Euro-Bund aktuell Bund Future: Ausgereizt? Das hat man schon oft gedacht.

News: Aktuelle Analyse des Euro-Bund Futures

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Euro-Bund
ISIN: DE0009652644
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Ticker: GBL
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Währung: EUR

Die Zinswende wurde in den vergangenen Jahren schon oft vorhergesagt. Doch diese Prophezeiungen trafen nie ein. Mit am Freitag -0,64 Prozent bleibt die Rendite für deutsche Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit nahe ihrer Rekordtiefs. Und der Bund Future, das wichtigste Zinsbarometer an der Terminbörse, das den Kurs einer fiktiven, immer zehn Jahre laufenden Bundesanleihe nachbildet, hält eisern seinen Aufwärtstrend. Und der könnte weitergehen, in den kommenden Monaten womöglich sogar über das Corona-Panik-Rekordhoch vom März bei 181,93 Prozent führen.

Denn was die EZB am Donnerstag beschlossen hatte, war mit Blick auf die derzeitigen konjunkturellen Perspektiven Europas nicht zwingend das Ende von „Quantitative Easing“, das für gezielt niedrige Zinsen sorgen und so die Stabilisierung der Eurozone-Wirtschaft unterstützen soll. So, wie sich die Lage hinsichtlich der Corona-Problematik darstellt, dürfte erst noch deutlich schlechter werden, bevor es besser wird. Und will die EZB verhindern, dass Euroland in die Rezession zurück geschleudert wird, müsste man wohl Richtung März nachlegen. Dieser Ansicht sind auch nicht wenige Marktteilnehmer, denn nach der EZB-Entscheidung des Donnerstags, das Volumen der Anleihe-Stützungskäufe um 500 Milliarden Euro auszuweiten, blieb der Bund Future gesucht und dessen übergeordneter Trend intakt.

Expertenmeinung: Sie sehen in diesem Chart auf Wochenbasis, dass das Anleihebarometer diesen Aufwärtstrend im Herbst 2018 begann, nachdem die Notierungen zuvor eine anderthalbjährige Seitwärtsbewegung absolviert hatten. Das passt zu der 2018 begonnenen Abschwächung des Wachstums in Europa. Insbesondere in Deutschland näherte sich das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts bereits vor dem Einbruch im Frühjahr 2020 der Nulllinie, wurde durch den Corona-Crash nur noch über die Klippe gestoßen, über der man ohnehin schon mit einem Bein hing. Auffällig ist dabei, dass der Kurs trotz der dramatischen Entwicklung des Jahres 2020 noch nicht über dem Level vom Sommer 2019 notiert. Noch weiter ins Minus abdriftende Renditen will nun einmal niemand, das kann und will man sich am Anleihemarkt nur ungern vorstellen. Aber:

Sofern sich die derzeitige Tendenz nicht rasant bessert, wird die Eurozone-Wirtschaft die Erholung des Sommers nicht so schnell wieder aufnehmen, im Gegenteil besteht das Risiko, dass dieser Erholungseffekt vollständig eliminiert wird, wenn nicht massiv gestützt wird. Was hieße: noch niedrigere Anleiherenditen und ein noch weiter steigender Bund Future. Ob es so kommt, ist natürlich nicht sicher vorhersagbar, dafür sind die Rahmenbedingungen zu unwägbar, was auch für die Entscheidungen von unter Druck stehenden Politikern und Notenbankern gälte. Aber das bullische Lager hat nicht nur den Vorteil, dass die kritische Lage eher für steigende Notierungen spräche, auch die Charttechnik bietet Rückenwind:

Der Aufwärtstrend wird derzeit durch die 200-Tage-Linie prominent verstärkt, so dass wir hier einen doppelten Leitstrahl der Hausse im Bereich 176,18 zu 176,70 Prozent vorfinden. Solange der Bund Future diesen Supportbereich nicht auf Wochenschlusskursbasis unterschreitet, behält das bullische Lager die besseren Karten auf der Hand.

Chart vom 11.12.2020, Kurs 178,57 Prozent, Kürzel GBL | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen des Euro-Bund Futures

Bis auf -0,87 Prozent war die Rendite für deutsche Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit am 9. März weggebrochen. Ein absoluter Rekord, ein Negativ-Zins, wie man ihn sich vor dem Corona-Crash der Aktienmärkte nicht hätte vorstellen können.

