USD.CNY aktuell US-Dollar / Chinesischer Yuan: Der Wind wird wieder rauer

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Mittlerweile weiß man, dass der neue US-Präsident einen ebenso harten Kurs China fahren will wie sein Vorgänger. Damit ist die Zeit des billigen Yuan vorbei, die Long-Chancen liegen wieder beim US-Dollar.

Ob es um die Menschenrechte, die geopolitische Lage in Südostasien oder den Handel geht, die neue US-Regierung mag sich ein wenig diplomatischer ausdrücken, aber in der Sache bleiben die USA hart. So ließ man bereits durchblicken, dass man sich der wirtschaftlichen Bedrohung durch China, basierend auf der chinesischen Exportflut, erwehren will. Und auch, wenn die Regierung Biden noch nicht lange im Amt ist, wirkt es nicht so, als würde das Eis, das sich über die vergangenen Jahre zwischen den beiden Wirtschaftsmächten aufgebaut hat, in nächster Zeit abtauen.

Dass man sich in Peking mehr erhofft hatte und jetzt Zeichen zu setzen gedenkt, erkennt man auch an der Währungsrelation des chinesischen Yuan zum US-Dollar. Denn da China seine eigene Währung nicht wirklich frei am Markt floaten lässt, kann man den Yuan gezielt als „Waffe“ in Sachen Handel einsetzen. Und es scheint, man hat diese Waffe wieder ins Spiel gebracht.

Den aktuellen Kurs und Chart des Währungspaars USD.CNY und historische Wechselkurse finden Sie hier.

Expertenmeinung: Der Chart zeigt, wie viel Yuan man für einen US-Dollar bezahlen muss. Seit dem vergangenen Sommer ist diese Relation im Abwärtstrend gewesen, der Abstieg beschleunigte sich Anfang November nach der US-Wahl. Je „billiger“ der US-Dollar dadurch wurde, desto höher wurde die Rendite von US-Unternehmen, die ihre Waren in China verkauften, zugleich schrumpfte durch den „teureren“ Yuan der Profit der chinesischen Exporteure beim Verkauf ihrer Waren in den USA. Dass China den Yuan auf diese Weise aufwertete, war ein Zugeständnis in Richtung USA, ein Fingerzeig, dass man an einem für China angenehmeren Verhältnis mit den USA interessiert sei.

Seit durch die Statements der neuen US-Regierung deutlich wurde, dass daraus vorerst nichts wird, hat der Trend gedreht. Wir sehen im Chart, dass das Tief, das Anfang Januar bei 6,41 Yuan pro US-Dollar ausgebildet wurde, Mitte Februar ganz kurz und marginal unterboten wurde, seither wird der Yuan wieder schwächer, d.h. man muss sukzessiv mehr Yuan für einen US-Dollar auf den Tisch legen, so dass das Pendel wieder zu Gunsten chinesischer Exporte ausschlägt.

US-Dollar/ Chinesischer Yuan: Chart vom 29.03.2021, Kurs 6,5728 Yuan, Kürzel USD.CNY | Online Broker LYNX

Die mittelfristige Abwärtstrendlinie ist bereits überboten und ein kurzer Rücksetzer in der ersten März-Hälfte wich umgehend einem neuen Aufwärtsimpuls. Dabei fällt auf, dass der Yuan genau auf Höhe der 20-Tage-Linie wieder anzog, zugleich wurde so das laufende, bullische Signal des Trendfolgeindikators MACD bestätigt. Das macht deutlich, dass nicht nur Peking an einem wieder stärkeren US-Dollar zum Yuan interessiert ist, sondern auch die Trader am Devisenmarkt auf diesen Kurs eingeschwenkt sind. Das nächste Kursziel wären die Zwischentiefs vom Frühjahr 2019 im Bereich 6,67 Yuan … ein Ziel, das angesichts der zunehmenden Dynamik der Bewegung relativ zeitnah angelaufen werden könnte.

 

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Vorherige Analysen von USD.CNY

Wie viel Politik steckt in der immensen Aufwertung des chinesischen Yuan zum US-Dollar? Zumindest so viel, dass China diese Aufwertung zulässt. Die Frage stellt sich, welches Ziel dahintersteckt, denn das könnte womöglich einen Hinweis darauf geben, ob die Zielzone 6,2360/6,2555 Yuan pro US-Dollar erreicht, womöglich sogar unterboten wird – oder nicht.

