Dow Jones Prognose Dow Jones: Ihr wollt es … ihr bekommt es

News: Aktuelle Analyse des Dow Jones Index

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen des Dow Jones Index

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Wir beabsichtigen nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Ein „bearish engulfing pattern“ sieht man beim Dow Jones eher selten. Und wenn, gab es danach oft Probleme für die Bullen, so z.B. im Oktober 2024 oder, in diesem Jahr, am 31. Januar und am 3. März. Kommt es diesmal auch so … oder können die Bullen das kitten?

Ein „bearish engulfing pattern“ ist eine rote Kerze, die den Kerzenkörper des Vortages komplett einhüllt und einen Intraday-Turnaround nach unten markiert. Stark anfangen und dann stark nachlassen, das kommt hier gar nicht so oft vor. Und gerade gestern kam das wohl für viele unerwartet. Immerhin kam in der Nacht die Bestätigung: Trump trifft Putin. Und das sorgte in der ersten Reaktion für kräftige Käufe, denn man sah darin eine Chance, die geopolitische Lage zu beruhigen, und die Gelegenheit für Trump, mit einer Bestätigung seines Habitus als „Dealmaker“ für mehr Vertrauen, auch in seine Zoll- und Wirtschaftspolitik, zu sorgen.

Doch nachdem der Index mit einem „Gap up“, einer Aufwärts-Kurslücke von knapp 240 Punkten, in den Handel ging, kam fast sofort Abgabedruck auf. Nach einer Dreiviertelstunde war das Plus abverkauft. Und gegen 19:30 Uhr unserer Zeit betrug das Minus am da erreichten Tagestief fast 400 Punkte. Zwar versuchte man sich dann Richtung Handelsende an einer Schadensbegrenzung. Aber so richtig mit Herz dabei waren die Käufer unübersehbar nicht, es blieb bei diesem „bearish engulfing pattern“, daran konnte das Verkürzen der Verluste auf am Ende 224 Punkte nichts ändern.

Dow Jones Index: Tageschart vom 07.08.2025, Kurs 43.968,64 Punkte, Kürzel: INDU | Online Broker LYNX
Dow Jones Index: Tageschart vom 07.08.2025, Kurs 43.968,64 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Was man auch nicht unbedingt erwartet hätte, ist, dass sich das US-Index-Flaggschiff mit dem Ausbruch über das bisherige Rekordhoch, am 29.11.2024 bei 45.071 Punkten erreicht, so schwertut. Dass ein Hoch nicht gleich problemlos in einem zweiten Anlauf überwunden wird, sondern sich das auch mal ziehen kann, ist beim Dow Jones normal. Aber wir haben seit diesem Hoch neun Monate ins Land gehen sehen, inklusive eines misslungenen Ausbruchsversuches im Januar. Der dritte Anlauf startete im Juli. Und das Risiko, dass auch der scheitert, ist mit dem gestrigen Handelstag ein wenig gestiegen, zumal der Index dabei an der 20-Tage-Linie abdrehte, die für kurzfristige Trader oft ein Leitstrahl ist.

Dow Jones Index: Monatschart vom 07.08.2025, Kurs 43.968,64 Punkte, Kürzel: INDU | Online Broker LYNX
Dow Jones Index: Tageschart vom 07.08.2025, Kurs 43.968,64 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Da sollte man beim Dow Jones besser in den kommenden Tagen und Wochen genau hinschauen. Auch und gerade, weil man als Verkäufer oder bärischer Trader ja nicht wirklich ohne Argumente dastehen würde.

Am Donnerstag kam ja nicht nur die Meldung über das Treffen Trump/Putin, es war auch der erste Tag, an dem die teilweise drastischen US-Einfuhrzölle wirklich starteten. Und damit dürfte vielen zurück ins Bewusstsein gerückt sein, dass die bislang harmlosen Steigerungsraten bei den Verbraucherpreisen erst jetzt einen „Booster“ bekommen, der sich dann, wenn die vor den Zöllen gezielt hochgefahrenen Lagerbestände abverkauft sind, auswirken dürfte. Während zugleich die massiven Abwärtskorrekturen bei der Zahl neu geschaffener Arbeitsplätze in den USA andeuten, dass der Arbeitsmarkt deutlich weniger stark ist, als man bis dahin dachte.

