USD.CNY aktuell US-Dollar / Chinesischer Yuan: Die Tauphase hat begonnen

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Binnen eines halben Jahres hat sich die Lage bei der Relation des US-Dollars zum chinesischen Yuan komplett gewandelt. Im Mai hatte der US-Dollar das Hoch des Jahres 2019 erreicht und wirkte, als würde er gegenüber der chinesischen Währung neue Hochs markieren. Das war eine Phase, in der die Stimmung am Boden war, in der Donald Trump die Kommunikation mit der chinesischen Führung einstellte und diese als alleinverantwortlich für die COVID19-Pandemie machte. Die Gefahr wuchs, dass die Lage eskalieren könnte, dass China womöglich die bisherigen Fortschritte in dem mit dem Phase I-Deal vom Januar letztlich nur zu einem Waffenstillstand geführten Handelskrieg aufkündigen würde.

Es kam nicht dazu, aber: Die Eiszeit zwischen Peking und Washington blieb erhalten, Donald Trump machte keine Anstalten, die Beziehungen zu China wieder zu normalisieren. Wieso kam dann trotzdem der US-Dollar gegenüber dem Yuan zurück? Je schwächer der Yuan, desto besser die Rendite chinesischer Unternehmen beim Export, desto schwieriger haben es die USA-Importeure in China. Der vorherige Anstieg des US-Dollars machte so deutlich, dass China die verbalen Attacken aus Washington mit einer gezielten Schwächung des Yuan vergalt. Doch dann drehte der Wind. Was weniger ein Einknicken Chinas war als ein Zeichen.

Den aktuellen Kurs und Chart des Währungspaars USD.CNY und historische Wechselkurse finden Sie hier.

Expertenmeinung: Dass der Yuan nach der US-Wahl einen erneuten Aufwärtsimpuls startete, sprich die Relation US-Dollar/Yuan am 4. November kräftig fiel und dadurch die wichtige, mittelfristige Supportlinie um 6,65 Yuan pro US-Dollar durchbrach, sollte klar machen: Man setzt darauf, dass mit einem neuen Präsidenten im Weißen Haus auch wieder normalisierte Beziehungen erreicht werden. Dass konstruktiver Streit letzten Endes beiden Seiten mehr bringen wird als destruktives Schweigen. Dabei sollte man indes nicht übersehen, dass China zwar die Möglichkeit hat, die eigene Währung zu steuern, aber:

Dieses Erstarken des Yuan gehorcht auch den wirtschaftlichen Perspektiven. Der Yuan erscheint sukzessiv attraktiver, weil Chinas Wirtschaft weit besser dasteht als die der USA, wenn man den Konjunkturdaten glauben mag. Gleiches gilt für die Pandemie, die in China zumindest offiziell einfach nicht mehr existiert. In dieser Ausgangslage neigen Devisentrader dazu, den Yuan gezielt stärker nachzufragen, weil man erwartet, dass das Land sich aufgrund der stabileren wirtschaftlichen Lage in einer besseren Verhandlungsposition befindet, wenn es im kommenden Jahr erneut um das Thema Handel gehen wird … dann aber mit einer anderen US-Regierung als Widerpart.

Chart vom 19.11.2020, Kurs 6,5788 Yuan, Kürzel USD.CNH | Online Broker LYNX

Der Abstieg des Greenback zum Yuan wird sicherlich nicht wie ein Strich weitergehen, Gegenbewegungen nach oben sollte man immer einkalkulieren. Aber solange die wichtige Unterstützung bei 6,65 Yuan, die jetzt in einen Widerstand verwandelt wurde, nicht wieder eindeutig überboten wird, wäre mittelfristig ein Test der 2018er-Tiefs im Bereich 6,24/6,26 Yuan pro US-Dollar durchaus denkbar, und sei es nur als Manifestation der Bereitschaft Pekings, sich nach dem 20. Januar im Sinne beiderseitig akzeptabler Lösungen wieder zusammen zu setzen.

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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen von USD.CNY

Mr. Trump spricht seit Monaten kein Wort mehr mit Chinas Xi Jinping. Offenbar sind auch jegliche Gespräche in Sachen Handel eingefroren, während China – zumindest nach Aussagen der US-Politik – brav die Forderungen des Phase I-Deal erfüllt. Doch China spricht sehr wohl mit den USA: über seine Währung.

