Siemens Healthineers: Ist das wirklich ein „sicherer Hafen“?

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Siemens Healthineers
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Zur Siemens Healthineers Aktie

Am Freitag fielen konjunktursensible Aktien wie ein Stein. Aber alles, was vielleicht von erneuten Lockdowns profitieren könnte, blieb stabil oder legte zu. Recht stabil blieb auch die Aktie des Medizintechnik-Unternehmens Siemens Healthineers. Ist es klug, da zuzugreifen?

Ein vermeintlich sicherer Hafen ist nur dann sicher, wenn man erwarten könnte, dass der Zulauf so lange anhält, dass man ihn, sofern man diesen Hafen frühzeitig angesteuert hat, mit einem Gewinn wieder verlassen kann. Denn wäre das nicht realistisch, würde man besser fahren, wenn man durch Verkäufe freiwerdendes Kapital einfach auf dem Konto parken würde.

Um als Ausweich-Investment im Fall eines wankenden Gesamtmarkts nicht zur Falle zu werden, wären zwei Aspekte wichtig. Zum einen eine faire, nicht bereits überzogene Bewertung und eine Perspektive, die in einem kritischen Umfeld solide bleibt, sprich weiteres Wachstum verheißt. Und da sollte man bei Siemens Healthineers besser zweimal hinschauen.

Denn wie meine vorherige Analyse vom 18. November darlegte, ist die Aktie durchaus kein „Schnäppchen“. Zwar hatte die Siemens-Tochter Anfang November eine starke Quartalsbilanz vorgelegt. Und Mitte des Monats die mittelfristigen Wachstumsziele, beginnend ab dem am 1.10.2022 beginnenden Geschäftsjahr, leicht angehoben. Aber daraus resultiert aktuell eine Gewinnperspektive von +2,5 bis +8,5 Prozent für das am 1.10. begonnene Geschäftsjahr 2021/2022 und von 12 und 15 Prozent für die dann folgenden Jahre. Dynamisches Wachstum ist das nicht … und angesichts eines Kurs/Gewinn-Verhältnisses, das aktuell für den Gewinn des jetzt beendeten Geschäftsjahres 2020/2021 um 40 liegt, ist das zu wenig, um die Aktie als günstig einstufen zu können.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Siemens Healthineers Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Aber bedeutet das, dass ein Ausweichen in Aktien der Medizintechnik-Branche im Allgemeinen und in die Siemens Healthineers-Aktie im Besonderen schiefgehen muss, weil der Kurs wenig Luft nach oben, im Fall einer Rückkehr zu einer angemessenen Bewertung aber viel Luft nach unten hat? Das muss man einkalkulieren, aber zwingend ist das, wie immer an der Börse, nicht.

Mittelfristig wäre der Kauf einer Aktie rein aus der Motivation heraus, dass andere Aktien aufgrund einer veränderten Gesamtsituation zu „heiß“ werden, zwar mit einem hohen Risiko verbunden. Und alleine die Idee, dass die Medizintechnik zu den Bereichen gehört, die im Fall einer Verschärfung der Corona-Lage nicht unter Druck geraten, bedeutet ja nicht, dass sich die Dynamik der Unternehmensgewinne erhöht. Hält sich die Branche, wäre die Aktie jetzt bereits ambitioniert bewertet. Und billiger würde sie nun einmal nicht, nur, weil mehr Anleger jetzt kaufen. Aber auf kurzfristiger Ebene kann das trotzdem funktionieren, vorausgesetzt, die Käufe reißen nicht ab und die Charttechnik passt. Speziell für Siemens Healthineers gälte da:

Die Aktie hatte unmittelbar nach dem Absolvieren der Options-Abrechnung an der Terminbörse am vorvergangenen Freitag ihren Ausbruch auf neue Rekordhochs beendet. Verdächtig. Solange die Unterstützungszone zwischen 58 und 62,22 Euro, bestehend aus dem mittelfristigen Aufwärtstrend, der 20-Tage-Linie, den Hochs der Monate August und September sowie dem Zwischenhoch vom Monatsbeginn hält, wäre der Aufwärtstrend zwar intakt. Aber aktuell läge das untere Ende dieser Zone und damit die Orientierung für einen Stoppkurs weiter vom aktuellen Kurs entfernt als das am vergangenen Montag bei 67,50 Euro erreichte Rekordhoch. Siemens Healthineers als kurzfristige Ausweichchance in einem nervösen Markt? Vielleicht. Im Fall zunehmenden Wellengangs am Markt ein sicherer Hafen? Eher nicht.