Steigende Preise und ein Arbeitsmarkt, der kippen könnte … auch, weil Arbeitsplätze durch investierende ausländische Unternehmen ihre Zeit brauchen würden … das ist eine ungute Mixtur. Die US-Verbraucher sind weiterhin eher skeptisch, die Einkaufsmanager ebenfalls … dass die Anleger auf Dauer gegen den Strom optimistisch bleiben, ist da nicht zu erwarten. Es ist nur die Frage, wann die Stimmung beim Dow Jones und den anderen großen US-Indizes kippt. War dieses „bearish engulfing pattern“ das Startsignal?

Es könnte zumindest die Zahl derer, die angesichts dieses Charts die Stirn runzeln, deutlich vergrößern. Wirklich problematisch würde es für die Bullen hier aber erst, wenn der Dow Jones als ersten Schritt die aktuell bei 42.940 Punkten verlaufende 200-Tage-Linie und als zweiten Schritt die markante Supportlinie bei 41.845 Punkten brechen sollte. Was indes so lange als Möglichkeit im Raum steht, bis ein Befreiungsschlag gelingt. Und dafür muss er über diese schon mehrfach vergebens attackierte Bestmarke von 45.071 Punkten hinaus und, idealerweise, umgehend Anschlusskäufe sehen. Was möglich, aber nicht wahrscheinlich genug ist, um die Unterseite aus den Augen zu lassen!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
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Die Risiken von Donald Trumps politischer Agenda sind mit Händen zu greifen. Die Zinsen sind weiter hoch, die Verschuldung ebenso, die Quartalszahlen bislang gemischt. Trotzdem klopft der Dow Jones gerade an das bisherige Rekordhoch – das ist doch nicht normal … oder?

Doch, das ist es. Denn die Masse der Marktteilnehmer reagiert normalerweise kaum auf Risiken, sondern wird erst dann als Verkäufer aktiv, wenn sich diese Risikofaktoren bereits unübersehbar und drastisch in negativen Konjunkturdaten und Quartalsbilanzen niedergeschlagen haben. Bis dahin feiert man gute Konjunkturdaten und ignoriert die schlechten … und kauft um die Aktien von Unternehmen, die schwache Zahlen geliefert haben, einfach herum, indem man da zugreift, wo die Ergebnisse passen. Und das vermittelt dem normalen Anleger den Eindruck: alles in Ordnung.

Zumal der schöne Schein immer schwerer wiegt als der ebenso mühsame wie unbeliebte Blick hinter den Vorhang. Und der Schein liefert einen Erfolg nach dem anderen. „Deals“ werden verkündet, die die USA scheinbar reich machen und keine Nebenwirkungen mit sich bringen.  Man spricht im Weißen Haus von gigantischen Investitionen ausländischer Unternehmen, die zahllose Arbeitsplätze schaffen werden und davon, was diejenigen, die angesichts der US-Forderungen eingeknickt sind, alles aus den USA kaufen werden bzw. müssen.

Da kann es nicht überraschen, dass der US-Aktienmarkt läuft. Denn warum sollte, wer die Kurse steigen sieht und entweder die Muße, das Fachwissen oder gleich beides nicht hat, um ein klares Gesamtbild zu erhalten, genauer hinsehen? Man läuft mit der Herde mit, das ist einfacher … und wird ja, bislang, auch belohnt. Aber ist es nicht ein Warnsignal, dass sich der Dow Jones mit dem bisherigen Allzeithoch scheinbar schwertut?

Expertenmeinung: Nein. Es ist eher normal, dass das US-Flaggschiff an markanten Hürden eine Zeitlang hängenbleibt, der langfristige Chart auf Monatsbasis zeigt, dass wir das in den vergangenen Jahren schon mehrfach erlebt haben. Denn natürlich gibt es Investoren, die einen nicht durch eine rosa Brille verklärten Blick auf die Lage und die eher teure Bewertung des Index haben und Kurse nahe an diesen bisherigen Hochs nutzen, um Positionen abzubauen. Diese Verkaufsorders müssen die Bullen erst einmal abarbeiten, bevor es nach oben hinausgehen kann. Aber nachdem S&P 500 und Nasdaq 100 bereits neue Hochs markiert haben, ist der Weg für viele klar – und sie werden entsprechend weiter kaufen, bis der Deckel gesprengt ist. Es sei denn …

Dow Jones Index: Chart vom 25.07.2025, Kurs 44.901,92 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones Index: Chart vom 25.07.2025, Kurs 44.901,92 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

… es kämen Nachrichten, die diesen Optimismus deutlich unterminieren. Aber selbst da kommt es darauf an, wie diese dargestellt werden. Würde es beispielsweise in Bezug auf die Handelsgespräche mit der EU und/oder China zu erheblichen Rückschlägen kommen, wüsste man im Weißen Haus, dass man bei der Art, wie man das kommuniziert, auf die Märkte achten muss. Wenn man aus Niederlagen Teilsiege macht und ggf. neue Fristen geschickt verkauft, indem man z.B. den alten Spruch „es kommt nicht darauf an, dass es schnell geht, sondern dass es für alle gut wird“ bemüht, kann das schon reichen, um einen Abwärtsschwenk zu vermeiden und die zuletzt immer öfter ausgelöste „Konditionierung „buy the dip“ auszulösen.

