Hermes Aktie aktuell Hermès: Der Wettlauf der Luxus-Konzerne

News: Aktuelle Analyse der Hermes Aktie

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Die Aktie des französischen Luxusgüterkonzerns Hermès lief wie auf Schienen in einem steilen Aufwärtstrendkanal. Jetzt ist die Aktie nach oben aus der Spur ausgebrochen. Aber es gibt Risiken: Die Bewertung ist hoch und wie es mit dem Gewinn aussieht, weiß noch niemand.

Viele Anleger setzen massiv darauf, dass Luxusgüter wie Mode, Parfums, Champagner, teure Uhren oder Kosmetik nach der Corona-Krise stärkere Wachstumsraten ausweisen werden als andere Branchen. Dass Luxus auch in Krisen läuft, ist nicht neu, denn wer viel Geld hat, hat auch in einer Krise genug, um einen aufwändigen Lebensstil fortzuführen. Dass die Größe dieses Kundenkreises aber nach Corona deutlich steigt oder aber die bisherigen Kunden der Konzerne LVMH, Kering, L’Oréal & Hermès noch mehr kaufen als zuvor, ist bislang unbelegt.

Hermès konnte wie die anderen, vorgenannten Luxusgüterkonzerne, die alle vier im französischen Leitindex CAC40 gelistet sind, solide Umsatzzuwächse für das erste Quartal 2021 melden. Da aber Asien ein wichtiger Markt für diese Unternehmen ist, waren die Umsätze im Vergleichsquartal, den Monaten Januar bis März 2020, schon deutlich gedrückt. Und vergleicht man die im ersten Quartal 2021 erreichten Umsätze mit denen des ersten Quartals 2019, sind die Zugewinne bei vielen dieser Unternehmen nicht gerade üppig – außer bei Hermès. Da gelang es, den Umsatz auch gegenüber dem ersten Quartal 2019 deutlich, um 32,8 Prozent, zu steigern. Kein Wunder also, dass die Hermès-Aktie den Wettlauf der Luxus-Aktien anführt:

Seit Ende 2020 ist Hermès knapp 40 Prozent gestiegen, gefolgt von LVMH mit 32 Prozent. Auf den Plätzen dann Kering und L’Oréal mit gut 25 Prozent. Damit haben diese vier Aktien ihren Heimatindex CAC40 ebenso klar unter sich gelassen wie den europäischen Gesamtmarkt in Form des Euro Stoxx 50. Aber sind diese Kurssteigerungen auch berechtigt?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Hermes Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Das ist eine gute Frage … und genau das macht die Hausse zu einem Tanz auf womöglich dünnem Eis. Denn französische Unternehmen melden zum Quartalsende zwar ihre Umsatzentwicklung, nicht aber die Gewinne bzw. Gewinnmargen. Die kommen immer erst am Ende eines Halbjahres. Erst Ende Juli werden wir erfahren, ob die steigenden Umsätze bei Hermès auch eine Entsprechung bei den Gewinnen hatten.

Käme es so, müsste der Gewinn idealerweise deutlich stärker gestiegen sein als der Umsatz. Denn die Experten erwarten im Schnitt, dass der 2021er-Gewinn um knapp 40 Prozent über dem des Jahres 2020 und knapp 25 Prozent über dem von 2019 liegen wird. Und selbst wenn es so kommt, wäre die Aktie äußerst teuer bewertet. Auf dem aktuellen Kursniveau und im Fall des Erreichens dieses von den Analysten prognostizierten Gewinnwachstums würde sich ein Kurs/Gewinn-Verhältnis um 68 errechnen. Ende 2020 lag es bei 66, Ende 2019 bei 45 … und in den fünf Jahren zuvor in einer Spanne zwischen 35 und 38. Die Aktie stieg also weit schneller als der Unternehmensgewinn. Und nur, weil das auch für die drei Branchenkollegen gilt, muss das nicht so bleiben.

Hermès-Aktie: Chart vom 24.06.2021, Kurs 1.228,50 Euro, Kürzel RMS | Online Broker LYNX

Die Halbjahresbilanz Ende Juli muss tadellos ausfallen, Enttäuschungen verzeiht ein derartiges Bewertungsniveau nicht. Wer auf dieser heißen Welle mitreitet oder noch aufspringen will, sollte sich daher konsequent gegen Rücksetzer absichern. Derzeit wäre es die März-Aufwärtstrendlinie bei 1.120 Euro, die eine sinnvolle Basis für einen Stoppkurs bieten würde. Denn würde diese Linie fallen, wäre die Hermès-Aktie deutlich in ihren alten, breiten Trendkanal zurückgefallen und ein Test dessen unterer Begrenzung nicht auszuschließen – und die liegt momentan bei 980 Euro.