Siemens Healthineers-Aktie: Chart vom 26.11.2021, Kurs 63,50 Euro, Kürzel SHL | Online Broker LYNX
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Der Chart der Siemens Healthineers-Aktie sah seit Wochen nach Befreiungsschlag aus. Gestern kam er, mit dem Rückenwind angehobener, mittelfristiger Wachstumsziele. Aber so gewaltig war die Anpassung nicht, dass man sie als „Game Changer“ ansehen könnte.

Die Siemens-Tochter Siemens Healthineers formulierte neue Wachstumsziele, die gut klingen, aber eigentlich keine umwerfende Veränderung darstellen. Zumal sie erst ab dem nächsten Geschäftsjahr 2022/2023, also ab dem 1. Oktober 2022, gelten sollen. Die letzte mittelfristige Perspektive stammte von Ende 2019. Da hatte man sich einen Umsatzanstieg von jährlich mehr als fünf Prozent und einen Gewinnanstieg von ca. zehn Prozent als Ziel gesteckt. Ab Herbst 2022 will man jetzt einen Umsatzzuwachs zwischen sechs und acht Prozent und ein Gewinnplus zwischen 12 und 15 Prozent erreichen, abgesteckt für dann drei Jahre.

Natürlich würde da sozusagen ein „Zinseszins-Effekt“ greifen, auch eine nur leicht höhere Prognose potenziert sich, wenn man sie über drei Jahre rechnet. Aber kann eine Reaktion auf höhere Gewinne, die man für die Geschäftsjahre 2022/2023 bis 2025/2026 anpeilt, einen jetzt daraufhin erfolgten charttechnischen Befreiungsschlag nachhaltig machen? Immerhin wissen die Anleger ja, gerade nach den Erfahrungen des Jahres 2022: Ziele kann man sich viele stecken, was am Ende wirklich passiert, weiß man nie sicher im Voraus.

Expertenmeinung: Interessanter war daher eigentlich die Bilanz des vierten Quartals des am 30.9. beendeten Geschäftsjahres, die Anfang des Monats vorgelegt wurde. Zwar war der Gewinn pro Aktie, der sich daraus errechnete, mit 2,03 Euro stark. Aber ein sich dadurch ergebendes Kurs/Gewinn-Verhältnis von gut 30 ist für die Aktie nicht billig. Das wäre anders, wenn man in den kommenden Jahren mit Wachstumsraten zwischen 15 und 20 Prozent rechnen könnte. Aber selbst die neue Mittelfrist-Prognose liegt mit 12 bis 15 Prozent darunter. Und das Medizintechnikunternehmen gab im Zuge dieser Quartalsbilanz eine Guidance für das jetzt begonnene Jahr 2021/2022 aus, die einen Gewinnanstieg auf 2,08 bis 2,20 Euro pro Aktie avisierte, also ein Gewinnplus in der Region zwischen 2,5 und 8,5 Prozent. Was hieße:

Die Aktie ist schon jetzt ziemlich großzügig bewertet. Dass die Kurse ab sofort in den Himmel steigen werden, wäre daher aus fundamentaler Sicht nicht unterfüttert. Was bleibt, ist das markante charttechnische Signal, das mit dem Ausbruch über das bisherige Rekordhoch erreicht wurde. Da passt in der Tat alles:

Im Vorfeld gelang ein perfekter Test des doppelten Leitstrahls des Aufwärtstrends in Form der 100-Tage-Linie und der auf gleicher Höhe verlaufenden Juni-Aufwärtstrendlinie. Der im Chart unten mit eingeblendete Trendfolgeindikator MACD drehte durch die gestrigen Käufe genau auf Höhe seiner Signallinie nach oben und bestätigte seine bullische Aussage. Gut, aber:

Angesichts des dünnen Unterbaus einer eher mäßigen Anhebung der Mittelfrist-Ziele sollte man auf der Hut bleiben. Wer hier aggressiv und kurzfristig auf der Long-Seite agiert, müsste sich bereits den Ausstieg überlegen, wenn die Siemens Healthineers-Aktie den Ausbruch durch Schlusskurse unter 60 Euro zurücknimmt. Und spätestens, wenn der mittelfristige Aufwärtstrend durch Schlusskurse unter 57 Euro signifikant gebrochen würde, sollten auch weniger kurzfristig agierende Akteure darüber nachdenken, lieber den Gewinn mitzunehmen.

Chart vom 17.11.2021, Kurs 63,78 Euro, Kürzel SHL | Online Broker LYNX

Seit Mitte August ein Rekordhoch erreicht wurde, konsolidiert die Siemens Healthineers-Aktie auf hohem Niveau. Aber seit einigen Wochen gewinnen die Bullen zusehends an Stärke. Und wenn die morgen anstehende Quartalsbilanz passt, könnte der Deckel gesprengt werden!

Die 2018 vom Siemens-Konzern an die Börse gebrachte Siemens Healthineers hatte im dritten Geschäftsjahresquartal (Geschäftsjahresende ist hier immer der 30.9.) deutlich besser als seitens der Analysten erwartet abgeschnitten. Der Umsatz lag 10, der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) sogar 20 Prozent über der durchschnittlichen Prognose. Im Zuge dieser am 30. Juli vorgelegten Zahlen hob das Medizintechnikunternehmen die Wachstumsprognose des Umsatzes von zuvor 14 bis 17 auf 17 bis 19 Prozent an. Die Reaktion der Anleger:

Die Aktie zog an, erreichte am 18. August mit 61,52 Euro ein neues Rekordhoch. Seither aber korrigiert der Kurs, wenngleich der übergeordnete, im März 2020 etablierte Aufwärtstrend dadurch nie gefährdet war. Jetzt stehen die nächsten Bilanzdaten an. Und da diese das Geschäftsjahr 2020/2021 abschließen, darf man auch mit einem umfassenden Ausblick auf das am 1. Oktober begonnene Geschäftsjahr 2021/2022 rechnen. Je nachdem, wie die Marktteilnehmer diese Ergebnisse, vor allem aber den Blick nach vorne, aufnehmen, könnte die Siemens Healthineers-Aktie dadurch den Deckel sprengen, der sie seit Mitte August in ihrem Aufwärtsdrang bremst. Was wird erwartet?

Expertenmeinung: Hinsichtlich des Umsatzes sehen die Analysten hier mit 4,9 Milliarden Euro einen Anstieg zum Vorjahresquartal um gut 25 Prozent. Der Gewinn pro Aktie soll mit etwa 0,58 Euro leicht über dem des Sommerquartals (0,56 Euro) hereinkommen. Da die Medizintechnikbranche derzeit beeindruckend boomt, ist eine nennenswerte Enttäuschung zwar möglich, aber die weniger wahrscheinliche Variante. Was indes das neue Geschäftsjahr angeht, wird das zu einer Wundertüte: Man weiß erst, was drin ist, wenn Siemens Healthineers die Perspektiven vorgelegt hat.

Im Vorfeld der Ergebnisse einzusteigen, wäre daher eine reine Wette und somit entsprechend riskant. Die besonnenere Variante wäre abzuwarten, ob die Zahlen gut genug sind, um Käufe auszulösen. Kommt es dazu und gelingt es, die Widerstandszone 60,48 zu 61,52 Euro zu überwinden, wäre der Weg nach oben aus rein charttechnischer Sicht frei.

Zwar wäre die Aktie mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von 35 auf Basis der für das beendete Geschäftsjahr 2020/2021 im Schnitt von den Analysten erwarteten Gewinne nicht gerade niedrig bewertet. Aber ab Donnerstag würde man sich ja auf das neue Geschäftsjahr fokussieren. Gelingt es Siemens Healthineers, eine attraktive Perspektive mit einem fortgesetzten, dynamischen Gewinnanstieg aufzuzeichnen, würde sich auch das Kurs/Gewinn-Verhältnis des ja schon laufenden, neuen Geschäftsjahres verringern. Die Chance, dass die Aktie ihren Deckel sprengt, wäre also da – wenn das Zahlenwerk überzeugt.