Natürlich wird auch in der Relation US-Dollar/Yuan getradet und natürlich macht Trading das Gros der Umsätze aus. Aber da China seine Wechselkurse täglich festlegt und nur Kurse in einer bestimmten Spanne um dieses Fixing toleriert, läuft dieser Abstieg des US-Dollars nicht ohne Billigung aus Peking.

Man könnte die Aufwertung als Zeichen des guten Willens gegenüber der neuen US-Regierung werten. Immerhin hatte China in den Jahren zuvor die eigene Währung heftig abgewertet und dadurch als Waffe gegen Donald Trumps Strafzölle eingesetzt. Je billiger der Yuan, je teurer der US-Dollar, desto größer fallen die Renditen chinesischer Exporteure bei Verkäufen in den USA aus und desto geringer der Profit von US-Unternehmen, die Waren in China verkaufen. Jetzt läuft es also anders herum. Nur: Will China wirklich auf diese Weise den USA die Hand reichen?

Expertenmeinung: Wenn das der Fall wäre, schlägt die Biden-Regierung sie jedenfalls aus. Es gab noch keinen direkten Kontakt Bidens mit Xi Jinping, aber bereits erste gegenseitige „Warnungen“. Wie von den politischen Beobachtern schon im Vorfeld vermutet, mag sich der Tonfall Washingtons gegenüber Peking wieder diplomatischer gestalten, aber in der Sache führt die neue US-Regierung den Kurs der vorherigen fort: Man sieht China als wirtschaftliche ebenso wie als militärische Bedrohung. Die Aufwertung des Yuan als Kniefall Pekings zu interpretieren, dürfte daher am Ziel vorbeigehen. Aber was hat China von einem starken Yuan?

Man sollte besser fragen, was China von einem schwachen Dollar hat: einen Währungsvorteil beim Rohstoff-Import. Das Land profitiert seit fast einem Jahr vor der Schwächung der europäischen und der US-Wirtschaft durch die Lockdowns und ihre Folgen. Die chinesischen Exporte haben neue Rekorde erreicht. Und das bedeutet einen deutlich gestiegenen Bedarf an Rohstoffen, der über einen höheren Import gedeckt wird. Und da alle Rohstoffe in US-Dollar fakturiert werden, kommt Peking ein „billiger“ US-Dollar momentan entgegen. Was bedeutet:

Solange dieser erhöhte Bedarf bestehen bleibt und zugleich keine neuen, frischen Konflikte mit Washington vom Zaun gebrochen werden, könnte diese US-Dollar-Baisse weitergehen, das mittelfristige Kursziel in Form der Auffangzone 6,2360/6,2555 Yuan pro US-Dollar erreicht, vielleicht sogar unterboten werden. Aber wenngleich der Aspekt der Rohstoff-Importe eine unmittelbar in der Wirtschaftsentwicklung liegende Basis hat, entscheidend ist, wohin Peking den Kurs laufen lassen will. Und dort lässt man sich nicht in die Karten schauen, daher:

Der Abwärtstrend ist weiterhin voll intakt, das Kursziel würde in Kürze vom Abwärtstrendkanal eingefangen. Aber es wäre angesichts der besonderen Unberechenbarkeit dieses Währungspaars aufgrund Chinas politisch eingefärbter Einflussnahme  zwingend, sich konsequent entlang der Abwärtstrendlinie, derzeit bei 6,52 Yuan gelegen, mit einem Stop Loss Short abzusichern, der regelmäßig parallel zum Abstieg der Linie nachgezogen werden sollte.

Chart vom 10.02.2021, Kurs 6,4320 Yuan, Kürzel USD.CNH | Online Broker LYNX

Der US-Dollar wird immer billiger, d.h. die Lage im Währungspaar US-Dollar/Chinesischer Yuan entschärft sich zu Gunsten der US-Exporteure, die durch den Anstieg des chinesischen Yuan bessere Renditen beim Verkauf ihrer Waren in China erzielen. Nachdem hier im Spätsommer durch den Bruch der Nackenlinie bei 6,85 Yuan pro US-Dollar ein großes Doppeltopp vollendet wurde, ging es stetig weiter abwärts. Da käme jetzt die Unterstützungszone 6,2360/6,2550 Yuan in Reichweite. Und ja, es wäre denkbar, dass auch diese Unterstützung in Form der tiefsten Levels dieses Devisenpaars seit knapp drei Jahren erreicht würde. Aber nur, wenn neben dem reinen Trading auch die Politik mitspielt und letztere sich so entwickelt, dass die Trader weiter aktiv bei US-Dollar/Yuan Short gehen, obgleich das rechnerische Kursziel des Abwärtsimpulses erreicht ist.

