Die besten Öl Aktien | Online Broker LYNX

Ukraine-Krieg: Ölpreise im Höhenflug

Seit dem Corona-Einbruch befinden sich die Preise für die meisten Rohstoffe – darunter auch Erdöl –stark im Aufwind. Zunächst erholte sich die Wirtschaft in vielen Ländern der Erde vom starken Einbruch im ersten Jahr der Corona-Pandemie – nicht zuletzt auch dank billionenschwerer Konjunkturspritzen von Staaten und Notenbanken. Dies sorgte in Verbindung mit Lieferengpässen und Knappheiten in der Produktion für steigende Rohstoffpreise und damit auch für kontinuierlich anziehende Ölpreise. Anfang 2022 sorgte dann vor allem die zu einem Krieg eskalierte Ukraine-Krise für weitere Preisschübe beim Öl. Die Notierungen des Ölpreises sind zuletzt bis in den Bereich von 100 USD geklettert und damit auf den höchsten Stand seit 2008.

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Frühjahr 2020: Historischer Ölpreiscrash führt zu Schockwellen am Ölmarkt

Noch im Frühjahr 2020 sah die Lage am Ölmarkt ziemlich düster aus: Der Ölpreis fiel an den Terminmärkten erstmal in der Geschichte unter null USD, vor allem weil sich große Öl-ETFs verspekuliert hatten. Das sorgte für heftige Schockwellen am Ölmarkt, der durch die Coronavirus-Krise ohnehin bereits stark gebeutelt war. Denn bedingt durch weltweite Lockdowns standen viele Autos, Flugzeuge und Fabriken still und benötigten weit weniger Öl als zuvor. Durch den Preissturz sahen sich viele Ölunternehmen existenziell bedroht. In diesem Artikel sehen wir uns für Sie an, welche Öl-Aktien als Gewinner aus der Krise hervorgegangen sind und mittlerweile von den enorm gestiegenen Preisen profitieren.

Neuordnung des Ölmarktes: „Big Oil“ gewinnt

Die globale Ölindustrie erfuhr durch die Corona-Krise eine grundlegende Neuordnung. Während größere Firmen wie ConocoPhillips oder BP ihre Ölproduktion kurzzeitig zurückfuhren, meldeten etliche kleinere und mittlere Ölproduzenten Insolvenz bzw. Chapter 11 an. Arge Probleme bekamen vor allem Unternehmen, die sich mit kostspieligen Verfahren wie Ölsand/Ölschieferförderung oder dem sogenannten Fracking beschäftigten, während gleichzeitig eine relativ hohe Schuldenlast drückte. Etliche kleinere und mittlere Ölproduzenten überlebten die Krise nicht als eigenständiges Unternehmen und wurden von größeren Wettbewerbern aufgekauft.

In Summe haben sich die Marktanteile weiter in Richtung „Big Oil“ verschoben, also hin zu den Branchenriesen. Die großen Ölkonzerne verfügen meist über enorme Cash-Reserven und können viel einfacher Kredite aufnehmen, den Anleihenmarkt anzapfen oder neue Aktien ausgeben. Nicht nur ganze Unternehmen, auch viele Ölförderprojekte, die später wieder interessant werden könnten und andere Assets wurden 2020 zu Schnäppchenpreisen von strauchelnden Konkurrenten eingekauft. Nach der starken Preiserholung generierten die großen Ölmultis dank umfassender Kosteneinsparungen und Investitionskürzungen rasch wieder positive freie Cashflows und erzielten kurz darauf auch wieder enorme Gewinne.

Aktuell wird Öl der Nordsee-Sorte Brent für 101 USD je Barrel gehandelt, während die US-Sorte WTI rund 95 USD je Barrel kostet. Aufgrund der dramatischen Entwicklungen in der Ukraine und den damit verbundenen geopolitischen Spannungen dürfte das Preisniveau im Jahr 2022 und wahrscheinlich auch darüber hinaus, hoch bleiben.

