Goldpreis-Prognose 2019 | LYNX Online Broker

Goldpreis Entwicklung: Ist das Edelmetall 2021 auf dem Weg zu einem Rekordhoch?

Man könnte denken, dass es angesichts der Belastungen, die sich aus der Corona-Krise ergeben haben, kein Wunder ist, dass der Goldpreis in letzter Zeit im Aufwind ist. Doch, dass Gold nach einem starken Jahr 2019 auch 2020 kräftig zulegen und den DAX im Zwei-Jahres-Vergleich schlagen konnte, wie der folgende Chart zeigt, war nicht selbstverständlich. Denn dieser Chart zeigt ja: Der DAX konnte die herben Verluste aus dem „Corona-Crash“ längst vollständig wieder aufholen. Er und die großen US-Indizes erreichten sogar neue Rekorde. Eine Flucht in Gold als „sicherer Hafen“ war das also, zumindest scheinbar, nicht.

Was hinter der Gold-Hausse steckt, könnte auch eine Indikation dafür sein, was dem Gold in Zukunft zuzutrauen wäre. Und wieder steht damit die Frage im Raum: Was könnte bei Gold möglich sein, falls die Aktienmärkte kippen, falls sich die Rahmenbedingungen wieder verschlechtern (Stichworte Inflation und Schuldenblase) und die Suche nach „sicheren Häfen“ wieder beginnt?

Was 2020 angeht, wissen wir das ja nun: Gold erreichte im Jahresverlauf ein neues Rekordhoch, überwand dabei die Marke von 2.000 US-Dollar pro Feinunze. Im bisherigen Verlauf des Jahres 2021 blieben die großen Aufwärts-Impulse zwar noch aus. Aber das Jahr ist noch lang, also: Ist 2021 womöglich noch mehr drin? Wir diskutieren in diesem Beitrag, wie die Chancen für das Edelmetall in den kommenden Monaten stehen.

Goldpreis Prognose: Vergleich der Entwicklung Goldpreis und DAX von 2019 bis 2021 | Online Broker LYNX

Das tun wir indes mit der gebotenen Vorsicht, denn an Gold-Prognosen haben sich schon viele sehr erfahrene Experten die Finger verbannt. Aber wieso eigentlich? Warum ist Gold so schwer zu prognostizieren?

Warum Prognosen bei Gold ein Blick in die Glaskugel sind

Wenn man sich im nachstehenden Chart ansieht, wie die Experten mit ihren durchschnittlichen Prognosen in den vergangenen Jahren lagen, fällt auf, dass man da zwar dreimal in den letzten sieben Jahren ziemlich genau ins Ziel kam, viermal aber voll daneben lag. Wie kommt das?

Goldpreis Prognose: Durchschnittliche Prognoseziele für den Goldpreis von 2014 bis 2021 | Online Broker LYNX

Die Entwicklung des Goldpreises unterliegt zahlreichen ganz unterschiedlichen Einflüssen. Auf der einen Seite gibt es viele Investoren, die Gold und andere Edelmetalle als einen „sicheren Hafen“ ansehen, wenn sich die wirtschaftlichen Perspektiven eintrüben und die Lage am Aktienmarkt negativ wird. Auf der anderen Seite nimmt die Nachfrage nach Gold im Bereich der Schmuckindustrie und der Industrie aber ab, wenn die Weltwirtschaft ins Wanken gerät.

Und diese eher mittelfristigen Argumente für oder wider Gold werden regelmäßig durch rein technisch agierende Trader durcheinander gewirbelt, die ausschließlich nach chart- und markttechnischen Aspekten handeln. Und gerade diese Gruppe hat in den letzten Jahren einen wachsenden Anteil am Umsatz gehabt. Spielen die Rahmenbedingungen also gar keine entscheidende Rolle mehr?

Doch, durchaus. Eine kritische Weltwirtschaftsperspektive wird grundsätzlich den Goldpreis stützen bzw. höher treiben. Aber davon abgesehen, dass die kurzfristigen Bewegungen innerhalb eines übergeordneten Trends sehr weit reichen und hochvolatil sein können, bleibt für diejenigen, die sich auf eine Prognose über ein Jahr einlassen wollen, das Problem, dass man eben nicht sicher absehen kann, ob der Himmel über der Weltwirtschaft in sechs oder zwölf Monaten sonniger oder im Gegenteil weit düsterer ist. Und dann wären da ja noch …

Gold: Hier traden die Emotionen mit!

