Siemens Healthineers Aktie Prognose Siemens Healthineers: Dieser Bereich könnte zum Boden werden

News: Aktuelle Analyse der Siemens Healthineers Aktie

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Siemens Healthineers
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Siemens Healthineers-Aktie: Chart vom 15.06.2022, Kurs 46,50 Euro, Kürzel SHL | Online Broker LYNX

Die Analysten erwarten für das laufende Geschäftsjahr einen Gewinnanstieg, das Kurs/Gewinn-Verhältnis ist eher günstig … aber die Aktie von Siemens Healthineers fällt. Und das beschleunigt sich momentan auch noch, was ist da los? Und wo könnte der Kurs stoppen?

Es scheint, als hätten die Short-Seller die Aktie zuletzt einfach „vergessen“, als sie andere Unternehmen aus dem übergeordneten Bereich Medizintechnik in Grund und Boden drückten, allen voran Sartorius und Carl Zeiss Meditec. Die Siemens Healthineers-Aktie hatte im Vergleich zu den beiden anderen Titeln bislang seit Jahresanfang deutlich weniger Boden preisgegeben, jetzt holt sie das auf. Fundamental unterfüttert ist dieser Abverkauf, der die Aktie gestern mit -6,55 Prozent zum DAX-Tagesverlierer machte, aber nicht … oder doch?

Bislang gibt es in der Tat keinen Grund, als sicher zu unterstellen, dass die bisherigen Annahmen zu Umsatz, Marge und Gewinn falsch sind und nach unten korrigiert werden müssen. Da die Konjunktur derzeit beginnt, in die Knie zu gehen und es gute Gründe gibt zu erwarten, dass sich der Abstieg intensivieren wird, kann man zwar vermuten, dass auch die Medizintechnik-Branche das zu spüren bekommt, aber:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Siemens Healthineers Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Zum einen weiß niemand, wie massiv der Abstieg der Weltwirtschaft sein wird und wie sehr die Branche davon wirklich betroffen sein könnte. Zum anderen hat man das ja jetzt langsam in den Kurs eingepreist, immerhin hat die Aktie seit Jahresanfang in etwa 30 Prozent verloren. Da ist also schon ziemlich viel „Worst Case-Szenario“ drin. Genug, um bei der Frage, ob man jetzt noch Short gehen sollte, skeptisch zu sein. Aber wird das die Short-Seller davon abhalten, weiter auf die Aktie zu drücken? Immerhin ist es kurzfristigen Tradern ja in der Regel völlig egal, ob sie, ob auf der Long- oder Short-Seite, parallel zur fundamentalen Lage agieren oder nicht, Hauptsache, das Momentum der Bewegung bleibt hoch.

Siemens Healthineers-Aktie: Chart vom 15.06.2022, Kurs 46,50 Euro, Kürzel SHL | Online Broker LYNX

Eine Untertreibung wäre daher in der Tat nicht auszuschließen, aber gerade weil die Short-Seller meist rein chart- und markttechnisch orientiert agieren, könnte das vorläufige Tief schon recht nahe sein. Der Selloff gestern belegt diese enge charttechnische Orientierung, denn er kam nicht auf Basis negativer Nachrichten zustande, sondern weil die Siemens Healthineers-Aktie die wichtige, im Mai noch verteidigte Supportzone 49,36/49,99 Euro durchschlagen hatte. Das sorgte für Stop Loss-Verkäufe und neue Short-Trades. Aber damit ist der Kurs schon recht überverkauft … und steuert auf eine weitere potenzielle Unterstützungszone zu, die, weil es sich dabei um eine Kreuzunterstützung handelt, solider ist:

Es geht um den Bereich 44,16/45,17 Euro, der momentan auf einer Höhe mit der unteren Begrenzung des mittelfristigen Abwärtstrendkanals liegt. Es wäre gut möglich, dass die Bären dort beginnen würden, ihre Positionen einzudecken, sprich zu kaufen. Sollte Siemens Healthineers diesen Bereich in Kürze erreichen, wäre ein Abprallen in dieser Zone nach oben durchaus eine Gelegenheit für risikofreudige Trader, sich hoch spekulativ (weil gegen den übergeordneten Trend) einen kleinen Long-Trade zu überlegen.