Denn China kann seine Währung weitaus gezielter steuern als das anderen Ländern mit ihren Währungen möglich wäre. Seit Juni fällt der Preis, den man für einen US-Dollar in chinesischen Yuan zu zahlen hat, deutlich. D.h. der Yuan wertet auf. Eine Aussage aus Peking, die da lautet:

Behelligt uns nicht, dann werden eure Exporte nach China bessere Renditen bringen, weil die US-Unternehmen dann bei einem unveränderten Verkaufspreis mehr beim Rücktausch der Einnahmen in den US-Dollar erlösen, weil der Yuan zum Dollar deutlich mehr wert ist also noch im Frühjahr.

Damit wird es in den kommenden Tagen spannend, denn: Was wird Chinas Währung zum Wahlausgang „sagen“?

Expertenmeinung: Es ist kein Geheimnis, dass Peking sich einen Machtwechsel in Washington wünscht. Die gegenseitige Eiszeit bringt keiner Seite etwas und auch, wenn eine demokratische Regierung in den USA nicht auf „Kuschelkurs“ gehen würde, weiß man doch, dass dann wieder Gespräche und mit den Gesprächen Ergebnisse möglich werden. Die Frage stellt sich, ob Peking mit dem sukzessiven Senken des Wechselkurses der US-Dollar/Yuan-Relation der US-Wirtschaft nur zeigen will, dass man dort gut beraten wäre, wenn man Biden unterstützt und/oder Washington in Sachen Handel die Füße still hält. Oder aber ob man auch direkt reagiert, sollte Trump die Wahl heute Nacht gewinnen, indem man den Yuan sofort abwertet, US-Dollar/Yuan also umgehend einen Satz nach oben machen würde und damit die Rahmenbedingungen für die US-Unternehmen sofort wieder schlechter werden.

Die tatsächliche Intention Chinas hinter dieser monatelangen Abwertung des Yuan zu ergründen, ist knifflig. Aber jetzt dürfte es auch nicht mehr nötig sein, denn die lange erwartete Wahl ist heute, morgen schon könnte Chinas Währung also erneut „sprechen“. Ein stark positives Signal aus Peking wäre eine erneute Abwertung, die den Kurs US-Dollar/Yuan unter die Supportlinie vom Frühjahr 2019 bei 6,67 Yuan bzw. das jüngste Verlaufstief des Abwärtstrends bei 6,63 Yuan pro US-Dollar drückt. Kleinere Gegenbewegungen nach oben müssen noch nicht viel heißen, aber würde man in China den Wechselkurs auf Levels über der mittelfristigen Abwärtstrendlinie bei aktuell 6,75 Yuan setzen, wäre das ein aggressiver Schritt des „Missfallens“. Ein Schritt, der allemal auch einen Run an die ehemalige Unterstützungszone 6,81/6,84 Yuan, die jetzt als Widerstand fungiert, nach sich ziehen könnte.

US-Dollar/Chinesischer Yuan: Chart vom 02.11.2020, Kurs 6,6867 US-Dollar, Kürzel USD.CNY | Online Broker LYNX

Wer hätte das vor ein paar Monaten auch nur geahnt: Der chinesische Yuan präsentiert sich zum US-Dollar lammfromm, will heißen stark. Seit dem letzten Peak im Mai hat der Yuan über sieben Prozent zum US-Dollar aufgewertet, d.h. man muss immer weniger Yuan für einen US-Dollar bezahlen, weil dieser immer billiger wird. Das stützt die Gewinne der US-Exporteure in China und bremst die Gewinne chinesischer Unternehmen, die in den USA verkaufen. Im ersten Moment ist das zutiefst verwunderlich. Immerhin herrscht zwischen den USA und China gerade Eiszeit. Trump hat keine Lust mit Xi Jinping zu sprechen. Und zudem hat er angedroht, in seiner zweiten Amtszeit erneute Strafzölle gegen China zu verhängen.

Doch die Devisentrader reagieren nicht auf Trumps Statements. Und auch die offizielle Festsetzung des US-Dollar/Yuan-Wechselkurses durch China steigt nicht, sondern wird Stück für Stück nach unten genommen. Würde China auf Trumps Verhalten und Aussagen reagieren wollen, müsste der Kurs in die Gegenrichtung laufen, d.h. der US-Dollar teurer, der Yuan billiger werden und die US-Dollar/Yuan-Relation damit steigen. Sie tut es nicht, weil China und die Devisentrader offenbar auf Biden setzen.