… die Emotionen, die vielen Tradern unbewusst die Hand führen. Und gerade Gold ist, ähnlich wie z.B. Rohöl, ein sehr emotionales Asset. Denn Gold ist eben nicht irgendein Metall, sondern etwas ganz Besonderes. Etwas, das Bestand hat. Es mag keine Zinsen bringen, aber das Gefühl der Sicherheit, das Gold vermittelt, ist einzigartig und quasi seit Jahrtausenden in den Köpfen der Menschen verankert. Das Problem dabei ist:

Emotionen sind schlechte Ratgeber, vor allem, weil sie wankelmütig sind. Kursbewegungen lösen Emotionen aus und die wiederum Aktionen des Traders, die damit alleine von subjektiven Beweggründen geleitet werden. Fundamentale Aspekte wie Angebot und Nachfrage spielen in solchen Fällen oft nicht einmal eine Nebenrolle.

Das ist der eigentliche Grund, wieso Prognosen knifflig sind. Und wenn wir uns den vorstehenden Chart mit den durchschnittlichen Prognosen der letzten Jahre noch einmal genauer ansehen, stellen wir fest:

Auch in den Jahren, in denen die Experten zum Jahresende in etwa richtig lagen, lagen sie zwischenzeitig dramatisch daneben. Der Goldpreis zeigt kräftige Trendimpulse. In den letzten Jahren lag die Breite der Handelsspanne um die 30 Prozent … und das ist im historischen Vergleich sogar noch wenig. Bei einem solchen, stetigen Auf und Ab per 31.12. mit einem Prognose-Treffer ins Ziel zu kommen, ist eher Zufall. Und dieser Aspekt macht deutlich: Die starke Performance des Goldpreises im Jahr 2020 ist keine Basis, um auf das Jahr 2021 schließen zu können. Bei Gold ist nichts unmöglich!

Entscheidend ist es, den Trend mitzunehmen!

Gerade weil deutlich wird, dass man sich mit konkreten Kursprognosen auf ein Ratespiel einlassen würde, ist es nicht sinnvoll, ein Kursziel zu nennen. Und da wir zudem wissen, dass Gold immer wieder für Überraschungen gut ist, muss man sich ja auch fragen: Wenn die Jahre 2019 und 2020 für viele Anleger große Überraschungen bargen, warum sollte das 2021 anders sein? Zumal man sich doch eines fragen sollte: Wieso müsste man überhaupt wissen, wo Gold an Silvester 2021 notiert?

Der vorstehende Chart macht ja eines deutlich: Auch bei den „Treffer-Jahren“ der Analysten war Gold bis zu deren Prognoseziel auf volatilen Pfaden unterwegs, zeigte mehrere Trends, die man hätte mitnehmen und weitaus mehr verdienen können, als hätte man stur auf das Eintreffen der Prognose gesetzt. Zumal:

Wir haben im obenstehenden Gold-Chart ja durchschnittliche Prognosen abgebildet. Nimmt man die einzelnen Erwartungen der Analysten, so gehen die weit auseinander. So lag z.B. der Schnitt der Prognosen für Silvester 2020 zwar um 1.545 US-Dollar. Aber die einzelnen Ziele lagen in einer Range zwischen 1.300 und 1.700 US-Dollar! Eine breite Spanne … und doch lagen damit alle Experten deutlich zu tief.

Und auch für das laufende Jahr 2021 sehen wir eine breite Streuung der Kursziele. Die reichen bei den großen Banken von 1.500 bis 2.300 US-Dollar pro Feinunze. Und werden oft im Laufe des Jahres noch nach unten oder nach oben verändert. Also? Also gehen wir gescheiter vor und sehen uns an, was Gold in der Regel bewegt.

Was den Goldpreis bewegt

Viele Investoren gehen davon aus, dass steigende Leitzinsen ein Problem für den Aktienmarkt bedeuten. Dass die Anleger deswegen dort aussteigen und vermehrt in die sogenannten „sicheren Häfen“ wie Anleihen und Edelmetalle investieren. Doch die folgende Grafik, die die Bewegungen des Goldpreises und die Veränderung der US-Leitzinsen seit Ende der Neunzigerjahre abbildet, zeigt, dass das so nicht zutrifft.