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Vorherige Analysen der Siemens Healthineers Aktie

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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der deutsche Medizintechnikkonzern konnte sich in den letzten Wochen eine gute Basis für einen möglichen Trendwechsel aufbauen. So bildete die Siemens Healthinieers-Aktie Anfang Mai einen vorläufigen Boden und konnte wenig später die wichtigen gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 zurückerobern. Die anschließende kleine Zwischenkonsolidierung lieferte zum Ende der vorigen Woche ein sattes Kaufsignal und gleichzeitig einen schönen Kurssprung. Der Angriff in Richtung der eingezeichneten Widerstandlinie war auf dem Programm. Doch im gestrigen Handel ging den Bullen die Luft aus. Das Gap über die Marke von 57.40 EUR wurde von vielen genutzt, um kurzfristig Kasse zu machen. Es folgte ein technischer Fehlausbruch.     

Expertenmeinung: Von Fehlausbrüchen folgen häufig starke Bewegungen in die Gegenrichtung. Noch ist die Trendwende nicht vom Tisch und die Aktie könnte nochmal einen Ausbruch in Richtung Norden versuchen. Beim zweiten Mal sollte es wohl klappen. Die Frage ist nur, ob sich der gestern gebildete Verkaufsdruck weiter fortsetzen wird. Das jüngst gebildete Pivot-Tief bei 53.68 EUR darf keinesfalls nach unten gebrochen werden. Dies würde das Momentum komplett abwürgen und die Bären einladen, wieder am Tisch Platz zu nehmen. Vorerst bleibe ich hier bei einer bullischen Bewertung, doch die Bullen müssen von hier aus nun ordentlich Gas geben.  


Aussicht: BULLISCH

Chart vom 31.05.2022 Kurs 55.88 Kürzel: SHL | Online Broker LYNX

Im vergangenen Jahr war die Dynamik der Siemens Healthineers-Aktie weit geringer als die von z.B. Carl Zeiss Meditec oder Sartorius. Dafür zeigt sie sich jetzt stabiler … und die gestrige Quartalsbilanz unterstreicht, dass da auch wieder Aufwärtspotenzial vorhanden wäre.

Auch Siemens Healthineers gehörte 2021 zu den Gewinnern am deutschen Aktienmarkt, aber andere Unternehmen der Branche liefen besser. Daher dürfte so mancher Investor entschieden haben, diese Aktie links liegen zu lassen. Doch seit Jahresanfang sind die Top-Performer wie Sartorius und Carl Zeiss Meditec kräftig zurückgekommen, während die zuvor behutsamer gestiegene Siemens Healthineers-Aktie sich im Vergleich relativ stabil zeigte. Nimmt man den Jahresanfang 2021 als Vergleichsbasis, steht die Aktie dadurch zur Konkurrenz auf einmal mit der besseren Performance da.

Und auch das Ergebnis des ersten Geschäftsjahresquartals 2021/2022 wäre geeignet, die Aufmerksamkeit der Anleger auf diese Aktie zu lenken. Der zwischen Oktober und Dezember erzielte Umsatz von 5,1 Milliarden Euro lag knapp 31 Prozent über dem des Vorjahres, der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) stieg um knapp 22 Prozent, beides übertraf die Prognose der Analysten. Der Grund, warum Siemens Healthineers daraufhin nicht wie entfesselt stieg, liegt in der Prognose für das Gesamt-Geschäftsjahr 2021/2022:

Die wurde zwar angehoben. Aber mit einem erwarteten Umsatzanstieg von 3-5 Prozent (zuvor 0–2 Prozent) und einem Gewinn pro Aktie, den man jetzt zwischen 2,18 und 2,30 Euro sieht (zuvor 2,08 bis 2,20 Euro) wirkt die Aktie nicht gerade spannend. Der Grund, warum man für das Gesamtjahr mit weniger Wachstum rechnet, als dies im Herbst der Fall war, liegt darin, dass Siemens Healthineers mit Antigen-Schnelltests immense Umsätze erzielt. Sobald das Thema Corona in den Hintergrund tritt, ist dieser Wachstumsfaktor Geschichte. Andererseits:

Expertenmeinung: Der Grund, warum Siemens Healthineers bislang weniger stark gesucht war, ist derselbe, der ihr jetzt zum Vorteil werden könnte: das eher geringe Wachstumstempo. Denn bei den in den letzten zwei Jahren stark gewachsenen Branchen-Kollegen wie Sartorius oder Carl Zeiss (die nicht genau die gleichen Tätigkeitsfelder haben, aber man kann sie unter diesem Hut „Healthcare“ zusammenbringen) sorgt man sich jetzt um die Bewertung. Die war nämlich bis November ins Aberwitzige gestiegen, weil man das rasante Wachstum einfach mit dem Lineal in die Zukunft verlängert hatte, wodurch beispielsweise bei Sartorius zeitweise ein Kurs/Gewinn-Verhältnis um die 100 erreicht wurde. Bei Siemens Healthineers hingegen führte die geringere Dynamik des Aufwärtstrends nicht zu einer Überbewertung. Nimmt man die Mitte des vom Unternehmen jetzt avisierten Gewinns pro Aktie in Relation zum aktuellen Kurs, landet man bei einem Kurs/Gewinn-Verhältnis um 27. Und das ist fair.

Eine „faire“ Bewertung bedeutet zwar, dass die Luft nach oben nicht endlos sein dürfte. Aber jetzt kann es eben schon sein, dass, wer bislang in den „Kursraketen“ der Branche investiert war und diese jetzt wegbrechen sieht, seinen Blick auf Siemens Healthineers richtet.

Eine gute Basis hätte die Aktie aus charttechnischer Sicht bereits, indem sie zur Monatswende präzise auf ihrer 200-Tage-Linie aufgesetzt und nach oben gedreht hat. Bullisch würde sie aber erst, wenn es gelingt, die Nackenlinie des im Januar vollendeten Dreifach-Topps zurück zu erobern, die zwischen 62,18 und 62,62 Euro als nächstgelegener Widerstand wartet. Dass die Aktie trotz der guten Zahlen gestern im Minus landete, unterstreicht, dass man ein solches Kaufsignal besser abwarten sollte!

Siemens Healthineers-Aktie: Chart vom 03.02.2022, Kurs 58,00 Euro, Kürzel SHL | Online Broker LYNX

Am Freitag fielen konjunktursensible Aktien wie ein Stein. Aber alles, was vielleicht von erneuten Lockdowns profitieren könnte, blieb stabil oder legte zu. Recht stabil blieb auch die Aktie des Medizintechnik-Unternehmens Siemens Healthineers. Ist es klug, da zuzugreifen?

Ein vermeintlich sicherer Hafen ist nur dann sicher, wenn man erwarten könnte, dass der Zulauf so lange anhält, dass man ihn, sofern man diesen Hafen frühzeitig angesteuert hat, mit einem Gewinn wieder verlassen kann. Denn wäre das nicht realistisch, würde man besser fahren, wenn man durch Verkäufe freiwerdendes Kapital einfach auf dem Konto parken würde.

Um als Ausweich-Investment im Fall eines wankenden Gesamtmarkts nicht zur Falle zu werden, wären zwei Aspekte wichtig. Zum einen eine faire, nicht bereits überzogene Bewertung und eine Perspektive, die in einem kritischen Umfeld solide bleibt, sprich weiteres Wachstum verheißt. Und da sollte man bei Siemens Healthineers besser zweimal hinschauen.

