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Aktuelle Analyse:
Infineon: Das Ende einer höchst seltsamen Rallye … und jetzt?

Als der Chiphersteller Infineon Ende März seine 2019er-Prognosen nach unten nahm, brach die Aktie zwar kurzzeitig ein, zog dann aber wie von Geisterhand gezogen nach oben davon und notierte zügig höher als vor dieser Prognose-Kappung. Nach Argumenten suchte man da vergebens, trotzdem sauste die Aktie über die markante Widerstandszone 20,25/21,00 Euro… und fuhr sich knapp darüber dann doch auf einmal fest.

Richtig seltsam wurde es, als die Aktie am 7. Mai nach unten wegsackte. Denn das geschah auf Basis der Ergebnisse zum ersten Geschäftsquartal, bei dem genau das bestätigt wurde, was Infineon Ende März avisiert hatte. Da wurde es noch ignoriert, nach der Quartalsbilanz dann aber nicht mehr. Mitte Mai landete die Aktie wieder da, wo sie nach dieser Senkung der Prognosen Ende März hingefallen und von dort aus den Weg zu dieser seltsamen Rallye angetreten hatte.

Eine riesige Bullenfalle – aber wie geht es jetzt weiter? Werden die Käufer erneut zugreifen und damit versuchen, die bislang nur knapp gebrochene Aufwärtstrendlinie vom letzten Herbst zurückzuerobern und damit auch die übergeordnete, bis 2015 zurück reichende Aufwärtstrendlinie zu halten, die zeitgleich im Feuer steht? Oder bleiben die Bullen diesmal weg und die Aktie findet bald im Bereich des 2018er-Tiefs bei 15,75 Euro wieder?

Das wird darauf ankommen, wie die Marktteilnehmer die Entwicklung des Handelskriegs USA/China sehen. Denn der ist mittlerweile auch bei Infineon angekommen, wenngleich auf Umwegen. Dass der Kurs der Aktie zum Wochenstart durch die vorgenannte Aufwärtstrendlinie rutschte, basierte auf der Meldung, dass Infineon die Belieferung des chinesischen Hightech-Konzerns Huawei einstellen würde. Grund:

Huawei ist ins Visier der USA geraten, steht auf deren „schwarzer Liste“. Und Infineon will vermeiden, als „Unterstützer“ ebenso dort zu landen. Das würde indes bedeuten, dass Infineon deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen müsste – oder? Das ist eben die noch offene Frage. Infineon selbst wies darauf hin, dass dieser Lieferstopp nur Teile betreffen würde, die den gesetzlichen Bestimmungen der US-Exportkontrolle unterliegen.

Chart auf Wochenbasis vom 22.05.2019, Kurs 17,32 Euro, Kürzel IFX | LYNX Aktienempfehlungen

Es ginge also bei weiten nicht um alles, was Infineon an Huawei liefert. Nur wurde nicht explizit mitgeteilt, von welcher Größenordnung man da in Bezug auf das Umsatzvolumen ausgehen müsste. Sollte es sich da nur um wenige Prozentpunkte am Gesamtumsatz handeln, hätte die Aktie eine Chance, sich vom aktuellen Niveau aus wieder nach oben zu orientieren. Aber ob es erneut zu einer Rallye kommen würde, wie sie der April brachte, ist zweifelhaft, denn:

Das eigentliche, tiefer gehende Problem ist, dass die Gewinne nicht nur durch bislang nur leicht nachgebende Umsätze, sondern auch durch Margendruck sinken werden. Und da dürfte sich der Druck vor allem auf die Automobilbranche fokussieren, die für Infineon fast die Hälfte des Umsatzes ausmacht. Wobei sich der Blick der Anleger auch noch auf die möglichen Konsequenzen eines Handelskrieges USA/EU richtet.

Denn wenn die im Raum stehenden Strafzölle gegen die europäische Autoindustrie Realität würden, wären für Infineon die aktuellen, bereits gesenkten Prognosen nicht mehr zu halten. Denkbar wäre, dass eine Gegenbewegung die Aktie in den Bereich des Kreuzwiderstands aus 200-Tage-und 20-Tage-Linie bei 19,20 Euro zurückbringt, aber mittelfristig dürfte das größere Potenzial auf der Unterseite liegen.

Chart auf Tagesbasis vom 22.05.2019, Kurs 17,32 Euro, Kürzel IFX | LYNX Aktienempfehlungen

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