Sich der Risiken bewusst zu sein und sich trotzdem blind darauf zu verlassen, dass diese Hausse immer weitergeht, wäre sträflicher Leichtsinn. Den Willen vieler zu unterschätzen, dem schönen Schein zu folgen, aber auch.

Die Chance, dass der Dow Jones dieses bisherige Rekordhoch bei 45.074 Punkten als Widerstand herausnimmt, ist daher derzeit recht hoch. Erst, wenn es zu einem Fehlausbruch käme oder der Dow sogar vorher abdreht und statt einem kurzen Rücksetzer, der sofort in Käufe übergeht, Anschlussverkäufe kommen, wäre es denkbar, dass sich die rosa Brille vieler Anleger eingetrübt hat. Aber nur, wenn dabei das letzte Zwischentief bei 43.759 Punkten klar und auf Schlusskursbasis gebrochen würde, könnte man hier über erste, spekulative Short-Trades nachdenken.

Dow Jones Index: Tageschart vom 25.07.2025, Kurs 44.901,92 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones Index: Tageschart vom 25.07.2025, Kurs 44.901,92 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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Zölle treiben die Preise, Lieferketten geraten ins Wanken und der Verbraucher zahlt die Rechnung. Kippt die US-Wirtschaft und dann auch die Börse?

Zwischen Börsenboom und Preisexplosion

Die Märkte stehen am Allzeithoch, das Sentiment ist extrem bullisch. Das ist selten ein gutes Zeichen, außerdem fragt man sich, was die Gründe für die gute Stimmung sind.

Die US-Wirtschaft steht möglicherweise kurz vor einem Wendepunkt in einer zollgetriebenen Inflationswelle.

Um die Auswirkungen der US-Zollpolitik zu verdeutlichen, möchte ich einige Beispiele aufzeigen, die auf einen zunehmenden Druck hindeuten könnten:
Walmart hat in den letzten Wochen bei einigen Produkten – wie Kochgeschirr, Kaffee und Kleidung – Preiserhöhungen von bis zu 50 % vorgenommen, was den direkten Einfluss von Importzöllen auf die Verbraucherpreise zeigt.

Gleichzeitig kämpft Nvidia mit Produktionsengpässen bei seinem H20-Chip, ausgelöst durch chaotische Lieferketten und wechselhafte Exportvorgaben, was die Preise weiter befeuern könnte – vor allem bei hoher Nachfrage aus China.

Die Lieferketten geraten bereits unter Druck. J.B. Hunt, eine der größten Speditionen in den USA, meldet zwar steigende Transportvolumen, warnt aber vor Unsicherheiten durch neue Vorschriften.

Zollpolitik mit Nebenwirkungen

Greenbrier hat mit verzögerten Waggonbestellungen zu kämpfen, BMW reduziert seine US-Händlerbestände und setzt auf regionale Beschaffung. ASML nutzt Freihandelszonen, verzeichnet aufgrund der unvorhersehbaren Rahmenbedingungen aber trotzdem eine schwache Nachfrage. Niemand will 400 Millionen Euro in ein EUV-Lithographiesystem investieren, nur um kurz darauf festzustellen, dass der Standort mit Zöllen belegt wird.

Preiserhöhungen werden zunehmend zur Standardreaktion, eine kurze Suche nach dem Thema in meinem Newsfeed hat etliche Treffer geliefert. Neben Wal-Mart erhöhen die Preise beispielsweise auch Schindler, KONE, MSC Industrial Supply, Belimo, Barry Callebaut, Constellation Brands, Conagra Brands, PepsiCo, Alcoa, Mips, Nestlé, Procter & Gamble, Tyson Foods, Whirlpool, 3M, Kimberly-Clark, Unilever, General Mills, Mondelez.

