 52,50 Euro, kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit Kurszielen bei 56,50 und 58,50 Euro.

Fällt die Aktie hingegen unter 45 Euro, haben die Bullen ihre Chance vorerst vertan.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Könnte das US-Geschäft größer werden als das in der EU? Die ersten 220 Filialen sind bereits in Betrieb. Wie viele können es noch werden?

Das Erfolgsmodell

Fielmann, mit über 900 Filialen in 16 europäischen Ländern und einem jährlichen Umsatz von über 2 Milliarden Euro, ist unbestritten der europäische Marktführer im Bereich der Augenoptik.

Das Unternehmen hat sich durch ein Geschäftsmodell etabliert, das auf einer einzigartigen Kombination aus hochwertigen Produkten, fairen Preisen und einem außergewöhnlich kundenorientierten Service basiert.

Zu den Kernprodukten von Fielmann zählen Korrektionsbrillen, Sonnenbrillen und Kontaktlinsen, ergänzt durch ein wachsendes Angebot an Pflegeprodukten für Kontaktlinsen sowie Hörgeräten in ausgewählten Filialen.

Durch die Produktion in unternehmenseigenen Fabriken kann Fielmann eine strenge Qualitätskontrolle gewährleisten und gleichzeitig die Kosten niedrig halten.

Dieser Kostenvorteil wird direkt an die Kunden weitergegeben, wodurch das Unternehmen hochwertige Sehhilfen zu Preisen anbietet, die häufig unter dem Marktdurchschnitt liegen. Die klare Preistransparenz stärkt zudem das Vertrauen der Kunden.

Effizienzprogramm: Ein voller Erfolg

Neben der Eigenproduktion vertreibt Fielmann auch Markenbrillen renommierter Hersteller, um eine breite Zielgruppe anzusprechen.

Trotz seiner starken Marktposition steht Fielmann vor Herausforderungen, insbesondere durch die wachsende Konkurrenz von Online-Optikern wie Mister Spex oder Brille24, die oft noch günstigere Alternativen anbieten.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hat Fielmann ein umfassendes „Cost Leadership Program“ initiiert, mit dem Ziel, bis 2025 die Kosten um 125 Millionen Euro zu senken. Dies entspricht etwa dem Gewinn des Jahres 2023 und über 5 % des Umsatzes – eine ambitionierte Zielsetzung für ein Unternehmen dieser Größe.

Die Einsparungen sollen durch Digitalisierung, Automatisierung und die Vereinheitlichung von Kernprozessen erreicht werden, um die Kostenführerschaft zurückzugewinnen und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Der Abbau mehrerer hundert Stellen, insbesondere in der Konzernzentrale, ist ein weiterer Schritt in diese Richtung, auch wenn die Rationalisierung von Fachpersonal wie Augenoptikern und Hörakustikern in den Filialen schwierig bleibt.

Krempelt Fielmann den US-Markt um?

Parallel zu diesen Maßnahmen setzt Fielmann auf internationale Expansion, insbesondere in den USA, wo das Unternehmen eine große Marktchance sieht. Der US-amerikanische Augenoptikmarkt ist stark fragmentiert und oft durch veraltete Prozesse geprägt, was Fielmann die Möglichkeit bietet, mit dem in Europa bewährten System Fuß zu fassen.

In einem ersten Schritt wurden 2024 zwei größere Zukäufe getätigt und insgesamt 220 Filialen von Shopko Optical und SVS Vision übernommen.
In den USA ist das vermutlich die bessere Strategie als selbst neue Filialen zu eröffnen, da in den USA Brillen oft nur mit ärztlichem Rezept erhältlich sind und Optiker häufig eine enge Zusammenarbeit mit Augenärzten pflegen. In der Regel befinden sich Augenärzte und Optiker im selben Gebäude oder direkt nebeneinander.