Goldpreis Prognose: Vergleich der Entwicklung Goldpreis und US-Leitzinsen von 1997 bis 2021 | Online Broker LYNX

Die grün markierten Phasen sahen steigende US-Leitzinsen, doch nur in einer von dreien legte Gold nennenswert zu. In Zeiten sinkender Leitzinsen jedoch ist die Trefferquote höher. Einmal, Anfang der 2000er-Jahre, stieg Gold ganz erheblich, in der zweiten Phase 2007/2008 zumindest anfänglich. Und ganz besonders stark lief Gold in den Phasen, in denen der US-Leitzins (und mit ihm auch der der Eurozone) unbeweglich auf tiefem Niveau lag, so, wie das auch 2020 der Fall war. Wieso?

Weil das Argument, dass steigende Zinsen schlecht für den Aktienmarkt sind, so nicht richtig ist. Denn die Notenbanken heben die Zinsen ja nur an, wenn die Wirtschaft kräftig und stabil wächst – und das ist gut für die Unternehmensgewinne und damit auch für den Aktienmarkt. Kritisch wird es im Gegenteil dann, wenn die Zinsen gesenkt werden müssen. Das geschieht, weil das Wirtschaftswachstum versiegt. Und mit ihm das Wachstum der Unternehmensgewinne. Das ist es, was Aktien unter Druck setzt und Gold als Alternative interessant macht.

Und das ist auch ein ganz entscheidender Grund, weshalb der Goldpreis seit Herbst 2018 so deutlich zugelegt hat. Ende 2018 erkannten viele Investoren, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ins Wanken geraten und die Notenbanken genötigt sein würden, ihre Politik tendenziell wieder steigender Leitzinsen umzukehren. Dazu der folgende Chart:

Goldpreis Prognose: Vergleich der Entwicklung Goldpreis und Bund Future von 2000 bis 2020 | Online Broker LYNX

Wir sehen hier die Kursentwicklung des deutschen Bund Futures und des Goldpreises. Der Bund Future bildet den Kursverlauf deutscher Bundesanleihen mit zehn Jahren Restlaufzeit ab. Wenn die Zinsen und damit die Anleiherenditen sinken, steigt dessen Kurs an. Und sinkende Renditen spiegeln eine zunehmende Sorge in Bezug auf die Wachstumsperspektive wider. 2008, 2014 und 2020 gab es zwar divergente Phasen, in denen sich Anleihekurse und Gold gegenläufig bewegten, in den anderen Jahren stimmte der Trend aber weitgehend überein.

Mehr zu den Gründen und Umständen, die den Goldpreis bewegen, finden Sie in diesem Beitrag: „Krisenbarometer Gold: Worauf es wirklich reagiert

Gold 2021: Corona, Aktien-Hausse, Inflation und Goldpreis – wie wird das 2. Halbjahr 2021?

Das Jahr 2020 war von immensen Schwankungen und unerwarteten Ereignissen gekennzeichnet. Zum Jahresende 2020 beherrschten Themen wie die immer noch nicht unter Kontrolle gebrachten COVID 19-Pandemie, der Zeitaufwand flächendeckender Impfungen und die Sorge, Mutationen könnten diese Impfungen weit weniger wirkungsvoll machen als erhofft, die Wahrnehmung der Investoren. Jetzt, nach der Hälfte das Jahres 2021, stellt sich heraus, dass diese Sorgen zwar berechtigt waren, eine Erholung der Wirtschaft aber nicht verhindert haben. Doch mittlerweile ist ein weiterer Aspekt hinzugekommen, denn Anfang 2021 kaum jemand auf dem Zettel hatte:

Die Inflation. Und die hätte durchaus das Zeug dazu, den Goldpreis, der sich im ersten Halbjahr 2021 volatil, ober ohne konkrete Richtung zeigte, wieder nach oben in Marsch zu setzen. Denn deutlich steigende Verbraucherpreise haben in den vergangenen Jahren regelmäßig eine positive Wirkung auf den Goldpreis gehabt, wie der folgende Chart zeigt:

Goldpreis Prognose: Vergleich der Entwicklung Goldpreis und US-Inflationsrate von 2004 bis 2021 | Online Broker LYNX

Und das ist auch nachvollziehbar. Denn was könnte die Investoren mehr dem Gold zutreiben als die Sorge davor, dass ihr Geld schnell an Wert verliert? Inflationäre Phasen waren daher schon immer grundsätzlich bullisch für Gold.

Diesmal wirkt die ungewöhnlich deutlich steigende Inflation noch nicht positiv auf das Edelmetall. Das liegt daran, dass von allen Seiten beteuert wird, dass die Inflation von alleine weiter auf harmlose Levels fallen werde und viele Anleger das auch gerne glauben wollen. Zudem liegen die Inflationsraten in Europa noch niedriger als in den USA.