Es könnte sich weiterhin lohnen, einen Blick auf die besten Aktien der Ölbranche zu werfen, auch wenn die Zeit der absoluten Schnäppchenkurse längst vorbei ist. Wir stellen Ihnen im Folgenden die aus unserer Sicht besten Öl-Investments 2022 vor.

Die besten Öl-Aktien 2022

Für Anleger gibt es mehrere Möglichkeiten, um von steigenden Preisen des schwarzen Rohstoffs zu profitieren: Öl-Fonds, Öl ETFs, Optionen & Optionsscheine, Futures oder Zertifikate. Am besten legen Sie sich jedoch zwei bis drei Ölaktien ins Depot, denn diese versprechen bei steigenden Ölpreisen einen attraktiven Gewinnhebel.

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Öl-Aktien Vergleich: Das sind die „Big Oil“ Aktien

Hier finden Sie eine Aktien-Liste von 10 großen, internationalen Ölmultis, unsere Öl-Aktien-Tabelle. Drei dieser Ölwerte stellen wir Ihnen im Anschluss vor. Diese Öl-Werte verfügen unserer Meinung nach über das größte Potential, bei weiterhin starken Ölpreisen zu den Gewinneraktien der Öl-Branche 2022 zu gehören.

Öl-Aktien-Liste:

AktieISINSymbolWährung
BPGB0007980591BPGBP
ChevronUS1667641005CVXUSD
CNOOCUS1261321095CEOUSD
ConocoPhillipsUS20825C1045COPUSD
ExxonMobilUS30231G1022XOMUSD
Oasis PetroleumUS6742152076OASUSD
PetroChinaUS71646E1001PTRUSD
Petroleo BrasileiroUS71654V4086PBRUSD
ShellGB00BP6MXD84SHELLGBP
TotalFR0000120271FPEUR

Chevron: Stark aufgestellter Ölkonzern

Chevron (Symbol: CVX – ISIN: US1667641005 – Währung: USD) zählt zu den weltgrößten Ölkonzernen. Hauptgeschäftsfelder sind die Erschließung, die Gewinnung und der Transport von Rohöl, sowie die chemische Aufbereitung zu vermarktbaren Produkten. Das Unternehmen deckt damit die komplette Wertschöpfungskette im Bereich Erdöl ab. Die Wurzeln von Chevron reichen bis zur Entdeckung eines Ölfelds nördlich von Los Angeles im Jahre 1879 zurück. Nach zahlreichen Fusionen, unter anderem mit Texaco im Jahr 2001, entstand einer der größten Ölkonzerne der Welt. Chevron ist in allen wichtigen Öl- und Gasregionen der Welt aktiv und arbeitet auch unter erschwerten Bedingungen, wie z.B. in der Tiefsee. Für den Öltransport betreibt Chevron eine eigene Schiffsflotte.

Chevron stellt Krisenfestigkeit unter Beweis

Chevron bewies im Frühjahr 2020 Krisenfestigkeit, denn das Unternehmen fackelte nach dem Preiseinbruch nicht lange: Die Investitionen im Jahr 2020 wurden um mehrere Mrd. USD zurückgefahren und auch bei den Kosten wurde massiv auf die Bremse getreten. Dadurch sicherte man die Dividendenfähigkeit und gab dem langfristigen Unternehmenswert Vorrang. Falls notwendig hätte sogar noch weiteres Senkungspotenzial bei den Investitionen bestanden, denn die Ölgewinnung aus permischem Schiefer in den USA beispielsweise lässt sich relativ einfach aussetzen. Doch das war gar nicht mehr notwendig, denn die Ölpreise zogen bereits im Jahresverlauf 2020 wieder deutlich an und ermöglichten Chevron ein profitables Wirtschaften.