Expertenmeinung: Sollte Trump die Wahl verlieren und somit ab dem 20. Januar 2021 ein neuer Präsident im Oval Office sitzen, würden die USA zwar weiterhin versuchen, den Handel zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Aber der Umgangston und damit die Chance auf eine für beide Seiten vorteilhafte Lösung würden weit größer sein. Und es wirkt, als würde China mit der konsequenten Aufwertung des Yuan genau das schon einmal klar machen. Und die Trader ziehen perfekt mit, das Kursbild der US-Dollar/Yuan-Relation wirkt wie aus dem Lehrbuch:

Zuerst wurde Mitte September ein großes, perfektes Doppeltopp vollendet, jetzt geht es um die markante, aus dem Frühjahr 2019 stammende Unterstützungslinie bei 6,67 Yuan pro US-Dollar. Sollte dieser Support fallen, wäre der Weg nach unten erst einmal frei. Dabei sollte man Gegenbewegungen zwar immer mit einkalkulieren, denn selbst, wenn Trump am 3. November verlieren würde, wäre er noch für drei Monate im Amt und könnte in dieser Zeit noch gegen China austeilen, aber:

Erst, wenn die US-Dollar/Yuan-Relation die Nackenlinie des Doppeltopps bei 6,85 Yuan eindeutig überwinden würde und dadurch eine Gegenbewegung nach oben zu mehr würde als zu einem völlig normalen Pullback an den Ausbruchslevel und ein solcher Aufwärtsschub durch entsprechende „bad news“ unterfüttert würde, wäre es denkbar, dass Long-Trades auf US-Dollar/Yuan wieder ein taugliches Chance/Risiko-Verhältnis aufweisen könnten.

Chart vom 19.10.2020, Kurs 6,6734 Yuan, Kürzel USD.CNH | Online Broker LYNX

Man mag es gar nicht glauben: Mit einem der größten Zankäpfel des Handelskriegs USA/China geht es auf einmal wie von Geisterhand in die für die USA richtige Richtung: Der US-Dollar wertet gegenüber dem chinesischen Yuan ab, d.h. man muss immer weniger Yuan für einen US-Dollar bezahlen. Klopfte der Kurs Ende Mai mit knapp 7,20 Yuan pro US-Dollar noch an das 2019er-Hoch, findet sich der Greenback jetzt auf einmal auf einem Level um 6,78 Yuan wieder. Das ist zwar „nur“ ein Abstieg um knapp sechs Prozent. Aber am Devisenmarkt ist das nicht gerade wenig … und spielt den USA sehr deutlich in die Karten.

Deren Vorwurf an China war ja jahrelang, dass das Reich der Mitte seine Währung absichtlich zum US-Dollar abwerten würde, um sich dadurch Vorteile zu erschleichen. Denn je „teurer“ der US-Dollar aus chinesischer Sicht wird, desto mehr erlösen die Chinesen beim Verkauf ihrer Waren in den USA. Und umso schwieriger wird es für US-Unternehmen, beim Absatz ihrer Güter in China eine gute Rendite zu erzielen, weil man bei einem schwachen Yuan weniger US-Dollar herausbekommt, wenn man die Erlöse von in China verkauften Waren wieder in US-Dollars zurücktauscht.

Jetzt ist das Bild auf den Kopf gestellt. Und natürlich stört sich in Washington niemand daran, ebenso schweigt man in China, um den Streit nicht schon wieder hochkochen zu lassen. Wobei der US-Dollar nicht nur zum Yuan schwach ist: Auch zu den anderen großen Währungen ist der Greenback auf Tauchstation. Was zwar auch daran liegt, dass die internationalen Investoren erkennen, dass die USA die Pandemie nicht in den Griff bekommen und die wirtschaftliche Erholung dort teuer erkauft und dennoch fragil wirkt. Aber natürlich ist da auch viel Spekulation dabei. Spekulation dahingehend, dass man in Washington Erfolge vor der Wahl braucht, ein schwacher US-Dollar dafür immens wichtig ist und man somit schon dafür sorgen wird, dass diese Schwäche anhält.

Tageschart vom 15.09.2020, Kurs 6,7772 Yuan, Kürzel USD.CNH | Online Broker LYNX

Mit dieser Überlegung könnte man richtig liegen. Aber ließe sich jetzt noch ein Dollar-Short-Trade zum Yuan erwägen? Hat der Kurs nicht bereits genug, womöglich zu viel abgewertet? Eine knifflige Frage. Eines muss man bei diesem Währungspaar immer im Hinterkopf haben: In den Bewegungen des Kurses steckt eine Menge Politik. Da kann es immer wieder zu Überraschungen kommen, zu positiven wie negativen. Aber in den Charts wird auch deutlich, dass zumindest derzeit die technisch orientierten Trader das Geschehen dominieren.

