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Nach der Anhebung des US-Leitzinses am Mittwochabend wurde der US-Dollar zu fast allen anderen Währungen stärker, zu einer aber nicht: In der Relation zum chinesischen Yuan tat sich nichts. Diese Ruhe ist aber trügerisch … und könnte in knapp einer Woche enden.
Am kommenden Donnerstag wird Chinas Präsident Xi Jinping in den USA erwartet. Dieses Treffen mit Donald Trump hat in vielerlei Hinsicht immense Bedeutung für die Märkte. Zum einen hinsichtlich der Frage, ob man sich womöglich in Bezug auf den Handel auf eine weniger aggressive Vorgehensweise verständigen könnte. Zum anderen in Bezug auf den Iran-Krieg, da man China zu den Unterstützern des Irans rechnet und Mr. Trump versuchen wird, Xi Jinping zu Zugeständnissen zu bewegen, um die Erfolgschance seiner Isolationspolitik gegenüber Teheran zu erhöhen.
KI, Chips, Seltene Erden, Rohstoffe: Beide Seiten haben, was die andere bräuchte. Und beide Seiten sind bemüht zu verhindern, dass man etwas exportiert, das die wirtschaftliche Gegenseite in eine vorteilhaftere Position bringen würde. Eine ganz entscheidende Rolle für die Frage, wer vom gegenseitigen Handel eher profitiert, spielt aber auch das Verhältnis der beiden Währungen US-Dollar und Yuan zueinander. Und da dürfte sich eine Erklärung dafür finden, wieso man seit April 2025 immer weniger Yuan für einen US-Dollar bezahlen muss, sprich weshalb der US-Dollar zur chinesischen Währung wie an der Schnur gezogen billiger wird.
Den aktuellen Kurs und Chart des Währungspaars USD.CNY und historische Wechselkurse finden Sie hier.
Expertenmeinung: Ein schwacher US-Dollar bietet den US-Unternehmen bei Verkäufen in China einen Vorteil. Dadurch, dass die dortige Währung zum US-Dollar immer günstiger wird, erlösen die Unternehmen beim Rücktausch der in Yuan erzielten Verkaufspreise mehr US-Dollar, d. h. ihre Gewinnmarge erhöht sich. Für chinesische Exporteure, die Waren in den USA verkaufen, gilt der umgekehrte Effekt: Sie erlösen für einen US-Dollar-Umsatz immer weniger Yuan. Diese Entwicklung ist also für China ungünstig … und das kann Kalkül sein, denn damit hätte Xi Jinping bei den Verhandlungen mit Donald Trump ein starkes Argument, weil die Yuan-Stärke nach gutem Willen Chinas zu einem fairen Miteinander aussieht.
Und tatsächlich kann Peking die Tendenz seiner Währung steuern, hier ist man imstande – und tut es auch –, den Kurs zu anderen Währungen durch die Festlegung von maximalen Handelsspannen zu steuern. Was indes auch bedeutet: Wollte man Positionen in der Relation US-Dollar/Yuan aufbauen, müsste man sich darüber im Klaren sein, dass politische Einflüsse diesen derzeit scheinbar unerschütterlichen Trend schnell auf den Kopf stellen könnten.
Wir sehen, dass der US-Dollar/Yuan-Kurs pünktlich vor Xi Jinpings US-Besuch auf den tiefsten Stand seit Anfang 2023 gefallen ist. Diese Unterstützung bei 6,70 Yuan pro US-Dollar wird damit zur Ausgangsbasis für das, was nach diesem Treffen in Sachen politischem Klima, in Kursen ausgedrückt, zu erwarten wäre.

Sollte China mit dem Treffen unzufrieden sein, womöglich sogar wegen aus Sicht Pekings deutlich zu weit gehender US-Forderungen auf die Barrikaden gehen, kann diese Linie bei 6,70 Yuan zum Ausgangspunkt eines kräftigen Anstiegs der Währungsrelation werden, indem China einen Misserfolg der Gespräche mit einer härteren Gangart am Devisenmarkt beantwortet. Die übergeordnete Abwärtstrendlinie liegt direkt am Kurs, sodass ein bullisches Signal mit erstem Kursziel bei 6,84 Yuan, wo die 200-Tage-Linie verläuft, schnell generiert wäre.
Im Gegenzug wäre eine weitere Aufwertung des Yuan und ein damit einhergehender Bruch dieser wichtigen Unterstützung bei 6,70 Yuan ein klares Signal der Entspannung als Ergebnis dieses Treffens, das am 24. September beginnen soll.
So klar dieser Trend der US-Dollar/Yuan-Relation auch wirkt, Trading-Positionen unterliegen hier mehr als bei anderen Währungspaaren politischen und damit unvorhersehbaren Einflüssen; das sollte, wer hier über eine Position nachdenkt, immer im Hinterkopf behalten. US-Dollar/Yuan ist immer spannend, immer wichtig … aber als Trading-Basis auch immer riskant.

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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 17.09.2026 um 22:12 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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