Übernahme von Noble Energy stärkt Wettbewerbsposition

Vor der Corona-Krise, Ende 2019 hatte Chevron von den großen Ölkonzernen den niedrigsten Nettoverschuldungsgrad von nur 16 %. Laut Credit Suisse benötigt Chevron nur einen Ölpreis von etwa 42 USD, um einen positiven Kapitalfluss zu erzielen. Die komfortable finanzielle Lage erlaubte es – trotz Corona-Unsicherheit – den heimischen Konkurrenten Noble Energy im Juli 2020 für 5 Mrd. USD aufzukaufen. Rechnet man die Verschuldung des texanischen Wettbewerbers in Höhe von 8 Mrd. USD mit ein, so beläuft sich das Transaktionsvolumen sogar auf insgesamt 13 Mrd. USD. Durch den Zukauf des Fracking-Unternehmens will Chevron die Ölreserven im Permischen Becken ausbauen und jährliche Kosteneinsparungen von 300 Mio. USD erzielen. Im Februar 2022 gab Chevron mit der Übernahme der Renewable Energy Group eine weitere Übernahme bekannt. Für etwas mehr als 3 Mrd. USD wurde der Hersteller von Biodiesel übernommen, so dass Chevron nun auch im Bereich Erneuerbarer Energien ein Bein in der Tür hat. Bis zum Jahr 2030 will Chevron pro Tag 100.000 Barrel Biokraftstoffe produzieren.

Dividende seit 35 Jahren kontinuierlich erhöht: 4,1 % Dividendenrendite

Die niedrigen Ölpreise in Verbindung mit den konsequenten Sparmaßnahmen führten im Jahr 2020 zu einem gewaltigen Umsatzrückgang in Höhe von -32,5 % von 140 Mrd. USD auf 94,5 Mrd. USD, sowie einem um Einmaleffekte bereinigten Verlust von 368 Mio. USD oder -0,20 USD je Aktie. Im Jahr 2021 wendete sich das Blatt. Bei einem Umsatzanstieg von +65 % auf 155,6 Mrd. USD erzielte das Unternehmen einen Gewinn in Höhe von 8,15 USD je Aktie.

Positiv ist die beeindruckende Dividendenhistorie von Chevron. Seit mittlerweile 35 Jahren hat das Unternehmen seine Auszahlungen von Jahr zu Jahr gesteigert. In diesem Zeitraum gab es mehrere gewaltige Ölpreisschwankungen, die bewältigt werden konnten. Auch im Jahr 2020 wurde trotz Verlusten nicht an der Quartalsdividende in Höhe von 1,29 USD gerüttelt, so dass aufs Gesamtjahr gerechnet 5,16 USD je Aktie ausgeschüttet wurden. Mittlerweile wurde die Quartalsdividende auf 1,42 USD je Aktie erhöht (5,68 USD Jahresdividende), so dass sich auf dem aktuellen Kursniveau von 140 USD eine starke Dividendenrendite von 4,1 % errechnet.

Für das laufende Jahr 2022 erwarten Analysten einen Umsatzanstieg von +8 % auf 175 Mrd. USD, sowie ein Ergebnis in Höhe von 10,62 USD je Aktie. Für das kommende Jahr 2023 liegt der Analysten-Konsens bei 170 Mrd. USD Umsatz und immerhin 9,31 USD Gewinn je Aktie.

Chart Chevron Aktie

Die besten Öl-Aktien: Kursentwicklung der Chevron Aktie von Februar 2019 bis Februar 2022 | Online Broker LYNX

