Euro/Dollar-Prognose | Online Broker LYNX

Die Relation des Euro in US-Dollar (Entwicklung Dollarkurs) ist das wichtigste aller Währungspaare. Hier sind die Umsätze am Forex-Markt (deutsch: am Devisenmarkt) mit Abstand am höchsten. Denn das Verhältnis dieser beiden Währungen ist nicht nur für den Welthandel immens wichtig. Es ist auch ein Hebel für die Exportperspektiven Europas und der USA und damit eine potenzielle „Waffe“ der Politik. Zugleich orientiert sich das Währungspaar auch am Niveau der Zinsen in Europa und den USA und an der Stabilität und den Perspektiven der jeweiligen Volkswirtschaft. Wie werden sich diese Faktoren im Jahr 2022 auswirken, wohin führt die Tendenz?

Die Zinsen in der Hauptrolle: Wo wird der Wechselkurs Euro/US-Dollar Ende 2022 liegen?

Die geopolitischen und konjunkturellen Rahmenbedingungen sind entscheidende Elemente für den Forex-Markt. Für das Jahr 2022 steht aber vor allem die Geldpolitik im Fokus. Denn was vor einem Jahr noch kaum jemand ahnte: Es ist zwar nicht mehr die Corona-Problematik selbst, die die Börsen in Atem hält, aber die Folgen der Corona-Gegenmaßnahmen.

Das lockdown-bedingte Herunter- und anschließende Hochfahren der Weltwirtschaft hat die Produktion aus dem Tritt gebracht. Die sprunghaften Veränderungen der Angebots/Nachfrage-Situation trieben die Preise schnell höher, vor allem im Bereich der Energie. Zugleich ist die Logistik aus dem Tritt geraten, Rohstoffe und Waren bleiben aus oder sind erst gar nicht zu bekommen. Die Inflation hat Levels erreicht, die die Notenbanken zwingen, aktiv zu werden. Und deren Aktivitäten werden für das Verhältnis des Euro zum US-Dollar in diesem Jahr 2022 entscheidend sein.

Denn auch, wenn die kurzfristige Spekulation am Forex-Markt eine wichtige Rolle spielt: Mittelfristig entscheiden die Rahmenbedingungen. Und da sind die Attraktivität und Stabilität eines Wirtschaftsraums und die Zinsen, die man dort als internationaler Investor erhält, die Leitstrahlen für den Trend der jeweiligen Währungen. Aber sehen wir uns zunächst einmal diesen spekulativen Aspekt an. Denn kurzfristig spielt der Faktor Charttechnik bisweilen eine größere Rolle als die „Fundamentals“, sprich die wirtschaftlichen, fiskalpolitischen und geldpolitischen Rahmenbedingungen.

Die Charttechnik spielt eine entscheidende Rolle!

Natürlich spielt die Charttechnik hinsichtlich des Trends eine Rolle, immerhin sind über 90 Prozent aller Transaktionen bei Euro/US-Dollar keine tatsächlichen Währungskäufe auf Basis des Warenflusses, sondern reines Trading. Aber die Trader werden den Vorgaben der Rahmenbedingungen dennoch grundsätzlich folgen, d.h. der Zinsentwicklung und Zinsperspektive einerseits und dem wirtschaftlichen und politischen Umfeld andererseits. Zudem bewegt sich das Trading vor allem auf einer kurzfristigen Zeitebene, so dass die Charttechnik zwar kurzfristig entscheidend sein mag, die vorherrschende Meinung am Devisenmarkt, welche der beiden Währungen die stärkere sein sollte, aber nicht auf den Kopf stellt. Auf die aktuelle charttechnische Situation gehen wir weiter unten noch genauer ein.

Sehen wir uns das mal genauer an, um ausloten zu können, in welche Richtung Euro/US-Dollar bis zum Jahresende 2022 tendieren könnte.

Dollarkurs Prognose: Je höher der Zins, desto stärker die Währung?

Die Logik hinter der Regel „je höher der Zins, desto stärker die Währung“ ist grundsätzlich korrekt. Höhere Zinsen bedeuten, dass die Anleihen dieses Währungsraums mehr Rendite bringen als die anderer Währungsräume. Also werden auch internationale Investoren diese Anleihen vermehrt kaufen. Dazu müssen sie aber zuerst die entsprechende Währung erwerben – und diese höhere Nachfrage stärkt deren Kurs.