Betroffen von den Preiserhöhungen sind zahlreiche Warengruppen. Im Lebensmittelbereich steigen die Preise etwa für Kaffee, Kakao, Fleisch – insbesondere Rind und Geflügel –, verarbeitete Produkte, Molkereiwaren sowie Süßwaren. Auch Getränke wie Softdrinks, Bier, Wein und abgefülltes Wasser sind teurer geworden. Im Haushaltsbereich betreffen die Preisanhebungen vor allem Kochgeschirr, Reinigungsmittel und Haushaltsgeräte. Im Bekleidungssektor werden höhere Kosten bei Kleidung, Schuhen und Heimtextilien spürbar.

Wie lange geht das noch gut?

Auch die Elektronikbranche bleibt nicht verschont: Chips wie Nvidias H20, Unterhaltungselektronik und Küchengeräte sind von steigenden Preisen betroffen. Im Industriegüterbereich zeigt sich der Preisdruck bei Aluminium, Stahl, Maschinenbauteilen und Schienenfahrzeugen, etwa bei Greenbrier. Hersteller von Bau- und Ausstattungsmaterialien, darunter Aufzugskomponenten bei Schindler und KONE oder Sanitärtechnik bei Belimo, geben ihre gestiegenen Kosten ebenfalls weiter.

Verpackungsmaterialien wie Aluminiumdosen und Kunststoffe verteuern sich ebenfalls, was sich über Konsumgüter hinweg auswirkt. Auch Produkte des täglichen Bedarfs wie Windeln, Kosmetik und Körperpflegeartikel sind durch die gestiegenen Produktions- und Importkosten von Preisanhebungen betroffen. Schließlich schlagen sich höhere Logistik- und Frachtkosten – etwa durch Peak-Surcharges oder Fahrermangel – zusätzlich auf die Preise durch.

Dow Jones Index: Chart vom 21.07.2025, Kurs: 44.659 Punkte - Kürzel: YM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones Index: Chart vom 21.07.2025, Kurs: 44.659 Punkte – Kürzel: YM | Quelle: TWS

Fazit: Alles wird teurer. Das wird sich unweigerlich negativ auf den US-Konsum auswirken. Die Wirtschaft befindet sich an einem kritischen Punkt – zwischen anhaltendem Preisdruck durch Zölle und Lieferkettenproblemen und der Hoffnung auf Stabilisierung. Der August könnte zur Zäsur werden.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
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Am ersten Handelstag des 2. Halbjahrs fiel der Nasdaq 100, dafür stieg der Dow Jones und ist damit als letzter der drei großen Indizes auf dem Sprung zu neuen Hochs. Zugleich stiegen innerhalb des Dow die Verlierer des ersten Halbjahrs, die Gewinner gaben nach. Interessant.

Haben große Adressen den Eindruck, dass die US-Anleger nur dann bei der Stange bleiben, wenn alle großen Indizes neue Rekorde markierten, schaut man mit diesem auffälligen Plus also speziell im altehrwürdigen Dow Jones vor allem auf die Marktstimmung?

Oder sortieren sich große Fonds und Pensionskassen gerade neu … was zu einem solchen Zeitpunkt gerne der Fall ist … und haben entschieden, dass die klassischen Branchen jetzt Aufholpotenzial haben, die besonders stark gelaufenen Mega-Caps wie Microsoft oder Nvidia aber schon so weit gelaufen sind, dass man umschichten sollte, wodurch der Nasdaq 100 stärker gedrückt wird, während der Dow, in dem nur ein Teil der Hightech-Riesen gelistet ist, steigt?

Dow Jones: Tages-Chart vom 01.07.2025, Kurs 44.494,94 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Tages-Chart vom 01.07.2025, Kurs 44.494,94 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Oder ist es Trumps Steuergesetz, das mit dem Passieren des Senats kaum noch gestoppt werden kann und das man vor allem für die klassische „Old Economy“ als förderlich wertet?

Und warum musste der Nasdaq 100 nachgeben, wenn der Dow Jones durchstartet? Ist das Zufall, das Ergebnis von Umschichtungen … oder bewegt sich da etwa das Geld im Kreis, sprich schaukeln sich die Bullen gerade durch ein Hin und Her zwischen einzelnen Indizes ohne größere Mittelzuflüsse höher, weil eben diese Zuflüsse nicht da sind?