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Vorherige Analysen der Hermes Aktie

Zweimal hat sich die Aktie der Luxusgüter-Ikone Hermès schon an der 1.000 Euro-Marke versucht. Jetzt scheint man einen dritten Anlauf zu nehmen. Der sollte besser sitzen, sonst geht der Schuss nach hinten los.

Während sich die Analysten beim Luxusgüterkonzern LVMH vor Begeisterung überschlagen, sind sie bei Hermès, einem anderen großen französischen Unternehmen der Branche, eher vorsichtig. Fast alle Analysten sehen die Aktie nur als Halteposition, das durchschnittliche Kursziel liegt derzeit bei knapp 900 Euro. Die Anleger scheinen sich nicht daran zu stören und kaufen. Aber in der Region um 1.000 Euro scheint bislang ein Deckel drauf zu sein, dort setzen Gewinnmitnahmen ein. Und das ist auch nachvollziehbar.

Denn Hermès ist von der klassischen Bewertung über das Kurs/Gewinn-Verhältnis her weit teurer als z.B. die LVMH-Aktie. Und die ist schon nicht gerade „billig“. Man erkennt das sofort, wenn man sich anschaut, dass Hermès 2020 wieder auf den Gewinn des Jahres 2018 zurückgeworfen wurde (sogar einen Tick darunter). 2018 bewegte sich diese Aktie in einer Spanne zwischen 450 und 600 Euro. Wo sie heute notiert, sehen Sie. Das Kurs/Gewinn-Verhältnis für die 2020er-Gewinne läge aktuell bei 70. 2019 lag das KGV zum Jahresende bei 45, in den Jahren zuvor immer klar unter 40. Also?

Chart vom 29.03.2021, Kurs 943,40 Euro, Kürzel RMS | Online Broker LYNX

Expertenmeinung: Also wäre dieses Kursniveau nur gerechtfertigt, wenn der Gewinn 2021 um ca. 80 Prozent zulegen würde, dann wäre wieder ein historisch normales KGV erreicht. Es ginge auch noch an, wenn man erwarten dürfte, dass der Gewinnanstieg bis Ende 2022 geschafft wäre. Allerdings: Um die für diese Aktie normalerweise übliche Bewertung zu erreichen, würde die Rechnung so nur aufgehen, wenn der Aktienkurs nicht weiter steigt, sonst müsste auch der Gewinn umso mehr zulegen. Ist damit zu rechnen?

Dass Hermès optimistisch ist und auf ein sehr starkes viertes Quartal 2020 zurückblickt, dass ein Analyst von Wartelisten für Hermès-Produkte schrieb, ist sicher erfreulich. Aber wie in dieser Branche üblich, hält man sich mit präzisen Prognosen betont zurück. Dass Hermès 2021 mehr verdienen wird als im Vorjahr, darf man unterstellen. Ob es genug sein wird, um diesen immensen Vorgriff auf neue Rekordgewinne zu unterfüttern, ist indes fraglich.

Als die 2020er-Bilanz im Februar vorgelegt wurde, führte das zu einem immensen Kurssprung. Das war das bislang einzige Mal, dass die Aktie die Marke von 1.000 Euro überbot. Aber nur intraday. Der Kurs setzte sofort zurück und schloss auf der oberen Begrenzung des keilförmigen, mittelfristigen Aufwärtstrendkanals, in den sie prompt zurückfiel. Das bullische Lager unternahm im März einen zweiten Anlauf, der aber wurde bereits unter 1.000 Euro und direkt an der oberen Begrenzung des Trendkanals abgewiesen.

Zuletzt hat sich Hermès auf Höhe der 20-Tage-Linie stabilisiert und hätte damit die Basis für einen dritten Anlauf. Aber der muss in jedem Fall sitzen, denn sollte der Kurs erneut unter der 1.000er-Marke abdrehen, würden viele Bullen wohl mit einem Seitenblick auf die skeptischen Analysten die Flinte ins Korn werfen. Bärisch wäre die Aktie zwar erst, wenn sie mit Schlusskursen unter 900 Euro aus dem Trendkanal nach unten herausfiele. Aber sollte der nächste Versuch scheitern, die bisherigen Hochs zu bezwingen, könnte das schnell passieren.