Sollte es anders kommen, sollte man vor allem auf zwei Unterstützungen achten. Zum einen auf die aktuell bei 56,50 Euro verlaufende 100-Tage-Linie, an der der Kurs im Oktober zweimal nach oben gedreht hat, zum anderen auf das Oktober-Verlaufstief bei 54,22 Euro. Sollten beide Linien fallen, wäre das Thema neuer Hochs vorerst vom Tisch!

Am Montagmorgen legte Siemens Healthineers die Ergebnisse des zweiten Geschäftsjahresquartals vor und hob die Gesamtjahresprognose an. Die Anleger reagierten zwar verhalten, aber das Gesamtbild der Aktie präsentiert sich positiv.

Allzu viel über den Ergebnissen des ersten Kalender- und zweiten Geschäftsjahresquartals 2019/2020 lagen die Zahlen zwar nicht. Umsatz 3,97 Milliarden nach 3,7 Milliarden im Vorjahreszeitraum, Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) 666 Millionen Euro nach 665 Millionen ein Jahr zuvor. Beim Umsatz hatten die Analysten mehr erwartet, die Prognose lag im Schnitt bei knapp 700 Millionen. Aber immerhin sieht die im MDAX notierte Healthcare-Tochter des Siemens-Konzerns einen deutlich höheren Umsatzzuwachs als zuvor, konkret geht man jetzt von einem Plus zwischen 14 und 17 Prozent aus, die ursprüngliche Guidance lag bei 8 bis 12 Prozent.

Darüber hinaus sieht Siemens Healthineers jetzt einen höheren Gewinn. Die Erwartung hinsichtlich des Gewinns pro Aktie wurde von zuvor 1,63 bis 1,82 Euro (2019/2020: 1,61 Euro) auf 1,90 bis 2,05 Euro angehoben. Zwar ist mittlerweile der US-Krebsspezialist Varian Teil des Unternehmens, aber diese Übernahme ist jetzt abgewickelt und seitens der Anleger entsprechend „verdaut“. Was bleibt, ist eine Aktie mit einem robusten Chartbild, die nicht gerade teuer bewertet wäre.

Expertenmeinung: Ein Kurs/Gewinn-Verhältnis auf Basis der aktuellen Gewinnprognose zwischen 23 und 25 ist nicht hoch. Und der avisierte Gewinn pro Aktie läge klar über denen der vergangenen Jahre. Richtig ist zwar, dass weder das Geschäftsfeld noch dieses Zahlenwerk hochspekulative Trader elektrisieren kann. Aber wer sich nach soliden Aktien umschaut, würde hier neben einer robusten Geschäftsentwicklung zugleich einen intakten, mittelfristigen Aufwärtstrend vorfinden.

Sie sehen im Chart, dass die Aktie gestern zwar zeitweise ordentlich im Plus lag – am Morgen war sie noch der Spitzenreiter im MDAX – am Abend aber unauffällig aus dem Handel ging. Ob damit aber die Reaktion auf das Zahlenwerk als „verpufft“ gelten müsste, wird sich erst noch herausstellen. Denn auch, wenn die Ergebnisse nicht so beeindrucken konnten, dass die Aktie umgehend davonzog, sieht man doch: aussteigen wollten eben auch nicht allzu viele.

Wichtig wäre, dass der mittelfristige Aufwärtstrend hält, der sich im November etabliert hatte und vergangene Woche erfolgreich getestet wurde. Diese Linie verläuft heute bei 46,80 Euro. Solange diese Linie verteidigt wird, bleibt das Gesamtbild einer sauberen Konsolidierung erhalten, die behutsam wieder in eine Aufwärtsbewegung übergeht, damit das bisherige Rekordhoch, im Februar bei 49,99 Euro erzielt, ins Visier nimmt … und dieses Hoch grundsätzlich dann auch bezwingen könnte.