Euro-Dollar-Prognose: Entwicklung 3-Monats Zins in den USA und 3-Monats Zins in der Eurozone im Vergleich von 2014 bis 2021 | Online Broker LYNX

Der vorstehende Chart zeigt die Entwicklung der Zinsen in den USA und der Eurozone anhand des Drei-Monats-Zinses seit Mitte 2014. Sie sehen, dass die Zinsen in den USA und der Eurozone bis Mitte 2014 in etwa gleich, beide auf niedrigstem Niveau, lagen. Dann jedoch begann die Europäische Zentralbank EZB, ihre Anleihekäufe extrem zu forcieren. Der Drei-Monats-Zins in Europa rutschte in negatives Terrain. Und Ende 2015 zog der Drei-Monats-Zins in den USA deutlich an, weil die US-Notenbank deutlich machte, dass die Phase der Niedrigzinsen dort zu Ende geht. Das führte dazu, dass der US-Dollar kräftig zulegte, die Relation Euro/US-Dollar, die ausweist, wie viel US-Dollar man für einen Euro bezahlen muss, fiel.

Der Handelskrieg der USA mit China und unmittelbar danach die Corona-Krise führten dazu, dass die US-Notenbank die Zinsen ab 2019 schnell wieder senkte und zugleich über den Anleihemarkt immense Mengen Geld in die Märkte pumpte. Die Notenpresse rotierte aber in Europa noch schneller, dadurch konnte der US-Dollar davon nicht profitieren. Seit Herbst 2021 aber sieht das anders aus:

Der US-Dollar steigt. Der Grund ist die bislang sehr unterschiedliche Notenbankpolitik. Die US-Notenbank steht kurz davor, die Leitzinsen schnell und möglicherweise auch weit anzuheben, während die EZB in diesem Februar 2022 noch eine Verweigerungshaltung hinsichtlich der Inflationsbekämpfung zeigt. Das treibt den US-Dollar höher und belegt:

Zinsen rauf, Währung rauf, dieses Prinzip gilt unverändert, vor allem, wenn es um die Zinsdifferenz zwischen den beiden beteiligten Währungsräumen geht. Das sehen wir uns einmal in einer Grafik an, die die Renditen von US-Staatsanleihen zusammen mit dem Kurs des US-Dollars zum Euro zeigt. Das heißt, hier sehen wir das Währungspaar aus Sicht des US-Dollars, ein steigender Kurs in dieser Grafik bedeutet, dass der US-Dollar zum Euro stärker wird.

Euro-Dollar-Prognose: Entwicklung der Relation Euro Dollar im Vergleich mit der Entwicklung von US-Anleihen mit 10-jähriger Laufzeit | Online Broker LYNX

Wir sehen hier, dass der US-Dollar nicht zwingend steigt, wenn die Rendite, sprich die Verzinsung, am US-Anleihemarkt steigt. Aber wenn wie derzeit die US-Zinsen deutlich höher liegen und auch noch stärker steigen als die im Euro-Raum, wie wir in der ersten Grafik sehen konnten, dann „zieht“ diese Regel.

Da die EZB selbst dann, wenn sie im Frühjahr ihre Geldpolitik straffen sollte, weit hinter der US-Notenbank hinterherhinkt, die bereits im Dezember 2021 klar gemacht hatte, dass mit steigenden Leitzinsen zu rechnen ist, ist dieser Aspekt für 2022 ein klarer Vorteil zu Gunsten des US-Dollars, sprich für einen mittelfristig schwächeren Euro/US-Dollar-Kurs.

Politische Stärke zieht Kapital an und stärkt die Währung – wer gewinnt da 2022?

Eine starke, wirtschaftsorientierte und konsequente politische Führung bietet den ausländischen Investoren ein ideales Maß an Investitionssicherheit. Gibt es klare Regeln, die das Investitionskapital absichern, investiert man gerne – was die Nachfrage nach der Währung des Investitionsziels natürlich vergrößert.

Normalerweise sind die USA der bisweilen als „Debattierklub“ bezeichneten Eurozone in dieser Hinsicht überlegen. 2020 wankte das Image der USA als starke Wirtschaftsmacht zwar, vor allem aufgrund der Unfähigkeit der Trump-Administration, konsequent gegen die Pandemie und ihre wirtschaftlichen Folgen vorzugehen. Aber wir sehen im nächsten Chart der Euro/US-Dollar-Relation, dass sich das mit dem Wechsel im Weißen Haus Anfang 2021 zu ändern begann. Noch einmal zur Verdeutlichung: Bei der Abbildung der Euro/US-Dollar-Relation sieht man, wie viel US-Dollar ein Euro kostet. Kostet ein Euro weniger, weil der US-Dollar an Stärke gewinnt, bedeutet das in dieser Darstellung fallende Kurse.