Expertenmeinung: Wahrscheinlich sehen wir da gerade von allem etwas. Aber sollte es da wirklich zu einer internen Rotation kommen, indem man aus Mega-Caps mit immensen Umsätzen Geld abzieht, weil man da weniger starke Kursreaktionen befürchten muss, um den Dow Jones bullisch zu halten, wäre das zumindest ein Warnsignal. Schließlich startet gerade ein neuer Monat, ein neues Quartal, ein neues Halbjahr. Normalerweise könnte man da vermuten, dass die passiven Sparer, die regelmäßig und dann meist zur Monatswende bei ETFs, Pensionskassen oder Fonds zukaufen, so viel frisches Geld bringen, dass alles steigen könnte, auch der Nasdaq 100.

Wenn die Mittelzuflüsse nachlassen, kann ein solches Hin und Her den Eindruck aufrechterhalten, der Markt wäre weiterhin perfekt bullisch und so andere Anleger vom Ausstieg abhalten. Während Donald Trumps erster Amtszeit haben wir ein „Geschaukel“ zwischen Nasdaq und Dow Jones auch schon erlebt. Damals ging das sehr lange gut. Und wäre Corona nicht gekommen, es hätte vielleicht noch länger funktioniert, zumal man auch damals ein „bald, bald“ hatte, an dem man sich als Optimist festklammern konnte … wenngleich man da ziemlich lange durchhalten musste. Damals ging es um den Handelsstreit mit China, diesmal um den Streit mit so ziemlich der ganzen Welt. Aber:

Um wirklich vermuten zu dürfen, dass dem US-Aktienmarkt langsam das frische Geld knapp wird, sollten wir solche gegenläufigen Tagestendenzen noch öfter sehen. Ansonsten kann es auch Zufall oder das vorgenannte, „normale“ Umschichten auf Basis neu definierter Perspektiven und Ziele sein, aber im Auge behalten sollte man das auf jeden Fall.

Vor allem, wenn es beim Dow richtig ernst wird, sprich, er das aktuell ja nur noch einen Katzensprung entfernte, bisherige Rekordhoch bei 45.074 Punkten vom Dezember 2024 erreicht. Zuletzt hat das US-Index-Flaggschiff eine Hürde nach der anderen mit Schwung überboten. Wenn diese Attacke der Bullen funktionieren soll, sollte er das alte Hoch zügig und signifikant (mehr als ein Prozent) überbieten. Wenn es jedoch am oder knapp über dem Hoch auf einmal zu einem auffälligen Schwund beim Momentum kommt und die Kurse sich seitwärts schieben, ist Vorsicht geboten.

Dow Jones: Monats-Chart vom 01.07.2025, Kurs 44.494,94 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Monats-Chart vom 01.07.2025, Kurs 44.494,94 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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Der Dow Jones hatte die Nackenlinie des großen Doppeltopps zurückerobert, ist wieder über die 200-Tage- und 1.000-Tage-Linie gelaufen … und jetzt haben die USA mit China einen „Deal“. Aus Sicht der Bullen war damit alles klar für eine Rallye. Aber die blieb gestern aus. Und nun?

Es gab insgesamt drei bullische Argumente am gestrigen Mittwoch. Zunächst die Verkündung einer Einigung mit China in Bezug auf die kommenden Handelsbeziehungen. Dann der Umstand, dass die US-Inflation im Mai mit jeweils +0,1 Prozent in der Gesamt- und der Kernrate niedriger ausgefallen war als prognostiziert. Und dann auch noch die Meldung des US-Staatshaushalts-Saldos, das mit einem Minus von 316 Milliarden US-Dollar in etwa den Prognosen entsprach, dabei aber mit 23 Milliarden so viele Einnahmen über Zölle generiert wurden wie nie zuvor. Doch die Kursgewinne des US-Index-Flaggschiffs fielen zögerlich aus, wurden Richtung Handelsende immer weniger und wichen dann einer Punktlandung auf der Nulllinie. Die Bullen kamen nicht.

Dow Jones: Wochen-Chart vom 11.06.2025, Kurs 42.865,77 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Wochen-Chart vom 11.06.2025, Kurs 42.865,77 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Wenn so etwas passiert, ist höchste Aufmerksamkeit angesagt. Natürlich könnte man das einfach mit dem Spruch „selling on good news“ abtun und fest davon ausgehen, dass die Käufer in Kürze erneut mit aller Macht antreten und dann das alte Rekordhoch in Angriff nehmen werden. Aber warum tauchen diese Gewinnmitnahmen als Ergebnis von immensen Vorkäufen auf positive Nachrichten jetzt auf, nachdem sie zuvor so lange ausgeblieben sind?