Während die Renditen der US-Staatsanleihen immer noch nahe ihrer März-Tiefs verharren, haben sich die Renditen der deutschen Bundesanleihen wieder deutlich erholt, pendeln seit Ende März in einer Range zwischen -0,2 und -0,6 Prozent. Was für die Kurse dieser Anleihen bedeutet, dass sie wieder nachgaben (je höher der Kurs einer umlaufenden Anleihe steigt, desto geringer wird ihre Zinsrendite). Das sehen wir auch im Chart des Barometers dieser deutschen „Zehnjährigen“ am Futures-Markt, dem Bund Future:

Das Anleihebarometer kam nach dem Rekordhoch, das der aktuelle „Frontmonat“, der September-Kontrakt, Anfang März bei 182,47 Prozent erzielte, blitzartig zurück. Was sicherlich zum Teil auf reinen Gewinnmitnahmen basierte. Aber dass dieser Selloff im Bund Future klar vor dem Tief der Aktienmärkte lag, deutet an, dass da einige große Adressen am Anleihemarkt Positionen verkaufen mussten, um Cash zu bekommen, mit dem sich unter die Nachzahlungsschwelle geratene Positionen im Bereich der Aktienmarkt-Futures auffüllen ließen. Dieser Abstieg dürfte also keineswegs allein aus der Überzeugung, dass nicht so heiß gegessen wie gekocht wird, entstanden sein.

Ende April begann sich die Lage zu beruhigen, was für den Bund Future bedeutete, dass er zwischen grob 173 und 178 Prozent in eine Art „stabile Seitenlage“ überging. Allerdings mit einer erkennbaren Tendenz, sich eher nach oben zu orientieren. Geht da auf der Long-Seite bald wieder etwas?

Expertenmeinung: Das wäre durchaus denkbar. Dass die deutschen Anleihekurse und mit ihnen der Bund Future bislang nicht auf Tuchfühlung mit diesem Panik-Hoch des Future (i.e. Panik-Tief der Renditen) von März gingen, liegt daran, dass man im Vergleich zu den USA den durchaus berechtigten Eindruck hat, dass das europäische Krisenmanagement deutlich mehr taugt als das, was derzeit in Washington als entschlossenes Handeln verkauft wird. Doch es dürfte ein Trugschluss sein, dass eine besser als in den USA eingedämmte Pandemie und eine ruhige Hand der EZB ausreichen, um die Rezession zu vertreiben. Und die ist es, nicht das Corona-Virus, was auf die Renditen am Anleihemarkt drückt. Dass die EZB mit ihren bisherigen Maßnahmen auskommt, der Leitzins nicht in negatives Terrain gedrückt werden muss, ist noch keineswegs sicher.

Je mehr Zeit vergeht, ohne dass man erkennen kann, dass die „v-förmige“ Erholung der Wirtschaft wirklich eintritt, desto besser wird die Chance für einen Ausbruch des Bund Future nach oben, der damit dann Leitzinssenkungen der EZB oder doch zumindest eine markante Ausweitung des Volumens der Anleihe-Stützungskäufe vorwegnehmen würde. Die charttechnische Hürde, über die das Anleihebarometer für ein markantes, bullisches Signal hinaus müsste, wäre der Bereich 177,76/178,01 Prozent. Gelingt das, hieße das übersetzt, dass die vorsichtige Beruhigung in Bezug auf die wirtschaftliche Perspektiven Deutschlands und der Eurozone wieder der Angst gewichen wäre. Und dann müsste das bisherige Rekordhoch von 182,47 Prozent nicht einmal zwingend das Ende der Rallye markieren.