Euro-Dollar-Prognose: Entwicklung des Währungspaars Euro Dollar von September 2019 bis Februar 2022 | Online Broker LYNX

In der aktuellen Situation darf man zwar unterstellen, dass es weniger die Stärke und Souveränität der US-Politik als die uneinig und im Vergleich schwächer wirkende EU-Führung ist, die den Unterschied zu Gunsten eines verstärkten Kapitalstroms Richtung US-Dollar-Raum ausmacht. Und die Notenbankpolitik dürfte derzeit die eindeutig wichtigere Rolle spielen. Aber es ist eben der unmittelbare Vergleich und nicht eine absolute Wertung des politischen Gesamtbilds, die entscheidet, welche Währung begehrter ist. Dies und der geopolitische Faktor:

Euro/US-Dollar-Prognose: Der Faktor Geopolitik

Seit jeher sehen die internationalen Investoren den US-Dollar als die sicherste Währung weltweit an. Der Euro konnte dem „Greenback“ diese Position nie streitig machen. Auch das ist ein Aspekt, der im Jahr 2022 für einen stärkeren US-Dollar und somit für einen fortgesetzten Abstieg der Euro/US-Dollar-Relation spräche, denn:

Die beiden geopolitischen Brandherde Russland/Ukraine und China/Taiwan erzeugen an den Börsen viel Nervosität. Alleine der Umstand, dass das sukzessiv näher rückende Ende der Corona-Problematik nicht, wie zuvor erwartet, starkes Wachstum bringt, sondern weltweite Lieferprobleme und Inflation, hat die Investoren beunruhigt. Immerhin hat man vor allem am Aktienmarkt seit Frühjahr 2020 auf ein Best Case-Szenario gesetzt, das jetzt nicht kam. Und jetzt brennt es noch am Rande Europas und in Fernost.

Diese politischen Spannungen erhöhen die Tendenz noch deutlich, im Zweifel eher defensiv zu agieren. Und das hieße hinsichtlich der Währungen: Der US-Dollar als klassischer „sicherer Hafen“ hat gute Karten, favorisiert zu werden, zumal der Euroraum von der Russland/Ukraine-Krise weit unmittelbarer betroffen ist.

Jede Regierung wünscht sich eine schwache Währung

Nach außen hin wollen alle Regierungen, dass ihre eigene Währung stark ist. Denn eine beliebte Währung suggeriert: „Wir sind stark, stabil und wachsen, weshalb alle bei uns investieren wollen.“ Was zwar nicht verkehrt ist. Aber wenn es darum geht, stärker zu wachsen als konkurrierende Wirtschaftsräume, muss die Währung schwach sein, gegenüber den Konkurrenzwährungen sinken. Der Grund:

Je schwächer die Währung, desto billiger können die eigenen Unternehmen ihre Waren im Ausland anbieten, was den Umsatz steigert. Oder sie steigern dadurch, wenn sie die Preise konstant lassen, ihren Gewinn. Denn ist die eigene Währung schwach, ist der Erlös in der ausländischen Währung höher, weil die im Wert zur eigenen Währung gestiegen ist.

Zugleich hat die schwache Währung den Vorteil, dass die Waren der „Konkurrenz“ im Ausland tendenziell teurer werden … und im Inland ebenso. Eine schwache Währung stützt den Export und damit das Wachstum und behindert zugleich ausländische Importeure, weil deren Währung teurer wird, im eigenen Land. Konkret hieße das in Bezug auf Euro/US-Dollar: 

Wenn der Euro teurer wird, werden auch die aus der Eurozone in die USA importierten Waren teurer – oder aber die Eurozone-Unternehmen halten die Preise, müssen dann aber geringere Gewinnspannen hinnehmen, weil der US-Dollar, den sie beim Verkauf in den USA einnehmen, im Vergleich zum Euro ja billiger, sprich weniger wert wurde. Wir sehen den Effekt in der folgenden Grafik:

Euro-Dollar-Prognose: Entwicklung der US-Exporte und des Währungspaars Euro Dollar im Vergleich von 2009 bis 2022 | Online Broker LYNX

Hier sehen Sie neben der Veränderung der US-Exporte in Milliarden US-Dollar den Wert des US-Dollars im Verhältnis zum Euro (schwarz), d.h. wenn der Dollar weniger wert wird, fällt die schwarze Kurve. Der Zusammenhang zwischen einem schwachen US-Dollar und kräftigem Exportwachstum in den USA ist auffällig. Phasen mit einem stark steigenden US-Dollar wie z.B. in den Jahren 2014/2015 hingegen bremsen die US-Exporte aus.