Denn wie meine vorherige Analyse vom 18. November darlegte, ist die Aktie durchaus kein „Schnäppchen“. Zwar hatte die Siemens-Tochter Anfang November eine starke Quartalsbilanz vorgelegt. Und Mitte des Monats die mittelfristigen Wachstumsziele, beginnend ab dem am 1.10.2022 beginnenden Geschäftsjahr, leicht angehoben. Aber daraus resultiert aktuell eine Gewinnperspektive von +2,5 bis +8,5 Prozent für das am 1.10. begonnene Geschäftsjahr 2021/2022 und von 12 und 15 Prozent für die dann folgenden Jahre. Dynamisches Wachstum ist das nicht … und angesichts eines Kurs/Gewinn-Verhältnisses, das aktuell für den Gewinn des jetzt beendeten Geschäftsjahres 2020/2021 um 40 liegt, ist das zu wenig, um die Aktie als günstig einstufen zu können.

Expertenmeinung: Aber bedeutet das, dass ein Ausweichen in Aktien der Medizintechnik-Branche im Allgemeinen und in die Siemens Healthineers-Aktie im Besonderen schiefgehen muss, weil der Kurs wenig Luft nach oben, im Fall einer Rückkehr zu einer angemessenen Bewertung aber viel Luft nach unten hat? Das muss man einkalkulieren, aber zwingend ist das, wie immer an der Börse, nicht.

Mittelfristig wäre der Kauf einer Aktie rein aus der Motivation heraus, dass andere Aktien aufgrund einer veränderten Gesamtsituation zu „heiß“ werden, zwar mit einem hohen Risiko verbunden. Und alleine die Idee, dass die Medizintechnik zu den Bereichen gehört, die im Fall einer Verschärfung der Corona-Lage nicht unter Druck geraten, bedeutet ja nicht, dass sich die Dynamik der Unternehmensgewinne erhöht. Hält sich die Branche, wäre die Aktie jetzt bereits ambitioniert bewertet. Und billiger würde sie nun einmal nicht, nur, weil mehr Anleger jetzt kaufen. Aber auf kurzfristiger Ebene kann das trotzdem funktionieren, vorausgesetzt, die Käufe reißen nicht ab und die Charttechnik passt. Speziell für Siemens Healthineers gälte da:

Die Aktie hatte unmittelbar nach dem Absolvieren der Options-Abrechnung an der Terminbörse am vorvergangenen Freitag ihren Ausbruch auf neue Rekordhochs beendet. Verdächtig. Solange die Unterstützungszone zwischen 58 und 62,22 Euro, bestehend aus dem mittelfristigen Aufwärtstrend, der 20-Tage-Linie, den Hochs der Monate August und September sowie dem Zwischenhoch vom Monatsbeginn hält, wäre der Aufwärtstrend zwar intakt. Aber aktuell läge das untere Ende dieser Zone und damit die Orientierung für einen Stoppkurs weiter vom aktuellen Kurs entfernt als das am vergangenen Montag bei 67,50 Euro erreichte Rekordhoch. Siemens Healthineers als kurzfristige Ausweichchance in einem nervösen Markt? Vielleicht. Im Fall zunehmenden Wellengangs am Markt ein sicherer Hafen? Eher nicht.

Siemens Healthineers-Aktie: Chart vom 26.11.2021, Kurs 63,50 Euro, Kürzel SHL | Online Broker LYNX

Der Chart der Siemens Healthineers-Aktie sah seit Wochen nach Befreiungsschlag aus. Gestern kam er, mit dem Rückenwind angehobener, mittelfristiger Wachstumsziele. Aber so gewaltig war die Anpassung nicht, dass man sie als „Game Changer“ ansehen könnte.