Chart vom 19.08.2020, Kurs 176,51 Prozent, Kürzel GBL | Online Broker LYNX

Es sieht nach Toppbildung aus beim Terminbörsen-Kursbarometer der deutschen Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit, dem Bund Future. Und würde die Nackenlinie dieses bislang noch potenziellen Topps (bei 167,49 Prozent) gebrochen, würde zugleich, das sieht man gut im Chart auf Wochenbasis, die längerfristige, Anfang 2018 etablierte Aufwärtstrendlinie fallen. Momentan hat sich der Bund Future zwar von dieser Nackenlinie wieder entfernt. Aber es sieht aus, als würde sich dadurch die rechte Schulter einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation bilden. Zumal sich diese Aufwärtsbewegung als ansteigender Keil zeigt, was man als Konsolidierungsformation des letzten Abwärtsimpulses ansehen könnte. Es wirkt, als wäre diese Super-Hausse, die massiv negative deutsche Anleiherenditen widerspiegelt, langsam ihr Ende finden … zumindest, wenn man sich alleine das Chartbild ansieht. Bund Future Chart auf Wochenbasis vom 13.05.2020, Kurs 173,57 Prozent, Kürzel GBL | Online Broker LYNX Denn eine echte, mittelfristig relevante Wende durch die Vollendung dieser Toppbildung würde ja einen kräftigen Abfluss aus deutschen Anleihen bedingen. Die Zinsen würden also wieder steigen … gibt die Gemengelage das her? Ja, wenn sich die Eurozone-wirtschaft so zügig und weitreichend erholt, dass weitere Maßnahmen der EZB nicht erforderlich wären, ggf. sogar wieder der Gedanke an einen Abbau der Anleihekäufe aufkommt. Dann würde wohl auch zügig viel Kapital vom Anleihemarkt zurück in den Aktienmarkt fließen. Aber ist das momentan wahrscheinlich? Das ist es nicht, solange völlig offen bleibt, ob und, wenn ja, wann der Neustart der Konjunktur gelingt. Dass die Zahl der aktiv infizierten Personen in Deutschland derzeit zügig abnimmt, ist zwar ein gutes Signal. Aber ob es so bleibt, ist offen. Und solange das so ist, dürfte der Konsum als Rückgrat des Wachstums nicht die nötige Intensität erreichen, um ein Wachstum zu generieren, das die EZB der Notwendigkeit weiterer Stützungen entheben würde. Bevor diese Trendwende mit Schlusskursen unterhalb von 167,49 Prozent nicht tatsächlich vollzogen wurde, wären Short-Trades somit riskant. Sollte der Bund Future die im Chart auf Tagesbasis dargestellte Keilformation mit Schlusskursen unter 172,80 Prozent nach unten durchbrechen, würde ein Test dieser Nackenlinie bei 167,49 Prozent zwar wahrscheinlicher, wäre aber, im Vorfeld einer mittelfristig relevanten Abwärts-Wende, „nur“ eine Chance auf Trading-Basis. Bund Future Chart auf Tagesbasis vom 13.05.2020, Kurs 173,57 Prozent, Kürzel GBL | Online Broker LYNX

Steht jetzt die zweite, größere Verkaufswelle am deutschen Anleihemarkt an? Der Chart des Bund Future, des Spiegels bzw. Kursbarometers deutscher Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit am Terminmarkt, deutete das zum Wochenschluss zumindest an. Aber auch, wenn der Bund Future auf Höhe der im Chart blau eingezeichneten 20-Tage-Linie erst einmal nach unten abgewiesen wurde, was andeutet, dass das bärische Lager derzeit noch die Nase vorn hat: Entschieden ist das noch nicht. Denn jetzt hat sich der Bund Future von oben der 200-Tage-Linie genähert, die in den vergangenen Monaten schon mehrfach und von beiden Seiten kommend als Wendemarke diente. Und die Frage ist: Wäre ein erneuter Abverkauf bei den Anleihen logisch und damit mit der Chance versehen, nachhaltig zu sein? Und da wird es knifflig. Denn fallende Anleihekurse bedeuten steigende Anleihe-Renditen. In einem Umfeld, in dem mehr und mehr fatal schwache Konjunkturdaten hereinkommen und man damit rechnen muss, dass diese Daten noch weitaus schlechter werden, würden steigende Renditen bedeuten, dass die Akteure am Anleihemarkt nicht damit rechnen, dass das allgemeine Rendite- und Zinsniveau weiter fällt. Kurz: Das würde einpreisen, dass die EZB ihre Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaft nicht intensivieren würde. Ist das denkbar? Expertenmeinung: Es ist nicht auszuschließen, aber nicht unbedingt wahrscheinlich. Richtig ist, dass die EZB als einzige der großen Notenbanken darauf verzichtete, den Leitzins zu senken. Aber das war, da dieser bereits bei 0,0 Prozent lag, eine durchaus richtige Entscheidung. Noch tiefere Renditen, noch mehr Verluste für die Anleihe-Sparer, das würde die Lage nur verschärfen. Doch Anleihen werden ja nicht nur gekauft, weil man mit steigenden Kursen die Renditen drückt und sie dadurch niedrigeren Leitzinsen anpasst. Sie werden vornehmlich gekauft, weil man sein Geld bei Bundesanleihen in einem sichereren Umfeld wähnt als am wankenden Aktienmarkt. Und dass diese Käufe jetzt wegfallen, im Gegenteil weiter verkauft wird und dies den Bund Future klar unter die 200-Tage-Linie drückt, wäre in diesem Umfeld zumindest überraschend. Immerhin entspricht das derzeitige Kursniveau des Bund Future einer Rendite bei den zehnjährigen Bundesanleihen um -0,44 Prozent. Zwar nicht gerade verlockend, andererseits aber deutlich über dem Rekordtief der Renditen von -0,87 Prozent, das im März markiert wurde. Daher müsste man ein bärisches Signal auf charttechnischer Basis, das im Fall des Bruchs der im Chart dick schwarz markierten 200-Tage-Linie und der darunter liegenden Auffangzone 170,47/170,76 Prozent entstehen würde, als ein rein technisch induziertes Signal ansehen. Ein Signal, das womöglich nicht allzu tief reicht, einfach, weil das fundamentale Umfeld zu einem größeren Abstieg des Bund Future nicht passt. Im Gegenzug wäre ein Anstieg an das jüngste Rekordhoch des Bund Future, im März bei 179,31 Prozent erreicht, eher von der Gesamtlage unterstützt. Ein entsprechendes Signal wäre gegeben, wenn der Kurs an der jetzt angelaufenen 200-Tage-Linie wieder nach oben dreht und mit einem Schlusskurs über dem letzten Zwischenhoch (173,83 Prozent) ein bullisches Zeichen setzt. Bund Future Chart vom 03.04.2020, Kurs 171,91 Prozent, Kürzel GBL | Online Broker LYNX