Denn in der Tat wurde das Kursziel des Doppeltopps jetzt recht präzise touchiert. Das rechnerische Kursziel eines Doppeltopps ist die Distanz zwischen dem höchsten Punkt des höchsten der beiden Topps zum Zwischentief, das die Nackenlinie definiert. Die lag hier bei 6,85 Yuan, das minimal höhere der beiden Topps bei knapp 7,20 Yuan. Diese Distanz von 0,35 Yuan würde das Kursziel der Formation um 6,50 Yuan verorten. Dorthin fiel der Kurs auch Ende November und blieb für mehrere Wochen dort hängen, bevor es in der laufenden Woche den Versuch gab, den US-Dollar zum Yuan noch weiter in Richtung 6,25 Yuan zu drücken. Was funktionieren kann, wenn …

… China da mitspielt.

Expertenmeinung: Sie wissen, dass China seine eigene Währung durchaus aktiv beeinflussen kann und das auch tut. Da ein sukzessive teurer werdender Yuan (d.h. der Kurs im Chart fällt, weil man immer weniger Yuan für einen US-Dollar bezahlen muss) bedeutet, dass nicht nur die Renditen der chinesischen Exporteure in den USA sinken, sondern auch US-Produkte in China konkurrenzfähiger gegenüber den eigenen Waren werden, ist die Frage, wie lange China noch bereit ist, diesen Abstieg zu „fördern“. Denn dieser Abstieg ist nicht ohne politischen „Goodwill“ möglich. Er ist ein Zeichen dafür, dass China mit der kommenden US-Regierung ein besseres Verhältnis anstrebt und Biden auf diesem Weg quasi die Hand reicht.

Doch zu glauben, Biden würde China in Zukunft in Sachen Handel einfach machen lassen, wäre naiv. Sicherlich wird sich der Umgangston radikal ändern. Aber dass die USA auch unter der neuen Regierung alles daran setzen werden, Chinas wachsende Marktmacht zu bremsen, ist sicher. Wie könnte man hier vorgehen?

Möglich ist ein Test der Zone 6,2360/6,2550 Yuan, sicher ist es keinesfalls. Da die mittelfristige Abwärtstrendlinie relativ weit vom aktuellen Kurs entfernt ist (derzeit bei 6,62 Yuan pro US-Dollar), wäre es zu überlegen, bei der Hälfte bestehender Dollar-Shorts den Gewinn mitzunehmen, um sich so schon einmal einen guten Profit zu sichern und mit dem Rest der Position so lange am Ball zu bleiben, solange dieser mittelfristige Abwärtstrend hält.

Chart vom 07.01.2021, Kurs 6,4711 Yuan, Kürzel USD.CNH | Online Broker LYNX

Binnen eines halben Jahres hat sich die Lage bei der Relation des US-Dollars zum chinesischen Yuan komplett gewandelt. Im Mai hatte der US-Dollar das Hoch des Jahres 2019 erreicht und wirkte, als würde er gegenüber der chinesischen Währung neue Hochs markieren. Das war eine Phase, in der die Stimmung am Boden war, in der Donald Trump die Kommunikation mit der chinesischen Führung einstellte und diese als alleinverantwortlich für die COVID19-Pandemie machte. Die Gefahr wuchs, dass die Lage eskalieren könnte, dass China womöglich die bisherigen Fortschritte in dem mit dem Phase I-Deal vom Januar letztlich nur zu einem Waffenstillstand geführten Handelskrieg aufkündigen würde.

Es kam nicht dazu, aber: Die Eiszeit zwischen Peking und Washington blieb erhalten, Donald Trump machte keine Anstalten, die Beziehungen zu China wieder zu normalisieren. Wieso kam dann trotzdem der US-Dollar gegenüber dem Yuan zurück? Je schwächer der Yuan, desto besser die Rendite chinesischer Unternehmen beim Export, desto schwieriger haben es die USA-Importeure in China. Der vorherige Anstieg des US-Dollars machte so deutlich, dass China die verbalen Attacken aus Washington mit einer gezielten Schwächung des Yuan vergalt. Doch dann drehte der Wind. Was weniger ein Einknicken Chinas war als ein Zeichen.