Die Siemens-Tochter Siemens Healthineers formulierte neue Wachstumsziele, die gut klingen, aber eigentlich keine umwerfende Veränderung darstellen. Zumal sie erst ab dem nächsten Geschäftsjahr 2022/2023, also ab dem 1. Oktober 2022, gelten sollen. Die letzte mittelfristige Perspektive stammte von Ende 2019. Da hatte man sich einen Umsatzanstieg von jährlich mehr als fünf Prozent und einen Gewinnanstieg von ca. zehn Prozent als Ziel gesteckt. Ab Herbst 2022 will man jetzt einen Umsatzzuwachs zwischen sechs und acht Prozent und ein Gewinnplus zwischen 12 und 15 Prozent erreichen, abgesteckt für dann drei Jahre.

Natürlich würde da sozusagen ein „Zinseszins-Effekt“ greifen, auch eine nur leicht höhere Prognose potenziert sich, wenn man sie über drei Jahre rechnet. Aber kann eine Reaktion auf höhere Gewinne, die man für die Geschäftsjahre 2022/2023 bis 2025/2026 anpeilt, einen jetzt daraufhin erfolgten charttechnischen Befreiungsschlag nachhaltig machen? Immerhin wissen die Anleger ja, gerade nach den Erfahrungen des Jahres 2022: Ziele kann man sich viele stecken, was am Ende wirklich passiert, weiß man nie sicher im Voraus.

Expertenmeinung: Interessanter war daher eigentlich die Bilanz des vierten Quartals des am 30.9. beendeten Geschäftsjahres, die Anfang des Monats vorgelegt wurde. Zwar war der Gewinn pro Aktie, der sich daraus errechnete, mit 2,03 Euro stark. Aber ein sich dadurch ergebendes Kurs/Gewinn-Verhältnis von gut 30 ist für die Aktie nicht billig. Das wäre anders, wenn man in den kommenden Jahren mit Wachstumsraten zwischen 15 und 20 Prozent rechnen könnte. Aber selbst die neue Mittelfrist-Prognose liegt mit 12 bis 15 Prozent darunter. Und das Medizintechnikunternehmen gab im Zuge dieser Quartalsbilanz eine Guidance für das jetzt begonnene Jahr 2021/2022 aus, die einen Gewinnanstieg auf 2,08 bis 2,20 Euro pro Aktie avisierte, also ein Gewinnplus in der Region zwischen 2,5 und 8,5 Prozent. Was hieße:

Die Aktie ist schon jetzt ziemlich großzügig bewertet. Dass die Kurse ab sofort in den Himmel steigen werden, wäre daher aus fundamentaler Sicht nicht unterfüttert. Was bleibt, ist das markante charttechnische Signal, das mit dem Ausbruch über das bisherige Rekordhoch erreicht wurde. Da passt in der Tat alles:

Im Vorfeld gelang ein perfekter Test des doppelten Leitstrahls des Aufwärtstrends in Form der 100-Tage-Linie und der auf gleicher Höhe verlaufenden Juni-Aufwärtstrendlinie. Der im Chart unten mit eingeblendete Trendfolgeindikator MACD drehte durch die gestrigen Käufe genau auf Höhe seiner Signallinie nach oben und bestätigte seine bullische Aussage. Gut, aber:

Angesichts des dünnen Unterbaus einer eher mäßigen Anhebung der Mittelfrist-Ziele sollte man auf der Hut bleiben. Wer hier aggressiv und kurzfristig auf der Long-Seite agiert, müsste sich bereits den Ausstieg überlegen, wenn die Siemens Healthineers-Aktie den Ausbruch durch Schlusskurse unter 60 Euro zurücknimmt. Und spätestens, wenn der mittelfristige Aufwärtstrend durch Schlusskurse unter 57 Euro signifikant gebrochen würde, sollten auch weniger kurzfristig agierende Akteure darüber nachdenken, lieber den Gewinn mitzunehmen.

Chart vom 17.11.2021, Kurs 63,78 Euro, Kürzel SHL | Online Broker LYNX

Seit Mitte August ein Rekordhoch erreicht wurde, konsolidiert die Siemens Healthineers-Aktie auf hohem Niveau. Aber seit einigen Wochen gewinnen die Bullen zusehends an Stärke. Und wenn die morgen anstehende Quartalsbilanz passt, könnte der Deckel gesprengt werden!