Fazit: Stark aufgestellter Ölkonzern

Die Chevron-Aktie ist gestärkt aus der Krise hervorgegangen und hat zahlreiche Pluspunkte vorzuweisen. Zum einen ist das Unternehmen sehr flexibel bei der Kürzung von Investitionen und kann – falls nötig – stark auf die Kostenbremse treten. Zum anderen ist die bilanzielle Situation außergewöhnlich stark. Die Verschuldung ist im Vergleich zu anderen Ölkonzernen auch nach der Übernahme von Noble Energy sehr gering und dürfte sich aufgrund der hohen Ölpreise schnell weiter verringern. Die eigene Tankerflotte ist ein weiterer Pluspunkt, denn das Mieten von Tankern für Transport und Lagerung von Öl ist immer dann sehr teuer, wenn die Schiffe von Marktteilnehmern als schwimmende Öllager benutzt werden oder die Öl-Nachfrage sehr hoch ist. Auch die aktionärsfreundliche Dividendenpolitik des Unternehmens spricht für die Chevron Aktie. Investorenlegende Warren Buffet griff zuletzt auch zu und erhöhte die Position seines Investment-Vehikels Berkshire Hathaway um 9,4 Mio. Anteile auf nunmehr 38 Mio. Anteile. Mit einem aktuellen Wert von 5,4 Mrd. USD befindet sich die Position unter Buffets Top 10 Investments. Chevron ist auch für uns erste Wahl bei den Ölinvestments. Warten Sie für Einstiege am besten einen Rücksetzer in den Bereich von 100 USD bis 120 USD ab.

ConocoPhillips: Zurück auf Wachstumskurs

Der drittgrößte US-Ölkonzern ConocoPhillips (Symbol: COP – ISIN: US20825C1045 – Währung: USD) mit Sitz in Houston, Texas ist seit der Aufspaltung im Jahr 2012 rein auf die Exploration und Produktion von Erdöl, das sogenannte Upstream-Geschäft fokussiert. Die ursprünglich zum Konzern gehörenden Raffinerien und Tankstellennetze (über 20.000 Tankstellen u.a. Jet) – das sogenannte Downstream-Geschäft – wurden über die Phillips 66 Company ausgegliedert und ebenfalls börsengelistet.

Ölpreiseinbruch brachte Geschäftsmodell schon einmal ins Wanken

Der Einsturz der Ölpreise ab dem Jahr 2014 bis ins Jahr 2016 machte ConocoPhillips stark zu schaffen, denn der Konzern hatte damals mit deutlich höheren Ölpreisen von ca. 90 USD geplant. Drastische Kostensenkungen, der Verkauf von Unternehmensteilen sowie Dividendenkürzungen waren die einzige Möglichkeit, um kurzfristig zu überleben. Die Sparmaßnahmen trugen Früchte, so dass die reinen Produktionskosten pro Barrel auf 35 USD gedrückt werden konnten. Der zwischenzeitlich gestiegene Ölpreis tat sein Übriges, um den Konzern wieder auf Kurs zu bringen. In der Corona-Krise war ConocoPhillips damit deutlich besser aufgestellt, um die Krise zu meistern. Die Nettoverschuldung lag zu Beginn der Krise mit 42 % im grünen Bereich, so dass es genügend Raum für weitere Kreditaufnahmen gab.

Mit umfangreichem Maßnahmenpaket durch die Krise

Umfangreiche Kostensenkungen und eine Drosselung der Ölförderung trugen dazu bei, dass 2020 mehrere Mrd. USD eingespart wurden. Auch ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm wurde vorübergehend ausgesetzt. Bei der Dividende hingegen wurde der Rotstift, wie bei Chevron, nicht angesetzt, im Herbst 2020 wurde die quartalsmäßige Ausschüttung sogar um 1 Cent erhöht. Aktuell beträgt die reguläre Quartalsdividende 0,46 USD, so dass auf Jahressicht 1,84 USD ausgeschüttet werden. Dazu kamen seit dem 31.12.2021 zwei Sonderdividenden über insgesamt 0,50 USD. Damit liegt die Dividendenrendite bei einem Aktienkurs von 91 USD aktuell bei rund 2 %.