Sie sehen, wie markant und sauber der im Tageschart eingezeichnete Abwärtstrend läuft. Und im Chart auf Wochenbasis fällt auf, dass US-Dollar/Yuan eine Zeitlang auf Höhe der charttechnischen Supportzone 6,8160/6,8450 Yuan verharrte, um dann mit Schwung nach unten auszubrechen. Das deutet an, dass die technisch orientierten Trader zumindest im Moment das Geschehen dominieren. Daher wäre es durchaus drin, dass diese charttechnische Orientierung noch eine Zeitlang erhalten bleibt, was zum einen hieße, dass der Kurs jetzt mit dem Touchieren der unteren Begrenzung des Mai-Abwärtstrendkanals eine kurze Gegenbewegung nach oben vollziehen, danach aber in die nächste Unterstützungszone um 6,67 Yuan abrutschen könnte. Doch man kann es gar nicht oft genug wiederholen: Hier spielt die Politik mit hinein, die Charttechnik ist dadurch weniger „sicher“ als woanders, man muss also immer auf der Hut sein!

Wochenchart vom 15.09.2020, Kurs 6,7772 Yuan, Kürzel USD.CNH | Online Broker LYNX

Als Donald Trump am vergangenen Donnerstag ankündigte, am Freitag eine Pressekonferenz zum Thema China abzuhalten, hielten die Investoren weltweit den Atem an. Nachdem die USA zunächst immer schärfere Töne in Bezug auf die „Schuldfrage“ bezüglich der Virus-Pandemie angeschlagen und darüber hinaus auch noch scharfe Reaktionen hinsichtlich Chinas Umgang mit Hongkong avisiert hatten, ahnten manche Böses. Denn jedem war klar: Würde man in Washington weitere Strafzölle verhängen, würde China dagegenhalten. Und eine neue Eiszeit auf politischer ebenso wie auf wirtschaftlicher Ebene zwischen den beiden größten Wirtschaftsregionen wäre für die Chance, sich aus der Rezession zu befreien, fatal. Aber das war natürlich auch den USA klar. Dementsprechend kündigte Mr. Trump der WHO die Zusammenarbeit auf, stellte Hongkongs Sonderstatus infrage, will in den USA börsennotierte chinesische Unternehmen genau unter die Lupe nehmen und bestimmten chinesischen Funktionären ggf. die Einreise verweigern, mehr kam an Maßnahmen aber nicht. Dass der US-Präsident den Phase I-Deal nicht zur Disposition stellte, wurde mit Erleichterung aufgenommen, die US-Aktienmärkte legten wieder zu. Doch wenn man sich ansieht, wie relativ moderat der US-Dollar zum chinesischen Yuan nachgab, ist man gewarnt: Vom Tisch ist eine Eskalation noch nicht, ansonsten hätte der Kurs US-Dollar/Yuan mehr nachgeben müssen. Expertenmeinung: Die Rede Trumps an sich war äußerst scharf und dürfte für eine Wiederannäherung zwischen Peking und Washington zu einem Hindernis werden. Und es stellt sich die Frage, ob es nicht vor allem die Reaktion aus Peking ist, vor der man sich fürchten müsste. Denn dieser Phase I-Deal, dessen Umsetzung in dem derzeit so rezessiven Umfeld ohnehin fraglich ist, bietet nicht China, sondern den USA erhebliche Vorteile. Wenn da jemand die Reißleine ziehen könnte, dann eher China. Zumal man sich jetzt in einer wirtschaftlich besseren Stellung weiß als zu Jahresbeginn, weil die dortige Wirtschaft deutlich früher reaktiviert wurde als in den USA. Und China scheint Trumps Anschuldigungen in der Tat nicht einfach hinnehmen zu wollen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete, dass man in Peking den Import von US-Agrarprodukten kurzzeitig unterbrochen habe. Die Akteure am Devisenmarkt haben die Situation wie so oft nüchterner eingeordnet, als das am US-Aktienmarkt der Fall war. Man ist sich unter den Devisentradern völlig darüber im Klaren, dass Donald Trump auf einem sehr schmalen Grat wandert. Denn seine auch auf den Wahlkampf ausgerichteten Worte und Taten würden im Fall nennenswerter Gegenreaktionen aus Peking dazu führen, dass er entweder klein beigeben muss und damit an Ansehen bei seinen Wählern verliert … oder dass er eine Eskalation auslöst, die z.B. durch weitere Strafzölle für die US-Wirtschaft zum Bumerang wird. Auch, weil China dann mit einer markanten Abwertung des Yuan reagieren dürfte, um dadurch den Export chinesischer Waren in die USA rentabler zu machen und den US-Firmen die Exporte nach China zu erschweren. Daher bleibt der Kurs des Yuan zum US-Dollar vorerst schwach und sprungbereit, noch deutlich schwächer zu werden. Der Greenback hat als Reaktion auf Trumps verhaltene Maßnahmen eher wenig zurückgesetzt und gab zum Wochenstart nicht weiter nach. Die entscheidende Widerstandszone, die Hochs des Jahres 2019 bei 7,1685 und 7,1974 Yuan pro US-Dollar, wurden im Vorfeld der Trump-Rede vom Freitag getestet. Der Kurs drehte dort zwar zunächst ab, verharrt aber in unmittelbarer Reichweite dieser wichtigen Hürde. Sollte es zu weiteren Maßnahmen kommen, egal, von welcher Seite die ausgehen, kann es jederzeit zu einem Ausbruch nach oben kommen, der dann aus charttechnischer ebenso wie aus politischer Sicht leicht sehr deutlich ausfallen kann. US-Dollar/Chinesischer Yuan Chart vom 01.06.2020, Kurs 7,1260 Yuan, Kürzel USD.CNH | Online Broker LYNX Sie möchten täglich vor Börsenstart unsere Chartanalysen per E-Mail erhalten? Dann abonnieren Sie hier unseren Börsennewsletter mit aktuellen Börsennews.