Natürlich hat das Auf und Ab der Exporte noch zahlreiche andere Gründe, aber die eigene Währung zu schwächen, ist definitiv ein wichtiger Vorteil. Was bedeutet: Die Politik kann diesen Aspekt durchaus als „Waffe“ einsetzen! Tut sie das auch?

Währungskriege – offiziell gibt es sie nicht, aber …

Selbstverständlich. Solche Versuche, mit dem Instrument der Währung Konkurrenten in die Knie zu zwingen, gab es schon oft. Unvergessen ist da der jahrelange Währungskrieg der USA gegen Japan in den Neunzigerjahren. Natürlich wird regelmäßig geleugnet, dass man die Währung als politische Waffe missbraucht. Alle wollen schließlich angeblich eine „starke“ Währung, um der eigenen Bevölkerung dadurch zu demonstrieren, dass die eigene Politik erfolgreich ist, und das Land wirtschaftlich prosperiert und alle Welt deswegen dort investieren will.

Aber beispielsweise Anfang 2018 und später während der Corona-Krise im Jahr 2020 wurde sehr deutlich, dass die US-Regierung einen schwachen US-Dollar zum Euro „wünscht“, das ging aus Aussagen von US-Regierungsmitgliedern klar hervor. Und wenn wir uns das ganz langfristige Bild von Euro/US-Dollar auf Monatsbasis ansehen, stellen wir fest:

Euro-Dollar-Prognose: Langfristige Entwicklung des Währungspaars Euro Dollar von 19999 bis 2021 | Online Broker LYNX

Zwischen dem Amtsantritt von Donald Trump im Januar 2017 und Anfang 2018 war der Euro markant gestiegen, während der US-Dollar immer schwächer wurde. Und das, obwohl die Zinsen in den USA zu dieser Zeit immer höher stiegen und die in der Eurozone nicht. Die vorher jahrelang der Zinsdifferenz folgende Abwärtstendenz des Euro war plötzlich verschwunden.

Kein Zufall, denn die USA wollten ihr Wachstum mit dem schwachen US-Dollar zusätzlich vorantreiben und zugleich die Eurozone als wirtschaftlichen Konkurrenten schwächen. Was nicht nur die Grundidee der von Donald Trump jahrelang vorangetriebenen Handelskonflikte ist. Diese Politik eines nach Möglichkeit schwachen US-Dollars gibt es schon lange. Und auch die Regierung Biden wird das nicht ändern.

Das sehen wir auch in dem vorstehenden, ganz langfristigen Chart ab dem Jahr 1999: Der Euro hat zwar seit 2008 deutlich zum US-Dollar an Stärke eingebüßt. Aber seit Anfang 2017 liegen die Zwischentiefs des Euro wieder höher. Das hat zwar nicht zu einer Trendumkehr zu Gunsten eines starken Euro geführt. Aber bedenkt man den geopolitischen Bonus und vor allem die seit vielen Jahren bestehende Zinsdifferenz zu Gunsten der USA, ist der US-Dollar schwächer, als er sein könnte, wenn es diesen „Wunsch“ nach einer den Export unterstützenden, schwachen Währung nicht gäbe. Einen „Wunsch“, den die USA eben deutlich besser durchsetzen können als die Eurozone.

Aufwärtswende des Euro zum US-Dollar im Jahr 2022? Pro und Contra

Sehen wir uns einmal zusammengefasst an, welche Aspekte für 2022 für und welche gegen einen Anstieg des Euro zum US-Dollar sprechen würden:

Pro Euro-Anstieg:

Die USA könnten versuchen, die eigene Währung gegenüber dem Euro verbal zu schwächen, um die negativen Folgen eines starken Greenback für den Export zu verhindern, der durch den US-Zinsvorsprung wahrscheinlich wäre.

Auf langfristiger Basis befindet sich der Euro zum US-Dollar noch in einem Aufwärtstrend, wie der vorstehende Chart zeigt, dies könnte langfristige Investoren auf Höhe dieser bei derzeit 1,09 US-Dollar pro Euro verlaufenden Linie dazu bringen, tendenziell den Euro zu kaufen.