Normalerweise ist der Anleihemarkt ja im Vergleich zu den Aktien ein Hort der Ruhe und der Besonnenheit. Doch momentan geht es auch hier „vogelwild“ zu. Erst eine rasante Kaufwelle auf neue Rekordhochs beim Anleihebarometer Bund Future, dann ein noch rasanterer Kurseinbruch, der die Kurse dieses Futures, der den Kursverlauf deutscher Anleihen mit zehn Jahren Laufzeit nachbildet, wieder an den Level vom Jahresanfang zurück drückte. Das wirkt umso beeindruckender, wenn man diese Kursausschläge der Anleihen in deren Zinsrendite übersetzt: Die Rendite deutscher Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit, die Anfang Januar um -0,2 Prozent lag, brach bis Anfang März auf das Rekordtief von -0,88 Prozent weg, nur, um noch schneller wieder auf -0,2 Prozent zurückzukehren. Derzeit pendelt diese Rendite zwischen -0,3 und -035 Prozent. Wie sind solche Schwankungen bei den Anleihen möglich? Binnen weniger Wochen legte der Bund Future dadurch eine Distanz zurück, die größer ist als die übliche Range eines ganzen Jahres. Das liegt daran, dass derzeit viele verschiedene Kräfte an den Kursen zerren: Expertenmeinung: Zum einen sehen viele Investoren deutsche Bundesanleihen trotz der tief negativen Renditen als Hort relativer Sicherheit an. Allerdings stoppten diese Käufe und damit der Abstieg der Renditen, als Anfang März klar wurde, dass die EZB zwar ebenfalls versuchen würde, ihren Teil zur Stützung der Eurozone-Wirtschaft beizutragen, aber die Leitzinsen nicht radikal weiter gesenkt würden und das Volumen der Anleihekäufe nicht in der Region der vorherigen, optimistischen Prognosen lag. Die Renditen kamen vom Rekordtief zurück, die Kurse der Anleihen fielen folgerichtig. Bis zum 19. März brachen die Kurse in einem immensen Tempo weg, weil auch hier die allgemeine Nervosität den Handel bestimmte und zu viele Akteure zugleich aussteigen, auf der anderen Seite aber in dem Moment kaum jemand kaufen wollte. Aber ob dieser Kursverfall weitergeht, ist noch fraglich, denn: Der Abstieg stoppte auf Höhe des Anfang des Jahres markierten Zwischentiefs bei 167,49 Prozent (bezogen auf die Kurse des aktuell relevanten Futures mit Juni-Laufzeit). Nicht nur, weil dort diese charttechnische Unterstützung lag. Denn durch diesen Selloff wurde die Rendite ja wieder besser, lief zurück auf „nur“ noch -0,2 Prozent. Und das ist ein einem derart kritischen Umfeld wiederum eine Rendite, mit der deutlich mehr Marktteilnehmer leben könnten. Zwar wirkt die Rallye am Aktienmarkt im Augenblick bremsend in Sachen Anleihe-Käufe, weil manche vermuten, dass es sich hier um die Wende und nicht um eine Bärenmarkt-Rallye handelt und Anleihen als „sicherer Hafen“ daher vorerst nicht mehr gefragt sein werden. Aber solange die Rahmenbedingungen so problematisch bleiben, werden Anleihen tendenziell immer wieder das Geschehen dominieren. Was heute ausgeblendet wird, kann schon morgen wieder präsent sein und die nächste Kaufwelle im Bund Future auslösen. Wobei es sich für Long-Trades anbieten würde, nicht darauf zu wetten, sondern konsequent zu warten, bis die Charttechnik grünes Licht gibt. Sie sehen im Chart, dass der Kurs gerade an der 200-Tage-Linie nach unten abgewiesen wurde, die im Vorjahr mehrfach als wichtige Unterstützung fungierte. Sollte der Bund Future diese bei aktuell 171,35 Prozent verlaufende Linie mit Schlusskursen über 171,80 Prozent glaubwürdig genug überwinden, wäre das ein markant bullisches Signal. Unterhalb dieser Linie wäre das Chance/Risiko-Verhältnis in einem derart nervösen und hektischen Umfeld nicht ausreichend. Bund Future Chart vom 25.03.2020, Kurs 169,64 Prozent, Kürzel GBL | Online Broker LYNX  