Wenn man abschätzen will, wie gespannt die Lage zwischen den USA und China ist, sagt ein Blick auf den Wert des chinesischen Yuan zum US-Dollar mehr als tausend Worte. Man ist auf dem Sprung … auf dem Sprung in eine neue Eiszeit, die, da es sich um die beiden größten Industrienationen der Welt handelt, auch an den anderen wichtigen Wirtschaftsräumen wie Japan oder Europa nicht spurlos vorbeigehen würde. Der Wert des chinesischen Yuan fiel zum US-Dollar zunächst deutlich, d.h. es mussten immer mehr Yuan für einen US-Dollar bezahlt werden, als im März klar wurde, wie hart die Pandemie die chinesische Wirtschaft getroffen hat und eine Erholung alleine deswegen schwieriger würde als eingangs gedacht, weil da auch der Rest der Welt in einen „Lockdown“ überging. Danach konsolidierte sich der Kurs unterhalb der (aus Sicht des Dollars) Rekordhochs, aber nachdem das Währungspaar zuletzt zweimal oberhalb der im Chart blau eingezeichneten 200-Tage-Linie wieder nach oben drehte, kommt jetzt wieder Zug in den Kurs: Die Trader rechnen tendenziell mit einer Verschärfung der Lage. Expertenmeinung: Basis dieser Erwartung sind die Drohungen der USA in Richtung Peking, China für die Pandemie „zahlen zu lassen“, weil sie nach Ansicht vieler Staaten entscheidende Fakten zum Corona-Virus zurückhielten und die Pandemie deswegen ihr aktuelles Ausmaß erreicht hat. Strafzölle stehen im Raum. Aber nachdem Donald Trump Ende letzter Woche sagte, er möchte derzeit nicht mit Chinas Präsident Xi Jinping sprechen und sei sehr enttäuscht, mutmaßen einige, dass diese Drohungen vor allem dann, wenn das Trump für seinen Wahlkampf opportun erscheint, in die Realität umgesetzt werden und womöglich nicht einmal auf Strafzölle beschränkt bleiben könnten. Jeder weitere Schritt in diese Richtung kann zum Ausbruch nach oben führen, d.h. zu einer weiteren Abwertung des Yuan über das mehrjährige Tief der chinesischen Währung hinaus, dass im Herbst 2019 bei 7,1974 Yuan markiert wurde. Je nachdem, wie sich die politische und wirtschaftliche Perspektive dann darstellt, wäre einer solchen Abwertung dann nach oben keine Grenze gesetzt. Aber wer hier auf die Dollar-Long-Seite, sprich auf eine solche Abwertung setzt, sollte immer im Hinterkopf haben, dass US-Dollar/Yuan eine sehr von der Politik bestimmte Währungsrelation ist. Was bedeutet, dass ihr Verlauf weniger eingrenzbar ist als bei Währungspaaren, die nicht durch einen politischen Dauerstreit bewegt werden. US-Dollar/Chinesischer Yuan Chart vom 15.05.2020, Kurs 7,1338, Kürzel USD.CNH | Online Broker LYNX