Expertenmeinung: Dass der Yuan nach der US-Wahl einen erneuten Aufwärtsimpuls startete, sprich die Relation US-Dollar/Yuan am 4. November kräftig fiel und dadurch die wichtige, mittelfristige Supportlinie um 6,65 Yuan pro US-Dollar durchbrach, sollte klar machen: Man setzt darauf, dass mit einem neuen Präsidenten im Weißen Haus auch wieder normalisierte Beziehungen erreicht werden. Dass konstruktiver Streit letzten Endes beiden Seiten mehr bringen wird als destruktives Schweigen. Dabei sollte man indes nicht übersehen, dass China zwar die Möglichkeit hat, die eigene Währung zu steuern, aber:

Dieses Erstarken des Yuan gehorcht auch den wirtschaftlichen Perspektiven. Der Yuan erscheint sukzessiv attraktiver, weil Chinas Wirtschaft weit besser dasteht als die der USA, wenn man den Konjunkturdaten glauben mag. Gleiches gilt für die Pandemie, die in China zumindest offiziell einfach nicht mehr existiert. In dieser Ausgangslage neigen Devisentrader dazu, den Yuan gezielt stärker nachzufragen, weil man erwartet, dass das Land sich aufgrund der stabileren wirtschaftlichen Lage in einer besseren Verhandlungsposition befindet, wenn es im kommenden Jahr erneut um das Thema Handel gehen wird … dann aber mit einer anderen US-Regierung als Widerpart.

Chart vom 19.11.2020, Kurs 6,5788 Yuan, Kürzel USD.CNH | Online Broker LYNX

Der Abstieg des Greenback zum Yuan wird sicherlich nicht wie ein Strich weitergehen, Gegenbewegungen nach oben sollte man immer einkalkulieren. Aber solange die wichtige Unterstützung bei 6,65 Yuan, die jetzt in einen Widerstand verwandelt wurde, nicht wieder eindeutig überboten wird, wäre mittelfristig ein Test der 2018er-Tiefs im Bereich 6,24/6,26 Yuan pro US-Dollar durchaus denkbar, und sei es nur als Manifestation der Bereitschaft Pekings, sich nach dem 20. Januar im Sinne beiderseitig akzeptabler Lösungen wieder zusammen zu setzen.

Mr. Trump spricht seit Monaten kein Wort mehr mit Chinas Xi Jinping. Offenbar sind auch jegliche Gespräche in Sachen Handel eingefroren, während China – zumindest nach Aussagen der US-Politik – brav die Forderungen des Phase I-Deal erfüllt. Doch China spricht sehr wohl mit den USA: über seine Währung.

Denn China kann seine Währung weitaus gezielter steuern als das anderen Ländern mit ihren Währungen möglich wäre. Seit Juni fällt der Preis, den man für einen US-Dollar in chinesischen Yuan zu zahlen hat, deutlich. D.h. der Yuan wertet auf. Eine Aussage aus Peking, die da lautet:

Behelligt uns nicht, dann werden eure Exporte nach China bessere Renditen bringen, weil die US-Unternehmen dann bei einem unveränderten Verkaufspreis mehr beim Rücktausch der Einnahmen in den US-Dollar erlösen, weil der Yuan zum Dollar deutlich mehr wert ist also noch im Frühjahr.

Damit wird es in den kommenden Tagen spannend, denn: Was wird Chinas Währung zum Wahlausgang „sagen“?

Expertenmeinung: Es ist kein Geheimnis, dass Peking sich einen Machtwechsel in Washington wünscht. Die gegenseitige Eiszeit bringt keiner Seite etwas und auch, wenn eine demokratische Regierung in den USA nicht auf „Kuschelkurs“ gehen würde, weiß man doch, dass dann wieder Gespräche und mit den Gesprächen Ergebnisse möglich werden. Die Frage stellt sich, ob Peking mit dem sukzessiven Senken des Wechselkurses der US-Dollar/Yuan-Relation der US-Wirtschaft nur zeigen will, dass man dort gut beraten wäre, wenn man Biden unterstützt und/oder Washington in Sachen Handel die Füße still hält. Oder aber ob man auch direkt reagiert, sollte Trump die Wahl heute Nacht gewinnen, indem man den Yuan sofort abwertet, US-Dollar/Yuan also umgehend einen Satz nach oben machen würde und damit die Rahmenbedingungen für die US-Unternehmen sofort wieder schlechter werden.

