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Die von der Optik-Kette Fielmann am Donnerstag vorgelegten Ergebnisse zum ersten Quartal wichen von denen des Vorjahreszeitraums kaum ab. Gut behauptet oder kein Wachstum? Man konnte das auf zwei Arten sehen. Der Chart zeigt, dass man die zweite Variante wählte.
Ein Umsatzanstieg von 1,3 Prozent auf 613 Millionen Euro und ein Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 149 Millionen nach 148 Millionen im Vorjahresquartal, erreicht mit einer EBITDA-Gewinnmarge von 24,3 Prozent nach 24,4 Prozent im Vorjahr: Dynamik sieht zweifellos anders aus. Und das gilt auch für den Gesamtjahres-Ausblick.
Denn da rechnet Fielmann zwar mit einem Umsatzanstieg zwischen fünf und sieben Prozent zum Vorjahr, zugleich erwartet man bei der EBITDA-Marge im Jahresschnitt aber nur 23 Prozent. 2025 hatte man da noch 23,8 Prozent erreicht, so dass diese geringere Marge die EBITDA-Gewinnperspektive wieder zurechtstutzt. Zwischen 590 und 610 Millionen will die Kette da 2026 erreichen, 2025 waren es 581 Millionen gewesen. Viel Wachstum wird da also nicht avisiert.
Trotzdem hätte das auf den ersten Blick eigentlich ausreichen können, um die Marktteilnehmer versöhnlich zu stimmen. Immerhin war die Aktie seit Sommer 2025 deutlich zurückgekommen, so dass die Bewertung günstiger wurde. Also, woran haperte es?
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Expertenmeinung: Wassertreten in Bezug auf die Gewinnentwicklung wird am Aktienmarkt grundsätzlich negativ bewertet. Es sei denn, man hätte im Vorfeld bereits einen Rückgang eingepreist und wäre positiv überrascht worden. Das war bei Fielmann aber nicht der Fall. Und dass das gesamtwirtschaftliche Umfeld ein gehaltenes Ergebnis eigentlich als starke Leistung ausweist, wird derzeit offenbar von vielen nicht erkannt, die Hausse der US-Aktienmärkte wäre für das Ignorieren der konjunkturellen Gefahren ein tauglicher Beleg, aber:
Mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von momentan 19 ist die Aktie eigentlich nicht teuer bewertet, was auch die Analysten so sehen. Sechs von acht Experten stufen die Fielmann-Aktie als kaufenswert ein. Und das durchschnittliche Kursziel liegt derzeit bei 61,25 Euro, während die Aktie derzeit sogar unter dem tiefsten aller Analysten-Kursziele von 53 Euro notiert. Könnte man da nicht doch beherzt zugreifen?

Besser nicht, zumindest noch nicht. Denn das Chartbild ist durch das Minus als Reaktion auf die Bilanzzahlen weiter klar bärisch und hat diese Aussage sogar unterfüttert, indem der Kurs die im Chart hellblau eingezeichnete Flaggenformation nach unten verließ und sie so als „bärische Flagge“ bestätigte. Zwar schloss Fielmann ein gutes Stück über dem Tagestief, zugleich läge das bisherige Jahres-Verlaufstief bei 39,84 Euro als Support recht nahe.
Aber dass der Kurs im Vorfeld genau auf Höhe der 200-Tage-Linie und am oberen Ende der Flagge scharf nach unten drehte zeigt, dass das bärische Lager hier weiter effektiv agiert. Erst, wenn das jüngste Zwischenhoch bei 47,96 Euro auf Schlusskursbasis überboten und damit auch die 200-Tage-Linie bezwungen wäre, ließe sich hier von einem bullischen Signal sprechen. Bis dahin wären Long-Trades mit einem klar erhöhten Risiko behaftet.
Quellenangaben: Ergebnis des ersten Quartals 2026, 30.04.2026:
https://www.fielmann-group.com/fileadmin/fielmann/Dokumente/Publikationen/Praesentationen/Fielmann_Earnings_Call_FY2025_Q1-2026.pdf?tab=tab_1_1
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/FIE.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 01.05.2026 um 22:27 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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