Die 2018 vom Siemens-Konzern an die Börse gebrachte Siemens Healthineers hatte im dritten Geschäftsjahresquartal (Geschäftsjahresende ist hier immer der 30.9.) deutlich besser als seitens der Analysten erwartet abgeschnitten. Der Umsatz lag 10, der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) sogar 20 Prozent über der durchschnittlichen Prognose. Im Zuge dieser am 30. Juli vorgelegten Zahlen hob das Medizintechnikunternehmen die Wachstumsprognose des Umsatzes von zuvor 14 bis 17 auf 17 bis 19 Prozent an. Die Reaktion der Anleger:

Die Aktie zog an, erreichte am 18. August mit 61,52 Euro ein neues Rekordhoch. Seither aber korrigiert der Kurs, wenngleich der übergeordnete, im März 2020 etablierte Aufwärtstrend dadurch nie gefährdet war. Jetzt stehen die nächsten Bilanzdaten an. Und da diese das Geschäftsjahr 2020/2021 abschließen, darf man auch mit einem umfassenden Ausblick auf das am 1. Oktober begonnene Geschäftsjahr 2021/2022 rechnen. Je nachdem, wie die Marktteilnehmer diese Ergebnisse, vor allem aber den Blick nach vorne, aufnehmen, könnte die Siemens Healthineers-Aktie dadurch den Deckel sprengen, der sie seit Mitte August in ihrem Aufwärtsdrang bremst. Was wird erwartet?

Expertenmeinung: Hinsichtlich des Umsatzes sehen die Analysten hier mit 4,9 Milliarden Euro einen Anstieg zum Vorjahresquartal um gut 25 Prozent. Der Gewinn pro Aktie soll mit etwa 0,58 Euro leicht über dem des Sommerquartals (0,56 Euro) hereinkommen. Da die Medizintechnikbranche derzeit beeindruckend boomt, ist eine nennenswerte Enttäuschung zwar möglich, aber die weniger wahrscheinliche Variante. Was indes das neue Geschäftsjahr angeht, wird das zu einer Wundertüte: Man weiß erst, was drin ist, wenn Siemens Healthineers die Perspektiven vorgelegt hat.

Im Vorfeld der Ergebnisse einzusteigen, wäre daher eine reine Wette und somit entsprechend riskant. Die besonnenere Variante wäre abzuwarten, ob die Zahlen gut genug sind, um Käufe auszulösen. Kommt es dazu und gelingt es, die Widerstandszone 60,48 zu 61,52 Euro zu überwinden, wäre der Weg nach oben aus rein charttechnischer Sicht frei.

Zwar wäre die Aktie mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von 35 auf Basis der für das beendete Geschäftsjahr 2020/2021 im Schnitt von den Analysten erwarteten Gewinne nicht gerade niedrig bewertet. Aber ab Donnerstag würde man sich ja auf das neue Geschäftsjahr fokussieren. Gelingt es Siemens Healthineers, eine attraktive Perspektive mit einem fortgesetzten, dynamischen Gewinnanstieg aufzuzeichnen, würde sich auch das Kurs/Gewinn-Verhältnis des ja schon laufenden, neuen Geschäftsjahres verringern. Die Chance, dass die Aktie ihren Deckel sprengt, wäre also da – wenn das Zahlenwerk überzeugt.

Sollte es anders kommen, sollte man vor allem auf zwei Unterstützungen achten. Zum einen auf die aktuell bei 56,50 Euro verlaufende 100-Tage-Linie, an der der Kurs im Oktober zweimal nach oben gedreht hat, zum anderen auf das Oktober-Verlaufstief bei 54,22 Euro. Sollten beide Linien fallen, wäre das Thema neuer Hochs vorerst vom Tisch!