Übernahme von Concho Resources stärkt das Geschäft

Im Jahr 2020 ging der Umsatz um satte -41 % von 32,6 Mrd. USD auf 18,8 Mrd. USD zurück. Dabei wurde ein negatives Ergebnis in Höhe von -2,51 USD je Aktie verbucht (2019: +3,59 USD). Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2021 meldete das Unternehmen einen Umsatzsprung von +137 % auf 45,8 Mrd. USD und einen Gewinn in Höhe von 6,09 USD je Aktie. Im laufenden Jahr 2022 soll laut Analystenkonsens jedoch ein Umsatzsprung um +18 % auf 57 Mrd. USD erfolgen. Dazu wird ein Gewinn in Höhe von 9,02 USD je Aktie erwartet. Im kommenden Jahr 2023 sollen bei 52,8 Mrd. USD Umsatz dann 7,79 USD Gewinn je Aktie anfallen. Neben dem gestiegenen Ölpreis trägt vor allem die 10 Mrd. USD schwere Übernahme von Concho Resources zu den verbesserten Geschäftsaussichten bei. Der kleinere Wettbewerber, der sich auf den Bereich Ölschiefer fokussiert, soll dem Unternehmen zu jährlichen Einsparungen in Höhe von mindestens 500 Mio. USD verhelfen. Durch die Übernahme steigt der Konzern zur Nummer drei im amerikanischen Shale-Geschäft auf.

Chart ConocoPhillips Aktie

Die besten Öl-Aktien: Kursentwicklung der ConocoPhillips Aktie von Februar 2019 bis Februar 2022 | Online Broker LYNX

Aktie erst bei Rücksetzer wieder interessant

Die harten Einschnitte des letzten Ölpreiseinbruchs im Jahr 2016 haben ConocoPhillips von einigem Kosten-Ballast befreit und wieder zu einem wettbewerbsfähigen Marktteilnehmer gemacht. Davon profitierte der Konzern in der Corona-Krise und zählt seitdem zu den Gewinnern. Der Wert ist allerdings aufgrund der bereits erheblich gestiegenen Kurse vor allem bei einem Rücksetzer in den Bereich 70 bis 80 USD wieder für längerfristige Einstiege interessant. Bleibt der Ölpreis für einen längeren Zeitraum hoch, so dürfte auch der Aufwärtstrend der Aktie intakt bleiben.

Shell: Europäischer Energieriese

Shell (Symbol: SHELL – ISIN: GB00BP6MXD84 – Währung: GBP) zählt weltweit zu den größten Energieunternehmen im Bereich Mineralöl und Erdgas. Shell (ehemals Royal Dutch Shell) ist an Explorations- und Förderprojekten in mehr als 70 Ländern beteiligt und zählt zu den weltgrößten Vertreibern von Kraft- und Schmierstoffen. Im Jahr 2016 wurde der britische Gasproduzent BG Group für 47 Mrd. Pfund übernommen. Heute ist Shell mit 13 großen Verflüssigungsanlagen und einer Flotte von 90 LNG-Tankern somit auch der weltgrößte Anbieter von Flüssiggas. Trotz der Dominanz im Öl- und Gasgeschäft will der mittlerweile britische Konzern langfristig zu einem führenden globalen Produzenten von sauberen Energien werden.

Der Ölpreisabsturz in der Corona-Krise bedeutete eine Zäsur für das Unternehmen. Denn erstmals seit dem zweiten Weltkrieg wurden die Ausschüttungen an die Aktionäre gesenkt.

Ölpreis-Absturz bringt Umsatzhalbierung und Rekordverluste

Wie die anderen Großkonzerne zögerte auch Shell nicht lange mit Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise, darunter milliardenschwere Kostensenkungen und Investitions-Kürzungen. Dazu kam wie bei den beiden anderen vorgestellten Ölmultis eine Einstellung des Aktienrückkaufprogramms. Der Umsatz brach im Jahr 2020 auf Konzernebene um fast die Hälfte auf knapp 181 Mrd. USD ein. Unterm Strich stand dabei ein Rekord-Minus von knapp 22 Mrd. USD (-5,56 USD je Aktie). Ein Hauptgrund für das hohe Minus waren hohe Abschreibungen auf Unternehmensbeteiligungen, die in der Krise stark an Wert verloren. Für das abgelaufene Jahr 2021 erwarten Analysten dank der gestiegenen Ölpreise einen Umsatzanstieg um + 57 % auf 284 Mrd. USD und ein Ergebnis von 3,75 USD je Aktie. Für das laufende Geschäftsjahr 2022 werden seitens Marktexperten 332 Mrd. USD Umsatz und etwa 5,80 USD Gewinn je Aktie (+55 %) in Aussicht gestellt. Im kommenden Jahr 2023 sollen dann bei 314 Mrd. USD Umsatz rund 5,54 USD Gewinn je Aktie erzielt werden. Die Ölpreisanstiege aufgrund der zwischenzeitlich eskalierten Ukraine-Krise dürften allerdings noch nicht in den Schätzungen enthalten sein, so dass es durchaus positives Überraschungspotenzial gibt.