In den vergangenen Jahren pendelte das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) für die Aktie des französischen Luxusgüterkonzerns Hermès um 35. Ende 2019 erreichte es jedoch 45. Diese ungewöhnlich hohe Bewertung billigte man der Aktie damals zu, weil die Anleger davon ausgingen, dass die Fortschritte im Handelskrieg USA/China dafür sorgen würden, dass das Wachstum weltweit kräftig anziehen und den Absatz hochpreisiger Produkte ankurbeln würde, nachdem die Verbraucher zuvor wegen des sich so lange hinziehenden Handelsstreits zurückhaltender geworden waren. Wir wissen, dass es anders kam, dass 2020 ganz anders ablief, als man sich das vor einem Jahr noch dachte. Doch Hermès notierte gestern am Tageshoch 30 Prozent über diesem Stand von Ende 2019. Damit bewegt sich das Pendel, das sich vorher schon im Bereich der Spekulation befand, in die Zone des Leichtsinns.

Denn natürlich drückte die Pandemie durch die mit ihr verbundenen Einschränkungen und Unsicherheiten auch bei Hermès auf Umsatz und Gewinn. Für 2020 schätzen die Analysten hier einen auf knapp elf Euro gedrückten Gewinn pro Aktie (2019: 14,59 Euro). Das würde derzeit also ein KGV von ca. 77 bedeuten. Verwegen, aber dann akzeptabel, wenn sicher wäre, dass die Gewinne 2021 wieder so richtig durchstarten. Aber das ist eben keineswegs sicher. Momentan sehen die Experten 2021 im Schnitt einen Gewinn von 15 Euro, also die Rückkehr in die Region der Rekord-Gewinne des Jahres 2019. Nur ist die Aktie eben in diesem Jahr, Stand gestern, um die 30 Prozent weiter gestiegen, die Gewinne des kommenden Jahres werden aber nur, wenn alles gut geht wohlgemerkt, den Status Quo Ante erreichen. Was bedeutet: Hermès hätte auf aktuellem Kursniveau ein KGV von 57 für die Gewinne des kommenden Jahres. Und das ist extrem teuer.

Expertenmeinung: Nur mal angenommen, die Aktie würde auf das zuvor geltende Bewertungsniveau eines KGV um 35 zurückkehren, hieße das: Selbst, wenn man dafür die 2021er-Gewinne hernähme, von denen ja noch nicht ein Cent verdient ist und die angesichts der Pandemie-Lage alles andere als sicher sind, müsste die Aktie dazu auf einen Kurslevel um 525 Euro korrigieren. Und momentan erschließt es sich nicht, wieso die Bewertung dieser Aktie derart viel höher liegen sollte als in vergangenen Jahren.

Das sehen auch die Analysten so. Die erdrückende Mehrheit der Experten sieht Hermès nur noch als Halteposition, zumal das durchschnittliche Analysten-Kursziel von 766 Euro jetzt weit überboten ist. Es wirkt, als könnte man hier auf der Short-Seite nichts falsch machen. Was man indes sehr wohl könnte, würde man einfach auf Verdacht auf der Short-Seite aktiv. Denn noch ist der Aufwärtstrend intakt. Und solange das der Fall ist, neigen viele Trader dazu, bei der Bewertung einfach nicht hinzusehen. Erst müsste den Bullen der Aufwärtstrend abhandenkommen, dann hätte man auf der Short-Seite eine gute Ausgangsbasis. Was hieße:

Bricht die Hermès-Aktie die derzeit bei 805 Euro verlaufende, mittelfristige Aufwärtstrendlinie, hätte sich hier eine Toppbildung etabliert, die man als kurzfristig relevantes Short-Signal einstufen könnte. Dies würde sich zu einem Short-Signal mittelfristiger Relevanz ausweiten, wenn die Aktie darüber hinaus die Unterstützungszone 780/788 Euro, die sich aus den Hochs der Monate Juni und Juli zusammensetzt, durchschlagen würde. Noch wäre Hermès also für die Bären ein heißes Eisen, aber es sollte lohnen, die Aktie im Auge zu behalten.

Hermès Aktie: Chart vom 16.12.2020, Kurs 862,00 Euro, Kürzel RMS | Online Broker LYNX