Börsenblick

Zurück November Weiter
Zurück 2019 Weiter

Aktienanalyse:
Infineon: Jetzt ist die Katze aus dem Sack

Aktuelle Analyse der Infineon Aktie

Infineon Technologies ist einer der weltweit führenden Halbleiterhersteller.

Der Konzern fokussiert sich bei der Entwicklung seiner Halbleiter- und Systemlösungen schwerpunktmäßig auf Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit.

Darauf sollten Sie achten

Die Aktien von Halbleiter-Unternehmen bringen für Anleger drei ganz maßgebliche Probleme mit sich.
Den meisten dürfte es schwerfallen, in der Chip-Branche wirklich einen Überblick zu behalten und die Wettbewerbsdynamik zu verstehen. Am Ende muss man sich vor allem auf das Zahlenwerk verlassen.

Das zweite Manko ist die extreme Konjunkturanfälligkeit und die damit verbundenen Kursrisiken. In der Finanzkrise verlor die Aktie beispielsweise 98% an Wert.
Doch es muss nicht gleich eine große sein. Die Konjunktursorgen der letzten Monate haben auch schon ausgereicht, um eine Kurshalbierung zu verursachen.
Aktuell ist die Laune wieder gut, doch sollten sich die wirtschaftlichen Wolken wieder verdunkeln, kann es mit der Aktie schnell abwärtsgehen.

Das dritte Problem ist der notorisch hohe Kapitalbedarf der Branche. Diesen Punkt sollte man nicht unterschätzen. Muss ein Unternehmen ständig einen Großteil der erwirtschafteten Mittel reinvestieren, nur um im Spiel zu bleiben, ist das ein Problem.
Dieses Geld kann schließlich nicht an die Aktionäre fließen.

Diese Überlegung führt uns direkt zum nächsten Punkt.

Ist Infineon so profitabel, wie es scheint?

Infineon konnte den Umsatz in den letzten zehn Jahren von 3,03 auf 7,60 Mrd. Euro steigern.
Im selben Zeitraum kletterte allerdings auch die Zahl der ausstehenden Papiere von 855 Millionen auf 1,137 Milliarden Stück.

Der Umsatz legte also um 151% zu. Der Umsatz je Aktie aber „nur“ um 88%. Das zeigt eindrucksvoll, welche Auswirkungen Kapitalerhöhungen für Anleger haben können.

Selbstverständlich sind die Auswirkungen auf den Gewinn ebenso groß. Doch hier sieht es bei Infineon ohnehin schlecht aus. Im Endeffekt geht es seit der Finanzkrise nicht nachhaltig aufwärts.

Der Gewinn ist in den letzten Jahren zwar wieder gestiegen, liegt aber seit 2011 konstant unter dem damaligen Niveau. Erfreulich ist das nicht.

Wenn man den Cashflow betrachtet wird der Eindruck nicht besser. Infineon hat im Vorjahr beispielsweise einen Gewinn von 1,07 Mrd. Euro gemeldet, der freie Cashflow lag jedoch nur bei 321 Mio. Euro.

Man kann und muss also argumentieren, dass das KGV die wahre Profitabilität überschätzt. Bei dem übergeordnet schwachen Gewinnwachstum wäre ein KGV von 26 aber ohnehin zu viel.
Vor allem für einen Halbleiter Konzern in einem fortgeschrittenen Wirtschaftszyklus.

Weitere Gefahren bringt die Übernahme von Cypress Semiconductor mit. Ich bin auf diesen Punkt bereits ausführlich eingegangen:
Infineon: Überhebt sich der nächste Dax-Konzern?

Party nach den Zahlen

Man darf sich fragen, was die Börse feiert? Die heute vorgelegten Zahlen zum vierten Quartal können es kaum sein.

Das Umsatzwachstum war schwach, der Gewinn rückläufig. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr ist der Gewinn von 0,95 auf 0,75 Euro je Aktie eingebrochen und lag unter bisherigen den Erwartungen von 0,88 Euro je Aktie.

Noch schlimmer wird es, wenn man nur das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten betrachtet. Hier ist der Gewinn von 1,08 auf 0,77 Euro je Aktie gesunken.
Der freie Cashflow lag bei 39 Mio. Euro, weniger als 0,01 Euro je Aktie.

Doch wie immer gibt man einen erfreulichen Ausblick und scheinbar schenken die Börsianer dem Glauben.
Demnach erwarte man für 2020 ein Umsatzwachstum von 3-7%. Die Marge soll steigen. Der freie Cashflow soll von 39 Mio. auf 500-700 Mio. Euro regelrecht explodieren.

Ich halte das für allzu optimistisch. Sollte sich die Konjunktur abkühlen, kommen auf das Unternehmen vor enormen Herausforderungen. Vor allem mit Blick auf die Übernahme von Cypress.

Chart

Aus charttechnischer Sicht steht Infineon ebenfalls vor größeren Hürden. Die Aktie hat zuletzt eine größere Rallye vollzogen und ist klar überkauft.
Zwischen 20,00 und 21,50 Euro liegen mehrere markante Hoch- und Tiefpunkte. Daher muss in diesem Bereich mit erhöhtem Abgabedruck gerechnet werden.

Sollte die Aktie in diesem Bereich ins Stocken geraten, liegen mögliche Ziele einer Korrektur bei 19 sowie 18,25 und 17 Euro.

Mehr als 6.300 Trader & Investoren folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants.
Auf der Suche nach dem optimalen Broker? Ich empfehle LYNX.

Chart vom 12.11.2019 Kurs: 19,82 Kürzel: IFX - Tageskerzen | LYNX Online Broker

Handeln Sie über den Online Broker LYNX:
Ein Depot, viele Vorteile
  • stabile und zuverlässige Handelsplattform
  • kompetenter Service durch Experten
  • günstige und transparente Gebühren
  • umfangreiches Wissensportal
Mehrfach ausgezeichnet
Handelsblatt Auszeichnung: Bester Online-Broker
Broker-Wahl: Top Futures-Broker
Contact icon KOSTENFREI ANRUFEN
0800 5969 000
Contact icon SCHREIBEN SIE UNS
SERVICE@LYNXBROKER.DE
Contact icon FREUNDSCHAFTSWERBUNG
KUNDEN EMPFEHLEN LYNX
Contact icon HÄUFIG GESTELLTE
FRAGEN