Einen Handelstag, bevor der Bund Future am vorvergangenen Montag sein Rekordhoch von 179,31 Prozent erreichte, hatten wir an dieser Stelle geschrieben: „Daher wäre zu überlegen, dass, wer bereits Long ist, hier einen Teil der Position mit Gewinn verkauft, den Rest dann mit einem Stop Loss knapp unterhalb dieses sukzessive nach oben hinterher laufenden Leitstrahls bei aktuell 172,90/173,10 Prozent absichert.“ Dieser da gemeinte Leitstrahl war die doppelte Unterstützung aus der Januar-Aufwärtstrendlinie und der 20-Tage-Linie. Und kaum jemand hätte da wohl erwartet, dass dieser Trend so schnell und derart markant brechen würde, wie das mittlerweile geschehen ist. Wie kann es sein, dass das deutsche Anleihebarometer am Futures-Markt derart heftig wegbricht, in einem Umfeld, in dem man eigentlich denken sollte, dass die Anleger trotz negativer Renditen in Scharen in den Anleihemarkt fliehen und die Kurse daher steigen? Das basiert auf zwei Aspekten: Expertenmeinung: Zum einen hatte man im Vorfeld auf eben diese EZB-Sitzung vorgekauft. Mit dem Ereignis kam es dann, wie es oft kommt: Alle wollen den Gewinn mitnehmen und kaum jemand will die Hand aufhalten und die Verkäufe auffangen, weil zu viele im Vorfeld bereits eingestiegen waren. Zum anderen hat das Ergebnis der EZB-Sitzung vergangene Woche den Anschein erweckt, als würde die EZB tatsächlich nicht allzu viel Spielraum haben, um das Zinsniveau zu senken, während andere Notenbanken weitaus intensiver agieren. Daher wirkt es, als wären Kursgewinne bei Anleihen durch weiter gedrückte Leitzinsen in anderen Anleihe-Universen wie den USA wahrscheinlicher. Damit sind die deutschen Anleihen, die der Bund Future widerspiegelt, für die Trader jetzt weniger attraktiv. Geht dieser Abstieg weiter? Nach einem Selloff um gut acht volle Punkte, wenn man die Distanz vom Rekord-Verlaufshoch bis zum gestrigen Tagestief rechnet, wäre eine Gegenbewegung durch Eindeckungen der Short-Seller durchaus möglich, aber nicht sicher. Für mehr als eine solche Gegenbewegung durch Gewinne mitnehmende Bären scheint das Umfeld indes momentan nicht bereit, dazu kann die EZB jetzt einfach zu wenig bewegen. Denkbar wäre daher eine Reaktion bis an den Kreuzwiderstand aus den Hochs vom September und Oktober 2019, der gebrochenen Aufwärtstrendlinie und der 20-Tage-Linie im Bereich 174,00/174,40 Prozent, aber eine weiter reichende Rallye würde derzeit überraschen. Im Gegenzug sollte man die gestern getestete und gehaltene Unterstützungszone 170,47/170,77 Prozent im Auge behalten. Denn sollte die auf Schlusskursbasis eindeutig brechen, kann der Abverkauf durchaus in Richtung 168 Prozent weitergehen. Bund Future Chart vom 17.03.2020, Kurs 171,20 Prozent, Kürzel GBL | Online Broker LYNX