Coronakrise 2020: Erste Dividendenkürzung seit dem 2. Weltkrieg

Europas größter Ölkonzern hatte die Dividende seit dem Jahre 1945, d.h. seit 75 Jahren (!), nicht mehr gesenkt – allen bisherigen Ölpreis-Krisen zum Trotz. Der britische Energieriese galt somit jahrzehntelang als einer der zuverlässigsten Dividendenzahler überhaupt. Doch die Ölpreisentwicklung zu Beginn des Jahres 2020 veranlasste den Konzern dazu, die bisherige Quartalsdividende in Höhe von 0,47 USD (umgerechnet rund 0,39 EUR) je Aktie auf 0,16 USD (0,13 EUR) zu dritteln. Aktuell werden pro Aktie immerhin wieder 0,24 USD (0,20 EUR) ausbezahlt, was einer Jahresdividende in Höhe von 0,96 USD (0,86 EUR) entspricht. Bei einem aktuellen Kurs von 23,50 EUR je Aktie entspricht dies immerhin einer Dividendenrendite von 3,7 % p. a. Aufgrund der starken Ölpreisentwicklung ist es sehr gut möglich, dass die Dividende bald wieder auf das Vorkrisenniveau angehoben wird.

Chart Shell Aktie

Die besten Öl-Aktien: Kursentwicklung der Shell Aktie von Februar 2019 bis Februar 2022 | Online Broker LYNX

Aktie für Ölpreis-Spekulanten und Dividendensammler

Unter den Ölmultis steht für uns Shell trotz der Dividendenkürzung weit vorn. Denn der Wert der Aktie wird durch eine gesunde Bilanz und eine starke Marktposition untermauert. Mit einer Dividendenrendite von 3,7 % ist die Aktie aktuell recht fair bewertet. Die Shell-Aktie ist sowohl für Anleger geeignet, die auf einen starken oder weiter steigenden Ölpreis setzen, als auch für Dividendensammler.

Fazit: Aussichten für Öl-Aktien im Jahr 2022 weiterhin bestens

Der Ölpreis konnte sich vom starken Einbruch in der ersten Jahreshälfte 2020 überraschend schnell erholen und ging nahtlos in einen starken neuen Aufwärtstrend über. Nach der weltweiten Erholung der Wirtschaft und der rasch aufkommenden starken Inflationsdynamik sorgte zuletzt der Ukraine-Krieg für steigende Ölpreise. Alle drei vorgestellten Ölmultis profitieren von den starken Ölpreisen und könnten im Jahr 2022 Rekordergebnisse einfahren. Wie die meisten anderen Ölaktien auch, haben sich die Aktienkurse der vorgestellten Öl-Werte seit Anfang 2020 allerdings bereits verdoppelt oder verdreifacht und stellen damit keine Schnäppchen mehr dar. Es gibt durchaus Rückschlagrisiken.

Entspannt sich beispielsweise die Lage in der Ukraine (hoffentlich), so könnten Ölpreis und Öl-Aktien in eine Korrektur übergehen. Langfristig orientierte Anleger könnten einen solchen Rücksetzer dann jedoch zum Kauf nutzen. Die Chancen, dass Ölaktien im Jahr 2022 eine starke Performance abliefern, stehen insgesamt betrachtet sehr gut.

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