Aber sollte sich diese Prognose der Notenbanken als falsch erweisen – und letztlich können auch Notenbanker die Inflationsentwicklung nicht vorhersagen – könnte Gold in den kommenden Monaten allemal an die starke Performance der Jahre 2019 und 2020 anknüpfen!

Aber das sicher vorhersagen kann man nicht. Am Ende sind es die Emotionen der Anleger, die entscheiden, ob diese sich wieder vermehrt dem Gold zuwenden oder nicht, ob dadurch neue Rekordhochs erreicht werden oder nicht. Und emotionale Aktionen vorausberechnen zu wollen ist Unsinn. Daher wäre es wenig sinnvoll, sich zu einer konkreten Kursprognose für den Goldpreis über einen längeren Zeitraum verleiten zu lassen. Was wäre die Alternative? Ganz einfach: Folgen Sie den Trends!

Die Kurse bilden die Fakten ab – ihnen und damit dem Trend des Geldes zu folgen ist gemeinhin weitaus effektiver, als sich auf die Blicke in die Glaskugel zu verlassen, die so viele Analysten regelmäßig vornehmen und doch am Ende daneben liegen. Wenn wir uns ansehen, wie sich die charttechnische Lage aktuell darstellt, wird deutlich: Die Chance, dass Gold in den kommenden Monaten wieder durchstartet, ist da. Zunächst der Blick auf das ganz langfristige Bild:

Goldpreis Prognose: Entwicklung Goldpreis von 2011 bis 2021 | Online Broker LYNX

Nachdem der Goldpreis eine mehrere Jahre andauernde Bodenbildung abgeschlossen hatte, ging es bereits im Vorfeld der Corona-Krise Anfang 2020 über die Nackenlinien-Zone dieser Bodenbildung im Bereich 1.522/1.533 US-Dollar hinaus. Die Rallye führte das Edelmetall kurzzeitig sogar über 2.000 US-Dollar pro Feinunze, dann setzte eine Korrektur ein.

Die auf das Jahr 2021 zurückgehende Unterstützungszone um 1.800 US-Dollar wurde dabei zwar unterboten, der übergeordnete, 2019 etablierte Aufwärtstrend hält aber bislang stand. Solange das so bleibt, hätte der Goldpreis alle Chancen, einen neuen Rallye-Schub zu beginnen.

Goldpreis Prognose: Entwicklung Goldpreis von Juli 2020 bis Juli 2021 | Online Broker LYNX

Obwohl das Überwinden der Corona-Krise vor allem mit Blick auf die Schuldenberge bei Unternehmen und Privathaushalten und die anziehende Inflation nicht so rund läuft, wie sich das viele zur Jahreswende 2020/2021 noch ausgerechnet hatten, hat der Goldpreis die im Spätsommer 2020 begonnene Korrekturphase noch nicht beendet. Die kommenden Monate könnten theoretisch also einen neuen Trendimpuls in beide Richtungen entstehen lassen. Sollte die große Hoffnung auf ein „Best Case“-Szenario platzen, an die sich viele Anleger weltweit noch klammern, könnte Gold zwar allemal nach oben davonziehen. Aber es muss klar sein:

Niemand könnte heute, Anfang Juli 2021, absehen, wie sich das Kursbild und die Rahmenbedingungen in drei oder sechs Monaten präsentieren. Daher unser Rat:

Folgen Sie nicht irgendwelchen Meinungen und Weissagungen, folgen Sie den Trends! Ja, Gold hat alle Chancen, auch in den kommenden Monaten zu einem Outperformer gegenüber vielen anderen Assets zu werden. Aber ein halbes Jahr bis zum Ultimo 2021 ist eine für Anleger immens lange Zeitspanne … und viele Trendimpulse in beide Richtungen würden sich nutzen lassen, wenn man aufmerksam agiert. Bei Gold selbst ebenso wie bei den hochspannenden Goldminen-Aktien:

Goldminen-Aktien: Hier würde die Hausse mit Hebel wirken!

Wenn man über Investments in Gold nachdenkt, darf man die Minenaktien nicht außer Acht lassen. Denn dort wirken Kursveränderungen des Goldpreises mit einem Hebel, weil die Gewinne der Goldminen erst oberhalb ihrer Förderkosten beginnen. Damit sind Minenaktien deutlich spekulativer als Gold selbst, sind aber als Beimischung zum Depot im Zuge eines stabilen Aufwärtstrends bei Gold hochinteressant. Einen aktuellen Beitrag zum Thema finden Sie hier: „Die besten Gold-Aktien“.

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