Die tatsächliche Intention Chinas hinter dieser monatelangen Abwertung des Yuan zu ergründen, ist knifflig. Aber jetzt dürfte es auch nicht mehr nötig sein, denn die lange erwartete Wahl ist heute, morgen schon könnte Chinas Währung also erneut „sprechen“. Ein stark positives Signal aus Peking wäre eine erneute Abwertung, die den Kurs US-Dollar/Yuan unter die Supportlinie vom Frühjahr 2019 bei 6,67 Yuan bzw. das jüngste Verlaufstief des Abwärtstrends bei 6,63 Yuan pro US-Dollar drückt. Kleinere Gegenbewegungen nach oben müssen noch nicht viel heißen, aber würde man in China den Wechselkurs auf Levels über der mittelfristigen Abwärtstrendlinie bei aktuell 6,75 Yuan setzen, wäre das ein aggressiver Schritt des „Missfallens“. Ein Schritt, der allemal auch einen Run an die ehemalige Unterstützungszone 6,81/6,84 Yuan, die jetzt als Widerstand fungiert, nach sich ziehen könnte.

US-Dollar/Chinesischer Yuan: Chart vom 02.11.2020, Kurs 6,6867 US-Dollar, Kürzel USD.CNY | Online Broker LYNX

Wer hätte das vor ein paar Monaten auch nur geahnt: Der chinesische Yuan präsentiert sich zum US-Dollar lammfromm, will heißen stark. Seit dem letzten Peak im Mai hat der Yuan über sieben Prozent zum US-Dollar aufgewertet, d.h. man muss immer weniger Yuan für einen US-Dollar bezahlen, weil dieser immer billiger wird. Das stützt die Gewinne der US-Exporteure in China und bremst die Gewinne chinesischer Unternehmen, die in den USA verkaufen. Im ersten Moment ist das zutiefst verwunderlich. Immerhin herrscht zwischen den USA und China gerade Eiszeit. Trump hat keine Lust mit Xi Jinping zu sprechen. Und zudem hat er angedroht, in seiner zweiten Amtszeit erneute Strafzölle gegen China zu verhängen.

Doch die Devisentrader reagieren nicht auf Trumps Statements. Und auch die offizielle Festsetzung des US-Dollar/Yuan-Wechselkurses durch China steigt nicht, sondern wird Stück für Stück nach unten genommen. Würde China auf Trumps Verhalten und Aussagen reagieren wollen, müsste der Kurs in die Gegenrichtung laufen, d.h. der US-Dollar teurer, der Yuan billiger werden und die US-Dollar/Yuan-Relation damit steigen. Sie tut es nicht, weil China und die Devisentrader offenbar auf Biden setzen.

Expertenmeinung: Sollte Trump die Wahl verlieren und somit ab dem 20. Januar 2021 ein neuer Präsident im Oval Office sitzen, würden die USA zwar weiterhin versuchen, den Handel zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Aber der Umgangston und damit die Chance auf eine für beide Seiten vorteilhafte Lösung würden weit größer sein. Und es wirkt, als würde China mit der konsequenten Aufwertung des Yuan genau das schon einmal klar machen. Und die Trader ziehen perfekt mit, das Kursbild der US-Dollar/Yuan-Relation wirkt wie aus dem Lehrbuch:

Zuerst wurde Mitte September ein großes, perfektes Doppeltopp vollendet, jetzt geht es um die markante, aus dem Frühjahr 2019 stammende Unterstützungslinie bei 6,67 Yuan pro US-Dollar. Sollte dieser Support fallen, wäre der Weg nach unten erst einmal frei. Dabei sollte man Gegenbewegungen zwar immer mit einkalkulieren, denn selbst, wenn Trump am 3. November verlieren würde, wäre er noch für drei Monate im Amt und könnte in dieser Zeit noch gegen China austeilen, aber:

Erst, wenn die US-Dollar/Yuan-Relation die Nackenlinie des Doppeltopps bei 6,85 Yuan eindeutig überwinden würde und dadurch eine Gegenbewegung nach oben zu mehr würde als zu einem völlig normalen Pullback an den Ausbruchslevel und ein solcher Aufwärtsschub durch entsprechende „bad news“ unterfüttert würde, wäre es denkbar, dass Long-Trades auf US-Dollar/Yuan wieder ein taugliches Chance/Risiko-Verhältnis aufweisen könnten.

Chart vom 19.10.2020, Kurs 6,6734 Yuan, Kürzel USD.CNH | Online Broker LYNX