Immerhin ist die Sache ja noch nicht erledigt. Man könnte jetzt auf mehr erfreuliche Details in Bezug auf die China-Einigung setzen. Und auf einen „Deal“ mit der EU, Japan und anderen wichtigen Industrieländern, die ebenso vorteilhaft ausfallen, wie der mit China am Mittwoch angepriesen wurde, obgleich man Details schuldig blieb. Und man könnte angesichts der niedrigen Inflation im Mai auf eine Zinssenkung der US-Notenbank in der kommenden Woche setzen. Hinzu kommt, dass dieser Notenbanksitzung die große Abrechnung an der Terminbörse morgen in einer Woche auf dem Fuße folgt, was die Kurse in einem Aufwärtstrend meist noch stärker antreibt. Es gab für Trader, die bisher bullisch waren, also eigentlich keinen Grund, um ausgerechnet gestern auszusteigen. Und das ist etwas, das ein Stirnrunzeln wert ist.

Expertenmeinung: Spätestens an solchen Tagen sollte man sich daran erinnern, dass man dazu neigt, das, was ein Index wie der Dow Jones tut, mit der Meinung aller Akteure am Gesamtmarkt gleichzusetzen. Das kann zwar so sein, muss es aber nicht, denn niemand weiß, wie groß die Zahl derer ist, die dem Treiben bislang nur zugeschaut haben. Und niemand weiß, warum sie passiv geblieben sind:

Haben sie sich nur nicht getraut, nach einem derart gewaltigen Kursanstieg, wie wir ihn seit Anfang April erlebt haben, noch zu kaufen, werden das aber noch tun, wenn es trotz aller Unsicherheit noch weiter nach oben geht? Oder haben sie einen ganz anderen Blick auf Lage und Perspektiven als die Käufer der vergangenen zwei Monate und warten nur auf den richtigen Moment, um in optimal hohe Kurse auszusteigen oder sogar Short-Positionen aufzubauen?

Diese Frage ist vor allem deshalb aktuell relevant, weil man die drei „good news“ des Mittwochs auch anders einordnen kann. So stellt sich z.B. die Frage, wo denn der Sicherheitsaspekt bleibt, wenn die Vermutungen über den „Deal“ stimmen und China doch wieder leichter an Halbleiterprodukte aus den USA gelangen kann. Immerhin sind diese Restriktionen zuvor wegen Sicherheitsbedenken eingeführt worden. Und wo ist der Fortschritt, wenn man jetzt wieder genug Seltene Erden bekommt, die man vor dem Zoll-Händel auch schon bekam? Ist die geringe Steigerung der Inflation womöglich ein Irrlicht, weil die Preise erst ab jetzt wegen der Zölle richtig anziehen, wie einige Volkswirte befürchten? Und wem ist mit einer Rekord-Zolleinnahme gedient, wenn das Staatsdefizit im Mai trotzdem mit über 300 Milliarden exorbitant hoch ausfiel?

Ein Tag macht noch keine Wende, vor allem, weil ja „nur“ ein auffallend mageres Plus am Ende zu einer Nullnummer wurde, es gab keinen drastischen Intraday-Turnaround nach unten. Aber es ist möglich genug, dass jetzt die Zweifler ins Geschehen eingreifen, um das engmaschig zu beobachten. Auch und gerade, weil dieser Schwächeanfall der Bullen an einem charttechnisch wichtigen Widerstand aufgetreten ist:

Sie sehen im Chart auf Tagesbasis, dass der Dow Jones in den drei Handelstagen zuvor die Widerstandslinie bei 42.822/42.842 Punkten belagert hatte, die auf ein Zwischenhoch Ende März und das Mai-Hoch zurückgeht. Zu Beginn der Mittwoch-Sitzung schien diese Hürde problemlos genommen zu sein, zum Handelsende war sie es dann doch nicht, die wenigen Pünktchen darüber sind kein Bezwingen eines Widerstands.

Dow Jones: Tages-Chart vom 11.06.2025, Kurs 42.865,77 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Tages-Chart vom 11.06.2025, Kurs 42.865,77 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Diese Kombination aus einer verweigerten Charthürde und dem Ausbleiben einer Hurra-Kaufwelle als Reaktion auf vordergründig grandios positive Nachrichten ist kein Verkaufssignal. Aber es ist ein Warnsignal. Achten Sie auf die immer noch nahe 200-Tage-Linie bei 42.550 Punkten. Achten Sie darüber hinaus auf die Nackenlinie des großen Doppeltopps bei 41.845 Punkten. Fallen diese beiden Supportlinien, könnte das der Sargnagel der schon zwei Monate währenden „alles-wird-gut“-Kaufwelle sein.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.