Chart vom 03.05.2021, Kurs 48,42 Euro, Kürzel SHL | Online Broker LYNX

Siemens Healthineers ist die Medizintechniksparte von Siemens. Die Muttergesellschaft hält auch nach dem Börsengang noch mit 85% der Anteile.

Marktführer

Healthineers ist mit über 49.000 Mitarbeitern in 120 Ländern tätig und Marktführer in einer ganzen Reihe von medizinischen Anwendungsgebieten. Darunter auch Computertomographie, Röntgengeräte und molekulare Bildgebung. Im Bereich Imaging werden rund 60% des Umsatzes erwirtschaftet.

Die Börse feiert

Im Zuge des Börsengangs wurden die Geschäftszahlen ab 2015 veröffentlicht. Der Umsatz kletterte in dieser Zeit von 12,94 auf 13,43 Mrd. Euro. Der Gewinn stagnierte aber weitgehend und pendelte zwischen 1,28 und 1,43 Mrd. Euro. Im letzten Geschäftsjahr sank der Umsatz von 13,80 auf 13,43 Mrd. Euro und der Gewinn von 1,38 auf 1,26 Euro je Aktie. Die Entwicklung war also über den gesamten Betrachtungszeitraum eher durchwachsen. Im laufenden Geschäftsjahr scheint sich diese Entwicklung fortzusetzen. Im dritten Quartal legte der Umsatz zwar um 8% auf 3,56 Mrd. Euro zu, der Gewinn jedoch nur um 5%. Die Marge war rückläufig, ebenso der freie Cashflow. Das Ergebnis kletterte dennoch von 0,29 auf 0,35 Euro je Aktie, ein Plus von 22%. Das war aber vor allem auf eine sinkende Steuerquote zurückzuführen. Ich finde bisher wenig Anlass für die Partystimmung, aber vielleicht hilft uns der Ausblick weiter.

Zu optimistisch?

Healthineers hat die Prognose bestätigt und erwartet weiterhin ein Umsatzplus von 4-5%. Das Ergebnis je Aktie soll um 20-30% steigen. Die Analystenschätzungen gehen aktuell von einem Gewinn von 1,63 Euro je Aktie aus, was einem Anstieg um 30% entspricht. Der Markt erwartet also, dass Healthineers das Maximum der Prognose abliefert. Das könnte sich als zu optimistisch herausstellen, denn in den ersten drei Quartalen konnte der Gewinn „nur“ um 19% gesteigert werden. Im vierten Quartal müsste es also zu einem erheblichen Gewinnsprung je Aktie kommen. Ob das gelingen kann, ist aber fraglich, auch weil das Laborsystem Atellica weiterhin Probleme macht. Die Plattform gilt als Hoffnungs- und Leistungsträger. Da die Zahl der Auslieferungen zuletzt aber weit hinter den Erwartungen zurückblieb, wurde die Angelegenheit nun zur Chefsache erklärt. Man sollte grundsätzlich immer skeptisch sein, wenn der Gewinn über Jahre seitwärts läuft und dann plötzlich stark steigen soll. Ich habe es in den Jahren an der Börse oft genug erlebt, dass nichts daraus wird. Ich bin aber auch kein keine Hellseher und vielleicht werden die hohen Erwartungen doch erfüllt. Doch eins ist sicher: Wenn bereits das Optimum erwartet wird, wie hoch ist die Chance für positive Überraschungen? Für den Kurs bedeutet das nichts Gutes, warum die Börse heute feiert, erschließt sich mir nicht.

Charttechnik

Grundsätzlich ist der Weg in Richtung 38 und 38,75 Euro frei. Darüber wären weitere Kursgewinne bis 39,50 oder 40 Euro möglich. Übergeordnet spricht aber vieles für eine anhaltende Seitwärtsbewegung. Deutlich aufhellen würde sich das Chartbild aber erst 40 Euro. Mehr als 5.600 Trader & Investoren folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants. Ihre Ordergebühren sind zu hoch? Mein Broker ist LYNX. Chart vom 29.07.2019 Kurs: 37,61 Kürzel: SHL - Tageskerzen | LYNX Online Broker