Abseits davon kopiert Fielman das in Europa bewährte System, Online sowie Offline. Einheitliche Store-Designs, eine einfache Produktauswahl und digitale Tools vor Ort schaffen ein kundenorientiertes Einkaufserlebnis, das durch technologisch unterstützte Beratung und eine transparente Preisstruktur ergänzt wird. Die geringe Standardisierung der Prozesse bei der US-Konkurrenz bietet Fielmann hierbei einen klaren Wettbewerbsvorteil.

Operative Erfolge

Darüber hinaus setzt man auf digitale App Innovationen wie Online-Sehtests und Terminvereinbarungen per App. Dadurch hebt man sich von kleineren Wettbewerbern ab, die keine digitalen Angebote anbieten können – geschweige denn eine eigene App.

Geschichten, in denen US-Unternehmen in Deutschland eine Branche aufrollen, gibt es einige. Umgekehrt ist es allerdings selten. Fielmann könnte es jedoch gelingen. Sollte das der Fall sein, ergibt sich daraus ein enormes Potenzial.

Doch auch abseits davon, läuft es bereits seit einiger Zeit wieder deutlich besser. Die strategische Neuausrichtung scheint Früchte zu tragen. Obwohl der Gewinn in den letzten beiden Jahren jeweils um etwa 20 % gestiegen war, trat die Aktie weitgehend auf der Stelle.

Darauf hatte ich bereits Ende Januar hingewiesen:
Fielmann: Trendwende geschafft und Potenzial zum Höhenflug?

Seitdem ist der Kurs von 42,40 auf 55,70 Euro gestiegen, ein Plus von etwa 30 %. Damit dürfte das Potenzial aber längst nicht ausgeschöpft sein. Das könnte erst der Anfang sein, denn operativ läuft es immer besser.

Ausblick und Bewertung

Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres konnte der Umsatz um 12,5 % auf 603 Mio. Euro gesteigert werden. Der Gewinn vor Steuern (EBT) verbesserte sich sogar um 27,8 % auf 78 Mio. Euro.

Die EBITDA-Marge ist von 21,2 auf 24,2 % gestiegen, wobei das Europa-Geschäft eine EBITDA-Marge von 25,6 % erreicht hat. Dem Geschäftsbericht zufolge schreitet die Integration sowie die Realisierung von Synergien in den USA gut voran.

Für 2025 stellt Fielmann einen Umsatz von 2,5 Mrd. Euro in Aussicht, nach 2,26 Mrd. Euro im Vorjahr. Darüber hinaus geht das Unternehmen davon aus, dass das gruppenweites Effizienzprogramm zu einer weiteren Steigerung der Profitabilität beitragen wird.
Die EBITDA-Marge soll von 21,7 auf 24,0 % und das EBITDA von 471 auf 580 Mio. Euro steigen.
Beim Gewinn vor Steuern (EBT) soll sich der positive Trend der Vorjahre fortsetzen.

Den Schätzungen zufolge soll das Ergebnis in diesem Jahr um 34 % auf 2,42 Euro je Aktie zulegen. Fielmann kommt demnach auf ein KGVe von 23. Im langjährigen Durchschnitt lag das KGV bei 26.

Fielmann Aktie: Chart vom 22.07.2025, Kurs: 55,90 EUR - Kürzel: FIE | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Fielmann Aktie: Chart vom 22.07.2025, Kurs: 55,90 EUR – Kürzel: FIE | Quelle: TWS

Fielmann ist wie erwartet zur Oberseite ausgebrochen. Gelingt jetzt ein Anstieg über 58,50 Euro, kommt es zu einem weiteren Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 62,50 und 67,00 Euro.

Fällt die Aktie jedoch unter 55 Euro, könnte das eine Korrektur in Richtung 50,00 – 52,00 Euro einleiten.
Dieser Bereich könnte für antizyklische Anleger interessant sein.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Fielmann legte am Mittwoch starke Ergebnisse für das 1. Quartal 2025 vor. Beeindruckend genug, um viele Akteure zum Einstieg zu bewegen, das Plus von 13,12 Prozent machte die Aktie zum Tagessieger im SDAX. Aber mittelfristig ist sie trotzdem nicht bullisch. Noch nicht?

