Die Aktie des französischen Luxusgüterkonzerns Hermès erreichte am Dienstag ein neues Jahrestief … und den tiefsten Stand seit fast vier Jahren. Damals hatte die Inflation ein Hoch erreicht. Wie kann es sein, dass der Kurs jetzt so tief notiert wie in der damaligen Krisenphase?
Das durchschnittliche Kursziel der Analysten rangiert mit knapp 1.850 Euro weit über dem aktuellen Kurs. Die Bewertung über das Kurs-/Gewinn-Verhältnis liegt mit momentan 32 zwar im Vergleich zu anderen Aktien hoch, ist aber rein auf Hermès bezogen deutlich niedriger als in früheren Jahren. Und außerdem heißt es doch, dass sich Luxus immer gut verkauft, also: Wo klemmt es hier?
Diese Plattitüde, dass Luxusgüter auch in Krisen immer ihre Abnehmer finden, traf während Corona ebenso zu wie im Inflationsjahr 2022, das ist richtig. 2020 ging der Gewinn pro Aktie zum Vorjahr minimal zurück, stieg dann aber, auch 2022, immer weiter an. Und behalten die Analysten recht, wird der Gewinn pro Aktie auch 2026 höher liegen als im Vorjahr. Was, zusammen mit dem deutlichen Abstieg der Aktie seit dem im Februar 2025 bei 2.957 Euro erreichten Verlaufshoch, zu dieser spürbar niedrigeren Bewertung geführt hat.
Die Aktie wäre also, wenn man diese beiden Faktoren isoliert betrachten wollte, jetzt geradezu ein Schnäppchen. Eine Sichtweise, die derzeit aber kaum jemand teilt, denn sonst hätte der Kurs ja am Dienstag mit 1.375 Euro kein neues Jahrestief markiert. Nur … an irgendetwas Konkretem muss es ja liegen, dass die Anleger, die diese Aktie und die der Branchen-Kollegen jahrelang als „must have“ eingesammelt haben, sie jetzt offenbar nicht einmal mit der Kneifzange anfassen mögen.
Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Hermes Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Das Problem liegt in erster Linie im Wachstumstempo, was Umsatz und Gewinn bei Hermès betrifft. Man rechnet zwar für das laufende Jahr mit einem höheren Gewinn pro Aktie, der soll aber auf Basis dessen, was bislang an Zahlen bekannt ist, nur im niedrigen einstelligen Prozentbereich zulegen. Und dieses Gewinnwachstum im Kriechgang zeigt Hermès bereits seit 2024. Der letzte dynamische Gewinnanstieg geht auf das Jahr 2023 zurück, seither ist beim Wachstum die Dynamik dahin.
Und man fürchtet, dass sich das so bald auch nicht ändern wird, weil zwar die Stammkundschaft, bei der aufgrund ihres Vermögens in der Tat Luxus „immer geht“, weiter bei der Stange bleiben dürfte … aber diejenigen, die sich nur ab und an ein bisschen Luxus gönnen, angesichts des mageren, weltweiten Wirtschaftswachstums, der Unsicherheit im konjunkturellen und geopolitischen Bereich und der stark gestiegenen Energiepreise womöglich als potenzielle Käufer ausfallen könnten.
Und bleiben die Wachstumsraten niedrig, wäre auch ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 32, wie es die Aktie derzeit ausweist, zu hoch. Denn die höheren Bewertungen früherer Jahre, in denen Hermès teilweise Kurs-/Gewinn-Verhältnisse über 60 sah, gingen eben auch mit hohen Gewinnwachstumsraten einher.
Daher mag der Abstieg wirken, als könnte eine Aktie wie diese, der Anteilsschein eines renommierten, weltbekannten Unternehmens, eigentlich nicht weiter fallen, aber dieser Eindruck könnte täuschen. Solange sich hier kein zumindest auf kurzfristiger Ebene bullisches Signal im Chart einstellt, was aktuell dann zu unterstellen wäre, wenn der Kurs mit Schlusskursen über 1.530 Euro wieder in die Seitwärtsspanne der Monate April bis August zurücklaufen würde, bleibt Hermès bärisch … und wäre dementsprechend keine Aktie, die einen Platz auf einer Long-Einkaufsliste verdient hätte.
Quellenangaben:
Analysten-Einschätzungen:
https://finance.yahoo.com/quote/RMS.PA/analyst-insights/
--- ---
--- (---%)Displaying the --- chart
Heutigen Chart anzeigen
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 15.09.2026 um 22:04 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
An der Börse geht es nicht immer nur aufwärts, oft gibt es auch Phasen mit fallenden Kursen und hoher Volatilität.
Um auch auf eine negative Marktentwicklung zu spekulieren, können Sie mit einem Margin-Depot über LYNX Wertpapiere nicht nur kaufen, sondern auch leerverkaufen und somit short gehen. Informieren Sie sich jetzt über die Möglichkeiten: Leerverkauf