Pro US-Dollar-Anstieg:

Die zu Zinsanhebungen entschlossene US-Notenbank dürfte den Zinsvorsprung des US-Dollar-Raums im Jahr 2022 weiter ausbauen.

Die USA dürften aus wirtschaftspolitischer Sicht auch 2022 als stabiler und stärker als die EU angesehen werden, was Investoren den Dollar-Raum favorisieren lässt.

Die USA weisen seit Jahren ein stärkeres Wirtschaftswachstum als die Eurozone aus, auch das würde Investments im Dollar-Raum favorisieren.

Die geopolitischen Spannungen werden im Jahresverlauf 2022 wohl bestehen bleiben, damit auch der „Save Haven“-Bonus des US-Dollars.

Die Argumente für einen starken Euro im Verlauf des Jahres 2022 klingen nicht nur eher dünn, sie sind es auch. Und die Trümpfe liegen in den Händen der USA: Dort entscheidet sich, ob der US-Dollar 2022 stark bleibt und stärker wird.

Die charttechnische Situation im Euro Dollar im Februar 2022

Wie eingangs dargelegt, spielt die Charttechnik bei den Trends am Devisenmarkt eine besonders große Rolle, weil der Großteil der Transaktionen auf kurzfristiger Ebene abläuft und rein charttechnisch motiviert ist. Die übergeordnete Tendenz, d.h. die fundamentale Grundlage für eine Richtung, die das Währungspaar Euro/US-Dollar einschlägt, wird dadurch aber nie nachhaltig ausgehebelt. Charttechnische Aspekte können einen solchen Trend nur kurzfristig beschleunigen oder bremsen, nicht aber komplett auf den Kopf stellen. Wie stellt sich die Lage im Februar 2022 dar?

Euro-Dollar-Prognose: Entwicklung des Währungspaars Euro Dollar von Mai 2019 bis Februar 2022 | Online Broker LYNX

Zwischen Sommer 2020 und Herbst 2021 hat die Euro/US-Dollar-Relation ein großes Topp ausgebildet, das man ebenso als Doppeltopp wie als Schulter-Kopf-Schulter-Trendwendeformation mit zwei Köpfen sehen kann. Anfang Oktober wurde die Nackenlinie dieser Formation durchbrochen, d.h. der Euro wurde schnell schwächer.

Derzeit sehen wir zwar den Versuch einer Stabilisierung, aber solange der Euro nicht wieder über die entscheidende Widerstandszone aus der Nackenlinie der Formation und der 200-Tage-Linie im Bereich 1,1650/1,1720 US-Dollar gestiegen ist, bleibt „abwärts“ die favorisierte Richtung. Aber die charttechnische Betrachtung ist, mehr noch als die der fundamentalen Faktoren, immer eine Momentaufnahme.

Alle Argumente, die für oder gegen einen stärkeren Euro zum US-Dollar sprechen, sind „beweglich“, es kann sich immer wieder eine neue Gemengelage ergeben, so dass kein Szenario wirklich in Stein gemeißelt wäre.  

Fazit Dollarkurs Prognose 2022: Folgen Sie konsequent dem Trend!

Derzeit hätte ein stärkerer US-Dollar argumentative Vorteile, so dass ein Erreichen der derzeitigen, charttechnischen Zielzone von 1,06375 US-Dollar pro Euro im Laufe des Jahres möglich erscheint. Aber ob es so kommt, ist von so vielen nicht vorhersehbaren Faktoren abhängig, dass man sich darauf keinesfalls festlegen sollte. Sicher ist:

Das Jahr 2022 wird für die Königsklasse des Devisenmarkts, die Relation des Euro zum US-Dollar, definitiv Hochspannung bieten. Politik, Wirtschaft, Zinsen, die Inflation und die geopolitischen Spannungen werden auf dieses Währungspaar einwirken. Aber da keiner dieser Faktoren im Voraus eingrenzbar ist, sollte man sich auch nicht auf eine Prognose versteifen, wo der Kurs von Euro/US-Dollar wohl an Silvester 2022 ankommen wird. Wir meinen:

Folgen Sie konsequent den Trends und achten Sie vor allem auf die gestiegene Volatilität, die auch den Forex-Markt erfasst hat. Letzten Endes ist es der Kurs allein, der die Quintessenz aus Erwartungen, Vermutungen und Handlungen der Devisentrader ausmacht und somit die unbestechlichste Aussage liefert, in welche Richtung es in diesen kommenden, an Überraschungen und Unvorhersehbarem zweifellos reichen Monaten gehen wird!

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