Kurz vorweg: Auch mit manueller Eingabe des richtigen Schlusskurses war das Chartsystem nicht dazu zu bewegen, den korrekten Xetra-Schlusskurs von 50,00 Euro im Chart abzubilden, man bleibt stur beim falschen Kurs von 49,50 Euro … was aber rein der Information dient, das Ergebnis der Analyse beeinflusst diese Diskrepanz nicht.

Die Optiker-Kette erzielte in den ersten drei Monaten 2025 im Vergleich zum ersten Quartal 2024 ein Umsatzplus von stattlichen 13 Prozent. Durch eine deutlich verbesserte operative Marge, die auf das Gesamtunternehmen bezogen 24,2 Prozent erreichte, stieg der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) überproportional um 28 Prozent. Starke Zahlen, die Fielmann zu einer optimistischen Prognose für das Gesamtjahr ermutigten:

Nach 2,3 Milliarden im Jahr 2024 will man im laufenden Jahr 2,5 Milliarden Umsatz erreichen, zugleich peilt man eine operative Marge von 24 Prozent an (2024: 21,7 Prozent). Dass die Aktie daraufhin einen Satz nach oben machte, war also durchaus nachvollziehbar, aber:

Expertenmeinung: Der Chart auf Wochenbasis zeigt, dass der Kurs damit nach einem erfolgreichen Test der unteren Begrenzung der seit zwei Jahren geltenden Handelsspanne im Zuge des Sell-offs am Gesamtmarkt Anfang April zwar im D-Zug-Tempo an deren oberes Ende gelaufen ist … aber noch nicht darüber hinaus.

Fielmann Aktie: Chart vom 30.04.2025, Kurs 50,00 Euro, Kürzel: FIE | Online Broker LYNX
Fielmann Aktie: Chart vom 30.04.2025, Kurs 50,00 Euro, Kürzel: FIE | Quelle: TWS

Das kann man angesichts eines ohnehin immensen Kursgewinns von 13,12 Prozent an nur einem Tag zwar auch nicht erwarten. Aber die Käufer müssten eben zeitnah nachlegen, um sicherzustellen, dass der Ausbruch aus der Range durch Schlusskurse über 51,10 Euro auch gelingt. Machbar wäre das mit Blick auf die eher günstige Bewertung mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis um die 19 und einer Dividendenrendite von über drei Prozent allemal. Die Frage, die sich denjenigen, die jetzt über den Einstieg nachdenken, stellt, ist indes:

Würde dann, wenn die Aktie ihren mittelfristigen „Käfig“ verlassen hat, noch so viel Spielraum nach oben entstehen, dass es sich lohnen könnte, jetzt einem solchen Kurssprung hinterherzulaufen? Sich das zu fragen, ist in Bezug auf eine konsumnahe Aktie in einem derart schwer vorhersehbaren Gesamtumfeld, wie wir es derzeit sehen, berechtigt. Hier investiert zu bleiben, statt in den Kurssprung hinein Kasse zu machen, wäre sicherlich für mittelfristige Akteure zu vertreten. Wer aber jetzt direkt noch einsteigen will, sollte zumindest überlegen, ob man dazu nicht besser einen Ausbruch aus der Handelsspanne abwarten will, um dadurch dann einen engeren, zwei, drei Prozent unter dem Ausbruchslevel ansetzbaren Stoppkurs platzieren zu können.

Quellen:
Vorläufiges Ergebnis des 1. Quartals 2025, 30.04.2025: https://www.fielmann-group.com/news/detail/fielmann-gruppe-setzt-zweistelliges-wachstum-von-umsatz-und-ergebnis-auch-im-jahr-2025-fort-erreicht-in-q1-das-margenziel-der-vision-2025/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.